Eröffnung des türkischen Parlaments.
Unter dem üblichen Beremontell hat am Sonnabend nachmittag in Konstantinopel dte feierliche Eröffnung der außerordentlichen Parlamentssession stattgefunden. Der Sultan, der Marschallsuniform trug, erschien in Begleitung des Thronfolgers, zweier Prinzen und der Hofwürdenträger. Gleich darauf verlas der Großwefir ote Thronrede, die die Senatoren und Deputierten stehend anhörten. Sodann verrichtete die Geistlichkeit die Ablichen Gebete, wobet auch die Vernichtung Italiens, bas die Türket verräterisch angegriffen habe, erfleht wurde. Hum Präsidenten der Kammer wurde Ahmed Riza gewählt.
Die Thronrede bes Sultans geht auf das italienische ultimatum ein und bezeichnet das Vorgehen Jtaltens als einen Bruch des Bölkerrechts. Die durch den Ausbruch der Feindselig fetten geschaffene Lage habe eine außerordentliche Pare lamentstagung nötig gemacht. Dann heißt es weiter: Die Pforte hat sich alsbald an die befreundeten Mächte mit der Bitte um Vermittlung gewandt, um unter Be dingungen, die mit den legitimen und geheiligten Rechten der Türket und ihrer nationalen Würde vereinbar find, dem Krieg ein Ende zu machen, der so sehr im Widerspruch steht mit allen Brinzipien des internattonalen Rechtes und der Billigkeit, wie auch mit dem von allen Setten zum Ausdruck gekommenen Streben nach Aufrechterhaltung des Weltfriedens. In Erwartung des Ergebnisses der Vermittlungsversuche und infolge der Antworten der Mächte fährt die Pforte nichtsdestowentger fort, die notwendigen Maßnahmen zur Verteidigung ihrer Rechte und legitimen Interessen zu ergreifen. Der unerwartete Angriff Italiens, der alle ztviltsterten Bölfer in Staunen sette und erregte, hat die friedlichen und fortschrittlichen Bemithungen der Türket gelähmt, die, die friedlichen Bestrebungen der Mächte teilend, sich der ihr obliegenden Seulturaufgabe gewidmet hat. Parlament und Nation haben sich im Bereich der menschlichen Kräfte bemüht, thre Pflicht gegenüber den legitimen Rechten und Inte reffen des Landes zu erfüllen. Die Thronrede betont sodann die Notwendigkeit der brüderlichen Etntgung der Ottomanen für die Größe der Nation und zur Verteidigung gegen derartige Angriffe. Sie erwähnt dann, daß der Sultan während seiner Reise mit Stolz die loyale Gesinnung in Numelten bemerkt habe, und stellt schließlich mit Genugtuung fest, daß die Bes ziehungen zu den übrigen Mächten und den benachbarfen Staaten freundschaftliche und aufrichtige feten.
Vom Kriegsschauplatz nichts Neues.
Rundschau oom Cage.
Politisches
Der Reichskanzler von Bethmann Hollweg hat sich am Sonntag zum Vortrag beim Katser nach dem Jagdschloß Hubertusstock begeben.
Graf Zeppelin als Reichstagskandidat? Im ersten württembergischen Reichstagswahlkreise Stuttgart foll von konservativer Seite der Vorschlag gemacht worden sein, den Grafen Zeppelin als Kondidaten für die nächste Retchstagswahl aufzustellen. Der Gedanke ist schon früher einmal aufgetaucht, ohne ernsthaft erörtert zu werden. Die Deutsche Reichspost", das Zentralorgan der füddeutschen Konservativen tritt test erneut fehr entschieden für die Kandidatur ein. Der Graf gehöre tetner polttischen Partet an, und feine Partet könne etwas gegen thn einwenden. Das Blatt behaup= tet mit Bestimmthett, der Graf werde nicht nein sagent, wenn ihm die Kandidatur von allen bürgerlichen Barteten angetragen würde. Der Wahlkreis wurde bisher durch den Soztaldemokraten Hildebrand vertreten.
So kann man auch heute mitt der Berichterstattung über den türkisch- italienischen Krieg beginnen. Die Friedensaussichten sind zurzeit sehr gering, denn die ttalienische Regierung hat, wie römische Blätter zu wtffen glauben, ihre Verbündeten und Freunde benachrichtigt, daß sie die unerschütterliche Absicht habe, zur be= dingungslosen Annerion von Tripolis, Cyrenaica und den damit zusammenhängenden Gebieten zu schreiten. Der Türket fönne keine Art von Souveränität über diese Gebiete gelassen werden, nachdem man zum Krieg habe schretten müssen. Das würde die öffentliche Metnung Staltens nicht dulden, vor allem nicht nach den Repressalten, zu denen die Türket gegriffen habe, nach der Aufhebung der italienischen Kapitulationen, der Drohung mit der Ausweisung der Jtaltener, der Beschlagnahme italtentscher Handesschiffe gegen die Regeln des Völkerrechts, der Boykottierung italienischer Waren, der fanatischen Agitation der Türken gegen die italienischen Kolonten im Orient usw., Repressalten, die sogar ein noch entschiedeneres Vorgehen Italiens notwendig machen könnten.
Nach einem amtlichen Communiquee ist das in Tripolis und der Küste jetzt gelandete italienische Expedttonstorp 8 35 000 Mann stark. Zu den 35 000 Jta= Itenern werden eingeborene Miliztruppen kommen, die bereits in Formierung begriffen sein sollen. In TripoIts hat General Caneva die höchsten Zivil- und Milttärfunktionen übernommen. Er ließ an dte bedeutendsten Stämme 2000 Zentner Gerste zur Aussaat unentgeltlich verteilen.
Die Aufnahme der Italiener in Tripolis.
Der bekannte Herausgeber der Zukunft", MaximiItan Harden, hielt am Sonnabend im größten Saale Wiens einen Vortrag über„ Marok to und TripoIts." Man stehe test vor der Frage, so erklärte Harden, ob es für eine Großmacht möglich wäre, die Türket zu schützen. Mit der Türkei könne sich keine Großmacht befreunden, denn der Islam selbst bedeute eine Gefahr für Europa und müsse zurückgedrängt werden. Bet Besprechung des Marottokonfliktes bekennt sich Harden zu der Anschauung, daß der deutsch- französische Krieg einmal kommen misse, und daß der größte Teil Europas auf den Augenblick warte, um Deutschland in einer unglücklichen Stunde das Lebenslicht auszublasen. Im Dreibund habe sich das Bündnis Deutschlands und Desterreich- Ungarns bewährt; Italten werde sich einmal loslöfen. Die beiden verbleibenden Mächte mögen sich aber durch allerlet Koalitionchen nicht einschlichfern lassen. Sie sind vereint stark genug, um sich jedes Ueberfalles zu erwehren.- Harden wurde während des Vortrages wiederholt von lebhaftem Beifall unterbrochen.
Die Landung italienischer Truppen in Tripolts wird nach heute aus Romt eingetroffenen Meldungen fortgesetzt. Die Eingeborenen legen den Italienern gegenüber eine sympathische Haltung an den Tag. Dagegen wird aus dem Innern berichtet, daß die dortigen Eingeborenen sich zu einem energischen Widerstande rüsten. Die Hauptschwierigkeit für die türfischen Truppen besteht in der schwierigen Verprovian terung und Mangel an Munition. Der Aufruf des italienischen Oberbefehlshabers hat bei den Eingebore nen einen vorzüglichen Eindruck gemacht, indem er fle über die religiösen Fragen beruhigt hat. Gerüchtweise verlautet, daß in Tripolis ein trttscher Transportdampfer und zwet türkische Torpedoboote un welt der tunesischen Küste eingetroffen sind und 2000 Mann Truppen gelandet haben.
11)
Aus Eifersucht.
Roman von Mar Hoffmann.
( Nachdruck verboten.)
Eine Hohenzollernfeier wird für das Jahr 1915 geplant. Die Stadt Tangermünde wollte den 11. November 1911, den 500. Jahrestag des Einzuges Friedrichs I. in Tangermünde festlich begehen, ist aber nach der Kreuzzeitung" von Berlin aus benachrichtigt wor= den, daß der Kaiser eine nationale Feter für 1915 in Aussicht genommen habe. In diesem Jahre herrschen die Hohenzollern 500 Jahre über die Mark Brandenburg. Eine Eisenbahnarbeiterversammlung war am Sonntag in die Berliner Hasenheide einberufen worden, um zur Teuerung der Lebensmittel Stellung zu nehmen. Als dem sozialdemokratischen Landtagsabgeord= neten Hoffmann das Wort verweigert wurde, kam es zu einem großen Tumult. Schließlich verließ Hoffmann den Saal. Gleichzeitig erhoben sich etwa tausend Eisenbahnarbetter und entfernten sich gleichfalls unter Hochrufen auf Hoffmann.
Doktor Waldow zog vorsichtig seine Uhr, hielt ste fest in der Hand und wollte eben sagen:„ Es ist gleich dret," als der Strolch zugriff.
Haendler von der Potsdamer St. Nikolaikirche ernannt worden. Er gehört der positiven Richtung an.
Viertausend Studenten Bonns werden dem Katser bet seinem Aufenthalt in der Stadt am Donnerstag durch einen Fackelzug thre Huldigung darbringen. Der Kaiser nimmt den Fackelzug vom alten ehemaligen furfürstlichen Schloffe, der feßigen Universität, entgegen.
In Gegenwart von 150 000 Menschen wurde am Sonntag vom Präsidenten Taft der erste Spatenstich zu der Ausstellung in San Franzisko vollzogen. Das Gedränge war so start, daß itber hundert Personen ohnmächtig wurden.
Jubiläumsstiftungen einer chemischen Fabrik. Die chemischen Fabriken Weiler- ter- Meer in Uerdingen im Rheinland haben aus Anlaß ihres 50fährigen Bestehend 100 000 Mart für die Unterstützungskasse für Beamte und Arbeiter gestiftet. Außerdem erhält jeder Arbetter ein Jubiläumsgeschenk im Betrage von 5-50 Mart, je nach dem Dienstalter. Auch wurde den Arbettern ein fährlicher Urlaub bewilligt.
Das reiche England. Der allfährliche Bericht der britischen Steuerbehörde wurde am letzten Mittwoch veröffentlicht und bezieht sich auf das Jahr, das mit dem 31. März 1911 abschließt. 3weiundzwanzig glitchliche Leute in diesem Lande zahlten im letzten Jahr an Einkommensteuern mehr als eine Million Mark pro Kopf, rund weitere 251 hatten feder mehr als 200 000 Mark Steuern zu entrichten. An Einkommensteuer und Nach steuer ginoen im ganzen 60 505 094 Pfund Sterfing im Berichtstahre ein. Interessant ist, daß der Staat von den in fremden Ländern investierten Geldsummen ein Einkommen von 93 264 004 Pfund Sterling bezieht. Das Kapital dürfte jedoch ein bei weitem höheres fein, als in dem Bericht angegeben wird.
Das war schon keine Hand mehr, die da zupackte, das war eine Pranke am Ende eines Fangarmes. Gleichzeitig erhielt der Doktor etnen Stoß gegen den Magen, daß er nach Luft schnappte, die Uhr wurde ihm famt einem Stück Kette entrissen, und als er noch so viel Geistesgegenwart hatte, seinen Revolver hervorzuziehen, bekam er einen Schlag über den Kopf, daß er wie vom Blitz getroffen zusammenbrach. Er hörte noch et= nen Schuß fallen- lautes Rufen erscholl- dann wurde es schwarz vor seinen Augen und ihm schwanden die Sinne.
Als er wieder zu sich fam, war es heller Tag. Er lag in einem blüttenweißen Bett innerhalb eines ziem= Itch schmucklofen, aber sauberen Gemaches, in dem noch einige Betten standen, die aber leer waren. Eine weißgekleidete weibliche Gestalt, in der er sofort die Kranfenwärterin erkannte, fam Teise näher, blickte vorsich= tig nach ihm hin und sagte freundlich:" Guten Morgen, Herr Doktor! Nun, haben Sie gut geschlafen?"
Ein schweres Automobilunglück hat sich in Madrid ereignet. Ein mit vier Offizieren besetter Kraftwagen geriet plötzlich ins Schlendern und stürzte um. Die vier Insassen wurden in großem Bogen aus dem Gefährt ge schleudert. Die Verlegungen dreter Offiziere waren tödlich.
Die Spanier in Marokko. Aus Melilla wird gemeldet: Sonntag morgen griffen zahlreiche Marokkaner die spanische Stellung bet Ychhaven an. Das Gefecht dauerte bis zur Dunkelhett. General Ordonez, welcher den Kampf leitete, hatte in der Nähe einer Batterie Aufstellung genommen und angeordnet, das Feuer einzustellen und erst wieder zu eröffnen, wenn der Feind sich genähert habe. Das sollte sein Verderben sein, denn furz nachher streckten ihn zwet Kugeln nieder. Die Verluste der Spanter betrugen zwet f fiziere und 17 Soldaten verwundet. Die Verluste der Marokkaner sind sehr groß.
Wo bin ich?" fragte er letse. " Können Ste sich darauf nicht besinnen? und Ste müßten es doch eigentlich gleich erkennen! Im Kreisfrankenhaus!"
Wie tam ich hierher?"
" Von selber nicht! Vier Mann haben Sie gestern gegen Abend hierher getragen; denn es war doch ein stemlich weiter Wag, und einen Wagen gab es dort nicht, wo Sie lagen."
Er versant in Nachdenken und rief sich die letzten Gr= eignisse allmählich ins Gedächtnis zurück. Alles stand
Kleine Dachrichten.
Tragödie eines Professors. In der oberösterreichtschen Landestrrenanstalt Niedernhart hat sich der dort sett zwei Wochen untergebrachte, an Verfolgungswahnsinn leidende Professor der Theologie Dr. Ignaz Wild in einem unbewachten Augenblick erhängt.
Selbstmord einer ganzen Familie. Die Familie AlIoir. bestehend aus Vater, Mutter und zwet Kindern, in Lyon beging Selbstmord, indem sie Gift nahm. Die Mutter und die Kinder sind bereits gestorben, während der Vater in den letzten Zügen liegt.
Todessturz eines schweizerischen Fliegers. Der Flieger Schmidt aus St. Gallen ist Sonnabend abend aus fünfzig Meter Höhe abgestürzt. Beim Aufschlagen auf den Boden explodierte der Benzinbehälter, das Flugzeug verbrannte und der Flieger wurde als verfohlte Leiche unter den Trümmern hervorgezogen.
Das Prinzenpaar August Wilhelm von Preußen soll, wie verlautet, tm Schlosse Brühl bet Cöln dauernd Aufenthalt nehmen. Der Prinz wird wahrscheinItch bei der Regierung in Cöln tätig sein. Die Renovierung des Schlosses erfordert aber noch etwa ein Jahr, so daß die Ueberstedelung des Prinzenpaares vor dieser Zeit nicht zu erwarten ist.
Der neue Generalsuperintendent für Berlin ist in der Person des Superintendenten und Oberpfarrers
Starke Erdstöße wurden gestern in der Umgegens von Catania verspürt. In Macchia fiel eine Kirche ein und in Rondinella wurden einige Häuser zertrümmert. Mehrere Personen wurden getötet.
Jetzt wieder klar vor seinem geistigen Auge. Und da kam auch schon wieder diese fürchterliche Angst, und er richtete sich auf.„ Ich möchte fort!" sagte er hastig.
„ Aber ich bitte Sie, Herr Doktor!" rief die Wärterin erregt.„ Das geht doch nicht! Bet Ihrer Kopfverlegung!"
Aus den Gerichtssälen.
Ein neuer Spionageprozeß. Das Retchsgericht in Leipzig wird sich abermals mit einem Spionageprozeß beschäftigen. Angeklagt ist der Feingoldschläger Georg Kroher aus Sulzbach in Bayern. Kroher ist des versuchten Berrats militärischer Geheimnisse angeklagt. Ueber den Alkoholgenuß von Kindern hat das preußische Kammergericht in letzter Zeit eine bedeut> fame Entscheidung gefällt, und zugleich die Polizeiverfügungen, die sich mit dieser Frage beschäftigen, geprüft. In mehrfachen Polizeiverordnungen wird bestimmt, daß Kindern unter 14 Jahren Branntwein nicht verkauft werden darf. Diese Polizeiverfügungen wurden angefochten, aber vom Kammergericht bestätigt. Das Kammergericht führte aus, daß besonders bet Kindern dringend darauf geachtet werden müsse, daß ihnen Al= kohol in irgend einer Form nicht zugänglich gemacht werde. Selbst wenn die Kinder den Branntwein nicht zu eigenem Bedarf einkauften, sondern nur als Boten für Erwachsene kämen, set die Gefahr noch groß, daß sich die Kinder heimlich dem Schnapsgenusse ergeben. Aus diesem Grunde seien die Polizeiverfügungen durchaus berechtigt, den Gastwirten zu verbieten, daß sie den Kindern auch Branntwein in dem Falle verabreichen, wenn sie ihn nicht sofort selbst genießen, sondern auch als Botetn für andere Personen holen.
Erst jetzt merkte er, daß er eine Binde um den Kopf trug, und er erinnerte sich an den Schlag, den ihm der Strolch versetzt hatte. „ Wie
-
ging das alles zu?" fragte er.
" Glaubs wohl, daß Ste das nicht wissen! Nun, der Gendarm hat es sehr gut gemacht. Er kam gerade in dem Augenblick hinzu, als der Dieb mit Ihrer Uhr wegspringen wollte. Er zog seinen Karabiner, traf thn ins Bein und erhielt dann Hilfe, um Ste und den schlechten Menschen transportieren zu können. Im Grunde eine ganz einfache Geschichte, aber in den Zettungen steht heute ein ellenlanger Bericht darüber."
Bei dem Wort Zeitung schrack Waldow wieder zusammen. Was mochte man alles über thn geschrieben haben?
,, Ste fühlen sich übrigens jetzt ganz klar bel Sinnen, nicht wahr, Herr Doktor?" fragte die Wärterin aufmerksam.
" So ziemlich. Warum fragen Sie danach?"
" Es sind dret Herren da, die Ste zu sprechen wün
schen." Seine Miene verftusterte sich. Er biß die Zähne zusammen und sagte mit absichtlicher Anstrengung: " Lassen Sie sie eintreten!"
Vermischtes.
Graf Wolff- Metternich schreibt seine Memoiren. Wie verlautet, will Graf Wolff- Metternich im Untersuchungsgefängnis seine Memotren schreiben. Tem Grafen sollen von verschiedenen Verlagsanstalten schon Angebote für den Verlag dieses Sensationswerkes gemacht worden sein. Die Frau des Verurteilten hat thn, der thretwegen und nicht seinetwegen Revision einzuTegen gedachte, auf das entschiedenste davon abgeraten. Ste beabsichtigt, ihrem Manne nach der Verbüßung setner Strafe wieder eine Stellung bei einer Automobilfirma in Wien zu verschaffen, bei der er früher gearbettet hatte.
Auf den ersten Blick erkannte er die Herren, als sie eintraten und wußte auch den Zweck thres Kommens. Es war der Untersuchungsrichter von Scharffenstein, der Kreisphysikus Doktor Guhlke und der Krtminalkommissar Weide.
,, Guten Tag, werter Herr Doktor!" sagte der erstere unbefangen.„ Nun, wie ist das Befinden?"
Revolverattentat einer Geisteskranken am Posts Schalter. Die geisteskranke Näherin Stolzenwald verfuchte Freitag früh auf dem Postamte 50 in der Marburgerstraße in Charlottenburg den diensthabenden Bostassistenten zit erschießen, konnte aber durch das Dazwischentreten eines Postschaffners, der der Frau die Mordwaffe aus der Hand schlug, an threm Vorhaben gehindert werden. Mehreren Hinzuellenden gelang es, die Nasende zu überwältigen. Auf dem Boltzetpräftdium wurde festgestellt, daß die Frau an Verfolgungs
,, Danke, ganz leidlich!" versetzte er möglichst ungezwungen.
" Freut mich! Freut mich! Ich kann Ihnen übrtgens mitteilen, daß man den Menschen, der den Ueberfall auf Sie gemacht hat, ergriffen hat. Wenn die ziemItch bedeutende Wunde, die er durch den gutgezielten Schuß des Gendarmen in den Oberschenkel bekommen hat, geheilt sein wird, so wird er seine wohlverdiente Strafe erhalten. Ja, ja, so leicht entgeht doch kein Verbrecher seiner Bestrafung." Es kam dem Doktor so vor, als wenn ihn der kleine, energische Herr bet diesen Worten sehr scharf beobachtete.
,, Wie kamen Sie übrigens nach fener ziemlich abgelegenen Gegend, Herr Doktor?" fragte der Kommisfar wie nebensächlich.
„ Ich
-
ich hatte mich verirrt." Hatten Sie einen Spaziergang gemacht?" " Ja. Das heißt, nicht so einen gewöhnlichen Spas atergang-"
Wohin wollten Sie eigentlich?"
,, Das weiß ich selbst nicht."
Hatten Ste einen
Der Kommissar warf dem Untersuchungsrichter verstohlen einen vielsagenden Blick zu. besonderen Grund, sich von Ihrem Heim wegzubege= ben?"
„ Das gerade nicht="
„ Hm," machte der Untersuchungsrichter trocken. „ Vielleicht doch? Vielleicht wegen der zwet Tausendmarkscheine?"
Dem Doktor brach der Schweiß auf der Stirn hervor. Sie wissen?" fragte er zaghaft.
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nur Elte
„ Was sollen wir wissen? Wir wissen nur, daß Ste im Besitz von zwet Tausendmarkscheinen waren, die zu der bei dem Regierungsrat gestohlenen Summe geHörten. Wie kamen diese in Ihre Hände?"
„ Auf ganz natürliche Weise.*
Auf welche war das?"
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