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An indischen Fürstenhöfen.
es bei uns acht- und zehn- und zwölf- usw. pfündige Kanonen gibt, gibt es in Indien 1 Lakh-, 5 Lakh- und 50 Lakh- Rajas. Ein Lakh ist 100,000 Rupien. Der Fürst erhält alle vom Steuerkollektor eingetriebenen Gelder. Manche bezahlen Abgaben an die englische Regierung, andere haben ihr gegenüber nur gewisse vertragsmäßige Verpflichtungen, wie Stellung einer gewissen Zahl Truppen im Kriegsfalle, wieder andere beziehen noch Revenuen von der Regierung.
Der Fürst behält für sich von den Einnahmen, was er für gut findet und verwendet den Rest für die Staatsausgaben. Je
nach ihrem Verhalten werden die Rajas von der Regierung mit mehr oder minder großer Gewalt und besonderen Vorrechten ausgestattet.
Die meisten indischen Fürsten sind Hindus und leben nach den Gebräuchen ihrer Religion, welche gleichzeitig ihr höchstes Gesetz iſt. Es ist kaum nötig, auf das Kastenwesen hinzuweisen, das
Ben hat, besteht aus fast lauter einstöckigen aneinander gebauten Häusern, wie sie wohl auch schon vor tausend Jahren ausgesehen haben. Nach indischem Gebrauche sind sie ohne Möbel. Ein Gemach dient als Wohnzimmer und eine Abteilung ist den Frauen zugewiesen. In dieser befindet sich als einziges Möbelstück eine Art Bett. Das übrige Meublement besteht nur aus Teppichen, auf welchen die Hausbewohner sitzen, und aus dem nötigen Hausgerät. Die Böden und Wände sind mit Dünger bedeckt, nach Ansicht der Hindus das Reinſte und Heiligste im Hause außer dem Bilde eines Götzen, vor dem die üblichen Andachtübungen vorgenommen werden. Die Häuser der wohlhabenderen Leute unterscheiden sich in nichts von denen der ärmsten.
In der Hauptstraße befinden sich die Kaufläden, in welchen der Verkäufer auf Kunden wartet, wie die Spinne auf eine Fliege. Er ruft sie nicht, aber wenn der Runde kommt, bietet er alles auf, ihn zum Kaufen zu bewegen und möglichst viel los zu werden. Daß er ihm schlechtes Maß und Gewicht bietet, ist eine selbstverständliche Sache.
Volkstypen aus Hyderabad.
oft genug beschrieben wurde, nur sei erwähnt, daß es selbst an den Höfen der modernisierten Fürsten, so auch in Rapurthala, in voller Geltung ist, nur der Fürst erlaubt sich dasselbe zu umgehen, oder läßt es nicht merken, wenn er einen Verstoß dagegen begeht. Er darf es mit seinen Hindu- Untertanen nicht verderben, hat aber moderne Anschauungen und lebt wie ein Europäer. An seinem Hofe gibt es vier Europäer, den Küchenchef, einen Franzosen, den Privatsekretär des Fürsten, einen Engländer, einen englischen Arzt und-- einen deutschen Kapellmeister, welcher einige Hindus auf verschiedenen Instrumens ten ausgebildet hat, so daß sie leidlich im Takt und nicht gar zu falsch ein Repertoire von etwa einem Dutzend Stücken zu spielen vermögen. Die Kapelle„ musiziert" bei allen feierlichen Gelegenheiten, Empfängen, Diners, Trauerfeiern usw. und spielt bei allen mit
Die Stellung der indischen Frau im häuslichen und öffentlichen Leben ist eine äußerst bedauernswerte. Ihre Lebensaufgabe ist, ihren Gatten wie einen Gott zu verehren und ihm zu dienen und Söhne zu gebären. Alle Hindufrauen, mit ganz wenigen Ausnahmen, leben in der Abgeschiedenheit ihrer Frauen
gemächer, des Zemana. Kein Mann, außer dem Gatten, Schwiegervater oder Schwager darf die Schwelle ihres Gemaches betreten. Manche Kasten, besonders die, in welchen auch die Frauen außer Hause arbeiten, sind etwas liberaler oder sie können sich kein Zemana erlauben. Immerhin aber haben die Frauen keine Rechte. Die Hindufrauen sind sogar geknechteter als die Mohammedanerinnen und der Mohammedaner hält bekanntlich die Frau für ein ganz unvollkommenes Wesen. Sein ganzes Leben lang freut er sich auf's Paradies, wo ihn ewig junge und hübsche Mädchen erwarten, aber nicht etwa auf ein Wiedersehen mit seiner Lebensgefährtin. Eine Mohammedanerin kann sich scheiden lassen, aber eine Hindufrau nicht.
Große Wäsche am Sabarmatifluß bei Ahmedabad.
der gleichen Bravour den„ Fatiniza"-Marsch, die ,, Marseillaise", die„ Wacht am Rhein“,„ Yankee Doodle", „ Steh' ich in finst'rer Mitternacht" und dergleichen.
Für seine Person hat der Raja von Kapurthala das Indische ganz abgelegt, nur wo es ihm von Nutzen ist, hält er noch daran fest.
Kapurthala, die Hauptstadt des gleichnamigen Fürstentums im Pundjab, ist eine der indischen Durchschnittsstädte. Sie hat etwa 20 000 Einwohner, meistens Hindus und Sikhs und etwa ein Viertel Mohammedaner. Die Stadt, welche nur ein paar Stra
Die Gatten, welche ihre Frauen im Zemana abschließen können, stehen in höherer Achtung als die, welche dies nicht können. Diese Abschließung kommt einer förmlichen Einsperrung gleich. Die Frauen der unteren Klassen müssen ihr Leben in den ungesundesten
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Zeppelin tommt!
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Ein Wigbold in Deutsch- Neu- Guinea hatte sich den Scherz geleistet, den Eingeborenen vorzureden, daß der große ,, Weiße Häuptling der Lüfte" Zeppelin mit einem
seiner Luftschiffe unsere fernen Inseln besuchen würde.
Alsbald begann das allgemeine Hälseausreden nach dem ,, Weißen Häuptling der Lüfte", und heute schwören einige darauf, daß sie ihn gesehen haben.
Wintersport in Nordsibirien.
Auch im nordöstlichen Sibirien huldigt man, wie aus unsern Bildern zu ersehen ist, dem Wintersport. Besonders das Nomadenvolk, die Tschukschen geben sich allerhand , Winterspielen" hin. So giebt es" Schneetänze" für die Mädchen, Dauerlaufen, Renntierschlitten- Wettfahrten und
die Jagd auf weiße Walfische von seiten der Männer und großes Schneeballwerfen der Kinder. Ein beliebter Wintersport der dortigen Weiblichkeit besteht darin, eine Genossin mittelst einer Walroßdecke in die Luft zu schleudern und wieder aufzufangen.
Tschutschenmädchen beim Tanz und Tschutschen beim Dauerlauf.
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