zu be
meide if dem
fran
Berfien Irfache hwun Rede
gen zu
ng zu
B hin
en ist.
nehme n ab
zwar Liffion,
25 ge=
dem= bald.
treich er Be
fionen
Et um
110
thei:
d der wei
näch=
1 por=
heure
Täufig
Aus
Lissa
1 Ge
g in
statt.
Bolizet
rhaft
nmen- hef= Olgten. gemel Eis
hriger
en, ei
1 zwei
einen
Berg
Eger
Fuß
Woh
Toch
das
wird
at die
e von
use 12
n An
nwe
tegen
en er=
tinen bergt,
griff,
ußten.
Teil
Neu
r mit
Zeichen
treifen
rtschaft
Inlage,
finden
t. E8
ng des
in die
Abfüh
erzielte
al eine
rößere
Gay
neu
Te mir
! wes
Marias ge."
mmen
meine
indisch
gelejen
Rüden,
öffne
gezogen
bendes
Sirn
ach fie.
Jaben,"
uf dem
en ihn
ef, den
r eben=
worden.
f. An
Deiges
trätmas
Ilereje
en Verfahren gegenüber lange sehr zurückhaltend, und erst Als man auch in England eine solche Windtrocknungsanlage gebaut und sehr gute Erfahrungen damit gemacht hatte, entSchloß fich die erwähnte Gewerkschaft als erste Hütte in Deutschland, das Verfahren zu erproben. Wie erwähnt, handelt es sich darum, die Luft, ehe sie in den Hochofen eintritt, so stark abzukühlen, daß sich die in ihr enthaltene Feuchtigkeit als Tau oder Reif ausscheidet. Wenn man nun bedenkt, daß ein moderner Hochofen eine Zufuhr von 1500 Rubikmetern Luft in jeder Minute erfordert, und daß diese ungeheuere Luftmenge in so furzer Zeit von ungefähr 20 Grad Celsius auf einige Grad unter Null gebracht werden muß, so fann man sich schon ungefähr vorstellen. welche gewaltige Anlage hierzu nötig ist. Die Kältemaschinen haben der in die Hochöfen zu blasenden Luft stündlich zwei Millionen Wärmeeinheiten zu entziehen. Wenn man sich diese Arbeitsleistung zur Fabrikation von Eis verwendet denkt, so ergäbe dies eine Menge von 16 600 Kilogramm Eis in der Stunde oder etwa viereinhalb Kilogramm Eis in der Sekunde. Diese Riesenanlage wird von einer betannten süddeutschen Gesellschaft ausgeführt. Es ist erfreu= lich, daß wir für dieses gewaltige Wert nicht mehr, wie in früheren Jahren, ausländischer Maschinen bedürfen, ganz besonders aber ist es anzuerkennen, daß diese Anlage auch hinsichtlich ihres Kraftverbrauches gegenüber anderen ähnlichen im Vorteil ist.
Aus den Gerichtssälen.
Eine strenge Strafe wegen Nichtbeachtens der Choleravorschriften verhängte das Schöffengericht in Marienburg gegen den Zimmergesellen Martin Stangenberg. Als im September des Vorjahres die Cholera in Marienburg herrschte und Stangenberg wegen Choleraverdachts in ei= nem Beobachtungslokal untergebracht war, hatte er sich heimlich daraus entfernt und war in eine benachbarte Gastwirtschaft gegangen. Das Schöffengericht verurteilte ihn ju drei Monaten Gefängnis.
Vermischtes.
Der Mord an dem Rittmeister von Krosigt. Wie verlauter, bleibt Fischer dabei, daß er den Mord nicht begangen und nur in der Trunkenheit am Mittwoch abend renommiert habe. Bei einer in seiner Wohnung vorgenom menen Haussuchung fand man seine Militärpapiere, aus denen hervorgeht, daß er zwar im Jahre 1901 bei den 11. Dragenern gedient hat, aber in der ersten Eskadron beim Rittmeister von Gustorf, die in Stallupönen stand, während der Rittmeister von Krosigk der 4. Eskadron angehörte, die in Gumbinnen garnisonierte. Es soll ferner durch die Militärbehörde bereits festgestellt sein, daß Fischer an dem Mordtage während des ganzen Tages in Stallupönen war. Der Arbeiter Fischer ist im Jahre 1879 zu Emilienruh bei Gumbinnen geboren und hat von 1899 bis 1902 bei den 11. Dragonern in Gumbinnen gedient. Er sagte bei seinem ersten, inzwischen widerrufenen Geständnis aus:„ Ich hatte einen tödlichen Haß auf den Rittmeister von Krosigk, weil ich diesem verschiedene Strafen zu verdanken hatte. Eines Abends, als ich Posten stand, ließ Krosigk mich sechsmal heraustreten und präsentieren. Dabei sagte er:„ Du Schweinehund, Du solltest bei meiner Schwadron stehen." Dafür habe ich ihm Rache geschworen. Am nächsten Tage bekam ich dret Tage Arrest." Zu dem Schachtmeister Böhning hat Fischer wiederholt geäußert: Ja, ich habe ihn erschossen, aber geben Sie mir die Hand darauf, daß Sie mich nicht verraten." Dann ergriff er die Hand des Schachtmeisters und füßte sie wiederholt. Beim Transport zum Gefängnis hat er den Mord haarklein dem Gendarmeriewachtmeister erzählt, dazu aber gesagt, er wäre es nicht gewesen. Der Bürgermeister von Rodenberg und sechs andere glaubwürdige Zeugen sagen aus, daß Fischer bei seiner Verhaftung nicht betrunken gewesen ist.
die Dame in die Missionshalle und sah dort den Missionär mit auf den Pult gebeugtem Kopfe, anscheinend in tiefem Schlaf befindlich, sihen. Sie hob den Kopf auf und sah, daß der Prediger tot war. Als die Dame am Morgen erwachte, stand sie noch unter der unmittelbaren Wirkung des Traumes und bat ihren Gatten, sich doch sofort in die Lutoner Missionshalle zu begeben. Der Gatte fam ihrer Aufforde rung nach und fand die Halle verschlossen. Nun wurde die Polizei verständigt, die sich Eintritt erzwang, und richtig, in der Halle wurde der Missionär erhängt aufgefunden. Man fand ein paar Zeilen des Verstorbenen vor, der die Mitglieder der Mission um Verzeihung für das Geschehene bat.
Eine Bandalentat. Im Reichsmuseum zu Amsterdam wurde gestern das berühmte Gemälde Rembrandts„ Die Nachtwache" durch mehrere Messerstiche schwer beschädigt. Ter Täter, ein 28jähriger ehemaliger Schiffskoch der Marine namens Sigrist, wurde verhaftet. Er gibt an, aus Rache gegen den Staat gehandelt zu haben, weil er nach einer ärztlichen Untersuchung nicht wieder eingestellt wor= den sei. Man hofft, das Gemälde so gut wieder herstellen zu können, daß von der schweren Beschädigung nichts zu sehen sein dürfte.
-
Der Streif der Schulkinder.„ Wie die Alten sungen, so zwitschern die Jungen". Die französischen Kinder vermögen nicht mehr tatenlos mitanzusehen, wie die Großen durch Streiks ihre Wünsche durchzusetzen suchen, schon mehrfach ist mit Schulstreiks gedroht worden, aber nun ist es Wahrheit geworden: die Schuljungen von Toulon streiken und wollen erst dann wieder die Arbeit aufnehmen, wenn ihre Forderungen erfüllt sind. Die Forderungen sind im= merhin bescheiden, die Kinder möchten in falten Wintertagen nicht in ungeheizten Räumen vor Kälte zittern, sie verlangen Ofen und Heizung in den Klassenzimmern. Die Schüler von Rouvière haben die Bewegung eröffnet mit einer Proflamation, die von der allgemeinen Arbeitergenossenschaft Frankreichs herrühren könnte. Die Zöglinge der Schule von Rouvière sind sich einig in ihrer Empörung darüber, daß ihre berechtigten Forderungen von Defen nicht erfüllt worden sind, und werden Montag, den 9. Januar, in den Streit treten zum Proteste gegen diese Behandlung. Sie versprechen sich, sich gegenseitig beizustehen in Eintracht und Solidarität, bis ihnen Satisfaktion gewährt ist." Der Gedanke wurde sofort von den Zöglingen der Volksschule aufgenommen, die nun ihrerseits einen flammenden Protest unterzeichneten:„ Wir wollen am Montag und den folgenden Tagen den Kameraden uns anschlie= ßen, um unsere Unzufriedenheit zu zeigen, und wir werden sehen, ob die geehrten Herren vom Rathause sich herbetlassen werden, darauf zu achten. Werden sie nicht auf Kosten der Steuerzahler bezahlt? Warum sollen wir ausgeschloffen sein, wo alle Steuern von unseren Eltern bezahlt werden? Kameraden, geht nicht zur Schule. Laßt uns einig sein und unser Recht erzwingen." Und kaum, daß die Volksschüler diese Sympathiekundgebung beschlossen hatten, da kamen auch die Mädchen, um sich dem Streit anzuschlieBen. Und der Vorsatz wurde wirklich ausgeführt. Die Schüler von Rouvière zogen vors Rathaus, entsandten eine Deputation an den Bürgermeister. Sie wurde von dem Stellvertreter des Stadtgewaltigen empfangen, der sich bereit erklärte, die Angelegenheit dem Stadtrat vorzutragen. Aber die jugendlichen Herren Deputierten erklärten kategorisch, daß sie nicht eher die Schule wieder betreten würden, als die Klassenzimmer mit Defen versehen und angemessen geheizt wären. Was doch im freien Frankreich alles mög
Reiche Stiftungen und Legate. Das Testament des fürzlid; in Bingen verstorbenen Kommerzienrates Puricelli, der einer der reichsten Leute des Rheinlandes ge= wesen ist, bestimmt, daß der Direktor des Blindenheims Giersberg, der schon seit Jahren die großen Werke und den Besitz Puicellis leitet, ein Kapital von 200 000 Mark erhält. Im Testament sind ferner auch die Bediensteten und Angestellten des Verstorbenen bedacht. Sie erhalten für jedes Jahr, das sie sich im Dienste Puricellis befanden, 1500 M bis zum Höchstbetrage von 20 000 M. Das Blindenheim in Bingen wurde mit einem Legate von 750 000 Mark bedacht. Außerdem hat der Verstorbene die Bestimmung getroffen, daß sein Vermögen noch 30 Jahre lang verwaltet wird und nicht zur Verteilung gelangen soll. Wie bereits gemeldet, ist der Landwirtschaftsminister von Schorlemer mit einer Tochter Puricellis verheiratet. Wie aus Rubeln und Schmucksachen schmutzige Wäsche wurde. Der Berliner Chauffeur Kugelmann hatte, wie wir seinerzeit meldeten, in einer Kraftdroschke eine von seinem Besizer vergessen gewesene Handtasche mit dem angeblichen Inhalte von 40 000 Rubeln in bar und 50 000 Rubeln in Schmucksachen gefunden. Jetzt hat der Besitzer der Kraftdroschte auf Anfrage vom Polizeipräsidium den Bescheid erhalten, daß die verschlossen auf dem Fundbureau eingelieferte Tasche weiter nichts als schmutzige Wäsche und einige mertlose russische Papiere enthalten habe. Der Eigentümer sei ein Herr Holz aus dem Parksanatorium in Bankou An den vermeintlichen reichen Fund waren bereits allerlei Kommentare darüber angeknüpft worden, ob der Mammon dem ehrlichen Chauffeur oder dem Besitzer des Juhrwerts zufallen werde; auch um die Fundsteuer stritten sich bereits Berlin und Charlottenburg. Man kom= binierte ferner, daß russische Nihilisten die Tasche mit dem fostbaren Inhalte verloren hätten, und brachte den geheimnisvollen Fund sogar mit den Anarchisten von Houndsditch in Verbindung. Jetzt hat sich herausgestellt, daß der„ ehrliche Finder" die Gemüter vor allem seines
ganz umsonst beunruhigt hat. Der vielbeneidete Finder, der sich jetzt als Erfinder entpuppt hat, der höchstens wegen seiner Phantasie zu beneiden ist, bekommt zwar nichts, aber er braucht es wenigstens auch nicht mit Berlin, Charlottenburg und seinem Fuhrherrn zu teilen!
Traum und Wahrheit. Ein Traum führte zur Entdedung des Selbstmordes eines Missionars in London, der seit einigen Tagen vermißt worden war. Eine Dame, die sich in hervorragender Weise am Missionswerke beteiligte, träumte nämlich, daß der Leiter der Luton Eastend Mission Selbstmord verübt habe. Im Traume begab sich nämlich
-
lich ist! Immer vornehm. Ein kleines Erlebnis, das recht bezeichnend für die in manchen Kreisen noch anzutreffende Denkweise ist. berichtet der Frff. 3tg." ein Volkszähler aus einer rheinischen Großstadt. Er kam da in ein vornehmes Haus im Villenviertel. Die Papiere waren noch nicht ausgefüllt wie denn das in den Palästen ebenso häufig vorkommt wie in den Hütten, und unser Zähler machte sich, unter Assistenz der Dame des Hauses, an die erforderlichen Eintragungen. Nachdem er, wie sich's gehörte, für jede Einzelperson eine Karte ausgefüllt, schritt er zur Ausführung des Gesamtverzeichnisses, der Zählfarte B. auf der noch einmal alle zum Haushalte gehörenden Personen verzeichnet werden müssen. Als er im Begriff stand, die dienenden Geister einzuzeichnen, protestierte die Hausfrau indigniert: Ich möchte doch nicht, daß meine Dienstboten auf dieselbe Karte fommen; das gehört sich nicht!"
fiel jenseits der Bahnlinie den umherschweifenden räuberischen Tschuntschufen in die Hände und wurde erbarmungsIos getötet. Die Eisenbahnabteile waren in den Zügen von Flüchtigen überfüllt. Statt der vorgeschriebenen zehn füllten zwanzig den Raum. Trat unter diesen tagelang zu= sammengepferchten ein verdächtiger Fall auf, so wurden außer dem Erkrankten auch die übrigen 19 gefunden ins Gefängnis geschleppt. Bei dem Mangel an Gefängnissen wurde die Sache auch für die russischen Behörden unhaltbar.Es war ihnen daher wohl nicht angenehm, daß schließ= lich Peking eingriff. Die chinesische Regierung beauftragte einen europäischen Sachverständigen, den Arzt Dr. And= rews, mit der Nachprüfung der russischen und der chinesischen Abwehrmaßregeln. Dr. Andrews sprach sich rückhaltlos gegen das russische und für das chinesische Verfahren aus. Nach den neuesten Nachrichten haben die Russen im Eisenbahnbezirk das chinesische Verfahren angenommen.
Kindermund. Aus dem Leben erzählt man den„ M. N. N." folgende Geschichtchen: Der kleine ABC- Schüße Heinz ist mit schweren rechnerischen Problemen beschäftigt. Wieviel ist 100: 100? Ist das nun eins oder null? In seiner Not geht er zu Tante Hella. Die Tante sucht ihm das Erempel an einem Beispiel klarzumachen. ,, Steh mal Heinz: Wenn du 100 Aepfel hast und du sollst die Aepfel an 100 Kinder verteilen- wieviel Bekommt dann fjedes Kind?" Das leuchtet Heinz ein und prompt antwortet er:„ Einen". „ Na also!" Aber dieses Beispiel verursacht dem kleinen Mann neue Kopfschmerzen. Eine ganze Weile verharrt er in tiefem Nachdenken. Dann sagt er tiefsinntg: Du, Tante, ich glaube, ich werde nie hundert Kinder bekommen!" Wir sind zu Besuch bei Bekannten. An der festlich geschmückten Tafel darf der jüngste Sproß der Familie Platz nehmen. Beim Anblick all der Leckerbissen leuchten die Augen, um dann mißtrautsch von einem zum anderen der ungewohnten Gäste zu wandern. Weiß ich, warum es der Mutter einfällt, dem kleinen Mann ausgerechnet an diesem Tage das Tischgebet beizubringen! Kurz und gut, sie sagt ihm vor: Komm, Herr Jesus, set unser Gast..." Jolgsam wiederholt der kleine Kerl die Worte, dann aber schießt ihm ein schrecklicher Gedanke durch den Kopf und flehend die Mutter anblickend, plappert er fort: Mutter, kommt denn der Herr Jesus auch noch? Dann haben wir ja nicht ge= nug!"
Die Pest in Charbin.
Jm Ballon in Kanadas Wildnissen.
Einer der Teilnehmer am letzten Gordon- Bennett- Rennen der Lüfte, das bekanntlich in Amerika ausgefochten wurde, veröffentlichte in einem Neuyorker Blatte seine Erlebnisse in den Wildnissen Kanadas. Augustus Post, so ist sein Name, fuhr mit seinem Gefährten Hawley von St.Louis ab und landete nach fünftägiger Fahrt an den Ufern des Tschitagema- Sees in einer entlegenen Waldregion. Meilen von jeder Zivilisation entfernt. Während der nächsten sieben Tage waren die beiden Aeronauten von der Außenwelt abgeschlossen und die kanadische sowohl wie die ame= rikanische Regierung sandten Mannschaften auf die Suche nach den Luftschiffern. Post schreibt: Kein Hahnenschrei oder das Rufen irgendeines unseren Ohren bekannten Vogels war zu hören, nur ab und zu das heisere Krächzen einer Eule. Kein Rauch aus einem Kamin, noch irgendein Zeichen von Zivilisation war zu bemerken in dieser trostlofen Wildnis. Als der Tag heranbrach, konnten wir, so weit wie unsere Augen reichten, kein einziges Lebewesen bemerken, nichts als Seen, von Wäldern unterbrochen, und es ist keine lebertreibung in der Behauptung, daß wir Tausende von ihnen sahen." Die Aeronauten landeten in der Nähe des Periboukaflusses und des Tschitagama- Sees.„ Alz wir im Moment der Landung", so fuhr Post fort, uns ge= genseitig die Hände reichten, waren wir voller Freude, weil wir in Sicherheit waren und auch wußten, daß wir alle bisherigen Rekorde geschlagen hatten. Wir breiteten unsere Decken aus, erfrischten uns und machten es uns so bequem, wie es nur möglich war. Bald brach ein heftiger Sturm aus, begleitet von zischenden Blißen, die den Ballon in magisches Licht hüllten." Hierauf folgt eine lebhafte Beschreibung der viertägigen Wanderung in der Wildnis mit geringem Proviant und der noch geringeren Hoffnung, auf irgendein menschliches Lebewesen zu stoßen. Schließlich stießen sie auf ein verlassenes Zelt und Hawlen bemerkte: „ Post. hter ist eine Schaufel und da ein Zelt. Das bedeutet Rettung." Wir zündeten schnell ein Feuer an, legten uns auf unsere Decken und fingen an zu träumen. Hawley meinte, wenn ihn jemand fragen würde, wie der Himmel wohl aussehen möge, so würde er sagen, wie eines Trappers Zelt nach einer viertägigen schrecklichen Wanderung." Zwei Tage später wurden sie zufällig von zwei Trappern in verhungertem und leidendem Zustande aufgefunden.
Die„ Korrespondenz des äußersten Ostens" verbreitet Telegramme aus Charbin und Peking vom 4. d. M., denen wir das folgende entnehmen: Im Hochgebirge der Nordmandschurei stirbt die Lungenpest unter den Tieren nicht aus. Jüngst ist sie auch unter den Pelzjägern ausgebrochen, die dort zu Tausenden auf Biber jagen. In kurzer Zeit hatte sie ihrer 1300 hingerafft. Die durch die Seuche bedrohten Städte trafen ihre Maßregeln. Die Chinesen räumten die Viertel, in denen sich ein Pestfall ereignet hatte, sperr= ten die Gebäude gruppenweise ab und umgaben sie mit haushohen Stacheldrahtzäunen, die elektrisch stark geladen wurden. Dann wurden die Häuser vom Dach bis in die Keller hinein gründlich ausgeräuchert und sonst desinfiziert. Die Ratten verließen infolgedessen in Scharen die Häuser, verfingen sich in den Stacheldrähten und wurden entweder durch den elektrischen Strom oder durch die hinter dem Zaun eigens dafür aufgestellten Arbeiter getötet. Die Russen verfuhren nach ihrer Ansicht gründlicher. Sie brannten die Häuser, in denen die Seuche aufgetreten war, bis auf den Grund nieder. In der Eisenbahnstadt Charbin waren in einigen Tagen gegen 300 Personen erfrankt. Ihre Wohnungen wurden unter dem Jubel der Rus= sen, aber unter Wehklagen und Einspruch der Besizer vernichtet. Da die Umgebung der niedergebrannten Häuser aber nicht abgesperrt gewesen war, entfamen die Ratten in Massen, um die Pest anderswo hinzutragen. Unter den abgebrannten Häusern waren auch acht von den elf Gasthöfen Charbins. Natürlich weigerten sich nun die Inhaber der verschonten drei Gasthöfe, überhaupt noch Fremde aufzunehmen. Da Privatpersonen noch weniger dazu geneigt waren, lagen die Fremden, meist arme Chinesen, buchstäblich auf der Straße. Dort wurden sie von der chinesischen Boltzei ausgegriffen und in Ermangelung ausreichender Kranfenanstalten furzweg in die Gefängnisse geworfen.
In Monatsfrist füllten 1200 arme Chinesen solchergestalt die Gefängnisse Charbins. Bei Ausbruch der Seuche waren die Chinesen der Umgebung massenhaft nach Charbin hineingeflohen. Aber die ankommenden Züge wurden gesperrt. Niemand durfte aussteigen. Die Züge fuhren aber auch nicht weiter. Wer zu Fuß durch die Sperre entwischte,
Drabtnachrichten und Deuestes.
Das Verfahren gegen Eulenburg.
Berlin, 14. Januar. Eine hiesige Korrespondenz verbreitet die Nachricht, daß, nachdem sich der Zustand des Fürsten Eulenburg ganz erheblich gebessert habe, von der Staatsanwaltschaft beabsichtigt werde, das Hauptverfahren wegen Meineids wieder zu betreiben. Auf eine Anfrage erklärte der Verteidiger des Fürsten Eulenburg, Juftiarat Wronker, daß ihm von dieser Absicht der Staatsanwaltschaft nichts befannt sei. Der Gesundheitszustand des Fürsten verschlechtere fich täglich.
Bestverdächtige Natten.
Hamburg, 14. Januar. An Bord des aus Buenos Atres eingetroffenen Dampfers Hydaspes find pestverdächtige Ratten gefunden worden. Das Schiff wird einer Ausga fung unterzogen. Die Löschung wird unter Vorsichtsmaßregeln gestattet werden.
Pistolenduell zwischen zwei Studierenden.
Köln, 14. Januar. Zwischen einem Schüler der Kölnischen Maschinenbauschule und einem Bonner Studenten der Medizin fand im Marienhorster Walde bei Godesberg ein Pistolenduell statt, bei dem der Maschinenbauschüler verwundet wurde. Sein Gegner ist geflüchtet.
Große Erdbewegung in der Pfalz.
Ludwigshafen, 14. Januar. In dem Weinort Zell und der Umgegend ist ein Erdrutsch im Gange. Das Rebgelände ist in ständiger Bewegung. Die Erdrisse sind so groß, daß sie einen Menschen aufnehmen können. Rebpfähle und schwere Steine werden durch die Bewegung des Erdrutsches auf weite Strecken fortgeschleudert. Der Ort bietet ein Bild der Verwüstung. Der Schaden ist sehr groß. Die Wege und Straßen in der Umgebung müssen gesperrt werden. Drohender Generalstreit in der gesamten belgischen Montanindustrie.
Brüssel, 14. Januar. Der Ausstand im Lütticher, Kohlenrevier hat sich auch auf diejenigen Gruben ausgedehnt, wo bisher noch gearbeitet wurde. Von 32 000 BergIeuten streifen jetzt 25 500. Der Ausschuß der Bergarbeiter und die Delegierten der Syndikate beschlossen eine allge= meine Arbeitseinstellung in der gesamten Montanindustrie Belgiens, falls die Antwort der Bergwerksbesitzer auf den Vermittelungsvorschlag des Arbeitsministers ablehnend lauten sollte.
Telephonverbindung Rom- Berlin.
Rom, 14. Januar. Der Ministerrat beschloß in setner gestrigen Sitzung, der Kammer eine Vorlage zu unters breiten, die die Einrichtung einer telephonischen Verbindung zwischen Rom und Berlin fordert. Die hierfür nöttgen Kosten werden auf 3 Millionen veranschlagt. Die KreSite zur Einrichtung der Telephonverbindung wurden bereits vom Ministerrat bewilligt.
Opfer der letzten Stürme.
Dünkirchen, 14. Januar. Infolge der gestrigen und vorgestrigen heftigen Stürme sind zwei Fischerboote an der Küste mit je sechs Mann Besabung gesunken. Verheerungen durch den Bruch eines Wasserbehälters. Madrid, 14. Januar. Durch den Bruch des Dammes eines Wasserreservoirs, das sich in der Nähe einer Kupfermine bei Huelva befindet, sind 11 Personen umgekommen. Die ausströmenden Wassermassen überfluteten die ganze Umgebung und zerstörten auf eine Entfernung von acht Stlometern einen großen Teil der Eisenbahnlinie. Ein Mtnenzug entgleiste und stürzte aus beträchtlicher Höhe den Eisenbahndamm hinunter. Der Heizer wurde getötet. Dem Lokomotivführer wurden beide Beine abgerissen. Mehrere Bersonen, die in der Nähe des Wasserreservoirs übernachteten, wurden fortgeschwemmt.
Die Ausbreitung der Pest in der Mandschurei. London, 14. Januar. Wie ein hiesiges Blatt ant Beking meldet, ruft dort das Umsichgreifen der Lungenpest in der Mandschurei große Beunruhigung hervor. In Pe fing soll ein Ausschuß zur Bekämpfung der Best gebildet werden. In Charbin beträgt die Zahl der Todesfälle täglich über 100 aft sämtliche Erkrankungen nehmen einen tödlichen Beugen


