Deutscher Reichstag.
Im Nu waren alle Dächer leer," erzählte Samilton, Soldaten und Bürger flohen eiligst in die Häuser. Ich ging auf 400 Fuß herab und begann die Stadt nochmals zu umkreisen. Jetzt merkten sie wohl, daß ich kein Feind war, denn die Soldaten kamen wieder aus ihren Schlupf= winkeln hervor, und die Bewohner strömten auf die Gase sen. Eine Gruppe von Offizieren auf einem Dache rief mir etwas zu, aber ich konnte wegen des Geräusches, das mein Motor machte, nichts verstehen. Letcht hätte ich Bomben auf die Stadt herabwerfen können; ich glaube indes nicht, daß man mich von unten mit einer Kugel hätte tref= fen können. Auf der Rückfahrt gewahrte Hamilton einen amerikanischen Wachtposten. Der Mann mußte wohl ge= schlafen haben. Als er erwachte und dte riesige Maschine gewahrte flog das Gewehr an seine Backe. Hamilton kam aus einer Höhe von 1000 Fuß direkt auf den Soldaten zu, dem plötzlich so angst zumute wurde, daß er einen lauten Schrei ausstieß und in den Strom sprang. Andere Flieger haben weniger zu berichten, weil, wie sie selbst be= kennen, sie so sehr mit ihren Maschinen beschäftigt waren, daß sie keine Zeit zur Beobachtung hatten.
Es bestätigt dieser Bericht, daß nur unter ganz günstigen Umständen ein Flieger außer der Bedienung seiner Maschine auch noch beobachten kann. Die Bomben" des Herrn Hamilton sind wohl Flumkeret. Klugerweise hatte er feine hei sich.
Am Montag begann im Reichstage die zweite Lesung bes Etats, zunächst desjenigen der Marineverwaltung. Eine längere Geschäftsordnungsdebatte verzögerte den Beginn der eigentlichen Beratungen trotz des späteren Sizungsanfanges noch um etwa eine Stunde. Der Zentrumsredner Abg. Erzberger übte eine durchweg günstige Kritik ant Etat und an der Politik der Marineverwaltung. Er bezeichnete das Jahr 1911 als einen Wende- und Höhepunkt der Entwicklung unserer maritimen Streitkräfte, indem es den Abschluß der Neubauten nach dem Flottengesetz bringe und nun die Zeit der inneren Ausgestaltung und der Ersatzbauten gekommen sei. Das Anleihebedürfnis set, da seit 1900 die Armierungskosten nicht mehr auf Anleihe, sondern aus den laufenden Reichseinnahmen bestritten würden, ständig herabgegangen und würde 1917 ganz aufhören. Die Kosten für die Landesverteidigung seien auf den Kopf der Bevölterung geringer als in Frankreich und England. Letztere bemühten sich, ein dem Deutschen gleiches Flottengesetz zu schaffen, einer der besten Beweise für die Richtigkeit der deutschen Flottenpolitik. Für die Konservativen sprach der Abg. Dröscher im gleichen Sinne. Er verwies besonders darauf, daß die Kommission von Reichstagsmitgliedern, die im Sommer den Werftbetrieb praktisch studiert haben, von def= fen Zweckmäßigkeit und davon sich haben überzeugen fönnen, daß es sich bei den Kieler Werftvorgängen um Ausnahmefälle gehandelt habe. Der sparsamen Wirtschaft der Marineverwaltung, die trotz Lohn- und Preissteigerungen das Flottenprogramm ohne Ueberschreitung innegehalten hat, wurde uneingeschränktes Lob zuteil. Dann nahm Staatssekretär v. Tirpitz das Wort. Er ist dafür dankbar, daß das Vorgehen der Marineverwaltung als richtig bezeichnet wurde, und kann bestätigen, daß unser Flottenausbau von Beginn an niemals einen aggressiven 3wed gehabt hat. Das sei für jeden Deutschen so selbstverständlich, daß ein weiterer Beweis nicht notwendig set. In der Begründung des Gesetzes sei es klar ausgesprochen, die Flotte solle zum Schutz unseres Handels und der Kolonien zur Sicherung unseres Friedens mit Ehren dienen. Dazu brauche dte Flotte nicht so groß zu sein wie die Englands. Ihre Bestimmung als Verteidigungsmittel sei damit klar ausgesprochem. Die Einzelheiten über das Unglück mit dem Unterseeboot, 3" würden besser in der Kommission besprochen. Der Bericht des Stationschefs an den Kaiser habe bestätigt, daß auf dem Boote und auch bei der Rettung der Mannschaft vollkommen richtig verfahren worden set. Die faufmännische Organisation auf den Werften lasse sich nicht ohne weiteres einführen. Man werde deshalb die Organisation allmählich zu verbessern suchen. Der Abg. Ledebour( Soz.) betonte zunächst, daß die Anerkennung der Disziplin der Seeleute auf dem Unterseeboot U 3 im Hause allgemein sei. Die Streichung der Zulagen für die Heizer hält Redner für ungerechtfertigt. Dann sagte er weiter: Großadmiral Prinz Heinrich hat neulich eine Wahlrede gehalten. Läßt der Dienst ihm Zeit dazu? Wir verlangen, daß kein diensttuender Admiral solche Reden hält, ohne daß der Staatssekretär im Interesse des Dienstes dagegen einschreitet.( Lärm rechts. Beifall bei den Sozialdemokraten.) Staatssekretär v. Tirpitz protestierte entschieden gegen die Art und Weise, mit der Abg. Ledebour über den Prinzen Heinrich gesprochen hatte. In dessen Rede sei nichts enthalten, was er nicht hätte sagen können. Es sei eine Ansprache im engsten kameradschaftlichen Kreise von früheren Regimentskameraden gewesen. Prinz Heinrich erhalte weder Pension noch Gehalt von der Marine und die Darstell= ung des Abg. Ledebour sei vollkommen unrichtig. Darauf vertagte das Haus die Weiterberatung auf Dienstag.
Der erste Kundschafterflug.
Rundschau vom Cage.
Politisches.
Ueber das Befinden des Kaisers sind ungünstige Nachrichten in Umlauf gesetzt worden. Man hat gesagt, der Monarch fühle sich„ entkräftet", und auch von einer Veränderung seiner Reisedispositionen gesprochen. Wie eine Berliner Nachrichtenstelle durch Erkundigung an zuverlässiger Stelle erfährt, entbehren diese Gerüchte jeg= licher Begründung. Der Kaiser hat eine Erkältung dadurch überwunden, daß er sich sofort, wie er es in solchen Fällen zu tun pflegt, zu Bett legte, und hütet zu seiner vollständigen Erholung noch einige Tage das Zimmer. Von einer„ Entkräftung" ist gar keine Rede, und was die Reisedispositionen betrifft, so bleibt es dabei, daß Kaiser Wilhelm Ende dieses Monats oder Anfang März die Fahrt nach Korfu antritt.
Zur Sicherung der Grenze gegen ein Uebergreifen der mexikanischen Revolution hat, wie gemeldet, die amerikantsche Regierung in der Nähe der von den Insurgenten bedrohten Stadt Juarez einige Flugzeuge ausgerüstet. Ueber die Erfolge eines Erfundigungsfluges über die Grenze berichten nun Londoner Zeitungen nach amerikanischen Depeschen:
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tommission einzuleiten. 3. Für die Entscheidung werden als allgemeine brauchbare Merkmale in erster Linie em pfohlen: die Art der Betriebsentwicklung und Richtung und Form des Warenabsages. 4. Die obigen Vorschläge schließen die Aufstellung von Branchemerkmalen und eine spätere gesetzliche Regelung nicht aus. Eine bemerkenswerte Einrichtung wird der Oberbays erische Kreisverein des Zentralverbandes bayerischer Ges meindebeamten demnächst einführen. Es handelt sich um die Aufstellung von Familienbeiräten, die den Witwen und Waisen verstorbener Gemeindebeamten mit Rat und Tat bei der Geltendmachung von Ansprüchen( Lebens-, Krans fen-, Unfallversicherung), bei der Regelung von Vermö gensauseinandersetzungen, bei Verlassenschaftsverhandlun gen, bei der Bestellung eines tüchtigen Vormundes usw. an die Hand gehen sollen.
Neue Unruhen in Südwestafrika? Aus Deutsch- SüdWestafrika wird amtlich gemeldet, daß nach einer Mitteilung der englischen Grenzpolizei ein Teil der Simon Kopperleute bei Bella und Ramansdrift die deutsche Grenze zu überschreiten suchte. Der Polizeiposten in Ramansdrift hörte am Abend des 7. Februar Gewehrfeuer. Da auch auf deutschem Gebiet eine bewaffnete Bande festgestellt worden ist und sämtliche Eingeborenen und Viehwächter in der Gegend von Steinkopf verschwunden sind, ist das Kommando des Südbezirks angewiesen worden, die Bande energisch zu verfolgen und die Bondels zu überwachen. Eine Verbindung zwischen den Simon Kopperleuten und den Bondels bei Steinkopf erschint nicht als ausgeschlossen.
Der Flieger Charles Hamilton hatte von dem Führer der Insurgenten die Versicherung erhalten, er werde seinen Leuten verbieten, auf ihn zu schießen, aber es war fraglich, wie sich die Regierungstruppen in der belagerten Stadt benehmen würden. In einer Höhe von 1000 Fuß( etwa 300 Meter) näherte sich Hamilton dem Ring der Belagerer, deren Bajonette er schon auf weite Entfernung in der Sonne glänzen sah; er hörte die Kommandos der Offiziere und Zurufe, konnte sie aber wegen des Geräusches, das seine Maschine machte, nicht verstehen. Ein kleines Vorpostengefecht wurde bei seiner Annäherung plötzlich abgebrochen. Voller Staunen blickten Freund und Feind zut dem kühnen Flieger auf. Dicht vor der Stadt glißerte etwas im Grün der üppigen Vegetation, das wie riesiges Spinnengewebe aussah. Mit dem Fernglas erkannte Hamilton, daß es Stacheldrahthindernisse waren, hinter denen fich die Verschanzungen erstreckten, die jedoch leer waren. Auf den Dächern der Kirchen, auf dem Theater, der Stierkampf- Arena und anderen öffentlichen Gebäuden waren Wachtposten aufgestellt, aber sie bemerkten die Flugmaschine erst, als sie fast über der Stadt dahinflog.
Der Familienschmuck der Wallutjeffs.
Kriminalroman von Freifran G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.)
32)
Ihr Mann trat zu ihr.„ Darling," sagte er besorgt, übertreibe das Vergnügen nicht. Du weißt, daß Du Dich schonen mußt."
,, Ach, Fred, ich fühle mich so wohl!" rief die junge Frau, gönne mir doch das Vergnügen."
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Der Vorstand der Pensionskasse für die Arbeiter der prenßisch- hessischen Eisenbahngemeinschaft, die dem König lichen Eisenbahnzentralamt in Berlin angegliedert ist, hat beschlossen, für 1912 wiederum dret Millionen Mark zum Bau gesunder Wohnungen zu niedrigem Zins sage bereit zu stellen. Für das laufende Jahr hatte die Kasse gemeinnützigen Baugenossenschaften 2,900,000 M für diesen Zweck zur Verfügung gestellt.
Die österreichische Sozialdemokratie gegen die Militärs forderungen. Wie aus Ofen- Pest gemeldet wird, veran staltete die sozialdemokratische Partei am Sonntag eine große Volfsversammlung als Einspruch gegen die Regierungspolitik. Der Redner, Reichstagsabgeordneter Ellenbogen, führte aus, daß sich die ungarische und österreichische Sozialdemokratie im Kampf gegen die Militärforderungen die Hände reichen müßten. Die geradezu unerhörten Rüs stungen seien eine Folge der Annexion Bosniens. Sos dann betonte Ellenbogen die Notwendigkeit der Einfüh, rung des allgemeinen Wahlrechts, das für Ungarn eine Eristenzfrage sei. Am Schluß der Versammlung wurde eine Entschließung angenommen, die gegen die Militärforderungen der Regierung Einspruch erhebt und der Opposition die weitgehendste Unterstützung der Sozialdemo tratie zusichert.
Gegen den verstorbenen Führer der nationalliberalen Partei Rudolf von Bennigsen soll nach Zeitungsberichten der frühere preußische Landwirtschaftsminister von Hammerstein in einer in Badbergen gehaltenen Rede den Vorwurf erhoben haben, daß er seine amtliche Stellung dazu benutzte, das ihm unterstellte Beamtenheer für seine Partei dienstbar zu machen. Dieser Vorwurf, so schreibt dazu die parteiamtliche„ Natl. Korr.", der allem widerspricht, was bisher über Rudolf v. Bennigsens amtliche Tätigkeit bekannt war, hat den Vorsitzenden des geschäftsführenden Ausschusses unserer Partei veranlaßt, sich sofort schriftlich an Freiherrn von Hammerstein mit der Bitte zu wenden, ihm zu bestätigen, ob die fragliche Aeußerung wirklich ge= fallen sei und ihm eventuell mitzuteilen, auf welche Tatsachen sie sich eventuell stütze. Staatsminister v. Hammerstein hat dem Vorsitzenden des geschäftsführenden Ausschusses darauf schriftlich eine Unterredung behufs Aufklärung des Sachverhalts in Aussicht gestellt.
Und wieder flog sie in schnellem Tanz davon. Das Souper bildete eine Pause des Balles. White führte Miß Lionel. Sie saßen neben Amy und ihrem Tischherrn, einem jungen Diplomaten, mit dem sie sich lebhaft unterhielt. Plöslich fühlte sie wieder jenen Stich in der Brust. Sie trant schnell ihr Glas Champagner aus; danach verschwand das beängstigende Gefühl.„ dred darf es nicht wissen: er würde mir sonst das Tanzen verbieten," dachte Mrs. Brook mit dem Eigensinn eines verwöhnten Kindes.
Eine nationalliberale Arbeiterkandidatur im Indu striegebiet. Die nationalliberale Partei hat im Reichstagswahllreise Bochum- Gelsenkirchen den Bergmann Karl Heckmann in Bochum als Kandidaten für die kommende Reichstagswahl aufgestellt. Hedmann ist Mitglied einer christlichen Gewerkschaft und gehört seit einiger Zeit dem Bochumer Stadtverordnetenkollegium an.
Die lockenden Töne eines feurigen Galopps riefen die Tafelnden in den Wallsaal zurück. Der Tischnachbar Amys bot ritterlich der jungen Frau seinen Arm; durch den genossenen Wein erregt, stürmte er im schnellsten Tempo über das Parkett. Da, mit einem Male fühlte er, daß der elastische Körper seiner Tänzerin schwerer und schwe rer wurde. Ein leiser Wehlaut drang über ihre Lippen -ste sank zu Boden.
Die Musik schwieg. Eine große Bestürzung hatte sich aller Anwesenden bemächtigt; alles drängte herzu.
Gegen die allgemeine Wehrpflicht für England hat sich der englische Kriegsminister Haldane ausgesprochen. Der Minister sagte: Wenn ich Franzose, Deutscher oder Schweizer wäre, würde ich allerdings für dieses System eintreten. Allein England, das in erster Linie eine großartige Verteidigung zur See und Truppen in seinen Kos Ionien besitzt, hat eine von den übrigen Ländern ver= schidene geographische Lage und bedarf deshalb der allges meinen Wehrpflicht keineswegs." Der englische Generalfeldmarschall Lord Roberts dagegen gehört bekanntlich zu den Anhängern der allgemeinen Wehrpflicht.
Im Sinhlid auf die bevorstehende Handwerker- Konferenz im Reichsamt des Innern sind die Ergebnisse einer Untersuchung über die Abgrenzung zwischen Fabrik und Handwerk von den beiden Hannoverschen Praktikern Schüße und Wienbeck von besonderem Werte. Diese gi= pfeln in folgenden Leitsäzen:„, 1. Die Entscheidung der Frage Fabrik oder Handwerk" kann sich nur darauf beziehen, ob der strittige Betrieb handwerksmäßig ist oder nicht. 2. Die Entscheidung ist durch eine lokale Gutachter
Neben seiner Frau fniete Fred Brook; er hielt die Sterbende umfangen. Aus Amys Mund sickerte ein feiner, roter Streifen. Er sloß über das Perlenkollier und den meißen Hals und färbte das Kleid mit Purpurflecken. Eine Arzt eine berühmte Autorität war als Saft auf dem Ballfest; er beugte sich über die junge Frau. Sie ist gestorben", sagte er leise,„ ein Blutsturz hat ih
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rem Leben ein Ende gemacht; ein Gefäß scheint infolge des Tanzens gesprungen zu sein."
Er drückte die gebrochenen, eben noch so lebenslustigen Augen der Mrs. Brooks zu.
Durch den Baltsaal klang ein Ton, der alle packte, der auch den kältesten Menschen ergreifen mußte. Fred Brook weinte um sein verlorenes Lebensglück.
In einiger Entfernung stand Robert White. Er stützte die zitternde Mabel, die Freundin der Toten.
Kleine Nachrichten.
Der Haushaltsetat der Stadt Berlin für 1911 schließt in Einnahme und Ausgabe mit 313 485 000 Marf ab. Die Kämmerei, Grundeigentum und Berechtigungen bringen eine Mehreinnahme von 12 377 000 Mart, die Werke 8 618 000 Mark und verschiedene Einnahmen 2449 000 Mark. Durch Steuern werden gedeckt 93 478 000 Mark.
,, Der Familienschmuck der Grafen Wallutjeff", dachte der Detektiv, und ein geheimes Grausen schüttelte ihn; ,, die alte Sage hat angefangen, sich zu erfüllen."
VIII.
Ueber die Goldfunde in der Eifel wird gemeldet: Bet Jveldingen wird zurzeit auf dem Gebiete der Gewerkschaft August" gebohrt, um die Gesteinsproben nach Gold unterfuchen zu lassen. Auf zwölf verschiedenen Stellen ist man bis jetzt auf 15 Meter Tiefe gekommen. Sachkundige sagen für das nächste Frühjahr einen außerordentlich regen Bes trieb voraus. Die Bohrversuche werden noch Monate hindurch fortgesetzt.
Reiche Vermächtnisse sind der Stadt Halle zugefallen. Der in der vorigen Woche verstorbene Geheimrat Ludwig Bethcke hinterließ der Stadt Halle 1½ Millionen Mark, sowie zwei schuldenfreie Grundstücke im Werte von 250 000 Mark. Auf den Grundstücken sollen Kinderbewahranstaltem und Knaben- und Mädchenhorte errichtet werden, und von den Zinsen des Kapitals sollen begabten Kindern Beihilfen zur Ausbildung auf höheren Schulen und Universitäten geleistet werden.
12 Millionen für wohltätige Stiftungen. Wiener Blät ter melden, daß der verstorbene Baron Albert Rothschild testamentarisch 12 Millionen Kronen für wohltätige Stif tungen vermacht hat, wodurch sich die Spenden, die er schon bei Lebzeiten für ähnliche Zwecke hergegeben hat, auf 50 Millionen Kronen erhöhen.
Der Plan einer Pariser Weltausstellung im Jahre 1920 ist von den meisten französischen Handelskammern verwor fen worden. Unter solchen Umständen wird die französische Regierung schwerlich geneigt sein, ihn weiter zu fördern. Achtjährige Gauner. Zwei achtjährige Knaben in Berlin spekulierten auf das Mitleid der Menschen. Sie hatten sich ein Schreiben angefertigt folgenden Inhalts: Gute Leute helft mir, ich bin Witwe und leide mit acht Kindern große Not. Mein Mann ist im Krankenhaus, meine armen Kinder müssen hungern." Mit Hilfe dieses Schreibens vers
Baron Sarner hatte es denn doch für besser befunden, sein Quartier zu wechseln. Jetzt, wo er im Klub verkehrte, nahm er in einem in der Nähe liegenden Hotel Wohnung. Den ganzen Morgen verschloß er sein Zimmer und ließ niemanden ein. Welcher geheimnisvollen Beschäftigung mochte er wohl obliegen? Briefe erhielt er nie, er mußte ganz allein dastehen. Am Nachmittag besuchten ihn einige Bekannte. Auch White tam oft, und der Baron schien eine ganz besondere Vorliebe für ihn zu hegen. Man sah fie fast alle Tage zusammen. Entweder führen sie spazieren, oder sie besuchter: die Variététheater und ähnliche Vergnügungslokale, für die Sarner eine ausgesprochene Borliebe zeigte. White war dadurch angewidert, aber er überwand sich. Es lag ihm daran, das Vertrauen des Mannes zu gewinnen, den ex in tiefster Seele verachtete, und dessen wahres Gesicht er allein kannte. Einige Nächte in der Woche verlebte der Baron immer am Spieltisch. Er gewann meistenteils große Summen, die Verluste wa ren geringfügig. Es schien, als habe der Spielteufe! sich Roberts ben ächtigt, er verspielte große Summen, die Sarner einheimste. Dadurch war der Baron eifrig be= müht, sich die Freundschaft" des reichen Engländers, wofür er White hielt, zu erhalten.
„ Ich möchte gern mein Kapital ficher anlegen," fagte
der Spieler eines Tages zu White. ,, Wozu raten Sie mir, lieber Freund?"
" Legen Sie Ihr Geld bei uns an," entgegnete White, „ die Gesellschaft Equitable ist bombensicher und zahlt hohe Zinsen. Ich reise in einigen Wochen nach London zurüc und kann Ihnen versprechen, daß Sie, sobald ich dort Chef derselben Gesellschaft bin, noch höhere Prozente beziehen werden, als sonst irgendwo." Sarner spizte die Ohren, er ging erfreut auf den Vorschlag ein.
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Du Schuft", dacht White, als er das Geschäft zum Abschluß gebracht hatte ,,, nicht einen Heller bekommst Du wieder. Es ist das Eigentum des Grafen Wallutjeff, das Blutgeld für den Schmuck, den Du gestohlen hast."
Miß Lionel war tief betrübt über den jähen Tod ihrer Freundin; sie folgte dem Sarge, und auch der Geheimpolizist fehlte nicht bei der Trauerfeier. Brook war ganz gebrochen.
Fred will das Verlenkollier wieder an Hunter u. Co. verkaufen", erzählte Mabel. Finden Sie es nicht auch begreiflich, Mr. White? Es knüpfen sich zu traurige Erinnerungen daran."
„ Ja, ich finde es natürlich," entgegnete Robert gelaffen, aber innerlich jubelnd. Er war entschlossen, das verhängnisvolle Halsband um jeden Preis zu erstehen. Aber nicht er dürfte es tun. Jim bekam den Auftrag, als er sich wieder einmal mit ihm in der Gravenstreet verabredete.
„ Ich dachte schon, daß Sie mit mir unzufrieden seien, Mr. White," sagte der junge Geheimpolizist, weil Sie das verabredete Zeichen, das mich hierher beschied, lange nicht einrüden ließen."
Nein, Jim, hören Sie, was ich Ihnen zu sagen habe." Und White teilte ihm das nötige mit.
Wird alles pünktlich besorgt werden". versprach Knight ,,, morgen abend fönnen Sie das Kollier bekomForts. folgt.)
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