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Deutscher Reichstag.

Lanomkrt so gut wie der Gewerbetreibende und der Kans mann Pflichten gegenüber der Allgemeinheit, ohne die wir uns unser heutiges staatliches Leben nicht denken können. Man kann da nicht mehr scheiden. Das Ansehen Deutsch­lands in der Welt ist dem deutschen Kaufmann in reichem Maße zugute gekommen. Aber wo bliebe das Ansehen des deutschen Namens im Auslande, wenn der deutsche Kauf­mann da draußen es nicht verstünde, sein Ansehen hoch zu halten?( Zustimmung.) Wer privates Gut verwaltet, soll es heutzutage tun in Prokura der Allgemeinheit.( Bravo!) Darum fönnen Staat und Privatwirtschaft nur gedeihen, wenn sie sich gegenseitig von dem gleichen Geiste durch­dringen lassen. Man rühmt deutscher Staatsauffassung Pflichtbewußtsein und Rechtsgefühl als treibende Kräfte nach. Kann unser Handel ohne diese Tugenden prosperie­ren, wäre er ohne sie zu seiner jetzigen Blüte gelangt? Und wiederum: Nüchternes Kalkulieren, Rechnen mit reas len Größen, frei von allem Phrasentum, und doch große Ziele im Auge- nur so kann der deutsche Kaufmann seinen Platz in der Welt erobern und behaupten. Kann unser Staatsleben unter anderer Flagge segeln? Und noch eins. Wirtschaftliches Leben ist ohne Egoismus undenkbar. So auch das staatliche Leben, so auch das politische Leben der Parteien. Aber es gibt kurzsichtigen und weitsichtigen Ego­ismus. Kein verständiger Kaufmann dünkt sich zur Allein­Herrschaft berufen, und ebensowenig gibt er um vereinzel­ten augenblicklichen Profits willen notwendige Verbindun= gen und Beziehungen für die Zukunft preis. Solcher Geist, Blick auf das Ganze, nicht Haften am Kleinen und Klein= lichen, weitherziges Erfassen alles Tüchtigen sollte auch unser politisches Leben erfüllen. In diesem Sinne akzep­tiere ich die aus Ihren Reihen so oft erhobene Forderung: Mehr kaufmännischer Geist in unsere öffentlichen Zu­stände.

Der Reichstag war am Sonnabend bereits um 10 Uhr zusammengetreten, um die Beratung der Reichsversiche= rungsordnung fortzusetzen. Es wurde noch drei Stunden über die Vorstandswahl in denLandkrankenkassen gesprochen. Die Bestimmungen über die Organe der Landkrankenkas= sen sind besonders deshalb so vielumstritten, weil Vorstand und Beisitzer ohne Mitwirkung der Versicherten durch die Kreisausschüsse im Kreistag bestimmt werden sollen. Die Sozialdemokraten sehen darin eine Entrechtung der Land­arbeiter, deren politische Aufklärung, wie sie meinten, die Konservativen unterdrücken wollten. Alle Opposition schei­terte aber an der wiederholt nachdrücklich abgegebenen Er­klärung der Regierung, daß die in der Kommission gemach­ten Vorschläge eine unerläßliche Voraussetzung für die Ein­führung der landwirtschaftlichen Krankenkassen überhaupt und damit auch der ganzen Reichsversicherungsordnung sind. In zwei namentlichen Abstimmungen wurden endlich die Kommissionsbeschlüsse aufrecht erhalten, jedesmal gegen et­wa 100 Stimmen, die von den Sozialdemokraten, den Po­Jen, den Freifinnigen und vereinzelten Nationalliberalen abgegeben wurden. Es folgte§ 345, der die Wahl der Bei­sitzer bei den Ortsfrankenkassen regelt. Das Stimmrecht der Arbeitgeber richtet sich nach der Zahl ihrer verfiche­rungspflichtigen Beschäftigten. Der sozialdemokratische An­trag auf Streichung dieses Passus wurde abgelehnt, sowie eine Reihe anderer sozialdemokratischer Anträge. Bei§ 355 wurde zum ersten Mal ein sozialdemokratischer Antrag angenommen. Darnach ist der Kassenvorstand verpflichtet, dem Gewerbeaufsichtsbeamten auf Verlangen Auskunft über Zahl und Art der Erkrankungen zu erteilen. Zum Schluß nahm man dann noch das schwierige Kapitel über die Aerztewahl in Angriff, das während der verschiedenen Verhandlungen in der Kommission mancherlei Wendung durchgemacht hat. Nach tagelangen Beratungen in der Kom­mission erklärte damals der Staatssekretär selbst, daß dte Vorlage unbrauchbar sei, und so hatte man sich später auf ein Kompromiß verständigt, das den goldenen Mittelweg zwischen den Anhängern der freien Arztwahl und ihren Gegnern darstellt. Viel wurde dazu nicht mehr gesprochen und dann die Kommissionsbeschlüsse angenommen. Nach­dem auch noch der§ 385, der Bestimmungen über die Arz= netlieferungen durch Apotheken enthält, nach dem Kom­missionsantrage angenommen worden war, vertagte man sich auf Montag.

Der Kanzler über Handel und Industrie.

In der Festsitzung des Deutschen Handelstages, die, wie gemeldet, am Sonnabend in Heidelberg stattfand, hat sich Reichskanzler von Bethmann- Hollweg in bemerkens­werter Weise über die Aufgaben von Handel und Industrie und ihre Bedeutung im heutigen Wirtschafts­leben ausgesprochen. Der Kanzler gedachte zunächst der Zeit vor 50 Jahren, als in Heidelberg der Deutsche Han­delstag erstand, und fuhr dann fort:

Als der Kanzler geendet, ertönte lebhafter, langan­haltender Beifall.

Vom Kaiser war folgendes Telegramm eingelaufen: " Dem Deutschen Handelstag spreche ich für die freundliche Begrüßung gelegentlich der Feier seines 50jährigen Be­stehens meinen wärmsten Dank aus und zugleich meine wärmsten Wünsche für eine weitere segensreiche Tätigkeit im Interesse von Handel und Industrie sowie des gesam­ten Vaterlandes. Wilhelm."

Rundschau vom Cage. Politisches.

Meuterei ausgebrochen. Der Insurgentenführer Madero, ein Spielball in der Hand der verwahrlosten Soldatesta wurde verhaftet und seine Revolutionsregierung wurde

zur Abdankung gezwungen. Es wird gemeldet, die Re bellen verlangen das Leben des merikanischen Generals Navarro, welcher bei vielen Aufständischen wegen angeb licher Grausamkeiten in früheren Schlachten verhaßt ist. Außerdem wurde Madero um Geld und Nahrungsmittel für die völlig zerlumpten und hungrigen Soldaten ange gangen. Madero war nicht imstande, die Forderungen so fort zu erfüllen. Wenn der Konflikt auch mühsam bei gelegt erscheint, so läßt sich doch kaum mehr voraussagen, wohin nunmehr die Ereignisse in Mexiko führen werden,

Der Kronprinz als russischer Regimentsinhaber. Wie die Tgl. Rdsch." aus diplomatischen Kreisen erfährt, wird der deutsche Kronprinz anläßlich seines Besuchs in Pe­tersburg am Tage des Geburtstages des russischen Kaisers ein russisches Regiment verliehen bekommen. Man glaubt, daß die Kaiserin- Witwe das Kommando des Regiments Kaiser- Ulanen abgibt und daß der deutsche Kronprinz dies Regiment erhalten wird.

Der amerikanische Generalstabschef und die Ab rüstungsidee. Generalstabschef Generalmajor Wood bea fürwortete in der Militärkommission des amerikanischen Repräsentantenhauses den Plan der Aufstellung ständiger Reserveforps au gedienten Soldaten und führte aus, die Armee müsse auf einer stärkeren Kriegsbasis stehen trok der Abrüstungsbewegung. Eine Abrüstung der Nationen sei ein Traum von Träumern.

Ueber die Lage in Marotto machte der französische Ministerpräsident in einem am Sonnabend abgehaltenen Ministerrate Mitteilungen, die ihm vom französischen Kons ful in Fez zugegangen waren. Nach diesen Meldungen ist die Lage in Fez immer bedenklicher geworden. Die Ver bindungen mit dem Innern werden alle Tage schwieriger. Lebensmittel und Munition werden knapp. Der Sultan hat noch einmal in dringendster Form schriftlich um die Unterstützung der französischen Truppen gebeten. Der Mi­nisterrat war der Ansicht, daß es unter diesen Umständen angezeigt sei, den Marsch der französischen Hilfskolonne zu beschleunigen, um Fez zu entsehen, das nur für die un­bedingt notwendige Zeit besetzt gehalten werden soll.

Die Feier des 50jährigeh Militärdienstjubiläums des Generalfeldmarschalls Freiherrn von der Golz wurde ge­stern durch ein Morgenkonzert der verschiedenen Militär­fapellen eingeleitet. Außer einer Kabinettsorder über­sandte der Kaiser sein in Del gemaltes Porträt. Der Sultan ehrte ihn durch ein Handschreiben und durch Ver­leihung des Medschidje- Ordens erster Klasse mit Brillan­ten. Kaiser Franz Josef beglückwünschte ihn durch ein Te­legramm.

Mit Stolz dürfen Sie sagen, daß die Geschichte des Deutschen Handelstages ein Stück der Geschichte unserer Einheit geworden ist, daß die Forderungen, die hier vor 50 Jahren von den Vätern des Handelstages aufgestellt wurden, das Gerüst waren, in das der Bau unseres Wirt­schaftslebens hineinwuchs, nachdem uns die politische Ein­heit geschaffen war. Und doch wird nicht einer von den Männern, die den ersten Deutschen Handelstag einberiefen, die Entwickelung geahnt haben, die der deutsche Handel in diesen 50 Jahren genommen hat. Die Zahlen unserer Handelsbewegung, die uns so nüchtern und selbstverständ­lich erscheinen, hätten jener Heidelberger Versammlung wie ein Märchen geklungen. Die Bett lag ja noch nicht weit zurück, wo man die deutschen Kaufleute im Auslande in milder Verachtung den Hühnern verglich, die in der Streu die Körner aufpickten, die edle Pferde aus der Krippe fallen ließen. Das Zaubermittel, durch das das Märchen Wirklichkeit wurde, hieß Einigkeit. Nur weil zuerst das Allgemeine sichergestellt wurde durch die gemeinsame be= geisterte Arbeit aller Stände, hat alles Einzelne auf festem Grund in gesichertem Rahmen wachsen können. Die alten Probleme der wirtschaftlichen Einheit sind gelöst, neue sind an ihre Stelle getreten. Heute steht der deutsche Kaufmann mitten in organisatorischen Aufgaben, von denen man vor 50 Jahren noch nicht einmal eine Vorstellung hatte. Mit tausend Fäden ist er in die Weltwirtschaft verknüpft; den Gönnern früherer Zeiten steht er als gleichberechtigter Partner gegenüber; das Deutsche Reich ist eine Firma ge­worden, zu der man sich mit Stolz bekennt.( Lebh. Beifall.) Und doch, meine Herren, die uns Deutschen so besonders sympathische Abneigung gegen den Racer von Staat ist. wenn ich nicht irre, auch aus einem Teil der Kaufmannschaft­noch nicht gewichen. Der alte Gegensatz zwischen Individu­alismus und Staat wird immer noch durch die Bücher ge­schleppt, als ob der Posten noch unverändert validierte. ( Heiterkeit.) In Wirklichkeit laufen die Interessen und Bflichten der Privatbetriebe so mit den Interessen und Pflichten des Staates ineinander, daß der Gegensaß, wo er konstruiert wird, ein gefünstelter ist. Kein privates Er­werbsgeschäft ist heutzutage noch reines Geschäft, es ist in gewissem Sinne zugleich Amt. In der Sorge für seinen Betrieb und für die in ihm tätigen Personen erfüllt der

3wei Kirschen an einem Stengel.

Roman von A. von Liliencron. ( Nachdruck verboten.)

Kleine Nachrichten.

Für den deutschen Rundflug, der von Berlin über Mag­deburg, Hamburg, Kiel, Hannover, Cöln, Caffel, Nordhau­sen und Halberstadt nach Berlin zurückführt, stehen an Preisen rund 400 000 Mzur Verfügung. Durchschnittlich find an jedem Tag 145 Kilometer zu durchfahren, insgesamt 1878 Kilometer. Zwischenlandungen sind vorgesehen Lübeck, Bielefeld, Soest und Dessau. Die Veranstaltung be­ginnt am 11. Juni und endigt am 7. Juli.

Ueber die Frage, mit welchem Zeitpunkt die Legiss laturperiode des Reichstags endigt, äußert sich Ge­heimrat Professor Dr. Zorn- Bonn, eine der be= deutendsten Autoritäten des Staatsrechts. Auch nach Zorns Ansicht endigt die Legislaturperiode, falls nicht eine frühere Aulfösung erfolgt, mit dem Ab­lauf des Tages, an dem das fünfte Kalenderjahr vom Tage der allgemeinen Wahl ab zu Ende geht. Bis zu die­sem Zeitpunkt, so führt er aus, könne ein deutscher Reichs­tag mit voller verfassungsmäßiger Wirkung alle diejeni gen Aufgaben erfüllen, die die Verfassung dem Reichstage zuweise, wobei rechtlich auch nicht die gringste Einschrän­fung in dieser Beziehung bestehe. Zorn erhebt die For­derung, daß in einer Rechtsfrage ausschließlich dieser recht­liche Gesichtspunkt festgehalten werden und daß man sich nicht dabei durch politische Tendenzen verwirren lassen solle.

6) Dabei geschah es, daß diese aussprang und etliche Sachen herausfielen. Eine Schachtel mit Puder entledigte sich ihres Inhalts und gab Veranlassung zu der geistrei­chen Bemerkung eines Dorfschlingels, der sich wieder her­angedrängt, das seien Müllersleute, die haben ihr Mehl alleweil mitbrächt."

Unwirsch fuhr der feine Stadtherr zurück und schob die Gaffer sehr energisch zurück. Kathi aber langte von der Erde ein fremdes Etwas auf, das sie noch nie gesehen hatte und vorsichtig mit zwei Fingerspigen anfaßte, es neugierig betrachtend.

Das nennt man eine Bartbinde," belehrte sie vom Bocke herunter der Kutscher.

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Bäderfrequenz. Karlsbad 6420, Kissingen 2655, Marien­bad 925, Nauheim 4922, Neuenahr 1729, Pyrmont 882, St. Blaften 3893, Salzungen 283, Sooden- Werra 420.

Der Kreuzer Ersatz Bussard" ist am Sonnabend nach­mittag in Bremerhaven im Beisein der Spitzen der Zivil­und Militärbehörden sowie zahlreicher geladener Gäste vom Stapel gelaufen. Der Oberbürgermeister der Stadt Mag­deburg Retmarus taufte das Schiff auf den Namen Mag­deburg".

Gegen die sozialdemokratischen Jugendvereine richtet sich eine Mahnung der Handwerkskammer zu Hannover, die an die Handwerksmeister ergeht, in den Lehrverträgen die Bestimmung aufzunehmen, daß die Lehrlinge nur in die vom Meister erlaubten Vereine eintreten dürfen. Eine solche Bestimmung sei namentlich solchen Leuten gegenüber nötig, deren Väter Mitglieder sozialdemokratischer Ver­bände seien, die einen 3wang auf die Väter ausübten, ihre Söhne den sozialdemokratischen Jugendvereinen zuzu­führen.

Das Mädchen hob das Gesicht zu ihm empor, es sah aus wie ein großes Fragezeichen, sodaß der Mann laut auflachte. Das ist so ein Verschönerungsobjekt von dem geschniegelten Herrchen. Schiebens Sie's nur geschwind wieder in die Tasche, sonst wird er gewiß wild, daß Ste es entdeckt haben."

Kathi tat, wie er sie hieß, ohne zu verstehen, was er eigentlich damit meinte.

Die helle Stimme der Tante ließ sich jetzt vernehmen. Kutscher, fahren Sie unsere Sachen zum Gasthofe, wir werden da nächtigen."

Frau Rosa trat aus der Tür, gefolgt von der Schwe­ster, sie faßte nach der Reisetasche und beförderte sie wie­der in den Wagen hinein. Kathi tat desgleichen mit den anderen Gegenständen, aber das geschah mit einem un­mutigen Schwunge.

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Auf dem Wege zur Einheitsstenographie. In den er­sten Tagen des nächsten Monats wird im Reichsamt des Innern der aus 28 Mitgliedern bestehende Sachverständi­genausschuß der deutschen Stenographieschulen zu einer Be­ratung zusammentreten. Seine Aufgabe wird sein, bes stimmte Vorschläge über die Schaffung einer deutschen Ein­heitsstenographie zu machen.

In der mexikanischen Revolutionsarmee ist eine offene Stroh in die Bodenkammer einquartiert hatten, und nun schien das denen nicht einmal gut genug zu sein. Wie so etwas empörte und ärgerte.

Gefällt es Dir denn nit bi uns?" fragte sie, und tampfbereit sahen die Braunaugen auf die Tante. Sie dachte daran, wie die Mutter und sie ihr Stübchen und die eigenen Betten für die Gäste hergegeben und sich auf

Röschen vertragt nit, unter Federbette zu schlafe, und de Julius of nit," begütigte Frau Amrum.

Die Besizungen des für tot erklärten Johann Orth bet Gmunden, die aus mehreren Gütern, dem Seeschloß und dem Ort Will bestehen, werden vom österreichischen Thron­folger Franz Ferdinand angekauft werden. Der Erzherzog beabsichtigt, das Schloß umzubauen, um es später ständig zum Sommeraufenthalt zu benußen.

Der Verband preußischer und hessischer Lokomotivfüh rer hält zurzeit seine erste Generalversammlung in Berlin ab. Eingeleitet wurde sie am Sonntag abend mit einem Begrüßungskommers in den Räumen der Philharmonie. Die Generalversammlung wird sich außer mit internen Standesangelegenheiten auch mit Fragen zu beschäftigen haben, welche die Sicherheit des Verkehrs usw. betreffen.

Die Schwester aber sah mit aufrichtigem Wohlgefal­len die hübsche Kathi an, und der Plan, der ste herge­trieben, reifte immer mehr in ihr. Sie klopfte ihr die Backen. Ei, ei, so temperamentvoll, das steht uns aber ganz gut," meinte sie. Nun beruhige Dich, Kind, mir gefällts recht gut bei euch, der gedeckte Tisch mit Deinem selbstgebackenen Kuchen sieht sehr einladend aus, nur schla­fen tönnen wir nicht in dem kleinen Loche, dazu sind wir zu verwöhnt."

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Verkanf der Voffischen Zeitung. Wie das B. T. meldet, ist die Vossische Zeitung, die bisher im Verlage der Vos­fischen Erben erschten, an die Frankfurter Bankfirma La­zard Speyer- Elliffen verkauft worden. Bald nach dem Ab­leben des Geheimen Justizrat Leffing, der 60 Jahre lang der Haupteigentümer des Blattes war, wurden Verkaufs­verhandlungen eingeleitet, die vorgestern zum definitiven Abschluß geführt haben.

Der Herr Sohn, der herangekommen war, erklärte lachend, sehr verheißungsvoll für Nachtquartier sah das Gasthaus auch nicht aus! Aber versuchen wir, was wir da kriegen können, das Cousinchen hilft mir bei der Aus­wahl der Gemächer. Bitte einzusteigen!"

Er hielt den geöffneten Wagenschlag in der Hand und verbeugte sich dabei mit komischer Feierlichkeit.

Der Schaz im Kopfkissen. Die Witwe Malinowska in Rixdorf, die mehrereZimmer vermietet, bewahrte threSpar­gelder in ihrem Kopfkissen auf. Als sie sich gestern nach threm Schatz umsah, machte ste die unangenehme Entdeckung, daß anstatt der Goldstücke nur Messingplättchen vorhanden waren. Wer der Dieb tst, konnte bisher noch nicht festge­stellt werden.

Rathi war ganz verwirrt. Sie blidte fragend zu Mutter und Tante hinüber. Die nidten ihr beide freund­lich zu, und Frau Rosa drängte. Geschwind, geschwind, macht, daß ihr fortkommt, damit ihr bald wieder hier seid. Ich habe Kaffeedurst!"

Vom eigenen Bruder erschossen. In Posen wurde ein 10jähriger Schüler auf dem Flur der elterlichen Wohnung mit einer Schußwunde in der linken Brustseite tot aufge­funden. Sein vierzehnjähriger Bruder, der den tödlichen Schuß abgegeben hatte, wurde verhaftet.

Nun hüpfte das Mädchen flink in den Wagen und gab sich harmlos dem Vergnügen hin, in der Glaskutsche durch das Dorf zu fahren. Sie war ganz reizend in ihrer find­lichen Freude an dieser Fahrt und plauderte lustig mit dem Better, den sie rechts auf die stattliche Dorflinde auf­merksam machte und dann wieder links auf den schmucken Taubenschlag beim Schulzen und die schöne Figur auf dem Brunnen.

Ein folgenschwerer Gerüsteinsturz hat sich auf der Glas­hütte Leerdam( Provinz Südholland) ereignet. In dem

Der Better tat ihr denn auch den Gefallen, alles aus­nehmend hübsch zu finden, im Grunde genommen dünfte ihm die ganze Geschichte sehr alltäglich. sogar häßlich;

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hübsch, und zwar ganz außerordentlich hübsch erschien ihm nur der junge Blondkopf an seiner Seite mit den strahlen­den Rehaugen. Er dachte, haben wir dies Mädchen bet uns in Friedenau, im Gastzimmer, so könnte sie uns hau­fenweise die Gäste heranziehen, ohne daß sie sich dabei an­zustrengen brauchte. So wie sie ist, so frisch, so natürlich, so hübsch, das genügt schon, daß jeder gern kommt, um ein paar Worte mit ihr zu schwatzen!

Vor dem Gasthause zum Adler", wo morgen Kirmes­tanz war, hielt der Wagen. Der Vetter wollte ihr beim Aussteigen behülflich sein und hielt ihr die Hand hin. Das verstand sie aber nicht, sondern sprang, ohne den Tritt zu benutzen, aus dem Wagen. Etwas schüchtern folgte sie ihm dann in das Gasthaus.

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Des Vetters herablassende Art, mit dem Wirte zu sprechen, sowie sein wiederholtes Rüden Sie mit dem Besten heraus, was Sie haben," verfehlten nicht des Ein­drucks auf Kathi, und sie fühlte sich außerordentlich geho ben, wenn Julius sich wiederholt bei dem Cousinchen Rat oder Zustimmung holte.

Ersterer bestand bei ihr freilich nur in ein paar undeutlich gemurmelten Worten, letztere in einem stumm men Nicken, doch beides schien dem liebenswürdigen Bet­ter völlig zu genügen. Die beiden Wohnzimmer des Adlerwirts, in die je ein Bett gesetzt werden sollte, waren zu Gnaden mit der Bemerkung angenommen worden: Je nun, man ist es anders gewohnt, aber man behilft sich für ein paar Nächte. Machen Sie nur alles zurecht!"

Der Wirt versicherte, es würde alles auf das nobelste eingerichtet werden für den gnädigen Herrn und für die Dame. Dann ließ er es sich nicht nehmen, den vornehmen Gast zum Wagen zu geleiten und riß dienstfertig den Schlag auf.

Bitte, das Cousinchen zuerst," sagte deren Begleiter, als das Mädchen ihm bescheiden den Vorrang lassen wollte.

( Fortsetzung folgt.)

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