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Kassel, 13. Jan. Der Zusammenbruch der ,, Deutschen Krantenunterstützungskasse" beschäftigte heute die Strafkammer. Die Unterstützungskasse hatte im gan­zen Reiche Mitglieder, vornehmlich aber in der Provinz Hessen- Nassau. Sie wollte nach ihren Statuten erkrank­ten Mitgliedern nach der Höhe ihrer Lei, ungsdauer Un­terstützungen gewähren; da aber die Verwaltungskosten der Kasse mehr als zwei Drittel sämtlicher Einnahmen verschlangen, sah sich der Regierungspräsident in Kassel veranlaßt, im Jahre 1908 eine öffentliche Warnung ge­gen die Deutsche Krankenunterstützungskasse" im Re­gierungsblatt" zu erlassen, was zur Folge hatte, daß nunmehr die Ansprüche an die Kassenverwaltung sich derart mehrten, daß die Generalversammlung der Deut­schen Krankenunterstützungskasse" am 10. Dezember 1909 ihre Zahlungen einzustellen beschloß und den heute an­geklagten Journalisten Rudolf Becker zum Liquidator bestellte. Die in der Verhandlung zu Tage getretenen Beweise reichten zu einer Verurteilung des Angeklagten Becker nicht aus; er wurde freigesprochen. Die gesamten Kosten fallen der Staatskasse zur Last. Durch den Zusammenbruch haben viele kleine Leute, Beamte, Arbeiter und Landwirte nicht unerhebliche Verluste litten.

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Zur Gewerkschafts- Bewegung.

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Agitationslügen werden von sozialdemokratischer Seite gegen den Gewerkverein christlicher Bergarbeiter in letzter Zeit massenweise verbreitet. In einem Saarrevier verbreiteten Flugblatt war unter sonstigen Schimpfereien und Verleumdungen auch folgendes be­hauptet worden: Aber der königlich- christliche Zechenge­

werkverein kann und darf ja nicht kämpfen, kann ja nicht mal seinen Mitgliedern die ihnen zustehende Un­terstützung zahlen. Der Gewerkverein hatte am 1. Ja­nuar 1910 ein Vermögen von 1 492 000 Mark und die­ſes Vermögen hat sich im laufenden Jahre noch be= trächtlich vermehrt.

Der christliche Metallarbeiterverband Deutschlands hat an dem allgemeinen Aufschwung der christlichen Gewerkschaften im vergan­genen Jahre hervorragenden Anteil genommen. Gemäß einem Jahresrückblick im Verbandsorgan Der Deutsche Metallarbeiter" Nr. 53-1910 hatte der Verband schon Ende des dritten Quartals die ungünstigen Einwirk­ungen der Wirtschaftskrise nicht nur überwunden, son­dern hatte seinen früheren Höchststand in der Mitglie­

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Verhaltungsmaßregeln bei Gasentweichungen.

Wenn Gasgeruch wahrgenommen wird, so ist in den betreffenden und anschließenden Räumen Licht und Feuer fernzuhalten; die Türen und Fenster( namentlich die oberen Flügel) sind zur Durchlüftung zu öffnen. Hierauf sperre man die Gaszufuhr durch Schließen der Hähne an den Kochern und Lampen, sowie des Haupt­hahns vor der Uhr oder im Keller ab und benachrich­tige sofort das Gaswerk.

Das Aufsuchen der fehlerhaften Stelle an der Gasleitung durch Ableuchten ist unter allen Umständen der Explosions= gefahr wegen zu unterlassen.

Gießen, 16. Januar 1911.

Städtisches Gas- u. Wasserwerk. Steding.

Bekanntmachung.

Heute früh empfing ich durch die Post von einem unbekannten Spender 100 Mark zur Anschaffung von Kohlen für Arme, hauptsächlich arme Witwen. Dem hochherzigen Spender sage ich hierdurch verbind­lichsten Dank.

Anmeldungen zum Kohlenbezug sind an das Städt. Armenamt, Asterweg 9, zu richten.

Gießen, den 16. Januar 1911.

Mecum. Oberbürgermeister.

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Bekanntmachung.

Betr.: Rotlauffeuche unter den Schweinen des Deko­nomen Kizz, dahier, Marburgerstraße Nr. 77. Nachdem die unter dem Schweinebestand des Deko­nomen Wilhelm Kiz, Marburgerstraße Nr. 77, dahier, ausgebrochene Rotlauffeuche erloschen ist, wird die un­term 8. Oktober 1910 angeordnete Sperre aufgehoben. Gießen, den 16. Januar 1910. Großh. Polizeiamt. Gebhardt.

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derzahl um 1000 überholt, zählte mithin 29 000 Mit­glieder. Die günstige Entwickelung hat im letzten Vier­teljahr angehalten, sodaß die christliche Metallarbeiter­also eine Zunahme von 8-9000 zu verzeichnen haben organisation mit 32-33 000 Mitgliedern abschließen, wird. So erfreulich diese Tatsache ist, so bedauerlich ist es, daß noch immer Zehntausende, ja Hunderttau­ſende von christlich- gesinnten Metallarbeitern bisher nicht zu bewegen waren, sich ihrer Berufsorganisation anzu­schließen. Dadurch ist der vorhandenen sozialdemokrati­ſchen Uebermacht nur weiter Vorschub geleistet und eine der wichtigsten Berufsgruppen innerhalb der christlichen Gewerkschaftsbewegung geschwächt. Es wäre daher höchste Zeit, daß alle christlich national gesinnten Arbei­ter der Metallindustrie dem christlichen Metallarbeiter= verband,( Zentrale Duisburg, Seitenstraße 19) zuge= führt würden.

Gestorbene.

Gustav Warnecke, Archivbeamter, Wetzlar, 65% J. Robert Jost, Oberpostsekretär, Gießen; 46 Jahre alt. Frau Katharine Schomber Witwe, Gießen; 72 J. Nuh- und Brennholzversteigerung

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