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15fähriges Dienstmädchen, mit dem er in Streit gera­len war, erstochen. Der Junge sprang auf das Mädchen zu und versetzte ihm einen Stich in die linke Halsschlag= ader. Das Mädchen brach jofort tot zusammen.

Schwerer Automobilunfall. Im Norden Berlins stteßen gestern ein Straßenbahnwagen und ein Auto­mobil so heftig zusammen, daß letzteres vollständig zer­trümmert wurde. Die Insassen, zwei Damen, wurden bewußtlos und blutüberströmt nach dem Krankenhaus gebracht.

Ein Ranbmordversuch wurde in Hamburg von_et= nem Wäscher gegen die Witwe Dreyer verübt. Der Tä­ter versuchte, die wehrlose Frau mit einem Hammer niederzuschlagen. Er wurde überrascht und verhaftet. Auf der Polizeiwache machte er einen vergeblichen Ausbruchversuch. Schließlich wollte er sich durch Erhän­gen das Leben nehmen, er wurde aber noch rechtzeitig abgeschnitten und nach dem Krankenhaus gebracht.

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Einer Gesellschaft internationaler Ordensschwindler ist die Berliner Kriminalpolizet auf die Spur gekom­inen. Sie hatte von Berlin aus nach ganz Deutschland und dem Auslande an Herren und Damen Ordens­auszeichnungen, namentlich spantsche, versandt. Gegen die Schwindler wurde ein Verfahren eingeleitet.

Wissenschaft, Kunst und Litteratur.

Ausgewechselte Schienbeine. Eine bemerkenswerte Operation wurde, wie dem B. T." aus Neuyork ge­meldet wird, tm Hospital des Dr. S. W. Braunthal, eines der bekanntesten, amerikanischen Chirurgen, aus­geführt; das Schienbein eines Mannes wurde zu der Operation eines Frauenbeines verwendet. Dr. Braun­thal erhofft einen vollen Erfolg. Die Temperatur der Stranken set normal, und wenn nicht besondere Um­stände einträten, so seien Komplikationen nicht mehr zu befürchten. Es ist das erste Mal, daß eine derartige Operation an einem Menschen ausgeführt wurde.

Aus dem Reiche der Cenik.

Gegenteil noch mehr herzzerreißende Einzelheiten. Hun derte standen stundenlang in dem Wasser des Sees bet Porcupine und mußten sich wegen der Tiefe des Was­fers hart am Ufer halten. Viele ertranfen und viele andere wurden durch die Hitze blind oder schrecklich ver­brannt. Man fand Körper, die vollständig verkohlt Soldaten wurden mit Belten und Decken für die Ueberlebenden entsandt, von denen viele obdachlos find. Es ist bisher unmöglich, die Zahl der Umgekom­menen festzustellen.

Selbsttätige tntergrundsahn- Signale. Auf den Londoner Untergrundbahnen sind etwa 1000 selbsttätige Blocksignale und selbsttäige Vorrichtungen zum Anhal­ten von Rügen bet Gefahrstellung der Signale vorhan­den, die jährlich über 400 millionen Bewegungen ma­chen. Ihre Tätigkeit wird sorgfältig überwacht, und die durch Kontrollapparate vorgenommenen Aufzeichnun= gen haben ergeben, daß unter 650 000 Signalbewegun­gen erst ein Versager vorkommt. Auch bet diesen kann der Zug nur aufgehalten, nicht gefährdet werden. Auf der Distriktbahn werden mit Hilfe dieser Sicherheitsein­richtungen trop verwickelter Betriebsverhältnisse 38 Züge auf jedem Gleis abgefertigt, und auf einer ande= ren Linie erreicht die stündliche Zugzahl sogar die au­ßerordentliche Höhe von 42 Zügen.

Vermischtes.

waren.

Sitwelle und Eistrust in Amerika. Der während der letzten Tage bei der großen Hize in Neuyork plötz­lich eingetretene Eismangel veranlaßte eine behördliche Untersuchung der Ursache. Es ergab sich, daß der Eis­trust die Eislieferung an die Detallhändler künstlich zu­rückgehalten habe. Die Schuldtragenden werden ver­folgt. Eine schwere Bestrafung des Trusts steht bevor. Die Empörung über die fünstliche Preiserhöhung und die Ausbeutung der Situation durch das Eismonopol ist allgemein. Soweit die Meldung, die dem B. T." zu= ging. Sollte sie sich in vollem Umfang bewahrheiten, so ist zu fordern und zu erwarten, daß die in Aussicht gestellte Bestrafung des Eistrusts so empfindlich aus­falle, als dessen Vergehen ungeheuerlich war.

Ballonniedergang auf dem Meere. In Marseille wurde am Sonnabend ein Ballon in bedeutender Höhe gesichtet. Plötzlich sah man thn auf das Meer nieder­gehen. Mehrere Fahrzeuge dampften sofort nach der Unglücksstelle, um den Luftschiffern Hilfe zu bringen. Von den Balloninsassen hatte einer die Besinnung ver­Loren und wurde ohnmächtig im orbe aufgefunden. Sein Begleiter hatte sich, als er Hilfe nahen sah, ins Wasser gestürzt, und es gelang einem Fischer, thn noch rechtzeitig zu erfassen. Der Ballon, von dem Gewicht setner Passagtere befrett, stteg wieder auf und ent­schwand.

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Kronkleinodien für Morgan. Der amerikanische Milliardär Pierpont Morgan hat dem ungarischen Gra­fen Erdödy ein Kaufangebot für verschiedene Kron­tleinodien aus der Zeit des Königs Mathias Corvi­nus gemacht. Die gräfliche Familie verlangte für die Altertümer, die sich seit Jahrhunderten in ihrem Besitze befinden, 7 Millionen Seronen, die Morgan auch be­willigte. Die ungarische Regierung erflärte jedoch, daß die Kunstschätze zu dem Fideikommiß der Familie Erd­ödy gehören und nicht verkäuflich seien. Der Familien­rat bot nun Morgan das gesamte Fideikommiß zum Kaufe an. Morgan erklärte sich auch dazu bereit. Die ungarische Regierung beschloß dagegen, dem Kaiser, dem die Entscheidung bezüglich des Verkaufs des Fideikom­misses zusteht, dessen Ablehnung zu empfehlen, so daß die Kleinodien doch dem Lande ungarn erhalten bleiben dürften.

Eine Höllenmaschine im Postpaket. Eine Frau Fe­Itne in Lille erhielt ein Postpaket, dessen Aufgeber eine thr unbekannte Persönlichkeit war. Als sie es von der Hülle befreit hatte, fand sie darin eine starke Blechbüchse, die mit Nägeln, Eisensplittern, Brennstoffen, Schieß­pulver, das mit Dynamit durchsetzt war, gefüllt war. Eine Zündschnur stand mit einem mechanischen Zünd­apparat in Verbindung; die Ladung hätte genügt, eine Zum Glück versagte große Explosion hervorzurufen. aber der Zündapparat. Das Paket wurde der Polizei itbergeben.

gen zu entfräften, heiratete sie in Florenz den jungen pianisten Toselli, der im Anfang der zwanziger Jahre stand. Der deutsche Kaiser, Staffer Franz Joseph, die Kaiserin Elisabeth, König Viktor Emanuel, sie alle wer den dem Publifum mit einer familiären Sandbewe gung als mein Onkel, mein Schwager, mein Better" usw. vorgestellt. Das Buch schließt mit der Verheißung, daß ihr Lieblingsvetter Johann Orth nicht tot sei, son­dern bald zurückkehren werde.

Nach dieser kurzen Charakteristik fann man sich be­reits ein Bild machen, was das Publikum von dieser " Rechtfertigungsschrift" zu erwarten hat.

Lepra- Steine in Kurhessen. Man schreibt der Frkf. 8tg." Etwa einen halben seilometer unterhalb des al­ten turhessischen Städtchens Rauschenberg findet man an der Straße einen etwa einen halben Meter hohen starken Sandstein in Kreuzform ohne jede Inschrift oder irgend welches Zeichen, das seine Bedeutung er­läuterte. Man nahm früher vielfach an, daß an dieser Stelle vor Jahrhunderten eine Kirche gestanden habe, die, wie üblich, ein Friedhof umgab. Auch an Hinweisen auf einen während des dretßig- oder siebenjährigen Serteges an dieser Stelle gefallenen und begrabenen höheren Offizier fehlt es nicht, trotzdem Kirchenbücher und andere Urkunden nichts darüber zu berichten wuß­ten. Nun finden sich solche Steine aber auch in ande­ren Orten Kurhessens, z. B. am Ein- und Ausgange des Dorfes Hassenhausen im Kreise Marburg, in glet­gher Entfernung von den Wohnungen an den Haupt­straßen. Es sind Lepra- Steine, die den an Aussatz Er­frankten zeigten, bis zu welcher Stelle fte sich den An­stedlungen nähern durften. Es ist zweifellos, daß diese Lepra- Steine einst in viel größerer Menge vorhanden waren, als man sie heute noch findet. Ste geben, gleich den alten Leprahäusern mancher Städte Kunde von der in früheren Jahrhunderten verhältnismäßig wetten Verbreitung der Lepra in Deutschland.

Von Alligatoren aufgefressen. Aus Plymouth wird gemeldet: Eine dort aus Indien eingetroffene engli­sche Dame, Mrs. Livesay aus Cardtee, wurde in In­dien von einem tragischen Schicksal betroffen. Kurz nach ihrer Vermählung zu Cawnpore mit einem Mr. Livesay aus London fuhr sie mit ihrem Gatten und et= ner Gesellschaft von Freunden in einem Boot auf dent Ganges spazieren, als das Fahrzeug plötzlich umschlug. Das Wasser wimmelte von Alligatoren und Mrs. Live­say wurde nur mit äußerster Lebensgefahr von einem Mr. Scott gerettet. Ihr Gatte und vier andere Per­fonen wurden von Alligatoren aufgefressen.

Die erste Verteidigerin vor einem deutschen Gericht. Das Schöffengericht zu Glogau hat den ersten weib­lichen Verteidiger vor einem deutschen Gerichte gesehen. Die Rechtsschutzstelle des Vereins Frauenwohl" in Glogau hatte sich nämlich einer jungen Verkäuferin in einem Buzzgeschäft angenommen, die angeblich Dieb­stähle ausgeführt haben sollte. Als Verteidigerin hatte fie ihr Frau Kaufmann Bigo zur Seite gestellt, die sich threr Aufgabe vorzüglich entledigte. Wenn auch die Verteidigerin nicht einen vollen Erfolg erzielte, da das Mädchen mit drei Tagen Gefängnis bestraft wurde, so erreichte sie doch, daß das Gericht selbst in Anbetracht des geringen Vergehens den Beschluß faßte, beim Ju stizministerium einen Aufschub der Strafe um zwet Jahre zu erbitten. Die Strafe erlischt, wenn die Ange­flagte innerhalb dieser Frist nicht von neuem bestraft wird.

Die Memoiren" der Frau Toselli.

Das entlarvte Hotelgespenst.

Einzig daftebend ist ein Trick, auf den ein interna­tionaler Hoteldieb verfallen ist, der Berlin mit einer Gastrolle beglitckte, von der Kriminalpolizet aber be­reits unschädlich gemacht werden konnte. In einem kleinen, in der Grenadierstraße gelegenen Hotel, in dem meist Russen verkehren, war der Kaufmann S. Rabi­nowicz aus Memel abgestiegen. In der Nacht zum 12. d. M. gegen 2 Uhr wurde Rabinowicz plötzlich durch ein Geräusch aus dem Schlaf geschreckt. Als er eine in ein weißes Gewand gehüllte Erscheinung von seinem Bette aus nach der Tür zu huschen sah, stand ihm vor Schreck fast der Atem still. Er faßte jedoch Mut, drehte schleunigst das elektrische Licht an und konnte gerade noch sehen, wie ein geisterähnliches Wesen, dessen Ge­sicht dem einer Leiche glich, vollständig in ein weißes Gewand gehüllt, durch die Tür verschwand.

Vor kurzem wurde die Deffentlichkeit davon_ver= ständigt, daß die Gräfin Montignofo, die heutige Frau Tosellt, thre Erinnerungen" veröffentlichen werde. Ein Londoner Verlag soll dies Butch der Sensation, mit dem fich Frau Tofellt in die ihr nicht mehr unbekannte Def­fentlichkeit frichtet, zu etnem recht ansehnlichen Preise erworben haben, und Mitte September wird die Welt mit diesen Bekenntnissen" bekannt gemacht werden. Das ttalienische Blatt" Corriere della Sera" veröffent­licht jetzt, ohne eine besondere Quelle anzugeben, in einem langen Telegramm aus London einen zusam­menfassenden Auszug dieses Buches.

Gelähmt vor Schrecken wagte Rabinowicz nicht, Alarm zu schlagen. Erst am nächsten Morgen machte er die unliebsame Entdeckung, daß die Geistererschei­nung nichts weiter als ein findiger Hoteldieb gewesen, der bet dem Versuch, ihn zu beffehren, überrascht wor den war. Die Hosen des Rabinowicz, in denen er seine Brieftasche mit einem größeren Geldbetrage und Wertgegenstände aufbewahrt und die er vorsichtshalber unter das Kopfkissen gelegt hatte, lag auf der Erde thr Inhalt war auf dem Boden verstreut. Die nun mehr alarmierte Kriminalpolizei stellte fest, daß der Dieb in das im ersten Stockwert gelegene Simmer nur durch das Fenster eingestiegen sein könnte, das wegen der Htze geöffnet geblieben war. Eine Letter fand man nicht, es fonnte also nur ein Mann als Täter in Frage tommen, dessen Zimmer unmittelbar au dasjenige des Rabinowicz anstößt.

Diese Vermutung stellte sich als richtig heraus. In dem Nebenzimmer Logierte seit drei Tagen ein Mann, der sich als Schauspieler Jagla ausgab und an­geblich am 3. Dezember 1892 in Lodz in Russisch- Polen geboren ist. Jagla behauptet, mondsüchtig zu sein und in diesem Zustande in das von Rabinowicz bewohnte Hotelzimmer gelangt zu sein. Sonst verweigert er über seine Person jede nähere Auskunft. Er spricht deutsch, russisch und polnisch.

Schwere Eisenbahnkatastrophe in Baden.

Die Station Müllheim in Baden war beute vormittag der Schauplatz einer folgenschweren Eisen­bahnkatastrophe, welcher der Baseler D- Zug zum Opfer gefallen ist. Leider sind auch Menschen bei dem Unfall ums Leben gekommen, wie aus folgender Drahtmel­dung hervorgeht:

Die Prinzessin erzählt von einer traurigen und freudlosen Kindheit im Schlosse von Salzburg; und schon beginnen auch die Anklagen gegen Lehrer und Erzieher. Ste alle sind Tyrannen des Beremoniells, Vedanten, und mit 15 Jahren ist die spätere Frau To­fellt im Innern ihres Wesens bereits Rebellin. Aber ste zögert dann doch nicht, die Werbung des sächsischen Kronprinzen anzunehmen. Ohne Bedenken erzählt ste auch, daß bei der Eingehung dieser Ehe der Wunsch auf ihrer Seite bestimmend war, unter allen Umstän= den dem armseligen Salzburger Hofleben zu entgehen. Ste hätte auch jeden anderen genommen, nur um aus dem Hause der Eltern fortzukommen. Den bitteren Anklagen gegen das Elternhaus folgt nun die Anklage gegen den Gatten. Daß sie die wahre Netgung thres Gemahls niemals zu erringen vermochte, macht sie dem Kronprinzen zum Vorwurf, und daß thr ganzes Wesen, Auftreten und Gebaren am Dresdener Hofe die Her­zen nicht fesselte, erklärt ste durch eine kühle Gleichgül­ftgkeit, die man ihr entgegengebracht habe und die sich dann zu dumpfer Feindschaft steigerte. Frau Tosellt spricht davon, wie sie den großen Entschluß faßte, sich mit ihrem Schicksal auszusöhnen und wie sie schwet­gend duldete". Auch der König vermochte zu der Schwie­gertochter ein Verhältnis nicht zu gewinnen. Ste aber, bie einsame unverstandene, die im Schweigen duldet, ergibt sich der Schmetterlingsforschung, beobachtet die Ameisen.

Die Lustbarkeitsstenerwut in Nürnberg hat schon die sonderbarsten Fälle gezeitigt. So wurden Leute, die verbotenerweise Feuerwerk in der Neujahrsnacht abgebrannt hatten, zu ihren Strafzetteln mit Lustbar­fettssteuern vom Magistrat bedacht, der in Nürnberg auch die Polizeigewalt hat. Und ein dortiger Veteranenverein, der einem verstorbenen Kameraden das letzte Geleit mit Mustt gegeben hatte, erhielt eben­falls feinen Luftbarkeitssteuerzettel dafftr. Er hat mit Erfolg dagegen protesttert. Das Allerneueste tn Lust­barkeitssteuern hat man sich in der Stadt des großen Trichters damit geleistet, daß das seit Jahrhunderten bliche Choralblasen auf dem Johannisfriedhof am Archweihsonntag Lustbarkeitssteuer kosten sollte. Da­raufhin ist es unterblieben.

Gin feltener Beamter. Ein Beamter, der die Ab­hebung seines Gehalts vergißt dieses kaum glaub­liche Vorkommnis wird aus Thann im Oberelsaß, ge­meldet. Die dortige Zeitung schreibt nämlich: Hat da im St. Amarintale ein vermutlich sehr gut fituierter Beamter im Oktober vorigen Jahres vergessen, setn Monatsgehalt zu erheben. Bet Prüfung der Rech­mungsbelege in Straßburg wurde das Versäumnts be­merkt und die betreffende Kasse zur erneuten Zahlung des Gehaltes angewiesen, der zerstreute Beamte aber in eine Ordnungsstrafe genommen.

Die Waldbrände in Kanada. Wte die einlaufen­den Berichte zeitgen, sind die Schrecken der Waldbrände t feiner Wetfe übertrieben worden. Ste Itefern tm

Müllheim( Baden), 17. Jult. Seute vormittag 9 Uhr entgleiste hter der um 8,09 1hr ans Basel ab gegangene D- Bug Basel- Frankfurt a. M.- Berlin. Der dem Tender folgende Gepäckwagen fiel rechts aus dem Gleis und der folgende Wagen erster und zweiter Klasse links. Zwei Wagen dritter Klasse wurden ineinander­geschoben. Acht Personen find tot, fitnfzehn bis zwant: zig mehr oder weniger schwer verletzt.

Drabtnachrichten und Deuestes.

Spanisch- französische Reibereien in Marokko.

Paris, 17. Jult. Das in Melilla erscheinende und von spanischen Offizieren geleitete Blatt Tele­gramme vom Riff" erhebt gegen den französischen Hauptmann Moreaux, der die im Charb- Gebiete ste­hende Sultansmahalla befehligt, die schmersten Beschul­digungen, daß er aus den Kassen des Sultans 200 000 Francs unterschlagen habe, die dafür bestimmt waren, der Eingeborenentruppe als Sold ausbezahlt zu wer den. In der spanischen Gesandtschaft in Tanger soll man durch diesen Bresseangriff sehr niedergedrückt sein. In den amtlichen Bariser Kreisen herrscht eine namen­lose Erbitterung darüber.

Vom Kaiser Franz Josef.

Wien, 17. Jult. Kaiser Franz Josef hat seinen Jichler Sommerurlaub unterbrochen und ist nach hier zurückgekehrt, um der morgen erfolgenden Eröffnung des Reichsrates beizuwohnen.

Nach ihrer Schilderung haben diefe stummen Bet­den sie abergläubisch werden lassen, und als sie etnes Abends eine schwarze Kaze über ihren Weg laufen sah, wurde in ihrem Getste das Märchen von ihrer al­ten Hebamme wach. Diese Hebamme galt als Hell­seherin", so schreibt Frau Tosellt. Meine Mutter pflegte mir zu erzählen, daß unmittelbar nach meiner Geburt die Hebamme mich in den Arm nahm, mir in die Augen sah und sagte: Dieses Kind ist bestimmt, eine Krone zu tragen, aber es wird unglücklich sein, sein Leben wird nur ein Calvartenbera unzähliger Let­den werden." Damals fet die Legende aufgetaucht, thr Geist habe eine Trübung erlitten: ihr drohte angeblich das Schicksal, in etn Irrenhaus interniert zu werden, und so tam es zu der Flucht nach Zürich, die sie in einem Kapitel schildert, das die Ueberschrift trägt:" J'accuse". Auf ihrer Flucht habe sie an Giron gar nicht gedacht, sie wollte die Gastfreundschaft ihres Bruders in Anspruch nehmen. Aber ihr Bruder liebte, zu ihrem Schmerze, eine einstige Tänzerin, und unter einem solchen Dache tonnte sie nicht leben. Da rtef die Vereinsamte Giron und in der Wahl zwischen Giron und dem Irrenhause und dem Skandal entschied sie sich für den letzteren. " Nach mir die Sündflut", diese Worte des Sonnen­fönigs wären thr Wahrspruch gewesen. Dann kam die Ehescheidung, und bald darauf wurde Giron entlassen, weil sie den Retter und Beschützer plöblich als ettel und geschwäbig" erkannt habe. Den Toselli hat sie ge­heiratet, um ihre Tochter behalten zu dürfen. Vom sach­fischen Hofe machte man thr Vorstellungen über thre unregelmäßige Lebensweise, die Bedenken für die Er­ziehung ihres Kindes etnflößten. Um ötefe Mahnun­

Seltsames Testament eines Altertumssammlers.

Brag, 17. Juli. In Libotz bei Prag starb det frühere Professor an der Berliner Universität Fröhlich, ein bekannter Sammler von Altertümern. In seinem Testament verfügt er die Abtrennung seines Stopfes und der Hände, die das Museum in Jungbunzlau er= halten soll, dem er auch seine sämtliche Sammlungen vermacht hat. Der Numpf soll in Chemnitz beigesetzt werden.

Folgenschweres Antomobilunglück.

Gleiwig, 17. Jult. Gestern früh rannte in der Nähe von Niederwilza ein Automobil mit einer Jagd­gesellschaft gegen einen Baum. Die Insassen wurden herausgeschleudert und das Auto total zertrümmert. 3wet Insassen wurden schwer verlett, der Chauffeur war in der Aufregung geflüchtet und konnte noch nicht gefunden werden.

Choleragefahr für Neuyork.

Neuvort, 17. Jult. Vier Cholerakrante wurden von Bord des hier aus Italien angefommenen deut­schen Dampfers" Moltke" in das Hafenlazarett gebracht. Im Seemannsheim, in dem sich fünfzehn Cholerakrante befinden, sind zwet Personen der Krankheit erlegen.

Handel und Verkebr.

Der Wert des deutschen Spezialhandels im reinen Warenverfehr beltef sich im Junt d. J. auf 799,1 mill. Mart in der Einfuhr und auf 615,0 Mill. Mark in der Ausfuhr, im abgelaufenen Jahresteil auf 4644,1 M. Mart in der Einfuhr gegen 4419,0 Mill. Mart; in der Ausfuhr auf 3809,9 millionen Mark gegen 3548,7 Mill. Mart im Vorjahre. Außerdem erreichte die Einfuhr von Gold und Silber im Juni d. J. Werte von 31.3 und 3,1 Mill. Mart, im abgelaufenen Jahrestelle folche von 99,0 und 28,8 gegen 167,0 und 27,4 mill. Mart im Vor­fahre, die Ausfuhr von Silber und Gold im Juni Werte von 2,0 und 3,9 millionen Mart, im abgelaufenen Jah­resteile solche von 20,9 und 17,1 gegen 88,3 und 15,2 Millionen Mark im Vorjahre.

Caffel, 15. Juli. Weizen( 100 g.) 20,00-20,75 M Roggen( 100 g) 17,50-18,25 M, Gerfte( 100 g.) 15,25-16,00 M, Safer( 100 g.) 19,00-21,00 M, Seit ( altes. 3tr.) 3,50-4,25 M., Stroh( 3tr.) 2,00-3,00 M