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18.11.1911 Erstes Blatt
 
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Blatt Dagens Nyheter" erfährt, wird es nur wenige Monate dauern, bis der Apparat fertig ist und die er ten sprechenden lebenden Bilder" der staunenden Welt vorgeführt werden können.

Der Kronprinz als Regimentskommandeur nimmt es mit seiner Pflicht sehr ernst. Die alte Hohenzollern­sche Tradition wird da lebendig. Der Kronprinz tommt regelmäßig ins Regimentsbureau und erledigt dort schriftliche Arbeiten, die Qualifikationsberichte und andere, dem Kommandeur persönlich zustehende Maß­nahmen. Die Mannschaftsstuben hat er wiederholt be= sichtigt und in der Mannschaftsküche das Essen gekostet. Dem Unteroffizierkasino, das ein bißchen unwirtlich ist, will der Kronprinz eine bessere Wohnlichkeit geben. Die alten Herren des Regiments sollen zu einer hüb­schen Spende herangezogen werden. Das frische Wesen des Kronprinzen erfreut sich großer Beltebtheit im Regiment. Der Kronprinz ist von großer Beweglich­fett; bald beaufsichtigt er das Futtern in den verschte­denen Ställen, bald erscheint er zu Pferde auf dem Reithof, bald fährt er mit dem Auto fort, um in fur­zer Zeit wieder irgendwo in der Kaserne eine unver­mutete Visite abzustatten. Die Frau Kronprinzessin tommt als Regimentskommandeuse ebenfalls öfters ins Bureau; die kleinen Prinzen, die sich wichtig tun, warten inzwischen vor der Kaserne. Der jüngste Prinz namentlich ist sehr ernsthaft und nimmt es mit dem Grüßen und Danken besonders genau. So fließen die schönen Tage von Langfuhr dem Kronprinzen inmitten feines Regiments, das ihm aufrichtig zugetan ist, schnell dahin!

Ein falfcher Staatsanwalt. In dem Städtchen Baufa im Voigtland spielte sich am Mittwoch eine Szene ab, die lebhaft an die Manöver des Hauptmanns von Köpenick erinnerte. In einem dortigen Hotel stieg ein junger, elegant aefleideter Herr ab, der angab, er set ein Staatsanwalt aus Plauen und habe mehrere Ber­fonen in einer Sittlichkeitssache zu vernehmen. Er er­schien mit einer großen Aftenmappe und trat so sicher auf, daß zunächst niemand an seinem Amte zweifelte. Er erfundigte sich bei den Hotelangestellten nach ein­zelnen Bürgersöhnen und Iteß diese zu sich kommen. Der erste, der an die Reihe kam, war der junge Sohn eines Kaufmanns, den er in barschen Worten der Tell­nahme an dem angeblichen Sittlichkeitsverbrechen be­zichtigte. Der Staatsanwalt" drohte ihm schließlich, daß er ihn sofort verhaften lassen würde, wenn er nicht auf der Stelle 50 Mark hinterlege. Der junge Kauf mann wurde so eingeschichtert, daß er in seiner Anast zu seinem Onkel Itef. um das Geld zu leihen. Dem Onkel aber fam die Sache verdächtgt vor und er fragte bel der Gendarmerie an, was es mit dem Staatsan­walt" für eine Bewandinis habe. Nun wurde dte Sache festgestellt und der angebliche Staatsanwalt ver­haftet. Beim Verhör stellte es sich heraus, daß man cimen jugendlichen Tüllweber aus einer Gardinenfab­rif vor sich hatte.

Der Kampf gegen die langen Sutnadeln der Da­men wird nunmehr auch von der retchsländischen Eisen­bahnverwaltung geführt. Eine Dame, die kürzlich auf einer Kleinen elsässischen Station den Zug besteigen wollte, wurde von dem diensttuenden Assistenten zut­rückgehalten mit dem Ersuchen, vorerst die ungeschützte Nadel aus dem Hut zu nehmen oder zu schlißen. Die Dame weigerte sich jedoch, dem berechtigten Verlangen nachzukommen; sie wurde daher auf Grund des§ 11 der Eisenbahnverkehrsordnung von der Mitfahrt aus= gefchloffen und vom Bahnhof verwiesen, weil sie einer Aufforderung nicht Folge letftete, die von einem Beam­ten an sie ergangen war.

Die Mächte und der Tripoliskrieg.

Ueber die Haltung der Mächte zu der jüngsten Ent­wicklung des italienisch- türkischen Konflikts bringen Mitteilungen des Wiener Fremdenblatts" einige Klarheit. Danach haben sich die Mächte hinsichtlich der Hirkischen Protestnote wegen der thaltentschen Grau­iamkeiten in Tripolis darauf beschränkt, auf die amt­lichen italienischen Versicherungen hinzuweisen, nach denen auf Grund der Berichte des Generals Caneva folche Greueltaten nicht begangen sein sollen. Den Pro­test der Pforte gegen die Annertonserklärung haben die Mächte gemäß ihrer Neutralitätserklärung festoich zur Kenntnis genommen. Von London aus wird wie= berum behauptet, daß Rußland die Anregung zu einer Vermittlung gegeben habe, und daß infolgedeffen der russische Botschafter in London auf Grund eines rus­fisch- englischen Notenaustausches mit einer vertrault= chen Mission an die Großmächte, die eine Vermittlung zum Ziele habe, betraut worden set. Auch in dieser neuen und feineswegs geschickten Lesart wird die Met­dung feinesweas glaubhafter. Eine römische, mit dem Schabamt in Beziehung stehende Wochenschrift rechnet der Deffentlichkeit wieder einmal vor, daß die italient­schen Finanzen jeder Inanspruchnahme durch den Krieg gewachsen seten und ein Beldmangel bis auf wei­teres nicht eintreten werde. Das mag bts auf wet­teres" zutreffen.

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alles genau erzähle. Also hören Sie, was sich der über­findige Herr von Bardekow da zurecht gebaut hat! In erster Linie richtet sich sein Verdacht erschrecken Ste nicht! gegen meinen Vater selbst. Es ist eine hirn= verbrannte Sache, aber was ist gegen einen Menschen zit machen, der sich in eine bestimmte Jdee verrannt hat! Noch dazu, wenn er so ehrgeizig in seinem Beruf Ist wie dieser Herr. Hat er mir doch angedeutet, nein, geradezu vorgehalten, daß er meinen Vater für den Täter halte!"

Doktor Waldow stieß vor Ueberraschung einen un­artikulierten Schret aus. Herr des Himmels! Wie tommt er darauf?"

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,, Er hat sich da einen vollständigen kleinen Roman ausgesonnen. Ihr Herr Vater, sagte er zu mir, war über dreißig Jahre älter als seine Frau. Bet solchem Altersverhältnis pflegt man gewöhnlich ziemlich eifer= lüchtig zu sein, und das wird auch bei ihm der Fall ge= wesen sein. Diese Eifersucht, zu der bisher kein Grund vorgelegen hatte, mußte zum Ausbruch kommen, als der junge Doktor so oft kam und er ihn freundlich mit seiner Frau sprechen sah. Vielleicht hat er gar etwas von dem früheren Verhältnis der beiden zueinander- Herr von Bardekow erzählte mir das auch alles gewußt und hat es nur für sich behalten, ohne jemand etwas davon merken zu lassen. Aber in seinem Innern fochte und brodelte es schon lange. Als er nun sein Ende nahen fühlte, hat er ihr vielleicht noch Vorwürfe gemacht, ein heftiges Wort hat das andere gegeben, es tst zum Strett gekommen, und in seiner Wut aufs äußerste gereizt ist er schließlich seiner Sinne kaum mächtig zu der Tat geschritten."

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Wäre das wohl denkbar bet der Schwäche des Kranten?"

Diesen Einwand habe ich ihm auch gemacht, aber er will nicht darauf eingehen."

Ueber die militärische Lage liegen auch heute nur sehr dürftige Mitteilungen vor. Die Stagnation der Operationen in Tripolis und die Untätigkeit der Kriegsflotte erzeugen in Rom eine recht deprimierte Stimmung, zumal da allerlet Ge­rüchte umgehen, daß die italienische Flottenattion nicht zur Ausführung fommen werde. Vielfach werden An­flagen gegen die Regierung laut, daß sie den Feldzug unternommen habe ohne vorherige genaue Prüfung al­Ier Schwierigkeiten. Als sicher gilt, daß Italien bereit ist, der Türkei eine bedeutende Geldsumme zu zahlen, falls die Pforte in die Abtretung von Tripolis ein willigt. Auch die religiöse Autorität des Sultans will Italien anerkennen, wofern dieser die weltliche Sou­veränität des Königs von Jtalten über Tripolis zu­gesteht.

In Paris eingegangene Meldungen aus Tripolis berichten, daß dort ein schwerer Mangel an Lebensmit­teln herrscht. Die Lebensmittelpreise sind in stetigem Steigen begriffen. Ein Et kostet bereits 40 Centimes. Getreide und Gemüse fehlt fast vollständig. Ebenso herrscht großer Wassermangel.

Erdbeben in Deutschland.

In verschiedenen Gegenden Deutschlands wurden gestern abend zwischen 10 und 11 Uhr Erderschütte­rungen wahrgenommen. An einzelnen Orten wurden die Beben so start, daß an den Häusern Beschädigungen verursacht wurden. Wir verzeichnen über die auffällige Naturerscheinung folgende Meldung:

Hersfeld, 17. November. Gestern abend gegen % 11 Uhr wurden hier zwei aufeinanderfolgende Erd­stöße wahrgenommen. Auch in den Nachbarorten wur­den die Eröstöße verspürt. In Schrra im Kreise Hün­feld fingen die Kirchenglocken an zn lätten.

Gotha, 16. November. Ein leichtes Erdbeben wurde hter heute abend um 10% Uhr durch eine deutlich be­merkbare Erschütterung der Häuser wahrgenommen. Frankfurt a. M. 17. November. Auch hier wurde gestern abend 10 Uhr 25 Min. ein starker Erd­stoß wahrgenommen. Verschiedene Häuser haben große Risse erhalten. Die Feuerwehr und die Rettungswa­chen mußten vielfach in Tätigkeit treten, doch sind ernst­hafte Unfälle nicht vorgekommen.

Leipzig, 17. November. Auch hier wurde in letter Nacht in schwaches Erdbeben wahrgenommen. Schaden sche es nicht verursacht zu haben.

Roustans, 16. November. Heute abend 10 Uhr 25 Min. zeigte sich am westlichen Simmel ein starker blit ähnlicher generfahl. Gleichzeitig verspürte man ein starkes von Norden nach Silden sich bemegendes Erd­beben. Zahlreiche Häuser wurden start beschädigt. Der Bevölkerung hat sich große Aufregung bemächtigt.

Mülhansen( Elsaß). 17. November. Gestern abend 10 Uhr 25 Min. wurden hier zwei Erdstöße von außer­ordentlicher Seftiafett verspürt. Ueberall liefen die Leute vor Schrecken auf die Straße. Die Wände vieler Häuser wetscit starfe Sorinae auf. Von einem Seiten­turm der Stefanskirche stürzte ein zentnerschwerer Steinblock herab. Im Stadttheater mußte die Vorstel lung abgebrochen werden, da die Besucher vor Schreck davonliefen.

Rottweil, 17. November. Auch hier wurde gestern abend ein heftiger Erdstok verspürt. Berichte dentlich ftitrzten Ziegel von den Dächern. Ein Samin stürzte ein. Bei einzelnen Häusern wurden Niffe festgestellt. Einige Leute wollen einen starken Blis und einen hef= tigen Luftdruc mahrgenommen haben.

Sigmaringen, 17. November. Das Erdbeben hat dem Stammout des Kaifers, der Burg Hohenzol fern, über mitgespielt. Die Figuren murden stark be= schädiat. Die Türme zeigen große Miffe.

Anasburg, 17. November. Sier wurden gegen 10% Uhr abends in der ganzen Stadt die Häuser durch dret heftige Erdstöße kurz hintereinander erschüttert. Lente murden aus den etten geworfen, Möbel ge= rieten ins Wanken. Die Einwohnerschaft befindet sich In hoher Erregung.

Tübingen, 17. November. Ein Erdstoß, der um 11 Uhr eintrat, rief eine große Banik hervor. Die Brücke bei Lautlingen ist eingeftifrzt; der Rug fonnte nicht passteren. In einigen Nachbarorten sind Schorn­steine eingestürzt. Der Stoß wurde in ganz Württem­berg gespürt.

Bern, 17. November. In der ganzen Schweiz wurden heute nacht Erdstöße mahrgenommen, die sich von Westen noch Often erstreckten. In den Theatern zu Bern und Bitrich brach eine Manit ans. Die Be­fitcher stürzten, die Fenster einschlagend. ins Frete. Mehrere Personen wurden ohnmächttg. An den Häu­fern zeigen sich deutliche Spuren der Erderschütte­

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Drahtnachrichten und neuestes.

Vertrauliche Mittellungen über die Marokko: verhandlungen.

Berlin, 17. November. In der heutigen Sth= der Budaetfommiffion des Reichstaas machte

Und worauf stützt er seine Vermutung?" fragte der Doktor stockend.

Auf etwas, das allerdings bts jetzt noch ein Nät­fel geblieben ist: auf tenen Zettel, der im Kranken­zimmer gefunden wurde und dessen Schrift nicht zu Ende geschrieben war. Er behauptet, es hätte heißen sollen: Ich habe sie gerichtet!"

Der Doktor zitterte am ganzen Körper bet diesen Worten. Und was sagt der Untersuchungsrichter dazu?" erkundigte er sich ängstlich.

,, Soviel ich weiß, bewahrt Bardekow alle diese Mut­maßungen noch für sich und hat nur mir ganz allein Mitteilung davon gemacht."

Haben Sie nicht versucht, thn davon abzubringen?" Natürlich habe ich den Herrn wegen seiner Ideen ganz gehörig angehaucht und habe ihm offen zu ver­stehen gegeben, daß ich das als eine Verleumdung met­nes Vaters betrachte, die strafrechtlich geahndet werden könnte. Metn Vater ein Mörder! Der Gedanke tft allein schon ein Verbrechen. Aber was ist Ihnen denn, Herr Doktor?"

Der Doktor war blaß wie der Tod geworden und saß mit weitgeöffnetem Munde da. Setne Bunge stam­melte unverständliche Laute.

Frizz faßte thn an der Schulter. Doktor, bester Doktor, ist Ihnen schlecht? Kommen Sie doch zu sich! Haben Sie nicht einen Schluck Kognak oder so etwas da?"

Der Doktor wies nach einem kleinen Wandschrank. Frizz sprang nach dem Schrank, entnahm ihm eine kleine Flasche mit Kognak und füllte ein Glas. Der Doktor trant es mit einem Ruck aus.

,, Danke, danke!" sagte er immer noch mit Anstren­gung. Es wird mir- wieder besser."

Na, hören Ste mal, es hat Sie doch gehörig mit­genommen, das sehe ich jetzt erst! Mehr, als ich dachte.

Staatssekretär von Kiderlen- Wächter vertrauliche Mit teilungen über den Gang der deutsch- französischen Ver­handlungen.

Selbstmordversuch im Landwirtschaftsministerium.

Berlin, 17. November. Der expedierende Kal­tulator im Landwirtschaftsministerium versuchte sich heute während der Amtsstunden durch einen Schuß in die Schläfe zu töten, brachte sich jedoch nur eine leichte Verlegung bei. Er wurde nach der Charitee gebracht. Der Grund zu der Tat ist unbekannt.

Folgen eines ehelichen Zwistes.

Weimar, 17. November. Gestern versuchte der Tapezierer Tillich nach ehelichem Zwist seine vier Kin der zu ermorden. Einem Kinde hatte er bereits eine Schlinge um den Hals geworfen. Durch das Hinzu­kommen der Schwiegermutter und einiger Nachbarn wurde die Tat verhindert. Tillich wurde verhaftet.

Von einem Zuge überfahren.

Schönebeck a. d. Elbe, 17. November. Als ge­stern abend die Frau eines Bergbeamten mit ihrem Dienstmädchen sich auf dem Heimwege nach Frohse be= fand, wobei sie den Bahndamm benutzten, wurden beide durch eine Rangiermaschine überfahren. Die Frau war sofort tot, das Mädchen wurde schwer verletzt.

Eine Falschmünzerhande verhaftet. Effen, 17. November. In der Gemeinde Wat­tenscheid wurde eine aus sechs Personen bestehende Falschmünzerbande verhaftet. Sie hatte Papiergeld hergestellt und vertrieben.

Die Verstaatlichung der Warschau- Wiener Eisenbahn. Petersburg, 17. November. Der Ministerrat beschloß die sofortige Verstaatlichung der Warschau­Wiener Bahn im Hinblick auf die große strategische Be­deutung. Der Ankauf kann zurzeit nicht ohne Aufnahme einer Anleihe erfolgen.

Berliner Getreide und Schlachtviehmarkt.

Außer der durch die Nachrichten über die guten Ernteaussichten in Argentinien herbeigeführten Ver­flauung der ausländischen Handelsplätze wirkten auf den Berliner Verkehr für Brotgetreide der anhaltend sehr unbefriedigende Absatz an Wiehl nachteilig ein. Bei der daraus sich erklärenden Kaufunlust der Mühlen mußten die Preisforderungen für Brotgetreide erheb­Itch herabgesetzt werden, um Abschlüsse zu erzielen. Na­turgemäß hatte dies auch eine entsprechende Rückwir­fung auf die Terminpreise, zumal vielfach Glattstellun­gen von Hausseengagements vorgenommen wurden. Erst am letzten Tage frat auf bessere nordamerikanische Tendenzberichte und infolge etwas erhöhter Forderun gen eine Erholung ein. Immerhin beträgt aber der Verlust gegen die Vorwoche bet Wetzen noch etwa 3, bet Roggen etwa 4 bis 3% M. Bemerkenswert ist hier­bei, daß die Ausfuhr an Roggen in stetiger Zunahme begriffen ist und wahrscheinlich noch weiter wachsen wird, da Rußland, Nordeuropa, Holland und Frankreich fowie Italien fortgesetzt Bedarf zeigen, der sich wahr­scheinlich noch in der laufenden Saison bei der mangel­haften Ernte Rußlands vermehren wird. Hafer war gleichfalls durch argentinisches Angebot empfindlich ge= brückt. Mais wurde nur in mäßigem Umfange gehan= delt. Neue Ernte war billiger angeboten. Am letztent Tage der Berichtswoche stellten sich die Preise für Lie­ferung im Dezember wie folgt: Wetzen 201,75 M, Rog­gen 179,75 M, Safer 177,50 M., Mats 165,- M..

Preise des städtischen Schlachtvieh- Marktes. 1. Och­sen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlacht­wertes, ungefocht 81-86 M., b) junge, fletschige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 76-82 M., c) Big genährte junge und gut genährte ältere 64-74 M.. 2. Bullen: a) vollfleischige, ausgewachsen höchsten Schlachtwertes 77-83 M. b) vollfleischige jüngere 73 bts 78 M., c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 64-74 M. 3. Färfen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes- M., b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwer­tes, bis zu 7 Jahren 68-74 M, c) ältere ausgemästete und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 62-69 M., d) mäßig genährte Kühe und Färsen 53 bts 60 M, e) gering genährte Kühe und Färsen bis 60 M f) gering genährtes Jungvteb( Fresser) 56-64 M. 4. Kälber: a) Doppellender feinster Mast 107-143 M., 6) feinste Mastfälber 103-111 M., c) mittlere Mast- und beste Saugfälber 93-102 M., 5) Mast- und gute Saug­tälber 79-95 M., e) geringe Saugfälber 55-78 M 5. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 68-80 M., b) ältere Masthammel, füngere Mastläm­mer und gut genährte junge Schafe 60-68 M., c) mä­Big genährte Hammel und Schafe 44-60 M. 6. Schmet­ne: a) Fettschweine über 3 Rentner Lebendgewicht 60 Mart, b) vollfleischige Schweine 240-300 fb. 57 bis 59 M. c) vollfleischige 200-240 fb. 54-58 M., d) voll­fleischige Schmetne 160-200 fb. 50-55 M., e) voll­fletschige Schweine unter 160 Pfd. 46-51 M., f) Sauen 50-54 M.

Was fonnte Ste denn bet den blödsinnigen Mutmaßun­gen des Polizeikommissars, von denen ich erzählte, so aus der Fassung bringen?"

,, Weiß nicht," keuchte der Doktor. Jedesmal kommt das wieder."

Das ist ja schauderhaft!" polterte Frist gutmütig Ios. Viel schlimmer, als ich vermutete. Und sehen Sie, das bringt mich sofort auf den zweiten Punkt, von dem ich vorhin sprach. Ste müssen weg von hier, Iteber Doktor. Weg auf mehrere Monate. Ste müssen fein Sterbenswörtchen mehr von der ganzen Geschichte hören, müssen eine andere Umgebung, andere Menschen sehen und andere Luft atmen, dann erst werden Sie Ihr fee­Itsches Gleichgewicht wiedergewinnen."

,, Auch Sie raten mir das, Herr von Marleben?" " Hat das auch schon jemand anders getan?" Ja, der Justizrat. Ich dachte, Ste hätten mit thm darliber gesprochen."

,, Nicht ein Wort. Daß Ste aber von anderer Sette ebenfalls diesen Rat bekommen haben, bemetst mtr, daß ich recht habe. Also befolgen Sie den Nat, es wird Ihnen gut tun!"

,, Wird man mir nicht meine Reise gerade von felten jenes Herrn von Bardekow als eine Flucht auslegen?"

" Bum Teufel mit jenem dummen Verdacht des Kommissars!" rief Friz zornig. Ich hoffe, daß diefer Mann, wenn er Sie nicht mehr steht, endlich seinen Spüraugen eine andere Richtung geben wird. Machen Ste sich nur felne unnötigen Gedanken über das, was hter vorgeht! Werfen Sie alles Gewesene hinter sich und werden Sie vor allen Dingen wieder gesund!"

( Fortsetzung folgt.)