Cottbus, den 3. Mai 1911.
kunde bis Anfang September 1910
Bei Magenleiden
Laut notariell beglaubigter Ur
Einige von den Tausenden der Anerkennungen un
Bei Blasenleiden
Bei Asthmaleiden
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Gießener Zeitung
( Neueste Nachrichten)
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der Großherzoglichen
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Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Südsendung nicht verlangter .. Manuskelpte wird nicht garantiert...
Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. 6. H.
Nr. 167.
Telephon: Nr. 362.
Der moderne Papit.
Die Nachricht, daß der Papst durch einige
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des Großherzoglichen Polizei Amfes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83.
sowie vieler anderer
( Haus Brüder Schmidt.)
Mittwoch, den 19. Juli 1911.
im
Gernsheim- Pfungstadt Fabrikant Gg. Preß jun., 13. Wahlkreis Eberstadt- Griesheim Stadtv. BauunterFeder- nehmer Sames- Darmstadt, im 18. Wahlkreis Seltgenstadt Kaufmann Weiermann; außerdem sind Kandidaturen bestimmt in Aussicht genommen für den 11. Wahlfreis Bensheim- 3wingenberg, für den 15. Wahlkreis Bischofsheim- Rüsselsheim und den 16. Wahlkreis Langen- Neu- Isenburg. In Oberhessen sind bisher aufgestellt: für den 12. Wahlkreis Nidda Justizrat Metz- Nidda, für den 13. Wahlkreis Büdingen der Landwirt Hr. Bähr- Büches und für den 14. Wahlkreis Vilbel Gemeinde- Einnehmer Herling- Rendel; in verschiede nen anderen Kreisen sind noch Kandidaturen in Aussicht genommen. In der Provinz Rheinhessen endlich kandidieren: für das neue dritte Mandat der Stadt Mainz Beig. Martin Moritz Mayer; für den 3. Wahlkreis Wöllstein der seitherige Abgeordne, e Bürgermeister Eibach- Pfaffenschwabenheim, für den 5. Wahlkreis Wörrstadt Pfarrer Korell- Königstädten, für den 8. Wahlkreis Nierstein Bürgermeister Schuckmann- Bechtolsheim; weitere Kandidaturen sind in Aussicht genommen in Alzen und in Bingen- Land.- Von der sozialdemo= fratischen Partei wurde Genosse Berthold- Darmstadt als Landtagskandidat des Wahlkreises Bischofs= heim- Rüsselsheim ausgestellt. Letzte Woche fand in Bingen eine Vertrauensmännerversammlung der 3 entrumspartei des Landtagswahlkreises Bingen Land statt, in der der bisherige Abg. Justizrat von Brentano einstimmig wieder als Kandidat aufgestellt
striche in diesem Falle nannte man es ein Motuproprio eine Anzahl von katholischen Wochenfeiertagen aus dem Kalender gestrichen hat, ist weiten Kreisen sehr überraschend gekommen. Auch katholischen Kreisen. Als in den letzten Wochen unbestimmt das Ge= rücht von einem derartigen Vorhaben des Papstes auftauchte, da schüttelten die Wissenden überlegen das tonsurierte Haupt, und in katholischen Blättern ging heftige Entrüstung um, gegen diejenigen, die dem Papst einen solchen Verstoß gegen altgeheiligte Traditionen zutrauten. Das war ja beinahe so, als ob man dem Papst nachgesagt hätte, er sei unter die Modernisten gegangen. Nun ist das Unglaubliche doch wahr geworden. 3war geht Pius 10. nicht radikal vor. Mariä Empfängnis und Himmelfahrt, Peter- Paulstag und Allerheiligen bleiben; aber es schwinden die Aposteltage, der Josefstag, der Johannistag, Petri Kettenfeier, der Fronleichnamstag wird von Donnerstag nach Trinitatis auf den folgenden Sonntag verlegt. Und doch galt ge= rade dieses Fest, dem einst im 13. Jahrhundert durch Visionen der Nonne Juliane von Mont- Corneillo der Weg in die katholische Christenheit gebahnt wurde, in vielen Gegenden als höchstes katholisches Fest. Sollte es doch die Herrlichkeit der katholischen Kirche auch vor den Augen ihrer Gegner offenbaren und ihre Seelen erschüttern und gewinnen." Nun wird dieser altehrwür
dige Donnerstag, an dem schon so manchem Protestanten, der sonder Harm die glänzende Prozession vorüberziehen sah, der Hut vom Kopf geschlagen worden ist, wieder zum gewöhnlichen Wochentag, und mit ihm so mancher Tag, an dem bisher die Parlamente mit Rücksicht auf das Zentrum, und die Schulen mit Rücksicht auf die katholischen Lehrer und Schüler eine willkommene Ruhepause einschieben konnten.
Was der pästlichen Maßnahme eine besondere Bedeutung gibt, das ist ihre Begründung. Das„ Motuproprio" besagt, daß die veränderten Bedingungen der menschlichen Gesellschaft es ratsam erscheinen lassen, das Gesetz über die Beobachtung der religiösen Feste zu ändern, weil der vermehrte Handel und der beschleunigte
in
Gang der Geschäfte durch die Häufigkeit der Feste Schaden leide;" auch sei zu bedenken, daß die Verteuerung des Lebens die Arbeiter zwinge, die Arbeit nicht so oft zu unterbrechen." Die veränderten Bedingungen der menschlichen Gesellschaft!" Das ist Modernismus aller Form. Merkwürdige Perspektiven tun sich auf. Aber wir begnügen uns zunächst mit der Tatsache, daß der Antimoderniſtenpapst Pius 10. an kirchliche Einrichtungen moderne Maßstäbe anlegt. Wenn man bisher auf evangelischer Seite behauptete, daß der Niedergang der eigentlichen romanischen Länder, insbesondere Spaniens, des festreichsten unter ihnen, darauf zurückzuführen sei, daß man dort über dem Rosenkranzbeten, über Zeremonien und Wallfahrten allzusehr das Arbeiten und die veränderten Bedingungen der menschlichen Gesellschaft bergessen habe, so wurde das von katholischer Seite leidenschaftlich bestritten. Aber ist nicht das Motuproprio
des Papstes über die Einschränkung der Festtage eine indirekte Bestätigung jener Behauptung? Der„ Vorwärts" hat freilich noch eine andere Erklärung zur Hand. Er erblickt in dem päpstlichen Erlaß eine feile" Rechnungsträgerei, um nämlich dem Verlangen des heutigen Kapitalismus nach vermehrter Gelegenheit zum Profitmachen und zur Ausbeutung der Lohnsklaven entgegenzukommen und so die wohlhabenden Kreise der Großindustrie und des Großhandels zu bewegen, in den Schoß der alleinseligmachenden Kirche zurückzukehren." Wenn diese Auslegung auch etwas auf die Hitze der letzten Tage zurückzuführen sein mag, so eröffnet sie doch Ausblicke nach der Richtung, in der sich die Sehnsucht des „ Vorwärts" zu bewegen scheint. Er nennt den Erlaß des Papstes„ arbeiterfeindlich", müßte also folgerichtig eine Vermehrung der Feiertage als arbeiterfreundlich begrüßen. Natürlich müßten das dann nicht kirchliche, sondern sozialdemokratische Feiertage sein. An Kalenderheiligen würde es dafür nicht fehlen.
Landtagswahlvorbereitungen.
Die Fortschrittliche Volkspartei hat für die Neuwahlen zum Landtag bis jetzt folgende Kandidaten aufgestellt: In der Provinz Startenburg: Für das neue dritte städtische Mandat in Darmstadt Stadtv. Henrich, im 1. Wahlkreis Beerfelden- HirschhornWimpfen Lehrer Lang- Beerfelden, im 12. Wahlkreis
wurde.
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Aus Stadt und Land.
Gießen, den 19. Juli.
* Butzbach, 19. Juli. Die große Glocke der St. Markuskirche war gesprungen und ist von der Firma F. W. Rinker, Glockengießerei in Sinn( Nassau) umgegossen worden.
*) Bad Nauheim, 19. Juli. Als gestern vormittag das Fuhrwerk einer Wäschefirma auf der Straße einige Augenblicke ohne Aufsicht war, wurde dem einen Pferde der Schwanz abgeschnitten. Vor einigen Tagen wurde dem Pferd eines Kohlenhändlers in der
Nacht die Mähne abgeschnitten.
-- Alsfeld, 19. Juli. In Maar wurde das 3jährige Kind eines Landwirts vom Göpelwerf erfaßt. Es geriet in die Kammräder, die ihm den Kopf sofort zerdrückten.
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( Gießener Tageblatt)
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Telephon: Nr. 362.
23. Jahrg.
im Volke denkt man nicht daran, jemanden wieder zu rufen, von dem man weiß, daß er die einfachsten Empfindungen der Menschenseele so herzlich wenig fennt. Daher doch auch die Tatsache, daß gerade im Volle viele sind, die auf solche Leitung verzichten. Wenn schon der Verteidiger Jatho's, Professor Baumgartner- Kiel, nicht die Bekenntnisfrage, sondern nur den Einfluß Jatho's in den Kölner liberalen Kreisen als Verteidigungsmoment anführen konnte, was will man dann noch nach einer so reiflich erwogenen Entscheidung fordern, die gefällt ist von einem Kollegium, dem man Voreingenommenheit auf Grund seiner Zusammenset= zung nicht wird nachsagen können? Wir als Laien verstehen ganz gut auch die moderne Zeit, und wissen es auch zu schätzen, wenn uns nicht mit Lauheit, sonr dern mit Feuereifer in neuen Worten die alten Grundwahrheiten dargeboten werden. Vielmehr halten wir dafür, daß wir mit Luther singen sollen allezeit: Das Wort sie sollen lassen stah'n. Auch lassen wir uns gerne „ neue Wege", wie es in dem Protest heißen soll, führen, wenn solche nicht abwärts, sondern aufwärts zum guten Ziele führen.
Noch wollen wir darüber schweigen, ob nicht ein Sturm der Entrüstung sich erheben soll, aber soviel ist gewiß, daß das Laientum bereit steht und einmütig sich erheben wird, wenn man ihm einen Protest vorhalten wird, wie geplant sein soll.
Bezeichnend ist auch ein Urteil des„ Vorwärts" in dieser Frage, wenn er etwa schreibt: Wir mischen uns nicht in diese Streitfrage, da für uns die Religion Privatsache ist, aber bezeichnend für die Haltung des Liberalismus ist es, wie er sich an diese Dinge klammert und Erfolge davon verspricht.
Wird man irgend einer Vereinigung oder Behörde einen Vorwurf machen, wenn sie Jemand ausschließt, dessen Tätigkeit sich in Widerspruch setzt mit den gege benen Einrichtungen? Ebenso hoffen wir, daß auch diese Frage vor allem nüchtern beurteilt werden möge, von denen, die solche wenigen kennen.
Literarisches.
= or=
* 100 Entwürfe zum Bismard- Wettbewerb wurden im Auftrage des Denkmal- Ausschusses von der Düsseldorfer Verlagsanstalt A.-G. in Düsfeldorf herausgegeben. Die wesentlichen Resultate des glänzenden, für die moderne deutsche Kunst so wichtigen Wettbewerbs sind hier zusammengefaßt. Vor allem wurden die 20 preisgekrönten Entwürfe eingehend dargeBüdingen, 18. Juli. Die am Sonntag aufstellt, zu deren Publikation ausschließlich der DenkmalAusschuß berechtigt war. Sie werden die Grundlage für der Ronneburg stattgefundene Wiederholung des Steiden neuen engeren Wettbewerb bilden und haben danigerschen Burgenfestspiels Jm Glauben stark, in Treue durch besonderes Interesse für die weitesten Kreise. fest" hatte wiederum ein ausverkauftes Haus erzielt. Die Zweigvereine des Vogelsberger Höhenklubs planen das Ronneburgfest als eine alljährlich wiederkehrende Burgenfeier durch Aufführung geeigneter Festspiele zu be= gehen.
Offenbach, 19. Juli. Der bei der Firma Forster beschäftigte Hausbursche Kämmerer war, wie seinerzeit berichtet, nach Unterschlagung von 3000 Mt. flüchtig gegangen. Er sollte sich jedoch nicht lange der goldenen Freiheit freuen, denn schon am zweiten Tage packte ihn der Arm der Gerechtigkeit in Fulda, wo seinen Verwandten einen Besuch abgestattet hatte. Das Gericht verurteilte ihn jetzt zu 9 Monaten Gefängnis, beantragt waren 1 Jahr 6 Monate.
er
Marburg, 18. Juli. Der Waldbrand am Freitag, der so großen Schaden verursachte, soll auf die Unvorsichtigkeit zweier Spaziergänger, die im Walde Zigaretten rauchten, zurückzuführen sein.
-h- Marburg, 19. Juli. Jn Ellhausen erschlug die Frau eines Weißbinders ihren Mann mit einem Scheit Holz.
Eingesandt.
Die Laien und der Fall Jatho.
Durch die Presse geht die Nachricht von einem Protest der hessischen Geistlichen, der Jatho's Wiedereinsetzung in Amt und Würden fordert. Wenn da von„ angesehenen" Geistlichen geschrieben steht, daß sie diese Kundgebung unterschrieben haben, so fragen wir verwundert: Ist dieses Ansehen nur in Kollegenkreisen vorhanden, oder kann man von wirklichem Ansehen erst reden, wenn solches über den engen Rahmen des Berufskreises hinausgeht? Daß es in Hessen eine ganze Anzahl Geistlicher gibt für derartige Ideen, wissen wir, müssen ihnen aber ehrlicherweise sagen, daß sie in der Regel wenig oder feine Fühlung mit ihren Gemeindegliedern haben; denn
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Prick, Was muß der Arbeitgeber und der Arbeiter von der Reichsversicher= ungsordnung wissen" Kurze Zusammenstellung der neuen Bestimmungen über die Arbeiterversicherung für den täglichen Gebrauch nebst einem Anhang: Anleitung für den Arbeiter zur Erlangung der Ver= sicherungsleistungen( Krankengeld, Renten 2c.) Pr. 25 Pfennig. Alb. Jacobi& Cie. in Aachen, Büchel 15. Jn nächster Zeit tritt die Reichsversicherungs= ordnung in Kraft. Um nun das mit Zeitverlust verbundene Durchlesen des umfangreichen Gesetzes zu vermeiden, sind in diesem Büchlein die für Arbeitgeber und Arbeiterkreise in Betracht kommenden und wissenswerten Vorschriften der R.-V.-D. in gedrängter und gemein= verständlicher Form wiedergegeben.
Wollen Sie etwas feines rauchen
dann empfehlen wir Jhnen:
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Cigaretten.
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