Einzelbild herunterladen

Deutscher Reichstag.

Nach Abschluß der allgemeinen Debatte zum Marineetat wurde am Mittwoch der Titel Ministergehalt wie die Zu­lagen bewilligt; ein sozialdemokratischer und fortschrittlicher Antrag auf Wiederherstellung der Heizerzulage wurde in namentlicher Abstimmung abgelehnt, dagegen entsprechend der Kommission die halbe bewilligt. In der Einzelbera­tung wurde sodann eine Resolution auf Neuordnung der Arbeitszett der Beamten und Verbilligung der Kanzleibe­amten angenommen. Im weiteren Verlauf begründete Abg. Hue eine sozialdemokratische Resolution auf Beteiltg­ung der Arbeiterausschüsse, Hinwirkung auf den Abschluß von Tarifverträgen und Bevorzugung von tariftreuen Fir men bet Marinelieferungen. Staatssekretär v. Tirpig wies nach, daß den Wünschen, soweit fte erfüllbar, bereits ent sprochen wird, daß es sich bei Förderung der Tarifverträge um ein Prinzip handelt, über das nicht einseitig vom Ma­rineamt entschieden werden kann, daß darin vielmehr im Einvernehmen mit allen Ressorts vorzugehen set. iteber

die Resolution wird Donnerstag wieder namentlich abge­stimmt werden. Die weitere Besprechung betraf Einzel­fragen, wie die Dienstkleidung, Uniformterung, Reisekosten. Zum Schluß brachte Abg. Weber( mtl.) eine neue Lesart zum Unterseebootsunglück vor. Es sollen zwet Privat­werften erste Hilfe angeboten haben, aber abgewiesen wor den sein. Der Staatssekretär erwiderte, die Hülfe der Prt­vatwerften würde wohl nichts genützt haben, denn u 8 set noch in der Lage gewesen, mit eigener Kraft nach dem Lande zu fahren. Der Staatssekretär fann sich nicht vorstellen, daß eine Chance, die sich geboten hätte, nicht ausgenutzt worden wäre. Es handle sich jedenfalls um ein vages Gerücht. Am Donnerstag wird die Beratung fortgesetzt.

Eine Rede des Reichstanzlers.

Auf dem Festmahl des Deutschen Landwirt­schaftsrates am Mittwoch abend, dem auch der Re­gent von Braunschweig, Herzog Johann Albrecht zu Meck­lenburg, beiwohnte, hielt die erste Rede Graf Schwerin­Löwiß, in der er einen Rückblick auf die markantesten Erscheinungen in der deutschen Landwirtschaft während der letzten Jahre warf und die Notwendigkeit der Aufrechter= haltung des Schutzes der nationalen Arbett aller Erwerb8­stände betonte und die mit einem Hoch auf den Kaiser schloß. Darauf erhob sich der Reichskanzler zu einer Rede. Er dankte zunächst dem Grafen Schwerin- Löwitz für seine Ausführungen über den ländlichen Wertzuwachs. Es habe nahe gelegen, daß Graf Schwerin- Löwiß im Zusammen­hang damit von der ländlichen Verschuldung ge= sprochen habe. Diese habe ihren Grund darin, daß der Zu­wachs zu allermeist nicht zur Schuldentilgung, sondern zur Investierung des laufenden Betriebes verwandt werde. Darin liege eine Erklärung für unsere landwirtschaftliche Verschuldung. Die Kapitalinvestierung habe aber nur dann eine Berechtigung, wenn sie nicht zur Steigerung des Luxuswertes, sondern zur Steigerung des Ertragswertes benutzt werde, um unvermeidliche Rückschläge durch schlechte Witterung oder schlechte Preise ohne Zusammenbruch zu überwinden. Ich danke dem Grafen Schwerin- Löwit ins­besondere für die unumwundene Anerkennung der überaus hohen Preise einzelner Fleischsorten im ver­gangenen Jahre, die eine ungewöhnliche Höhe erreicht haben. Das sei nicht mit den gewöhnlichen Schlagworten von agrarischer Profitgier" und Fleischteuerungsrummel" abzumachen. Am letzten Ende handele es sich darum, ob die deutsche Landwirtschaft ihre Viehhaltung vergrößern und verbessern wolle. Es sei eine Pflicht der Landwirtschaft, die­se Aufgabe mit allen Mitteln zu lösen. Das kann sie aber nur, wenn sie einen nachhaltigen Seuchenschutz genießt, und der soll ihr gewährt werden: Unsere Wirt­schaftspolitik beruht zugleich auf dem Willen und der Fähigkeit der deutschen Landwirtschaft, die Ernährung des Rolfes immer unabhängiger vom Auslande zu gestalten. Dieser Wille muß zur Tat gemacht werden. In seiner Kaiserrede am Geburtstage Sr. Majestät hat Graf Schwe rin- Löwitz darauf hingewiesen, daß die 17 Millionen Deut­Iche, um die das Reich unter der Regierung unseres Kaisers zugenommen hat, alle im Lande Nahrung und Unterkunft gefunden haben. Wir müssen dafür sorgen, daß immer mehr Deutsche einen Fleckon Lond ihr eigen nennen können. In Preußen hat man begonnen, die innere Koloni fa= tion mehr als bisher zu betreiben. Was notwendig ist, ist, das platte Land stärker zu besiedeln. Der Deutsche Landwirtschaftsrat muß dafür sorgen. daß das Interesse für diese Frage in immer weitere Kreise, in das ganze Vater­land bringt. Die ganze Arbeit des Deutschen Landwirt­schaftsrates hat gezeigt, daß er seine Reit versteht und in ihr wirksamt ist. Hoffen wir, daß er das auch in Zukunft tut.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Keine Verhandlungen mit dem Vatikan. Das Ber­liner Tageblatt" erweckt den Anschein, als seien von Ber­lin beim Vatikan diplomatische Verhandlungen oder in anderer Form Bemühungen im Gange, um die Zulassung

Der Familienschmuck der Wallutfeffs.

Kriminalroman von Freifrau G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.)

84)

eines Kaiserbesuches in Rom zu erlangen. Die Nord­deutsche Allg. 3tg." stellt fest, daß selbstverständlich von solchen Verhandlungen mit der Kurie in keiner Weise die Rede ist.

Die Reichstagstommission für die elsaßlothringische Verfassung entschied sich mit großer Mehrheit für den le­benslänglichen Etatthalter, der auf Vorschlag des Bun­desrats vom Kaiser unter Gegenzeichnung des Reichskanz­lers ernannt werden soll und nur durch Bundesratsbe­schluß abberufen werden kann. Die Regierung machte ge­gen den Beschluß starte Bedenken geltend. Weiterhin be­antragte eine Klausel, daß diese Abberufung durch 14 Bundesratsstimmen verhindert werden könne; sie wurde gestrichen. Die Boltspartei hatte beantragt, daß der le= benslängliche Statthalter vom Kaiser auf Vorschlag des elsaß- lothringischen Landtags zu ernennen sei. Dieser Antrag fand jedoch nur die Unterstützung der Sozialde­mokratie. Die Sozialdemokraten selbst wollten nur den Statthalter vom Landtage auf fünf Jahre wählen lassen, doch blieben sie mit diesem Vorschlage allein.

In hochgespannter Erwartung stand Robert White, als es dunkel wurde, an der Tür des R.schen Restaurants und blickte auf die Straße hinaus. Er hoffte, Jims lang aufgeschossene, fnabenhafte Gestalt zu sehen. Aber er be­merkte sie nicht.

Bei der Weiterberatung des Militäretats in der Budgettommiffion des Reichstags führte der preußische Kriegsminister aus, die Zivilversorgung der Militäran­wärter liegt der Militärverwaltung sehr am Herzen. Die Aussichten sind aber nicht schlecht, da bereits Zivilanwär ter eingestellt werden mußten wegen des Mangels an ge­eigneten Militäranwärtern. Die Schwierigkeit liegt da rin, daß der Mann die Stelle findet, die ihm paßt. Auf eine Anfrage erklärte der Kriegsminister, die Bezirks­fommandos führten feine Listen über die politische Ge­sinnung der Mannschaften des Beurlaubtenstandes. Die Frage, die blaue Uniform durch feldgraue ersetzen zu lassen, ist noch in der Schwebe Die Heeresverwaltung steht ihr vorläufig neutral gegenüber. Es muß erst erprobt wer­den, wie die feldgraue Uniform sich im Frieden trägt.

Um kein Aussehen zu erregen, setzte sich der Geheim­polizist an ein Tischchen, bestellte Whisky und Sodawasser und zündete sich eine Zigarre an. Es tamen und gingen viele Menschen in dem Restaurant. Der Platz, den White gewählt hatte, war von einigen hohen Blattpflanzen halb verdeckt. In Gedanken verloren, achtete der Geheimpolizist anfänglich nicht auf das Gespräch eines Herrn und einer Dame, die nebenan saßen.

Das ist die berühmte Schulreiterin Miß Alice Ro­wer," sagte der Kellner, als er die Bezahlung von White erhielt. Der Herr soll mit ihr verlobt sein; es ist der junge Baron Montpierre."

Das Interesse Whites regte sich. Er erinnerte sich, daß Miß Lionel sehr entzückt von der Schulreiterin ge­sprochen hatte und zu deren Benefiz in den Zirkus gehen wollte. Die Trauer um Mrs. Brook plötzlichen Tod hatte es nicht dazu kommen lassen, aber Robert beschloß, allein hinzugehen. Er fing an, sich für das Paar am Nebentisch zu interessieren; einzelne Bruchstücke ihrer Unterhaltung schlugen an sein Ohr. Die Schulreiterin dankte dem jun­gen Franzosen für ein kostbares Geschenk.

Die deutsche Einfuhr hatte im Januar ohne Gold, Silber und Wertpapiere einen Wert von 725,7 Mill. M gegen 712 Mill. Mim Vorjahre, die Ausfuhr einen solchen von 603,2 Mill. M gegen 539,8 Mill. M. Gold und Silber erreichten in der Einfuhr einen Wert von 19,9 gegen 13,0 Millionen Mark, in der Ausfuhr 5,2 gegen 6,4 Millionen des Vorjahres.

Krupp in Holland. Das Echo de Paris" meldet, daß die Firma Krupp ein Filialwerk in Hoek van Holland an der Maasmündung zu errichten gedenkt. Ein größeres Landgebiet sei bereits gekauft, und die Vorarbeiten sollen in türzester Zeit beginnen. Das Blatt bringt diese Mel­dung als neuen Beweis für das kulturelle Vordringen Deutschlands in Holland und das Interesse, das das Reich für die holländische Küstenbefestigung zeigt.

,, Die Steine sind unvergleichlich schön," sagte sie ,,, ich werde sie morgen tragen; es wird mir Glück bringen.

Der Pariser sagte darauf leise etwas, was White nicht verstand.

O! der Todessprung ist nichts," lachte Miß Rower. Ich habe ihn so oft ausgeführt, daß ich gar keine Angst fible."

Amerika den Amerikanern. Wie aus Washington ge= meldet wird, nahm das Repräsentantenhaus den Gegen­seitigkeitsvertrag mit Kanada mit 181 gegen 92 Stimmen an. Die Annahme des Vertrages im Senat gilt ebenfalls als sicher. Wie weiter aus Neuyort berichtet wird, hat bei der Kongreßdebatte über den Gegenseitigkeitsvertrag der von den Demofrater zum Sprecher des Repräsentan­tenhauses ausersehene Champ Clart folgenden seltsamen Ausspruch getan: Die Zeit wird kommen, wo Großbri­tannien mit Freuden die Abtretung seiner nordamerika­nischen Besitzungen an die Vereinigten Staaten ins Auge fassen wird." Clarks Worte wurden von tosendem Bei­fall begrüßt. Biele Kongreßmitglieder erhoben sich von ihren Sitzen und klatschen laut in die Hände. Ein Zeichen der Zeit!

Die Reisen des englischen Königspaares. Offiziell wird bestätigt, daß das Königspaar im Jahre 1911 teine Auslandsreisen unternehmen wird. Nach der Krönung wird es längeren Aufenthalt im Schlosse zu Windsor neh­men und dort verschiedene Hoffeste geben. Ende Novem­ber tritt es dann die Reise nach Indien an. Die Besuche der fremden Höfe werden erst im Sommer nächsten Jahres erfolgen.

Kleine Nachrichten.

Als

Automobilunfall des Prinzen Eitel Friedrich. Prinz Ettel Friedrich von Preußen mit seinem Adjutanten sich Mittwoch mittag von Schloß Bellevue in Berlin per Automobil zur Kriegsakademie begeben wollte, fuhr der Wagen gegen eine Schußinsel. Ein Rad wurde dabei zer­trümmert. Die Insassen, die unverletzt geblieben sind, sez­ten ihre Fahrt in einer Autodroschke fort.

Die Taufe des Luftschiffes der deutschen transatlanti­schen Flugerpedition hat am Mittwoch in Kiel in Anwesen­heit des Prinzenpaares Heinrich von Preußen stattgefun­den. Der Kieler Bürgermeister hielt die Taufrede, dann gab Prinzessin Heinrich dem Schiff den Namen Suchard". Eine Influenzaepidemie herrscht in Berlin. Etwa 12 000 bis 14 000 Personen sind erkrankt. Die Krankheit

In diesem Augenblick zupfte jemand White am Aer­mel. Ein Fremde: stand vor ihm, einer jener Mode­narren, wie man sie öfters in den Wigblättern abgebil­det steht.

,, Was wünschen Eie?" fragte White erstaunt, aber als er genauer hinsah, wußte er, daß es Jim Knight unter der Verkleidung war. Schnell erhob sich der junge Schwei­zer und folgte dem Angestellten der Neuyorker Geheim­polizei, hinter ihm hergehend. In einem dunklen Torweg blieb Jim stehen.

Da ist der Schmuck," sagte er, und überreichte White ein flaches Lederetui, das er vorsichtig öffnete. Das Per­lenkollier lag darin.

zeigt heftige Symptome, und die Sterblichkeit ist größer als im Vorjahre.

Die Pest hat jezt auch Wladiwostock, erreicht. Vier cht­nefische Bestleichen sind dort auf der Straße gefunden wor den. Täglich treffen chinesische Arbeiter aus der Mand­schurei mit Gepäck ein, ohne daß eine Desinfektion erfolgt. Es wird behauptet, daß die Böpfe der Pestleichen abgeschnit ten und an Haargefchäfte in Deutschland und England ver­kauft würden.

Der Höhenweltrekord mit Passagier, den der Flieger Jeannin mit 480 Metern längere Zeit innegehabt hat, ist am 14. d. M. erheblich verbessert worden. Der englische Flieger Morrison, der bisher noch wenig an die Oeffentlich­feit getreten ist, hat mit seiner Bleriot- Maschine einen neuen Höhenweltrekord mit Passagier aufgestellt, indem er mit seinem Mechaniker 1800 Meter hoch stieg.

Und dieses Geld habe ich in der Gesellschaft Equi­table angelegt," dachte White schadenfroh, und noch ein nettes Sümmchen darüber. Wenn ich den Schurken ent­larvt habe, bekommt der Graf alles zurück."

IX.

Cook im Varietee. Der Nordpolentdecker Cook trat dem B. L.-A." zufolge zum ersten Male in einem Varietee theater in Neuport auf. Er erzählte dem Publikum von Abenteuern im ewigen Eise und zeigte Photographien, die dort aufgenommen sein sollten.

Im diesjährigen Gölner Rosenmontagszug werden 21 Wagen und 12 Musikkorps vertreten sein. Als Jdee wurde die Verkörperung von Zitaten zugrundegelegt. Der Zug wird alle vorhergehenden an Glanz und Entfaltung rhet nischen Humors übertreffen

ringer

den 5

febem

anfchet

tenzüg ergebn

vot, t

ben 28 C

Ein n

wird,

bas

Triere

Chênes

Schmit

feres thr infolge Adre Chêne

dem

mann

auch d

J

Schen megen

Jekt,

wie de birger

Sezen

Frau

ganz verfcha nis je

die B

Pflicht

Shreie Sten

bei de

fängni

Einla

auch t

Instan

Mühe,

Graf von Pfeil, früher Hauptmann im 129. Infanterte regiment in Graudenz, der, wie gemeldet, in allerhand uns Itebfame Affären verwickelt war, hat nach dem Spruch des Ehrenrates einen schlichten Abschied ohne Pension erhalten. Der Kaiser hat von seinem Begnadigungsrecht insoweit Gebrauch gemacht, als er dem Grafen Pfeil den Titel Hauptmann a. D. belaffen hat. Der Pensionsverlust und die Aberkennung der Uniform bleibt jedoch bestehen.

Der Zirkus Alberii lag im Mittelpunkte der Stadt. Es war ein schönes, steinernes Gebäude, das erst vor eini­gen Jahren erbaut worden war und an die verschiedenen Zirkus- Direktoren verpachtet wurde. Augenblicklich gab darin die italienische Gesellschaft Alberti ihre Vorstellun= gen, die allabendlich sehr besucht waren, denn die Darbie­tungen der einzelnen Künstler waren vorzüglich, die Pferde selten schön, und die Pantomimen großartig. Alle, von den Zuschauern an einen modernen Zirkus gestellten ho­hen Anforderungen wurden vollauf befriedigt.

Ein fideler Selbstmordkandidat. In Landeshut ver­gnügte sich ein Arbeiter in einer Wirtschaft beim Tanz. Ge gen Morgen lief er in den Garten und hängte sich auf. Er wurde jedoch rechtzeitig abgeschnitten. Kaum hatte er sich erholt, lef er auf den Tamzboden zurück und walzte weiter.

Die Toulouser Studenten machen es ihren russischen Kollegen nach. Ste bewarfen gestern einen Professor mit faulen Giern und Gemüse und drangen dann in den Ar­bettssaal für Zoologie, dessen Einrichtung sie zertrümmer­ten. Schließlich zogen sie im Gänsemarsch durch die Stadt und brachten Schmährufe auf den Professor aus.

18 Personen erfroren. In der russischen Hafenstadt Kertsch herrscht furchtbare Kälte. Unweit der Stadt wurden gestern 18 Personen erfroren aufgefunden, darunter ein Gutsbesitzer, der auf der Heimfahrt aus seinem Schlitten gefallen und erfroren war.

Die Hauptanziehungskraft bildete die erste Schulrei­terin, Miß Alice Rower, die von der Direktion mit ganz besonderer Höflichkeit behandelt wurde. Wenn die junge Engländerin auftrat, war das Haus gewöhnlich ausver­fauft, besonders, wenn auf dem Programm der Todes­sprung" verzeichnet war. Es war dies die Glanznummer der fühnen Amazone, eine halsbrecherische Produktion, die jedesmal mit Lebensgefahr verbunden war, da die Rei­terin mit ihrem Pferd über eine hohe Hürde sehen mußte.

Ein Bettler als Mörder. In Duisburg drang Mitt woch nachmittag ein Bettler in die Wohnung eines Arbet ters und verlangte Geld. Als ihm dieses von der Frau, die allein anwesend war, verweigert wurde, schoß er diese mit einem Revolver durch drei Schüsse mieder und verletzte fte lebensgefährlich. Hierauf wandte der Verbrecher, ein alter Zuchthäusler namens Sauberger, die Waffe gegen sich selbst und erschoß sich.

Nach dem Genuß vergifteten Kaffees starb im Dorfe Badewig in Anhalt ein Landwirt. Eine Magd erkrankte schwer unter Vergiftungserscheinungen. Die junge Frau des Landwirts wurde unter dem Verdachte des Giftmordes verhaftet.

Aus den Gerichtssälen.

Muß unbestellte Ware bezahlt werden? Das Amtsge richt in Frankfurt a. M. fällte dieser Tage eine für Ge schäftsleute interessante Entscheidung. Eine Berliner Firma hatte einem Frankfurter Kaufmann eine nicht bestellte Fla­sche Tinte zugesandt, die fünf Mark tosten sollte. Auf Re­flamationsschreiben der Firma wurde ihr entgegnet, daß die Ware hier zu ihrer Verfügung stehe. Später teilte man der Firma mit, daß man die Tinte, wenn sie nicht inner­halb eines gewissen Zeitraumes abgeholt werde, wegschütte. Es erfolgte teine Abholung und der Kaufmann goß nach Ablauf der Frist in Gegenwari von Beugen die Tinte fort. Nun forderte die Firma ihr Geld und da sich der Kauf­mann zu feiner Zahlung verstand, wurde er verklagt. Das Gericht wies die Klage der Firma auf 3ahlung der fünf Mark ab, weil es sich um unbestellte Ware handelte, die der Kaufmann, wie durch Zeugen dargetan set, nicht be­nuzt habe.

Vermischtes.

Große Seringsfänge. Fünf Finkenwärder Fischer­fahrzeuge haben am Montag in Curhaven insgesamt 180 000 Pfund Heringe gelandet und damit den Beweis erbracht, daß die Heringsschwärme nach achtjähriger Pause wieder in die Elbmündung eingetreten sind. Die großen Heringsfänge sind Sonntag und Montag in unmittelbarer Nähe von Cuxhaven zwischen dem vierten und fünften Elbfeuerschiffe gemacht worden. Zwei Fischerkutter brach­ten allein zusammen 100 000 Pfund an den Markt und erzielten für 100 fund 1,05 M. Da ein kleiner Kutter die große Menge der Heringe nicht unter Deck bringen fonnte, hatte er sein Boot sowie das ganze Deck mit He­

Bisher war ihr das gefährliche Wagnis noch immer ge glückt.

Heute fand das Benefiz der beliebten Schulreiterin statt. Cine Menge neugieriger Menschen drängte sich an der Kasse und suchte Plätze im Zirkus. Auch White war einer der Zuschauer. Er saß unterhalb der Logen, nahe dem Eingang; er freute sich, das schöne Mädchen zu sehen, dessen Liebesroman überall folportiert wurde, und dessen Gesicht er im R.schen Restaurant nur flüchtig erblickt hatte. In der gegenüberliegenden Loge schien ein Vorderplaz reserviert zu sein; ein Opernguder lag davor auf der roten Samtbrüstung. Wahrscheinlich wird Baron Mont­pierre dort sizen," dachte White.

Einige von Whites Bekannten war auch im Zirkus; der junge Schweizer begrüßte sie. Alle sprachen fast nur von Miß Rover und waren voil Spannung, sie in ihrer Glanznummer auftreten zu sehen.

Rauschender Beisoll begrüßte die Künstlerin, als sie auf ihrem Araberhengst Roman" in den Zirkus ritt. Man erzählte sich, daß das schöne Tier das Geschenk eines rus= sischen Großfürsten sei.

Mit Bewunderung verfolgte White die tadellose Führung des Pferdes Mit beispielloser Leichtigkeit, fast spielend, überwanden Roß und Reiterin die größten Schwierigkeiten; die hohe Schule wurde in der denkbar größten Vollkommenheit geritten. In der Loge, die links am Eingang lag, saß jezt Baron Montpierre. Er hielt das Opernglas vor den Augen und verfolgte jede Bewe­gung der Schulreiterin. Wenn sie an seinem Plaze vor beikam, ließ er das Glas sinken und wechselte einen Blick oder ein kaum merkliches Lächeln mit seiner Braut.

Der Applaus, als Miß Rower zum Schluß den Hengst auf seinen Hinterfüßen steigen ließ und so rückwärts zum Zirkus hinausritt, wellie kein Ende nehmen. Sie sprengte noch einmal in die Arena, und ließ den Hengst, wie um sich zu bedanken, niederknien. Ihr schönes Gesicht strahlte, als sie den Zylinder von den blonden Haaren zog und lächelnd die Zuschauer grüßte.

( Forts, folgt.)

war v

transp

den. zu ein

follte.

liziste fahrer lich b

"

der R

fand

Pferd

110ch

bat a bei C men

auf

gefche

heit

nicht

Sen

Unha

folgen

Bier

nigfte Wein

heit i

Spiri

der M

finde,

id bi

jährig

der in

es vo

würde

ift m

Orga

fchen,

nem

bedar

den

Wide

ren, saw

Glas

eine

fälti

mie

lich,

Kreb

flein

Abna

the b

talwa

benge

bin

große nehm

ner

Bilid

nehm

Trint

weit

tat fi

niffe

Q

Auf u

Deren

Drest

lobun

Deira

bung

gen

wäre

pilla

bga

folge

Betra

einer

m