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Die Neuerungen in der

Invaliden- Versicherung.

Am 1. Januar 1912 treten die neuen Bestimmun gen der Reichsversicherungsordnung über die Invali Ben- und Hinterbliebenen- Versicherung in Kraft. Die Landes- Versicherungsanstalt Berlin hat nun die wich­Higsten Neuerungen dieses Gefeßes zusammengestellt; fie sind in folgender Uebersicht enthalten:

1. In die Versicherungspflicht werden neu einbe­zogen unter der Voraussetzung, daß ihr Jahresarbeits­verdienst 2000 Mart nicht übersteigt: a) Gehilfen und Lehrlinge in Apotheken, b) Bühnen- und Orchestermit­glieder ohne Rücksicht auf den Kunstwert der Leistun­gen, c) Angestellte in gehobener Stellung( in ähnlich gehobener Stellung wie Betriebsbeamte und Werkmet fter), wenn diese Beschäftigung thren. Hauptberuf bil­det.

2. Die Wochenbeiträge sind erhöht; fie betragen in Lohnklasse I 16 Pf.( bis feẞt 14 Pf.), Lohnklasse II 24 Bf.( bts test 20 Bf.), Lohnklasse III 32 Pf.( bis jetzt 24 Bf.), Lohntlasse IV 40 f.( bis jetzt 30 Pf.), Lohn­flaffe V 48 Pf.( bis jetzt 36 Pf.).

3. Vom 1. Januar ab werden Zusatzmarken zum Preise von 1 Mark ausgegeben. Durch die Verwendung von Zusatzmarfen wird der Anspruch auf eine Zusatz­rente für den Fall der Invalidität erworben. Jeder Versicherte kann zu jeder Zeit und in beliebiger Zahl Busazmarken einer beliebigen Versicherungsanstalt in die Quittungsfarte einfleben.

4. Die Leistungen der Irvalidenversicherung sind erweitert:

grotest, daß man erkennt, wie gering in wetten Volks­freisen das Interesse an den parlamentarischen Grund­lagen des Retches ist. So wurde u. a. erwidert: Der Kaiser" Reichstanzler". ,, Ueber 21 Jahre alle Leute". Die Abgeordneten"." Die Regierung". " Die Wähler". Die Parteien unter sich". Dte Borgesetzten". Die Minister". Die Sozialdemo= fraten". Die Mitglieder der Provinzen". Gene= Die rale und Minister". Die Wahlkommission". Arbeiter". Auf die Frage: " Die höheren Fürsten". Wann war die letzte Wahl?" wußten 124 eine rich­tige Antwort; 24 blieben stumm und 26 gaben allerlei verschiedene Zeitpunkte an, einer sogar das Jahr 1856!

a) Neben Invalidenrente und Altersrente hat der Versicherte auch Anspruch auf Hinterbliebenen- Für­forge, welche besteht in Witwenrente, Waisenrente, Witmerrente, Witwengeld und Watsenaussteuer. Witwenrente erhält nur die dauernd invalide Witwe nach dem Tode thres versicherten Ehemannes. Waisenrente erhalten nur Kinder unter 15 Jahren. Witmerrente erhält nach dem Tode der versicherten Che­frau nur der erwerbsunfähige Witmer( falls die Ehe­frau aus ihrem Arbeitsverdienste den Lebensunterhalt der Familie bestritten hatte), so lange er bedürftig ist. Witwengeld erhält die versicherte Witwe nach dem Die Watsen­Tode ihres versicherten Ehemannes. aussteuer wird den Waisen nach Vollendung des 15. Lebensjahres ausbezahlt. Keinen Anspruch auf Hin­terbliebenenfürsorge haben die Hinterbliebenen solcher Versicherten, welche am 1. Januar 1912 beretts verstor­ben waren; ferner die Hinterbliebenen folcher Versicher­ten, welche am 1. Januar 1912 bereits dauernd werbsunfähig waren und dann verstorben find, ohne in­zwischen die Erwerbsfähigkeit wieder erlangt zu haben.

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6) Hat der Empfänger einer Invalidenrente Kin­der unter 15 Jahren, so erhöht sich die Invalidenrente fitr jedes dieser Kinder um 1/10 bis höchstens zum 1%- fachen Betrage der Invalidenrente. Diesen Anspruch haben aber nur die Empfänger von Invalidenrenten, deren Invalidität nach dem 31 Dezember 1911 einge­treten ist oder deren Krankenrente nach diesem Tage beginnt.

5. Die Rückerstattung der Hälfte der Betträge, ins­besondere bei Verheiratung weiblicher Versicherter fällt vom 1. Januar an weg. Durch freiwillige Weiterver­ficherung kann der Anspruch auf sämtliche Leistungen aufrecht erhalten werden.

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Rundschau oom Cage.

Politisches.

Prinz August Wilhelm über seinen Bernf. Vom Prinzen August Wilhelm von Preußen, der den Ein­gemeindungsverhandlungen zwischen den Berliner Vor­orten Lichtenberg und Rummelsburg beigewohnt hatte, tft jest folgendes Schreiben bei dem Ersten Bürger­meister Bieten in Lichtenberg eingetroffen: Ihrer Be= ratung beiwohnen zu dürfen, war für mich nicht nur im höchsten Maße instruktiv, es wurde mir vielmehr da­durch von neuem flar, welchen schönen, bedeutungsvol­len Beruf ich ergriffen habe, als ich mich entschloß, die Verwaltungslaufbahn einzuschlagen. Schön und bedeu­tungsvoll namentlich darum, well mir dadurch in ganz anderer Art wie sonst in unserem Stande Gelegenheit geboten wird, mit allen Kreisen und Schichten unserer Nation in Berührung engster Art zu kommen und aus ihrem eignen Munde thre Urteile, thre Sorgen und Wünsche zu vernehmen..."

6. Die Penfionen von Beamten und ähnliche Be­altge haben vom 1. Januar 1912 nicht mehr die Wir= fung, daß neben ihnen eine etwaige Invaliden- oder Altersrente ruht. Die Renten kommen also vom 1. Januar 1912 neben den Pensionen voll zur Auszah­lung.

Der angebliche Spion Grosse. In dem Verfahren gegen den in Plymouth verhafteten angeblichen deut­schen Spion Grosse führte der Staatsanwalt aus, aus der beschlagnahmten Korrespondenz des Angeklagten gehe hervor, daß er beauftragt war, Tatsachen über die Konstruktion und Bewaffnung der britischen Kriegs­schiffe sowie über tatsächliche oder geplante Vorberet­tungen für die Bewaffnung der Handelsmarine im Kriegsfall zu erfahren. Das Polizeigericht beschloß hierauf das Hauptverfahren gegen Groffe vor dem Ge­schworenengericht.

7. In der Organisation der Invalidenversicherung treten folgende Aenderungen etn: a) An Stelle der febigen unteren Verwaltungsbehörde" tritt das Ver­ficherungsamt. Bei diesem Versicherunasamte sind alle Ansprüche aus der Invaliden- und Hinterbliebenen­Versicherung anzumelden. Die Entscheidung über die Ansprüche erfolgt durch den Vorstand der Landes- Ver­ficherungsanstalt. b) An Stelle des jetzigen Schieds­gerichts" tritt das Oberversicherungsamt", welches wie Bas frühere Schiedsgericht die Berufungsinstanz gegen die Entscheidungen des Vorstandes der Landes- Ver­' sicherungsanstalt bildet.

Wer wählt den Reichstag?

ein Teil der Ahnen der Hohenzollern begraben sind, die Summe von 10 000 Mart gestiftet. Der fleine Krenzer Berlin" ist am Montag nacht in Southampton eingetroffen. Das Schiff hat etne sehr ftirmische Fahrt gehabt und daher mehr Kohlen ver braucht als vorgesehen war. Deshalb legte es in Sout hampton an, wo es seinen Kohlenvorrat ergänzte.

Das Siemens- Schudert- Luftschiff machte Dienstag nachmittag eine Prüfungsfahrt über dem Müggelsee bei Berlin, bei der eine Geschwindigkeit von 19,23 Meter bei gerader Strecke mit dem Winde und gegen den Wind erzielt wurde. Damit ist die Schnelligkeit des Luftschiffes Schwaben" erreicht.

Ein Genesungsheim für türkische Offiziere soll in Wiesbaden aegründet werden. Zu diesem Zweck ist ein Komitee ins Leben getreten, das in dauernder Fühlung mit dem Roten Halbmond steht und verwundeten und erholungsbedürftigen Offizieren und Sanitätsoffizieren fostenfret Her- und Rückreise, Verpflegung und Be­handlung bieten soll.

Ein frohes Ereignis in der spanischen Königsfas milie. Die Königin von Spanten ist am Dienstag mor­gen von einer Prinzesstr entbunden worden. Der Ehe des Königs Alfons mit der Prinzessin Vittoria Eu­genia von Battenberg sind bisher dret Kinder entspros= sen: Infant Alfonso, geboren am 10. Mat 1907, Infant Jaime, geboren am 23. Junt 1908 und Infantin Bea­trice, geboren am 22. Junt 1909. Ein dritter Knabe tam im Juni vorigen Jahres tot zur Welt. Bierbrauerei und Bierbesteuerung. Im Jahre 1910 wurden im Gebiete der norddeutschen Brausfeuer gemeinschaft 38.08 Millionen Hektoliter Bier erzeugt gegen 37,34 Millionen Hektoliter im Nahre 1909, mit­hin 0,74 Millionen Hektoliter mehr. Da am obergärt­gen Biere 0,12 Millionen Hektoliter weniger als im Vorjahre hergestellt wurden, entfällt die Mehrerzeu­gung ganz auf das untergärtge Bter.

Das neue päpstliche Motuproprio, das die Geistlich­feit der bürgerlichen Strafgewalt entzieht, kam am Dienstag im fächstschen Landlag zur Besprechung. Nach der Begründung gab der Kultusminister Dr. Beck zu­gleich im Namen des Justizministers eine Erklärung Bahingehend ab, daß der päpstliche Erlaß für Sachsen feine Geltung habe. Sollte das aber später der Fall sein, dann würde es weder mit der allgemeinen Verfas­sung noch mit dem Gerichtsbarkeitsgesetz vereinbar sein. Die politische Spannung dauert an. Ein beträchtlt­cher Teil der Pariser Zeitungen bespricht die angeblich in Aussicht stehenden deutschen Rüstungen zu Wasser und zu Lande und gibt zum Teil noch völlig unver= bürgte Gerichte über angeblich geplante Neuaufstel lungen von Truppen wieder. Das Paris Journal" zieht daraus den Schluß, daß die deutsch- französischen Abkommen über Marokko und den Kongo durchaus nicht den gewünschten und von vielen erwarteten Er­folg gehabt hätten, die Spannung zwischen den Mäch­ten zu verringern und die Rüstungen etwas zu be­schränken. Die Pazifisten hätten sich wieder einmal gründlich blamiert und sollten uns in Zukunft mit ih­ren Schwadronaden zufrieden lassen. Frankreich habe aber seinerseits auf der Hut zu sein, um den übermä­ßigen deutschen Rüstungen entgegenzuarbeiten.

Diese Frage wurde, so schreibt man uns, jetzt in verschiedenen Truppentetlen den Refruten vorgelegt, um ihre Kenntnis von unseren staatlichen Einrichtun gen zu prüfen. Es handelte sich nicht um Rekruten aus der Wasserpollacket", sondern um iunge Leute aus guten, gesicherten, deutschen Verhältnissen, von denen die meisten freiwillig eingetreten waren. Es wurden threr 174 gefragt und nur 105 wußten die richtige, so einfache Antwort zu geben. Ganz und gar blieben 14 die Antwort schuldig. während 55 falsche Antworten ga­ben. Und diese falschen Antworten sind teilwetse so

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Aus Eifersucht.

Roman von Mar Hoffmann.

( Nachdruck verboten.)

Folgen der japanischen Hezereten gegen Deutsch­land. Infolge der andauernden Ausstreuungen der ja­panischen Preffe über angebliche Unterstübungen der Kaiserlichen durch Deutschland sind bei den deutschen Be­hörden in Tokio Kundgebungen der in Totto ansässigen chinesischen Revolutionäre eingegangen, in denen der Boykott der deutschen Waren angedroht wird.

Es war, als wenn es ihr ein guter Getst zugeflüt­stert hätte, daß dem Doktor an anderer Stelle sein Glick blithen werde, als in dem kleinen Betriebe einer weltabgelegenen Jrrenanstalt. Denn Frizz brachte et­nes Tages die freudige Nachricht, daß seine Trust- Di­rektion bei ihm angefragt habe, ob er nicht einen deut­schen Arzt als Oberleiter für dte sanitären Einrich­tungen der Gesellschaften vorschlagen könne, ein solcher werde dort sehr begehrt.

Ich habe selbstverständlich sofort an unseren Dok­tor gedacht," fügte er hinzu.

Ein Vorläufer des Balkanbundes? Auf eine An­regung der Sofioter Handelskammer hat die Konstantt­nopeler Handelskammer thre Einwilligung zur Grün­dung einer Baltan- Handelskammer" gegeben, die die Handelsverhältnisse am Balkan studieren und die Han­delsbeziehungen zwischen den einzelnen Balkanstaaten fördern soll.

Ist es eine vorteilhafte Stellung?" fragte der Ju­sttzrat.

" D, tch glaube, er würde zufrieden sein. Das An­fangsgehalt beträgt fünfzehntausend Dollars jährlich, außer den Nebeneinkünften, die sich auf gut fünftausend Dollars belaufen dürften."

Das läßt sich hören. Er muß natürlich dann drit­ben bleiben?"

Die Typhusepidemie in Berlin- Westen hat sich in immer stärkerem Maße ausgebreitet, so daß außer Schöneberg fetzt auch die Stadtverordnetenversammlung in Wilmersdorf energische Schritte zur Bekämpfung der Seuche veranlaßt hat.

Das Spielen mit Schießwaffen hat wieder einen schweren Unglücksfall zur Folge gehabt. Die Kinder eines Arbetters in Magdeburg spielten in der elterlt­chen Wohnung mit einem Tesching. Die 15jährige Schwester zielte auf ihren 7 Jahre alten Bruder Hans und drückte auf dessen Kommando los. Unglücklicher­weise war das Tefching geladen; der Knabe titrzte, schwer in die Brust getroffen, zu Boden.

Eine russische Truppenabteilung in Peking. In der letzten Nacht traf in Peking eine russische Abteilung ein, bestehend aus zwet Kompanien des fünften ost fibierischen Schüßenregiments mit zwei Geschüßen und awei Maschinengewehren, im ganzen 350 Soldaten mit fünf Offizieren. Sie soll zur Verstärkung der fremden Gesandschaftswachen dienen.

Das versteht sich," sagte Frtz lachend. Briefliche Wunderkuren würden ihm wohl nicht gestattet werden."

Kleine Nachrichten.

Von den eigenen Kindern überfallen nud mißhans delt. In Alteneffen stürmten die aus dem Hause ge­wiesenen beiden Gebrüder Rteken die elterliche Woh­mung und verletzten mit Baumpfählen thren Vater, thre Mutter und ihren Bruder lebensgefährlich. Die Täter wurden verhaftet.

Eine Spende des Kaisers. Der Katfer hat zum Zweck der gründlichen Restaurierung der St. Johann­Kirche in Ansbach, zu der Markgraf Albrecht Achilles im Jahre 1442 den Grundstein legte und in deren Gruft

Frau Heinroth, die bei dem Gespräch auch zugegen war, war sehr kleinlaut geworden. Sie sah ihre Toch­ter forschend an, die ihren Blick abwandte. Sollte sie thr einziges Kind für immer nach einem fernen, frem­ben Lande verlieren? Sie wagte kaum, daran zu denken. Ihr Mann schien ihren Gedankengang zu erraten und sagte freundlich:" Na, bis jetzt hat ja der Doktor bte Stellung noch nicht, und wir wissen ja auch gar nicht, ob er überhaupt annehmen würde."

" Das tommt auf eine Anfrage an," versette Friz. Man tönnte ja gleich telegraphteren."

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Eisenbahnränber. Der Postwagen des Schnell­zuges Savannah- Neuyort wurde in Südkarolina von awet Banditen geplündert. Auch ein russisches Räuber­stückchen wiro gleichzeitig gemeldet: Zwischen der Eisen­bahnstation Rogow und Blitzwia zwangen 16 bewaffnete Räuber den Versonenzug zum Halten. Während der größere Tell Ste Bassanten und Bahnbeamten bewachte, zerstörten die anderen die Kassette und raubten alles Gold- und Baptergeld.

Felicia wollte nichts davon wissen. Ein Wellchen können wir damit noch warten," entschted ste. Es wird dem Doktor gewiß lieb sein, wenn vorher hier alles ins Retne gebracht ist."

,, Meinst Du wirklich, daß Du noch zum Ziel kom­men wirst?" fragte Frib ungläubig.

Ich glaube wohl," erklärte Felicia fest.

Der Justizrat sah sie forschend an. Nun, das wäre jedenfalls ein schöner Triumph für die Frauen, wenn wir Männer auch auf dem Felde der Kriminalistik von ihnen geschlagen werden sollten."

Vermischtes.

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Die Grubenkatastrophe in Amerika. Bis jetzt sind aus der verschütteten Grube von Knorville 20 Leichen zutage gefördert worden. Montag abend wurden dret Bergleute lebend geborgen und das erweckte von neuem die Hoffnung, daß es gelingen wird, auch noch die an­deren 200 Verschütteten in Sicherheit zu bringen. Sie erzählten, daß sie alle noch am Leben feten und keine Vorstellung davon hätten, daß sie schon 3 Tage und 2 Nächte unter der Erde wetlten. Sie haben die ganze Zeit über von einer Frühstücksration gelebt. Die Nach­richt von der Rettung der dret Bergleute hatte eine neue Belagerung des Schachteinganges zur Folge und es kam unter den Angehörigen der Verschütteten zu er­regten Szenen. Das Rettungswert wurde von 20 Set­tenstollen aus durchgeführt, während die Verschütteten im Innern einen Wall errichtet haben, um sich gegen. die eindringenden schwarzen Staubmaffen zu schützen. Nach neueren Meldungen sind bisher fünf Mann gerettet worden. 30 Leichen wurden geborgen. wet wahnsinnig gewordene Bergleite flohen vor den Ret­tern in verlassene Stollen und konnten bisher nicht auf­gefunden werden.

,, Warum nicht?" rief ste. Wir haben das Zeug zu allem und werden uns auf allen Gebieten den soge= nannten Herren der Schöpfung ebenbürtig erwetsen. Hter kommt aber noch etwas anderes hinzu. Ich habe die Nachforschungen nicht von Rechts wegen, sondern als Liebhaberin unternommen, und da ist es klar, daß ich viel mehr Feuereife in die Wagschale zu legen hatte." " Das wollen wir dahingestellt sein lassen, Fräu­lein." Es ist doch so! Hat man von setten der Boltzet überhaupt alles gründlich erwogen? Nein, das bestrette ich!"

" Das müßten Ste erst noch beweisen."

" Sehr gern. Sind alle Menschen, die nur trgend in Beziehung zu dem Hause stehen oder gestanden haben, einem eingehenden Verhör unterworfen worden?"

" Sicherlich," sagte der Justizrat mit Würde. Mich selbst hat man über eine Stunde verhört."

Ein merkwürdiger Diebstahl bet der Voft. Ein beim Bostamt Schweidnitz aufgeliefertes Paket, nach Spandau gerichtet und Ka. schwer, nach allen Rich­tungen etwa 15-20 Rentimeter lana, tft verschwunden. Der Inhalt des in Sackleinwand eingehtillten Pakets bestand aus dem Artillerievtsierfernrohr Nr. 1120, das in einem mit Werg umwickelten ledernen Futteral steckte. Auf die Wiedererlangung wird hoher Wert ge­legt. Alle Postanstalten, die in Frage kommen können,

,, Und mich, wie Du weißt, zwei Stunden lang," fügte Frizz verstimmt hinzu.

Auch Ihr Personal, Herr Justizrat?" Was geht das mein Personal an?" Hatten Ste nicht Ihren Bürovorsteher bet sich, als das Testament vom Herrn Regierungsrat aufgefeßt wurde?"

Ach so! Na, der ist natürlich auch verhört worden.

Die Sache war aber rasch erledigt; denn er brauchte nichts weiter zu tun, als sein Alibi todsicher nachzu­weisen.

,, Durch wen?"

" Durch seine Wirtin. Er hatte an dem betreffen­den Abend bis um sieben Uhr bet mir zu tun gehabt, war dann gleich nach Hause gegangen und nicht mehr ausgewesen. Schon um zehn Uhr hatte er sich schlafen gelegt."

,, Woher wußte die Frau das so genau?"

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,, Er hatte ihr erzählt, daß er nicht recht wohl set, dann auf seinem Zimmer gelesen und hatte gleich be­gonnen, sich auszukleiden, als sie kurz vor zehn Uhr fam, um sein Bett abzudecken. Sie hatte dann noch bis gegen Mitternacht in dem Zimmer neben dem set­nigen genäht und thn deutlich schnarchen hören. Morgen hat sie thn mehrere Male wecken müssen, well er wie ein Murmeltier schlief. Wenn er in der Nacht ausgegangen wäre, so hätte sie es hören müssen, da ste die Korridortüre verschlossen und noch eine Sicherheits­fette vorgelegt hatte. Kurz, Christian Frank, wie er heißt, konnte gar nicht weiter in Betracht kommen ,, Er ist nicht mehr bet Ihnen, Herr Justizrat?" ,, Nein, schon acht Tage nach fenem Vorfall erhielt er die Nachricht aus der Schwetz, von wo er herstammt, daß seine Mutter schwer erkrankt set, und da bat er mich, thn zu entlassen. Er hatte so wie so schon immer über sein drückendes Heimweh geklagt."

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,, Wo wohnte er?"

,, Das kann ich jetzt nicht genau sagen. Ich kann aber nachsehen und es Ihnen mittetlen, wenn es sie so sehr interessieren sollte."

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Ich würde Ihnen sehr dankbar dafür sein. Itegt mir in der Tat sehr viel daran, es zu wissen." Der Justizrat lächelte gutmütig. Ste halten ihn wohl gar für den Täter? Wie ich schon auseinander­setzte, steht sein Alib: unumstößltch­

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