Ausgabe 
18.3.1911 Erstes Blatt
 
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Elu unvorsichtiger Förster. Der Förter und Fasanen­ter des Großherzogs von Sachsen- Weimar auf seiner fifchen Besitzung Heinrichau, hatte mit einem Tesching Spaßen geschossen und dann die geladene Waffe bei­e gestellt. Sie ftel jedoch um und entlud sich. Die Kugel ben Förster in den Unterleib. Nach drei qualvollen anden starb er infolge Blutergusses in die Lunge.

Aus den Gerichtssälen.

dem Kaufmannsgericht. Eine intereffante Klage vor Reiner besonderen Klage hatte sich das Kaufmannsge­in Salle zu befassen. In einem dortigen Geschäft Du eine Verkäuferin angestellt, die ihrem Chef ihre Zeug­de in Verwahrung gegeben hatte. Sie hatte nach eini Beit den Wunsch, sich eine andere Stellung zu suchen erbat deshalb die Zeugnisse zurück, wobei sie den and thres Wunsches nicht mitteilte. Der Chef vergaß iederausgabe der Zeugnisse und hatte dann seinerseits rache, dem Fräulein zu kündigen. Auch hiernach ver­ingen einige Tage, bevor jene ihre Zeugnisse erhielt. Als Berkäuferin nun nach Ablauf der Frist keine Stellung chalten hatte, flagte fie einen Monat Gehalt ein mit Begründung, daß sie eine Stellung leichter gefunden aben würde, wenn ihr die Zeugnisse rechtzeitig ausge­ändigt worden wären. Das Kaufmannsgericht erkannte die Hälfte des beanspruchten Gehaltes zu. Den gan­Betrag hat sie deshalb nicht erhalten, weil sie die agnifie nicht wiederholt und nicht nachdrücklich genug ge­dert hatte. Jedenfalls aber sei es, so erklärte das Ge idt, an sich eine durchaus unzulässige Gepflogenheit der Prinzipale, die Zeugnisse ihrer Angestellten in Verwah­ang zu nehmen. Durch diese Unfitte, die nicht energisch enug bekämpft werden könne, werde ein 3wang auf die ngestellten ausgeübt so daß sie sich nicht um neue Stel­angen bewerben könnten, ohne durch Zurückverlangen rer Zeugnisse den Chef zugleich auf ihre Absichten auf­ertiam zu machen.

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Berurteilung eines Knabenmörders. In dem Essener rozeß gegen den Knabenmörder Wisbar, der am 15. Au­it v. J. in Borbeck den 9jährigen Schulknaben Fried­Walter durch 12 Messerstiche und Schnitte getötet hatte, parde gestern das Urteil gefällt. Der Angeklagte wurde lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurteilt.

Vermischtes.

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Ite Die Zwillingsschwestern Blazer heiraten doch. Sole, der Impresario der zusammengewachsenen Zwil­rigsschwestern Blazet, ist auf eine originelle Jdee gekom­men, um dem einen Teil des Zwillingspaares den Enten Gatten zu verschaffen: Wie er der ,, B. 3. a. M." s Neuyork telegraphiert, hat er in Saltlake City alle Arrangements getroffen, um die Zwillingsschwestern nach Mormonischem Ritus dort zu verheiraten.

Ein Unfall des Parjeval 6. Als das Luftschiff P. 6 Honnerstag nachmittag aus der Ballonhalle in Johannis­hl bei Berlin zu einer Passagierfahrt herausgebracht erden sollte, sette plötzlich eine ein und drückte den Fallon gegn die Hallenwand. Dabei bętam er ein fleines

Day Times, Dum Staffing entschloß fich mit Rücksicht darauf, daß die Ballongasfüllung 14 Wochen nt war, den Ballon zu reißen, der ohnedies in den näch­en Tagen nach Bitterfeld zur Neufüllung gehen sollte. In Laufe des Abends wurde der Ballon nach Bitterfeld ajandt. In etwa acht Tagen dürften die Fahrten wie­bar aufgenommen werden.

Dollar odr etwas über acht Mark pro Minute kostete. So viel ist aber ein Menschenleben wert, wenn man das Geld dazu hat.

Eine romantische Erbschaftsgeschichte beschäftigte dieser Tage das Landesgericht Graz. Im vorigen Jahre starb dort der Privatier Karl Zisser, der allgemein als vermögend galt. Trotzdem fand sich in seinem Nachlaffe außer einigen Juwelen feinerlei Bargeld. Insbesondere vermißte man ein Sparkassenbuch, auf einen Betrag von etwa 11 000 Kro­nen lautend. Alle Nachforschungen blieben vergeblich. Zu­fällig hörte die Händlersgattin Johanna Birchbauer von dem Verschwinden des Sparkassenbuches und erzählte dann, es habe ihr geträumt, daß sie im Zimmer Ziffers das Spar­faffenbuch gesucht und in einer vermauerten Nische gefun­den habe. Von dem Traume erfuhren auch die Erben Zis­sers, die Frau Birchbauer zu sich berufen ließen. Sie be= zeichnete die Stelle, an welcher sie im Traume das Spar­faffenbuch gefunden habe, und zur größten Verwunderung der Erben wurde, als man an der bezeichneten Stelle das Mauerwerk ausbrach, tatsächlich das Sparkassenbuch gefun­den. Da die Erben Ziffers der Frau Birchbauer den von thr geforderten Finderlohn verweigerten, flagte sie diesen ein. In erster Instanz wurde sie abgewiesen, mit der Be­gründung, daß das Sparkassenbuch in der Wohnung der Eigentümer gefunden wurde, daher die Ausbezahlung et= nes Finderlohnes nicht begründet erscheine. Der Vor­fitzende legte jedoch den Erben nahe, Frau Birchbauer einen fleinen Betrag auszufolgen. Da dieses jedoch nicht geschah, legte die Klägerin gegen das Urteil der ersten Instanz Be­rufung ein, und bei der Appellverhandlung wurden die Er­ben zur Zahlung von 20 Kronen an Frau Birchbauer unter dem Titel Arbeitsleistung" verurteilt. Diese erstaun= liche Arbeitsleistung" hätte wirklich eine bessere Honorie­rung verdient.

Eine brennende Schiffsladung. Der Mittwoch abend von Hamburg nach England abgegangene Dampfer ,, Scal­p" fehrte am Donnerstag mit brennender Ladung von bir Unterelbe in den Hamburger Hafen zurück. 180 Kessel mit Chlorkalk, die bei regnerischem Wetter an Bord ge­nommen wurden, waren durch Nachwärmen in Brand ge­tten. 3wei Züge der Hamburger Feuerwehr eilten so­fairt 3 t zur Brandstelle. Es war zunächst unmöglich, an den brennenden Chlortalt heranzukommen, der den Boden des peiten Raumes durchfraß, auf dem 1500 Sad Zucker la­gorten. Der Boden brach durch und die auf ihm ruhende Luft siel in den unteren Raum. Eine Anzahl Zuckersäcke nnte gelöscht werden. Mehrere Feuerwehrleute mußten bi den Löscharbeiten infolge der starken Chlorgase, die ih entwickelt hatten, abgelöst werden.

Das englische Königspaar in Indien. Die Krönungs­feier, die im Dezember dieses Jahres in Delhi in Indien stattfinden soll, wird an Pracht und Glanz in der Geschichte des Indobritischen Reiches einzig dastehen. Von dem Auf­wand, der getrieben werden wird, kann man sich eine Vor­stellung machen, wenn man hört, daß für die Veranstaltung der Feste 25 Millionen Mark ausgeworfen worden sino. Die Feier wird in einem eigens für diesen Zweck erbauten riesigen Amphitheater veranstaltet werden, und der König und die Königin werden sich in Gegenwart sämtlicher Rad­schas und einer ungeheuren Volksmenge die indische Kai­serkrone aufs Haupt setzen. Ein überaus zahlreiches Ge­folge wird das Königspaar nach Indien begleiten; daß das Königsschiff von vielen Kriegsschiffen eskortiert werden wird, ist selbstverständlich. Während der Krönungsfeste werden in Delhi 90 000 Mann des indobritischen Heeres konzentriert sein. Die indischen Fürsten werden dem Kö­nigspaare überaus kostbare Geschenke darbringen, Geschenke, deren Wert schon jetzt nach Millionen beziffert wird.

Gutes Deutsch. Vom Allgemeinen Deutschen Sprach­porein wird eine vor kurzem vom Präsidenten des preußi­ciben Eisenbahnzentralamts an die Bureaubeamten er­gingene Verfügung lobend erwähnt und den Beamten a er anderen deutschen Staats- und Gemeindebehörden zur Machahmung empfohlen. Die Verfügung fordert vor allen Clingen, solche Wort- und Sahbildungen zu vermeiden, die Agen Sprachgebrauch und Sprachempfinden verstoßen. Die Etbildung soll furz, klar und einwandfrei sein, da die Ehreiben des Zentralamts zum großen Teil an Behörden und Großgewerbetreibende weitergehen. Als veraltet und zum Teil sprachwidrig werden Worte bezeichnet wie dies­bezüglich, stattgehabt, usw. Als klassisches Beispiel bu­retratischen Stiles wird nachstehender Satz gekennzeich­nt: Anliegend übersenden wir ergebenst die Nachweisung mit dem ebenmäßigen Ersuchen, gefälligst veranlassen zu wallen, daß dieselbe einer genauen Prüfung unterzogen und uns nach event. Ergänzung zurückgegeben wird." Mitig, klar und frisch klingt dagegen das gewünschte neue Bürodeutsch: Wir übersenden hierbei eine Nachwet­fung mit der Bitte um Prüfung und Rücksendung."

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Die Opfer der Berge. In wie beklagenswertem Maße mit der wachsenden Vorliebe für die Hochtouristik auch die Zahl der Opfer der Berge im Laufe des letzten Jahrzehnts zugenommen hat, lehrt eine kürzlich von den deutsch- öster­reichischen Alpenvereinen aufgestellte Statistik. Aus ihr er­gibt sich, daß im Laufe des letzten Jahrzehnts nicht weniger als 890 Menschen im Hochgebirge tödlich verunglückt sind. Auf die einzelnen Jahre verteilen fich die Zahlen wie folgt: 1901 58 Unglücksfälle, 1902 70, 1903 76, 1904 72, 1905 56, 1906 98. 1907 85, 1998 108, 1909 144 und 1910 128. Ihrer Nationa­lität nach verteilen sich die Opfer des Bergsports auf die einzelnen Länder: Deutschland 42 v. H., Desterreich 24, die Schweiz 19, Italien 6, England 4 und Frankreich 3 v. H.

101 Millionen Passagiere. Während einer Gemein­Detratssitzung in London, in der beschlossen werden sollte, dits die ganze Stadt unterminierende Untergrundbahn­tem noch weiter auszubauen und insbesondere verschie­dre bisher unverbundene Linien zu verbinden, kam zur Erache, daß die Untergrundbahn( in London wegen ih­Röhrenform allgemein Tube" genannt) im Vorjahre Die Erfah 111 Millionen Passagiere befördert habe.

ng in London habe gelehrt, daß um so mehr Verkehr ent­the, je mehr bequeme und praktische Gelegenheit zum Verkehr der Massen gegeben werde.

auch auf den Schuh noch weit fallen und Seidengalons an den Seitennähten haben. Apropos Schuh: die jüngste Mode erlaubt den bisher nur zum Smoking statthaften Halbschuh auch zum Frack. Zum Frack gehört bereits wieder fast un entbehrlich die weiße Weste, und nur noch gewisse sehr zart gemusterte andere sind zulässig. Was den Smoking angeht, so nähert er sich wieder der früher beliebten Schalfasson; entsprechend der Sakkomode ist er dieses Jahr halblang und hat weniger Hüftenweite als bisher. Man trägt jetzt au ihm ziemlich viel eine weiße Weste, während die Krawatte nach wie vor schwarz bleibt.

Eine originelle Faschingszeitung haben die Oberammer­gauer gehabt. Ihr Wochenblatt, die Ammergauer Zeitung", hatte wieder eine Faschingsnummer herausgegeben, die aber nur den Titel Faschingszeitung" trug und zwet leere Seiten umfaßte mit der vielsagenden Fußnote: Um den ständig wiederkehrenden Beleidigungsprozessen, die uns die Ausgabe der Faschingsnummer alljährlich einbrachte, vor= zubeugen, haben wir heuer den Text herausgelassen und sind nun sicher, niemand beleidigt zu haben. Die Redak­tion."

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Jetzt fennen wir die neuesten Befehle der Mode, und nun auf zum Schneider!

Drabtnachrichten und neuestes.

Gesellenprüfung zweier Hohenzollernprinza.

Halle, 17. März. Die beiden Söhne des Prinzen Fried­rich Leopold, die im Naumburger Kadettenhause sind, haben die Handwerksgesellenprüfung abgelegt. Der eine erlernte das Tischlergewerbe in einer Möbelfabrik, der andere die Schlosserei bei einem Schloffer. Der eine verfertigte als Gesellenstück ein Haustürschloß, der andere einen Mahagont­tifch.

Die Stichwahl in Gießen.

Gießen, 27. März. Die fortschrittliche Volkspartet hat beschlossen, bei der Stichwahl für den Sozialdemokraten einzutreten.

Der Straßenbahnvertrag der Stadt Berlin.

Berlin, 17. März. 3wischen dem Magistrat der Stadt Berlin und der Großen Berliner Straßenbahn ist. eine Einigung zustande gekommen, wonach die städtischen Straßen bis 1939 der Gesellschaft für eine Entschädigung von 23 Millionen Mark überlassen bleiben.

Einen neuen Beweis für die scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten der drahtlosen Telegraphie gibt die soeben vollendete Küstentelefunkenstation in Danzig. Während der Abnahme sind die die Station bedienenden Postbeam­ten allnächtlich in der Lage gewesen, den drahtlosen De­peschenverkehr im Mittelländischen Meere mit abzulesen. Bei Tage ist außerdem von der nur PS. starten Sta­tion ein dauernder Depeschenverkehr mit der österreichischen Marinestation in Pola über die Tiroler Alpen hinweg möglich gewesen. Die Station ist auf dem Dache des Ge­bäudes der Danziger Oberpostdirektion erbaut und hätte nach früheren radiotechnischen Erfahrungen durch die Nähe der großen Eisen- und Stahlmassen auf der Danziger Werft erheblich in ihrem Wirkungskreise beeinträchtigt werden müssen. Dank der neuen Erfindungen auf öraht= Losem Gebiete aber ist es jedoch möglich geworden, auch in unmittelbarer Nähe und, wie Danzig zeigt, sogar im In­nern großer Städte moderne Radiostationen zu erbauen, die für alle Handels- und Bundesverteidigungszwecke ei­nen mehr als genügenden Wirkungskreis besitzen.

Eine Wettfahrt mit dem Tode. Charles G. Gatos, dor Sohn des bekannten amerikanischen Stahlmagnaten, hat eine Eisenbahnfahrt zurückgelegt, die wohl ihresglei­en sucht. Auf seiner Farm in Arizona zog er sich eine erlegung zu, die Blutvergiftung zur Folge hatte und In veranlaßte, so schnell wie möglich nach Neuyork zu fahren, um einen Spezialisten zu konsultieren. Der Er­hazug, der außer der Lokomotive nur aus einem Privatwa­99n, einem Speisewagen und 3 Waggons, die als Ballast angehängt waren, bestand, legte die 4600 Kilometer in Stunden und 19 Minuten zurück, trotzdem er mehrere Stunden aufgehalten wurde, weil vor ihm ein fahrender terzug verunglückt war. Die Fahrt von Chicago nach euport wurde in 16 Stunden 27 Minuten zurückgelegt, während der schnellste reguläre Zug etwas über 18 Stun bn braucht. Die Reise fostete die Kleinigkeit von rund 000 Mart, wovon 1825 Dollar auf die Strecke östlich Chicago tommen, sodaß dieser Teil ungefähr zwei

Die neue Herrenmode.

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Ein Wertsachenfund im Strohschober.

Göln, 17. März. Von einem jungen Mädchen wurde bet Gruiten beobachtet, daß zwei feingekleidete Herren sich in einem Strohschober zu schaffen machten. Die benachrich­tigte Polizei fand zu ihrem Erstaunen bei Untersuchung des Schobers einen großen Kasten, der mit goldenen Uhren, Ketten und Juwelen ziemlich angefüllt war. Anscheinend hat man die Goldsachen gefunden, die in verschiedenen Städ­ten, in Aachen, Cöln, Düsseldorf usw. vermutlich von ein und derselben Bande gestohlen worden sind.

Explosion von Feuerwerkskörpern.

München, 17. März. In einer Feuerwerkskörper­fabrik in der Balanstraße ereignete sich heute früh aus bis­her unbekannter Ursache eine Explosion, wobei ein Ar­beiter getötet wurde. Eirige andere Arbeiter erlitten Ver­letzungen. Ein Sechzehnjähriger als Raubmörder. Hainichen, 17. März. In dem benachbarten Dorfe Kalkofen wurde heute früh die 50jährige Händlerin Bönisch ermordet und beraubt aufgefunden. Als mutmaßlicher Täter ist ein 16jähriger Dienstknecht verhaftet worden. Diamantenfunde in Britisch- Kolumbien.

Ueberraschungen, wie sie die Frauenmode so liebt, sind bei der Herrenmode so gut wie ausgeschlossen; ihre Schwan­fungen und Neuheiten sind immer nur Nuancen. Jede tühnere Neuerung wird mit Mißtrauen begrüßt; und wenn man dieses Frühjahr die violette Farbe für Jackettanzüge einzuführen versucht, so wird man damit eben auch nur bei solchen jungen Herren Anklang finden, denen es schmeichelt, für Vertreter des Allerneuesten in der Mode gehalten zu werden. Im übrigen beherrscht das beinahe schon zum Dog­ma gewordene Grau in allen Schattierungen wieder die Herrentracht, und nur das kleidsame Blau hat sich für glatte Stoffe den Plas erobert, aus dem es seit einigen Jahren zu Unrecht verdrängt worden war.

London, 17. März. Aus Vancouver wird gemeldet. daß in Britisch- Kolumbien am Tulamen- River Diamanten in großer Menge gefunden wurden. Nach einer amtlichen Meldung hat die Schicht eine ähnliche Form wie die: in Südafrika. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß es sich um reiche Diamantenlager handelt.

Radium in der Hohen Tatra.

Kratant, 17. März. In der Hohen Tatra wurden von den beiden Professoren Dr. Rosen und Dr. Moroncziz Gesteinsschichten entdeckt, die sehr reich an Radium sind.

Die Juwelen Abdul Hamids.

Konstantinopel, 17. März. Die Kammer hat einen An­trag angenommen, die Juwelen Abdul Hamids zu verkau­fen und ihren Erlös zur Bezahlung der in Deutschland ge­kauften beiden Kreuzer zu verwenden.

Verhaftung eines Raubmörders.

Nenyork, 17. März. Der Mechaniker Badura, der mit zwei Komplizen am 21. Dezember vorigen Jahres den Raubmord an dem Buchhalter Aniol in Myslowitz verübte, wurde gestern, als der Dampfer Ziethen" ankam, von et= nem Berliner Kriminalfommissar verhaftet. Der Verbrecher war seit zwei Tagen auf Grund von drahtlosen Depeschen in Fesseln gelegt worden. Nach kurzem Leugnen gestand er, der gesuchte Raubmörder zu sein. Von seinen Kom­plizen wurde keiner an Bord gefunden.

Berliner Getreide- und Schlachtviehmarktbericht.

Das leichte Abbröckeln der Preise an den Getreidemärk­ten hat auch in der am 15. März beendeten Berichtswoche Fortschritte gemacht. Weizen wird von Australien. Argen­tinien und Indien am Weltmarkte reichlich angeboten, und auch Rußland ist für den Artikel verkaufswillig. Auf die fernere Entwickelung des Geschäfts werden sicherlich die Be­richte über den Saatenstand mehr und mehr den maßgeben­den Einfluß gewinnen. Bis jetzt hört man in dieser Hin­sicht nur Gutes. In Deutschland und insbesondere in Berlin hielt sich die Unternehmungslust zurück. Ware ist genügend vorhanden, und man glaubt Grund zur Hoffnung zu haben auf eine gute Ernte, soweit das überhaupt in einem so frühen Zeitpunkt angängig ist. Für Weizen konn­ten sich im Lieferungshandel die vorderen Termine ziem= lich gut behaupten, da teilweise Deckungen durch die Be­fürchtung veranlaßt wurden, im Inlande nur schwer ge= nügend kontraktfähige Ware erlangen zu können. Herbsttermine erfolgte dagegen drückendes Angebot der Landwirtschaft. Roggen wurde vermehrt dem Markt zuge= führt, auch ging viel Ware an die Küste zur Ausfuhr. Die Nachfrage hält sich infolgedessen zurück. Für Hafer werden in der Provinz hohe Preise gefordert, die aber im Konsum­geschäft nicht zu erzielen sind. Hierdurch werden Abschlüsse erschwert. Gerste wird von Rußland andauernd hoch im Preise gehalten. In Mais war das Geschäft sehr still. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die Preise für Lieferung im Mai, wie folgt: Weizen 201,50 Mart, Roggen 155,75 Mart, Hafer 156,00 Mart, Mais 133,75 Mart.

Was die Stoffe angeht, so haben die Karos die Gunst der Mode verloren, und es sind die gestreiften, die auf der Tagesordnung stehen; daneben duldet die Mode auch noch gespritzte Muster. Das Hauptstück der Tageskleidung bleibt der Sakko- Anzug; und im ganzen kann man sagen, daß der Sakko die Herrenmode bestimmt. Die Hauptfrage dabei ist die Länge. Man muß sich darauf gefaßt machen, daß vermut­lich in nicht langer Zett das ganz kurze Sakkojackett wieder Mode wird; für dies Jahr ist der Versuch seiner Freunde mißlungen, aber die Länge des Sakko ist jedenfalls bereits verringert, man rechnet auf Normalfiguren etwa eine Länge von 82 Zentimetern, in jeder Beziehung fann als das Charakteriſtikum des diesjährigen Sakkos bezeichnet nur reichliche werden: keine Glockenform mehr, sondern Hüftenweite; mäßiger Umfall, im ganzen gefällige, ruhige Formen. Man kann den Saffo dreiknöpfig oder zweiknöp­fig tragen, eine Entscheidung, die von der Stärke der Figur abhängig zu machen ist; im ersteren Falle werden die Auf­schläge und der Kragen schmäler gehalten und, da die Weste tiefer ausgeschnitten wird, als bisher, so wird sie dann über­haupt nicht mehr sichtbar. Modernste Nuance sind drei Rückennähte, ohne jeden Schlitz, man kann jedoch den Rückenschnitt auch anders anordnen. Die Aermel sind ziemlich schmal, gegen das Handgelenk hin für die Man­schette breiter. Die Hosen werden gerade geschnitten und find am Stiefel so weit wie am Knie.

Was den Frack betrifft, so werden die Aufschläge kürzer als bisher getragen; drei Knöpfe, gerade weitere Hosen, die

Auf

Preise des städtischen Schlachtvichmarktes. 1. Ochsen: a) vollfleischige. ausgemästete höchsten Schlachtwertes, un gejocht 76-83 M. 6) funge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 71-78 M, c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 68-72 M, d) gering genährte jeden Al­ters bis M. 2. Bullen: a) vollfleischige, höchsten Schlachtwertes 72-78 M, b) vollfleischige jüngere 71-76 M, c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 64 bi 74 M, d) gering genährte M. 3. Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwer­bis M, 6) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten bis M, c) ältere Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt ausgemästete und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 65 bis 72 M, d) mäßig genährte Kühe und Färsen 60-65 M, e) gering genährte Kühe und Färsen bis 60 M, f) gering 4. Kälber: a) genährtes Jungvieh( Fressfer) 58-70 M. Doppellender feiner Mast 104-131 M, 6) feinste Mast­( Vollm.- Mast) und beste Saugfälber 100-105 M, c) mitt­lere Mast- und gute Saugkälber 84-93 M, d) geringe Saug­fälber 55-78 M. 5. Schafe: a) Mastlämmer u. jüngere Mast­hammel 78-86 M, b) ältere Masthammel, geringere Mast lämmer und gut genährte jüngere Schafe 70-78 M, c) mäßig genährte Hammel und Schafe( Märzschafe) 65-75 M. 6) Schweine: a) Fettschweine über 3 Zentner Lebendgewicht bis M, b) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen über Zentner Lebendgewicht 56-58 M, c) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen bis Zentner Lebendgewicht 55-57 M, 6) fleischige Schweine 54-57 M, e) gering entwickelte Schweine 52-55 M, f) Sauen 52-53 M.