Ausgabe 
15.2.1911 Erstes Blatt
 
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Deutscher Reichstag.

Im Nu waren alle Dächer leer," erzählte Hamilton, Soldaten und Bürger flohen etligst in die Häufer. Ich ging auf 400 Fuß herab und begann die Stadt nochmals zu umkreisen. Jezt merkten sie wohl, daß ich kein Feind war, denn die Soldaten kamen wieder aus ihren Schlupf­winkeln hervor, und die Bewohner strömten auf die Gas­sen. Eine Gruppe von Offizteren auf einem Dache rief mir etwas zu, aber ich konnte wegen des Geräusches, das mein Motor machte, nichts verstehen. Leicht hätte ich Bom­ben auf die Stadt herabwerfen können; ich glaube indes nicht, daß man mich von unten mit einer Kugel hätte tref= fen können. Auf der Rückfahrt gewahrte Hamilton einen amerikanischen Wachtposten. Der Mann mußte wohl ge= schlafen haben. Als er erwachte und die riesige Maschine gewahrte flog das Gewehr an seine Backe. Hamilton kam aus einer Höhe von 1000 Fuß direkt auf den Soldaten zu, dem plötzlich so angst zumute wurde, daß er einen lauten Schrei ausstieß und in den Strom sprang. Andere Flie= ger haben weniger zu berichten, weil, wie ste selbst be= kennen, sie so sehr mit ihren Maschinen beschäftigt waren, daß sie teine Beit zur Beobachtung hatten.

Es bestätigt dieser Bericht, daß nur unter ganz gün­stigen Umständen ein Flieger außer der Bedienung seiner Maschine auch noch beobachten kann. Die Bomben" des Herrn Hamilton find wohl Flunkerei. Klugerweise hatte er feine hei sich.

Am Montag begann im Reichstage die zweite Resung bes Etats, zunächst desjenigen der Marineverwaltung. Eine längere Geschäftsordnungsdebatte verzögerte den Beginn der cigentlichen Beratungen trotz des späteren Sizungsan­fanges noch um etwa eine Stunde. Der Zentrumsredner Abg. Erzberger übte eine durchweg günstige Kritik am Etat und an der Politik der Marineverwaltung. Er bezeichnete das Jahr 1911 als einen Wende- und Höhepunkt der Ent­wicklung unserer maritimen Streitkräfte, indem es den Ab­schluß der Neubauten nach dem Flottengesetz bringe und nun die Zeit der inneren Ausgestaltung und der Ersatzbau­ten gekommen sei. Das Anlethebedürfnis set, da seit 1900 dte Armierungskosten nicht mehr auf Anleihe, sondern aus den laufenden Reichseinnahmen bestritten würden, ständig herabgegangen und würde 1917 ganz aufhören. Die Kosten für die Landesverteidigung seien auf den Kopf der Bevöl terung geringer als in Frankreich und England. Letztere bemühten sich, ein dem Deutschen gleiches Flottengeset zu schaffen, einer der besten Beweise für die Richtigkeit der deutschen Flottenpolitik. Für die Konservativen sprach der Abg. Dröscher im gleichen Sinne. Er verwies besonders da­rauf, daß die Kommission von Reichstagsmitgliedern, die im Sommer den Werftbetrieb praktisch studiert haben, von des­fen Zweckmäßigkeit und davon sich haben überzeugen kön nen, daß es sich bei den Kieler Werftvorgängen um Aus­nahmefälle gehandelt habe. Der sparsamen Wirtschaft der Marineverwaltung, die trotz Lohn- und Preissteigerungen das Flottenprogramm ohne Ueberschreitung innegehalten hat, wurde uneingeschränktes Lob zuteil. Dann nahm Staatssekretär v. Tirpitz das Wort. Er tst dafür dankbar, daß das Vorgehen der Marineverwaltung als richtig be­zeichnet wurde, und kann bestätigen, daß unser Flottenausbau von Beginn an niemals einen aggressiven Zweck gehabt hat. Tas sei für jeden Deutschen so selbstverständlich, daß ein weiterer Beweis nicht notwendig set. In der Begründung des Gesetzes sei es flar ausgesprochen, die Flotte solle zum Schutz unseres Handels und der Kolonien zur Sicherung Dazu brauche die unseres Friedens mit Ehren dienen. Flotte nicht so groß zu sein wie die Englands. Ihre Be­stimmung als Verteidigungsmittel sei damit klar ausge­sprochen. Die Einzelheiten über das Unglück mit dem Un­terseeboot, 3" würden besser in der Kommission bespro­chen. Der Bericht des Stationschefs an den Kaiser habe be­stätigt, daß auf dem Boote und auch bei der Rettung der Mannschaft vollkommen richtig verfahren worden set. Die faufmännische Organisation auf den Werften lasse sich nicht ohne weiteres einführen. Man werde deshalb die Organisation allmählich zu verbessern suchen. Der Abg. Ledebour( Soz.) betonte zunächst, daß die Anerkennung der Disziplin der Seeleute auf dem Unterseeboot U 3 im Hause allgemein sei. Die Streichung der Zulagen für die Heizer hält Redner für ungerechtfertigt. Dann sagte er weiter: Großadmiral Prinz Heinrich hat neulich eine Wahlrede ge­halten. Läßt der Dienst ihm Zeit dazu? Wir verlangen, daß kein diensttuender Admiral solche Reden hält, ohne daß der Staatssekretär im Interesse des Dienstes dagegen einschreitet.( Lärm rechts. Beifall bei den Sozialdemokra­ten.) Staatssekretär v. Tirpiz protestierte entschieden gegen die Art und Weise, mit der Abg. Ledebour über den Prinzen Heinrich gesprochen hatte. In dessen Rede sei nichts enthalten, was er nicht hätte sagen können. Es sei eine An­sprache im engsten kameradschaftlichen Kreise von früheren Regimentsfameraden gewesen. Prinz Heinrich erhalte we­der Pension noch Gehalt von der Marine und die Darstell­ung des Abg. Ledebour sei vollkommen unrichtig. Darauf vertagte das Haus die Weiterberatung auf Dienstag.

Der erste Kundschafterflug.

Zur Sicherung der Grenze gegen ein Uebergreifen der merikanischen Revolution hat, wie gemeldet, die amerikant­sche Regierung in der Nähe der von den Insurgenten be­drohten Stadt Juarez einige Flugzeuge ausgerüstet. Ueber die Erfolge eines Erfundigungsfluges über die Grenze berichten nun Londoner Zeitungen nach amerika­nischen Depeschen:

Rundschau vom Tage.

Politisches.

Ueber das Befinden des Kaisers sind ungünstige Nachrichten in Umlauf gesetzt worden. Man hat gesagt, der Monarch fühle sich entkräftet", und auch von einer Beränderung seiner Reisedispositionen gesprochen. Wie eine Berliner Nachrichtenstelle durch Erkundigung an zu­verlässiger Stelle erfährt, entbehren diese Gerüchte jeg= licher Begründung. Der Kaiser hat eine Erkäl­tung dadurch überwunden, daß er sich sofort, wie er es in solchen Fällen zu tun pflegt, zu Bett legte, und hütet zu seiner vollständigen Erholung noch einige Tage das Zim­mer. Von einer Entkräftung" ist gar keine Rede, und was die Reisedispositionen betrifft, so bleibt es dabei, daß Kaiser Wilhelm Ende dieses Monats oder Anfang März die Fahrt nach Korfu antritt.

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tommission einzuleiten. 3. Für die Entscheidung werden als allgemeine brauchbare Merkmale in erster Linie ems pfohlen: die Art der Betriebsentwicklung und Richtung und Form des Warenabsages. 4. Die obigen Vorschläge schließen die Aufstellung von Branchemerkmalen und eine spätere gesetzliche Regelung nicht aus. Eine bemerkenswerte Einrichtung wird der Oberbay erische Kreisverein des Zentralverbandes bayerischer Ges meindebeamten demnächst einführen. Es handelt sich um die Aufstellung von Familienbeiräten, die den Witwen und Waisen verstorbener Gemeindebeamten mit Rat und Tat bei der Geltendmachung von Ansprüchen( Lebens-, Krans fen-, Unfallversicherung), bei der Regelung von Vermö gensauseinandersehungen, bei Verlassenschaftsverhandlun gen, bei der Bestellung eines tüchtigen Vormundes usw. an die Hand gehen sollen.

Neue Unruhen in Südwestafrika? Aus Deutsch- Süd­westafrika wird amtlich gemeldet, daß nach einer Mittei­lung der englischen Grenzpolizei ein Teil der Simon Kop­perleute bei Bella und Ramansdrift die deutsche Grenze zu überschreiten suchte. Der Polizeiposten in Ramansdrift hörte am Abend des 7. Februar Gewehrfeuer. Da auch auf deutschem Gebiet eine bewaffnete Bande festgestellt worden ist und sämtliche Eingeborenen und Viehwächter in der Gegend von Steinkopf verschwunden sind, ist das Kommando des Südbezirks angewiesen worden, die Bande energisch zu verfolgen und die Bondels zu überwachen. Eine Verbindung zwischen den Simon Kopperleuten und den Bondels bei Steinkopf erschint nicht als ausgeschlossen.

Der Flieger Charles Hamilton hatte von dem Führer der Insurgenten die Versicherung erhalten, er werde seinen Leuten verbieten, auf ihn zu schießen, aber es war fraglich, wie sich die Regierungstruppen in der belagerten Stadt benehmen würden. In einer Höhe von 1000 Fuß( etwa 300 Meter) näherte sich Hamilton dem Ring der Belagerer, deren Bajonette er schon auf weite Entfernung in der Sonne glänzen sah; er hörte die Kommandos der Offizieve und Zurufe, konnte sie aber wegen des Geräusches, das seine Maschine machte, nicht verstehen. Ein kleines Vor­postengefecht wurde bei seiner Annäherung plötzlich abge­brochen. Voller Staunen blickten Freund und Feind zu dem kühnen Flieger auf. Dicht vor der Stadt glizerte et­was im Grün der üppigen Vegetation, das wie riesiges Spinnengewebe aussah. Mit dem Fernglas erfannte Ha­milton, daß es Stacheldrahthindernisse waren, hinter denen fich die Verschanzungen erstreckten, die jedoch leer waren. Auf den Dächern der Kirchen, auf dem Theater, der Stier­kampf- Arena und anderen öffentlichen Gebäuden waren Wachtposten aufgestellt, aber sie bemerkten die Flugmaschine erst, als sie fast über der Stadt dahinflog.

Der Familienschmuck der Wallutjeffs.

Kriminalroman von Freifrau G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.)

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Ihr Mann trat zu ihr. Darling," sagte er besorgt, übertreibe das Vergnügen nicht. Du weißt, daß Du Dich schonen mußt."

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Der Vorstand der Pensionskasse für die Arbeiter der preußisch- hessischen Eisenbahngemeinschaft, die dem Königs lichen Eisenbahnzentralamt in Berlin angegliedert ist, hat beschlossen, für 1912 wiederum drei Millionen Mark zum Bau gesunder Wohnungen zu niedrigem 3ins sage bereit zu stellen. Für das laufende Jahr hatte die Kasse gemeinnützigen Baugenossenschaften 2,900,000 M für diesen Zweck zur Verfügung gestellt.

Die österreichische Sozialdemokratie gegen die Militärs forderungen. Wie aus Ofen- Best gemeldet wird, veran staltete die sozialdemokratische Partei am Sonntag eine große Volfsversammlung als Einspruch gegen die Regies rungspolitik. Der Redner, Reichstagsabgeordneter Ellens bogen, führte aus, daß sich die ungarische und österreichische Sozialdemokratie im Kampf gegen die Militärforderungen die Hände reichen müßten. Die geradezu unerhörten Rüs stungen seien eine Folge der Annexion Bosniens. Sos dann betonte Ellenbogen die Notwendigkeit der Einfüh, rung des allgemeinen Wahlrechts, das für Ungarn eine Eristenzfrage sei. Am Schluß der Versammlung wurde eine Entschließung angenommen, die gegen die Militäre forderungen der Regierung Einspruch erhebt und der Op­position die weitgehendste Unterstützung der Sozialdemo= tratie zusichert.

Gegen den verstorbenen Führer der nationalliberalen Partei Rudolf von Bennigsen soll nach Zeitungsberichten der frühere preußische Landwirtschaftsminister von Ham­merstein in einer in Badbergen gehaltenen Rede den Vor­wurf erhoben haben, daß er seine amtliche Stellung dazu benutte, das ihm unterstellte Beamtenheer für seine Par­tei dienstbar zu machen. Dieser Vorwurf, so schreibt dazu die parteiamtliche Natl. Korr.", der allem widerspricht, was bisher über Rudolf v. Bennigsens amtliche Tätigkeit bekannt war, hat den Vorsitzenden des geschäftsführenden Ausschusses unserer Partei veranlaßt, sich sofort schriftlich an Freiherrn von Hammerstein mit der Bitte zu wenden, ihm zu bestätigen, ob die fragliche Aeußerung wirklich ge= fallen sei und ihm eventuell mitzuteilen, auf welche Tat­sachen sie sich eventuell stütze. Staatsminister v. Hammer­stein hat dem Vorsitzenden des geschäftsführenden Aus­schusses darauf schriftlich eine Unterredung behufs Aufklä­rung des Sachverhalts in Aussicht gestellt. He nod

Ach, Fred, ich fühle mich so wohl!" rief die junge Frau, gönne mir doch das Vergnügen."

Und wieder flog sie in schnellem Tanz davon. Das Souper bildete eine Pause des Balles. White führte Miß Lionel. Sie saßen neben Amy und ihrem Tischherrn, einem jungen Diplomaten, mit dem sie sich lebhaft unterhielt. Blöklich fühlte sie wieder jenen Stich in der Brust. Sie trank schnell ihr Glas Champagner aus; danach verschwand das beängstigende Gefühl. Fred darf es nicht wissen; er würde mir sonst das Tanzen ver= bieten," dachte Mrs. Brook mit dem Eigensinn eines ver­wöhnten Kindes.

Eine nationalliberale Arbeiterkandidatur im Indus striegebiet. Die nationalliberale Partei hat im Reichs­tagswahllreise Bochum- Gelsenkirchen den Bergmann Karl Heckmann in Bochum als Kandidaten für die kommende Reichstagswahl aufgestellt. Heckmann ist Mitglied einer christlichen Gewerkschaft und gehört seit einiger Zeit dem Bochumer Etadtverordnetenkollegium an. 19

Die lockenden Töne eines feurigen Galopps riefen die Tafelnden in den Ballsaal zurück. Der Tischnachbar Amys bot ritterlich der jungen Frau seinen Arm; durch den ge­nossenen Wein erregt, stürmte er im schnellsten Tempo über das Parkett. Da, mit einem Male fühlte er, daß der elastische Körper seiner Tänzerin schwerer und schwe= rer wurde. Ein leiser Wehlaut drang über ihre Lippen sie sank zu Boden.

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Die Musik schwieg. Eine große Bestürzung hatte sich aller Anwesenden bemächtigt; alles drängte herzu.

Gegen die allgemeine Wehrpflicht für England hat sich der englische Kriegsminister Haldane ausgesprochen. Der Minister sagte: ,, Wenn ich Franzose, Deutscher oder Schweizer wäre, würde ich allerdings für dieses System eintreten. Allein England, das in erster Linie eine groß­artige Verteidigung zur See und Truppen in seinen Ko­Ionien besitzt, hat eine von den übrigen Ländern vers schidene geographische Lage und bedarf deshalb der allges meinen Wehrpflicht teineswegs." Der englische General­feldmarschall Lord Roberts dagegen gehört bekanntlich zu den Anhängern der allgemeinen Wehrpflicht.

Im Hinblick auf die bevorstehende Handwerker- Kon­ferenz im Reichsamt des Innern sind die Ergebnisse einer Untersuchung über die Abgrenzung zwischen Fabrik und Handwerk von den beiden Hannoverschen Praktikern Schütze und Wienbed von besonderem Werte. Diese gi­pfeln in folgenden Leitsätzen: 1. Die Entscheidung der Frage Fabrik oder Handwerk" kann sich nur darauf be­ziehen, ob der strittige Betrieb handwerksmäßig ist oder nicht. 2. Die Entscheidung ist durch eine lokale Gutachter­

Neben seiner Frau kniete Fred Brook; er hielt die Sterbende umfangen. Aus Amys Mund sickerte ein feiner, toter Streifen. Er floß über das Perlenkollier und den weißen Hals und färbte das Kleid mit Purpurflecken. Eine Arzt eine berühmte Autorität war als Gast auf dem Ballfest; er beugte sich über die junge Frau. te ist gestorben", sagte er letse, ein Blutsturz hat ih­

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rem Leben ein Ende gemacht; ein Gefäß scheint infolge des Tanzens gesprungen zu sein." id

Kleine Nachrichten.

Der Haushaltsetat der Stadt Berlin für 1911 schließt in Einnahme und Ausgabe mit 313 485 000 Mart ab. Die Kämmerei, Grundeigentum und Berechtigungen bringen eine Mehreinnahme von 12 377 000 Mart, die Werke 8 618 000 Mark und verschiedene Einnahmen 2449 000 Mark. Durch Steuern werden gedeckt 93 478 000 Marf.pl

Ueber die Goldfunde in der Eifel wird gemeldet: Bet Jveldingen wird zurzeit auf dem Gebiete der Gewerkschaft " August" gebohrt, um die Gesteinsproben nach Gold unter­suchen zu lassen. Auf zwölf verschiedenen Stellen ist man bis jetzt auf 15 Meter Tiefe gekommen. Sachkundige sagen für das nächste Frühjahr einen außerordentlich regen Be trieb voraus. Die Bohrversuche werden noch Monate hin­durch fortgesetzt.

Reiche Vermächtnisse sind der Stadt Halle zugefallen. Der in der vorigen Woche verstorbene Geheimrat Ludwig Bethcke hinterließ der Stadt Halle Millionen Mark, sowie zwei schuldenfreie Grundstücke im Werte von 250 000 Mark. Auf den Grundstücken sollen Kinderbewahranstaltem und Knaben- und Mädchenhorte errichtet werden, und von den Zinsen des Kapitals sollen begabten Kindern Beihilfen zur Ausbildung auf höheren Schulen und Universitäten geleistet werden.

12 Millionen für wohltätige Stiftungen. Wiener Blät ter melden, daß der verstorbene Baron Albert Rothschild testamentarisch 12 Millionen Kronen für wohltätige Stif tungen vermacht hat, wodurch sich die Spenden, die er schon bei Lebzeiten für ähnliche Zwecke hergegeben hat, auf 50 Millionen Kronen erhöhen.

Der Plan einer Pariser Weltausstellung im Jahre 1920 ist von den meisten französischen Handelskammern verwor fen worden. Unter solchen Umständen wird die französische Regierung schwerlich geneigt sein, ihn weiter zu fördern. Achtjährige Gauner. Zwei achtjährige Knaben in Ber Iin spekulierten auf das Mitleid der Menschen. Sie hatten sich ein Schreiben angefertigt folgenden Inhalts:" Gute Lente helft mir, ich bin Witwe und leide mit acht Kindern große Not. Mein Mann ist im Krankenhaus, meine armen Kinder müssen hungern." Mit Hilfe dieses Schreibens vers

der Spieler eines Tages zu White. Wozu raten Sie mir, lieber Freund?"

Er brüdte hie sebrochenet, eben noch so lebenslusti- liet

gen Augen der Mrs. Brooks zu.

Durch den Balsaal klang ein Ton, der alle packte, der auch den kältesten Menschen ergreifen mußte. Fred Brook weinte um sein verlorenes Lebensglück.

In einiger Entfernung stand Robert White. Er stützte die zitternde Mabel, die Freundin der Toten.

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Legen Sie Ihr Geld bei uns an," entgegnete White, die Gesellschaft Equitable ist bombensicher und zahlt hohe Zinsen. Ich reise in einigen Wochen nach London zurüd und kann Ihnen versprechen, daß Sie, sobald ich dort Chef derselben Gesellschaft bin, noch höhere Prozente beziehen werden, als sonst irgendwo." Sarner spitte die Ohren ,.

Der Familienschmuck der Grafen Wallutjeff", dachte er ging erfreut auf den Borschlag ein. der Detektiv, und ein geheimes Grausen schüttelte ihn; ,, die alte Sage hat angefangen, sich zu erfüllen."

VIII.

Baron Sarner hatte es denn doch für besser befunden, sein Quartier zu wechseln. Jetzt, wo er im Klub verkehrte, nahm er in einem in der Nähe liegenden Hotel Wohnung. Den ganzen Morgen verschloß er sein Zimmer und ließ niemanden ein. Welcher geheimnisvollen Beschäftigung mechte er wohl obliegen? Briefe erhielt er nie, er mußte ganz allein dastehen. Am Nachmittag besuchten ihn einige Bekannte. Auch White fam oft, und der Baron schien eine ganz besondere Vorliebe für ihn zu hegen. Man sah sic fast alle Tage zusammen. Entweder führen sie spa­zieren, oder sie besuchter: die Variététheater und ähnliche Bergnügungslokale, für die Sarner eine ausgesprochene Vorliebe zeigte. White war dadurch angewidert, aber er überwand sich. Es lag ihm daran, das Vertrauen des Mannes zu gewinnen, den er in tiefster Seele verachtete, und dessen wahres Gesicht er allein fannte. Einige Nächte in der Woche verlebte der Baron immer am Spieltisch. Er gewann meistenteils große Summen, die Verluste wa­ren geringfügig. Es schien, als habe der Spielteufel sich Roberts ben ächtigt, er verspielte große Summen, die Sarner einheimste. Dadurch war der Baron eifrig be= müht, sich die Freundschaft" des reichen Engländers, wo­für er White hielt, zu erhalten.

Ich möchte gern mein Kapital sicher anlegen," ſagte

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Du Schuft", dacht White, als er das Geschäft zum Abschluß gebracht hatte ,,, nicht einen Heller bekommst Du wieder. Es ist das Eigentum des Grafen Wallutjeff, das Blutgeld für den Schmuck, den Du gestohlen hast."

Miß Lionel war tief betrübt über den jähen Tod ihrer Freundin; sie folgte dem Sarge, und auch der Ge­heimpolizist fehlte nicht bei der Trauerfeier. Brook war ganz gebrochen.

Fred will das Verlenkollier wieder an Hunter u. Co. verkaufen, erzählte Mabel. Finden Sie es nicht auch begreiflich, Mr. White? Es knüpfen sich zu traurige Er­innerungen daran."

Ja, ich finde es natürlich," entgegnete Robert ge­lassen, aber innerlich jubelnd. Er war entschlossen, das verhängnisvolle Halsband um jeden Preis zu erstehen. Aber nicht er dürfte es tun. Jim bekam den Auftrag, als er sich wieder einmal mit ihm in der Gravenstreet verabredete.

Ich dachte schon, daß Sie mit mir unzufrieden seien, Mr. White, sagte der junge Geheimpolizist, weil Sie das verabredete Zeichen, das mich hierher beschied, lange nicht einrüden ließen."

Nein, Jim, hören Sie, was ich Ihnen zu sagen habe." Und White teilte ihm das Nötige mit.

Wird alles pünktlich besorgt werden", versprach Knight ,,, morgen abend können Sie das Kollier befom­( Forts. folgt.)

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