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Wie die Deutschen in Kamerun leben.

Wie die Deutschen in Kamerun leben.

Kamerun- Szenen.

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Gießener Zeitung

( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen

olertelfährlich 1,20 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­

der Großherzoglichen

ausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Bfg. Erscheint Bürgermeisterei

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Dienstage, Donnerstags, Samstags. Redaktion: Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießeuer Zeitung" G. m. b. H.

Nr. 199.

Telephon: Nr. 362.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 19. September 1911.

*) Unser Kaiser- Regiment kehrt morgen Mittwoch aus dem Manöver zurück.

Ende der Divisionsmanöver. Sams­tag nachmittag 1 Uhr wurde bei Cronberg Das ganze Halt" geblasen. Das Ertönen dieses mit Jubel aufge­nommenen Signals bedeutete den Schluß der Manö­ver in der 21. Division, welche sich im Laufe der Woche abgespielt hatten.

Korps Manöver. Die Führung der 21. Division hat Generalleutnant Scholz wieder über nommen. Die Division stellt im Korpsmanöver die rote Partei dar, die blaue Partei ist die Großh. Hessische 25. Division. Die Kriegslage ist folgende: Blaue Kräfte haben zwischen Boppard und Koblenz den Rhein überschritten und bedrohen Mainz und Frank furt. Eine rote Armeeabteilung rückt von Frankfurt ihnen entgegen, um den Vormarsch der Blauen ins Stocken zu bringen. Diese rote Abteilung ist Montag in der Frühe aus den Quartieren in Cronberg und Umgegend angerückt; sie marschiert mit der Hauptmacht nach Kam­berg. Die Kavalleriebrigade unter Oberst von Wechmar ist um ein drittes Kavallerie- Regiment, der hess. Garde­dragoner, verstärkt. Die rote Reiterei ist in Eilmärschen vorausgeeilt und hat in der Mittagsstunde die wich­tigsten Uebergänge an der Aar in Besitz genommen. Der Anmarsch der Blauen wird von Balduinstein aus erwartet; die Vorposten haben bereits Fühlung. Das Gefecht entspinnt sich voraussichtlich mit Tagesanbruch. Das Hauptquartier ist in Dauborn,

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Die Obst ernte an den Straßen des Kreises Gießen wird nach den amtlichen Schätzungen 1800 Zentner Aepfel und 300 Zentner Birnen gegen zusam men 6000-6500 3entner im Vorjahr ergeben. Die Früchte, besonders Aepfel, sind zuckerreicher, aromatischer und gut ausgereift, daher fester und durchschnittlich grö­ßer als im Vorjahr. Die Bäume, die ihren Stand punkt in höherer Lage haben, haben eine weit bessere Ernte, als die in den Tälern stehenden. Der Kreis Gie­ßen hat rund 15 000 Obstbäume längs seinen Kreis= straßen stehen.

des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberheffens sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83.

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*) Ein moderner Weltstadt- 3irkus auf Reisen. Zirkus Otto Mark trifft am Don­nerstag, 21. Sept. in eigenen Sonderzügen in Gießen ein und eröffnet an demselben Tage abends Uhr sein auf nur 5 Tage berechnetes Gastspiel auf dem Os­walds Garten. Zirkus Otto Mark gastierte in fast allen Haupt- und Residenzstädten des In- und Auslandes mit geradezu beispiellosem Erfolge. Die Original- Frei­heits- und Massendressuren erregten überall die größte Bewunderung beim Publikum und bei der Presse. Die Schar der Artisten setzt sich aus nur erstklassigen Künst­lern und Künstlerinnen aller Nationen zusammen. An­mutige Damen und die verwegensten Jockenreiter und Reiterinnen der Gegenwart wechseln ab mit Akrobaten, Schlangenmenschen, Drahtseil- und Trapezkünstlern, Mes­ser und Lassowerfern, chinesischen Gauflern, Kunstschü zen usw. Dazwischen aber geben die urkomischen Au­guste und Clowns mit ihren zwerchfellerschütternden Wizen und Späßen dem Programm die heitere Note. Eine einzige Vorstellung im Zirkus Otto Mark gibt einen Ueberblick über die erlesensten artistischen Künste der Erde.

*) Der Niedermörlener Raubmord wird am 28. und 29. September vor dem Schwurge­richt verhandelt.

== Gießen, 19. Sep. Die Dekanats- Sy= node des Dekanats Gießen findet morgen Mittwoch vormittag in dem Konfirmandensaal der Johanneskirche dahier statt. Die Verhandlungen sind öffentlich und be­ginnen mit einer von Pfarrer Barth- Großen- Buseck ge­leiteten gottesdienstlichen Feier um 9 Uhr. Besonderes Interesse dürfte das Referat von Pfarrer Köhler- Stein­bach erregen über Volkserziehung u. Volks­erholung".

* Gießen. Der in Haft genommene Heinrich Müller aus Niederdorfelden war zugegen, als der Mör­der Gunderloch in einem Hanauer Geschäft die Waffe kaufte, mit der er seine Familienmitglieder niederknalite und mit der er sich dann selbst tötete. Gunderloch, der unschlüssig dem Verkäufer gegenüberstand, ist von Mül­ler erst aufgefordert worden, zu sagen, was er brauche und hat dann ein Gewehr verlangt, welches Müller be­zahlt hat und zwar mit einem größeren Geldschein, der gewechselt wurde. Die ganze Art, wie Müller sich an­

( Haus Brüder Schmidt.)

Dienstag, den 19. September 1911.

| geblich bei dem Handel benommen haben soll und was er dabei gesprochen hat, bildet ein sehr belastendes Ma­Zwed terial dafür, daß er gewußt hat, für welchen Gunderloch die erstandene Waffe haben wollte.

*) Heuchelheim. In der Nacht auf Montag brannten die Scheuern des W. Henkelmann und F. Volkmann nieder.

*) Leihgestern. Am Sonntag wurde hier das Jahresfest für innere Mission im Dekanat Gießen gefeiert. Pfarrer Weber- Langgöns hielt in der voll­besetzten Ortskirche die Festpredigt. Der Kreis Gießen der Gesellschaft f. i. M. hat im letzten Jahre 93 3wangszöglinge in Anstalten und 37 in Familien un­tergebracht.

mit

Butzbach. In der geschlossenen Mitglieder= Versammlung der Landesversammlung des Ev. Bun­des am Montag waren 55 3weigvereine vertreten mit im ganzen 150 Vertretern. Dem Jahresbericht des Vorsitzenden, Pfarrer D. Waitz- Darmstadt, ist folgendes zu entnehmen: Es bildeten sich im Berichtsjahr achtzehn Zweigvereine mit 1416 Mitglieder neu, sodaß der hess. Hauptverein nun 171 3weigvereine mit 18 323 Mit­gliedern zählt( im Vorjahr: 15 692 Mitglieder, also mehr 2631.) Dazu kommen 27 angeschlossene Vereine 6468 Mitgliedern( im Vorjahre: 5395 also mehr 1073); somit hat der Ev. Bund insgesamt im Großherzogtum Hessen 24 791 ev. Männer unter seiner Fahne geſam­melt( 3704 mehr als im Vorjahre). Der Bericht hebt als besonders hervor, daß Rheinhessen den kleinen Rück­gang von 233 Mitgliedern, der im vorigen Jahresbe­richt vermerkt werden mußte, nicht nur wieder ausge­glichen, sondern seinen Bestand von 1908 um 642 Mit­glieder überschritten hat.

D

Nieder Moos, 16. Sep. Heute Morgen fand die Ausfischung des hiesigen Teiches bei einer so großen Anzahl Zuschauer, wie sie lange Jahre nicht zu sehen war, statt. Das Ergebnis war ein äußerst gün­stiges. Es wurden 170 bis 200 Zentner Karpfen im Gewicht von 2 bis 8 Pfund ausgefischt. Der Preis der Einzelgabe war auf 65 Pfg. pro Pfund festgesetzt. Der Versand an Händler in Frankfurt a. M., Wiesbaden, Eisenach usw. erfolgt morgen Mittwoch.

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( Gießener Tageblatt)

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Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg.

die von dem Angeklagten verfaßt und in der von ihm verlegten Zeitung zur Veröffentlichung gebracht worden sind. Die öffentlichen Angriffe gipfeln hauptsächlich in der Behauptung, daß die Polizeiassistentin eine große Anzahl von Personen unnötig belästigt, teilweise sogar durch ihr Dienstmädchen in unzulässiger Weise bespitzelt" habe. Die Stellung einer Polizeiassistentin der Kriminal­und Sittenpolizei wurde im Frühjahr 1910 in Mainz neu errichtet. Schon ach einigen Monaten zeigte es sich, daß die Assistentin manches Gute in Ausübung ihres fährdeter Mädchen wieder auf bessere Wege, in gute Berufes geleistet, eine ganze Anzahl gefallener bezw. ge­Stellungen usw. verbracht hatte. Daneben wurden aber auch Bedenken über ihre Tätigkeit in nicht geringem Um­fang laut. Das Zeugenmaterial dieses Monstreprozesses ist so bunt zusammengewürfelt und vielseitig, wie noch selten in solcher Form sich einem deutschen Gerichts­hof produziert haben dürfte. Auf der einen Seite Offi­ziere, Juristen, Beamte mit dem Oberbürgermeister an der Spitze, auf der Jenseite Bordellbesitzer, Prostituierte, entlassene Kranke und ehemalige Obdachlose. Kommt nicht nach kurzer Verhandlung ein Vergleich zwischen den Parteien zustande, so werden die für den Prozeß vorgesehenen drei Verhandlungstage faum hinreichen, um die Sache zu Ende zu führen.

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)=( Wetzlar. Die Fusion Buderus Ge= werkschaft- Massen ist nun perfekt. Zwei der größten industriellen Betriebe haben damit Interessen- Bemeinschaft erhalten.

*) Krofdorf. Das letzte Schützenfest hat noch ein Nachspiel gehabt. Der Vorsitzende, Schneidermeister Röhrsheim, hatte einen polizeilichen Strafbefehl über 20 Mt. erhalten, weil er als Vorsitzender des Schützen­vereins eine öffentliche Tanzbelustigung ohne polizei­liche Genehmigung veranstaltet haben sollte. Seine Be­rufung ist vom Schöffengericht Wetzlar verworfen wor­den, indem das Gericht der Aussage des R., die betr. Lustbarkeit sei keine öffentliche gewesen, auf Grund der Auch der Beweisaufnahme nicht beitreten konnte. Gastwirt Freund hatte einen polizeilichen Strafbefehl über 20 Mt. erhalten, weil er die oben erwähnte Tanz­belustigung in seinem Lokal geduldet habe. Seine Be­rufung führt zur Freisprechung. Der Gerichtshof nahm zu seinen Gunsten an, daß er nicht habe wissen können, ob und wieviel Gäste der veranstaltende Verein einge­laden hatte.

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Wettsaasen. In den Waldwiesen der Rainsbach" läßt gegenwärttg das Eisensteinbergwerk zu Nieder- Ohmen nach Eisensteinen schürfen. Mehrere Ber­suchsschächte sind schon gegraben worden, weitere fol­gen. Man will an die 50 solcher Schächte schlagen. Schon vor einem Jahrzehnt hat man in diesem Bezirk Frankfurt. Ein frecher Raubanfall nach Eisensteinen gegraben. Damals zeigten sich reiche wurde am Samstag abend in einem Hause an der Fi­Lager an Eisensteinen. Sind die gegenwärtigen Pro- schergasse auf eine Prostituierte verübt. Ein unbekannter beschächte erfolgreich, so werden die Eisensteine aus der Rainsbach wohl mittelst Drahtseilbahn nach Nieder­Dhmen geschafft.

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Büdingen. Hier tagte eine Versammlung sozialdemokratischer Delegierten aus Landtagswahlkreis Büdingen, welche beschloß, als Kan­didaten zu den kommenden Landtagswahlen den Ge­nossen Schaub- Büdesheim aufzustellen.

*) Büdingen. Die ehemaligen und noch le­benden Schüler des Wolfgang Ernst- Gymnasium wer­den am 23. und 24. September hier eine gesellige 3u sammenkunft haben.

* Darmstadt, 18. Sept. Fürst zu Solms. Lich mit dem Erbprinzen Philipp trafen am 16. ds. Mts. zu Jagdschloß Wolfsgarten ein und nahmen da­selbst Wohnung.

waren.

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junger Mensch überfiel dort ein Mädchen, würgte es am Halse, bis es bewußtlos war und flüchtete dann mit den Ersparnissen des Mädchen, die er aus dem Schrank raubte. Der Täter entkam.

-no- Frankfurt a. M. Die 63. Hauptversamm­lung des Ev. Vereins der Gustav Adolf- Stiftung findet vom 22.- 25. September 1911 in Frankfurt a. M. statt. Für das gemeinsame Liebeswerk sind vom Zen­tralvorstand die Gemeinden Banjaluka in Bosnien, Do­naueschingen in Baden und Xions in Posen vorge­schlagen worden.

Wiesbaden. Das von der Handwerkskam­mer und dem Innungsausschuß ins Leben gerufene Handwerkersekretariat wird zum 15. Oftober eröffnet. Der Ratskeller wurde an die Münchener Pschorrbrauerei für 12 500 Mt. verpachtet. Bisher be­

trug die Jahrespacht 22 000 Mt. Darmstadt. Am Sonntag fanden auf der Rennbahn Rad- Rennen statt, die stark belegt Vor Beginn der Konkurrenzen fuhr der Weltmeister über 1000 Meter, Christian Rohde- Mainz, eine Ehrenrunde.

* Offenbach a. M. Dr. Leopold Flugge hat der Stadt ein Vermächtnis von 22 800 Mark vermacht mit der Bestimmung, daß die Zinsen zum Zweck der Säuglingsfürsorge verwendet werden sollen.

Mainz. Jm großen Schwurgerichtssaale des neuen Justizgebäudes dahier trat heute Dienstag früh um zwei 8 Uhr die Erste Straffammer zusammen, Beleidigungsflagen zu verhandeln, die auf Antrag der Bürgermeisterei und des Polizeiamts von seiten der Staatsanwaltschaft gegen den Chefredakteur des Mainzer Neuesten Anzeigers", Zeitungs- und Druk­tereibesitzer Heinrich Hirsch, erhoben worden sind. Als Nebentläger werden in diesem Prozesse fungieren Bürgermeisterei- Beigeordneter Berendt und Frau Dr. Schapiro, Assistentin der Kriminal- und Sittenpoli­zei der Hauptstadt der Provinz Rheinhessen. Zu den Ver­handlungen sind 300 3 eugen geladen worden. Den Anstoß zu dem Prozesse bot eine Serie von Artikeln,

Kinder, die nicht gedeihen

und in der Entwickelung zurückbleiben, bedürfen unbedingt ein Nähr- und Kräftigungsmittel um das Blut in einen solchen Zustand zu versehen, der unbedingt notwendig ist zur förperlichen und geistigen Entwidelung. Dies wird ohne Zweifel am besten durch Leciferrin erzielt und wird dieses auch von Aerzten mit Vorliebe verordnet. Leci­ferrin führt dem Blute die demselben nötigen Bestandteile zu, und reguliert sogleich die Verdauung und Assimilation der Speisen, wodurch die Kinder zusehends an Gewicht und Kräfte zunehmen und sich auch geistig besser entwideln.

Leciferrin ist sehr angenehm von Geschmack, und wird von allen Kindern gerne genommen. Man achte beim Einkauf auf den Namen Leciferrin( Leciferrin ist eine Obo- Lecithin Eisen Verbindung) und zum Preise bon M. 3.-( längere Zeit ausreichend), in den Apotheken zu haben, ganz sicher von:

Universitäts- Apotheke Gießen und Engel- Apotheke in Frankfurt a. Main.