Einzelbild herunterladen

Der Beginn des Reichstages.

Der Reichstag trat am Dienstag zu seiner ersten Blenarsizung nach den Ferien zusammen. Seine Be­ratungen dürften knapp zwei Monate dauern. Aber der bevorstehende Tagungsabschnitt wird in mehr als einer Hinsicht kein gewöhnlicher oder uninteressanter sein; weder die Regierung hält thn für unerheblich, noch tun es die Parteien, am wenigsten die oppositio­nellen Barteten. Man könnte zunächst denken: so dicht vor den Wahlen der letzte Sessionsabschnitt von went­gen Wochen, wen interessiert das noch? Und ob der Reichstag in Erwartung der Wahlen in dieser Zeit immer ganz beisammen" sein wird, kann wohl be­zweifelt werden. Indessen ist kaum eine Reichstags­session mit größerer Spannung erwartet worden, und zwar in breitesten Schichten! Man braucht nur Worte wie Teuerung, Marokko, Tripolis zu nennen! Schon sind die Interpellationen eingegangen, von den Sozial­demokraten allein drei, bereits seit Wochen angekün­digte, darunter eine zur Teuerung und eine wegen Ma­roffo, vom Zentrum 4: Teuerung, Marokko, Tripolts und China; und andere werden folgen. Und was allein an Debatten über die Teuerung zu erwarten ist, das haben die Verhandlungen im Bayerischen Landtage ah­nen lassen. 3war am Dienstag gings im Reichstag noch nicht los. Es standen nur Petitionen zur Be­ratung, die teils durch Uebergang zur Tagesordnung, teils durch ueberweisung an die Regierung als Ma­terial erledigt wurden Bei der Petition um amtliche Zulassung der Antiquaschrift wurde Uebergang zur Tagesordnung beschlossen.

Der Kanzler über Maroffo und Tripolis.

Der Seniorenkonvent des Reichstages beschloß am Dienstag, von Donnerstag bis Sonnabend die erste Lesung des Privatbeamten- Versicherungs­gefeßes zu beraten. Auf die Erledigung der Straf­prozeßnovelle und der Gerichtskostennovelle legt die Regierung feinen Wert mehr. Schließlich wurde ein Schreiben des Reichskanzlers verlesen, das noch amt­Itch veröffentlicht werden wird. Der Inhalt des Schret­bens geht dahin, der Reichskanzler verstehe und teile den Wunsch, daß die auswärtige Lage im Reichs­tag besprochen würde. Im gegebenen Augenblick sei der Reichskanzler mit Rücksicht auf die noch schweben­den Verhandlungen über Marokko, über welche betde Regterungen Stillschweigen vereinbart haben, und auf den zurzeit im vollen Gange befindlichen Met­nungsaustausch der Mächte über die Tripolis­frage außerstande, selbst öffentlich Stellung zu neh­men. Es schweben gegenwärtig Verhandlungen zwi­schen den Mächten, die auf Beilegung des Krieges ab­ztelen. Eine Besprechung der auswärtigen Lage im Reichstag, ohne daß die Regierung daran teilnehme, habe das Bedenken gegen sich, daß die Situation da­durch erschwert würde. Er verspreche aber, daß er, sobald die Situation es gestatte, dem Präsidenten des Reichstags Mitteilung machen werde, daß er nunmehr zur Beantwortung der Interpellation über die aus­wärtige Politik bereit set. Ueber dieses Schreiben des Reichskanzlers wurde im Seniorenkonvent lange ver­handelt, und es wurde allseitig der Wunsch ausgespro­chen, daß möglichst bald eine öffentliche Bespre­chung der gesamten auswärtigen Lage stattfinde. Der Bräsident fonnte schließlich als die einstimmige Met­nung des Sentorenkonvents feststellen, daß in fedem Falle der Reichstag die Möglichkeit habe, eine Bespre­chung der auswärtigen Situation selbständig herbetzu­führen.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Telegrammwechsel zwischen dem Reiser and dem König von Sachsen. Der Kaiser hat an den König von Sachfen aus Hubertusstock folgendes Telegramm ge= richtet: Geftatte mir, Dir Kenntnis zu geben, daß ich für das Linienschiff Ersatz Aegir" den Namen Kö­nig Albert" gewählt, um dem tapferen Heerführer aus der großen Zeit der Reichsgründung und sein er­habenes Haus besonders zu ehren." Der König fandte folgendes Antworttelegram.n: Vielen herzlichen Dank für Deinen so freundlichen Gedanken, das neue Schiss " König Albert" zu nennen. Es ist für mein Haus und mein Land eine große Ehre, daß eins der Herrlichen Schiffe der Marine den Namen unseres unvergeßlichen Heldenkönigs tragen wird, hoffentlich stets im Sinne des aretsen Helden zit Deutschlands Ruhm und Ehre."

Kein Kaiserbesuch in Madrid. Die von einem Ber­Itner Blatt gebrachte Meldung von einem bevorstehen­den Besuche des deutschen Kaisers in Madrid wird im Spantschen Ministerium des Aeußern als völlig un­begründet bezeichnet.

Der Etat des Deutschen Reiches wurde dem Reichs­tag in der Regel Anfang Dezember vorgelegt. Ge­

12)

Aus Eifersucht.

Roman von Mar Hoffmann. ( Nachdruck verboten.)

wöhnlich hielt dann das Retchsparlament noch eine achttägige erste Lesung ab, schickte dann das berühmte " Buch mit den sieben Siegeln" in die Budgetkommission und ging fröhlich in die Ferten. Diesmal liegen die Dinge etwas anders. Der Etat wird auch in diesem Jahr wieder zt der üblichen Zett fertiggestellt sein, aber die Beratung dieses Etats für 1912 wird dem neuen Reichstage vorbehalten sein, weil der ster­bende Reichstag sich nicht um Dinge kümmern darf, die den neuen allein angehen.

Als Kandidaten für die Reichstagserfahwahl im Wahlkreise Homberg- Frißlar- giegenhain( Cassel 3), die durch das Ableben des Abg. Liebermann von Sonnen­berg notwendig geworden ist und am 30. November d. J. stattfinden soll, wird die Wirtschaftliche Vereinigung des Reichstages den Abg. Lattmann aufstellen, der feßt den Wahlkrets 2. Cassel vertritt. Da voraussichtlich eine Stichwahl stattfinden wird, die erst in den ersten Dezembertagen erfolgen tann, so würde ein neuge­wählter Abgeordneter feine Gelegenheit mehr finden, an den Reichstagsverhandlungen teilzunehmen. Aus diesem Grunde tst beschlossen worden, die Wahl mehr als Formsache zu betrachten.

" Das allerdings, aber-" " Und waren vierzehn Tage als Krankenpflegerin im Hause des Regierungsrates von Marleben, nicht wahr?"

" Des Regierungsrats von Marleben? Nein, das muß ein Irrtum sein."

78 sozialdemokratische Volksversammlungen, da­runter eine Versammlung Taubstummer, die sich mit der Lebensmittelteuerung befaßten, fanden am Dienstag abend in Groß- Berlin statt. In allen Versammlungen gelangte eine gleichlautende Resolution zur Annahme, worin die sofortige Aufhebung aller Zölle auf Lebens­mittel, Aufhebung des Systems der Ausfuhrscheine, der Grenzsperre für Fletsch und Vieh und die Organisation des Massenbezuges unentbehrlicher Nahrungsmittel wie Kartoffeln, Seefische und Nährgemüse durch die Kom­munen verlangt wird.

Jetzt erst sah sich der Untersuchungsrichter, der bis­her in seine Akten geblickt und die Fragen wie neben­sächlich gestellt hatte, die Dame genauer an. Dabet ver­gegenwärtigte er sich, so gut es ging, das Bild fener Diakonissin, die er im Hause der Ermordeten gesehen hatte. Das Ergebnis dieses Vergleichs war überra­schend für thn. Dieses Mädchen hier sah in der Tat ganz anders aus.

" Verzeihen Sie, mein Fräulein," bat er, würden Ste wohl die Freundlichkeit haben, Ihre Haube, dte Ihr Haar ganz verdeckt, etwas zurückzuziehen?"

Politisches Attentat in Rußland. In Nowotscher­fast drang gestern abend 7 Uhr der Student Kristi in die Wohnung des Fürsten Trubetfi, eines Mitgliedes des Reichsrates, ein und gab auf ihn einige Revolver­schüsse ab. Der Fürst brach sofort zusammen und er­lag einige Zeit darauf seinen Verlegungen. Der Mör­der Kristt ist mit dem Fürsten verwandt.

" Sehr gern!" sagte sie lächelnd und zeigte ihr dicht angefämmtes schwarzes Haar.

Rätselhaft!" brummte der Untersuchungsrichter und drückte auf den Knopf einer elektrischen Klingel. Ein Gerichtsdiener erschien. Herr Kommissar Weide!" befahl der Vorgesetzte.

Der klägliche Zusammenbruch der monarchistischen Bewegung in Portugal ist nach Lissaboner Meldungen fetzi vollkommen. Die letzten noch nicht verhafteten Verschwörer baten um eine Amnestie, welche die Regie­rung wohl gewähren wird.

Dieser kam sofort, und auch er stellte fest, daß diese Dame gar nicht identisch mit fener war, die er vor­gestern gesehen hatte.

Kleine Nachrichten.

Die Spigentoilette der Herzogin- Mutter von Ko= burg, um die in diesem Sommer ein Prozeß geführt wurde, wird demnächst in Berlin öffentlich versteigert werden. Die Sachverständigen haben den Wert der Spizentoilette auf zwischen 20 000 und 25 000 Mark ge­schätzt.

Und gibt es in Ihrem Heim nur eine Schwester Ihres Namens?" fragte der Richter.

" Jawohl, mein Herr!"

Das neue Zeppelin- Militärluftschiff ist Dienstag vormittag 11 Uhr von Friedrichshafen nach Baden- Ba­den gefahren. Die Führung des Luftschiffes hatte Ober­ingenieur Dürr. An der Fahrt nahmen die Mitglieder der militärischen Abnahmetommission teil.

" Dann muß ich vielmals um Entschuldigung bitten, daß wir Sie hierher bemüht haben, gnädiges Fräulein." " Ich darf also wieder gehen?"

" Nur noch eine Frage: War feine Dame Ihrer An­

Seitens des Verteidigers der französischen Sprach­lehrerin Thirion, Rechtsanwalt Buhr in Cöln, wird an den Kaiser ein Gnadengefuch um Grlaß der noch zu ver= büßenden Strafe von 2 Monaten eingereicht werden.

Selbstmord eines Oberstleutnants. Oberstleutnant v. Graurock vom 37. Infanterie- Regiment in Kerotoschin ( Bosen) wurde erschossen an einem Feldwege gefunden. Zuerst hatte man angenommen, der Offizier set das Opfer einer Mordtat geworden, doch liegt nach amtlichen Meldungen Selbstmord vor. Die Gründe sind noch un­bekannt.

Von den 145 000 Mart, die von einem Banklehr­ling bet der Bantfirma Röchling in Saarbrücken ver­untreut wurden, find bet der Durchsuchung der Woh­nung des Verhafteten in der Londoner Vorstadt Hamp­stead 100 000 Mark tit deutschen Banknoten aufgefunden und beschlagnahmt worden.

Selbstmord eines geftelfunasaffichttaen tasteners. Dienstag morgen sprang auf der Strecke Hannover- Bre­men ein Reisender aus dem D- Ruge, und zwar gerade in dem Augenblick, als ein Gilgüterzua vorbeifuhr. Der Reisende war fofort tot. Es handelt sich um einen Jta= Itener aus Castellamara, der die Gestellungsorder er­halten hatte.

In der Sächsischen Schweiz abgestürzt nus netätt ist ein Zeichner nomens Scherr aus Dresden beim Er­flettern eines Felfens. Dem lettersport in der Säch­fischen Schmeiz sind in diesem Sommer bereits einige Menschenleben zum Opfer gefallen.

Selbstmord eines Bierzehnjährigen wegen Arbeits­fchent. In der Wohnung seiner Eltern hat ein 14 Jahre alter Laufbursche in Berlin feinem Leben ein Ende ce= macht, indem er sich in der Wohnstube mit seinem Hals­tuch am Fensterriegel erhängte. Arbettsschen ist der Grund zu der Tat.

Schweres Bannnalid. Dienstag nachmittag stürzte in Budapest das Treppenhaus eines fünfstöckigen Neu­baues ein und begrub dreißig Arbeiter. Bisher sind zwet Tote und 13 Vermundete aus den Trümmern gezogen

stalt zu Herrn Regierungsrat von Marleben gerufen worden?"

doch! Es war angeklingelt worden, und ich war auch schon dazu bestimmt, am andern Tage hin­zugehen, als am Nachmittag wieder abbestellt wurde mit der Begründung, daß von anderer Seite schon Hilfe gewonnen wäre."

" So! Ich danke Ihnen, gnädiges Fräulein! Und nochmals mein Bedauern über den Irrtum." Er machte etne tiefe Verbeugung.

worden. Eine Kompagnie Piontere tst eifrig beschäftigt, die Trümmer fortzuschaffen, um die Verunglückten zu retten.

Aus den Gerichtssälen.

Der nene Becker- Prozeß. Vor der Straffammer des Stettiner Landgerichts begann Montag vormittag die Verhandlung gegen den Rittergutsbesitzer Becker­Bartmannshagen, der vom Landgericht Greifswald am 20. Dezember 1910 wegen Beleidigung in 5 Fällen zi einer Gesamtstrafe von einem Jahre Gefängnis unter Auferlegung der Kosten einschließlich der dem Neben­fläger Landrat Frhr. v. Malzahn- Grimmen erwachse­nen Auslagen verurteilt worden war. Das Reichsge richt hatte am 3. Jult d. J. das Urteil des Landgerichts Greifswald aufgehoben und die Sache zur nochmaligen Verhandlung an das Landgericht Stettin verwiesen.

Ein neuer Spionageprozeß. Vor dem vereinigten zweiten und dritten Straffenat des Reichsgerichts wer­den sich der englische Schiffshändler Schulz aus Soitt= hampton und vier Genoffer am 16. November wegen Spionage zu verantworten haben. Der Prozeß wird mehrere Tage in Anspruch nehmen. Ein ingendlicher Mörder vor Gericht. Die Straf­fammer für Jugendliche des Altonaer Landgerichts ver­urteilte am Dienstag den 12jährigen Schitler Hoff­mann, der am 14. Jult ein 15tähriges Dienstmädchen durch einen Messerstich in den Hals tötete, wegen Kör­perverletzung mit tödlichem Ausgange zu 1 Jahr Ge­fänants unter Anrechnung von 3 Monaten Untersu= chungshaft.

Als sie hinaus var, sagte er: Dann bleibt also nichts weiter übrig, als daß fene Person im Hause Mar­leben eine Betritgerin war, die ohne Zweifel zu dem Verbrechen in Beziehung steht. Setzen Sie alle Hebel In Bewegung, threr sobald als möglich habhaft zu werden, Herr Kommissar! Und melden Ste mir sofort, wenn Sie sie haben!"

Weide fuhr nach dem Beatricenheim und traf dort gleich nach der Rückkunft der Schwester Magdalene ein. Die Oberin, der er sich melden Iteß, empfing thn złem­Itch reserviert.

Vermischtes.

Dreißig Jahre im Zuchthaus. Dreißig Jahre hat der Brüsseler Mörder Leon Belzer im Buchthaus ver­bracht, und heute ist er in aller Stille zur Freiheit ent= lassen worden. Als Pelzer vor einem Menschenalter zusammen mit seinem Bruder aus Eifersucht und Geld­gier einen Kaufmann ermordete, wurden beide zum Tode verurteilt. Ein Gnadenerlaß bewilligte ihnen te­doch lebenslängliche Kerferhaft, und so wurden sie in das belgische Bellengefängnis von Löwen gebracht. Während der eine der Brüder vor vielen Jahren schon starb, blieb Leon bet guter Gesundheit und er zählt heute 65 Jahre. Im Zuchthaus hat er sich stets mut­sterbaft geführt, und da er ein intelligenter, sprach- und federgewandter Kaufmann mar, so wurde er in den letz­ten Jahren zu allerhand Bureauarbetten herangezogen. Auch wurden ihm die Kolleghefte der Löwener Studen­ten zur Kopte anvertraut. So mar Belter im Laufe der Zeit zit einer beträchtlichen Gelehrsamkeit gelangt. Der alte Mörder wurde in aller Heimlichkeit aus dem Gefängnis geführt. Er hat sich in det dreißig Jahren eine stattliche Summe gespart und durfte in neuerwor bener bürgerlicher Kleidung auf die Freiheitsreise ge­hen, die nach Göln führt. Dort erwartet ihn eine 92fäh­rige Mutter, die den Sohn vor ihrem Tode noch einmal umarmen win, obwohl die Richter thn wegen Mordes verurteilt haben.

Wir haben noch nie mit dem Gericht zu tun ge= habt," sagte sie vorwurfsvoll. Was ist mit der Schwe­ster Magdalene? Weshalb zitterte man sie dorthin?"

Eben deshalb komme ich, gnädige Frau. Es hat sich da eine rätselhafte Verwechslung herausgestellt, dte erst noch aufgeklärt werden muß. Können Sie mir ge­nau angeben, wann Fräulein Magdalene zu dem Re­gierungsrat von Marleben bestellt wurde?"

,, Ah so, damit hängt es zusammen!" Ste sah thre Bücher durch und nannte den Tag.

" Und an demselben Nachmittag erfolgte die Abbe­stellung?"

" Jawohl, gegen sechs Uhr. Ich kann mich dessen ganz genau entsinnen, well dieser Fall noch nte vor­gekommen war."

Revolution per Inserat. inter dieser Ueberschrift weiß ein Berliner Blatt zu melden: Die Monarchistent, die jetzt in actugal gegen die Nemblik fämpfen, mers ben thre Soldaten auf einem etwas ungewöhnlicher Wege an. In einer der letzten Nummern des in deitt= scher Sprache erscheinenden Londoner Generalanzeigers finden mir nämlich folgendes userat: Freimiffae ftr Bortugal gesucht. Angebote infer ,, 180 Corns"( Ge= schäftsstelle des Londoner General- nzeigers. Man hat also die Kämpen des Königs Manuel, wenn auch nicht in Lissabon, so doch schon in die Zettung einrücken laffen.

Banif in einem Tanzsaal. In einem Gasthof zit Rochlitz( Sachsen) löfte sich während eines Vergnügens der schmere. brennende Kronleuchter von der Decke, mo= bet zahlreiche Lampen erplodierten. Das umher= sprisende brennende Petroleum fette Fenstervorhänge und Kleidunosstücke in Brand. Ein Rentier und ein Musiker murden schmer verbrannt, eine Anzahl Gäste erfitt leichtere Brandwunden. Nach der Explosion ent­stand ungeheure Berwirruna, zumal man in der Aufre­guna die Musaanastir nicht zu öffnen vermochte. Das Unglück hätte leicht größere Folgen annehmen können, menn es sich nicht gerade in einer Tanzpause ereignet hätte.

Familientraaödlen. Der Tapetenhändler Wörde­Hoff in Effen, seine Frau und ein Kind wurden Diens tag morgen dort in threr Wohnung infolae Gasver­giftuna int aufaefunden. met weitere Kinder maren bemuktlos, fonnten aber wieder ins Leben zuritekgerit= fen werden. Ein Mädchen im ter von acht Jahren starb tedoch nach einiocr Rett. Würdehoff scheint tm Einverständnis mit seiner Frau sich und seine Familie vergiftet zit haben. orra Grund werden mißliche Ver­mögensverhältnisse angesehen. Einer weiteren Mel­dung zufolge hat die 40 Jahre alte Schuhmachersfrau Marte Mrifoth in Oberleutensdorf Dienstag frith thre fünf Kinder im Alter vont sechs bis 12 Jahren und sich selbst mit Tomtirschenfaft zu vergiften nersucht, und

Schriftlich?"

,, Nein, telephontsch"

Wer sprach zu Ihnen?"

" Hier von Marleben, lautete es auf meinen Ruf." " War es eine männliche Stimme?"

Ja.

Wer wußte es bet Ihnen, daß Fräulein Magda­Iene ursprünglich dazu ausersehen war, dort hinzu­gehen?"

,,, wir alle wußten es"

,, Also Sie meinen, gnädige Frau, alle Damen Ih­res Heims. Haben Sie Dienstpersonal?"

" Jawohl, eine Köchin, zwei Dienstmädchen und eine Aufwartefrau."

Der Kommissar sah eine Weile nachdenklich vor sich hin. Wo befindet sich Ihr Telephon?"

Auf dem Korridor."

" Haben auch fremde Leute dort Zutritt?" Unser Heim steht fedem Hilfesuchenden offen." Sie wollen damit sagen, daß Ste Ihre Tätigkelt außer der Krankenpflege auch dem Wohltun im christ­Itchen Sinne widmen?"

,, Ganz recht! So weit es in unseren schwachen Kräften steht."

Ist diese Tatsache sehr bekannt?" Nach dem Maßstabe, in dem unsere Hilfe in An­spruch genommen wird, muß ich das annehmen." Also bekommen Sie häufig Besuche von wir Almosenempfängern?"

sagen

Freilich! Wir verteilen aber keine Almosen, und zwar erstens aus Prinzip und zwettens aus dem ein­fachen Grunde, meil uns die Mittel dazit fehlen wür­den. Unsere Unterstützung besteht deshalb nur darin, daß wir den betreffenden Personen, ob weiblich oder männlich ist gleich, einen Rat geben, wo sie Arbeit fin­den würden."

Notarielle Urkunde.

urtellen viele Tausende!

Bei Kopfschmerzen. Erbrechen, Magenleiden.

Buchwald, den 27. Februar 1910.

Bei Appetitlosigkeit.

Nach Gebrauch der dritten Schachteleckenpfronn, den 13. Mai 1911.

Ihnen mitteilen, daß mein

Bei Blutarmut.

Teile Ihne

Dahmsdorf, den 5. April 1911.

ardurch mit, daß Ihr Renascin"( Blutsalznahrung) bei mir

bitte He

aschachte

Dr. Schr

Zusendu

e Adresse:

Un

Die

Jan

Bemato