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sein Mechaniter Garde hatte einen Propeller angedreht, ohne zu bemerken, daß der Aviatiker schon den Motor in Bewegung gefeßt hatte. Der Propeller traf den Mechaniker mit furchtbarer Gewalt und schnitt ihm glatt das rechte Bein ab. Garde wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er in hoffnungslosem Zustande darntéderitegt.
Ein nettes Hochzeitsgeschenk. In der Kirche zu Racine in den Vereinigten Staaten fand gestern die Trauung von John Reid jun., einem Neffen des ame= rikanischen Botschafters Reid in London, mit Fräulein Jeanette Bull statt. Der Vater der Braut, ein MulttMillionär, war bei dem Hochzeitsdiner so guter Laune, daß er der Braut ein Extra- Hochzeitsgeschent in Gestalt eines Schecks auf zehn Millionen Mark gab. Ein amerikanischer Multi- Millionär darf sich erlauben, solche Ertrageschenke zu machen.
Von einem Hunde zerfleischt wurde gestern nachmittag in Berlin ein 12 Jahre altes Mädchen. Ste spielte vor der elterlichen Wohnung, als sie plöglich von einem großen Hunde angefallen wurde. Das wütende Tier zerfleischte dem Kinde das rechte Bein bis auf die Knochen und fügte ihm weitere zahlreiche Bißwunden am ganzen Körper zu. Das schwerverletzte Mädchen wurde dem Krankenhause zugeführt.
Die Hoteliers westfälischer Städte tamen in Dortmund zusammen, um über eine allgemeine Erhöhung der Preise für Speisen in Gasthöfen und Restaurants zu beraten, und einigten sich dahin, daß ein Mitagessen, bestehend aus Suppe, zwei Gängen und Nachtisch durch= weg nicht mehr unter 1,50 bis 1,75, ein dreigängiges Mittagbrot nicht unter 2,25 Mark verabreicht und auch die Preise für Abendessen und Einzelspeisen nach der Karte entsprechend heraufgesetzt werden sollen. Der ungesunde Zustand, in dem der Gastwirtestand durch die Lebensmittelteuerung geraten, werde, hieß es, noch dadurch gesteigert, daß die Pächter von Brauerelausschänfen nicht selten von den Brauereien einen festen jähr= lichen Zuschuß für die Küche erhielten.
Gazellenbraten in Paris. In Paris versucht man auf originelle Weise der auch dort herrschenden Fietsch= not entgegenzuwirken. Schon vor zwei Jahren kam ein Wildprethändler auf dem Montmatre auf die Idee, Kamelfleisch in den Handel zu bringen. Er fand aber bei den Einwohnern der Seinestadt wenig Sympathie für fein Unternehmen. Jest bietet so meldet die Deutsche Fletscher- Zeitung- ein Händler der Partser Markthalle Gazellenfleisch zum Verkauf an und verlangt dafür nur 1,20 bis 1.60 Franken für das Kllo. Sein Lieferant ist ein Schlächter in Tunis. Der Schlächter macht übrigens gar fein Hehl daraus, daß er von eingeborenen Wilddieben versorgt wird, die unter den Augen der zuständigen Behörden Jagd auf die schönen Tiere machen. Ein Pariser Blatt meint zu der Meldung, daß dieser Versuch, der herrschenden Fleischteue= rung zu steuern, angesichts der hohen Breise für Ochsenund Hammelfleisch mindestens diskutabel set, vorausge= setzt, daß das Gazellenfletsch dem verwöhnten Geschmack der Bariser entgegenkomme.
Bwet Fliegen auf einen Schlag. Parkwächter( et= nen Herrn belauernd, der Blumen abpflückt):„ Auf's Blumenbinden scheint sich der Karl zu verstehen! Wenn er das Bufett fertig hat, schreib' ich ihm auf, konfisztere die Blumen und schent' sie meiner Frau morgen zum Geburtstag!"
Wie sich Graf Metternich verteidigt.
In dem an sensationellen Zwischenfällen reichen Prozeß gegen den Grafen Gisbert Wolff- Metternich ist am Donnerstag nachmittag das Urteil gefällt worden. Der Graf wurde zu neun Monaten Gefängnis verurteilt, wovon sechs Monate als durch die erlittene Untersuchungshaft verbüßt erachtet werden. Der Angetlagte will gegen das Urteil Revision einlegen. Vor der Urtellsverkündung hatte Graf Metternich in stetgender Erregung noch einmal heftige Anklagen gegen den Staatsanwalt gerichtet und sich bemüht, die Aussagen der Zeugin Frau Wertheim als unwahr hinzustellen.
Der Angeklagte ging dann auf die Einzelfälle über und sagte: Betrogen habe ich niemals in Berlin. Schuldeit habe ich allerdings gemacht, aber immer von der Voraussetzung ausgehend: Du wirst dich später doch rangieren! Ich bin nicht, wie der Staatsanwalt sagt, aus der Familie ausgestoßen. Ich habe ständig in Korrespondenz mit meinem Vater und meinen Schwestern gestanden. Es hat immer geheißen, bis Oktober 1910 folle ich warten, dann bekäme ich wie die anderen Geschwister meine Apanage. Die Hetrat mit meiner jeßigen Frau trat dem entgegen. Ist nicht die große Schauspielerin Vallentin genau so wie die Dolly Pinfus, deren Millionen nach der Behauptung der eigenen Mutter vom Vater zusammengestohlen" worden sind?! Ich selbst, als armer Mensch, bin ja gar nicht angeklagt; aber der Name Metternich ist angeklagt. Wenn ich nur daran denke, wie damals von dem Staatsanwalt oder der Kriminalpolizei in die Zeitungen lanziert
Ob sie vielleicht schon hinter ihm waren? Er sah fich scheu um; aber auf der schnurgeraden Landstraße, die sich schter endlos wie ein weißgrauer, dicker Strich hinter ihm dehnte, war niemand zu sehen. Doch! Ganz in der Ferne bewegte sich ein Mensch! Ach, das war fa die Bauersfrau, die vor einiger Zeit bet thm vorübergegangen war! Und er mußte lächeln über seine übertriebene Furcht.
Je näher er dem Walde kam, desto freier und leichter wurde ihm. Und er fing in seiner Freude unbewußt an, laut mit sich selbst zu sprechen.„ Bist ja ein richHges Hasenherz geworden! Hast doch eigentlich gar ketnen Grund zur Furcht! Nur Mut! Mut!"
" Sehr richtig!" hörte er eine Heisere Stimme sagen. Er fuhr zusammen, blteb entsetzt stehen und wäre vor Schreck beinahe ins Knie gesunken. Und dann faßte er sich wieder. Das war ja nur der alte Invalide gewesen, der dort an der Umzäunung stand und die Gittertitr für die Passanten öffnete.
Er griff ins Portemonnate und warf ihm ohne hinzusehen, ein Geldstück zu, um nur recht rasch bet thm vorbetzukommen.
,, Danke! Danke! Vergelts Gott viel tausendmal, Herr Graf!" rtef der Alte erfreut. Hatte er ihm zu viel gegeben? Schadet nichts, nur weiter, wetter!
Die Kiefern mit ihren Bitscheln schwarzgrüner Nadeln nahmen ihn jetzt schweigend auf, und kein Laut war um ihn zu vernehmen. Da konnte er feine Gedanken wieder etwas sammeln. Und er begann sich alles noch einmal vorzuhalten, wie es gewesen war. Das konnte man doch ruhig alles erzählen! Warum war er fortgeet? Dummtopf, der er gewesen war! Aber dann kam thm wieder die Angst vor der Schande. Und würde man thm jetzt überhaupt noch glauben? Ach, es war das Beste, wenn er bald ein Ende machte!
Er tastete in seine Tasche, aber da er den harten. talten Pistolenlauf fühlte, fchreckte er angewidert zu
wurde, der Graf Metternich ist ein Betrüger... Der Vorsitzende unterbricht ihn:" Der Staatsanwalt lanziert nichts in die Presse." Angeklagter fortfahrend: " Ich sagte ta, der Staatsanwalt oder die KriminalpoItzet. Ich wurde mit 19 Jahren nach Amerika geschickt, verstand fein Wort spanisch, und mußte arbeiten wie ein gewöhnlicher Arbetter. Als ich zurückkehrte, fingen im Elternhause dieselben Reibereien wieder an. Was hat man für mich getan? Nichts! Höchstens die 30 Mark monatlich. Sprechen Sie mich bitte frei! Denfen Sie an mich, an die Leiden meiner Frau, die, nachdem sie mich im Gefängnis besucht hatte, abends das Publikum durch Scherze auf der Bühne unterhalten mußte. Bitte sprechen Sie mich fret! Der Angeklagte rief nochmals sehr erregt, daß er Revision einlegen werde, gestikulierte lebhaft in der Luft herum, sprach mit seinen Verteidigern und wurde dann wieder ins Untersuchungsgefängnis abgeführt.
Zur Begründung des Urteils
führte der Vorsitzende aus, daß der Angeklagte in den feinsten und teuersten Lokalen und in Nachtlokalen mit der weiblichen Halbwelt verkehrt habe, und dort in etner Nacht soviel Geld ausgegeben habe wie eine Arbetterfamilie taum in einem Monat. Um sich das nötige Geld zu verschaffen, hätte der Angeklagte große Schulden gemacht und Wechsel ausgestellt, obwohl er gewußt habe, daß er sie nicht einlösen könne. Bei der Strafzumessuna habe der Gerichtshof die Jugend des Angeklagten und den Umstand, daß er von seiner Familte verlasser wor, in Erwägung gezogen. Straferschwerend kam dagegen in Betracht die Höhe der Summen und das schlemmerische Leben des Angeklagten.
Die Rebellen in China.
Die Nachrichten aus dem Aufstandsgebiet in Sitdchina lauten immer bedrohlicher. Ausländer sind fretItch noch nicht getötet worden, und die Revolutionäre haben Anordnungen für ihre Sicherheit getroffen. Dte europäischen Mächte aber haben auf alle Fälle Kanonenboote nach Hankau beordert. Was Deutschland anbelangt, so Itegt das Flußkanonenboot Vaterland" vor Hankaut. Das Flußkanonenboot Otter" ist von den Stromschnellen zwischen Itschang und Tschunking auf der Fahrt nach Hantau. Ferner soll das Kanonenboot ger" heute oder morgen vor Hankau eintref= fen. Der Kreuzer etpzig" Itegt vor Schanghai. Die Lage im Aufstandsgebiet wird durch folgende Meldungen gekennzeichnet:
Die Rebellen in Wutschang haben eine Proklamation erlassen, in der sie jeden mit Enthauptung bedrohen, der Beamte versteckt, Fremde beleidigt, Kaufleute schädigt, den Handel stört, mordet oder brennt und die Hankauer Freiwilligen bekämpft; sie versprechen eine Belohnung jedem, der ihnen Nahrung zuführt und Munition Itefert, die Fremdenniederlassungen schützt, die Kirchen bewacht und Mitteilungen über dte Bewegungen des Feindes macht. Die Revolutionäre haben eine allgemeine Volksarmee aufgestellt. Die Tore von Wutschang sind geschlossen; das Betreten der Stadt ist unmöglich. Ein Teil der Missionare hat diese verlassen.
Die Pekinger Regierungskreise betrachten die Lage in Wutschana als sehr ernst. Die Wachen vor den Balästen des Regenten, der Prinzen und der Würdenträger in Peking sind bedeutend verstärkt worden. Man beabsichtigt, falls die Lage in den Provinzen sich verschlimmern sollte, über Beting den Belagerungszustand zu verhängen. Durch ein kaiserliches Edikt wird befohlen, daß zwet Armeekorps unter dem Kriegsmtnister unverzüglich nach Wutschana abgehen sollen; ferner ist die Abfahrt von Kriegsschiffen angeordnet worden. In der Eingeborenenstadt von Hankau solTen am Mittwoch 200 bis 300 Mandschus getötet worden sein.
Der Draht meldet ferner:
Peking, 13. Oftober. Die gefeßgebende Versammlung der Provinz Hupeh hat sich von der kaiserItchen Regierung losaesagt. Die Aufständischen in dte= fer Provinz, 10 000 Mann, sollen 30 moderne Geschütze erbeutet haben. Aus Tschengtu wird gemeldet, daß die Aufständischen das ganze Gebiet zwischen Klating und Kwan besetzt halten.
0 London, 13. Oftober. Nach einer Rentermel: dung aus Sanfan fam es heute nacht zu einem Massakre unter den Mandschn- Familien. Die Gefängnisse wurden geöffnet nnd die Sträflinge entflohen.
Das Spiel um den Frieden.
Die Friedensunterhandlungen wegen des türkischttalienischen Krieges, so wird von maßgebender ttaItenischer Seite erklärt, könnten in diesem Augenblick zu feinerlet Resultat führen, denn Tripolis müsse er st vollständig besetzt sein, ehe Jtalten an Frieden denken könne. Dann könne man zurzelt unmöglich von Frieden sprechen, da man nicht wisse, wer der Herr in Konstantinopel set. Erst müsse dte türkische Kammer ritck. Nein, soweit war es doch noch nicht mit ihm!
So wanderte er stundenlang plan- und ziellos auf dem mit braunen Kieferunadeln besäten Sandboden umber, bis er vor sich Wasser aufblizen sah. Es war die Havel, die dort brett und ruhig, still und ernst wie sett Jahrtausenden dahinfloß. Sein Herz wurde ihm welch und er mußte sich an einen Baum niedersetzen.
Wie oft war er in der Jugend hter in dieser Gegend gewesen! Und er erinnerte sich besonders etnes Schulausfluges, bet dem die sehr lebhaften Jungen dem beltebten, schwärmerisch verehrten Lehrer beim Kriegsspiel ein Brillenglas entzwet geschlagen hatten, was dem gutmütigen. Mann beinahe ein Auge hätte kosten können. Er war jetzt berühmter Professor in Bonn. Und die Mitschüler? Teils in Aemtern und Würden, tells in den Niederungen des Lebens geblieben oder verdorben und gestorben. So ist das Leben! Und er?
Mit einem Seufzer sprang er auf. Hatte es nicht In seiner Nähe geraschelt? Was war es gewesen? Vielleicht ein dürrer Zweig, der zur Erde gefallen war, vielleicht auch eine Gehörtäuschung infolge seiner überhizten Phantasie.
Es zog thn mit Macht nach dem Wasser und er begab sich auf die unten sich hinziehende Landstraße. Aber da kamen Männer mit Angelruten; er verlor sich wieder in den Wald und nahm sein unstetes Umhertrren von neuem auf.
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Mit einem Male lichtete sich der Wald, und stand, ohne sich klar zu sein, wie er dorthin gekommen war, auf einem großen, freien Raum mit schmucklosen Grabhügeln. Er kannte den Ort. Dort ruhten die, die im Laufe der Jahre aus Verzweiflung über irgend eine böse Tat, über ihren Leichtsinn, oder auch aus Gram, Kummer, Schmerzen und Sorgen in dieser weltfernen Gegend sich gewaltsam die Pforte zu einem geheimnisvollen, unbekannten Land geöffnet hatten und dann flanglos und meist unbeweint im Schoße des Waldes gebeitet worden waren. Er mußte darüber staunen, wie
zusammentreten, dann müsse das gegenwärtige türkische Kabinett sich entweder festigen oder stürzen und ein neues ernannt sein. Die Friedensbedingungen, die Ita Iten stellen würde, und von denen es unter feinen Um ständen abweichen dürfe, ließen sich schon heute präzifieren: Tripolis müsse unbedingt eine italie= nische Provinz sein, fede noch so formelle Anerken= nung einer türkischen Oberherrschaft müsse unbedingt ausgeschlossen sein. Ließe Italien der Türkei auch nur die geringste Handhabe, so könne dies die bösesten Folgen haben. Solange ein Halbmond über Tripolis wehe, solange würden die Araber in den Türken immer den Herrn anerkennen. In diesem Augenblick set Italien sogar bereit, eine Entschädigung zu zahlen, allerdings dürfe die Türket sich nicht allzulange befinnen.
Im Gegensatz zu dieser italienischen Auffassung scheint man in Konstantinopel an günstigere Frie= densbedingungen zu glauben. Offiziös wird hierzu aus Konstantinopel gemeldet, man hoffe zu einer für beide Parteten genehmen Lösung zu gelangen. Die Mächte und die Pforte feien auf dem Wege, eine Basis für Verhandlungen zu finden, die zugleich die Sout= veränttät der Türkei über Tripolitanien und die Cyrenaika aufrecht erhalten, wie die Interessen ItaItens berücksichtigen werde.
Die neuesten Meldungen.
Nach Meldungen römischer Blätter sind jetzt im ganzen 22 000 Soldaten in Tripolis gelandet. 15 Mitglieder des Komitees für Einheit und Fortschritt sind ausgewiesen worden. Während der Beschießung find 300 Sträflinge entwichen. Andauernd werden Plünderer festgenommen. Es wurden Schriftstitcke des Komitees für Einheit und Fortschritt beschlagnahmt, in denen die Araber zu Massakres der Italiener aufgefordert werden. Die Ankunft weiterer Araberhäuvtlinge des Innern gilt als bevorstehend. In Tripolts soll die Cholera ausgebrochen sein und beretts viele Opfer gefordert haben. Ausgehungerte Araber griffen die Türken vor Tripolis an, um ihnen Lebensmittel zu nehmen, wurden aber blutig zurückgeschlagen. Wie es heißt, soll der frühere deutsche Offizier von Lochow, der nach Berichten italienischer Blätter dte Bevölkerung aufheßt, aus Tripolttanten ausgewiesen worden sein In Mailand soll eine Gesellschaft mit 500 Miltenen Lire in der Bildung begriffen sein, um der italienischen Regierung das Geld für eine eventuelle Entschädigung an die Türket gegen Konzes= sionen in Trivolis vorzuschteßen. An der Spitze der Gesellschaft for eine große Mailänder Bank stehen.
Konstantinopel, 13. Oktober. Hier wurde ein Komitee zur Organisation des schärfsten antiitalientschen Boykotts und zur Erziehung der Jugend zum Haß gegen Italien gebildet.
Grenzverlekung durch die Montenegriner.
Konstantinopel, 13. Oktober. Ein Telegramm, das im Ministerium des Innern eingetroffen ist, mel= det, daß 17 montenegrinische Soldaten versucht haben, die türkische Grenze zu überschreiten. Die ti fifche Grenzwache feuerte. Im Verlauf des sich entspinnenden Kampfes hatten die Türken zmet Tote und dret Verwundete, die Montenegriner zwölf Tote und Verwundete.
Drahtnachrichten und neuestes. Verzweiflungstat ans Gram über den Tod des Gatten. Berlin, 13. Ottober. Die 28 Jahre alte Witwe Hinze hat sich und ihr sieben Jahre altes Töchterchen aus Gram über den fürzlich erfolgten Tod thres Gat= ten in ihrer Wohnung in Grünheide bet Erfner durch Leuchtgas vergiftet. Das Kind ist tot, die Frau liegt lebensgefährlich darnieder.
Folgenschweres Gifenbahnunalike in Auffia. Aussig, 13. Oktober. Heute frith stieß ein Personenzug der Aussig- Teplißer Eisenbahn mit einer ihm entgegenkommenden Lokomotive zusammen. Der Kondufteur des Zuges wurde getötet, 30 Personen wurden metst schwer verletzt.
Eine Niederlage der Spanier in Marokko. Paris, 13. Oktober. Wie die Aaence Havas aus Marokko meldet, ist eine spanische Militärstation bet Seluan am Donnerstag von 500 Eingeborenen angegriffen worden. Die Spanter haben große Verluste gehabt. Hundert Mann von ihnen sollen von den Eingeborenen geköpft worden sein.
Die portugiesischen Monarchisten in Tätigkeit. Lissabon, 13. Oftober. Die Monarchisten sollen gestern die Grenze wieder überschritten und zwet wettere Orte besetzt haben. Eine Heren- Merbrennung in itnaarn. Budapest, 13. Oftober. Nach einer Meldung aus Großwardein brachte die feit einigen Wochen in der Ortschaft Hoszuasza wütende Geflügelpeft die Einwohner auf den Gedanken, daß eine alte Kartenschlägerin mit ihren Karten- Kunststücken die Schuld an dem Unglück trage. Ste drangen in das Haus der Alten ein, banden sie fest und zündeten die Hütte an, die mit dem Opfer vollständig in Flammen aufaina.
sich die Zahl der Hügel vermehrt hatte. Vor fünfzehn Jahren war er als Schiller hier gewesen, da war es ein ganz kleines, schwer auffindbares Gebiet, und jetzt war es ein richtiger Friedhof. Also so viele-!
Und auch er sollte vielleicht zu diesen gehören? „ Nein, nein!" rief es laut in thm.„ Ich will nicht! Ich will noch wirken und schaffen! Ich bin ja erst dret= Big Jahre!"
Wie von Furten gepettscht, eilte er von dannen. Ein feiner Sprühregen hatte eingesetzt, der den Boden schlüpfrig machte, so daß er mehrere Male ausglitt und hinfiel. Er hatte sich jetzt wirklich verirrt und wußte nicht, nach welcher Richtung er sich wenden sollte. Aber er Itef weiter, so gut es ging.
„ Na, man nicht so ellig, werter Herr!"
Ein großer, vterschrötiger Kerl stand wie aus dem Boden gewachsen vor ihm. Er war zerlumpt und hatte einen Knotenstock in der derben Faust.
„ Warum laufen Sie denn so," fuhr er fort.„ Hier ists doch ganz gemütlich!"
Der Doktor maß thn ärgerlich von oben bis unten und wollte ohne ein Wort zu sagen, an ihm vorüber. Der andere vertret ihm den Weg.
,, Könnten Sie mir vielleicht ein paar Groschen borgen?" fragte er frech.„ Ich kanns gebrauchen."
Dem Doktor wurde es unheimlich. 3og er sein Portemonnaie, so lief er Gefahr, daß es ihm der Karl wegriß. Er fühlte in seine Tasche. Da steckten noch et nige Nickel, die er ihm gab.
Der Fremde machte eine enttäuschte Miene und ver30g sein Gesicht zu einer Grimasse. Wenig!" brummte er verächtlich.„ Sagen Sie mal, wieviel ist denn eigentlich die Uhr?"
( Fortsetzung folgt.)


