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Gießener Zeitung

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( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 50 Pfg. monatlich oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint Mittags 3 Uhr. Die Illustr. Weltrundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung ,, G. m. b. S.

Nr. 138.

-

Telephon: Nr. 362.

Hessischer Landtag.

Ausschußfißungen.

Enthält alle amfl. Bekanntmachungen

der Großherzoglichen Bürgermeisterei

des Großherzoglichen Polizei Amfes

Behörden Oberhessens sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83.

Be­

Der dritte Ausschuß der Zweiten Kammer hielt am Dienstag eine längere Sitzung ab. Bezüglich der Vorstellung des Heinrich Klein zu Bensheim betr. Entschädigung abgebrannter Gebäude( dem Petenten ist seine Holzbearbeitungsfabrik bis auf die Fundamente abgebrannt, wofür die Brandversicherungskammer die Entschädigung verweigert) stellt sich der Ausschuß auf den Standpunkt, daß eine Entschädigung einzutreten habe, und wenn dies nicht durch die Brandversicherungs­fammer geschehe, müsse die Behörde eintreten. treffs der Vorstellung hessischer Privatarchi­teften wegen Uebernahme von Privatarbeiten hat sich ergeben, daß die Beschwerden zum Teil übertrieben sind und die staatlichen Baubeamten nur einen geringen Pro­zentsatz der Privatarbeiten ausführen. Diese Privatar­beiten ganz zu verbieten, hält der Ausschuß nicht für angebracht. Wo es notwendig erscheint, will die Re­gierung eine Remedur eintreten lassen. In diesem Sinne soll die Vorstellung für erledigt erklärt werden. Betreffs der Vorstellung von Landwirten in Ulrichstein wegen der dortigen staatlichen Aufforstungen wurde festgestellt, daß diese nur ganz unbedeutender Natur sind gegenüber den von der Gemeinde und Privatbesitzern erfolgten Auf­forstungen; es liegt somit ein Grund zum Einschreiten nicht vor und der Ausschuß beantragt deshalb, die Vor­stellung für erledigt zu erklären. Weiter beschloß der Ausschuß, die Landtagsersatzwahl in Gießen( an­stelle des Abg. Dr. Gutfleisch wurde Justizrat Grüne­wald gewählt) für gültig zu erklären.

Der Finanz ausschuß der Zweiten Hessischen Ständekammer beschäftigte sich gestern unter dem Vorsitz des Abg. Dr. Osann zunächst mit den hessischen Bundes­ratsverhältnissen und der hessischen Gesandtschaft in Ber­lin. Vorgesehen ist ein Bürobeamter mit einem Höchst­gehalt von 5820 Mark, sowie für vermehrte Tätigkeit stellvertretender Bundesrats- Bevollmächtigter ein Be­trag von 6500 Mark. Die Regierung und der Staats­minister Ewald, sowie Geh. Staatsrat Krug von Nidda begründeten die Notwendigkeit der Forderung eingehend. In dem Ausschuß selbst wurden verschiedene Stimmen auch gegen die Bewilligung laut, es wurde daher be­schlossen; die Abstimmung für die nächste Sitzung auf­zuheben.

( Haus Brüder Schmidt.)

Donnerstag, den 15. Juni 1911.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 15. Juni. Verkaufstagsnachflänge. Das Groß­herzogspaar hatte gestern nachmittag die beim Ver­taufstage tätigen verheirateten Damen zum Tee in den Botanischen Garten eingeladen. Um Uhr erfolgte die Rückreise des Großherzogspaares im Automobil nach dem Jagdschloß Wolfsgarten. Das Ergebnis des Verkaufstages beträgt 58 300 Mark. Dem Archi­tekten Hans Meyer- Gießen verlieh der Großherzog das Ritterkreuz 1. Klasse des Philippsordens, während die Großherzogin ihr Bild mit eigenhändiger Unterschrift überreichte.

* An die Wassertante! Man schreibt uns: Der Landesausschuß des deutschen Flottenvereins für das Großherzogtum Hessen bittet Damen und Herren, auch nichtmitglieder, die sich an seiner am 15. Juli be­ginnenden Gesellschaftsfahrt beteiligen wollen, sich bal­digst anzumelden. In sieben vollen Tagen wird für 110 Mark Hamburg- Helgoland- Kiel eingehend besichtigt. Vorbereitet ist ferner eine fünftägige Anschlußfahrt nach mit Dänemark; sie zeigt Kopenhagen, Nord- Seeland seinen reichen Schlössern und Helsingör, überquert den Sund, um in dem malerisch gelegenen Helsingborg auf schwedischem Boden einen Abend zu verbringen und endigt am 26. Juli in Saßnitz auf Rügen.( Preis 75 Mark.) Anmeldungen und Zahlungen nimmt nur der Hessische Landesausschuß Darmstadt, Waldstraße 1, ent­gegen; Programme sind von ihm zu erhalten.

( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreis 15 Pfg.

die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Pig. Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig.- Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.

Telephon: Nr. 362.

23. Jahrg.

| zahlreich in Umlauf. Sie tragen das Münzzeichen C. und die Jahreszahl 1876.

* Versammlung. Auf Anregung des hiesi­gen Ev. Arbeitervereins fand am Sonntag eine Bespre­chung über die Herbeiführung eines regeren Verkehrs zwischen den Vereinen Butzbach), Friedberg, Gießen, Marburg und Wetzlar statt, zu der sämtliche eingelade­nen Vereine Vertreter entsandt hatten. Nach kurzer Be­grüßung durch den Vorsitzenden des Gießener Vereins, Oberbibliothekar Dr. Heuser und Darlegung des Zwecks der Zusammenkunft wurde in eingehender Weise über die Möglichkeit eines gemeinsamen Wirkens beraten. Ne­ben Pflege der Geselligkeit, Stellungnahme zu wichtigen wirtschaftlichen und sozialen Fragen, soll durch gemein­same Besprechung von Vereinsangelegenheiten, Austausch der Redner für Vorträge und Diskussionsabende, gegen­seitige Uebersendung des Arbeitsprogramms und der Jahresberichte, Schaffung gemeinschaftlicher sozialer Ein­richtungen 2c. eine Förderung der Vereinsbestrebungen herbeigeführt werden. Zur Durchführung dieses Vor­habens werden den vertretenen Vereinen folgende Vor­schläge zur Beratung und Genehmigung unterbreitet. Die Vereine Buzzbach, Friedberg, Gießen, Marburg, Wetzlar, wozu noch Homburg gebeten werden soll, bil­den zwecks Förderung der Evangelischen Arbeiter- und Gesellenvereinsbestrebungen sowie zur Pflege der Ge­selligkeit, eine lose Vereinigung, bei welcher das Ver­hältnis einzelner Vereine zum Mittelrheinischen bezw. Kurhessischen Verband unberührt bleibt. Mindestens zweimal jährlich finden Delegiertenversammlungen statt, bei denen neben Besprechung von Vereinsangelegenhei­wirt­Fronleichnams fest. Das hohe Fest, daß ten, Stellungnahme zu wichtigen sozialen und heute unsere katholischen Mitbürger feiern, fam zur all- schaftlichen Fragen, ein kleines Referat mit anschließen­gemeinen Einführung im Jahre 1311 durch Papst Cle­mens 5., so daß dieses Jahr das 600jährige Ju biläum des Kirchenfestes darstellt. Ueber die Ent­stehung desselben erzählt die Legende, daß eine Lütti­cher Nonne, so oft sie betete, den vollen Mond mit einer fleinen Lücke gesehen. Man deutete den Mond als die Kirche und die Lücke als den Mangel eines Festes zur Einsetzung des heiligen Abendmahles. Die Feier wurde 1249 durch Bischof Robert von Lüttich für sein Bistum eingeführt und von Papst Urban den 4. 1264 auf die ganze Kirche ausgedehnt. Da Urban aber bereits zwei Monate nachher starb und seine Nachfolger auf die Be­folgung der Einführungsbulle nicht drangen, so wurde das Fest fast nur in der Diözese Lüttich gefeiert. Erst Clemens 5. führt 1311 die Angelegenheit zum erwünsch ten Ziel.

Weiter wurden in dem Ausschuß die verschiedenen Anträge betr. die Revision des preußisch­hessischen Gemeinschaftsvertrages be handelt. Es wurden die Anträge der Abgg. Ulrich und Reh abgelehnt, dagegen der Antrag Molthan, dem auch die Bauernbündler und die Nationalliberale Partei zu­stimmten, angenommen. Er lautet: Die hohe Kam­mer und die Regierung ersuchen, eine genaue Uebersicht über die auf den hessischen Linien der preußisch- hessisch. Eisenbahngemeinschaft seit Bestehen des Vertrages ein­getretene Betriebssteigerung und die dadurch bedingte Werterhöhung, sowie eine genaue Uebersicht über die seit Bestehen des Vertrages notwendig gewordene Ka­pitalserhöhung, sowie über die in der nächsten Zukunft noch in Aussicht stehenden Aufwendungen demnächst dem Landtag vorzulegen."

Reichstagswahlvorbereitungen.

neu­

Friedberg, 15. Juni. Wie wir berichteten, hat der als nationaler Sammelkandidat" für den Wahl­freis Friedberg- Büdingen in Aussicht ge­Ueber die nommene Kreisrat Schliephake abgelehnt. ge= Gründe der Ablehnung wird der Franks. 3tg." schrieben: Wir glauben darüber informiert zu sein, daß der Bund der Landwirte an eine nationalliberale Sam­melkandidatur die Bedingungen geknüpft hat, die lich im Hanauer Anzeiger" als allgemein gültig für Südwestdeutschland bezeichnet wurden: Der Kandidat muß der altnationalliberalen" Richtung des Herrn von Senl angehören. Offenbar ist Kreisrat Schliephake ein selbständiger Mann, der sich nicht unter das Joch des Bundes beugen will. So kann denn, nachdem der Bund diese und das Zentrum die vorher in Aussich, genom­mene Kandidatur des Medizinalrates Dr. Vogt- Buzz­bach zu Fall gebracht hat, die Suche aufs neue beginnen. Limburg, 15. Juni. Die Sozialdemokraten haben im vierten nassauischen Reichstagswahlkreise den Arbeitersekretär Zimmermann- Frankfurt als Zählkandi­baten aufgestellt.

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be­

der Diskussion in Aussicht genommen ist. Weiter steht die Absicht neben gegenseitigem Besuch der Veran­staltungen der einzelnen Vereine im Sommer einen ge­meinschaftlichen Familienausflug zu unternehmen. Die Geschäftsführung übernimmt vorläufig der Gießener Verein.

sch Hungen, 14. Juni. Aus der Züchterei des deutschen Edelschweines von R. Weiß- Hof ging ein Eber zu Zuchtzwecken nach Deutsch Ostafrika.

die

Friedberg, 15. Juni. Folgende bemerkens­werte Bekanntmachung gegen anonyme Anzeigen ver­öffentlicht das Kreisamt zu Friedberg: In letzter Zeit wurden häufig Anzeigen ohne Nennung der Namen ihrer Absender eingereicht. Da die Erfahrung gelehrt hat, daß solche Anzeigen meist Beschwerden gegen uns nachgeordneten Organe der Verwaltung und Poli­zei in den weitaus meisten Fällen grundlose Ankla­gen enthalten, so erscheinen dieselben zu einem amtlichen Einschreiten nicht geeignet. Wer nicht den Mut hat, seine Sache persönlich zu vertreten, kann eine Berücksich­

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für seine Anliegen ein offenes Gehör findet und er ge­gebenenfalls auch auf Wahrung seiner Anonymität durch uns rechnen kann.

Kunstausstellung Darmstadt 1911. Ueber die Kunstausstellung Darmstadt 1911, die Mitte Mai ihre Pforten geöffnet hat, ist soeben eine höchst be­achtenswerte Sonderveröffentlichung im Juni- Heft der Deutschen Kunst und Dekoration"( Vertigung umsoweniger erwarten, als Jedermann bei uns lagsanstalt Alexander Koch- Darmstadt) erschienen, die allen denen hochwillkommen sein dürfte, die sich über das auf der Ausstellung Gebotene eingehender unterrich ten wollen. Die ausgezeichneten zahlreichen Abbildun gen geben einen umfassenden Ueberblick über die be­deutsamsten Werke dieser Kunstschau, die den guten Ruf Darmstadts als Kunststadt wieder glänzend rechtfertigt und unter den gleichzeitigen anderweitigen Veranstal­tungen mit einen der ersten Plätze einnehmen dürfte. Dr. Carl Weichardt- Frankfurt hat den orientierenden Text dazu geschrieben.

Jahnfeier in Berlin. Die am 17. und 18. Juni in Berlin zu veranstaltende Jahnfeier( 100­jährige Gedenkfeier der Errichtung des ersten Turnpla­ges) wird sich zu einer gewaltigen Kundgebung für die deutsche Turnsache gestalten. Selbst eine Abordnung aus Amerika wird an der Erinnerungsfeier teilnehmen.

26. Mainzer Regatta. Man schreibt uns: Die große, zweitägige Regatta des Mainzer Ruderver­eins nimmt am nächsten Samstag, den 17. um 4% Uhr nachmittags ihren Anfang. Da die Breite der Bahn nur das gleichzeitige Fahren von 5 Booten gestattet, so müssen am Samstag vormittag bereits Vorrennen statt­Am finden, deren Beginn auf 10 Uhr festgesetzt ist. Nachmittag werden neun Hauptrennen gestartet. Den Abend des ersten Regattatages beschließt ein großes Nachtfest auf den Terrassen und im Garten der Stadt­halle. Am Sonntag, den 18., Uhr nachmittags be­ginnen die Hauptrennen. Von diesen interessieren meisten der Ausgang des Großherzogs- Vierers, Großen Einers, des Kaiser- Vierers und des Großen Achters.

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Falsche Zweimarkstücke, die selbst von Fachleuten von echten kaum unterschieden werden können, sind zurzeit, so wird aus der Pfalz gemeldet, wieder

* Worms, 14. Juni. Hier hat sich ein neuer Verein gebildet, der Barfußklub, dessen Mitglieder, männliche und weibliche, sich verpflichten, während der warmen Jahreszeit nur unbeschuht einherzugehen. Der Vorsitzende ist ein Schuhmachermeister.

* Weilburg, 15. Juni. Das finanzielle Er­gebnis des Kornblumentages in unserer Stadt beträgt 1200 Mart.

* Weilburg, 15. Juni. Der Ev. Männer- u. Jünglingsverein von Limburg unternimmt heute einen Ausflug nach Weilburg und Braunfels.

=) Limburg a. d. L., 15. Juni. Am 1. Au­gust wird die vollspurige eingleisige Verbindungsbahn Marienberg- Langenbach- Erbach im Westerwald dem öf­sentlichen Verkehr übergeben. Die Strecke ist 6,12 Kilo­meter lang. Zwischenstationen besitzt die Strecke nicht. Homburg v. d. H., 14. Juni. Hochinteres= sante Versuche mit der Wünschelrute wurden gestern früh im hiesigen Kurgarten angestellt. Ein Kurgast, Herr Bibow aus Mecklenburg führte mit den bekannten Weidengabeln eine Menge von wohlgelungenen Experi­menten aus. Die Gabeln drehten sich, wenn Herr Bi­bow über unterirdischen Quellen stand, förmlich ihre Achsen. Auf diese Weise konnte gestern im Beisein wissenschaftlich gebildeter Männer einwandfrei der Rand des Quellengebietes festgestellt werden. An diese Ver­suche schlossen sich solche von Fräulein Brod- Vilbel an, die auch alle vorzüglich gelangen. Die Experimente ver­folgten lediglich den Zweck, vor einem Kreise von Fach­gelehrten auf die eigenartigen Zusammenhänge zwischen unterirdischen Wasserströmen und besonders dazu ge­eignete Personen hinzuweisen.

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