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Kronprinzessin Cecilie.

Bu ihrem 25. Geburtstage.

Rundschau vom Cage.

Politisches

Der Aufenthalt des Kaiferpaares in Gadinen daut­ert bis zum 20. September. Das Kaiserpaar reift dann nach Braunsberg( Ostpreußen), wo der Kaiser eine Be­sichtigung des Landesgestüts vornehmen wird, während die Kaijerin einige Besuche in Krantenanstalten zu ma­chen gedenkt. Von Braunsberg aus erfolgt die Weiter­reise über Königsberg und Insterburg nach Rominten. Das Hoflager in Rominten dürfte am 5. Oftober abge­brochen werden.

Bei den Landtagswahlen in Schaumburg- Lippe, die am Sonnabend vollzogen wurden, gewannen die Sozi­aldemokraten den zweiten Wahlfreis im ersten Wahl­gange. In zwei Wahlkreisen find ihre Kandidaten in bte Stichwahl gelangt. In Bückeburg wurde ein Na­Honalliberaler wieder-, ein anderer neugewählt. Von den Fortschrittlern hat sich nur einer behauptet, wäh­rend zwei andere thre Mandate in der Stichwahl zu verteidigen haben. Wiedergewählt ist auch der Neichs­parteiler Brunstermann und zwar unter erdrückender Mehrheit. Die Sozialdemokraten haben einen großen Stimmenzuwachs zu verzeichnen.

Am kommenden Mittwoch, den 20. September, wird bie Kronprinzessin des Deutschen Reiches und von Preu­Ben Cecilie das Fest thres 25. Geburtstages fet­ern. Wo treugesinnte Deutsche wohnen, wird man der jungen und lieblichen Gemahlin des Erben der Kaiser­trone mit den herzlichsten Wünschen gedenken. Jm Re­fidenzschlosse zu Schwerin tam sie am 20. September 1886 zur Welt als das jüngste von den drei Kindern des regterenden Großherzogs Friedrich Franz III, von Mecklenburg und der Großherzogin Anastasia, gebo= renen Großfürstin von Rußland. Seine schwankende Gesundheit nötigte ihren Vater, sich meist fern von seinem nordischen Vaterlande, an der Küste des Mittel­meeres aufzuhalten. Dort in der Villa Wenden in Cannes, wuchs die Herzogin Cecilie auf, und die fröh­liche Munterfeit ihres Wesens, thre natürliche Anmut find vielleicht auch darauf zurückzuführen, daß sie die Jahre, in denen man die ersten bleibenden Eindrücke empfängt, unter der leuchtenden Sonne des Südens ver­lebte, wo die Menschen einen offeneren Blick und einen empfänglicheren Sinn für die Schönheit des Daseins besitzen. Aber von deutschen Lehrern empfing Herzogin Cecilie ihren Unterricht, in der Kirche zu Schwerin legte fie pas Bekenntnis thres Glaubens ab und die deutsche Solonte von Cannes war ihr Umgang. Im Sommer 1908 führte irgend eine höftsche Gelegenheit den deutschen Kronprinzen und die jugendliche mecklen burgische Prinzessin zusammen. Man sagt, daß sie sich schon damals lieben lernten und ihr Wort tauschten. Der Kronprinz zählte zu jener Belt nur 21, die Herzo­gin Cecilie nur 17 Jahre. Deshalb sollte die Verlobung erst am 20. September 1904, am 18. Geburtstage der Herzogin, öffentlich fundgegeben werden. Aber der Kronprinz fonnte sein Glück nicht so lange verheim­Itchen; er teilte es schon einige Tage vorher, von Gel­bensande aus, wo er bet der Familie seiner Verlobten weilte, einigen Freunden und Verwandten mit, und so erfuhr auch die Welt davon. In der Kapelle des Berliner Schlosses ward die Vermählung am 6. Junt 1905 vollzogen, nachdem die fünftige Kronprinzessin thren feierlichen Einzug in Berlin gehalten hatte. Man weiß, wie außerordentlich glücklich dieser fürstliche Le­bensbund sich gestaltet hat, wie schnell die Kronprin­Beffin Cecilie fich in ihrer neuen Heimat alle Herzen eroberte. Dret Snaben hat sie ihrem Gemahl geschenkt, fräftige, blonde und blauäugige kleine Hohenzollern, denen sie die sorgsamste und zärtlichste Mutter ist: Prinz Wilhelm, geboren am 4. Juli 1906, Prinz Couts Ferdinand, geboren am 9. November 1907, und Prinz Hubertus, geboren am 30. September 1909.

Der glattere Fortgang.

Eine Bitte um Zeuerungszulage. Seitens des Ver­bandes deutscher Eisenbahnhandwerker und Arbeiter wird eine Eingabe an den Eisenbahnminister vorberet­tet, um eine Teuerungszulage für die Mitglieder zu erlaugen, weil die Preise für Lebensmittel in der letz­ten Zeit eine bedeutende Steigerung erfahren haben.

Der sozialdemokratische Parieitag ist am Sonnabend geschlossen worden, nachdem noch eine vom Abgeordne­fen Liebknecht begründete Resolution gegen die Verge­waltigung Finnlands angenommen worden war. Be­bel wurde als Vorsigender gewählt, Haase als zweiter Vorsitzender. Weiter wurden in den Vorstand gewählt als Kassierer Gehrisch, als Schriftführer Braun, Ebert, Molfenbuhr, Müller, Pfannkuch und Scheidemann. Der nächste Parteitag findet in Chemnitz statt.

Daß die Marokkoverhandlungen einen befriedigen­den Fortgang nehmen, geht aus einer offiziösen Verlaut­barung hervor, die die Nordd. Allgem. 3tg." veröffent­Itcht. Es heißt darin: Der vorausgesagte glattere Fort­gang der Marokkoverhandlungen nach der Pause ist tatsächlich eingetreten. Die Blätter berichten glinstig über eine Unterredung am Freitag nachmittag, in der zwischen dem Staatssekretär v. Kiderlen und dem Bot= fchafter Cambon die Antwort Frankreichs auf Deutsch­lands Bemerkungen zum Entwurf der abzuschließenden Uebereinkunft erörtert wurde. Die Antwort trägt in einem Teil den deutschen Wünschen Rechnung, bezügllch eines weiteren Tells ist es gelungen, die Auffassungen der beiden Mächte soweit zu nähern, daß bei einigem guten Willen auf beiden Seiten unschwer eine Einigung erzielt werden kann. Ueber einige Punkte herrschen at= Terdings noch solche Gegensätze, daß noch eingehende Verhandlungen nötig sein werden, ehe das Einvers ständnis hergestellt sein wird. Doch ist zu hoffen, daß auch diese Schwierigkeiten werden überwunden werden.

Im Manöver verbrannt. Wie die Schles. Stg." meldet, brach in Bralin in der Nacht vom Freitag auf Samstag im Hause einer Witwe Feuer aus. Das Haus brannte vollständig nieder. Zwei Füfiltere des 38. Jn fanterieregiments in Glas, die im Haufe einquartiert waren und bereits ihre Schlafstelle aufgesucht hatten, verbrannten.

Der Direktor der Siemens- Schudert: Werke und der Siemens& Halske Aktiengesellschaft, Geheimer Baurat Schwieger, als Pionier der elektrischen Bahn­bauten weit bekannt, ist gestern in Wiesbaden, wohin er sich zum Kuraufenthalt begeben hatte, im Alter voit 75 Jahren plößlich am Herzschlag gestorben.

Umfangreiche Unterschlagungen und Betrügereien sind bei der Augsburger Wechsel- und Diskontobant entdeckt worden. Nach den bisherigen Feststellungen handelt es sich um Fehlbeträge von mehr als eine Mil­lion Mark. Als Schuldiger wird der 31 Jahre alte Kaufmann Friedrich Heiner bezeichnet, der flüchtig ist. Von der holländischen Grenze wird gemeldet, daß unter den Rindviehbeständen eine unbekannte Krant­heit sich bemerkbar macht, indem die Tiere plötzlich er­blinden. Auch unter den Pferden soll diese Seuche aus­gebrochen sein.

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Amerikanische Bankräuber haben bei einem Ein­bruch in der Filiale der Bant of Montreal in New Westminster( Britisch-- Columbia) den Geldschrank mit Dynamit gesprengt und 253 000 Dollars erbeutet.

300 000 Francs bei einer Sparkasse veruntreut. Nach einer Meldung aus Basel wurde der Verwalter der Sparkasse in Saignelegier im Berner Jura wegen Vers untreuungen von über 300 000 Francs verhaftet. Das ganze Affienkapital und der Reservefonds sind ver­loren.

Bei dem Wettrennen in Syracuse im Staate Neu­york rannte ein Automobil in einen Menschenhaufen hinein. Hierbei wurden sechs Personen getötef und vierzehn verletzt; der Fahrer selbst blieb unversehrt.

Wissenschaft, Kunst und Litteratur.

Die Unruhen in China nehmen einen immer ern­steren Charakter an. Nach einer Meldung aus Schang­hai fürchtet man für das Leben der Deutschen in Szet­Zur Abwehr der Futternot. schuan. Auch die landwirt­schaftliche Zentral- Darlehns- Kaffe für Deutschland hat beschlossen, den mit ihr in Verbindung stehenden Ge­nossenschaften in den Notstandsgebieten zwecks Ankaufs von Futtermitteln Ausnahmekredite zum 3ins­faze von 3% Proz. zur Verfügung zu stellen. Be­dingung für die Gewährung ist, daß die Gelder von den Genossenschaften an ihre Mitglieder zum gleichen Bins­fabe weitergegeben werden, wie sie diefelben von der Landwirtschaftlichen Zentral- Darlehnskasse erhalten, und daß sie lediglich zum Ankauf von Futtermitteln Verwendung finden.

Der deutsche Warenaustausch in Marokko. Aus der soeben abgeschlossenen Statistik über unse­ren Warenaustausch mit Marotto ergibt sich, daß tm verflossenen Jahre Ausfuhr und Einfuhr eine Steige­rung erfahren haben, die unsere Intereffen an dem Handel mit Marotto fennzeichnet. Unsere Ausfuhr fit von 1,5 Millionen Mark im Jahre 1901 auf 4,9 Honen Mart 1910 gestiegen. In der gleichen Zeit ent wickelte sich die Einfuhr von 3,5 auf 9,1 Millionen Mart. Unsere wichtigsten Ausfuhrartikel, die wir aus Marokko bezogen, waren Mandeln und Schafwolle.

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Wefferwolken.

Roman von M. v. But ch. ( Nachdruck verboten.) Die Gräfin strich mit der Hand über Beates fieber­heißes Gesicht.

Kleine Dachrichten.

Das jüngste Kaiser- Regiment. Das in Rostock und Wismar garnisonierende Mecklenburgische Fütfilter- Rgt. Nr. 90, dessen Chefstelle der Kaiser angenommen hat, erhält jetzt an Stelle der Nummer ein auf der weißen Achselklappe eingenähtes W mit der Krone in flachem roten Tuch.

" Kind, Kind," jammerte sie, wie Dut aussiehst! Ich muß sofort zum Arzt schicken. Silf, Simmel! Du weißt, daß Du frank bist, wie konntest Du Dich irgend einer Anstrengung, und sei es auch der kleinsten, aus­fetzen?"

Der Kronprinz, der am Freitag das Kommando des 1. Leibhusaren- Regiments in Danzig übernahm, hat zunächst einen vierwöchentlichen Urlaub angetreten und wird mit der Kronprinzessin Jagdausflüge unter­nehmen.

Weil ich mußte! Mutter, well ich gutmachen mußte, was Sie böses zu tun gedachten. Der König von Preußen ist gewarnt. Er weiß, daß man einen Anschlag auf sein Leben plant. Er ist gewarnt. Gott­Iob."

Spende des Kronprinzen. Der deutsche Kronprinz Iteß den Gemeinden Schoppernau und Schröcken im Bregenzer Walde, wo er im Sommer zur Jagd wellte, als Armenspende 500 Kronen überweisen.

Die letzten Worte tamen leise und mit Anstrengung aus ihrem Munde. Bald darauf schwand thr Bewußt­sein, sie lag in Fieberphantasten.

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Malzahnt eilte in das Palats Mocyinskt. Er bes gehrte Se. Majestät zit sprechen und wurde sofort vor­gelassen.

Was er mit dem König in jener Abendstunde zu verhandeln hatte, ist zwischen ihnen beiden ein Ge heimnis geblieben.

Der König war Hef erschüttert.

Die Bewegung in der Metallindustrie neigt ihrem Ende zu. Die Metallarbeiter in Leipzig beschlossen, un­ter den von den Arbeitgebern gestellten Bedingungen die Arbeit wieder aufzunehmen. Die Metallindustriellen wollen von Montag ab 20 Prozent der ausgesperrten Arbeiter wieder einstellen.

Die Aussperrung im niederrheinischen Tabakges werbe ist am Sonnabend nach mehrtägigen Verhand­lungen, die mit einem günstigen Resultat fitr die Ar­better endeten, auf der ganzen Linie aufgehoben worden. Am Montag wird die Arbeit wieder aufgenommen.

Auf einem Neuban in Mainz stürzten die Zement­decken breter Stockwerke ein und begruben in dem Baut beschäftigte Arbetter unter sich. Vier von ihnen wur­den getötet und fünf schwer verlett.

Ein weibevolles Hochzeitsfest. Bei einer Hochzeit in Wann bei Essen gerieten die Teilnehmer miteinander in Streit. Es entstand ein wüster Krawall, in deffen Verlauf ein Hochzeitsgast durch Messerstiche tödlich ver­lezt und aus dem Fenster geworfen wurde.

" Malzahn," sagte er, ich stehe tief in Seiner Schuld, damals, vor wenigen Monaten, als er mir Einblick in die Atten verschaffte, hat er sozusagen mein Königreich gerettet. Heute, heute- Er vollendete den Satz nicht, sondern sagte: Sat Er irgendeine Bitte, die ich er. füllen kann, so sprech Er frei heraus."

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Und Malzahn hatte eine Bitte. Er sagte: Ver­gessen Ew. Majestät, daß Beate von Brühl die Tochter thres Vaters und ihrer Mutter ist."

Eine Innungsbrotfabrik. Die ca. 500 Meister um­fassende Bäckerinnung in Halle a. S. beschloß mit Rück­ficht auf die Konkurrenz auswärtiger Brotfabriken eine große gemeinschaftliche Innungsbrotfabrik zu errichten. Große Vernutrennugen wurden auf dem Landrats­amt in Essen aufgedeckt. Sie erreichen die Höhe von 23 000 Mark. Der Defraudant, ein Streisausschußsekre­tär, ist flüchtig.

Doyens Mittel gegen die Manl- und Klauensenche. Das von Prof. Doyen in Brüssel vor furzem gegen die Mau und Klauenseuche erfundene Abwehrmittel hat sich nicht bewährt. Daher hat das belgische Acker­bauministerium dem Professor feine Erfindung zuritd gegben. Donen het das Ministerium jedoch ersucht, noch einige Zeit das Mittel zu probieren und ihm dann noch einmal über seine Wirksamkeit Nachricht zugehen zu lassen.

" Und nicht vergessen soll der Dienst sein, den sie mir geleistet hat," rief der König mit Wärme. Ob fie es Selnet- oder meinetwegen tat, wollen wir jetzt nicht untersuchen, genug, ich danke Ihm. Das übrige findet sich."

Malzahn war entlassen.

Ein Meeresmuseum in Renyork. Ein Meeres­museum in Neuyort soll im dortigen Zentralpark er­richtet werden. Der Milliardär John Murray hat dafür nicht weniger als 85 Mill. Mart gestiftet. Zur Samm lung des Materials sind bereits mehrere Expeditionen unter Leitung bekannter amerikanischer Tiefseeforscher unterwegs.

König Friedrich stand, das Gehörte bedenkend, am Fenster. Nachdenklich blickte er hinaus in den stillen, in der Abendruhe dunkel und schwelgsam daliegenden Garten, in dem doch, durch den Frühling geweckt, neues Leben knospte. Und er erinnerte sich an den wenige Monate zurückliegenden Abend in Sanssouct, da thm der Kurier aus Dresden die alarmierenden Nachrichten Hinterbracht, und verglich ihn mit dem heutigen. Dann ging er an den Schreibtisch zurück und fragte:" Bufall oder Vorsehung?"

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Es war schließlich die gleiche Frage, die auch Malzahn stellte.

Vermischtes.

Eine hübsche Episode aus dem Raisermanöver wird ciner Berliner Korrespondenz im nachstehenden mitge teilt: Am 11. d. M., als die blaue Küstenwacht vor dem roten Feinde zurückwich, wäre beinahe der Kommandeur dieser Division, Generalleutnant v. Windheim, in die Hände des Feindes gefallen, wenn es eben auch in diesem Punkte ganz friegsmäßig zugegangen wäre. Bet Friedland fam in langsamer Fahrt ein blaues Auto mit General v. Windheim die Chaussee entlang. Kein blauer Soldat ist in der Nähe. Diese Gelegenheit be­nutte eine Patrouille der Wandsbeker Husaren. Gie reifet dem Auto mit gestreckter Lanze entgegen und schon ruft der Führer der Patrouille dem General feine­fangen, Erzellenz!" zit. Verdutzt schauen sich die In­fassen des Autos an, ganz überrascht von dem Blinken der sechs Lanzen. Der Patrouillenführer lugt unter­dessen sehnsüchtig nach einem Schiedsrichter aus, der den General totsagen soll. Diesen Moment benutzt der Chauffeur und in voller Fahrt stieb das Auto davon, die Husaren verdußt hinter sich lassend.... Aus dem vorjährigen Manöver wird eine ähnliche Geschichte er­zählt. Als ein General mit zwet Adjutanten ins Ge­lände zur Refognoszierung ritt, sieht er sich fünf braven Dragonern vom Feinde gegenüber, die ihn gefangen nehmen wollen. Seid Jhr verricht, Keris? Das könn te Euch so passen", ist seine Entgegnung, fofort zuritd­geritten." Und der Feind" ritt dann auch eingeschitch­tert zurück.

Menzels persönliche Gefühle, der Haß gegen das Haus Brühl hatten ihn veranlaßt, den Inhalt der Ge­heimakten aus den sächsischen Archiven, die für ben König von Preußen von ungeheurer Wichtigkett waren, zu verraten. Persönliche Gefühle diftierten feine Handlungen; aber an der Tragweite dieser Handlungen ließ sich eine höhere Macht erkennen. War es nicht so?

Und heute? Heute war das Leben des Königs be­droht gewesen und wie durch ein Wunder gerettet wor den. Wieder waren es persönliche Gefühle gewesen, die in den Gang der Geschichte eingegriffen hatten. Nicht der Haß war die Triebfeber gewesen, sondern die Liebe. Beate von Britht liebte ihn Bodo von Malzahn-, und da sie wußte, mit welch schwärmerischer Verehrung er an seinem Könige hing, hatte sie es über sich ver­mocht, ihm die Gefahr zu verraten, damit er feinen

Um ber Schönheit willen in den Tod. In Rom soll am nächsten Sonntag die Königin von Rom ausgerufen werden, das schönste Mädchen unter den Schönen aller römischen Stadtteile, das vom Ausstellungsfomitee aus erforen wurde. Der Schönheitsbewerb, der stattfand, hat aber ein Opfer in der Person der sechzehnjährigen Bi­anca Monti gefunden, der Tochter eines Sektionschefs im Finanzministerium. Sie stürzte sich zum Fenster

Herrn warne. So war der König gerettet! Gottlob!

Weiter dachte Malzahn heute vorläufig nicht, konnte er nicht denken.. Alles andere lag außer dem Bereiche ruhiger Erwägung

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Am nächsten Morgen erhob sich König Friedrich zur gewohnten Stunde, fünf Uhr, und nachdem er seinen Anzug beendet, befahl er sein Frühstück.

Auf silbernem Tablett servierte ihm der Kammer­husar die Schokolade.

Friedrich öffnete den Deckel der Kanne, der ein eigentümlich starker Geruch entströmte. Dann schloß er sie wieder. Darauf ging er zum Tische, wo die Schelle stand und klingelte. Der Kammerhusar wurde neuem hereingerufen.

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Ich habe die Bekanntschaft meines Kochs noch nicht gemacht," sagte der König ruhig. Ich möchte ihn heute sprechen..."

Nach wenigen Minuten erschien Glasaut. Er war noch nie zum Könige gerufen worden und folgte dem Befehle mit einem geiviffen Herzklopfen.

Als er eintrat, drehte sich der König herum und fragte: Ist Er es, der die Bereitung meiner Spetsen, übernommen hat?"

" Bu Befehl, Sire," entgegnete der Gefragte ruhig. Mir wurde die Ehre übertragen, für Ew. Majestät zu kochen."

,, Dann ist Er es also, der mir meine Morgenschoko­lade präpariert?" inquirierte der König.

" Bu Befehl," stotterte Glasau, ein wenig unruhig werdend, obwohl er sich möglichst Mühe gab, unbefan­genheit zu heucheln. ch habe zwet Küchenjungen un­ter mir, und diesen habe ich zuweilen bie Bereitung der Schokolade übertragen. Darf ich mir die Frage erlau bent, ob diese nicht zur Zufriedenheit ausgefallen ist?"

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