Ausgabe 
14.10.1911 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Die Einigung in der Maroffofrage.

Der schwierigste Tell der deutsch- französischen Ver­handlungen, die Einigung über Marotto selbst, tst ver­richtet. Die Norddeutsche meldete, wie berichtet, amitt­woch, daß der über Marokko bezügliche Teil des deutsch- französischen Abkommens unterzeichnet worden ist. Damit zusammenhängende Kompensa= tionsverhandlungen sind wieder aufgenommen worden. Die amtliche Mitteilung enthält für unterzeich­net die Bezeichnung paraphtert". Das bedeutet eine abgekürzte Unterschrift, etwa mit dem Anfangsbuch­staben des Namens, also etwa dasselbe, was man im gewöhnlichen Leben die Schlußformulierung eines An­frags nennt, dem zur Gültigkeit nur noch die volle Namensunterzeichnung fehlt. Die volle Unterschrift der Unterhändler wird selbstverständlich nur unter das Ge­famtabkommen gestellt werden, welches das Ma­rotto- Statut und die Kongo- Kompensationen gemeinsam umfaßt.

Derlieren wir Kamerun?

See. Der Eber" hat Befehl erhalten, sich in nächster Bett in Las Palmas aufzuhalten, um die neue Besatz­ung an Bord zu nehmen.

Eine Ver= Die Detaillisten und die Teuerung. sammlung der Cölner Mitteistandsvereinigung fitr Handel und Gewerbe sprach sich entschieden gegen die vom Minister vorgeschlagenen Mittel, zur Behebung der Teuerung städtische Verkaufsstellen für Fische und sonstige Lebensmittel einzurichten, aus, da hierin eine bedenkliche Schädigung des steuerzahlenden gewerblt­chen Mittelstandes hervorgerufen würde.

Flieger Schreck und einem Offizter besetzt war, wurde auf dem Flugplatz in St. Aumer ein sechsjähriges Kind getötet.

Lyuchiustiz in Nordamerika. Die in den Vereinig­ten Staaten von Nordamerika in letter Bett fast ept demisch auftretende Lynchjustiz erregt dort allmählich ernste Besorgnis. In Caruthersville im Staate Mis= fourt wurden gestern wieder zwet Neger gelyncht. Ane anderen Neger wurden durch Steinwitrfe aus der Stadt vertrieben.

Der Gewerkverein christlicher Bergarbeiter Deutsch­lands hat in einer außerordentlichen Generalversamm­lung in Effet zur Lohnfrage eine Entschließung ge= faßt, wonad, sie mit aller Schärfe das Verhalten vieler Grubenverwaltungen verurteilt, die in den Betrieben, in denen viele Kohlen gefördert werden, für einen Teii der Arbeiter Ueberschichten abfahren lassen, während sie auf der anderen Seite für die Belegschaften Feterschich­ten einleger. Nicht weniger bedauerlich set es, daß die Bechenverwaltungen des Ruhrgebietes threm Verspre­chen, die Löhne steigen zu lassen, ganz ungenügend nach­gekommen feten. Gerade der Bergbau, dem die nationa­len Bodenschäße ohne Gegenleistung zur Ausbeute überlassen würden, müsse auf das Wohl der von ihnen beschäftigten Arbetter und auf die Allgemeinheit Rück­ficht nehmen, statt in den Zeiten einer außerordentlichen Notlage in erster Linie für die Erzielung möglichst ho­her Dividenden des angeschlossenen Kapitals Opfer zu bringen. Der Vorstand des Gewerkvereins wird eine Eingabe an Regierung und Reichstag richten, damit Abhilfsmaßregeln erfolgen.

Nachdem der erste Teil des deutsch- französischen Abkommens erledigt ist, haben die Verhandlungen dar­über begonnen, was uns Frankreich für unseren Ver­zicht auf Marokko vergüten will. Es sind die Kongo­Kompensationen, um die die Beratung sich dreht. Was darüber heute in der Presse gemeldet wird, ist geeignet, einige Beunruhigung in Deutschland hervorzurufen; denn wenn sich die Mitteilungen bewahrheiten, so tst es um unser Kamerun geschehen. Der Berliner Korre­spondent der Köln. Volfsztg." erklärt, daß die deutsche wie die französische Regterung bezüglich der Kompen­fattonen über die bisherigen Forderungen völlig im tiaren feten. Die Meldungen Pariser Blätter über die Abtretung eines Tetls von Kamerun und voraussichtlich auch an derer deutscher Kolo= ntalgebiete vermag man im Auswärtigen Amt nicht für falsch zu erklären. Von dem französischen An­gebot, betreffend Gebietsabtretungen am Kongo, schweigt man im Berliner Auswärtigen Amt. Der Reichskanzler werde im Reichstag auf die Interpella­Honen hin keine Antwort geben, bevor die Marokko­verhandlungen zu Ende sind.

Eine Wertzuwachssteuer in Frankreich. Der fran­zösische Finanzminister verlangt im Budget für 1912 ei­nen Kredit von 20 000 Francs zwecks Vorbereitung einer Wertzuwachssteuer auf Grundstücke.

Noch bedenklicher flingt, was der Berliner Vertre­ter des Pariser Matin" seinem Blatte meldet: Aus absolut zuverlässiger Quelle erfahre ich, der Kanzler habe in voller Uebereinstimmung mit Riderlen- Wäch­fer und dem Kaifer beschlossen, einen sehr bedeu tenden Tetl Kameruns an Frankreich abzutre­ten. Die höchste Persönlichkeit des Netches, vor kurzem noch gewissen Mächten wenig günstig gesinnt, habe er­flärt: Es ist ganz richtig, man muß dem Selbstge= fühl des großen französischen Volkes Rech­nung tragen und sich erinnern, daß man die Fran­zosen stets mit Güte gewinnen muß." Der Ma­fin"-Vertreter schließt: Es scheine somit, daß ein glück­licher Abschluß der Verhandlungen sich nicht mehr lange verzögern wird.

Kleine Nachrichten.

Aus den Gerichtssälen.

fein

ohne

in B

chan

das

gebr liegt

Ract

Trau

ritan

Jean

Milli

daß

ftalt

amer

folche

mitt Spiel einen

Tier Knoc

am wurd

2

mund

der P

au ber

besteh weg 1 Mitta

die

Karte

gefuni

Leben­durch

Eine französische Sprachlehrerin der Spionage ans geklagt. Die vereinigten 2. und 3. Straffenate des Reichsgerichts beschäftigen sich gegenwärtig mit der Spionageaffäre Thirion. Die 31 Jahre alte Angeschul­digte, Germaine Marie Thirion, ist im Frühjahr in Cöln verhaftet worden und zwar auf Betreiben eines neutschen Offiziers, von dem sie Pläne der Festung We­sel herauslocken wollte. Nach Cöln ist sie gekommen, als ihr in Düsseldorf der Boden zu heiß wurde; denn es fanden Haussuchungen bet thr statt, weil sie sich als Kellnerin in einem von Offtzteren besuchten Restaurant verdächtig gemacht hatte, im Dienste des französischen Nachrichtenbureaus zu stehen. Dt eThirion, die sich auch Madame de Brèsne genannt haben soll, hat ein Stück Abenteurerleben hinter sich. Sie hatte sich schon in einer Reihe deutscher Städte aufgehalten und ferner eine Zeit­lang in London gelebt, wo sie ein Attentat auf ihren Geliebten Howard verübte, als dieser fie verließ. Die Angeschuldigte ist 1880 in Ville Paris als Tochter et­nes Eisenbahnbeamten geboren. Seit 1905 will sie in Deutschland in verschiedenen Städten als Sprachleh­rerin, nie aber als Kellnerin tätig gewesen sein. 14 Zeugen sind geladen. Unter den Sachverständigen be­findet sich Major von Wrisberg vom preußischen Ge­neralstab. Gleich zu Beginn der Verhandlungen bean­tragte der Vertreter der Anklage, daß im Intnresse der Sicherheit des Deutschen Reiches die Deffentlichkeit für die ganze Dauer der Verhandlungen ausgeschlossen werde, und der Gerichtshof beschloß demgemäß. Die Verhandlungen dürften mehrere Tage dauern.

Der Kronprinz trifft im Laufe der nächsten Woche als Gast des kardinals Kopp auf Schloß Johannes­burg( Desterreichisch- Schlesien) ein, um einer Einla­dung zur Jagd zu entsprechen.

Man darf vorerst hoffen, daß sich die Mitteilungen des Matin wie so oft auch diesmal als unrichtig erwet­fen und annehmen, daß es sich vorläufig nur um einen Versuchsballon handelt. Denn unser Kolontalbesitz ist uns doch zu teuer, als daß wir ihn gegen wertlose Distrikte am Kongo eintauschen.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

=

Die Kronprinzessin traf am Donnerstag nachmittag in Langfuhr ein. Sie wurde auf dem Bahnhof und auf dent Wege zur Villa von der Bevölkerung jubelnd be­grüßt. Die Provinz Westpreußen und die Stadt Dan­zig hatten Blumen als Willkommensgruß in die Villa geschickt. Vor der Villa sang das Publikum wiederholt die Nationalhymne.

Fürst Bülow beabsichtigt, in dem Hamburger Vor­ort Klein- Flottbeck Grundbesitz zu erwerben. Daß der Fürst, der bisher den größten Teil des Jahres in Rom zubrachte, in Zukunft in Hamburgs unmittelbare Nähe wohnen will, geht auch daraus hervor, daß seine um­fangreiche Bibliothek nach Hamburg geschafft werden soll.

Der Reichstag wird nach seinem Wiederzusammen­tritt die Reichsregierung über Maßnahmen gegen die Teuerung interpellteren. Teuerungsinterpellationen sind außer von den Sozialdemokraten auch vom Zen­trum und den Freisinnigen beschlossen worden. Wie verlautet, sind die Vorerhebungen über die Einfuhr ge­frorenen argentinischen Fleisches zum Abschluß gelangt.

Eine Fahrt von sieben Stunden Daner führte am Donnerstag das neue Zeppelin- Militärluftschiff unter persönlicher Führung des Grafen Zeppelin aus. Die Fahrt, an der zwei Mitglieder der militärischen Ab­nahmekommission teilnahmen, nahm einen sehr befrie­digenden Verlauf.

Der frühere Kapitän der Hohenzollern", Graf Os­far von Platen- Hallermund, Konteradmiral 3. D., a la suite der Marine, tst zum Hofmarschall des Kaisers und Königs ernannt worden.

Vermischtes.

Von London nach Belfast 41 Jahre. Ein halbes Jahrhundert beinahe hat eine Postkarte gebraucht, die von London nach Belfast gehen sollte. Ste wurde am 30. Oftober 1870 geschrieben, am 1. November 1870 ab­gestempelt und ist tatsächlich erst am 3. Oktober dieses Jahres an ihrem Bestimmungsort angekommen, ohne daß die Schrift verblaßt oder die Karte sonst in irgend einer Weise beschädigt worden wäre. Regelmäßig kann die Reise London- Belfast in ungefähr 24 Stunden zu­rückgelegt werden.

Reiche Kartoffelernte. Wie ein Märchen in dieser Teuerungszeit liest sich der Bericht, daß in Grünhagen, im Kreise Preußisch- Holland, bet der Kartoffelernte sett Menschengedenken nicht so reichliche Erträge wie in die­sem Jahre zu verzeichnen waren. Stellenweise sind von einem Scheffel Kartoffelaussaat zwanzig und mehr Scheffel geerntet worden.

Für den schnelleren Ausbau unserer Krenzerflotte treten jetzt überall die Ortsgruppen des Flottenvereins ein. So beschäftigte sich die Ortsgruppe tel des Deut­schen Flottenvereins in einer stark besuchten Versamm­lung mit der Notwendigkeit eines schnelleren Ausbaues unserer Flotte innerhalb des Rahmens des Flotten­gesetzes. Auch der Präsident des Deutschen Flotten­vereins, Großadmiral v. Köster, nahm das Wort, um im besonderen auf den fühlbaren Mangel an modernen deutschen Panzerfreuzern hinzuweisen. Unter lebhaf­tem Beifall wurde die Absendung eines Telegramms an den Reichskanzler beschlossen, in dem die drin­gende Bitte ausgesprochen wird, den Ausbau unserer Wehrmacht zu Wasser zu beschleunigen und eine ents sprechende Vorlage noch für das Etatsfahr 1912 ben gefeßgebenden Faktoren zugehen zu lassen.

Unheimlicher Fund. Im Hausflur eines Hauses in München wurde gestern eine Schachtel gefunden, die die Leichen von drei neugeborenen Kindern enthielt. Ob ein Verbrechen vorliegt, konnte noch nicht festgestellt wer= den.

Der Ablösungstransport für Agadir. In Stärke von 126 Köpfen gingen am Mittwoch von Hamburg an Bord des Dampfers Bürgermeister" die neuen Mann­schaften für das Kanonenboot, ber" vor Agadir in

10)

Aus Eifersucht.

Die Hundertjährigen. Eine Statistik des Reichsge­sundheitsamtes beschäftigt sich mit der Zahl der Hundert­fährigen und stellt fest, in welchem europäischen Lande sich die meisten Hundertjährigen befinden. Die Statistik beweist, daß die Hundertjährigen im Süden besser ge­deihen" als im Norden. Während in Bulgarien angeb­Itch auf je 100 Bewohner 1 Hundertjähriger kommt, muß man in Deutschland 1 Million Menschen durch­sehen", bis man einen Menschen findet, der 100 Jahre erreicht hat. Deutschland zählt augenblicklich nicht mehr als 76 Hundertfährige, das fleine Bulgarten dagegen 3883(?). In Rumänien gibt es 1074, in Serbien 573, in Spanten 410, in Frankreich 213, tn Italien 197, in Desterreich- Ungarn 173, in England und Schottland 92, in Rußland 89, in Norwegen 23, in Schweden 10, in Belgien 5, in Dänemark 2. Die Schweiz muß sich augent= blicklich ohne Hundertjährige begnügen.

Ein schweres Fahrstuhlunglück hat sich am Don­nerstag nachmittag in einer Chemnißer Maschinenfab­rif ereignet. Ein neuer Fahrstuhl, der ausprobiert werden sollte und sich im vierten Stock befand, stürzte mit vier Monteuren in die Tiefe. Vter Elektromon­teure wurden schwer verwundet. Einer der Verunglück­ten ist bereits gestorben.

Ein neuer Unfall in der französischen Kriegsma rine wird aus Cherbourg gemeldet. Danach hat das Unterseeboot Archimod" bel einer Versuchsfahrt eine so schwere Havarie erlitten, daß es nur unter den größ= ten Schwierigkeiten nach dem Hafen zurückgeschafft wer­den konnte.

Die Denkschrift des Brinzen Heinrich. Der Pariser Matin" hatte, wie mitgeteilt, einen Artikel veröffent­licht, wonach Brinz Heinrich dem Kaiser eine Dent­schrift überreicht habe, in der der Wert der Luftschiffe bestritten und hervorgehoben werde, daß die Zukunft den Flugzeugen gehöre. Ein Mitarbeiter des Preß­Telegraphen hatte Gelegenheit, anläßlich der Gröff­nung der Automobilausstellung in Berlin den Prin­zen Heinrich hierüber zu befragen. Dieser erklärte, daß die Nachricht des Matin" eine glatte Erfindung set.

Eine Erdbebenkatastrophe hat auf San Domingo großen Schaden angerichtet. Die Stadt San Juan de la Magriana ist durch ein Erdbeben zerstört worden. Einzelhetten über die Katastrophe fehlen, doch berichtet man, daß eine große Anzahl von Personen getötet worden sein soll. Viele Häuser sind eingestürzt.

Roman von Mar Hoffmann. ( Nachdruck verboten.) ,, Kennen Sie diese Dame?" fragte er. Die Wirtschafterin sah das Bild prüfend an und rlef dann erstaunt: Aber das ist ja die Frau Regte= .rungsrat, wie sie früher ausgesehen haben muß! Se­hen Sie, gerade so gingen die Damen vor ungefähr fünf Jahren gekleidet, mit diesen glockenförmigen Aer­meln und dem hohen Kragen um den Hals. Das habe ich ja gar nicht gewußt, daß er eine Photographte der Frau von Marleben hat!"

,, Sie sind ganz sicher, daß es thre Photographte ist?" " Todsicher! Wer dieses Gesicht nur einmal gesehen Hat, fonnte es so leicht nicht wieder vergessen, und das hter ist genau dasselbe."

Durch einen landenden Eindecker, der mit dem

schon am Abend die sensationelle Nachricht, daß als der mutmaßliche Mörder der Frau von Marleben der prak­tische Arzt Dr. Marleben anzusehen set.

,, Es ist wahr," sagte Weide. Auch ich erkenne die Aehnlichkeit, trotzdem ich nur die Tote gesehen habe." Es muß schon längere Zeit in seinem Besitz ge­wesen sein," stellte Herr von Bardetow fest. Es lag hter zwischen Schriftstücken älteren Datums."

Er steckte das Bild zu sich, auch das Besteckt wurde mit Beschlag belegt. Dann wurde der Kriminalschutz­mann zur Bewachung des Hauses und sofortigen Mel­dung für den Fall der Rückkehr des Doktors zurückge­Iaffen.

4. Kapitel.

Sechs Personen vergiftet. Ein schwerer Unglücks­fall ereignete fich an Bord des französischen Segelschiffes " Bougenville". Der Kapitän des Schiffes hatte einige englische Gäste zum Frühstück geladen. Durch ein Ver­seheen des servierenden Schiffsfungen wurde statt einer Flasche Portmein eine mit einer fäurehaltigen Flüssig­fett gefüllte Weinflasche aufaetischt. Als man einander zuprostete, leerten der Kapitän und seine Gäste fast aleichzeitia die Gläfer. Die Wirkung war furchtbar. Innerhalb sechs Minuten verschieden der Kapitän und fünf seiner Gäste infolge innerer Verbrennuna, bet einigen anderen war ein sofort in Anmendung gebrach­tes Gegenmittel aber von Erfolg begleitet, wenn sie auch noch schwer erkrankt darnieder Itegen.

Bom Broneller erfakt. Ein eigenartiger Infall er­etanete sich auf dem Fluafelde von Reims. Der Flug= schüler Hefner moffte einen Tonerfich machen und

Doktor Waldow hatte sich nach einer schrecklichen Nacht, in der thn wirre Träume gequält hatten und ab­wechselnd Fteberglut und-Frost seinen Körper durch­schauerte, an demselben Morgen mit einem dumpfen Gefühl im Kopf erhoben. In der Hoffnung, daß es vor­übergehen werde, nahm er in dem kleinen Badezimmer neben der Küche eine falte Dusche, rieb sich titchtig ab und war auch beim Frühstückstisch wieder in etwas be­haglicherer Stimmung, als er die Zeitung zu lesen be­gann. Dabei beftel thn plößlich ein so heftiges Bittern, daß er sich eine Welle in dem Sofa, auf dem er saß, zu= rücklehnen mußte. Er hatte den Polizeibericht und die Nummerangabe der Scheine gesehen.

Die beiden anderen Herren baten telephonisch thre Behörden um ein größeres Aufgebot zur Suche nach dem Verschwundenen und begaben sich sogleich ans Wert, ihn ausfindig zu machen und festzunehmen. Einige Berichterstatter, die in der Nähe herumspürten und die Kriminalkommissare mit Fragen bestürmen wollten, wurden kurz damit abgefertigt, daß man dem Verbrecher auf der Spur zu sein glaube. Einer aber hatte die Polizeibeamten beretts vorher in die Wohnung des Arztes gehen sehen, und seine Zeitung brachte

leise in sein Sprechzimmer wo er verschiedenes zu sich steckte, mobet ihm selbst merkwürdig vorkam, wie un­bewußt, fast automatisch er handle, und dann verließ er das Haus.

Largsam schlenderte er dahin. Man muß bet sol­cher Gelegenheit ganz harmlos aussehen, sagte er sich, so wie ein hetterer, harmloser Spaziergänger in der frischen Morgenluft, dann merkt niemand, was tm In­nern vorgeht.

Was sollte er tun? Seine Gedanken verwirrten sich mehr und mehr, als er sich darüber klar zu werden versuchte. Jetzt zur Polizet gehen und alles genau dar­legen? Dann würde man thn mindestens vorläufig festnehmen, sein Name war befleckt und er wurde von allen geächtet- thn schwindelte, wenn er sich das alles vergegenwärtigte.

fen ni Itchen

auf or

not er

Wild

Kame

bet de

für fe

Dentic

Martt

Yangt

Ein junger Mensch, irgend ein Gymnasiast, der nach der Schule ging, grüßte thn. Er tat, als wenn er es nicht sähe, und hielt seine Augen trampfhaft auf die blutroten Blätter einer mit Wein überzogenen Laube auf der anderen Seite der Straße gerichtet. Dabet fühlte er es förmlich im Rücken, wie ihm der Knabe nachschaute. Der würde nun gewiß erzählen: Heute morgen habe ich den Doktor Waldow gesehen, er machte einen Spaziergang und war ganz in Gedanken versun­fen. Warum mußte ihm der auch gerade in den Weg tommen? Well er sich hier in der bekannten Gegend zu lange aufhielt. Ja, er mußte weg von hier, wett weg, zu anderen Menschen und in andere Umgebung, wo niemand wußte, wer er war. Was sollte er da? War das schon der Wahnsinn, der ihn so handeln Iteß? Um so besser!

Hier konnte er jedoch auch nicht bletben. War man nicht vielleicht schon auf seiner Spur? Ach, lächerlich! So schnell geht das doch wohl nicht! Man muß sich dem eben entziehen. Darum fort, vor allen Dingen fort von hier! Das wurde sein einziger treibender Gedanke. Wo­hin? Er wußte es selber nicht.

Er sah nach der Uhr. Es war jetzt halb neun, um neun begann fetne Sprechstunde. Rasch sprang er auf. Noch war es Bett, unbemerkt wegzukommen. Er zog den Ueberzieher an, nahm Hut und Stock, ging ganz

Seti L ter m

eingeE

Augen

Tiere

Dung

rung

und H

feßt, dc

der PC

31

Melt S Blume

Und seine Schritte vergrößerten sich, er ging im= mer schneller, bis ihm auch das zu langsam vorkam und er in einen hastigen Laufschritt verfiel. Aber dann sagte er sich, daß er fa dadurch noch mehr auffallen mußte, und er verlangsamte sein Tempo wieder. Ez war auch Zeit, denn der Schweiß brach ihm bereits trob der frischen Luft aus allen Boren. Doch in der Ferne zeigte sich jetzt die dunkle Wand des Grunewaldes, und nun ging er mit kräftigen Schritten eines naturfrohen Wanderer vorwärts. Dort, ta dorthinein wollte er, in das dichte Gehölz, wo er zwischen den Bäumen Schutz und ein Versteck finden würde.

er das die B.

Gebur

Wie

Jr

Broze

am T

Der&

verurt

Unters

tlagte

der Ur

gender

den S

fagen

stellen.

De und fa

aus de

Schulde der Vo

rangler

respon

geftan

folle tr

Schwiste

jebigen

Schauft

fus, dez

Mutter

Ich felt

aber de

nur da

oder de

Ob

fich sche

die fich

hinter iE

In der

Ja die S

dibergeg Libertrie

Je

ter wurd

An, laut

Higes Sa

rten Gru

Seh

Er f

Dor Schre

at fich m

mejen, de

Fertitr H

Er E

sehen,

Lorbeizut

" Dan

Serr Gra

gegeben?

Die St

deln nahm

81

teder etn

mmal po

man bod

m wied

thm jezt

Beste, we Gr ta Falten Bift