Einzelbild herunterladen

Deutscher Reichstag.

lich wie Effig schmeckt und die größte Leidenschaft des Meri­faners bildet. Es ist nun wohl begreiflich, daß die ande­ren Mächte ein bedeutendes Interesse an geordneten Zu­ständen in Mexiko haben, und das Bestreben von Diaz ist während seiner langen Regierung darauf gerichtet gewesen, Ordnung und Frieden aufrecht zu erhalten. So sehr er sich damit den Dank der ruhigen Bürger erwarb, so sehr ent= fesselte er auch den Haß der Unzufriedenen und Abenteuer­lustigen, die in Mexiko so zahlreich sind.

Glückwunschtelegramm, das der Reichstanzler von Beth­mann Hollweg an den Prinzregenten Luitpold gerichtet hat, erwiderte dieser: Ich danke Ihnen, mein lieber Herr von Bethmann Hollweg, aus ganzem Herzen für die Glückwünsche, mit denen Sie mich zu meinem heutigen Jeste erfreut haben. Mit Befriedigung blicke ich auf all das Große zurück, das ich mit dem Werdegang des Deutschen Reiches dank Gottes gnädiger Fügung miterlebt habe. Der Zukunft und der Wohlfahrt des Reiches gelten meine innigsten Wünsche. Gott segne den Kaiser, Gott segne das deutsche Volk, das ist der Gedanke, der mich heute an meinem Freudentage erfüllt. Ihnen aber und Ihrem Wirken sei der Erfolg beschieden, den mein Vertrauen für Sie erwartet."

Daß sich Diaz einer solchen Partei ingrimmiger Wider­sacher gegenüber so lange hat halten können, liegt in der ungeheuren Energie seines Willens und der faszinierenden Kraft seiner Persönlichkeit begründet. Wie er mit Leuten umzugehen weiß, dafür ein einfaches Beispiel. Ein stru­pelloser amerikanischer Konzessionsjäger wandte sich an den Präsidenten und behauptete, er sei das Opfer von Betrü­gereien und Gewalttätigkeiten geworden. Diaz ließ ihn zu sich kommen und sagte zu ihm nur die Worte: Was wünschen Sie?" Vor diesem starren, undurchdringlichen Ge­sicht und in der eisigen drohenden Atmosphäre verging selbst diesem mit allen Hunden gehetzten Spekulanten der Mut, er stammelte, machte Ausflüchte und bat schließlich nur um die Erlaubnis, eine Beschwerde schrift einreichen zu dürfen. Der Präsident sagte kein Wort mehr; der um ,, Gerechtigkeit" Flehende ging ganz gedrückt und kleinlaut weg und sprach von der Klageschrift kein Wort mehr, selbst nicht zu seinen Freunden. So weiß Diaz mit den schlau­esten Geschäftsleuten und den gefährlichsten Gesellen fer­tig zu werden. Zwar hat er den Grundsaß, daß man in der Politik manchmal vergessen muß", aber er behält seine Feinde immer im Auge und wehe ihnen, wenn die Stunde kommt, da er abrechnet!-

Liberale und Nationalliberale bei den nächsten Reichstagswahlen. Der Zentralvorstand der Fortschritt­lichen Volkspartei wird am nächsten Sonntag in Berlin zusammenkommen, um über ein Zusammengehen mit der nationalliberalen Partei in bis jetzt noch unentschiedenen Wahlkreisen zu beraten. Den gleichen Zweck, über ein Zusammengehen zu beraten, hat auch eine am nächsten Sonntag in Berlin tagende Versammlung des Gesamtvor­standes der nationalliberalen Partei.

Gegen Widersacher, die er für ungefährlich hält, hat Diaz sogar eine gewisse Höflichkeit. Straff, streng, eisern ist dieser Mann, der jetzt 80 Jahre zählt. Von mittlerer Größe, mit scharfen, klugen Augen, breitem Kinn, langen, gleichsam aufmerksam gespißten Ohren und gefahrwittern= den Nüstern, mit weißem Haar und Schnurrbart, hat Diaz das Aussehen eines alten Generals. Selbst seine schlimm= sten Feinde müssen gestehen, daß sein Privatleben makel­los ist und daß man ihm nichts von all jenen Lastern zu­schreiben kann, die man früher so oft den führenden Män­nern merikos vorwerfen durfte. In einem Lande, in dem die Ausschweifung nichts seltenes ist, lebt der Präsident ent­haltsam wie ein Mönch.

Am Montag gedachte der Präsident Graf Schwerin­Löwitz zunächst des 90. Geburtstages des Prinzregenten Luitpold von Bayern und brachte das von ihm namens des Reichstages gesandte Glückwunschtelegramm und die einge= des Prinzregenten zur Kenntnis des gangene Antwort Hauses. Seine Mitteilungen wurden mit allseitigem Beifall aufgenommen. Dann kam bei der Weiterberatung des Etats des Reichsamts des Innern zunächst der national­liberale Redner Stresemann zum Wort, der in langen Aus­führungen sehr beredt die verschiedensten sozial- und wirt­schaftspolitischen Themata namentlich unter dem Gesichts­punkt der Förderung industrieller Interessen, besonders der sächsischen, ausgiebig besprach. Hierauf nahm Staats­sekretär Delbrück das Wort, um wenigstens auf einige aus der vielseitigen und reichhaltigen Sammlung der ihm vor­getragenen Wünsche und Fragen Rede und Antwort zu stehen. Er wies zunächst gegenüber den Anklagen des So­zialdemokraten aus der letzten Sizung an der Höhe der Aufwendungen für sozialpolitische Zwecke nach, daß die Let= stungen des deutschen Reiches auf diesem Gebiete denn doch nicht so gering sind: sie werden bald ein Fünftel des ge= samten jährlichen Zuwachses an Nationalvermögen, näm­lich weit über eine Milliarde, betragen. Dann wies der Staatssekretär die Behauptung sozialpolitischerttufruchtbar keit der Verbündeten Regierungen durch den Hinweis auf die noch ihrer Erledigung harrenden sozialpolitischen Ge= sebesvorlagen als unzutreffend nach. Eine Einigung über das Tarifvertragswesen hält er für ausgeschlossen, bisher mangele nur die Vollstreckbarkeit, die an dem Mangel der Rechtsfähigkeit der Berufsvereine scheitere; letztere aber set nicht möglich ohne Unterstellung dieser Vereine unter das gemeine Recht, d. h. die Verpflichtung, mit ihrem Vermögen zu haften. Den Fragen des Mittelstandes widmen die Ver­bündeten Regierungen fortgesetzt ihre Aufmerksamkeit. Ue­ber den Unterschied von Fabrik und Handwerk wird eine demnächstige Konferenz beraten. Die Vorschriften über die Wanderauktionen fönnen verschärft werden. Ueber die Wanderlager schweben Erwägungen. In Bezug auf das Submissionswesen können den Einzelstaaten und Gemein­den keine Vorschriften gemacht werden. Ein Bild von der Bedeutung der geforderten Zentralstelle für die Textilin­dustrie kann sich der Redner augenblicklich noch nicht ver­schaffen. Die Frage wird weiter verfolgt werden. Ebenso wird ernstlich daran gearbeitet, unsere Industrie unab= hängig von ausländischen Rohprodukten zu machen, in er­ster Linie von der Baumwolle. Die überaus schwierigen Verhältnisse der Syndikate möchte der Staatssekretär jetzt nicht durch gesetzgeberische Experimente beeinflussen, deren endgültiger Verlauf unübersehbar würde. Der Zeitpunkt, einzugreifen kommt erst, wenn man übersehe, wie sich die Dinge gestalten. Der Staatssekretär äußerte sich dann über die Frage der Konkurrenzklausel und verwies auf die gro= Ben Meinungsverschiedenheiten in den Interessentenkreisen. Dann sprach er zur Forderung einheitlicher Wahlurnen und erklärte: Ich will ausdrücklich feststellen, daß es unanständig ist, wenn Wahlvorsteher sich dazu hergeben, durch künstliche Manipulationen das gesetzlich garantierte Wahlrecht зи durchbrechen. Es ist aber ebenso unanständig und noch un­anständiger, wenn Lente zweimal wählen oder unberechtigte Stimmzettel abgeben. Ich werde vor den nächsten Neuwah= len dafür sorgen, daß dieser Frage ernstlich Aufmerksamkeit geschenkt wird, und ich werde die Behörden darauf aufmerk= sam machen, daß als Wahlurnen nicht Gefäße verwendet werden, die zum Mißbrauch Anlaß geben können. Ich habe die Bundesregierungen um Anordnungen ersucht, daß die Ersatzwahlen in denselben Fristen erledigt werden, in denen Neuwahlen nach der Auflösung stattzufinden haben. Preu­Bische Vorschläge zu der Frage eines Theatergesebes werden im Bundesrat erörtert. Auch die Frage der Theaterzensur ist in der Schwebe. Nach weiteren Erörterungen der Abgg. Brejski( Pole), Rieseberg( w. Vg.) und Bruhn( Rfp.) vertagte sich das Haus auf Dienstag.

-

Der Zar von Meriko".

Die Junggesellensteuer,

Der

Maulu

worden. Gine

Alanenfe

Cöln zu

Provinze Die den, daß

men wer

für späte Januar

Verr lowis w

feitgestellt

Belohnun hatte. D dem Ob

rate fein. Gin

Sonntag

wurde ein

faffenbüch

den Dieb

Der

macherin fiel von wurden,

Mädchens trug es ei

durch der

Berlegun

Lichtb

( Illinois) nächit an

alle Verj heben, bi Nun will

aus der Handlung

Mord

Verbreche feher mit ten die fonnten fchwer ve land gem

Ein

Viersen

Baum.

forb. De

erlitt ebe

Die nationalliberale Stichwahlparole für Gießen­Nidda lautet auf Freigabe der Stimmen", das heißt mit anderen Worten, es ist jedem nationalliberalen Wähler überlassen, ob er bei der Stichwahl dem Kandidaten der Wirtschaftlichen Vereinigung oder dem sozialdemokratischen Kandidaten die Stimme geben will. Der Beschluß ist im Ausschuß der nationalliberalen Partei mit 13 gegen 5 Stimmen gefaßt worden. Er wird auch außerhalb Gie­Bens als indirekte Unterstützung des sozialdemokratischen Kandidaten ausgelegt. In führenden Parteifreisen ent= hält man sich vorläufig jedes Urteils über das Vorgehen des Gießener Wahlausschusses, was um so begreiflicher ist, als der Beschluß desselben nur nach heftigen Auseinander­setzungen zustande gekommen ist. Die Demission dreier hervorragender Vorstandsmitglieder läßt darauf schließen. Der Beschluß begegnet in nationalen Kreisen vielfach allerschärfster Kritik.

Das neue Herrenhausmitglied, Klempnerobermeister Plate in Hannover kandidiert nicht, wie vor einiger Zeit berichtet wurde, für den Reichstag. Nicht weniger als fünf Reichstagskandidaturen waren Herrn Plate ange= boten worden. Plate hat aber erklärt, daß er überhaupt teine Kandidatur für den Reichstag annehmen werde. In der Ablehnung sagt Plate nach einer Meldung des ,, B. T." unter anderem: Das Herrenhaus macht viel mehr Ar­beit, wie man denkt. Es werden dort erfreulicherweise nicht so viele und so lange Reden gehalten, wie in den anderen Parlamenten in Berlin, aber wirklich gearbeitet wird dort ebensoviel, wahrscheinlich noch mehr. Und dies ser Arbeit habe ich mich als einziger Mittelständler im ganzen Hause angeschlossen das erfordert den ganzen winzigen Rest der Zeit, die mir die Handwerkskammer und der deutsche Handwerks- und Gewerbetag noch übrig gelassen hatte."

die der Kaiser einst scherzweise ankündigte und die so viel Staub aufgewirbelt hat, soll nun doch in einem deutschen Bundesstaat zur Wirklichkeit werden. Im Großherzogtum Oldenburg hat der Finanzausschuß des Landtages ei­nem Antrage zugestimmt, nach dem unverheiratete Perso­nen im Alter von dreißig bis fünfzig Jahren mit einem Ein­kommen von über 4200 M zehn Prozent Zuschlag zur Ein­kommensteuer zahlen sollen. In dieser Form kann man die Sonderbesteuerung von wohlhabenden Leuten, die für keine eigene Familie zu sorgen haben, nicht als hart und unge­recht bezeichnen. Dennoch hat sich auch in Oldenburg eine heftige Opposition gegen diese Steuer erhoben. Es wurde betont, daß die verschiedensten Gründe für den Verzicht auf die Ehe in Betracht kommen können, und daß es viele Men­schen gäbe, die nicht zur Ehe paßten und deshalb beffer tä­ten, nicht zu heiraten. Indessen wird ja diese Steuer auch nicht als Strafe aufgefaßt, sondern lediglich als ein Zuschlag für solche, die weniger Lasten haben und deshalb mehr zah­len können. Es fragt sich nur, ob nicht statt einer besonde= ren Belastung der Unverheirateten eher eine größere Ent­lastung der Familienväter am Plaze ist. Diesen Weg hat bekanntlich die preußische Steuergesetzgebung be= reits betreten, indem sie das Kinderprivileg, das Kinder­reichen Familien Erleichterung gewährt, einführte. Es ist anzunehmen, daß diese indirekte Besteuerung der Jungge= sellen mehr Anklang und Nachahmung bei den übrigen deutschen Bundesstaaten finden wird als der direkte Be­steuerungsplan der Oldenburger. Nun wird mancher den eingefleischten Junggesellen gegenüber sagen, daß man das eine ja tun könne, ohne das andere zu lassen. Indessen selbst Junggesellen sind sozusagen Menschen, und da ihre Verehelichung im Zwangswege doch nicht herbeigeführt wer den kann, so blieben allzuweitgehende Besteuerungspläne schließlich Versuche am untauglichen Objekt, die nicht einmal besonders einträglich ausfallen.

Die Mobilmachung der amerikanischen Truppen, die bei den fritischen Verhältnissen in Mexiko einen Schutz für das gefährdete Eigentum der dortigen amerikanischen Bürger bilden sollen, wirft ein neues Schlaglicht auf die immer mehr um sich greifenden Wirrnisse und Unruhen, in deren Mittelpunkt die grimmig befehdete Gestalt des Präsidenten Porfirio Diaz steht. Dieser merkwürdige Mann, der Sohn eines Spaniers und einer Indianerin, der aus den untersten Volksschichten durch ein romantisches Abenteurer­leben zur höchsten Machtstellung seines Vaterlandes empor= stieg und diese mit eiserner Faust behauptet hat, wird von einem Engländer beleuchtet, der sein Material einem jett langem in Mexiko lebenden Amerikaner verdankt.

Die ungewöhnlichen und schwierigen Verhältnisse Mert­kos sind die beste Rechtfertigung für die strenge Autokratie, die Diaz den Namen des 3 aren von Mexiko" einge tragen hat. Fast alles in dem Lande gehört ausländischen Unternehmern. Den Engländern und Amerikanern die Bergwerfe und Eisenbahnen, den Deutschen die Eisenwaren­läden, den Franzosen die Läden mit Schnittwaren, den Schweizern die Juwelenläden, und die Merikaner haben nur die Lotterien und die Pulque"-Lokale. Pulque ist ein berauschendes Getränk, das aus Kaktus gebraut wird, ähn=

15)

Das Familiengeheimnis.

Roman von L. Walter. ( Nachdruck verboten.)

,, Wende Dich schriftlich an ihn." Dies würde nutzlos sein; ich muß den Advokaten Sprechen."

Hast Du während meiner Abwesenheit Briefe er= halten?"

Rundschau vom Cage.

Politisches.

-

Grundzüge für eine Reform der mecklenburgischen Verfassung sind vom Großherzog von Mecklenburg- Schwe rin im Einverständnis mit dem Strelizer Großherzog dem mecklenburgischen Landtage unterbreitet worden. Der Landtag in Mecklenburg- Schwerin soll danach aus 92 Ab­geordneten bestehen, nämlich aus 24 Abgeordneten der Ritterschaft, aus 24 Bürgermeistern, aus 7 Abgeordneten des ländlichen Großgrundbesizes, 12 Abgeordneten des ländlichen Kleingrundbesitzes, 10 Abgeordneten der städti­schen Bürgerschaften, einem Abgeordneten der Landesuni­versität, einem Abgeordneten der Geistlichen, 3 Abgeord neten der übrigen wissenschaftlichen Berufsstände mit Hochschulbildung, je zwei Abgeordneten der Handelskams mer, der Handwerkskammer, der Landwirtschaftskammer und vier vom Großherzog ernannten Abgeordneten. Die Wahl erfolgt entweder unmittelbar durch Wahlmän­ner, die von den Urwählern in Wahlbezirken gewählt werden, oder von der Landwirtschaftskammer, der Uni­versität usw.

Eine Zusammenkunft Kaiser Wilhelms mit König Bittor Emanuel? Die Gazzetta di Venezia" versichert, Kaiser Wilhelm werde in Venedig eine Zusammenkunft mit König Viktor Emanuel haben, der am 24. März abends mit Sonderzug aus Rom in Begleitung des Mi­nisters des Auswärtigen in Venedig eintreffe. Der Kö­nig werde sich nur einen Tag in Venedig aufhalten und entweder an Bord der Hohenzollern" oder im Königlichen Schlosse die Zusammenkunft mit Kaiser Wilhelm haben.

Frage nicht weiter, Wilhelm!" bat sie mit zitternder Stimme. Wir bleiben nur einige Stunden in Memel und reisen dann weiter. Willst Du nicht hierher zurück­tehren, so bestimme einen andern Ort, mir ist jeder recht, den Du wählen wirst. Die Familienangelegenheit, die mich treibt, wird rasch geordnet sein. Es ist außerdem auch nicht nötig, daß Du die Stadt betrittst."

Prinzregent Luitpold an den Reichskanzler. Auf ein

es schien, als ob er unsere Ankunft erwartet habe. Cä­cilie reichte ihm wehmütig die Hand. Ich merkte es wohl, daß die beiden einverstanden waren. Während des fru­galen Abendessen fragte ich Andreas um den Stand der Dinge.

Ich bot alles auf, um Cäcilie von der Reise abzubrin= gen; aber nie habe ich sie so fest gefunden, als damals. Es mußte doch wichtiges vorgefallen sein. Sie hatte von einer Familienangelegenheit gesprochen... ich konnte es nicht über mich gewinnen, in sie zu dringen, denn ich merkte es wohl, daß sie den Punkt ungern berührte. Als sie mir dann sagte: Du wirst später alles erfahren," fragte ich nicht mehr. Es machte ihr Pein, das Fami­Itengeheimnis mir nicht mitteilen zu können. Wir reisten ab. Schweigend saß Cäcilie neben mir; verdrießliche Dinge mochten sie beschäftigen. Auf der letzten Station bat fie mich noch, zurückzubleiben.

Mußt Du wirklich die Stadt betreten?" " Ich muß, Wilhelm."

"

Ich fümmere mich nicht darum," antwortete der Alte. Mir ist, als ob gar keine Krankheit in der Stadt herrsche. Die Leute machen zu viel Geschrei davon."

Die Lage in Merito verschärft sich. Nach einem Tele gramm aus El Paso herrschen in Nordmeriko panikartige Zustände. Die Insurgenten in den Grenzstaaten Chi huahua und Sonora zerstören Eisenbahnen und Telegra phenleitungen und belagern zahlreiche Städte, in denen sich Tausende von Frauen und Kindern ohne Nahrung und in hilfloser Lage befinden. Telegramme aus der Haupt­stadt Merito geben Gerüchte wieder, nach denen die Land­polizei am Sonnabend 120 Insurgenten bei San Bar tolito aufgerieben habe, von denen 50 Mann gefallen seien. Die Lage in Chihuahua ist sehr ernst, zahlreiche Industrien stehen still.

Dies beruhigte mich. Die Nacht, so dachte ich, wird ja wohl gefahrlos vergehen. Cäcilie ruhte ein Stündchen und beschäftigte sich an ihrem Sekretär, dessen Fächer sie durchsuchte.

,, So verlasse ich Dich nicht. Wieviel Geschäftsleute gehen nach Memel; morgen reisen wir weiter."

Das rege Leben auf dem Bahnhof verscheuchte meine Besorgnisse. Eine große Anzahl Reisender blieb zurück. Die Dämmerung war schon angebrochen, als die Droschke vor unserem Hause hielt. Andreas, der alte Diener, der von bem Schwiegervater auf uns übergegangen, öffnete rasch:

,, Wann willst Du Dein Geschäft ordnen?" fragte ich. " Mein Geschäft?" flüsterte sie wie zerstreut." " Wir sind deshalb gekommen." Ach ja!"

" Kann ich es Dir nicht abnehmen?" Ich selbst muß gehen." Natürlich moren früh."

"

Der Zust

Ein g

geflagte g

fammer

gen Arbe

tober vor

nach Hau

wobet m

die Poliz

vorgingen

Ein Schu Der Gew penich we Leute zu dürfte die

Vorb mitgeteilt reise meh oder Ein

des Aufe

Der dies

haupt un

als ficher

prinzessin treffen.

ficht geno

ich nicht länger warten. Die Wohnung des Advokaten war mir bekannt. Nachdem ich der Magd gesagt, daß ich ausgehen wollte, eilte ich hastig die Treppe hinab. Da ward hastig die Glocke gezogen. ,, Gott sei Dank, rief ich, , Cäcilie kommt!" Jch öffnete die Tür. Ein Mann stand an der Schwelle, der sich zitternd auf seinen Stod stützte. Ich kannte ihn nicht. Was wollen Sie?" fragte ich. Der Mann starrte mich an; ich wich erschreckt zurück vor dem gräßlichen Blicke. Madame Cäcilie Junker!" stammelte er, ich muß sie sprechen... ist sie angekommen?" Der Wahrheit gemäß antwortete ich mit Ja!"" Ist sie hier?" fragte nun der Fremde. Ich zweifelte nicht daran, daß ich einen Kranken vor mir hatte. Trotzdem bat ich ihn, er möge warten, da meine Frau ausgegangen sei. Er aber schlug die Tür zu. Ich öffnete wieder und eilte ihm nach. Der Mensch war verschwunden wie ein Gespenst. Nun lief ich nach der Wohnung des Advokaten, die ich atemlos erreichte. Die Magd, die mir öffnete, berichtete, daß ihre Herrschaft längst zu Bett gegangen sei und eine Dame nicht nach dem Herrn Advokaten gefragt habe. Mir blieb kein anderer Weg als der nach meiner Wohnung. Cäcilie war noch nicht angekommen. Mir schien das geratenste, zu warten. Eine qualvolle Stunde verfloß. Gott weiß, daß ich furchtbar gelitten habe. Endlich ertönte die Glocke. Ich selbst öffnete. Cäcilie, bis zum Tode erschöpft, sant in meine Arme. Ich trug sie die Treppe hinan und legte sie hier nieder. Um mich zu beruhigen sprach sie vom raschen Gehen, von der Schwüle der Nacht; aber das bleiche Aussehen und das Zittern ihrer Glieder belehrten mich eines andern... Ich verwünschte meine Nachgiebigkeit und überschüttete Cäcilie mit Vorwürfen, daß sie sich fres ventlich einer so großen Gefahr ausgesetzt hatte. Meinte sie auch, es würde so schlimm nicht werden, wir könnten ja morgen reisen und eine gesunde Gegend aussuchen, sa erfaßte mich doch eine unbeschreibliche Angst. Gewaltsam brachte ich sie zu Bett und ließ Sie, Doktor, um Hilfe bit ten. Bis zu Ihrer Ankunft blieb ich bei der Kranten.( f.)

,, Nein, diesen Abend noch; morgen früh reisen wir wieder ab. Der erste Bahnzug soll uns mitnehmen. Sage mir, wenn ich zurückomme, was Du beschlossen hast." ,, Cäcilie, Du wirst doch nicht allein gehen?" Andreas mag mich begleiten. Der Advokat Starte wohnt ja nicht weit von hier."

Sie hüllte mich in ihren Schal, füßte mich, ließ den Schleier herab und ging. Andreas, dem ich die größte Aufmerksamkeit empfahl, folgte ihr. Auf den treuen Die­ner durfte ich mich verlassen, er hing mit Leib und Seele an seiner jungen Herrin. Nach einer Stunde befiel mich doch peinliche Angst. Es schlug zehn, und noch immer war Cäcilie nicht zurückgekehrt. Das Ordnen des Ge­schäfts mußte doch mehr Zeit in Anspruch nehmen, als Cäcilie gedacht hatte. Ich bereute, ihr meine Begleitung nicht angetragen zu haben. Aber Andreas war ja mit ihr... dieser Gedanke tröstete mich wiederum einige Zeit. Jch ging aus einem 3immer in das andere. Nun fonnte

Kronprin 14. April

tes wird

amtlichen

Schloß A

milie be

eigentlich

haus find tiggestell

rigen R neben d dem Pa

der ang

Schloß

Winter

ben. Ei

mehreren einfchiffer

hand and

Ein

rij an de

Starten&

tommnis

Scheuchter

Madchen,

fich in der

der Nähe

diese bei

Kinder d gerade au

feltes An

Snellen Rindern vierjährig

das Gefch

herbei, di

Tieres m

Hefen Ga

feine Beu

erten Ga

Daß der

banonmad Destande

Schre

abend in

meb ben