Ausgabe 
18.11.1911 Erstes Blatt
 
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Deutscher Reichstag.

Am Mittwoch wurde mit der zweiten Lesung des Schiffahrtsabgabengeseges begonnen. Staatsminister v. Breitenbach bestritt die angeblich agrarische Tendenz der Vorlage und setzte sich warm für die Mehrheit des Hauses ein, welche die Einführung von Stromzöllen im Retche als Bedingung für die Annahme der Kanalvor­lage gefordert hatte. Auch der württembergische Mt­nister von Pisched sprach sich namens setner Regte­rung für die Erhebung von Schiffahrtsabgaben aus. In der Debatte verwarfen die Sozialdemokraten und Fretsinntgen die Vorlage, während sich die übrigen Barteten damit einverstanden erklärten. Die Beratung der Vorlage wurde am Donnerstag fortgesezt und nach unbedeutender Debatte der grundlegende Artikel 1 der Vorlage angenommen. Dagegen stimmten außer den Sozialdemokraten und der Mehrzahl der Freisin nigen nur die Sachsen aus den übrigen Parteten.

Marokko in der Kommission.

gestelltenversicherungsgesetzes in zwetter Lesung ange­

nommen.

Versien ließ die russische Note unbeantwortet. Die russische Regierung hat, da ste von der persischen Regie­rung auf ihre am 11. November durch ihren Gesandten in Teheran überreichte Note keine Antwort erhalten hat, angeordnet, daß sofort eine Truppenabteilung nach Bersien abgesandt werden solle, die vorläufig auf dem Wege nach Teheran konzentriert wird.

Ueber die Frage, ob das Marokkostatut und das Rongoabkommen oder wenigstens das letztere dem Reichstage zur Genehmigung vorzulegen und, wenn nicht, wie etwa fünftig bei Erwerb von Kolonialland, dem Reichstag, ein Mitbestimmungsrecht zu gewähren set, haben, wie gemeldet, in der Budgetfommission lange staatsrechtliche Auseinanderseßungen stattgefun­den. Das Ergebnis war zunächst, daß nach dem gegen­wärtigen Rechtszustand die deutsch- französischen Ab­machungen zu ihrer Gültigkeit weder der Zustimmung des Bundesrats noch der Genehmigung des Reichs= tags bedürfen. Das ist auch vom Zentrum, das im Ple­num bet der Marottodebatte noch Vorbehalte gemacht hatte, anerkannt worden.

Acht Millionen Notleidende in Rußland. In der Reichsduma beantwortete Ministerpräsident Kokowzow die Interpellationen über die Mißernte in längerer Rede, in der er feststellte, daß das von der Mißernte betroffene Gebiet sich auf zwanzig Gouvernements er­strecke, von denen zwölf durchweg, die übrigen zum Teil geschädigt seten. Von der 12% Millionen Köpfe zählenden Bevölkerung des Mißerntegebiets seien 8 Millionen hilfsbedürftig. Die Hilfeleistung erfordere 120 Millionen Rubel.

Die republikanische Regierung in Portugal, die in den Kämpfen der letzten Bett den Wert einer Marine besonders schäßen lernte, hat den Cortes einen Flot­tenplan vorgelegt. Dte Flotte soll sich aus dret Schlacht­schiffen von 19 000 bis 20 000 Tonnen Gehalt, dret Kreuzern von 9500 Tonnen Gehalt, acht Zerstörern, pter Unterseebooten und einem Schwimmdock zusam mensezen. Die Kosten werden auf 160 Millionen Mark geschätzt, und die Lieferung soll britischen Firmen über­fragen werden.

Was sodann die Frage betrifft, ob und wie fünftig Bundesrat und Reichstag bet dem Erwerb oder der Ab­tretung von Kolonialland mitsprechen sollen, so wurde in der Budgetkommission, und zwar einstimmig ein An­trag angenommen, der eine Ergänzung des Gesetzes über die Schußgebiete enthält. Dieses Gesetz überträgt zwar die Ausübung der Staatsgewalt in den Schutz­gebieten dem Kaiser, bestimmt aber nichts über den Er­werb neuen Koloniallandes, für den nur die allgemeine Vorschrift der Verfassung in Betracht kommt, daß der Katser allein befugt ist, das Reich völkerrechtlich zu ver­treten und internationale Verträge abzuschließen. An dieser Vorschrift wird durch den Vorschlag der Budget­tommission nichts geändert, er fügt nur dem Schutzge­btetsgesetz die Bestimmung hinzu, daß der Erwerb und die Abtretung von Kolonialland, nicht auch Grenzbe­richtigungen, eines besonderen Reichsgesetzes bedürfen. Wäre eine solche Bestimmung jetzt schon in Kraft, so hätte der Kongovertrag nur unter Vorbehalt der Zu­stimmung der gesetzgebenden Faktoren abgeschloffen werden können.

Kleine Nachrichten.

riums von Holzfnecht ein, tötete durch Revolverjwüffe den 17jährigen Sohn und die 24fährige Tochter, ver wundete einen anderen Sohn schwer und erschoß sich dann selbst. Der Beweggrund zur Tat ist die zurück­weisung seiner Bewerbung um die Tochter.

Ein Gnadenakt des Kaisers erregt Aufmerksamkeit. Der Silberarbeiter Albenus in Liegniz hatte trob im mehrfacher Verbote der Königlichen Regierung Ltegnizer sozialdemokratischen Turnverein Turnunter­richt erteilt und war schließlich von der Straffammer zu einer Haft von 15 Wochen verurteilt worden. Jetzt nach Verbüßung von 41 Tagen der Strafe ist ihm der Rest der Strafe im Gnadenwege erlassen worden un­ter der Bedinguna, daß A. dem Unterrichtsverbote nicht mehr zuwiderhandelt.

Der Grund, warum die verbündeten Regierungen den Antrag der Budgetkommission guthetßen werden, ist der, daß bet Erlaß der Reichsverfassung der Erwerb überfeetscher Schußgebiete in weitem Felde stand, und daß sich auch erst nach Erlaß des Schutzgebietsgefezes die Kolonisationstättgfett so bedeutend entwickelt hat. Angesichts der großen Aufwendungen, die im Wege der Reichsgesetzgebung für den Ausbau unserer Schutzge­btete gemacht werden, erscheint die Mitwirkung der ge= setzgebenden Körperschaften beim Erwerb und bei der Abtretung von Kolonialland gerechtfertigt.

Rundschau Dom Cage.

Politisches.

Eine Spielhölle wurde in einem Cölner Privats hause ausgehoben. Die Polizei fand etwa 35 Bauern fänger und zuhälter, die zunächst auf die Beamten losgingen, dann aber von ihnen abließen und flüchteten. Eine größere Geldsumme warde beschlagnahmt. Ein Kaufmann, dem an einem Abend 3000 Mart abgenom men worden waren, hatte Anzeige erstattet.

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350 000 Mark zur Linderung der Tenerung. Dia Stadtverordneten und der Rat der Stadt Leipzig be willigten gestern nach lebhafter Debatte zur Linderung der Teuerung die Summe von 350 000 Mart. Dies ist der höchste Betrag, der bisher für solche Zwecke von einer Stadtverwaltung bewilligt worden ist.

Die Schulden der Frau Mizzi Wirth, der bekann­ten Berliner Soubrette, die sich ihrer Verhaftung we­gen Betrügereten durch ihre Abreise nach Moskau ent­zogen hatte, schäßt ein Modenblatt auf 45 000 Mart. Daran sind u. a. beteiligt ein Blusengeschäft mit 4300 Mark zuzüglich 1800 Mart Gerichtskosten; drei große Berliner Modengeschäfte trauern um je 2000 Mark, eine Wäschefirma um 1000 Mart, ein Hamburger Mo­dehaus um 3000 Mart. Ein Anwalt allein vertritt 21 000 Mark Forderungen gegen Mizzi Wirth.

Das Befinden des Kaisers gibt zu keinerlei Be­sorgnis Anlaß. Die Erkältungserscheinungen sind be= reits im Rückgang begriffen. Die Reise nach Baden­Baden und Donaueschingen wird der Katser, wie schon angekündigt, voraussichtlich am Sonntag antreten. Die Ursache der übrigens sehr leichten Erkrankung ist fol gende: Der Kaiser ritt bet der letzten Döberißer Jagd froß des ungünstigen Wetters mehrere Stunden ohne Mantel. Er fuhr dann noch im offenen Automobil ins Schloß. Die Folge war eine Erkältung, die zwar an sich leicht zu nehmen wäre, aber der Umstand, daß der Kaiser zu Influenza und Katarrhen neigt, macht be= fonders sorgfältige Pflege erforderlich.

Die Ehescheidung der Frau Toselli. Ein Matlän­der Blatt meldet, daß der Ehescheidungsprozeß, den Luise von Toskana gegen ihren Gatten Toselli ange= strengt hat am 21. November vor dem Zivilgericht in Florenz zur Entscheidung kommen wird.

Aus den Gerichtssälen.

Der Antrag des Staatsanwalts im Prozeß der Niederdeutschen Bank. Im Ohm- Prozeß beantragte am Donnerstag der Staatsanwalt gegen den Bankier Julius Ohm von der Niederdeutschen Bank wegen Un­terschlagung, Untreue und Vergehen gegen§ 9 des Des potgesetzes Jahre Gefängnis und 5000 Mark Geld­strafe, gegen den Prokuristen Schmidt 1% Jahre Ge­fängnis und 1000 Mart Geldstrafe und gegen den Pro­furisten Benner 9 Monate Gefängnis und 500 Mark Geldstrafe. Der Staatsanwalt ließ einige kleine An­flagepunkte fallen. Das Urteil ist am Sonnabend zu erwarten.

In der Trunkenheit Frau und Mutter erstochen. In Martinszell in Bayern erstach der Dekonom Forster seine Frau und Mutter. Nach der Tat zündete der Täter, der in der Trunkenheit gehandelt haben soll, sein Haus an.

Mordattentat eines Unteroffiziers auf einen Felds webel. Nach dreitägiger Verhandlung verurteilte das Kriegsgericht der 30. Division in Straßburg den Unter­offizier Spie von Inf.- Regiment Nr. 136 wegen Mord­versuchs und schwerer Körperverlegung zu einer Ge­samtstrafe von 8 Jahren Zuchthaus und Ausstoßung aus dem Heere. Spie lauerte in der Nacht zum 27. August in der Nähe des Schiltigheimer Tores dem von ihm gehaßten Vizefeldwebel Hesnig auf, um ihn zu erschießen. Durch den Schuß wurde ein Offiziersbursche schwer verletzt.

Eine feltene Submissionsblüte. In der Nähe von Belzig bet Berlin soll eine neue Eisenbahnhaltestelle er­richtet werden. Die billigste Offerte für die Arbeiten betrug 9785 Mart, während der Höchstfordernde 49 015 Mark in Anschlag gebracht hatte. Der Unterschied zwł= schen dem niedrigsten und höchsten Angebot betrug also nicht weniger als 39 230 Mart, das ist mehr denn viermal soviel, als die Mindestforderung lautete.

Ein neuer Leiter des Kolonialamts? An der Ber­Iiner Börse waren am Donnerstag Gerüchte im Um­lauf, daß dem Direktor der Deutschen Bank, Geheimen Legationsrat a. D. Dr. Helffertch, der Posten als Staatssekretär des Reichskolonialamtes angeboten wor den set. Von der Leitung der genannten Bank wurde die Richtigkeit der Nachricht bestritten, von anderer Seite wollte man indessen wissen, daß eine solche An­frage in der Tat ergangen sei, Dr. Helffertch habe sich aber über Annahme oder Ablehnung noch nicht ent­schieden.

Die Reichsversicherungskommission hat in ihrer Abendsizung am Donnerstag den Entwurf eines An­

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Aus Eifersucht.

In geistiger Umnachtung erhängte nachts eine in der Umgegend von Zwickau wohnende Bergarbeiters­ehefrau ihr 1½fähriges Kind und dann sich selbst an einem Haken des Kleiderschrankes. Der Ehemann, der im Nebenzimmer im Bette schlief, hatte von der Tat nichts gemerkt.

Eine scharfe Ungebührstrafe verhängte die 11 Straffammer des Landgerichts 1 Berlin. In einer Straffache wegen Raubes erwiderte der Zeuge Arbeiter Lütje, der aus dem Untersuchungsgefängnis vorgeführt wurde, auf die Warnung des Richters vor einem Mein­etde:" Meinetd ist doch überhaupt nicht strafbar; brin gen Sie man erst den Fürsten Eulenburg dahin, wo er hingehört." Für diese Worte erhtelt Lütte eine unge­bührstrafe von drei Tagen Arrest und Kostbeschränkung auf Wasser und Brot, sowie Entziehung des Nacht lagers.

Eine Kaze als Brandstifterin. Auf etgenartige Weise entstand in einem Hause der Wühltschstraße in Berlin ein Brand. In einer dort befindlichen Plättan­stalt warf eine Kaze eine brennende Petroleumlampe um. Der Behälter wurde zertrümmert, es entstand eine Explosion, und die Betten und andere Möbelstücke ge= rieten in Brand.

Roman von Mar Hoffmann. ( Nachdruck verboten.) ,, Dieser Schritt bltebe mir ja immer noch." " Und als Einleitung dazu würde ich es für besser halten, wenn Sie sich für einige Zeit auf Reisen bege= ben würden. Das wird auch Ihrer angegriffenen Ge= sundheit sehr zustatten kommen. Während der Zeit kann man ja dann sehen, wie sich die Sache weiter entwickelt. Bet Ihrer Rückkehr ist vielleicht die Stimmung umge­schlagen und Ste können triumphieren."

Für 160 000 Franken Diamanten gestohlen. Die Berliner Kriminalpolizet fahndet zurzeit nach dem 40 Jahre alten aus Amsterdam gebürtigen Edelsteinhänd­ler de Wijnschenk, der Diamanten im Werte von 160 000 Franken veruntreut hat und geflohen ist. Es wird vermutet, daß er sich nach Berlin gewandt hat.

Vermischtes.

Ein krasser Fall von Aberglaube. In einem Orte nächst Karlsbad erhängte sich ein Arbeiter an einem: Drahte. Als man die Leiche fortschaffen wollte, prote-, stterte ein im Hause wohnender Bäcker dagegen, daß sie durch die Türe getragen werde, weil dies dem Hause Unglück bringe. Der Tote solle vielmehr an dem Drahte, an dem er sich erhängte, durch das Fenster herabgelas­sen werden. Die Ansicht fand bet den zahlreichen her­betgeströmten Neugierigen volles Verständnis. Troß der Einwände der Aufgeklärten schickten sich die Beute gerade an, die Weisungen des klugen Bäckers zu be­folgen, als zwet Gendarmen erschienen und die Leichen­schändung mit Gewalt verhinderten. Nun entspann sich ein gewaltiges Raufen um die Stücke des Drahtes, an dem sich der Selbstmörder erhängt hatte, da der Besitz des Selbstmordmittels angeblich dem Bestzer Glück bringe. Triumphierend trug teder der Anwesenden sein Stück nach Hause. So geschehen im 20. Jahrhundert in unmittelbarer Nähe des größten Weltkifrortes.

Ein verhängnisvoller Wafferrohrbruch hat sich am Donnerstag auf dem Wittenbergplatz in Berlin eretg­net. Die Wassermassen überfluteten den Play, rissen einen Straßenbahnmast um und füllten den Schacht der Wilmersdorfer Untergrundbahn, sodaß dte Arbeiten eingestellt werden mußten. Mehrere Straßenbahnlt= nten mußten umgeleitet werden.

Der Doktor brütete vor sich hin. Ein wehes Ge­fühl beschlich thn. Jetzt, gleich nach der Verlobung sollte er die Geliebte verlassen? Ob sie damit einverstanden war? Er sah ja ein, daß der Vorschlag gut war, aber hart war die Sache doch und der Entschluß schwer. Und er verseßte, daß er sich das alles erst noch überlegen wolle.

Gewiß! Gewiß!" stimmte der Justizrat bet. Ich will Sie natürlich nicht drängen. Es hängt das ganz von Ihnen ab. Meinerseits sollte das nur ein unmaß­geblicher Vorschlag sein."

Furchtbarer Nacheatt eines abgewiesenen Freiers. In Wien drang der Beamte Matkovic in die Woh­nung des pensionierten Sektionschef des Justizministe­

Er gab dem Gespräch eine andere Wendung, fam am Abend nicht mehr darauf zurück und Waldow fand auch keine Gelegenheit, mit Emmi darüber zu sprechen.

schon längst einmal aufsuchen, aber ich verbinde doch auch einen bestimmten Zweck damit. Eigentlich wird ja das Honorar für den Arzt erst mit dem Anfang des kommenden Jahres entrichtet, aber ich möchte etne Aus­nahme davon machen, und Ste werden mir das hoffent­lich nicht übel nehmen."

Am andern Morgen war er nach dem Frühstück soeben ans Fenster getreten und sah dem Durcheinan­berwirbeln der in der Luft umhertanzenden Schnee­flocken zu, als zu seiner Ueberraschung Herr von Mar­leben ins Haus trat. Er konnte zu niemand anders als zu ihm kommen, und so öffnete er ihm selbst die Tür.

D, ich bitte Ste," fiel der Doktor errötend ein, ,, das hat ja gar keine Eile!"

Alles um Geld! In der ungarischen Ortschaft Bagon heiratete der 22jährige Bauernbursche Lorant die 72jährige Julie Kuto, well die Matrone dem Burschen ein Vermögen von nahezu 300 000 kronen in die Ehe brachte. Zur Hochzeit ging das Paar allein, weil kein einziger Dorfbewohner dem Trauungsaft betwohnen wollte. Als das tunge Paar" nach Hause kam, wurde es unterwegs mit faulem Obst beworfen. Das Paar ist in ein Nachbardorf gezogen.

Friz lachte. Na, na, Herr Doktor, seten wir ehr­Itch! Mir machen Sie nichts vor! Ich sehe ganz ge= nau, wie es jetzt hier steht und daß Sie's gut gebrau­chen können. Also gestatten Ste, daß ich Ihnen als Ho­norar für die Behandlung meines Vaters dieses über­reiche."

Nach herzlicher Begrüßung sagte der Besucher: " Berzeihen Ste, Herr Doktor, wenn ich gleich mitten in die Sache oehe! Ich wollte Ste zwar überhaupt

Sprechende Films. Der junge schwedtsche Inge­nteur Sven Berglund hat nach einer Stockholmer Zu­schrift der Voss. 3tg. eine Erfindung gemacht, die, wenn sich die Hoffnungen erfüllen, die sich daran knüpfen, die ganze Kino- Industrie revolutionteren wird. Die Er­findung besteht darin, daß die Laute photographisch firiert und wieder in Laute umgesetzt werden können. Bisher war es schon gelungen, den Laut zu photogra phieren: erst Berglund hat die Methode erfunden, wo­nach es fünftig möglich sein wird, tene Laut- Photogra­phien wieder in die ursprünglichen Laute umzubilden. Burzett arbeitet eine Firma in Friedenau bet Berlin an der Konstruierune des großen Luftapparates, der die Lautwellen aussenden soll. Wie das Stockholmer

Er hatte sein umfangreiches Portefeuille hervorge= holt und legte dret braune Schetne auf den Tisch. Waldow prallte zurück. Dreitausend Mark!" sagte er erschrocken. Das ist ja zu viel! Darauf habe ich gar feinen Anspruch."

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er seine Großmut als etwas Selbstverständliches hin­zustellen! Ja, der hatte sich in der Welt umgefehen und war kein Stubenhocker geworden, sondern ein Mensch mit offenem, geraden Sinn. Shwelgend saß er mit solchen Gedanken einige Minuten da und überließ sich dabet dem Genuß des Rauchens. Dann erhob er sich, immer noch lächelnd, nahm die dret Scheine, Iteß ste langsam in seiner Brieftasche verschwinden und schrieb etne kurze Quittung.

,, Ste müssen mir schon erlauben, Iteber Doktor, daß ich in diesem Falle nach amerikanischen Zuschnitt rechne. Und Sie können versichert sein, daß die Aerzte da drit­ben in einem solchen sensationellen Falle ganz anders in die Kreide gehen würden. Wir müssen doch auch hin­zurechnen, was Ste ausgestanden und wie viel Zett Ste verloren haben. Wenn man das in Betracht zieht, ist meine Abmessung ziemlich mäßig, und ich mache mir schon gelinde Gewissensbisse, daß ich meine Verpflich­tung zu dürftig abgeschätzt und Sie über's Ohr ge­hauen habe. Zünden Ste sich erst einmal eine meiner vorzüglichen Havannas an und überlegen Ste gleich die Sache! Ich fürchte, Sie werden noch zu dem Schluß kommen, daß ich doch eigentlich ein ziemlicher Knicker fet."

Der Doktor mußte lächeln. Was für ein präch= tiger Mensch war das! Wie leicht und gewandt wußte

" Bravo!" rief Friß. Sehen Ste, so gefallen Ste mtr, Doktor, Und damit ist diese Angelegenheit erledigt. Ich komme nun zu dem zweiten Punkt meiner selbst­auferlegten Mission."

" Und welcher wäre das?" fragte Waldom aufhor­

chend.

Frizz von Marleben streifte bedächtig die Asche von seiner Bigarre, tat behaglich einige träftige Züge und stellte die Gegenfrage: Ist Herr von Bardekom in der letzten Zeit bei Ihnen gewesen?"

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Ja. Weshalb fragen Sie danach?" ,, Weil er mich auch vor einigen Tagen belästigt hat. Hat er von seiner neuen Idee in bezug auf das Ver­brechen zu Ihnen gesprochen?"

Nein. Was ist das für eine neue Idee?"

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Er ist offenbar der treibende Geist bet der Boltzet für die Verfolgung einer ganz bestimmten Richtung in der Mordsache. Und dabei hat er noch immer einen ge= wissen Argwohn auf Ste und ist nicht davon abzu­bringen." Der Doktor erbleichte. Herr von Marleben, Ste wissen, daß mich jede Erwähnung dieser Angelegenheit furchtbar nervös macht-"

Trotzdem spreche ich davon," unterbrach thn Friz ruhig. Und zwar, weil ich auf ein ganz bestimmtes Ziel hinaus will. Dazu gehört jedoch, daß tch Ihnen

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