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ringen angefüllt und fam so, bis zum Sinten beladen, in ben Hafen. Unter der Masse der Heringe befanden sich bet fedem Kutter etwa zwanzig Körbe Sprotten, so daß jezt anscheinend doch noch Aussicht vorhanden ist, reine Sprot­tenzüge in und vor der Elbe anzutreffen. Das Fang­ergebnis rief einen lebhaften Verkehr am Fischmarkt her­vor, war jedoch, da die Schiffe unerwartet eintrafen, für ben Bedarf viel zu groß.

Ein Gattenmord durch Versehen der Post verhütet. Ein nicht alltäglicher Zufall hat, wie aus Trier gemeldet wird, einen Gattenmord verhütet und einer Giftmischerin bas Handwert gelegt. Eine verheiratete Frau aus der Trierer Gegend schrieb ihrem eben nach St. Marie aug Chenes verzogenen Liebhaber, dem Bergmann Johann Schmig, er möge thr von einer bewußten Frau ein schär feres Gift besorgen, da das letzte Gift nicht gewirkt und ihr Mann absolut taputgehen müsse". Der Brief wurde infolge ungenauer Aufschrift einem Namensvetter des Adressaten, dem Wirt Johannes Schmitz in St. Marie aux Chênes, zugestellt, der natürlich der Polizei sofort von dem Inhalte des Briefes Mitteilung machte. Der Berg­mann sowie die Frau die das Gift bereiten sollte, wie auch die ehebrecherische Gattin wurden verhaftet.

Freudiges Ereignis im Gefängnis. Jm hamburgi­schen Zentralgefängnis zu Fuhlsbüttel sigt eine Frau, die megen irgend eines Vergehens sechs Jahre abzubüßen hat. Jeht, nach vier Jahren ihrer Gefangenschaft, stellte sich, wie dem ,, B. T." geschrieben wird, bei ihr ein neuer Welt­bürger ein. Darob allgemeine Verwunderung und Ent­Legen im ganzen Gefängnis. Erst nahm die Wärterin die Frau ins Verhör, dann die Oberwärterin, dann kamen ganz hohe Instanzen. Allen aber erklärte die Frau halb verschämt und halb entrüstet, daß, solange sie im Gefäng nis sei, niemand sich ihr genaht habe. Am liebsten hätte die Beamtenschaft dies geglaubt; denn es lag sonst eine Pflichtvergessenheit vor. Angesichts des strampelnden und Schreienden Corpus delicti mußte man aber trotz des be­sten Willens, die Angaben der Frau für richtig zu halten, bei der Meinung bleiben, daß sie log. Nachdem das Ge fängnispersonal beschworen hatte, daß einem Manne tein Einlaß in die Frauenabteilung gewährt worden, und daß auch fein Beamter der Schuldige sei, nahm sich die höchste Instanz der Sache an. Dieser gelang es nach einiger Mühe, die Frau zu einem Geständnis zu bringen. Sie war vor einiger Zeit in dem Gefängniswagen zum Gericht transportiert worden, um als Zeugin vernommen zu wer­den. Mit ihr befand sich im Wagen ein Zuchthäusler, der zu einem ähnlichen Zweck dem Gericht vorgeführt werden sollte. Während der Wagen vorn und hinten durch Po­lizisten bewacht wurde, geschah drinnen das, was zu er­fahren alle Instanzen sich mehrere Wochen lang vergeb= lich bemüht hatten.

Und Roß und Reiter sah man niemals wieder." Bei der Reinigung des Teiches im Schlosse von Mars la Tour fand man die Stelette eines deutschen Reiters und seines Pferdes, sowie den Helm des Soldaten. Der Helm war noch ziemlich gut erhalten. Man nimmt an, daß der Sol­dat an der berühmten Reiterattade am 16. August 1870 bei St. Privat in der Schlucht von Grisieres teilgenom men hatte, bei der er jedenfalls verwundet wurde, aber auf seinem Pferde sitzen blieb. Das Pferd dürfte dann gescheut und durchgeganen sein und stürzte in der Dunkel­heit in den Teich, wo es mit dem Reiter ertrant.

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gegnet ihm ein Freund, der ebenfalls Liebhaber des Kar-| rens ist. Dieser äußert seinen Wunsch dem Freunde ge= genüber und beauftragt ihn, da er keine Zeit habe, für ihn ebenfalls auf den Karren zu bieten. Die Versteigerung nimmt ihren Verlauf und endlich kommt auch der ersehnte Karren an die Reihe. Unser guter Mann bietet, obgleich schon lange niemand mehr ein Angebot macht. wacker drauf­los. Dem Ausrufer fällt die Sache auf, und er fragt den Käufer nach der Ursache seines Vorgehens. Ganz gemüt lich gibt ihm dieser zur Antwort:" Das zweite Angebot ist immer für mich und das erste für meinen Nachbar, dem ich versprochen habe, für ihn ebenfalls auf den Karren zu bieten." Leider konnte der Ausrufer darauf nicht ein­gehen, und der Bauer mußte den Gegenstand, den er sich selbst verteuert hatte, auch behalten. Der gute Mann ge= hört entschieden nach Schildburg!

Wie man in China Manuskripte ablehnt. Der Chinese ist bekanntlich so höflich, daß er unter feinen Umständen einem andern etwas sagen würde, was diesen verletzen fönnte. Nirgends dürfte daher der Satz von der Sprache, die dazu diene, die Gedanken zu verbergen, mehr am Playe [ ein als in China. Man erfindet dort lieber die fabel­haftesten Märchen, als daß man es wagte, der Eitelkeit et­nes anderen zu nahe zu treten. Ein Beispiel dafür ist nach­stehender Brief, den ein chinesischer Redakteur an einen Autor schrieb, dessen eingesandte Arbett ihm mißfiel. Ich habe Ihr Werk gelesen und bin davon entzückt. Ja, ich schwöre Ihnen bei der heiligen Asche meiner Vorfahren, daß ich noch nie im Leben eine bessere Arbett gelesen habe. Deshalb befürchte ich, daß Seine Majestät, unser hocher­habener Kaiser und Herr, sich, wenn wir es druckten, so da­für begeistern würde, daß er uns aufs strengste untersagte, jemals wieder etwas drucken zu lassen, was nicht an die­ses herrliche Werk heranreichte. Und da in den nächsten tausend Jahren wohl kaum wieder eine Dichtung von ähn= licher Größe geschrieben werden wird, senden wir Ihnen Ihr göttliches Manuskript mit unsagbarem Bedauern zu­rück und bitten Sie vielmals um gütige Verzeihung."

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Hermann Sndermanns nenes Drama ist, wie die Nat. 8tg." mitteilt, soeben vollendet worden. Es handelt sich um eine fünfaftige Tragödie. die den Titel Der Bettler von Syrakus" führt und im Altertum spielt. Das Drama dürf­te wegen Besetzungsschwierigkeiten in der laufenden Satson kaum noch zur Aufführung kommen.

Radium bei Gicht und Rheuma. In der Berliner Me­dizinischen Gesellschaft sprach Professor Wilhelm His über die Erfahrungen, die er mit der Behandlung von Gicht und Rheumatismus mit Radium gemacht hat. Es wurden von thm 100 Fälle von chronischem Rheumatismus mit Radium behandelt. Die meisten zeigten bedeutende Besserung. fünf Patienten wurden nahezu geheilt; bemerkenswert ist der Fall eines achtjährigen Kindes, bei dem nach achtwöchiger Behandlung eine ganz bedeutende Besserung erzielt wurde. Die Erfahrungen mit Radiumbehandlung lehren, daß die Schmerzen meist abnehmen, die Kontrakturen zurückgehen umo erhebliche Besserungen eintreten. Von 28 Fällen ech­ter Gicht wurden 24 gebessert und nur vier blieben unge­bessert. Innerhalb einiger Wochen verliert das Blut set­nen Harnsäuregehalt. Die Hetlmethode besteht teils in Einatmung der Radiumemanation in Emanatorien, teils in Injektion von radiumhaltigen Salzen, teils in Radium­Trinkkuren. Die Heilungschancen sind umso günstiger, je früher die Fälle zur Behandlung fommen; dabei ist zu be­merken, daß sich oft im Beginn der Behandlung eine er­höhte Reaktion einstellt. Der Referent, Prof. His, warnte aber vor übertriebenem Optimismus.

Der schwarze Tod" als Passagier.

Unter der Ueberschrift: Die Eisenbahn der Leichname" veröffentlichen Petersburger Blätter ein Stimmungsbild, das ihnen aus dem Pestgebiete zuging, und das die Pest in ihrer ganzen Grausigkeit schildert:

Ein Bild von dem chinesischen Bahnhof zu Fuan Die Eisenbahn, die mehrere Stunden durch chinesisches Ge­biet ohne Unterbrechung gefahren ist, soll eben auf dem Bahnhofe einlaufen. Man wartet, da eine Verspätung an der Tagesordnung ist. Au fdem Bahnhofe wandeln grau­fige Gestalten, Eisenbahnbeamte, die mit Pestmasken be= deckt sind. Der Zug kommt aus dem Gebiete, wo die Pest am schrecklichsten wütet. Endlich fährt der Zug langsam, ächzend und stöhmend auf dem Bahnhofe ein. Man ist ge­wöhnt, daß sich dann schnell die Türen öffnen und die Leu­te, froh, die lange Fahrt überstanden zu haben, schnell aus den schmutzigen Eisenbahnabteilen springen zu sehen. Der Zug fährt nur Wagen geringster Sorte und Ausstat­tung, da nur arme Leute diesen Zug benutzen. Er macht einen erschreckenden Eindruck, und man glaubt, daß die Best um ihn schwebe, als er endlich mit frächzendem Geräusch frehen bleibt. Nichts rührt sich... Die Türen bleiben ge= schlossen.. man wartet, ob nicht an diesem belebten Bahn­hof ein Mensch aussteigen wird. Aber alles bleibt tot. Die Schaffner in ihren schaurigen Masken fangen nun an, laut zu schreien: Fuan! Aussteigen!" Aber niemand ist zu se hen. Die Schaffner laufen an den Wagen entlang und öffnen die Türen. Dabei rufen sie unausgesezt: Fuan! Fuan!" Es scheint, als ob der Zug leer wäre. Man sieht aber an den Fenstern Kleidungsstücke hängen, die davon Zeugnis ablegen, daß Passagiere in dem Zug vorhanden find. Bevor der Stationsvorsteher das Zeichen zur Ab­fahrt gibt, kommt ihm ein Argwohn, was diese eigenartige Stille bedeuten solle. Selbst mit einer Peſtmaske angetan, ruft er die anderen Eisenbahnbeamten herbei und spricht mis ibnen leise. Dann gehen sie an die geöffneten Türen, Er die Aechzen und Stöhnen dringt. Sie steigen die ufen zu dem Eingang der Eisenbahnabteile hinauf und feber in die Wagen hinein. Entsetzt fahren sie zurück, denn cs bietet sich ihnen ein furchtbarer Anblid. Der schwarze Tod" hockt als grausiger Gast auf den Holzbänken der Ei­senbahnwagen und hat den größten Teil der Passagiere be­reits mit seiner furchtbaren Sichel gefällt. In den wenigen Stunden, in denen die Eisenbahn durch die Pestgebiete Fuhr. find fast die Hälfte der Passagiere der Krankheit er­Legen, so daß der Eisenbahnzug fast nur Leichen befördert hat. Die anderen, die noch nicht vom Tode dahingerafft worden sind, sind ihm aber trotzdem schon verfallen, denn die fürchterliche Krankheit hat auch bereits sie ergriffen. Darum die Stille, als der Zug auf dem Bahnhof einfuhr; darum das Schweigen des Todes in allen Wagen. Die un­geheuere Dampfmaschine, die sonst nur dem Verkehr dient, führte öte Pest von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf. Es war im wahrsten Sinne des Wortes ein Eisenbahnzug der Letchname.

Ein englischer Arzt gegen die Abstinenz. Es ist noch nicht lange her, als sich der in englschen ärztlichen Krei­sen hochgeschätzte Dr. J. Mortimer Granville, über die Unhaltbarkeit der Lehre von der völligen Alkoholabstinenz folgendermaßen äußerte: Mäßiger Genuß von Wein oder Bier ist eine Wohltat für den Körper., Es ist meine in­nigste Ueberzeugung, daß vollkommene Abstinenz von Wein und Bier ein viel schlimmers Uebel für die Mensch­heit ist, als gelegentliches Uebermaß beim Trinken jener Spirituosen. Ich weiß, daß ich mich im Widerspruche mit der Majorität aller derjenigen ärztlichen Schriftsteller be­finde, welche über dieses Kapitel geschrieben haben, aber ich bin von meiner Behauptung, der eine mehr als 40­jährige Erfahrung und Beobachtung zugrunde liegt, so aus der innersten Tiefe meines Herzens heraus überzeugt, daß es von meiner Seite ein Fehlen moralischen Mutes sein würde, meine Meinung nicht öffentlich auszusprechen. Es ist meine unerschütterliche Ansicht, daß dem menschlichen Organismus und seinen Funktionen, sowohl den physi­schen, als moralischen, durch den Abstinenzwahn mit sei­nem Gefolge unberechenbarer Schaden angetan wird. Es bedarf keines Beweises, daß der Durchschnittsengländer den Einflüssen von Krankheitsstoffen viel weniger gut Widerstand zu leisten imstande ist, als vor 40-50 Jah­ren, und er erholt sich bedeutend langsamer nach einer schweren Krankheit, als in der Zeit, in welcher ein gutes Glas Wein oder ein Trunk gesunden Ales oder Porters einen Teil der täglichen Mahlzeit ausmachte. Eine sorg­fältige statistische Zusammenstellung im allgemeinen, so­wie der klinischen Beobachtungen im besonderen zeigt deut­lich, daß eine Menge Krankheiten, wie Auszehrung und Krebs, Diphtherie, Gicht, Nervenleiden aller Art und viele fleinere förperliche Beschwerden ihren Ursprung in der Abnahme der vitalen Kräfte des Organismus haben, wel­che bei ausschließlichem Gebrauche des reinen oder Mine­ralwassers, statt des stärkenden Hopfen-, Malz- und Trau­bengetränkes, mehr oder weniger rasch zutage treten. Ich bin mir voll bewußt," fährt Dr. Granville fort ,,, welche große Verantwortlichkeit ich als Arzt und Mensch über­nehme, indem ich obige Grundsätze ausspreche, aber in je­ner zweifachen Eigenschaft glaube ich, Stlave meiner Pflicht sein zu müssen, ohne irgendwelche Rücksichten au nehmen. Jener fanatische Kreuzzug, welcher gegen das Trinken von Wein und Bier Mode geworden ist, ist zu weit gegangen, er hat die legitimen Grenzen einer Wohl­tat für das Menschengeschlecht überschritten und Verhält­nisse angenommen, welche dem Gesamtwohl schädlich sind. Die Verlobungsvilla". Die neueste Errungenschaft auf uraltem Gebiete ist sicherlich die Verlobungsvilla", großen deren Entdeckung wir dem Inseratenteil einer Dresdener Tageszeitung verdanken. Es heißt dort: Ver­lobungsvilla( ein Glüdshaus, in 5 Jahren 4 glüdliche Heiraten), prächt. Lage Nähe Chemnitz, viel Bahnverbin­bung, solider Bau, gr. Garten, fortzugshalber unt. günsti­gen Bedingungen verkäufl. Gefl. Off. u. L. 1561 an d. Exp. d. Bl." Kann man noch mehr verlangen?! Wie wäre es übrigens, wenn ein Konsortium die ,, Verlobungs­billa" übernähme und an töchterreiche Familien leihweise bgäbe?

Ein guter Kerl. Die Solothurner Zeitung" erzählt folgendes Geschichtchen, das sich im Kanton Solothurn zu­getragen hat. Ein schlichter Bauersmann begibt sich zu etner öffentlichen Versteigerung landwirtschaftlicher Geräte, um fich einen Karren zu faufen. Auf dem Wege dabin be­

Ein Flug in die Sahara.

In der Hamburger Geographischen Gesellschaft ent­wickelte der Bezirksgeologe Siegert( Berlin) einen Plan, mittels eines lenkbaren Luftschiffes die östliche Sahara zu überfliegen. Dieser Teil der Sahara ist noch ganz uner­forscht. Einigermaßen bekannt ist das sich dem Niltal west­lich anschließende Wüstenplateau mit dem es begrenzenden Gebiet der Inbischen Dasen. Nach lekterem folgt aber ein 500 Kilometer breiter Gürtel von Sanddümenfeldern, der gänzlich unbekannt ist und mit den üblichen Reisemethoden auch nicht erforscht werden kann. An dies Gebiet schließt fich eine mehr bekannte Sand- und Geröllebene. Siegert hält die Ueberquerung der Wüste für wohl ausführbar, und zwar sowhl an der Küste des Mittelländischen Meeres, wie

vom Niltale aus. Die Entfernung von einem Punkte zum andern beträgt etwa 1500 Silometer. Bei einer Eigenge schwindigkeit von etwa 30 kilometern in der Stunde und einer Windgeschwindigkeit von 20 Kilometern würde diese Strede in ungefähr 30 Stunden zurückzulegen sein.

Zu bevorzugen wäre die Abfahrt an der Mittelmeer­füste mit dem Niltale als Ziel, weil sowohl im Sommer, wie im Winter in der östlichen Sahara nordwestliche und nördliche Winde vorherrschend sind. Die Anfangs- und Endstrecke dieser vollständigen Ueberquerung der Wüste müßten durch Automobile, welche die nötigen Hilfsmittel bet sich führen, gesichert werden. Die Gefahren, die dem Luftschiffe drohen, bestehen besonders in den großen Diffe renzen der Luftemperatur und in der Sonnenstrahlung, durch welche Blutwinde. Staubstürme und Gewitter hervor gerufen werden. Es ist daher selbstverständlich, daß nicht sofort eine Durchquerung unternommen wird, sondern zu= nächst erst zahlreiche Vorversuche angestellt werden. Für den Anfang wäre eine Landung in der Wüste zu vermeiden Aber auch ohne dies lassen sich interessante wissenschaftliche Aufgaben lösen.

Das Projekt hat, wte der Gelehrte hervorhob, bereits die lebhafte Zustimmung einer ganzen Reihe bedeutender Gelehrter, namentlich auf den Gebieten der Geographie, Geologoie, Meteorologie und Luftschiffahrt, gefunden. Die Kosten der Expedition werden auf etwa 900 000 Mark ver­anschlagt. Siegert wies darauf hin, daß für das Jahr 1911 in Deutschland für Ballons Flugpreise von über drei Mill. Mark zur Verfügung stehen, und schöpft daraus die Hoff­nung, daß sich auch Mittel finden würden für ein größeres nationales wissenschaftliches Unternehmen, durch das der Name der Geber für alle Zeiten mit der Inaugurierung einer neueren Periode der Entdeckungsfahrten verbunden wäre.

Drabtnachrichten und neuestes.

Probefahrt mit der elektrischen Vollbahnlokomotive. Berlin, 16. Februar. Die erste preußische Vollbahnlo­tomotive mit elektrischem Betrieb hat sich bei den Versuchen auf der Strecke Dessau- Bitterfeld sehr gut bewährt. An den Probefahrten nahmen Vertreter der preußischen und fächsischen Staatsbahnen sowie der Siemens- Schudertwerke, die die elektrische Ausrüstung geliefert, und der Hannover­schen Maschinenbau A.-G., die die mechanischen Teile ge= baut haben, tell Die Fahrten verliefen zur vollsten Zu­friedenheit aller Beteiligten. Es wurde mit einem Versuchs­zuge von 260 Tonnen anstandslos eine Geschwindigkeit von 105 Kilometern in der Stunde erreicht. Das schnelle An­ziehen der Lokomotive und der ruhige Lauf, auch bei hoher Fahrtgeschwindigkeit wurde allgemein anerkannt. Dem­nächst sollen weitere Versuchsfahrten im Beisein des preu­ßischen Eisenbahnministers stattfinden, bei welcher Gelegen­heit auch die höchste für den Betrieb zugelassene Fahrge­schwindigkeit von 130 Kilometer in der Stunde angestrebt werden wird. Der gänzliche Uebergang zum elektrischen Betrieb auf der Strecke Dessau- Bitterfeld wird nach dem günstigen Ergebnisse dieser Probefahrten in Kürze zu er­warten sein.

An einem Schlafpulver gestorben.

Altona, 16. Februar. Ein hiesiger Geschäftsmann, der seit längerer Zeit frank war, nahm vor etwa zehn Tagen ein Schlafpulver ein, nach dem er in einen fechstägigen Schlaf verftel. Damn starb er, ohne das Bewußtsein wte­der erlangt zu haben Es ist eine Untersuchung eingeleitet, um festzustellen, von wo der Kaufmann das Pulver er­halten hat.

Die Lohnbewegung in der Weißenfelser Schuhindustrie. Weißenfels, 16. Februar. In der Lohnbewegung der hiesigen Schuhfabrikarbeiter haben die Fabriken beschlos= sen, die Arbeitszeit vom 1. Oftober ab wöchentlich um zwei Stunden zu kürzen und vom 1. Oktober 1912 ab um eine wettere Stunde, so daß also die stündige Arbeitszeit ein­geführt würde. Die Festsetzung der meunstündigen Arbeits­zeit lehnten die Fabrikanten für absehbare Zeit ab. Für Ueberstunden sollen 25% mehr bezahlt werden. Die Ar­better sollen sich aber verpflichten, innerhalb vier Jahren nicht mit neuen Forderungen zu kommen. Kommt es zu einem Streif, so werden sämtliche Fabriken geschlossen. Mordtat an der russischen Grenze.

Breslau, 16. Februar. An der russisch- schlesischen Grenze wurden zwei Fuhrwerke von russischen Räubern über­fallen, die Kutscher ermordet und die Insassen ihres Geldes im Betrage von 12 000 Mark beraubt.

Unbestätigte Meldung über eine Schiffskatastrophe. Paris, 16. Februar. Ein in den Hafen von Rouen einlaufendes spanisches Schiff teilte dem spanischen Kon­ful mit, daß ein anderes spanisches Schiff, das zugleich mit thm aus Rotterdam ausgelaufen war, infolge eines Un­wetters Schiffbruch erlitten habe. 70 Mann von den Paffa­gieren und der Besatzung sollen dabei umgekommen sein. Eine Bestätigung der Aussagen liegt bisher nicht vor. Der Papst leicht erkrankt.

Rom, 16. Februar. Wie Offervatore Romano mel-, det, ist der Papst an einer Erkältung erkrankt, die er sich gestern nachmittag zugezogen hat. Aus diesem Grunde sind die üblichen Audienzen für heute abgesagt worden. Trt=. buna schreibt, daß die Temperatur gestern abend auf 37,8 Grad gestiegen sei. Die aroßen Bronchien sind leicht in Mitleidenschaft gezogen. Die Krankheit ist jedoch feines­wegs ernster Natur. Wegen des hohen Alters des Papites haben die Aerzte Ruhe und strengîte Diät verordnet. Man hofft, daß die Krankheit in vier Tagen behoben sein wird. Unfall des portugiesischen Kriegsministers. Lissabon, 16. Februar. Als der Kriegsminister die Kaserne in Guarda besichtigte, brach der Fußboden des Em-> pfangsgebäudes ein. 150 Personen wurden verletzt.

Handel und Verkebr.

Caffel, 14. Februar. Schlachtviehpreise: 1. Rinder: A. Ochsen: a) vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwer­tes, die noch nicht gezogen haben( ungejocht) Schlachtgewicht 82-84 M, b) vollfleischige ausgemästete im Alter von 4 bis 7 Jahren 80-84 M, c) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästtet 75-78 M, d) mäßig genährte jün­gere, gut genährte ältere 68-73 M. B. Bullen: a) voll­fleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 78-80 M, b) vollfleischige junge 75-76 M, c) mäßig genährte jüngere, gut genährte ältere 72-73 M. E. Färsen und Kühe: a) voll­fleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 79 bis 81 M, 6) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten, Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 76-78 M, c) ältere aus­gemästete ühe und wenig gut entwidelte jüngere Kühe. und Färsen 72-75 M, d) mäßig genährte Kühe und Färsen 64-66 M, e) gering genährte Kühe und Färsen 60 M. D. Gering genährtes Jungvieh( Fresser)- M. II. Kälber. M, 6) ( Lebendgewicht.) a) Doppellender feinster Mast feinste Mastfälber M, c) mittlere Mast- und beste Saug­fälber M, D) geringere Mast- und gute Saugfälber 50 bis 54 3, e) geringere Saugfälber 45 48 3. III. Schafe.' A. Stallmastschafe:( Schlachtgewicht). a) Mastlämmer und jüngere Masthammel mit Wolle 80-82 M, desgleichen ohne Wolle 75-76 M, b) ältere Masthammel, geringere Mast lämmer und gut genährte junge Schafe 72-74 M, c) mäßig M. B. Weide­genährte Hammel und Schafe( Merzschafe) mastschafe: a) Mastlämmer- M, b) geringere Lämmer und Schafe M IV. Schweine,( Schlachtgewicht.) a) Fett­schweine über 150 Rigr. M, b) vollfleischige von 120-150 Kilogr. 64-65 M, c) vollfleischige von 100-120 Igr. 62 618 63 M, d) vollfleischige von 80-100 Igr. 60-61 M, e) voll­fleischige unter 80 Kilogr.59 M, f) unreine Sauen und ge­schnittene Eber 55-57 M.

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