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Rung vorgebracht wurde, beschloß das Gericht, ihn auf set­nen Gelfteszustand untersuchen zu laffen. Die Untersuchung des Geisteszustandes des Angeklagten ist eine sehr gründ­liche gewesen und in der neuen Verhandlung werden dem­gemäß die Gutachten der Psychiater einen sehr breiten Raum einnehmen.

Vermischtes.

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Der Kaiser und die Schlierseer. Jm ,, B. L.-A." lesen wir: Als der Kaiser Montag nachmittag gegen 4 Uhr von seinem Ausritt im Tiergarten zurückkehrte, stand am Ein­gang zu dem Reitweg Unter den Linden am Branden­burger Tor der Direktor der Schlierseer, Terofal, dessen Truppe zurzeit bei Kroll auftritt. Schon von weitem be= merfte der Kaiser den in oberbayerischer Gebirgstracht mit grünem Hut und Gamsbart stehenden Direktor, winkte ihm lebhaft zu, hielt seinen Schimmel an und reichte dem Dis reftor die Hand. Und nun entspann sich folgendes Ge­spräch: Grüß Gott, Terofal, Sie spielen ja wieder bei mar. Wie geht's denn?" Guat, Majestät." Und Familie, Töchtern und der anderen Gesellschaft?" Auch guat, Ma­jestät." Ich weiß noch nicht, ob ich zu Ihnen kommen tann, mein lieber Terofal, weil ich in den nächsten Tagen verreise. Aber schicken Sie doch das Repertoire ein. Was haben Sie denn?"" V'leicht Geigenmacher von Ganghofer oder Sonnenscheinen?" Na, Terofal, gestern haben Sie fa ein schönes Fest gefeiert bei Kroll." Jawohl, Ma­jestät, wir hab'n unserem Prinzregenten gehuldigt." Ich habe schon gehört, das war sehr brav von Ihnen, Tero­fal." Und in bayrischer Mundart schloß der Kaiser: ,, Dann grüß Gott, Terofal." Eine große Menschenmenge hatte sich unterdessen angesammelt, die, als der Kaiser, umgeben von den diensttuenden Flügeladjutanten, auf dem Kiesweg Unter den Linden im Galopp davonsprengte, in lebhafte Hochrufe ausbrach.

Prinz August Wilhelm im Polizeipräsidium. Der prinzliche Doktor der Staatswissenschaften besuchte Diens­tag vormittag das Berliner Polizeipräsidium. Nachdem er zunächst bei dem Polizeipräsidenten von Jagow vorge fahren mar, besichtigte er alle Abteilungen und Einrich­tungen der großen Behörde. Mit besonderem Interesse nahm er u. a. unter der Führung des Chefs der Kriminal­polizei den Erkennungsdienst, das Kriminalmuseum und die photographische Anstalt des Polizeipräsidiums in Au­genschein. Von der Kriminalabteilung aus begab sich der Prinz nach der Theaterabteilung. Hier nahm er u. a. auch von den Einrichtungen der Zensur Kenntnis und ließ sich in der finematographischen Abteilung Films mit krimi­nalistischem Inhalt vorführen.

Ueber den Prinzregenten Luitpold als Vorbild germanischer Kraft, heißt es in einem Artikel der Mün­chener Jugend": Unübertroffen in der Geschichte aller Zeiten steht unser Prinzregent da als Vorbild germani­scher Kraft, als Vorbild für unsere Kinder und Kindes­finder, da wir selbst leider wie soll ich sagen- den Anschluß versäumt haben. Oder hat etwa irgendeiner von uns die Erwartung, es dem Regenten gleich zu tun? Wir fürchten uns vor den Gebrechen dieses Alters, und er, der Wetterharte, nimmt es im Bergsteigen und Schwimmen mit jedem Jüngling auf! Diese phänomenale Krafterhal­tung bis in das patriarchalische Alter ist kein Zufall, sie ist nicht bloß ein Erbstüd terngesunder Abstammung, son­dern auch das Resultat tüchtiger Erziehung, und vor allem unablässiger mannesmutiger, fittenreiner Selbstzucht. Die­ses Wort wollen wir gegenüber den wachsenden Gefahren des modernen Lebens und der entnervenden Großstadtkul­tur dreimal betonen. Mögen Eltern und Lehrer es der heranwachsenden Jugend als wertvollste Lebensregel ein­impfen: Die Entsagung ist die Mutter aller Tugenden, weil sie mit den Pflichten gegen uns selbst auch Raum für die Pflichten gegen unsere Mitmenschen, gegen Staat, Ge­sellschaft und Familie schafft. Tausendmal danken müssen wir ihm, daß er mit seiner kraftvollen, herrlichen Mannes­zucht den Anfechtungen und Verführungen einer glänzen­den Lebensstellung siegreich standgehalten hat. Dadurch ist sein Beispiel zu einem weithin leuchtenden und auf­munternden geworden.

Mietspreise während der Londoner Krönungswoche. Amerikanische Millonäre zahlen jetzt in London unge= heure Preise für Wohnungen, die sie für die Krönungs­woche mieten. Ein liberaler Lord hat ein Angebot von 200 000 Mark Miete für seine Wohnung auf sechs Wochen ausgeschlagen. Einem anderen Londoner wurden 340 600 Mark für drei Monate geboten; er verlangte 400 000 Mt. Auch der Premierminister Asquith, der jetzt seine Amts­wohnung bezogen hat, hat seine Privatwohnung für die Krönungszeit nermietet.

Der Neger auf dem Bürgersteig. Durch Verordnung des Bezirksamtmannes ist den schon öfter laut gewordenen Klagen über Belästigung der Weißen durch unzulässige Benutzung der Bürgersteige in Swakopmund durch die Schwarzen abgeholfen worden. Die Eingeborenen wer­den bei Strafe bis zu 60 Mark, Gefängnis mit 3wangsat­beit bis zu 14 Tagen und im Rückfalle Prügelstrafe bis zu 15 Schlägen verpflichtet, dem Weißen, nötigenfalls un­ter Verlassen des Bürgersteiges, auszuweichen. Auch dür­fen sie nicht auf den Bürgersteigen herumstehen oder lie­gen, noch ihn beim Tragen größerer Lasten benutzen. Soffentlich bewährt sich diese Verordnung auch als Er­ziehungsmaßregel und die Schwarzen lernen mit wachsen­den Verständnis für öffentliche Ordnung ungestraft un­ter Palmen und auf dem Bürgersteig wandeln.

Bei einem Selbstmordversuch irrfinnig geworden. Ei­nem tragischen Schicksal ist ein 18jhriges Mädchen in Char­lottenburg zum Opfer gefallen. Das junge Mädchen, das von großer Schönheit ist, war bei einem Berliner Rechts­anwalt im Bureau tätig. Freundinnen gegenüber machte es in letzter Zeit wiederholt Aeußerungen, die darauf hin­deuteten, daß es unglücklich liebe. Schließlich verfiel es auf Selbstmordgedanken, die man ihm vergeblich auszu­reden versuchte. Die Lebensmüde sprang in die Spree, doch konnte sie von einem Schiffer, der den Vorgang beo­bachtet hatte, gerettet werden. Sie wurde nach dem Kran­fenhaus gebracht, und dort fiel den Aerzten sofort ihr son­derbares Wesen auf. Es stellte sich bald heraus, daß die Unglückliche dem Jrrsinn verfallen war. Sie wurde infol­gedessen in einer Heilanstalt untergebracht.

Im italienischen Cammoristenprozeß hat die Beweis­aufnahme ergeben, daß der Cammorra eine ganze Reihe Don Beamten angehören, und daß die Cammorristen bis hinauf in die höchsten Amtsstellen nahe Beziehungen un­terhielten. Man schreibt dieser Tatsache auch den aufsehen­erregenden Selbstmord eines Polizeikommissars zu, der, wie verlautet, aus Furcht vor der Entdeckung seiner Be­ziehungen zur Cammorra aus dem Leben geschieden ist. Es ist nicht ausgeschlossen, daß der ganze Prozeß nach wochenlanger Dauer im Sande verlaufen wird, da die von

der Anklagebehörde geladenen Zeugen aus Furcht vor der Rache der Cammorra sich weigern, belastende Aussagen zu machen, wodurch die Beweisaufnahme sehr erschwert wird. Die Geschworenen haben in den letzten Tagen zahl­reiche Drohbriefe erhalten, die ebenfalls von Cammorristen herrühren.

Wie die Pariser Polizei mit ihren Häftlingen um= geht. Anläßlich der Moabiter Unruhen ist manches harte Wort über die Berliner Polizei gesprochen worden. Da dürfte es von Interesse sein, zu hören, wie die republi­tanische Pariser Polizei mit einem Häftling umgegangen ist. Der Schriftsteller Leon Daudet vermeldet über seine wegen politischer Vergehen erfolgten Festnahme folgendes: Vor dem Cafee Univers arretiert, weil ich ,, Nieder mit Briand!" gerufen hatte, wurde ich durch Fußstöße und Fauftschläge auf den Theaterplatz gezerrt. Auf dem Wege zur Polizeistube in der Rue Villedo hielt ein uniformier­ter Polizist meinen rechten Arm, während ein Zivilpoli­zist mir meinen linten Arm auszudrehen suchte. Ein Drit­ter, gleichfalls in Zivil, hielt mich rüdwärts am Halse, und zwar würgte er mich derart mit meinem eigenen Halstuch ( was er übrigens behalten hat), daß ich halb erwürgt in der Wachstube ankam. Ich spreche nicht von den unzäh­ligen Fußstößen, mit denen ich während des Transports traftiert wurde. Bei meiner Ankunft in der Wachstube mußte ich ein ,, Passage à Tabac ,,( Boltsausdruck, wo­mit die Behandlung eines Arretierten bezeichnet wird, wenn die Polizisten mit ihren Fäusten über den Wehrlosen herfallen) über mich ergehen lassen, obgleich einige an wesende Beamte in Uniform sich dagegen erhoben. Ich wurde zuerst auf eine Holzbank geworfen und kam dann auf den Boden zu liegen. Ich wurde ,, geläutet"( wenn der Kopf des Delinquenten bei den Haaren erfaßt und auf den Boden geschlagen wird) und verlor dabei das Bewußtsein. Als ich wieder erwachte, wurde an meine Leibesvisitation geschritten, aber so brutal, daß dabei meine Taschenuhr zerschlagen wurde. Mein Ueberrod war mir herunterge= rissen worden. Als man mir auch meine Hosenträger ab­riß, ließ man sich auf Bitten meines Freundes Pujo her­bei, mir meine Krawatte abzuschneiden, denn ich drohte zu ersticken, und mir etwas Wasser zu reichen."

Die neueste Form des Warenhauses. In der Wiener Friedrichstraße, die man Mariahilfstraße nennt, wird im Märztermin ein Riesenkaufpalast eröffnet. In seinen un­geheuren Räumen wird jeder Gebrauchs- und Luxusgegen­stand, jeder Bedarfsartikel für das körperliche und geistige Menschenwohl, werden Kleider und Bücher, Wohnungs­einrichtungen und Musikinstrumente, Taschenuhren und Luruswagen feilgeboten werden. Das würde freilich keine Neuerung bedeuten und bliebe an Ausdehnung und Man­nigfaltigkeit weit hinter Wertheim" zurück. Aber hier wird das Zentralkaufhaus mit einem einzigen Unterneh­mer durch eine zentralistische räumliche Verbindung vie­ler Spezialgeschäfte erseht, so wie es etwa im Berliner Passagetaufhaus gedacht war. Doch was hier in Wien be­rüdsichtigt wird, geht auch über diese Gründung hinaus und bedeutet die Schaffung einer völlig neuen Unterneh­mensform: denn die Geschäfte, die sich in dem Mariahilfer Zentralpalast einmieten, werden den Mietszins nicht in der üblichen Form einer fixen Summe entrichten, sondern als Mietspreis einen prozentualen Anteil von ihren Brut­toeinnahmen geben. Die sollen am Kassenapparat Cash­National tontrolliert werden. Damit ist- wenigstens zum Teil das Risiko des Geschäftsmieters auf den Hausbesitzer abgewälzt: bei Geschäftsstockungen wird sich sein Mietszins automatisch verringern. Das bedeutet aber zugleich auch eine engere Verknüpfung zwischen Mie­ter und Vermieter: die beiden stehen einander nicht mehr als Feinde gegenüber; sie sind durch gemeinsames Interesse an der Erzielung eines möglichst großen Umsatzes ver= fnüpft. Und der Hausherr wird selber alle Mittel zu ei­ner Umsatzsteigerung fördern; er wird die Gebäudeausstat= tung, bekömmliche Einrichtungen für Beleuchtung und Hei­zung, für Personen- und Warenverkehr bereitstellen; denn alle diese Werkzeuge der Annehmlichkeit locken Käufer an, fördern den Umsatz und steigern so automatisch die Zins­höhe. In dieser Begründung einer Interessengemeinschaft zwischen Mieter und Vermieter scheint ein wertvoller öko­nomischer Gedanke ausgedrückt zu sein; bald wird sich zei­gen, ob er in der Praxis lebendig werden kann.

Amerikanische Schauergeschichten.

Vom Kriegsschauplah" an der amerikanisch- merikani­schen Grenze liegen bereits einige Depeschen von Spezial­forrespondenten englischer und amerikanischer Blätter vor. Da lesen wir von einer Schlacht" bei Aguaprieta jenseits der mexikanischen Grenze, der Tausende von Amerikanern, die mit Fuhrwert, Automobil und Bahn gekommen waren, als Zuschauer beiwohnten. Auch einige hundert merita­nische Tagediebe und anderes Gesindel ergößten sich an dem Schauspiel. Aus einer Schlucht brachen 500 Infuraenten, darunter viele Teraner, hervor. 300 merikanische Truppen warfen sich ihnen entgegen. Es erhob sich ein Höllenlärm, und als Staub und Pulverdampf sich verzogen hatten, Ia­gen 35 Mann tot auf dem Schlachtfelde, und die merika­nischen Regierungstruppen Itefen, was fie fonnten. Die amerikanischen Buschauer flatschten Betfall, schrien Hurra" und überschritten die Grenze in hellen Scharen, um den Verwundeten Hilfe zu bringen und den Stegern die Hände zu schütteln.

Bet Casas Grandes, das nicht so dicht an der Grenze wie Aguaprieta liegt, ereignete sich ein anderer blutiger Zusammenstoß zwischen Rebellen und Regierungstruppen, in dem die Truppen siegten. Ein Neuyorker Blatt berichtet, daß sich unter den Insurgenten viele Amerikaner befanden, die wie Tiger kämpften und Dynamitbomben gegen die Feinde schleuderten, die sie kaltblütig mit ihren Zigarren entzündet" hatten! Von einem ehemaligen Neuvorker Ho­telpagen wird berichtet, daß er 22 merikanische Soldaten mit seinem grimmen Säbel niederschlug oder mit dem Re­volver erschoß, ehe eine todbringende Kugel seinem helden­haften Vordringen ein Ziel sette. Der Gegenpräsident" Madero führte die Insurgenten in dieser Schlacht. Als er seinen Säbel verloren hatte so erzählt ein begeisterter Neuyorker Kriegskorrespondent- nahm er das Gewehr eines Mannes, der eben tot hingesunken war, und kämpfte weiter. In der Hitze des Kampfes war er bis an den Feind geraten und wäre beinahe gefangen genommen wor­den. Der ganze Train der Insurgenten, 20 Wagen, da­runter zwei, die mit Gewehren und Munition beladen wa= ren, fielen in die Hände der Regierungstruppen. Unter den getöteten Aufständischen waren 16 Amerikaner, die der Korrespondent mit Namen aufführt.

Präsident Diaz hat offenbar wenig Sinn für die Ro­mantik der Lage an der merikanisch- amerikanischen Grenze, die er in seinen Depeschen an amerikanische Zeitungen voll­fomuten ignoriert. Er erklärt kurz und bündig, daß Mexiko sein Lumpengesindel selbst zu Paaren treiben kann, und duldet keine Ginmischung von irgendeiner Seite. Die ame= rifauische Mobilisierung ist doch nicht so glatt abgelaufen,

fich heraus, daß es an dem öiigiten Kriegsmaterial aller Art fehlt, und um es schnell zu beschaffen, hatte man nach Manila telegraphiert, wo große Vorräte lagern sollen. Viele der ernsteren amerikanischen Zeitungen sind mit der Mobilisierung sehr unzufrieden und fordern Rechenschaft von Präsident Taft, zu welchem Zwecke fie unternommen worden set.

Drahtnachrichten und neuestes.

Besuch des Kronprinzenpaares in Wien.

Wien, 15. März. Soeben wird vom Obersthofmars schallamt bekannt, daß am Palmsonntag, den 9. April, das deutsche Kronprinzenpaar in Wien eintrifft und den Tag bei Kaiser Franz Josef verbringt. Es sind bereits Anord­nungen für einen besonders glänzenden Empfang ergan­gen und es soll der besondere Wunsch des Kaisers sein, daß ein ungewöhnlich reicher und schöner Blumenflor dte Kronprinzessin, die zum ersten Male nach Wien kommt. erfreut. Es wird mitgeteilt, daß der Kaiser große Freude über den angekündigten Besuch äußert.

Die elsaßz- lothringische Verfassung.

Berlin, 15. März. Die Reichstagskommission für die elfaz- lothringische Verfassungsreform hat den Zen­trumsantrag, wonach der Statthalter Minister ernennen und absetzen soll, mit 13 gegen 13 Stimmen des Zentrums, der Sozialdemokraten und Polen abgelehnt.

Die Privatbeamtenversicherung im Bundesrat. Berlin, 15. März. Die Beratungen über den Ge­Sezentwurf betr. die Privatbeamtenversicherung werden im Bundesrat demnächst beginnen.

Drohender Straßenbahnerstreit in Hamburg. Samburg, 15. März. Die Straßenbahngesellschaft hak 15 Führer und Schaffner wegen Zugehörigkeit zum Trans­portarbeiterverband entlassen und erklärt, daß sie auch fernerhin den Angestellten die Zugehörigkeit zum Verband unter feinen Umständen erlauben werde. Infolgedessen wird ein Ausstand der Straßenbahner als in Aussicht stehend bezeichnet.

Von polnischen Wegelagerern erschossen.

Schwerin, 15. März. In dem Dorfe Bretz bei Dö­mitz an der Elbe überfielen gestern abend zwei polnische Erdarbeiter, die am Eisenbahnbau beschäftigt waren, ei­nen Gutsbesitzer und versuchten ihn auszurauben. Auf seine Hilferufe eilte ein benachbarter Gutsbesitzer herbei. Die Räuber griffen zu den Waffen und töteten beide. Sie wurden bald darauf verhaftet.

Gattenmord.

Magdeburg, 15. März. In Brandeis an der Elbe ermordete ein Zimmermann seine von ihm getrennt lebende Frau auf offenem Felde und beraubte sie. Er wurde ver­haftet.

Furchtbare Scharlachepidemie.

Prag, 15. März. Aus Baja wird berichtet, daß infolge einer dort wütenden Scharlach epidemie in der verflossenen Woche 36 Kinder und vier Frauen gestorben sind.

Aus dem Bahnzug geworfen.

London, 15. März. Auf der Bahnfahrt von Breston nach Kindvall wurde eine Dame im Expreßzug von einem Unbekannten angefallen und nach heftigem Kampfe während der Fahrt aus dem Fenster geworfen. Sie erlitt verhält= nismäßig wenig Verletzungen. Der Täter sprang auf der anderen Seite aus dem Zuge und entfam.

Der Kratereinsturz am Vesuv.

Rom, 15. März. Wie die Blätter aus Neapel mel­den, dauert der Einsturz an der Krateröffnung des Vesuvs fort, begleitet von unterirdischem Getöse. Das obere Ende des Bahnhofs der Drahtseilbahn ist stark beschädigt. Der Sturm, der auf dem Vesuv wütet, verhindert wissenschaft. liche Beobachtungen.

Das Erlöschen der Pest in der Mandschurei.

0 Charbin, 15. März. Die Pest ist weiter im Er­löschen begriffen. In der letzten Woche sind hier vier und in Fudsjadian, wo die Pest am furchtbarsten gewütet hatte, 14 Todesfälle vorgekommen. 17 Leichen wurden auf den Straßen aufgefunden.

Die Revolution in Megito.

Neurort, 15. März. Nach Privatmeldungen des Neuyork Herald aus der Stadt Merito ist gestern abend in Veracruz ein Aufstand ausgebrochen. Ein Merikaner wurde getötet, acht Polizeibeamte wurden schwer verwun det. Die Tore eines Gefängnisses wurden geöffnet, sodaß 70 Gefangene entweichen fonnten. Ein im Hafen liegen­des Kriegsschiff und Marinesoldaten unterstützten die Zi­vil- und Militärbehörden. Die französischen Interessen wird ein französisches Kriegsschiff wahrnehmen.

Bandel und Verkebr.

Frankfurt, 14. März. Viehmarktspreise vom 13. März. Preise für ein Zentner: Rinder: 1. Ochsen a) vollfletschige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes höchstens 7 Jahre alt ( Lebendgewicht) M 50-54,( Schlachtgewicht) M 91-93, dte noch nicht gezogen haben,( ungefocht)( Lebendgewicht) M 50 bis 53,( Schlachtgewicht) M 91-93. b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete( Lebendgewicht) M 46-49,( Schlachtgewicht) M 83-89, c) mäßig genährte junge gut genährte ältere( Lebendgewicht) M 40-45,( Schlachtge= wicht) M 74-83. 2. Bullen a) vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtwertes( Lebendgewicht) M 43-47,( Schlacht­gewicht) M 71-78, 6) vollfleischige jüngere( Lebendgewicht) M 38-42,( Schlachtgewicht) M 63-70. 3. Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes ( Lebendgewicht) M 44-49,( Schlachtgewicht) M 79-88, 6) vollfleischige, ausgemästete ühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgewicht) M 41-45,( Schlachtgewicht) M. 76-81, c) 1. wenig gut entwickelte Färsen( Lebendgewicht) M 39 43,( Schlachtgewicht) M 75-83, do. 2. ältere ausge­mästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe( Le­bendgewicht) M 33-39,( Schlachtgewicht M 61-72, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Lebendgewicht) M 28-32, ( Schlachtgewicht) M 56-64, e) gering genährte Kühe und Färsen( Lebendgewicht) M 20-26,( Schlachtgew.) M 46-59, 4. Gering genährtes Jungvieh( Fresser) Lebendgewicht) M 00-00( Schlachtgewicht) M 00-00. Kälber: a) Doppel­lender feinste Mast( Lebendgew.) M ( Schlachtgew.) Mb) feinste Mast-( Vollmilch- Mast)) und beste Saug­fälber( Lebendgew.) M 56-60,( Schlachtgew.) M 99-100, c) geringe Saugkälber( Lebendgew.) M 45-51,( Schlachtgew.) M 76-86. Schafe. A. Stallmastschafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Lebendgew.) M 41,( Schlachtgew.) M 86, b) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe( Le­bendgew.) M35,( Schlachtgew.) M 83. Schweine: a) voll­fleischige Schweine von 80-100 Kilogramm Lebendgewicht ( Lebendgew.) M 48-51,( Schlachtgew.) M 63-65, 6) vollflet­schige Schweine unter 80 Kilogramm Lebendgewicht( Lebend­gew.) 48-50,( Schlachtgew.) M 60-61, c) vollfleischige Schweine von 100-120 Kilogramm Lebendgewicht( Lebend­gew.) M 49-51,( Schlachtgew.) M 61-63, d) vollfleischtge Schweine von 120-150 Kilogramm Lebendgewicht( Lebend­gew.) 49.50-51,( Schlachtgew.) M 63-64.