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Deutscher Reichstag.

des

mentreten können. Diese schon oft aufgetauchte Mel­dung ist zwar offiziös bestritten worden; aber sonderbar bleibt es doch, daß sie trotzdem hartnädig von verschiede­nen Blättern aufrecht erhalten wird.

Der Deutsche Landwirtschaftsrat, der am Dienstag in Berlin zusammengetreten ist, beschäftigte sich in seiner ersten Sitzung mit Maßnahmen für die Fleischver= sorgung der Bevölkerung und der Stellungnahme der Städtenerwaltungen dazu. Der Referent Geh. Dekonomie­rat Andrä- Braunsdorf legte dar, daß die bekannten vor­jährigen Vorschläge des Landwirtschaftsrates zur Linde­rung der Fleischteuerung an insgesamt 511 Städte des Deutschen Reiches gesandt worden seien mit dem Ersuchen, von etwaigen Maßnahmen auf diesem Gebiete Mitteilung zu machen. Geantwortet hätten nur 163 Städte, von denen jedoch nur 31 in Erörterungen des Themas eingetreten seien. Dieses außerordentlich geringe Interesse, das da­nach die Städte dieser wichtigen Frage entgegenbrächten, sei rechi bedauerlich. Die Landwirtschaft habe die Fleisch­produktion zielbewußt gefördert. Redner machte eine Reihe von Vorschlägen, wie die Stadtverwaltungen, na­mentlich durch eine gesunde Preispolitik, die Spannung zwischen Vieh- und Fleisch- Kleinverkaufspreisen mindern und damit die Ernährung der Bevölkerung verbessern fönnten. In der weiteren Besprechung wurde eine Agrar­Kolonialpolitik gefordert und im übrigen dem Referenten zugestimmt.

des vereinigten Stadtgebiets hat sich Dominicus bereit er­flärt, gegen eine Abfindung von 100 000 M fein Amt wieder ntederzulegen.

Ein allgemeiner Parteitag des Zentrums? Wie den L. N. N." aus Fulda gemeldet wird, besteht mit Rück­sicht auf die Bedeutung der kommenden Reichstagswahlen die Absicht, zum ersten Male einen deutschen Parteitag des Zentrums einzuberufen. Bisher haben nur stets Lan­des- oder Provinzorganisationen des Zentrums Partei­tage abgehalten, und einen allgemeinen Parteitag des Zentrums mußte mehr oder weniger der alljährliche Ka­tholikentag ersetzen.

Am Dienstag wurde die Aussprache über die allgemeis Ben Marinefragen beim Titel Gehalt des Staatssekretärs fortgeführt. Der nationalliberale Redner Semler be­prach die schon mehrfach erörterten Themata, Wert Flottengefeßes, Durchführung kaufmännischer Grundsätze in den Martnebetrieben, Zulagewesen usw. überwiegend unter Zustimmung zu den Maßnahmen der Verwaltung, der freisinnige Abg. Schrader mehr kritisch und unter Be= mängelung des Mehraufwandes für unsere Flotte gegen­über den Voraussetzungen beim Flottengeset. Staatssekre= tär v. Tirpit erläuterte demgegenüber den hohen Wert, den das Flottengesetz für unsere ganze Flottenpolitik insofern gehabt habe und habe, als es feste Dispositionsmöglichkeiten schuf. Nicht wir seien mit der Dreadnought- Politik voran­gegangen, sondern notgedrungener Weise nur dem Aus­lande gefolgt. Da unsere Flotte keiner ausländischen über­Iegen sei, fönne sie niemals aggressiven Charakter tragen. Der Staatssekretär berührte speziell unser Verhältnis zu England, soweit die Flotte in Frage kommt, und bezeichnete es als ganz merkwürdig, daß man dort an eine Beschleu­nigung unseres Flottenbaues habe glauben können, da eine folche Möglichkeit schon mangels der Bewilligung von Geld­mitteln durch den Reichstag ausgeschlossen war. Mit be­sonderer Anerkennung gedachte er der musterhaften Hal­tung" der deutschen Presse während der Unstimmigkeiten mit England, die das Gegenteil von Heben gewesen fet. Der Abg. Noske( Soz.) meinte, Deutschland habe sich der Abrüstung am meisten widersetzt. Man sollte mit England zu einer Verständigung darüber kommen. In Kiel set tim vergangenen Sommer ein Marinesoldat von einem Kame­raden zu Tode malträtiert worden Dem Vater wurde aber mitgeteilt, daß er an einem Unfall gestorben sei. Red­ner verlangte allgemein eine Erhöhung der Mannschafts­löhne. Staatssekretär v. Tirpitz ging auf den vom Abg. Noske angezogenen Fall ein und erklärte, dieser Fall bletbe ein schweres Verbrechen, ein Akt von Niedertracht und Echenßlichkeit. Dagegen würde sich aber die Verwaltung selbst zu helfen wissen. Die Hilfe der Sozialdemokratte brauche sie nicht.( Burufe bei den Sozialdemokraten: Un­erhört!) Der Täter sei zu zehn Jahren Zuchthaus verur­teilt worden. Auch gegen seine Vorgesetzten werde einge= schritten werden. Es sei also alles geschehen. Auch hin­fichtlich der Schmiergelder geschehe alles. Alle Zulagen der Offiziere feien ebenfalls erheblich gestrichen worden. Wie könne man da sagen, daß nur die arme Mannschaft Ab­striche erlitten habe? In seiner langen Dienstzeit, so er­klärte der Staatssekretär zum Schluß. sei ihm nichts schwe­rer geworden, als die Herabsetzung dieser Beträge, nament­lich für die Heizer. Abg. Weber( ntl.) verurteilte ebenfalls die Mißhandlung des Heizers. Gegen das Schmiergelder­unwesen müsse energisch vorgegangen werden. Wenn auf den Werften tatsächlich kaufmännischer Betrieb durchgeführt werden solle so müsse der Direktor eine dominierende selb= ständige Stellung haben und disponieren können, wie ein faufmännischer Direktor. Die Verkaufsstellen für die Arbet­ter dürften sich nicht zu großen Warenhäusern auswachsen, darunter leide der Mittelstand. Abg. Serzog( Wirtsch. Vg.) forderte Beachtung der Klagen des Mittelstandes, die in un­seren Marineſtädten vielfach laut würden. Abg. Leonhardt ( Fortschr. Vp.) verlangte ebenfalls die Wiederherstellung der Zulagen. Bei den Rettungsarbeiten des, 3" ist das Menschenmögliche geschehen. Niemand ist für das Unglück verantwortlich zu machen. Abg. Werner( Rfp.) erklärte, das Ilottengeset habe sich aut bewährt. Die Rede des Prinzen Seinrich, die nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt war, habe nichts bedenkliches enthalten. Nach weiterer un­wesentlicher Debatte wurde die Abstimmung über den so= zialdemokratischen Antrag auf Wiederherstellung der Hei­zerzulagen auf Mittwoch vertagt.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Der älteste Musifdirigent der Armee, tgl. Musikdirek tor Schröder in Osnabrüd, der die Kapelle des Infanterie­regiments Nr. 78 sett dessen Errichtung( 1866) lettet, tritt in den Ruhestand.

Bayerns Bevölkerung beträgt nach dem soeben ver­öffentlichten amtlichen Ergebnis der Volkszählung 6876 497 Einwohner, d. i. gegen 1905 eine Zunahme von 5,4 und gegen 1900 von 5,6 Prozent. Die Männer haben sich um 5,3, die Frauen um 5 Prozent vermehrt.

Eine furchtbare Kälte herrscht in der ganzen Krim. Je­der Verkehr ist unmöglich. Der Gouverneur von Jalta, der verreisen wollte, mußte sich durch den dret Meter hohen Schnee eine Bahn machen lassen. Die Einwohner be­nußen die Obstbäume und Hecken als Heizmaterial. Die Kohlenlager find nicht in der Lage, den Bedarf zu decken.

Der Deutsche Reichsgesundheitsrat trat am Dienstag vormittag im Reichsgesundheitsamt in Berlin zu einer Sigung zusammen. Dem Vernehmen nach handelte es sich um die Frage, ob Deutschland eine wissenschaftliche Expe= dition in das Pestgebiet entsenden soll und ob für Deutsch­land die Gefahr der Einschleppung besteht. Die Ver­handlung ergab als Resultat, daß der Reichsgesundheits­rat zu der Ueberzeugung gelangt sei, es bestehe für Eu­ropa und somit für Deutschland feine unmittelbare Ge­fahr.

Ministerwechsel im Reich und in Preußen? Die Kie­ler Neuesten Nachrichten" verbreiten eine Berliner Nach­richt, worin die Meldungen von einem bevorstehenden größeren Ministerwechsel in Preußen und im Reiche für zutreffend erklärt werden. Wenigstens stehen größere Ver­änderungen in absehbarer Zeit bevor. Jedoch rechnet man an unterrichteter Stelle mit einem Ministerwechsel nicht vor Schluß der Parlamentssession.

Ein Fiasko der Petroleumheizung der Dampfschiffe. Der für Petroleum eingerichtete französische Turbinen- Tor­pedofäger Cavalier" verbrauchte auf der Fahrt Cherbourg­Oran- Toulon für 30 000 Francs Petroleum, während an Kohlen nur 2500 Fr. erforderlich gewesen wären.

Ueber das Schiffahrtsabgabengesetz führte der preußi­sche Eisenbahnminister in der gestrigen Kommissionssitzung aus, fiskalische Interessen seien für die Regierung nicht maßgebend; die Gebühren kämen ausschließlich der Ver­besserung der Fahrstraßen zugute.

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Ein polnischer Ortsvorsteher als Räuber. In Zelizna in Russisch- Polen beraubte der Ortsvorsteher nachts cine Einwohnerin um 1000 M. Er wurde dann von Gemeinde­mitgliedern ergriffen und erhängt.

Selbstmord zweier Zechpreller. Zwischen Rolandsed und Nolandswerth am Rhein sollten zwei Schleiferlehr­linge aus Wald bei Solingen wegen Bechprellerei verhaf­tet werden. In demselben Augenblick gaben sie auf die Be­amten vier Schüsse ab, die glücklicherweise fehlgingen. Da­rauf erschossen sich die Burschen vor dem Augen der Be­amten.

Eine schwere Bluttat hat sich in Seifersdorf in Sachsen zugetragen. Einige an der Talsperre beschäftigte Kroaten gerieten beim Kartenspielen in Streit. Einer der Spieler 30g ein Rasiermesser aus der Tasche und durchschnitt seinem Gegner das Gesicht, sodaß die Fleischteile in Stücken herab­hingen. Der Verletzte brach blutüberströmt zusammen und starb bald darauf. Ein zweiter wurde schwer, ein dritter leicht verletzt. Der Täter ergriff die Flucht.

Die Bewilligung der neuen Dreadnoughts" für die österreichisch- ungarische Marine löst bei den slawischen Ab­geordneten seltsame Jdeen aus. Jm Heeresausschuß der österreichischen Delegation betonte Abg. Stanek( Tschecht­scher Agrarier), die Seerüstungen Oesterreich- Ungarns be­zweckten nur den Schutz des Mittelmeeres in einem Kriege zwischen Deutschland und England. Selbst bei einer Ver­doppelung der Rüstungen würde Desterreich- Ungarn doch um die Hälfte schwächer sein als Italien. Desterreich- Un­garn sollte die Abrüstungsfrage umso eher ernstlich an­regen, als sogar Anzeichen für ein Uebereinkommen zwi­sahen Deutschland und England bezüglich der Einschrän= tung ihrer Rüstungen bemerkbar seien.

Keine Reichstagswahl 1911? Die Augsburger Post­zeitung bringt folgende Meldung: In parlamentarischen Kreisen geht das Gerücht, daß die Reichstagswahlen im laufenden Jahre nicht stattfinden werden. Als Termin wird Anfang Februar 1912 genannt. Die 12. Legislatur periode des gegenwärtigen Reichstags läuft bekanntlich am 15. Dezember, an dem vor fünf Jahren das Parlament aufgelöst wurde, ab. Der Reichstag fönnte also bis zu diesem Termin in Permanenz bleiben. Ueber die Weih­nachtsferien hinaus wäre das Reich dann ohne Volksver­tretung. Der neue Reichstag würde, wenn die Wahlen Anfang Februar stattfinden sollten, Ende Februar zusam­

Der Familienschmuck der Wallutjeffs.

33)

Kriminalroman von Freifrau G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) ,, Gut, ich werde im R.schen Restaurant auf Sie war­ten", entgegnete White.

Aus den Gerichtssälen.

Zu 54 000 Mark Geldstrafe verurteilt. Es kommt nicht alle Tage vor, daß ein Angeklagter zu 54 000 M Geldstrafe verurteilt wird. Dieses Mißgeschick traf einen Kaufmann Gogolik, der am Dienstag. vor der Straffammer in Gnesen stand. Der Angeklagte hatte sein Kolonial- und Delika­teffengeschäft bei zwei Versicherungsgesellschaften

Geheime Bündnispläne Bulgariens. Nach einer Pe­tersburger Meldung des Londoner Daily Telegraph" soll König Ferdinand von Bulgarien sich mit dem Gedanken tragen, ei Bündnis mit Oesterreich abzuschließen. Aus diesem Grunde sei dem Parlament eine Vorlage zur Aen­derung der Konstitution eingebracht worden, wonach der König berechtigt sein soll, irgend ein Bündnis mit einer anderen Macht abzuschließen, ohne die Zustimmung des Parlaments einzuholen und überhaupt dem Parlament Kenntnis von dem Abschluß zu geben.

Als White am nächsten Tage erwachte, fühlte er eine prickelnde Unruhe, er konnte kaum die festgesetzte Stunde erwarten. Nachdem er seine Agenturgeschäfte beendet hatte, ging er zur Post und fand dort einen Brief mit der verabredeten Chiffie- Adresse vor.

Kleine nadridten.

mit te 32 000 verfichern lassen und hatte beide Polizen eingelöst. Ein Jahr später entstand bei ihm nachts ein Feuer. Der Angeklagte wurde unter dem Verdacht der Brandstiftung verhaftet, später aber auf freien Fuß gesetzt. Jetzt hatte er sich wegen Doppel- und Ueberversicherung zu verantworten und wurde zu der genannten Geldstrafe verurteilt. Der Staatsanwalt hatte eine mehr als doppelt so hohe Summe, 114 000 M Geldstrafe beantragt.

Die Kaiserin wendet der Spizenarbeit im Riesengebir­ge und den dort eingerichteten Spitzenschulen eine besondere Aufmerksamkeit und Fürsorge zu. Sie läßt sich regelmäßig über die Tätigkeit der Spißenschulen Bericht erstatten und gewährt an Schülerinnen, die tüchtig gewesen sind, Prä­mien. So erhielten erst fürzlich wieder verschiedene Schü­Ierinnen Sparkassenbücher.

,, Mein geliebter Herr," so schrieb Graf Wallutjeff ,,, in meinem letzten Brief schilderte ich Ihnen das grausige Abenteuer, das meine Frau und ich im Walde erlebten. Heute muß ich Ihnen eine neue Trauerkunde mitteilen: unser liebes Söhnchen ist in Petersburg einer dort gras­sierenden Kinderkrankheit erlegen. Meine arme Frau, die eben erst von ihrer schweren Nervenkrankheit genesen war, erfuhr es durch die Unvorsichtigkeit der Leute, die ja im­mer große Eile haben, solche erschütternde Nachrichten weiter zu verbreiten. Die unglückliche Mutter ist seitdem in einen Zustand tiefster Schwermut verfallen. Gie sitzt, ohne zu sprechen, da und ist vollständig menschenschen ge­worden. Nur mich will sie um sich haben und wo! I fünfzig Mal am Tage wiederholt sie dieselben Worte Die Un­glücksprophezeiung hat sich erfüllt."

Vermischtes.

Wie Kaiser Wilhelm I. im Kriege 70/71 bei Rothschild wohnte. Wilhelm I.. damals noch König von Preußen, war im Kriege 1870/71 eine Zeitlang der Gast des Barons von Rothschild in seinem Schlosse Ferrières, dessen Pracht den funstverständigen König entzückte. Mit ihm zugleich war Bismarck der Gast des berühmten Finanztönigs. König Wilhelm gab seiner Bewunderung der königlichen Bracht des Schlosses mehrfach in scherzhafter Form Ausdruck. Als er zum ersten Mal das prächtige Bibliothekzimmer des Schlosses betrat, sagte er zu Bismarck, der sich in seiner Begleitung befand: Das kann unsereins nicht, dazu muß man Rothschild sein!" Interessant ist auch, wie König Wilhelm die Gastfreundschaft des Barons Rothschild auf­nahm. Zu dem Schlosse gehört eine herrliche Fasanerie, und der Gasigeber hatte dem Könige den ganzen Reich­tum, den das Schloß an Wild, Geflügel und seltenen Fi­schen besaß, zur Verfügung gestellt. König Wilhelm aber dankte und gab die Anweisung, daß kein Stück Wild seinet­wegen geschossen werden dürfe, ja, daß nicht einmal eine Birne gepflückt werden dürfe, um die königliche Tafel zu schmücken. Mitten in dem Ueberfluß des Rothschildschen Reichtums lebte der greise König von den fargen Speisen, die der Krieg zu liefern imstande war. So kam es denn, daß die Beamten trockenes, hartes Rindfleisch aßen, wäh rend das schönste Geflügel unbelästigt und unbeschossen herumflog, während in dem riesigen Teich die schönsten Karpfen herumschwammen, und während in dem Hirsch­gehege die schönsten Exemplare herdenweise herumliefen. Der König von Preußen wohnte also damals zur seiben Zeit in einem der schönsten französischen Schlösser, wäh­rend der Kaiser von Frankreich sich gezwungenermaßen in einem deutschen Schlosse aufhalten mußte.

Zum Oberbürgermeister von Schöneberg bei Berlin ist der Regierungsrat Dominicus aus Straßburg gewählt worden. Er wird sein Amt am 1. März antreten. Domi­nicus ist 37 Jahre alt. Im Fall einer Vereinigung von Schöneberg mit Wilmersdorf und der Wahl des jetzigen Wilmersdorfer Oberbürgermeisters Habermann zum Leiter

gen nun wohl die drei noch fehlenden Diamanten geblie ben sein?"

White brachte seinen Brief zur Post, dann suchte er Sarner auf, der im Begriffe stand, auszugehen.

,, Da der Arzt mir gesagt hat, daß mein linker Arm infolge des Bisses durch den Wolf steif bleibt, habe ich den Dienst aufgegeben; wir bleiben in Walkowa in der Einsamkeit und Stille des Landes. Vielleicht glückt es meiner treuen Liebe und der Zeit, eine Besserung in dem Befinden meiner Frau hervorzubringen. Auf Gott und Ihnen beruht meine Hoffnung. Tun Sie alles, scheuen Šie nichts, um zu einem befriedigenden Resultat zu kom­3. 3."

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, Kommen Sie mit, lieber Freund, ich gehe zum Mit­tagessen."

Der arme Mensch," dachte White ,,, ich will ihm gleich schreiben und ihm einen Hoffnungsstrahl geben. Wo mö­

,, Gern, ich bin auch auf dem Wege zu einem Hotel." Heute abend kommen Sie doch in den Klub? Wir wollen ein kleines Spielchen machen," sagte Sarner.

J de heute verhindert sein, Herr Baron." O, wie schade. Ich spiele mit niemand so gern, wie mit Ihnen. Sie verlieren Ihr Geld mit dem Anstande eines großen Herrn"

Sarner schlug bei diesen Worten derb auf die Schulter des jungen Schweizers. Dann schob er seinen Arm in den Roberts und schritt, vertraulich schwahend, neben ihm her. Es zuckte in den nervigen Händen des Geheimpolizisten.

Du bist nicht der, für den Du Dich ausgibst. Du bist der in Augsburg entsprungene, steckbrieflich gesuchte Zuchthäusler Albert Meyer, der den Russen Andrei er­mordete, um den Familienschmuck der Gräfen Wallutjeff zu stehlen."

Aber gewaltsam beherrschte sich White und brachte es über sich. harmlos plaudernd und scherzend neben dem Missetäter einherzugehen, denn es mußte zuerst der Ver­bleib der fehlenden Schmuckteile festgestellt werden. Der Verbrecher durfte feine Gelegenheit haben, etwas davon zu verstecken oder zu vernichten.

Abenteuer mit einem entsprungenen Hagenbedschen Bären. Ein eigenartiges Abenteuer, einen Kampf mit

amerikanische Gesek den Verbrecher dingfest machte. Es wa: White aufgefallen, daß Sarner fast immer gewann, wenn er selbst die Bank hielt; er verlor dagegen meistens, sobald dies ein anderer tat. Die Fingerspitzen des Barons zeigten eine eigenartige, zartrosa Färbung. White er­innerte sich, daß er dieselbe Farbe bei einem routinierten Spieler in Paris gesehen hatte, der später wegen falschen Spieles verhaftet wurde. Sollte Sarner seine Finger­spiten präpariert haben, um die ausgegebenen Karten durch Betasten zu erkennen? Jedenfalls mußte er seine Vorkehrungen geschickt getroffen haben, denn Whites scharfe Augen vermochten nichts zu entdecken.

So sehr sich der Pseudo- Baron für gewöhnlich zu ver­stellen wußte, zuweilen brach doch etwas von seiner wah­ren Natur hindurch, besonders wenn er getrunken hatte. Da schwanden die guten Manieren des Aristokraten, die Sphäre, der Meyer entstammte, war durchzumerken. Auch heute war es so, und White benutzte die halbe Trunken­heit des Mannes, un noch etwas aus ihm herauszulocken, desse er noch nicht ganz sicher war, das aber, falls er es beweisen konnte, eine Handhabe wurde, damit das

Immer öfter leerte Sarner ein Glas, während White kaum an dem feurigen Tofaier nippte. Sie haben wohi auch die Spielsäle in Monte Carlo besucht, Herr Baron?" fragte White.

" Ja, aber ich liebe das Spiel an der Roulette nicht, ich ziehe einen kleinen gemütlichen Tempel im Freundes­freise vor. Die Chancen sind besser," entgegnete Sarner verschmitzt lächelnd. Es macht mir immer Freude, die Bank zu halten," fügte er hinzu.

,, Es heißt, daß manche Leute ein so feines Gefühl in ihren Fingerspizen haben, daß sie jede verdeckte Karte richtig erkennen; ich halte es für unmöglich."

Erschreckt betrachtete Baron Sarner die Finger seiner rechten Hand. Glauben Sie doch nicht an solche Märchen," sagte er, plöglich aufstehend und zum Fenster tretend. Auf seinem blaß gewordenen Gesicht malte sich eine solche Erregung, daß White genug wußte.

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Warte nur, Du Schurke, ich fange Dich nächstens," dachte der Detektiv.

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Sarner hatte es mit einem Male sehr eilig mit dem Aufbruch. Sie trennten sich; der Baron stieg in eine Droschke. Zum Klub Royal- Street!" rief er dem Kuts scher zu.

( Fortsetzung folgt.)

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