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SE SERESSURIZERTISERSACE INSSITERES TURNBE

Das Gespenst der Teuerung.

Trübe Aussichten.

Als vor jetzt beinahe zwei Monaten die trockene warme Witterung, die uns jetzt so plagt, begann, da versprach man sich allerseits von ihr einen günstigen Einfluß auf die nicht gerade rosigen Ernteaussichten Leider hat es der Himmel allzugut mit uns gemeint und die regenlose Hiße hat mehr verdorben als es vorher die zu fühle Witterung getan hatte. Das allgemeine Bild der Ernte hat sich, vor allen Dingen durch die un­günstige Entwickelung der Futterpflanzen und Hack­früchte, jo verschoben, daß man befürchten muß, wir gehen schweren Betten entgegen. Daß in den Ernte­aussichten eine Verschlechterung eingetreten ist, beweist flar die Entwickelung, welche die Preise an den in De­tracht kommenden Warenmärkten in den letzten Wochen genommen haben. An den Budermärften sind bie Preise gestiegen. Auch die Getreide pretje streben jetzt scharf nach oben. Die Aussichten sind also für die Bolfsernährung recht wenig günstig und es ver­lohnt, einmal etwas genauer auf die Ursachen und Wir­fungen der jezigen Lage einzugehen.

Wenn man die letzte amtliche preußische Ernte­Schäßung für Halmfrüchte unbefangen ansieht, so müßte man eigentlich meinen, die Schwarzseher, welche von teurem Brote reden, hätten Unrecht. Denn eine Ernte von rund 8,2 Millionen Tonnen Roggen, wie wir sie in diesem Jahre zu erwarten haben, ist im Laufe der letzten 10 Jahre nur ein einziges Mal, nämlich 1909, übertroffen worden; sie ist auch größer als die Roggen­ernte des vorigen Jahres. Und wenn auch der Ertrag an Weizen mit 2,35 Millionen Tonnen um rund 135 000 Tonnen hinter der Ernte des Vorjahres zurückbleibt, so ist sie doch an sich nicht flein, denn in den letzten 10 Jahren sind fünfmal noch tiefnere Ernten in die Scheuern gekommen. Dazu tommt noch, daß die sen­gende Sonnenglut wenigstens eine gute Folge gehabt hat. Weizen und Roggen zeigen in diesem Jahre eine Güte und Schwere des Kornes wie seit vielen Jahren nicht mehr, und was etwa an Menge fehlt, das soll die Güte ausgleichen. Aber schon die Tatsache, daß die Gerstenernte an Menge geringer geschätzt wird als je­mals im Laufe des lezten Jahrzehnts und daß die Ha­ferernte um mehr als% Millionen Tonnen hinter je ner des vorigen Jahres, um mehr als 1,1 Millionen Tonnen hinter jener von 1909 zurückbleiben soll, zeigt flar, daß es unrichtig wäre, die Brotfruchternte wür digen zu wollen, ohne auf die Ernte an anderen Früch­ten und Feldprodukten Rücksicht nehmen zu wollen.

Leidliche Getreideernte voraussichtlich fast völlige Mißernte an Futtermitteln und Kartof= feln, wahrscheinlich auch an Zuckerrüben, so läßt fich mit einem Worte die augenblickliche Situation fenn­zeichnen. Und wenn die Preise für Weizen und Rog­gen, wie erwähnt, bereits ziemlich fräftig gestiegen sind und wahrscheinlich wie mit ihnen die Mehl- und Brotpreise noch weiter steigen werden, so ist dies weit weniger in der Lage dieser Früchte begründet, als da­rin, daß man damit rechnet, ein Teil des geringeren Getreides werde als Futter Verwendung finden müs fen, was naturgemäß das Angebot an Brotfrucht stark verringern würde.

Die Schatten, welche die wahrscheinliche Teuerung am Getreidemartt vorausgeworfen hat, sind aber ge­ring im Vergleich zu der Wirkung auf den Gebieten, welche dirett mit dem Futtermittelmarkte zusammen­hängen. Die Wiesen haben fast in ganz Breußen einen awelten Schnitt faum ergeben, und das Wenige, was auf ihnen noch gewachsen ist, mußte der Bauer vom Bich direkt abweiden lassen, um es überhaupt nutzen zu können.. Wie das Vieh aber durch den Winter ge­bracht werden soll, das bildet augenblicklich die Haupt­forge vieler Landwirte, und gar manche von ihnen ha ben, weil sie feine andere Lösung sahen, thr Vich jetzt verschleudert oder wollen dies in nächster Beit tun. Daß in Folge davon das nächste Jahr uns außerordentlich hobe Fleischpreise bringen wird, ist leider mehr als wahrscheinlich. Eine weitere Folge des Futtermangels wird eine Steigerung der Butter- und Milchpreise sein.

1.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Eine Tschechenfeier in Berlin. Am Sonntag mor­gent trafen 500 Tschechen in Berlin ein, um an der fünf­algjährigen Gründungsfeier des böhmisch- slawischen Klubs und an dem gleichzeitig stattfindenden Kongreß tschechischer Vereine im Auslande teilzunehmen. Am Abend zuvor wurde in Kellers Festsälen eine von den verschiedenen alldeutschen und deutschnationalen Ver­einen Berlins veranstaltete Abwehrversammlung gegen den tschechisch- slawischen Besuch in Berlin abgehalten, die von etwa fünfhundert Personen besucht war. Bet der Eröffnung teilte der Vorsitzende mit, daß der Po­

Jugendfreundschaft.

Roman von G. v. Schlippenbach.

( Nachdruck verboten.)

20) Er sagte es trocken; sein Mannesstolz empörte sich gegen sie. Und wieder dieses schwille, Herzbeklemmende Schwelgen.

Nun standen sie auf dem Hafenplay; Karla stützte den Arm auf das Marmorgeländer der Loggia, sie hielt den Kopf gesenkt wie unter einer Last.

Warum sind Sie so ganz anders gegen mich?" Brach es endlich über Alfreds Lippen, Ich kam her, well Ich Ste wiedersehen wollte, und mir ist es, als fände ich einen völlig fremden Menschen."

Ste Tachte.

Es flang aber gezwungen, unnatürlich.

,, Ste vergessen, daß viele Wochen und Monate zwł­schen beute und frilber Itegen," entgegnete sie kühl. Sie haben recht, gnädige Frau."

Auch sein Ton war eisig, fein Stola famt ihm zut Hilfe und unterdrückte den Sehnsuchtsschret seines Her­zens. Da vernahm er Schritte, die sich näherten.

Beide atmeten erleichtert auf. Es war Waldenberg. Er schien Karla gesucht zu haben, sie eilte ihm entgegen und beide entfernten sich im Gespräch.

Ich werde morgen abreifen," dachte Grotenbach. Aber er vermochte es nicht; Woche um Woche blieb er und trank das Gift, der Geliebten Nähe. Wie ein stillschweigendes Uebereinkommen war es zwischen Kar­la und Alfred; sie benahmen sich sehr höflich gegen einander, aber doch so fremd, als hätten sie sich eben erst kennen gelernt. Es fiel allen auf, aber Frau Groten­bach allein verstand ihres Sohnes Leid. Noch war aber nicht der rechte Moment, mit ihm aut sprechen; wenn Alfred selbst zur Mutter käme, dann witrde sie ihm treu < ratend zur Seite stehen.

Itzeipräsident von Berlin nach verschiedenen Eingaben des alldeutschen Verbandes an das Ministerium des Innern den Tschechen untersagt hat, in Berlin in Lan­desfarben aufzutreten, Fahnen zu entfalten und in Auf­zügen durch die Reichshauptstadt zu ziehen.

Zur medlenburgischen Verfassungsfrage meldet die ,, Landeszeitung für beide Mecklenburg": Der Großher­zog Friedrich Georg von Mecklenburg- Streliz empfing am Sonnabend im Beisein des Ministers eine ritter­schaftliche Abordnung der beiden Großherzogtümer Med­lenburg, die beauftragt war, dem Großherzog die auf dem allgemeinen Ritterschaftskonvent in Rostock am 13. Juli inbezug auf ihre Form der Landesverfassung angenommene Resolution zu unterbreiten. Der Groß­herzog erwiderte, der ihm berits bekannte Inhalt der Resolution erfülle ihn mit Betrübnis und aufrichtiger Sorge. Er bedauere dies sehr. Er set stets der Ueber­zeugung gewesen, daß das Bedürfnis nach einer Aen­derung der bestehenden Landesverfassung vor allem aus der Notwendigkeit entspringe, weitere Kreise der Be­völkerung zur Beratung und Beschlußfassung über die wichtigsten Landesangelegenheiten heranzuziehen, und zwar schon allein aus dem Grunde, weil die persönlichen und petuniären Opfer, die für die Förderung der Lan­desinteressen gebracht werden müssen, von Jahr zu Jahr größere und beschwerlichere werden. Dieser Notwen­digkeit trage der Ritterschaftsbeschluß in nicht genügen­dem Maße Rechnung, weshalb er auch als Grundlage der Beratungen über eine Verfassungsänderung nicht dienen könne.

Die Fortschritte der Sozialdemokratie. Der Bericht, den der sozialdemokratische Parteivorstand an den Par­tettag in Jena erstatten wird, enthüllt, wie sozialdemo fratische Blätter jetzt schon mittetlen, interessante zahlen­mäßige Belege für das Vorwärtsschreiten der Partei­organisation: Die Zahl der organisierten Mitglieder be­läuft sich auf 835,562, d. f. rund 115,000 mehr als im Vorjahre. Jn 19 Bundesstaaten gehören 188 Abge­ordnete der sozialdemokratischen Partei an, 8910 Sozial­demokraten sind als Gemeindevertreter in mehr als 2600 Gemeindeverwaltungen tätig. Nicht weniger als 35,000 Mitgliederversammlungen hielt die Partet im vergan­genen Jahre ab und die Einnahmen der Parteikasse be­Itefen sich auf 1,3 Millionen Mark. Aus diesen Zahlen tst zu entnehmen, mit welchem Eifer die Sozialdemo tratte die Vorbereitungen für die nächsten Wahlen trifft.

Bause in den Marokkoverhandlungen. Eine Unter­redung zwischen dem französischen Minister des Aeuße­ren und dem englischen Botschafter in Paris, die am Sonnabend stattfand, wird mit den schwebenden marok­kanischen Angelegenheiten in Zusammenhang gebracht. Der Temps" meint, daß zurzeit kein Material für eine Besprechung zwischen Kiderlen- Wächter und Gambon vorliegt, darum könne man den Tag für die nächste Zu­sammenkunft der beiden Staatsmänner nicht bestimmen.

Diäten für die englischen Abgeordneten. Das eng­Itsche Unterhaus hat mit 256 gegen 158 Stimmen die Entschließung angenommen, daß den Mitgliedern des Unterhauses 400 Pfund fährlich ausbezahlt werden sol­Ten. Da auch die portugiesische Nationalversammlung in diesen Tagen einen Antrag auf Bewilligung von Diäten für die Abgeordneten angenommen hat, gibt es jetzt nur noch zwei Länder, Jtallen und Spanien, in denen die Parlamentarier keine Diäten erhalten.

Kleine Nachrichten.

Gegen ein allgemeines Backverbot am Sonntag hat sich der Zentralverbandstag deutscher Bäckerin­nungen Germania" ausgesprochen. Nach langer De­batte einigte man sich auf einen Antran, der sich gegen den 36stündigen Ruhetag, gegen das 22stündige Back­verbot und gegen die allgemeine Sonntagsruhe aus= sprach. Es wurde beschlossen, das Backverbot und die allgemeine Sonntagsruhe nur dort einzuführen, wo es auf besonderen Wunsch der betreffenden Städte gefor= dert wird.

Infolge der großen Size ist in Elberfeld die Kin­dersterblichkeit derart gestiegen, daß der Stadtarzt öf­fentlich Verhaltungsmaßregeln zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit und zur Verhütung von Erfran­fungen der Kinder bekannt gegeben hat.

Die Cholera greift in der Türkei welter um sich. In Ipek fordert die Seuche täglich an fünfzig Opfer, Besonders unter der mohammedanisch- albanesischen Be­völkerung, die die Seuche als Schickung des Himmels betrachtet und gar keine hygienischen Vorsichtsmaßre­geln beobachtet. Der Markt ist geschlossen und die Ge­fchäfte stocken.

Bäderfrequenz. Baden- Baden 48 665; Badenwet­

Frant Haldecks Geburtstag nahte; man wollte ihn mit einem Tanzabend fetern. Karla batte zum ersten Mal die Halbtrauer abgelegt, sie sah sehr lieblich aus in dem hellen Seidenkleide mit einigen frischen Rosen im Haar; Waldenberg schien es auch zu finden, er war unzertrennlich von ihr.

Alfred bemithte sich helter zu sein, er scherzte und Tachte mit einigen jungen Damen aus Stralsund, denen er den Hof machte.

bach.

Der Tanz begann, Alfred näherte sich Karla. " Haben Sie noch etwas frei?" fragte Dr. Groten­

Sie zuckte bei seiner Frage zusammen. " Nein, Sie fommen zu spät," sagte sie kalt. Ach so, bedauere."

Grotenbach verneigte sich und wollte gehen, da trat ein junger Artillerieoffizier auf Frau Üchatscheff zu. " Ich bin untröstlich, gnädige Frau," sagte er, aber ich soll nach dem Feuerwerk sehen; die Leute wissen fel­nen Bescheid, vielleicht ist der Herr Doktor so freundlich, mich zu erseben?"

Karlas Hände krampften sich zusammen. Es gibt kein Entrinnen," dachte sie.

" Flr diese selige, furze Minute gehört sie mir," dachte Grotenbach, und seine Hand preßte die ihre fast schmerzhaft, ohne daß er es wußte. Eng aneinander geschmiegt glitten sie über das Parkett, sie tanzten zum ersten Mal zusammen, bisher hatten sie nie Gelegen­heit gehabt.

Alfreds Arm löste sich zögernd, zögernd gab er seine Dame fret. Er näherte sich ihr auch nicht mehr im Laufe des Abends.

Dank der Lettung des Artillerieoffisters verlief das Feuerwerk glänzend. Alfred stand etwas absetts; als die letzte Rakete verpufft war, ging er einsam durch den Lindengang, er dachte immer wieder an den furzen

Ier 5970; Brüdenau 3678; Davos 18 744; Ems 16 66 Freudenstadt 6218; Homburg 10 612; icht 15 251 Karlsbad 55 256; Kissingen 28 120; Königstein 5461 Kreuznach 10 200; Langenschwalbach 5520; Marienba 28 024; Minster a. St. 6173; Nauheim 27 520; Neuer ahr 19 278; Niendorf 4521; Oberstdorf 10 882; Orb 4466; Pyrmont 28 113; Salzungen( Thür.) 4108; Sonder Werra 5031; Soden 3601; Travemünde 9203; Warne münde 16 882; Westerland- Sylt 22 388; Wildungen

10 162.

Die Nachrichten über den Gesundheitszustand des Bapstes lauten immer günstiger. Der Bapst hat die Nacht sehr ruhig verbracht. Das Fieber ist geschwur den; doch wird die Rekonvaleszenz infolge der allge meinen Schwäche des Kranken sehr lange dauern.

Das Luftschiff B. 6, welches Sonntag frith 3 Uhr 43 Minuten mit elf Personen einschließlich des Führer Oberleutnants Stelling, in Bitterfeld aufgeftlegen war ist um 8% Uhr auf dem Flugplatz Johannisthal etn getroffen.

Der neue badische Bahnhof in Basel, der eben ha Rohbau fertiggestellt ist, ist Sonnabend abend in Brand geraten. Das Holzgerüst ist vernichtet, das Mittelstüc bes Empfangsgebäudes ausgebrannt. Das Feuer i wahrscheinlich durch die Funken einer Arbeitslokomo tive entstanden.

Die Size hat nene Rekords geschlagen. In Varis hat das Thermometer gestern 37 Grad T. im Schatten gezeigt, in Rom stieg es sogar bis 43 Grad, das Meer. wasser in Cordes in Frankreich zeigte fast 35 Grad und in London ist der überhaupt heißeste Tag gewesen.

Vier Verhaftungen wegen Spionage wurden in Metz vorgenommen. Es handelt sich um Leute, die früher bei der Fortifikation tätig waren. Einer der Gefangenen wurde wieder freigelassen, der sofort nach Frankreich entfloh, ein anderer der Verhafteten ist ein ehemaliger Fremdenlegionär, ein dritter ist ein fran zösischer Bildhauer.

Bom Zuge geföpft. Auf dem Berliner Bahnhof Friedrichsstraße wollte ein Kellner von der Bahnhofs. wirtschaft an einer Ramve Wasser ausschütten. Er fiber. sah einen einfahrenden Fernzug, wurde von ihm erfaßt und fiel so unglücklich auf den Bahnkörper, daß thm der Kopf vollständig abgefahren wurde. Folgenschwerer Zugzusammenstoß. Gestern abend

stieß auf dem Bahnhof Starnberg in Oberbayern eine Lokomotive auf einen mit Münchener Ausflüglern be setzten Eilzug auf. 25 Personen erlitten erhebliche Ver legungen. Die Münchener Sanitätskolonne rückte mit vier Krankenwagen zum Transport der Verwundeten aus.

In der Notwehr getötet. Bei einer Lohnauszah lung schlugen in Posen dret Arbeiter mit Spaten auf den Ingenieur Klettner ein. Der Angegriffene erschoß in der Notwehr einen Arbeiter.

Ein jugendlicher Vatermörder. In dem russischen Grenzdorf Newogorot erschlug der 14jährige Beter Klemfow seinen 60jährigen Vater. Der jugendliche Mörder verscharrte die Leiche in einem Getreidefelde und flüchtete, nachdem er seiner Mutter ein Geständnis abgelegt hatte. Schon am nächsten Morgen wurde er jedoch ergriffen.

Aus den Gerichtssälen.

Eine Reichsgerichtsentscheidung über das Rücül gungsrecht an Fortbildungsschulen. Das Reichsnericht hat die Frage, ob den Lehrern an den Fortbildungs schulen ein Büchtigungsrecht zuzubilligen fet, befabt. Aus dem Recht und der Pflicht des Lehrers zur Er ziehung folge von selbst dessen Recht, innerhalb der durch den Erziehungszweck gezogenen Grenzen ange messene Zuchtmittel zur Anwendung zu bringen. Daß die Lehrer der Fortbildungsschule nicht nur zum Un terricht, sondern auch zur Erziehung ihrer Schüller be rufen seien, könne einem begründeten Zweifel nicht im terliegen. Die Fortbildungsschule habe aleich der Volks schule die Aufgabe, nicht nur ihren Schillern Kenntniffe beizubringen, sondern auch auf ihren Geist und ihren Charakter erzieherisch einzuwirken, um sie zit nützlichen Mitgliedern der menschlichen Gesellschaft heranzubilden. Den Lehrern der Fortbildungsschulen tönne daber das Recht, gegen die ihrer Erziehung anvertrauten Schiller bei gegebener Veranlassung angemessene Zuchtmittel anzuwenden, nicht versagt werden.

Vermischtes.

Einen ungewöhnlichen Fund machte ein Oberpoſt schaffner in der Villenkolonie Grunewald bei Berlin. In einem Patet verschnürt fand er Wertpapiere im Ge famtbetrage von 2,300,000 Mart. Er begab sich mit dem Fund sofort in das Amtsbureau und meldete ihn an. Kurz darauf erschien auch der Verlierer, ein in der Kolonie ansässiger Rentier. Sein Erstaunen war groß, als ihm eröffnet wurde, daß die Wertpapiere soeben ab gegeben worden seien. Der ehrliche Finder konnte als Dank eine Belohnung von 500 Mart entgegennehmen.

Moment zurück, als er mit Karla tanzte. Warum hatte sie in seinen Armen gezittert? War er ihr so anti pathisch? Oder war es doch der entgegengesetzte Grund? Wäre es denn möglich, daß sie, daß sie-- Stimmen dicht neben ihm ertönten, er erkannte die Sprechenden, Waldenberg und Frau Uchatscheff. Ste geben mir gar keine Hoffnung, gnädige Frau, Sie weisen mich ab?" fragte des Mannes erregte Stimme.

" Ja," lautete die Antwort, ich kann nicht anders." Doktor Grotenbach stand wieder allein im tiefen Schatten der Bäume und plötzlich flutete helles Licht um ihn, ja tausend Lichter erhellen für ihn die Nacht. Jetzt ist seine Reihe gekommen, das Wort zu wagen, das ihm, selt er in Strandhof wellte, auf den Lippen brannte.

Waldenberg reiste am andern Morgen ab. Rarla zeigte sich nicht, es hieß, daß sie Migräne habe, diese gefällige, oft gebrauchte gesellschaftliche Lige.

Dreizehntes Kapitel.

Am Herthasee.

Rann ich Dich sprechen, liebe Karla?" Tante Theklas freundliches Gesicht blickte durch die Tür der Villa Petersburg hinein. Frau Uchatscheff lag träumend im Schaukelstuhl, ein Buch in ihrem Schoß, aus dem sie gleichwohl keine Beile gelesen hatte. Immer hörte sie die Melodie eines Walzers, nach dem sie mit Alfred getanzt hatte; nur einmal, aber dieser Augen blic war für sie der Glanzpunkt des ganzen Abends ge wesen.

Gewiß, liebe Tante, setze Dich!"

tenbach platz genommen, fauerte sich die junge Frau Karla war aufgesprungen, und nachdem Frau Gro auf dem Schemel daneben und füßte die Hand, die sich liebkosend auf ihre Schulter legte.

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