Der Schutz der Jugendlichen.
Die fleine Strafgefeßreform vor dem Reichstag.
Es war am Schlusse der Donnerstagssitzung zu schnell gegangen. Das Haus hatte die Bestimmungen über die Beleidigung in der Fassung der Regierungsvorlage ohne Wortmeldung angenommen. Die Annahme erfolgte auf Grund eines Antrages Wagner- Sachfen( konf.), der von Mitgliedern mehrerer Parteien unterschrieben war und dabin geht, die Lücke, die die Kommission durch die Ablehnung aller Anträge gerissen hatte, durch Wiederherstellung der Regierungsvorlage größtenteils wieder auszufüllen. Redner verschiedener Parteizugehörigkeit stellten nun am Freitag fest, daß ihre Fraktionsgenossen nicht durchweg gewußt hätten, worum es sich handle. Das kann einmal vorkommen, ohne daß diese Mitglieder ein besonders schwerer Tadel trifft. Aber eine beschließende Körperschaft muß nun einmal die formalen Regeln, die sie sich selbst gegeben hat, einhalten. Die Sozialdemokraten Stadthagen und Gen. überreichten einen Antrag, dem betr. Paragraphen einen anderen Wortlaut als den beschlossenen zu geben. Bei der Abstimmung erklärten sich die Rechte, das Zentrum und einige nationalliberale Abgeordnete gegen die Beratung des Antrages des Abg. Stadthagen. Man unterhielt sich also nicht darüber, ob der Schuß der Wahrung berechtigter Intereffen" auszudehnen sei, sondern über den Schutz der Jugendlichen und der gebrechlichen Personen gegen Mißhandlung.
ein. Bis zu einem gewissen Grade sei es gelungen, Abhilfe zu schaffen. Die Heranziehung weiblicher Arbeitskräfte habe einen sehr wohltätigen Einfluß ausgeübt, aber die Rücksicht auf die Militäranwärter set etn Hindernis.
Vont fortschrittlicher Seite wurde als Konsequenz der Diskussion der Antrag gestellt, die neu geforderten Stellen zu streichen. Das Zentrum beantragte eine Resolution, die die Einführung einer einheitlichen Arbeitszeit in den Reichsämtern und Reformierung der ganzen Büreauarbeit fordert. Der Antrag der Volkspartei wurde gegen eine Stimme, die Zentrumsresolution einstimmig angenommen.
Ueber die Lage der Heimarbeiter wurden auf dem gegenwärtig in Berlin tagenden deutschen Heimarbeiterkongreß allerlei bemerkenswerte Einzelheiten mitgeteilt So wurde z. B. erwähnt, daß in der Heimarbeit der Berliner Herrenkonfektion nach Abzug der notwendigen Unkosten bei 12- bis 16stündiger Arbeitszeit, wobei auch die Frau an der Arbeit teilnimmt, ein Wochenlohn von etwa 29 Mark der Durchschnitt ist. In einem Bezirk Sachsens verdienen nach gewerkschaftlicher Feststelluna 80 Prozent der Heimarbeiter weniger als 12 M wöchentlich. Die Handweber im Erzgebirge bringen es bei täglicher Arbeitszeit von 12 bis 13 Stunden auf 8 bis 15 M die Woche An diesem Rohn aber arbeiten Frau und Kinder mit, es sind also vier bis sechs Personen daran beteiligt, die Kinder bis zu einem Alter von 5 und 4 Jahren herab. Ein Spiel warenhetmarbeiter aus Steinhübel im Erzgebirge zeigte verschiedene Sorten von dort hergestelltem Spielzeug aller billigster Sorte in je einem Exemplare vor und fügte die Löhne hinzu, die dafür bezahlt werden. Eine kleine Windmühle aus Holz wird dem Heimarbeiter das Schock( 60 St.) mit 2 M 80 bezahlt. Drei Personen können bei 13- bis 14stündiger Arbeitszeit 12 Schock in der Woche herstellen. Das ergibt nach Abzug der Unkosten einen Wochenverdienst von 8 M50 3. Eine Familie von 5 Personen fertigt in Heimarbeit sogenannte Stockaffen das Schock für 30 3. Davon gehen für Rohmaterial 26 Pf. ab, so daß der Reinverdienst am Schock 4 s beträgt. Da die Familie wöchentlich bei 14- bts 15stündiger Tagesarbeit 70 Schock herstellt, so be= trägt ihr wöchentlicher Gesamtverdienst 2 M 80 für 4200 Stück.(?) Der Mann, der von Haus aus Schuhmacher ist,
hindurch mit Hammer und Leisten. Eine andere Rednerin berichtete von einer Frau, die im letzten Jahre 221 M 60 S verdient hat, gleich 4 27 3 wöchentlich.
Die Regierungsvorlage hat in diesen Sachen die StraJen gegenüber dem jetzigen Zustande verschärft; die Kommission hat das Schubalter von 14 auf 18 Jahre erhöht, die Begriffsbestimmung anders getroffen und die Duldung der Täterschaft eines anderen der eigenen Täterschaft des Fürforgeträgers gleichgestellt. Man erkannte, daß sich alle Barteien über einen möglichst weitgehenden Schutz einig waren, aber die Formulierung, die schon in der Kommission ganz erhebliche Schwierigkeiten bereitet hatte, erwies sich auch hter wieder als außerordentlich diffizil. Die Juristen des Hauses, wie die Abgg. Stadthagen( Soz.), Gröber( Zentr.), Dr. Heinze( natl.), Dr. Müller- Meiningen( frs. Vp.), von Dziembowski( Pole) u. a. stellten ziemlich intime Betrachtungen darüber an, ob durch diese oder jene Fassung, durch| den Ausdruck rohe oder boshafte, wiederholte oder grausamehantiert nach Vollendung seiner Tagesarbeit noch die Nächte Weißhandlung dieser oder jener Fall mitgetroffen werden tönnte, ob die Duldungsfrage genügend geregelt sei, oder ob man dabei schon zu weit gegriffen habe, usw. Das Schutzalter, das die Kommission auf 18 Jahre festgesetzt hatte, verfuchte ein Kompromißantrag, welchen Dr. Faßbender( 3.) begründete, auf 16 Jahre herabzusetzen, während er anderer= setts für besonders schwere Fälle Zuchthausstrafe einführen wollte. Der letztere Antrag fand den Widerspruch der Verbündeten Regierungen, für die Staatssekretär Lisco und Geheimrat v. Tischendorf das Wort ergriffen. Die Schwierigkeit, die richtige Form für allerseits gebilligte Gedanken zu finden, machte sich in dieser Kinderschutzdebatte immer wieder geltend. Bet der Abstimmung wurde der Kompromißantrag in der Hauptsache in folgenden Punkten geändert: Die Altersgrenze wird auf das 18. Lebensjahr heraufgesetzt. Als Tatbestand des Deliktes wird Körperverlegung durch grausame oder boshafte Behandlung bezeichnet. Die Zuchthausstrafe in besonders schweren Fällen fällt fort.
Die Büroarbeit in den Reichsämtern wurde am Freitag in der Budgetkommission des Reichstags bei der Beratung des Marineetats einer scharfen Kritif unterzogen Ein Vertreter des Zentrums fragte an, ob es richtig sei, daß die Marine für einen Bogen Schreibmaschinenarbeit 5 M Abschreibelohn zahle. Die Bureaubeamten würden viel zu hoch bezahlt. Der Vertreter des Reichsschaamtes bestätigte unter„ Hört! Hört- Rufen diese Angabe, während der Vertreter der Marine erkläre, daß dies beim Reichsmarineamt nicht der Fall sei. Auf die Frage, wie hoch denn jetzt das Bogenabschreiben bezahlt werde, erklärte der Schatzsekretär, es handle sich um Vorgänge beim Reichsamt des Junern, über die er jetzt nicht sprechen könne. Richtig set, daß die Schreibarbeit dem Reich sehr teuer komme. Der Satz von 5 Mark sei der höchste, teilweise set er auch niedriger. Es werde in Zukunft eine Ermäßigung der Sätze eintreten. Die Ursache der hohen Sätze liege im festen Personalsystem. Ein Privatunternehmer fünne allerdings solche Sätze nicht bezahlen. Ein na= tionalliberales Kommissionsmitglied erklärte es für unerhört, daß für stenographische Berichte aus der Kommission Extrahonorare in Höhe von 600 bis 700 Mark bezahlt wor= den seien. Von sozialdemokratischer Seite wandte man sich scharf gegen solche Verausgabung von Reichsmitteln. Im Gegensatz dazu stehe die Entlohnung eines Familienvaters in Kiel mit 2,50 Mark, der dadurch auf die Bahn des Verbrechens gedrängt worden sei, während die Lohnschreiber der Marine mindestens 100 Mart monatlich bezögen. Von der Marineverwaltung wurde demgegenüber ausgeführt: Es sei noch nicht möglich gewesen, die Bureauzeit einheitlich zu regeln. Inbezug auf die modernen Hilfsmittel, Schreibmaschine, Stenographie, sei der Bureaubetrieb auf der Höhe. Was man mit Streif bezeichnet habe, seien Diffe= renzen darüber, ob die Beamten auch Hausarbeit zu leisten hätten. Regelmäßige Hausarbeit wird angenommen, wenn bei Zentralbehörden sechs Bogen täglich abgeschrieben worden feien. Bei Nachtzeit trete eine Erhöhung des Preises
Der Familienschmuck der Wallutjeffs.
6)
Nachdruck verboten. Kriminalroman von Freifrau G. v. Schlippenbach. Die Gräfin trug ein blaues, loses Morgenkleid aus weicher Seide, das reich mit gelblichen echten Spitzen ver ziert war. Ihr wundervolles, lockiges Haar wallte frei bis über ihre Taille hernieder. So sah ihr Gatte sie am liebsten bei ihrer ersten Mahlzeit.
Angesichts dieser Tatsachen wurde die gesetzliche Regelung der Lohnfrage der Heimarbeiter auf dem Kongreß als eine der dringendsten Forderungen bezeichnet.
Rundschau vom Cage.
Politisches.
Ueber den Zeitpunkt der Reichstagswahlen will die „ Neue Gesellsch. Corr." aus absolut zuverlässiger Quelle erfahren haben, daß die Reichstagswahlen in keinem Falle vor dem Herbst und entweder in der zweiten Hälfte des Monats Oktober oder in der ersten Hälfte des November stattfinden werden.
sache, sich über die deutsch- russischen Abmachungen zu be unruhigen. Frankreich habe gegen niemand irgend weiche aggressive Gedanken, und die Erhaltung der Ruhe auf dem Balkan und im Orient sei einer der Grundsätze der französischen Politik. Was die Vereinbarungen über Persien betreffe, so sei auch damit erfreulicherweise eine Ursache der Unruhen und Schwierigkeiten aus der Welt verschwunden. Nach dem lauten Beifall, den Pichon mit seiner Rede in der Kammer geerntet hat, scheint es ihm gelungen zu sein, alle Besorgnisse der französischen Volksvertretung zu zerstreuen und ihr die Ueberzeugung beizubringen, daß hinsichtlich Rußlands und Englands noch alles beim alten ist.
Der geplante Kolonialgerichtshof soll nach einem gestern gefaßten Beschluß der mit den Vorberatungen be= trauten Reichstagskommission in Hamburg errichtet werden. Staatssekretär v. Lindequist erklärte die Wahl Hamburgs als für die Regierung unannehmbar. Von konservativer Seite war Leipzig als Sitz des Gerichtshofes vorgeschlagen worden, dessen Wahl nicht ausgeschlossen ist, falls die Regierung an der Ablehnung Hamburgs festhält.
Einen auffallenden Gegensatz zu seiner zierlichen Frau bildete Graf Jegor Alexejewitsch. Er war groß und breitschulterig. Seine blonde nordische Schönheit verriet sich durch die lebhaften blauen Augen, das goldig glänzende Haar. Ein etwas dunkler, langer Schnurrbart zierte feine Oberlippe, die Züge waren scharf geschnitten und edel; sie sprachen von Willenskraft und Kühnheit. Heute trug Jegor Wallutjefs trotz der für Petersburg frühen Morgenstunde schon die Galauniform der kaiserlichen Garde, den weißen Waffenrock, die enganliegenden weißledernen Beinkleider und die hohen Stiefel aus weichem Glanzleder. Man konnte es sich gut vorstellen, wie stattlich der Offizier im goldschimmernden Helm und Küraß aussehen mußte. Wahrlich. Jegor Alexejewitsch war nicht aus der Art geschlagen. Von jeher waren die Wallutjeffs durch ihre äußeren Vorzüge berühmt gewesen, davon sprachen noch die Ahnenbilder, die im Schloß zu Walkowa im Banfettsaale hingen.
Eine Million Beamte in Frankreich. Diese angenehme Ueberraschung steht den französischen Steuerzahlern in absehbarer Zeit bevor. Die Eins mit sechs Nullen ist zwar noch nicht erreicht. nach dem Bericht der Budgetkommission, auf den sich ein Aufsatz des„ Gaulois" stützt, sind es gegenwärtig 968 121, aber wenn das Beamtenheer in dem= selben Maße weiter wächst wie bisher, wird sie das bald. In den Jahren von 1846 bis 1896 sind in Frankreid 228 000 neue Beamte angestellt und gleichzeitig ist der Betrag ihrer Gehälter von 245 Millionen auf 627 Millionen gestiegen. Die Bevölkerung hat sich in dieser Zeit um etwa 10 v. H. vermehrt, das Beamtenheer aber um 110 v..
Der württembergische Landtag ist Freitag mittag mit einer Thronrede eröffnet worden. Beherrscht wird die Thronrede von der Ankündigung einer großen Gehaltsaufbesserung für sämtliche Staatsbeamte und Staatsdiener, Geistliche und Volksschullehrer, die einen Mehraufwand von acht bis neun Millionen Mark zur Folge hat. Angesichts der Knappheit der Mittel, und um kein allzu starkes Anzichen der Steuerschraube anzuwenden, wird zur teilweisen Deckung des Mehrbedarfes die Einführung einer württembergischen Staatslotterie geplant. Auch eine Vereinfachung der Staatsverwaltung ist in Aussicht genommen.
Innigste Liebe verband das junge, gräfliche Ehepaar, das erst seit zwei Jahren verheiratet war. Ihr Glück hatte seit der Geburt ihres Söhnchens Alexei den Höhe= punkt erreicht, nur die überhandnehmende Kränklichkeit seiner geliebten Mutter breitete einen dunklen Schatten über das Leben des überaus zärtlichen Sohnes aus, und auch seine Gattin Maria Nicolajewna war darüber sehr betrübt. Schlug doch ihr Herz fast ebenso warm für ihre Schwiegermutter, wie das ihres Gatten, des einzig noch am Leben gebliebenen Kindes Anastasia Vawlownas.
Der erste Versuch praktischer staatsbürgerlicher Erziehung von Schülern höherer Lehranstalten wurde in Hamm i. W. gemacht. Der Leiter der Oberrealschule hat im Interesse der staatsbürgerlichen Erziehung der Schüler bei der Regierung die Genehmigung zur Teilnahme der Schüler der Oberklassen an den Stadtverordnetensizungen beantragt und erhalten. Am Donnerstag wohnten die Schüler in Begleitung des Rektors den Verhandlungen des Stadtverordnetenkollegiums als Zuhörer bei.
Alarmmeldungen aus Lissabon liefen bei einer rheinischen Exportfirma ein, in denen übereinstimmend der Befürchtung Ausdruck gegeben wird, daß angesichts des weiter sich ausdehnenden Ausstandes in Lissabon in den nächsten Tagen mit einem Putsch zu rechnen sei. In den portugiesischen Grenzorten sammeln sich bereits ungeheure Mengen von Gütern an, so daß man davon abrät, vorläufig Sendungen nach Portugal zu machen. Die Zahl der Ausständigen ist bereits auf 45 000 angewachsen. In Lissabon herrsche ungeheure Erregung. Alle öffentlichen Gebäude werden Tag und Nacht scharf bewacht.
In der französischen Deputiertentammer hat Minister Pichon eine große Rede über die auswärtige Politik Frankreichs gehalten. Er sagte dabei u. a.: Was die im deutschen Reichstage vom Reichskanzler über die Potsdamer Zusammenkunft Kaiser Wilhelms mit dem Zaren abgegebenen Erklärungen anbelange, so habe Frankreich keinerlei Ur
„ Ein Brief von Mutter!" rief die junge Frau an jenem Oktobermorgen.„ Ach, Jegor, lies schnell, schnell! Wie mag es ihr gehen?"
Und neugierig fehrten die weißen Finger der jungen Gräfin das längliche Kuvert mit der Grafenkrone und dem Monogramm um.„ Aus Luzern" sagte sie, die Postmarke näher betrachtend." Gib her, Maria", sagte Jegor, indem er einen Kuß auf die zarte Hand drückte, die den Brief hielt.
Er las laut vor, was die Mutter ihm schrieb.
Kleine Nachrichten.
Heftige Streiffrawalle fanden Freitag nachmittag in Berlin im Anschluß an den Streit der Fensterreiniger statt. Die Streifenden griffen die Arbeitenden an. Die Polizet mußte mehrmals einschreiten und nahm mehrere Verhaftungen vor. Mehr als 200 Personen hatten sich zusammengerottet. An der Admiralsstraße kam es zu besonders heftigen Zusammenstößen, bet denen Verwundungen erfolgten.
Schwere Rodelunfälle werden auch heute wieder gemeldet. Bei Blankenhain i. Th. erlitt ein Drogist aus Eisleben schwere innere Verletzungen, ein dreizehnjähriger Schüler, Sohn des Superintendenten in Sangerhausen, einen Schenkelbruch. In Neuweiler bei Sulzbach fuhren zwei junge Bergleute und ein zwölfjähriger Schüler gegen einen Baum; der Knabe wurde lebensgefährlich, der eine Bergmann schwer und der andere leichter verletzt. Bei Eger wurde einem Eisenbahner beim Rodeln der rechte Fuß fast vollständig abgerissen.
Maria Nicolajewna hörte stumm zu. Sie wußte, daß ihr Gatte feine Unterbrechung liebte, aber sie atmete einigemale tief auf; es war, als ob sie dadurch eine schwere Last von sich wälzen zu können hoffte. Seltsam, seitdem Jegor das gelesen, was seine Mutter ihm geschrieben, schien es der junge ngrau, als lauere etwas unbestimmtes, etwas Verhängnisvolles in den Ecken des großen Raumes. Kroch es nicht heran wie ein Reptil? Drohte ihr und ihren Lieben ein Unglück?
Vielleicht hegte der Graf ähnliche Gedanken. Sein frisches Gesicht erschien um eine Schattierung bleicher. Stumm legte er den Brief zusammen und schob ihn me= chanisch in den Umschlag zurück.
Lichterloh brennend wurde in Aschersleben in der Wohnung ihres Vaters, eines Arbeiters, die 8 Jahre alte Tochter desselben aufgefunden. Von den Knien ab ist das Mädchen am ganzen Körper schwer verbrannt. Es wird faum mit dem Leben davonkommen. Vermutlich hat die Kleine mit Streichhölzern gespielt.
„ Heute abend- heute abend wird der Familienschmuck der Grafen Wallutjeff in unserem Hause sein," sagte Maria leise, und es lag etwas in ihrer Stimme, das wie Angst flang.
Du scheinst Dich nicht sonderlich darauf zu freuen, Liebste," versette Jegor Alerejewitsch erstaunt.
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Ein seltsamer Unglücksfall hat sich in der Nähe von Antwerpen ereignet. In Eckeren waren in einem Hause 12 Personen um das Sterbelager einer eben verschiedenen Angehörigen versammelt, als der Fußboden mit allen Anwesenden, der Leiche und den Möbeln in den darunter liegenden tiefen Keller versank. Fast alle Personen wurden erheblich verletzt.
Sollte sein junges Weib dasselbe fühlen wie er? Er durfte es ihr jedenfalls nicht zeigen. Er mußte der ganz unbegründeten Beklemmnug, die ihn zu seinem Aerger in Aufregung versetzte, Herr werden.
Hotelbrand in Montreux. Im großen Hotel Continen tal in Montreux das augenblicklich 150 Gäste beherbergt, brach Freitag morgen Feuer aus, das so rasch um sich griff, daß viele Fremde über das Dach gerettet werden mußten. Zwei Angestellte erlitten Verlegungen. Ein großer Teil des Gepäcks ist verbrannt.
Gräfin Maria brach in Tränen aus. Sie warf sich schluchzend in die Arme ihres Mannes und barg den Kopf an seiner Brust.
Eine schwere Eisenbahnkatastrophe hat sich auf der Neuyorker Zentralbahn ereignet. Ein Personenzug fuhr mit voller Wucht auf einen anderen auf. Bisher sind 6 Leichen und 18 Schwerverletzte geborgen.
Aus dem Reiche der Technik.
Kältemaschinen in Hüttenwerken. Aus Technikerkreisen wird der„ Frff. 3tg." geschrieben: Eine große Gewerkschaft errichtet gegenwärtig am Niederrhein eine technische Anlage, die auf dem Kontinent bis jetzt noch nirgends zu finden ist und schon deshalb allgemeines Interesse verdient. Ez handelt sich dabei um die Anwendung einer Erfindung des amerikanischen Hütteningenieurs Gayley, wonach die in die Hochöfen eingeblasene Luft durch vorherige starke Abkühlung von aller Feuchtigkeit befreit wird. Gayley erzielte damit einen erheblichen wirtschaftlichen Vorteil, einmal eine Ersparnis an Brennmaterial, dann aber auch eine größere Ausbeute an Roheisen. Trotz der günstigen Berichte Gayleys verhielten sich die europäischen Ingenieure dem neu
Aber, so weine doch nicht," bat Jegor,„ erkläre mir bitte, die Ursache Deines Schnierzes."
Der Schmuckich möchte ihn nicht tragen! O! weshalb schiat Mama ihn uns," so kam es leise über Marias Lippen.„ Ich ich fürchte mich vor der alten Sage." Jegor zwang sich zum Lachen.
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Wer glaubt denn heutzutage noch an solche Ammenmärchen," versetzte er, ich hätte nicht gedacht, daß meine fluge Frau so einfältig sein könnte."
,, Schilt nicht," flehte Maria ,,, es ist gewiß recht kindisch von mir. Aber als Du Mamas Brief zu Ende gelesen hattest, lief mir ein eisiger Schauder über den Rücken, es war mir, als streife mich das Verderben, als öffne sich ein Abgrund vor mir, in den wir hinabgezogen würden."
Jegor legte den Arm um sein vor Angst bebendes Weib. Seine Stimme flang traurig, als er sagte:
,, Du tust mir weh, Maria, wenn Du Dich solchen Hirngespinsten hingibst, mir zuliebe überwinde sie."
„ Ich wiß es in Zukunft tun, Liebster," rersprach sie. ,, Du wirst Deine Freude an dem Schmuck haben," fuhr Jegor fort. Uebrigens kannst Du ihn hier auf dem Bilde meiner Mutter sehen. Komm her, wir wollen ihn zusammen betrachten! ich sehne mich, nach dem Brief, den sie mir schrieb, die Züge derjenigen zu sehen, die mir ebenso nahe steht, wie Du."
Es war inzwischen heller im Speisesaal geworden. Der Graf stand mit seiner Gattin vom Tische auf. An der Längswand des Zimmers hingen zwei große Deiges mälde, von der Meisterhand eines russischen Porträtmas Ters angefertigt, stellten sie die Eltern Jegor Alexejes witschs vor.
( Fortsetzung folgt.)
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