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einem Bären, hatte dieser Tage in Eidelstedt bei Hamburg der Arbeiter Stehr zu bestehen, als er sich am Morgen nach seiner Arbeitsstätte begeben wollte. Beim Verlassen des Hauses erblidte er am 3aun ein unbekanntes Tier, das alsbald auf ihn eindrang. Er suchte es mit einer Schippe abzuwehren, bis auf seine Silferufe ein Nachbar herbeteilte. Nun erst gelang es, mit Mühe des Tieres Herr zu werden und es schließlich unter eine darübergestülpte Regentonne einzusperren. Es stellte sich heraus, daß der glüdlich eingefangene Bierfüßler ein aus ben: Hagenbeckschen Tierpart entkommener malaischer Bär war, der nunmehr im Triumph nach Stellingen zurüdgebracht wurde, wo der Bärenjäger wider Willen reichliche Entschädigung für den ausgestandenen Schreck erhielt.
Der von Bonn flüchtige Obertelegraphenassistent Suttanus, der 95 000 Mart amtliche und 32 000 Mark private Gelder unterschlagen hat, wurde, wie gemeldet, am Montag in Marseille verhaftet. Die Verhaftung des Defraudanten erfolgte, wie dem Berl. Lot.- Anz." gemeldet wird, in der Depeschenaufgabestelle in Marseille, als Huttanus eine Depesche aufgeben wollte. Huttanus wird seit dem 19. Dezember vorigen Jahres verfolgt. Der Verhaflete mar sehr gut gekleidet und machte anfangs Miene, seine Identität zu leugnen, legte aber bald ein volles GeStändnis ab. Er erklärte, daß er seine Veruntreuungen schon im Jahre 1908 begonnen und ununterbrochen bis zu seiner Flucht fortgesetzt habe. Der bei ihm gefundene Barbetrag ist sehr gering. Er behauptet, 84 000 Mart einem Freunde geliehen und nicht wiederbekommen zu haben. Die aus seine Festnahme ausgesetzte Prämie von 1000 Mark dürfte dem Marseiller Sicherheitsbureau zufallen.
Die Best in China. In Charbin sind am Montag an der Best 29 Chinesen gestorben, gestern ein Unbekannter, auf der Straße aufgehobener Russe. Der Generalgouver neur des Amurgebiets fündigt die Ausweisung von 4000 arbeitslosen Chinesen aus Wladiwostok, Nikolst und Chabarowsk an. Die Zahl der Todesfälle in Fudsjadjan ist in der letzten Woche gesunken; sie betrug am Montag 43. Bisher sind dort gegen 7000 Leichen verbrannt worden. Die Straßen werden von den Leichen gesäubert; die ungenügend tief Eingegrabenen werden ausgegraben, um verbrannt zu werden.
Schwindeleien eines falschen Paschas. In der Masfe eines türkischen Minister unter dem hochtlingenden Namen Mustapha Sionfi- Pascha hat ein Agent aus Kairo in einem Augsburger Hotel große Betrügereien und Zechprellerei verübt. Der Schwindler lebte auf fürstlichem Fuße und trat auch mit einer dortigen großen Maschinenfabrik in Verbindung. Er gab ihr Aufträge bis zu anderthalb Millionen Mark in Kommission und zahlte mit einem jedenfalls gefälschten Sched auf eine Pariser Bank 50 000 Frank an. Die Fabrik stellte dem hochmögenden Herrn auch ihr Automobil zur Verfügung, und das beseitigte bei den Nürnberger Geschäftsleuten wohl jeden Zweifel. Im Hotel schöpfte man erst Verdacht, als er abreisen wollte, ohne erst zu bezahlen. Man hielt sein Gepäck zurück und ließ ihn bei seiner Ankunft in München verhaften. Einer Franzöfin, die er aus München als Kammerzofe engagierte, gah der Schwindler als Entlohnung eine angeblich einen Wert von 500 Mark repräsentierende goldene Uhr, doch stellte sich bald heraus, daß sie nicht um den zwanzagsten Teil loszuschlagen war. Der Verhaftete, ein etwa vierzigjähriger Araber, der nur Französisch spricht, mußte Montag nachmittag ins Kranfenhaus gebracht werden. Jegt behauptet er, ein Großfaufmann aus Kairo zu sein, der sein Geld und seine Legitimation verloren habe.
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Eine Brüd: aus Kochtesseln. Die Infanterie kommt Im Feldzuge häufig in die Lage, Wasserläufe überschreiten zu müssen, die zu tief sind, als daß sie durchwatet werden fönnen, ohne daß der Brückentrain zur Hand ist. tommt dann nicht darauf an, eine solide, normalmäßige Brücke zu bauen, sondern Laufstege mit den primitivsten Mitteln herzurichten, um das Messer möglichst schnell überschreiten zu können. Häufig muß dies auch im Gejecht, angesichts des Gegners und im feindlichen Feuer erfolgen. Solches ereignete sich z. B. in der Schlacht bei Wörth beim Uebergang über den Sauerbach, der infolge plöglich eingetretener Regengüsse eine ungeahnte Höhe erreicht hatte. In Frankreich hat kürzlich das Infanteriere giment 109 in Chaumont einen eigenartigen Versuch gemacht, um die Marne zu überschreiten. Es wurde eine Laufbrüde aus Strohsäden gebaut, die aber nicht mit Stroh, sondern je mit 30 fest verschlossenen AluminiumKochfesseln ausgefüllt waren. Sie waren in sechs Reihen zu je fünf Stück zusammengebunden. Der Belag der Brücke bestand aus Brettern, die mit Stricken befestigt waren. Trotz der beträchtlichen Strömung genügte diese Brücke vollkommen und hat sich sehr gut bewährt.
Das Dienstbuch der Ehefrau. Aus Thüringen wird der, Frff. 3tg." folgendes Geschichtchen erzählt: In Apolda hatte sich ein Ehepaar scheiden lassen. Bei der Auseinandersetzung von„ Mein und Dein" war das Dienstbuch vergessen worden, das die Frau wegen der wertvollen Zeugnisse nachträglich einfordern ließ. Sie war nicht wenig erstaunt, als sie sah, daß ein neues Zeugnis hinzugekommen war, das der frühere Ehemann ausgestellt hatte. Inhaberin angenommen als Frau" so heißt es in der ersten Spalte. Als Grund des Dienstaustrittes war angegeben:„ Unwillkürlich ausgerissen. Erste Zeit zufrieden, dann langsam und faul und mit den Kindern ungezogen, mißhandelt." Nun wird die Frage aufgeworfen, ob der Ehemann, der allzu sehr nach dem bekannten Bibelwort„ Er soll dein Herr sein..." gehandelt, sich nicht strafbar gemacht hat.
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Türkische Schiffsidylle. Auf der Reede von Konstantinopel, dicht beim Marineministerium, lagen zwei ehrwürdige Panzerschiffe,„ Nedschid“ und„ Scheref Hesan", schon seit vielen Jahren unbeweglich vor Anker. Die ältesten Werftarbeiter konnten sich nicht erinnern, sie jemals frei schwimmen gesehen zu haben. Als der flottenfeindliche Abdul Hamid noch regierte, wurden die geräumigen Decks von den zwei ebenso uralten Wächtern wenigstens zur Anlage von Gemüsegärten benugt, deren üppiges Grün den fressenden Rost stellenweise so dicht verfleidete, daß manche Reiseberichte entdedungswütiger britischer Misses von zwei ganz merkwürdig geformten Eilanden im Goldenen Hern zu berichten wußten. Die jungtürkische Flottenreform hat nun auch den beiden grünen Schiffsidyllen den Garaus gemacht. Die beiden Panzergreise wurden mit jedem Tage röter vor fressender Scham über ihr verfehltes Dasein, und als eines Tages fremdländische Arbeiter fomen, um ihnen das Maschinenherz aus dem Leibe zu reißen, da beschlossen sie freiwillig eines ehrlichen Seemannstodes zu sterben. In vergangener
Woche bemerkten rorbeifahrende Boote, wie die beiden stillen Greise mit ganz merkwürdig frampfhaften Bewegungen zu finken begannen, und noch ehe Hilfe zur Stelle war, in zwei mächtig aufschäumenden Wirbeln 80 Meter tief zum Grunde des Meeres fuhren. Die Hafenverwaltung wollte freilich an das Märlein vom Selbstmord nicht glauben. Die Untersuchung ergab denn auch, daß einige mit dem Abbruch der Schiffe beauftragte Arbeiter nächtlicherweise auf eigene Rechnung gearbeitet" und beim Diebstahl von Banzerplatten an der Wasserlinie auch einige Nieten herausgerissen hatten, so daß das eindrin gende Wasser die Schiffe zum Sinten brachte. Der Schaden an altem Eisen, das jetzt im Schlamme des Meeresgrundes liegt und jeden Hebungsversuch ausschließt, beträgt immerhin einige hunderttausend Mark. Noch peinlicher aber ist die Blamage, daß zwei Kriegsschiffe mitten im Hafen, dicht vor der Admiralität, auf solche Weise verloren gehen konnten.
„ Fensterln" und Rindvichseuche. Aus Perg in Oberösterreich wird der Linzer„ Tagespost" berichtet: Die Behörde in Perg hat folgende Verlautbarung erlassen:„ Trotz aller bisher getroffenen Schutzmaßregeln breitet sich die Maul- und Klauenseuche im politischen Bezirk Perg wiederum in mehreren Höfen bisher seuchenfreier Gemeinden aus. In einigen der neueren Seuchenfälle konnte mit Wahrscheinlichkeit angenommen werden, daß die Seuche nur durch Knechte und Mägde anläßlich des sogenannten „ Fensteringehens" dahin verschleppt wurde, da die Besitzer dieser Höfe in der Letztzeit außer ihrem Gesinde niemanden in den Stall, beziehungsweise Hof Einlaß gewährt hatten. Da durch diesen Verkehr der Dienstboten in fremden Gehöften zweifellos zur Verschleppung der Seuche Anlaß gegeben werden kann, finde ich auf Grund des§ 24, Punkt 4 des Tierseuchengesetes, das sogenannte" ensterln" in jenen Ortschaften, in denen ein Seuchenfall zum Ausbruch kommt, auf die Dauer des Seuchenbestandes dort zu verbieten, und die Nichtbeachtung dieses Verbotes, so= fern nicht die strafgerichtliche Kompetenz eintritt, gemäß § 7 der kaiserlichen Verordnug vom 20. April 1854 mit Geld- und Arreststrafen zu ahnden."- Durch welch prosaische Dinge doch das Liebesleben des Menschen gestört werden fann!
Er tennt sein Fabrikat! Kunde:„ Bitte, ein Stück Geife" Verkäufer:„ Ich kann Ihnen Smiths Seife em= pfehlen, eine wundervolle Seife" Kunde: Nein, dante! Die mag ich nicht!" Verkäufer:„ Aber es ist die beste Seife der Jetztzeit! Ich verkaufe sie massenhaft! Sie ist Kunde: Schon möglich, aber hm- ich bin Smith selbst. Geben Sie mir eine andere bitte!"
Böse Reflame.( Im Restaurant.) Zechpreller: Herr Wirt, bezahlen tann ich nicht aber ich werde Ihr Lokal überall empfehlen. Ihre Küche ist vorzüglich!"
Wissenschaft, Runst und Literatur.<
Der Krebs pflanzlichen Ursprungs? In einem Bericht, der soeben vom amerikanischen Ackerbauministerium herausgegeben worden ist, wird die Ansicht geäußert, daß der menschliche Krebs möglicherweise pflanzlichen Ursprungs sei und von den Pflanzen auf Menschen übertragen werden könne. In den Vereinigten Staaten gibt es eine weitverbreitete Pflanzenkrankheit, die an den Rinden von Bäumen ein gallertartiges Sefret erzeugt. Seit vielen Jahren haben die Sachverständigen des Ministeriums daran gearbeitet, die Ursache dieser Krankheit zu finden, aber sie kamen zu feinem Resultat. Eingehende Untersuchungen haben nun aber ergeben, daß die Krankheit durch einen Bazillus hervorgerufen wird, der infektioöse Eigenschaften besitzt. Er ruft in der Ninde ein frebsartiges Gebilde hervor, das bald in eine Art Etterung übergeht. Im Bericht des Ministeriums heißt es, daß der menschliche Krebs vielleicht von dem gleichen Bazillus ausgeht und von den Pflanzen auf Menschen übertragen wird.
endet.
Franz Adam Beyerlein, der bekannte Verfasser des „ Zapfenstreich", hat soeben ein neues Bühnenwerk vollEs führt den Titel:„ Die Wunder des heiligen Terenz", etn Lustspiel aus dem Mittelalter. Die Urauf= führung findet demnächst am Leipziger Stadttheater statt.
Schöne Menschenware.
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Zu den reichsten Provinzen des europäischen Rußlands gehört das Stromgebiet der mittleren Wolga. Verschwenderisch hat die Natur ihre Gaben hier verteilt, doch- so sonderbar und widersinnig es scheinen mag in diesem reichften Landstriche herrscht die größte Armut. Der Boden wird gebildet von der fruchtbaren Schwarzerde, außer der schiffbaren Wolga durchziehen zahlreiche größere und fleinere Flüsse das Land, auf denen die Erzeugnisse der Landwirtschaft verfrachtet werden und die Wolga stromaufwärts durch das leider fast völlig verfallene System der Marienkanäle nach Petersburg, und von hier auf den Weltmarkt gelangen. Wohl geht das Getreide diesen Weg, doch es muß wegen der Langsamkeit des Transportes unterwegs da überwintern, wo es gerade von der eintretenden Kälte überrascht wird, und erreicht erst im Jahre nach der Ernte den Absaymarkt. Der Kapitalumsaz ist also so langsam, daß der Bauer an der Wolga nicht damit rechnen fann, die Konjunktur des Weltmarktes auszunuzen. Den Gewinn haben die in den Getreidebörsen organisierten Großkapitalisten. Auch die unerschöpflich scheinenden Reichtümer an Fischen, die die Gewässer der Wolga und Kama beleben, werden nicht rationell ausgebeutet; wenige große Handelshäuser in den größten an der Wolga gelegenen Städten haben den Nußen von diesem in feiner Weise entwickelten Zweige der Volkswirtschaft.
So ist es verständlich, daß auch in diesem Jahre wieder trotz der über den Durchschnitt guten Ernte Hunger und Elend an der Wolga eingezogen sind. Am schwersten betroffen sind die Tataren, die, einst die Herren des Pandes, jetzt von den Russen fast ganz verdrängt sind. Die Wolgatataren, ein Volf türkischen Ursprungs, sind die Nachkommen der im 13. Jahrhundert in das östliche Europa eingebrochenen Nomaden. Seit dem Zusammenbruch der Mongolenherrschaft haben sie sich mehr und mehr russifiziert. Ihr Hauptgewerbe an der Wolga, im Gouvernement Kasan, ist der Hausierhandel. Das schlecht entwickelte Wegenetz und das Fehlen von Eisenbahnen machen diese Art des Güteraustausches noch notwendig und gewinnbringend, doch nur, solange der russische Bauer, der von dem tatarischen Hausierer fauft, noch etwas Geld im Kasten hat. Wenn die Hungersnot zum Fenster hereinschaut und man nur unter Darben und Sparen das Saatforn für die nächste Frühjahrsbestellung zurückbehalten kann, wenn der Obrok( die Steuer für die Landablösung) beinahe die ganze Einnahme, die die Ernte gebracht hat, verschlingt, dann denkt der Bauer nicht daran, bunte Seidentücher aus Persien, rote Lederschuhe und bunte Mieder zu kaufen.
So hat denn, wie man der Köln. 3tg. schreibt, die bittere Not diese Leute gezwungen, Handel mit dem Besten, was sie haben, mit ihren Kindern zu treiben. Die tatarischen Mädchen gelten an der ganzen Wolga und bis in die Län= der Zentralafiens hinein, ja bis nach Persien, als die schönsten und begehrenswertesten Weiber. Groß und schlank,
von ovalem Gesichtsschnitt, haben sie große braune Augen und üppiges langes Haar. Graziöse elastische Bewegungen find ihnen elgen, nur selten findet man Anklänge an die schwache Beimischung mongolischen Blutes in plumpen Gefichtszügen. Seit Jahren suchen orientalische, hauptsächlich persische Händler den Menschenmarkt an der Wolga auf, um ihre, lebende Ware" zu erhandeln. Herzzerreißende Szenen spielen sich ab, wenn der alte Tatar für einen Korb voll seidener Waren und Stickereien, die der listige Perser vor ihm ausbreitet, seine Kinder hingibt. Doch er wird von dem Besitzer der Herrlichkeiten beruhigt, kann dieser doch Briefe vorzeigen, die im vorigen Jahre verkaufte Mädchen aus dem Nachbardorfe geschrieben haben sollen, die das Leben im fremden Persien in den rosigsten Farben schildern. Meist werden die Kinder gegen Waren verhandelt, denn ein geriebener Kaufmann bleibt der Tatar, auch wenn ihm der Trennungsschmerz das Herz zerreißt. Die Waren werden ihm von dem leicht zu übertölpelnden rus= sischen Bauer mehr bringen, als er dem Perser gezahlt hat. Doch zuweilen wird auch in Geld gezahlt, und bezeichnend für die immer fortschreitende Verarmung der Tataren ist es, daß die Preise" schon bedeutend zurückgegangen find. Rahlte vor einigen Jahren der Sklavenhändler noch 100 Rubel für eine schöne junge Tatarin, so sind vor kurzem im Gouvernement Rafan 30 und höchstens 50 Rubel für die schönsten Mädchen gezahlt worden.
Ein furchtbares Eisenbahnunalück
hat sich gestern in Frankreich ereignet. In der Nähe von Chartres fuhr ein Expreßzug mit voller Geschwindigkeit in einen Güterang. In dem Augenblicke des Zusammenstoßes branste ein dritter Bug heran und fuhr in die beiden Züge hinein. Ueber das Unglück, das viele Opfer an Toten und Verletzten forderte. liegen folgende Drahtmeldungen vor: Chartres, 15. Februar. Nach neueren Meldungen ist bei Gourville der Schnellzug Paris- Angers mit zwei anderen Zügen zusammengestoßen.
Paris, 15. Februar. Zu dem Eisenbahnunglück bet Chartres wird gemeldet: Als ein Güterzug dem Erpreßzug ausweichen wollte. fuhr ihm dieser, der eine Geschwindig= feit von 80 Kilometern hatte, in die Seite. In diesem Augenblick fuhr ein dritter Zug auf beide auf. Von den Reisenden des dritten Zuges wurde niemand verletzt. Bisher sind fünf Tote und acht Verletzte geborgen. Man weiß aber noch nicht, ob das Unglück noch mehr Opfer gefordert hat. 0 Courville, 15. Februar. Dret Leichen sind identt fiziert worden, die übrigen sind schrecklich entstellt. Der Zusammenstoß erfolgte mit furchtbarer Gewalt. Mehrere Wagen des Expreßzuges wurden sofort aermalmt, und der Speisewagen schob sich auf zwei andere Wagen auf, worauf ein Brand ausbrach.
Courville, 15. Februar. Um Mitternacht zählte man 10 Tote und 10 Verwundete. Es ist sicher, daß sich noch mehr Opfer unter den Trümmern befinden. Die in Brand geratenen Wagen brennen noch
Courville, 15 Februar. Der Direktor der Staatsbahn hat erklärt, die Verantwortung für das gestrige Unglück trage der Lokomotivführer des einfahrenden Zuges, der die Signale nicht beachtet hat, und der Stationsvor steher von Courville, der den Zug zurzeit der Durchfahrt des Schnellzuges rangieren ließ. Der Brand des Wagens wurde gegen Mitternacht gelöscht. Dret von den zehn getöteten Passagieren fonnten aus den Trümmern noch nicht geborgen werden. Von den im Krankenhause befindlichen Schwerverletzten schweben noch vier in Lebensgefahr.
Drabtnachrichten und neuestes.
Schwerer Unfall in einem Bergwerk.
Paris, 15. Februar. Infolge dichten Nebels stießen gestern in Bethune auf den Schienen einer Bergwerksgesellschaft zwei Arbeitszüge zusammen. Zwei Wagen wurden zertrümmert. zwei Arbeiter getötet und etwa 20 verletzt, darunter sechs schwer.
Großer Fabrikbrand.
0 Dessau, 15. Februar. Im Fabrifviertel der Stadt griff ein Feuer mit großer Schnelligkeit um sich. Die Tapetenfabrik Askania wurde eingeäschert. Die Anbaltische Automobil- und Fahrzeugindustrie von Krause ist durch das Feuer stark mitgenommen. Der Funkenregen, der sich über die Häuser der Umgebung ergoß, gefährdete das ganze Stadtviertel.
Studentennnruhen in Warschau.
Warschan, 15. Februar. Als gestern nachmittag 400 streikende Studenten im Universitätsgebäude erschienen, um die wenigen in den Vorträgen anwesenden Kollegen am Arbeiten zu hindern, wurde eine Bombe geschleudert, die mit einem nall vlazzte. Auch Stinkbomben wurden gewor fen. Die vom Rektor herbeigerufene Bolizei verhaftete 200 Studenten.
Handel und Verkehr.
Frankfurt a. M., 13. Februar. Vichmarktpreise vom 13. Februar. Preise für 1 Zentner: Rinder: A. Ochsen. a) vollfleischige ausgemästete, höchsten Schlachtwertes, höch stens 7 Jahre alt( Lebendgen icht) M 50-56,( Schlachtgew.) M 89-97, b) junge fleischige. nicht ausgemästete und ältere ausgemästete( Lebendgew.) M 49-52,( Schlachtgew.) M 89 bis 90, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere ( Lebendgew.) M 42-45,( Schlachtgew.) M 77-83, d) gering genährte jeden Alters( Lebendgew.) M( Schlachtgew.) MB. Bullen: a) vollfleischige ausgewachsene, höchsten Schlachtwertes( Lebendgew.) M 44-48,( Schlachtgew.) M 73 bis 80, b) vollfleischige jüngere( Lebendgem.) M 39-40, ( Schlachtgew.) M 65-66, c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere( Lebendgew.) M ( Schlachtgew.) ( Schlacht Md) gering genährte( Lebendgew.) M gew.) M. C. Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes( Lebendgem.) M 43 bis 47,( Schlachtgew.) it 77-84, b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgew.) M 41-44,( Schlachtgew.) M 76-79, c) 1. wenig gut entwickelte Färsen( Lebendgew.) M 39-42,( Schlachtgew.) M 75-81, do., 2. ältere ausgemästete Stühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe( Lebendgew.) M 34-40,( Schlachtgew.) M 63 bis 74, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Lebendgew.) M 29-33,( Schlachtgew.) M 58-66, e) gering genährte Kühe und Färsen( Lebendgew.) M 23-27,( Schlachtgew.) M 52 bis 61. 2. Gering genährtes Jungvieh( Fresser)( Lebendgew.) M-( Schlachtgew.) M Kälber: a) Doppellender, feinste Mast( Lebendgew.) M 58-62,( Schlachtgew.) M 96 bis 103, 6) feinste Mast-( Vollmilch- Mast) und beste Saugkäiber ( Lebendgew.) M 54-57,( Schlachtgew.) M 92-97, c) mittlere Mast- und gute Saugfälber( Lebendgew.) M 50-53, ( Schlachtgew.) M 85-90, 6) geringe Sangfälber( Lebendgewicht) M -( Schlachtgew.) M Schafe: A. Stallmastschafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Lebendgew.) M 39-40,( Schlachgew.) 82-84, 6) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe( Lebendgew.) M ( Schlachtgew.) Mc) mäßig genährte Hammel und Schafe( Merzschafe)( Lebendgew.) M ( Schlachtgew.)
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d) Marschschafe oder Niederungsschafe( Lebendgewicht) M( Schlachtgew.) M Schweine: a) vollfleischige Schweine von 80-100 Igr.. Lebendgewicht( Lebendgem.) M 50-52,( Schlachtgew.) M 64 bis 66, b, vollfleischige Schweine unter 80 Igr. Lebendgewicht( Lebendgew.) M 50,50-52,( Schlachigem.) M 63-66, c) vollfleischige Schweine von 100-120 Klgr. Lebendgewicht ( Lebendgew.) M 50-52,( Schlachtgew.) M 61-64, d) vollfletschige Schweine von 120-150 Klgr. Lebendgewicht( Lebendaew.) M 50-52,( Schlachtgew.) M 63-65.


