Einzelbild herunterladen

Die Zuwachsteuer im Reichstage.

Am Montag begann im Reichstage die zweite Lesung des Wertzuwachssteuergesetzes, das eine lange und bewegte Borgeschichte hinter sich hat und nach dem Wunsche der Ver­bündeten Regierungen noch in der letzten Session hatte er= ledigt werden sollen. Aber die Schwierigkeiten, die dem entgegenstanden, und die durch die ausgiebige und teilweise leidenschaftliche Erörterung des ganzen Problems in der Deffentlichkeit, in der Presse, auf Besitzer- und Mietertagen nicht verringert wurden, sind erst durch erneute Kommis­sionsberatung unter der energischen Führung des Reichs­chatsekretärs Wermuth einigermaßen behoben worden. So läßt sich erwarten, daß jetzt von Aenderungen im einzelnen abgesehen, ein positives Ergebnis sich erzielen lassen wird. Dieser voraussichtliche Erfolg ist im wesentlichen wohl dem Umstande zu verdanken, daß die Erträgnisse der neuen Steuer für Zwecke der Wehrkraft, für die noch immer eine starke Mehrheit im Reichstage sich findet, und für die Ge­währung von Veteranenbeihilfen, die allen Parteien gleich­mäßig am Herzen liegt, wenigstens teilweise ihre Verwen­dung finden sollen.

sowie zugunsten der Hinterbliebenen werden vom vollende­ten 16. Lebensjahre nach den Vorschriften dieses Gesebes versichert: 1. Angestellte in leitender Stellung;, 2. Betriebs­beamte, Werkmeister oder andere Angestellte in einer ähnlich gehobenen oder höheren Stellung ohne Rücksicht auf thre Vorbildung, sämtlich, wenn diese Beschäftigung ihren Haupt­beruf bildet; 3. Handlungsgehilfen und Lehrlinge, Gehilfen und Lehrlinge in Apotheken; 4. Bühnen- und Orchestermit­glieder; 5. Lehrer und Erzieher; 6. aus der Schiffsbesaßung deutscher Seefahrzeuge und aus der Besatzung von Fahr­zeugen der Binnenschiffahrt. Kapitäne, Offiziere des Decks= und Maschinendienstes, Verwalter und Verwaltungsassi= stenten, sowie die in einer ähnlich gehobenen Stellung be­findlichen Angestellten ohne Rücksicht auf ihre Vorbildung, sämtlich, wenn diese Beschäftigung ihren Hauptberuf bildet.

Der erste Redner war der konservative Abg. Graf von Westarp, der zugleich der Berichterstatter über diese wie über die frühere Verhandlung ist. Er sprach sich namens seiner Fraktion für den Grundgedanken der Vorlage nicht nur, sondern auch für deren jetzige Gestaltung aus: er er­klärte, daß die notwendige Deckung von Ausgaben entschet­dend ins Gewicht falle. Da die Steuer schwer zu überwäl­zen sei, so werde auch nicht eigentlich der Grundbesitz selbst getroffen. Er wies ferner auf die Erleichterungen der Vor­lage hin, betonte aber zugleich, daß das zweite Drittel Pro­zent des Grundstücks- Umsatzstempels tatsächlich auch zu dem in der Vorlage festgesetzten Termin, am 1. Juli 1914, fort­fallen müsse. Im Zusammenhange seiner Ausführungen tam Graf Westarp auf die von den Konservativen bei der Finanzreform angeregte Besteuerung des Wertzuwachses auch beim mobilen Kapital zurück, auf die sie im Falle eines neuen Steuerbedarfs zurückgreifen werden.

Voraussetzung der Versicherung ist für alle diese Per­sonen, daß sie nicht berufsunfähig sind, gegen Ent­gelt als Angestellte beschäftigt werden, ihr Jahresarbeits­verdienst 5000 M nicht übersteigt und sie beim Eintritt in die Versicherungspflicht das Alter von 60 Jahren noch nicht vollendet haben.

Gegenstand der Versicherung sind

Ruhegelder und Hinterbliebenenrente.

Fünfpfennig- Stüde, 108,300 M 3weipfennig- Stüde und 162,570 M Einpfennig- Stüde. Fünfmart- Stüde werden vorläufig nicht mehr ausgeprägt.

Präsident Taft scherzt. Präsident Taft und der deuts sche Botschafter Graf Bernstorff waren am Sonntag bet der Geographischen Gesellschaft in Washington zu Gaste. Bernstorff sprach über das Flugwesen in Deutschland. Prä­sident Taft verteidigte Pearys Anspruch, den Nordpol er­reicht zu haben, und sagte, wenn Peary ein Deutscher oder Engländer wäre, hätte er längst Anerkennung und Beloh­nung gefunden.

Ruhegeld erhält jeder Versicherte, der das Alter von 65 Jahren vollendet hat oder dauernd erwerbsunfähig ist. Berufsunfähigkeit ist dann anzunehmen, wenn seine Ar­beitsfähigkeit auf weniger als die Hälfte gesunken ist. Fer­ner, wer 26 Wochen ununterbrochen berufsunfähig gewesen tst, für die weitere Dauer der Berufsunfähigkeit. Witwen­rente erhält die Witwe nach dem Tode des versicherten Mannes. Waisenrente erhalten nach dem Tode des versicherten Vaters eheliche Kinder unter 18 Jahren und nach dem Tode einer Versicherten ihre vaterlosen Kinder unter 18 Jahren; auch uneheliche. Die Wartezeit dauert beim Ruhegeld für männliche Versicherte 120, für weibliche Versicherte 60 Beitragsmonate, bet der Hinterbliebenenrente 120 Beitragsmonate. Das Ruhegeld beträgt nach Ablauf von 120 Beitragsmonaten% des Wertes der in dieser Zeit entrichteten Beiträge und ½ des Wertes der übrigen Bet­träge. Bei weiblichen Versicherten nach Ablauf von 60, vor Vollendung von 120 Beitragsmonaten ½ des Wertes der in den ersten 60 Beitragsmonaten entrichteten Beiträge. Die Witwen- und Waisenrente beträgt% des Ruhegehalts, das der Ernährer bezog oder bei Berufsunfähigkeit bezogen hätte. Waisen erhalten je%, Doppelwaisen je ½ des Be­trages der Witwenrente.

Hiernach vertrat Reichsschatzsekretär Wermuth nochmals in eindringlicher Weise den gesetzgeberischen Grundgedan­fen sowohl wie die Ausführung, die ihm durch die nun­mehrigen Kommissionsbeschlüsse gegeben sind. Auf ein überaus umfangreiches Tatsachenmaterial gestützt, das er teilweise noch im Sommer und Herbst zusammengetragen hat, wußte er die Einwände der grundsätzlichen Gegner ab­zuwehren, durch Beispiele aus dem Hausbesitz, dem Terrain­und landwirtschaftlichen Besitz wußte er klar vor Augen zu führen, wie gering die zu entrichtende Steuer in vielen Fäl­len sei, ja daß sie häufig troß eines nicht zu verachtenden Ge­winnes gar nicht zu zahlen sei. Er gab insbesondere die unzweideutige Erklärung ab, daß die Verbündeten Regie­rungen an dem Fortfall der Erhöhung des Grundstücks­Umsatzstempels festhielten, und nicht daran dächten, diese Bestimmung durch einen entgegengesetzten Antrag hinfäl­lig zu machen. Der Bundesrat werde bestrebt sein, alle Härten zu vermeiden, insbesondere auch Belehrungen der Behörden wie des Publikums vorzunehmen und Prozesse möglichst auszuschließen. Mit besonderem Nachdruck bat er von weiteren Abmilderungen der Bestimmungen, wie sie verschiedene vorliegende Anträge noch jetzt wieder zu er­reichen suchten, abzusehen.

Kleine Nachrichten.

Eine Ehrung für Carnegie planen die Deutsch- Amert faner Neuyorks. Sie haben eine große Bewegung einge leitet, um Carnegie in Anerkennung der Gründung der deutschen Lebensretter- Stiftung eine Adresse zu überreichen.

Von einem doppelten Unglück ist die Familie eines Töpfermeisters in Mohrungen in Ostpreußen betroffen worden. Ein Sohn hatte sich bei einem Unfall derartige Quetschungen der Brust zugezogen, daß er verstarb. Bet seinem Begräbnis blieb der sechsjährige Bruder allein zu Hause und neckte sich auf dem Hofe mit einem starken Bie­genbock. Das wütende Tier bearbeitete ihn schließlich mit seinen Hörnern und verletzte ihn so schwer, daß auch er bald darauf starb.

Die Mittel für die Versicherung werden von Arbeitgebern und Versicherten aufgebracht. Der Monatsbeitrag beträgt in 9 Gehaltsklassen 1,60 M, 3,20 M, 4,80 M, 6,80 M, 9,60 M, 13,20 M, 16,60 M, 20 M und 26,60 M. Die Anerkennungsgebühr zur Aufrechterhaltung der An­wartschaft beträgt jährlich 3 M und kann in Teilbeträgen oder in einer Summe entrichtet werden. Der Versicherungs­pflichtige muß sich bei der Gehaltszahlung die Hälfte der Beiträge vom Gehalt abziehen lassen. Der Arbeitgeber darf nur auf diesem Wege den Beitragsteil der Versicherten wieder einziehen. Ueber die eingezahlten Beiträge wird auch hier mit Marken quittiert.

Weiter famen aus dem Hause der Zentrumsredner Abg. Marr, der ebenfalls grundsäßlich zustimmend zur Vorlage sprach, zum Wort und nach weiteren Ausführungen des Schatziekretärs der Sozialdemokrat Göhre, der prinzipiell die Wertzuwachssteuer für berechtigt hielt, sie aber mit Rüdsiebt auf die Entstehung des Wertzuwachses vorwiegend. Durch Maßnahmen der Gemeinden den letzteren die Er= trägnine vorbehalten wissen wollte. Wir werden, so erklärte Ser Redner weiter, niemals damit einverstanden sein, daß die Erträgnisse der Steuer für das Heer verwandt werden. Die Einnahmen sollen in erster Linie zur Unterstützung der Beteranen dienen. Dr. Weber, der bekannte nationallibe ale Wirtschaftspolitiker, hat schwere Bedenken gegen das Fortbestehen des Umsatzstempels neben der neuen Steuer. Das sei eine einseitige Benachteiligung des immobilen Be­fitzes. Zweifellos liege ein scharfer Eingriff in die Selbst­verwaltung vor. Entschieden verlangt der Redner, daß der verdiente Wertzuwachs möglichst frei bleibt. Auch der fort­schrittliche Hagener Oberbürgermeister Guno hält Vorsicht für geboten, da die Wirkungen des Gesetzes noch nicht zu übersehen seien. Er hat ernste Befürchtungen, denn nicht einmal der Begriff des steuerlichen Wertzuwachses hätte einwandfrei definiert werden können. Die im Gesetz ge= schaffenen Kautelen würden kaum ausreichen. Wenn der Zusatz angenommen werde, daß nur der unverdiente Wert­zuwachs getroffen wird, dann stehe alles im Ermessen der Steuerbehörde.

Am Dienstag nimmt die Beratung ihren Fortgang.

Die Versicherung der Privatbeamten.

Der Entwurf eines Versicherungsgesetzes für die An­gestellten, wie er offiziell heißt, ist gestern im Reichsanzei­ger" veröffentlicht worden. Er umfaßt in 25 langen Spalten 376 Paragraphen.

Wer wird versichert?

Der grundlegende Paragraph 1 hat folgenden Wort­Taut: Für den Fall der Berufsunfähigkeit und des Alters

Der Familienschmuck der Wallutjeffs.

Kriminalroman von Freifran G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.)

8)

Rundschau vom Cage.

Politisches.

weighte

ten Fuß bern bef tief mi

men.

C tot liege und Ste fer des

ten fau

Beim R

wirts G

fo ungli

In d then bein

Der

Tochter Werner

romanti die

lustigen

höchster

pierte hi

zuhalten. nächsten

fönlich zu

zum Ver figtums

Tage ein

übrigens

reichte fi

Millionä

denn We

tüchtiger

mantifdje

Glasgow

dem Inf

hat sich tam dan genießen, und holt Wie

legten A

jungen 2

Aufsehen

Mann, d

Stufen fe

der empfi

menierte.

Ein Raubmordversuch in einem Berliner Cafee wurde am Montag früh verübt. Als der Geschäftsführer die Ein­nahme vom Sonntag in einer Kassette in die über dem Lokal liegende Wohnung trug, wurde er im Billardzimmer überfallen und durch Msferstiche verletzt. Der Verbrecher, ein früherer Angestellter, wurde festgenommen.

Zu einem blutigen Zusammenstoß mit Wilderern fam es in der Döbauer Scheide bei Halle zwischen zwei Beamten eines Rittergutes und zwei Wilderern. Einem Wilderer wurde von den Beamten durch die Hand geschossen, der andere erhielt einen Schuß in den Hals. Beide stammen aus Halle und wurden in die Klinik in Halle übergeführt.

An die Erklärungen der Norddeutschen" über den Termin der Reichstagswahlen glaubt der sozialdemokra tische ,, Vorwärts" nicht. Wir möchten raten," so schreibt er zu der Erklärung, diesem Dementi nicht allzu großes Gewicht beizulegen. Ist die Regierung sich auch noch nicht über den Wahltermin schlüssig, so besteht doch in gewissen einflußreichen Kreisen die Ansicht, daß der Reichstag, falls er die Reichswertzuwachssteuer ablehnt, sofort aufgelöst werden und dann unter der Parole, daß der Reichstag die notwendigen Mittel zur Heeresreform, Veteranenfürsorge usw. verweigere, der Wahlkampf eröffnet werden müsse."

Das Opfer von Raubmördern geworden ist der Kessel­heizer Hober aus Bochum. Gestern fand man seine mit Messerstichen und Revolverschüssen arg zugerichtete Leiche in einer Wiese bei Dorstfeld. Uhr und Barschaft fehlten. Lynchjustiz in Amerika. In Louisville in Kentucky wurden drei Neger von etwa zwanzig Leuten aus dem Gefängnis geholt und gelyncht. Einer war bereits wegen Mordes an einer Negerin zu lebenslänglichem Zuchthauz verurteilt worden. Die beiden anderen waren wegen eines Angriffs auf weiße Mädchen angeklagt. Die Neger wurden an einer Eisenbahnbrücke aufgehängt. Bet einem riß der Strick, worauf er fliehend erschossen wurde.

Ein neues Mitgliederverzeichnis des Reichstags ist ausgegeben worden. Die augenblickliche Stärke der Par­teien ist danach folgende: Zentrum 104, Konservative 58, Sozialdemokraten 52, Nationalliberale 49, fortschrittliche Volkspartei 49, Polen 20, Reichspartei 25, wirtschaftliche Vereinigung 17, deutsche Reformpartei 3, fraktionslos sind 17. Erledigt sind 3 Mandate.

,, Was bedeutet das im Vergleich zu dem viel grö­ßeren Verluste, der uns droht, wenn meine geliebte Mut­ter stirbt," sagte der Graf düster. Aber, wir haben jetzt feine Zeit, darüber nachzudenken, wir müssen handeln." Ich möchte Dich begleiten," schluchzte Maria. ,, Nein, das geht nicht. Du bleibst hier, der Kleine darf nicht ohne Dich bleiben. Deine Mutter muß zu Dir ziehen, so lange ich fort bin, ich werde Dir alles schrei­ben." Abgebrochen stieß Jegor dies alles hervor. Er fuhr zu seinem Obersten, der in der Nähe wohnte, und erbat den Urlaub, den er gleich bekam, dann zog er Zivil an, um­armte noch einmal seine weinende Frau, füßte das schla­fende Kind und fuhr zum Bahnhofe, den er kurz vor Ab­gang des Zuges erreichte.

-

III.

92 Bergarbeiterversammlungen befaßten sich am Sonn­tag mit der Lohnbewegung der Ruhrbergleute. Es waren die Belegschaften von 130-140 Zechen beteiligt. Die von den Organisationsabteilungen vorgelegten Entschließungen gelangten zur Annahme. Es wird darin die Einreichung von Lohnforderungen bei den einzelnen Grubenverwaltun­gen durch Vermittlung der Arbeiterausschüsse gutgeheißen.

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Drahtlose Telegraphie durch Erde. Wie mitgeteilt wird, haben die Herren Dr. Löwy und Dr. Leimbach aus Göt­tingen, über deren Versuche mit drahtloser Telegraphie durch Erde hindurch wir im Sommer vorigen Jahres be­richteten, weitere Erfolge zu verzeichnen. Es gelang ihnen, eine drahtlose Verständigung nicht nur innerhalb des Al­faliwerks Ronnenberg, sondern sogar zwischen diesem und der Gewerkschaft Deutschland in Weeben durch Erde hin­durch herzustellen. Sende- und Empfangsapparate waren in einer Tiefe von 560 bezw. 450 Meter aufgestellt, die An­tennen in parallel laufenden Strecken horizontal ausge= spannt.

Münzen im Werte von 112 955 970 Mart werden im Jahre 1911 ausgeprägt werden, und zwar 78 Mill. Mark Doppelfronen, 8,130,000 M Kronen, 16,257,000 M Drei­mart- Stüde, 5,419,000 M Einmark- Stücke, 2,709,500 M Fünfzigpfennig Stüde, 1,354,750 M Fünfundzwanzig­pfennig- Stücke, 541,900 M 3ehnpfennig- Stücke, 270,950 M

4

Eine Gesellschaft zur Bekämpfung und Erforschung der Krebskrankheit hat sich in München unter dem Vorsitz des Prinzen Ferdinand von Bayern gebildet. Der Jahres­beitrag wird nur auf zwei Mark festgesetzt, um die weite­sten Bolksfreise an der Sache zu interessieren.

Wilhelm Berger, der bekannte Liederkomponist und Lei­ter der Meininger Hoffapelle, ist in Jena, wohin er sich zur Heilung eines langjährigen Magenleidens begeben hatte, gestorben. Berger stand im 50. Lebensjahre.

dreißig Jahre alte Albert Meyer entsprungen. Er ist bereits wegen Diebstahls und Fälschung vorbestraft und hat sich neuerdings an einem Einbruch in Nürnberg_be­teiligt. Renzeichen: Mittelgroßer Wuchs, untersetzte Sta­tur, rötlich- blondes Haar und Bart, helle Augen, die einen lauernden Blick haben. Nase gewöhnlich, Mund ebenso. Besondere Merkmale: Eine dreieckige Narbe auf der Stirn; an den Händen, die lang und muskulös sind, befinden sich rote Haare auf den Gelenken der Finger."

Auf seiner langen Reise von St. Petersburg nach Luzern hatte Graf Jegor Alerewitsch nur den einen Ge­danken: Werde ich meine Mutter noch lebend finden? Jst sie fränker geworden, weil sie den Raubmord erfuhr? Sollte sich die alte Sage schon jetzt erfüllen? Kam das Unheil über das gräfliche Haus, weil der Talisman, der Familienschmud, gestohlen war?- Daß es so sei, davon fühlte sich Jegor überzeugt. Aber er war seinerseits fest entschlossen, nichts unversucht zu lassen, um den Mörder, zu entdecken und das kostbare Geschmeide wieder zu er­langen. Es war eine schier endlos scheinende Fahrt, auf der ihn stets dieselben marternden Gedanken begleiteten. Um sich etwas zu zerstreuen, kaufte der Graf im Frank­furter Bahnhof eine Zeitung. Auf der vierten Seite war das Bild eines entsprungenen Sträflings abgedruckt, und ein Steckbrief stand darunter:

Aus dem Gefängnis in Augsburg ist der fünfund­

Vermischtes.

Ueber einen schönen Zug des Kaisers bei Gelegenheit des Ablebens des Generals von Müller, des Adjutanten des verstorbenen Großherzogs Friedrich 1. von Baden, wird berichtet: Dem Kaiser war von einer Persönlichkeit am Hofe Mitteilung von dem Tode des Generals gemacht wor den. Da sich die vier Söhne des Verstorbenen, die sich sämtlich der Marinelaufbahn gewidmet haben, bei Ein­tritt des Trauerfalls auf hoher See befanden, ging auf Befehl des Monarchen ein Torpedoboot in die Nordsee ab und brachte drei der Seeoffiziere noch rechtzeitig an Land, so daß sie der Beisetzung ihres Vaters beiwohnen konnten. Dem vierten der Söhne, der fern von der Hei­mat weilt, war es nicht vergönnt, in der kurzen Zeit zu den Trauerfeierlichkeiten in Karlsruhe einzutreffen.

Graf Wallutjeff las das, wie er aus Langeweile den ganzen Inhalt des Blattes gelesen hatte; aber er schenkte der Anzeige weiter keine sonderliche Aufmerksamkeit, seine Gedanken weilten wieder bei der Mutter, die schwer krant in Luzern lag und sicher die baldige Ankunft ihres Sohnes sehnlichst erwartete. Er legte die Zeitung fort.

Als er den Zug in Basel wechselte, bot ihm ein Ver­fäufer ein Luzerner Blatt an:

Sensationelle Nachricht, mein Herr! Ein Raubmord auf der Eisenbahn! Kaufen Sie, faufen Sie, alle Welt spricht davon!"

Gib her!" rief Jegor. Er fühlte sich überzeugt, daß sein Diener Andrei das Opfer dieses Raubmordes war. Mit bebenden Händen entfaltete er das Blatt und las:

Ein folgenschwerer Zusammenstoß zwischen Automobil und Rodelschlitten hat sich am Sonntag in Westfalen ereig= net. Ein Bochumer Großkaufmann fuhr mit seinem Auto­mobil auf der Chaussee Witten- Wetter. Als er die Ab­

zog sich schmerzhaft zusammen. Armer Andrei," dachte er ,,, du bezahltest deine Treue mit dem Leben

Gegen Abend kam der Zug in Luzern an. Jegor hatte der Kammerfrau seinre Mutter die Stun­de seiner Ankunft telegraphisch gemeldet; jetzt stand Irinja in der Bahnhofshalle und wartete. Schon der erste Blick auf die in Trauer gekleidete Dame verriet dem Sohn, daß seine Mutter nicht mehr am Leben war.

Ein bisher noch unaufgeklärter Mord ist in dem aus Luzern kommenden Kurierzug in der Nacht vom 24. zum 25. Oktober verübt worden. Wie die Untersuchung feststellt, ist der Ermordete der russische Diener Andrei der Gräfin Anastasia Pawlowna Wallutjeff, der mit 5000 Rubel in Bargeld und einem fostbaren Familienschmud nach Petersburg reiste. Die Leiche wurde in einem Ab­teil erster Klasse gefunden, als der Zug in X. hielt. Der Mörder muß vorher ausgestiegen sein, da der Schaffner seit Zürich das kleine Wagenabteil nicht mehr betrat, nachdem er die Fahrkarten revidiert hatte. Weder das Geld noch der Schmuck waren zu finden. Es liegt Raub­mord vor."

Jegor las mehreremale den kurzen Bericht, sein Herz

Anastasia Pawlowna ist tot, nicht wahr?" fragte Wallutjeff leise.

Ja, sie starb gestern." Jrinja zögerte einen Augen­blick, dann fuhr sie schmerzlich bewegt fort: Sie konnte den Gedanken, daß Andrei ermordet und der Schmuck ge= raubt sei, nicht ertragen."

Wie erfuhr sie es?" ,, Durch die Zeitung, die sie unglücklicherweise las." Aber das Luzerner Blatt ist doch eben erst erschie= nen," sagte Jegor, ich habe es unterwegs gelesen."

Die Züricher Zeitung brachte die Nachricht früher. Anastasia Pawlowna lie sie sich vom Zimmerfellner ho= len; ich tam erst dazu, als sie ohnmächtig dalag. Seit Andrei abgereist war, hatte sich eine große Unruhe der Gräfin bemächtigt. Sie machte sich Vorwürfe, daß sie ihm den Schmuck mitgegeben hatte; es war wie eine Vor­ahnung des Unglücks. Als ich meine geliebte Herrin be= wußtlos am Boden liegend fand, ließ ich gleich den Arzt holen. Er erklärte den Zustand der Kranken für hoff= nungslos, das schwache Herz hatte durch die die furchtbare Nachricht den Todesstoß erhalten. Nu rnoch einmal kam Anastasia Pawlowna zum klaren Bewußtsein. Sie bat mich, Sie zu grüßen und Ihnen Maria Nicolajewna zu bestellen, daß sie Sie segne."

Jrinjas Stimme brach in heftigem Schluchzen, und Tränen rannen über ihre Wangen.

Auch Jegor weinte. Er schämte sich dessen nicht, hatte e rdoch das Liebste und Teuerste, was er auf Erden besaß, das treue, liebende Mutterherz verloren.( Forts, folat.)

te den

Kleider i

Ersatz zu

lizeikomm

Unbekleid

Es hande

gungslose neue Kle Die Vortomm tes Paar ich wiede

dingung,

ben sollte dern, der

len. Gs e nern, das et 750&

Bald dara

Frank bea

unerwarte

Mann au

Geldopfer

weitere G

gat jeman

braut aus

Seelenrub

gegen. Es über ihre

erblidt fi werde ihr

Papit

Gatten ei

vor einig

einflußrei

Jahren d

Rundreis

stimmten

hatte die

feinem B

Sten müff

Tages in

entspann

stehende

Jaw

Mitteilun

amte aus

Es tut

der auch

gelangt.

Leone Pa wurde der

längst tot

fast taglia

ten, die fi

mern, Br

adressiert

Briefe dic

uns leider

gebe Ihne

Postverwa

nicht weni

Rundreise

hatte, und

Die le

lischen St

wohlhaben

Alters vo

ihres Lebe

Lode bat

ihrem Sch

ben. Ein

dedten, ve

bis 1837 t

um Liebes

ten Wunja

Glüdt geip

Ein Beitung"