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Itch streiken. Manche verlangen fostenfreie Unterrichtsbücher, andere fürzere Schulstunden, die kleinen Mädchen glauben fich zu 5 Pfennig die Woche für Bonbons berechtigt. Nur in einem find sie fich alle einig: Nieder mit der Rute!
Eine blutige Familientragödie, die sieben Menschenleben ein furchtbares Ende bereitete, hat sich, wie gemeldet, in dem Dorfe Waffel bet Sehnde in der Provinz Hannover abgespielt. Dort hat in der Nacht zum Mittwoch der Arbeiter Bautte seine Frau und seine fünf Kinder ermordet, indem er ihnen nacheinander mit einem Rastermesser die Hälse durchschnitt. Seine Frau hatte er vorher mit einem Hammerschlag auf den Kopf betäubt. Zautte hat sich nach der entsetzlichen Tat selbst am Treppengeländer erhängt. Am Mittwochmorgen fand man die blutüberströmten Leichen der Frau und Kinder in thren Betten. Die Tat stellt in ihrer furchtbaren Grausamkeit ein psychologisches Rätsel dar, denn Bautke, der bei einem Hofbesizer in Diensten stand, lebte mit feiner Familie in bestem Einvernehmen und hat sich auch in feiner Notlage befunden. Von seinem Arbeitgeber und von anderer Seite wird ihm das beste zeugnis ausgestellt. Dagegen soll Bautke epileptisch veranlagt sein. Man nimait in Wassel an, daß er die furchtbare Tat in einem Anfall von Schwermut begangen hat. Die ermordeten Kinder stehen im Alter von 1½ bis 11 Jahren.
Im schwäbischen Ueberlandflug hat das Preisgericht dahin entschieden, die Leistungen von Jeannin und Vollmöller als gleichwertig zu erachten und daß die beiden sich in den ersten Preis, gefiftet vom Grafen Zeppelin, im Betrage von 20 000 und in den Preis der Stadt Stuttgart von 8000 M. zu teilen haben, sodaß jeder der beiden Flieger 14 000 M. erhält. Jeannin er= hält außerdem den aus einem Brunkbecher bestehenden Ehrenpreis des Königs von Würtemberg und weiter den Preis des preußischen Striegsministeriums mit 3000 M. Den dritten Preis mit 5000 M. erhält Helmuth Hirth, den vierten Preis mit 4000 M. Hoffmann. Den Hinterbliebenen des verunglückten Fliegers Eyring werden aus den verfügbaren Preisen 3000 M. übermittelt.
Die geschäftliche Ausbeute des Richterschen Dramas scheint bereits einzuseßen. Wie ein Berliner Blatt melbet, hat Ingenieur Richter ein Anerbieten der Berliner " Urania" erhalten, über seine Erlebnisse während der Gefangenschaft eine Reihe Vorträge zu halten. Richter soll der Urania im Prinzip bereits zugesagt haben und dürfte Ende Oktober oder Anfang November am Vortragstisch erscheinen. Auch ein Buch über seine Abenteuer im Olympgebirge soll noch im Herbst erscheinen. Im Ruderboot über den Kanal. Der Reverend Sidney Swann aus Crosby begann Dienstag morgen furz vor 5 Uhr in einem 7 Meter langen Stiffboote im Hafen von Dover die Fahrt über den Kanal nach Calais. Swann traf in Calats furz vor 9 Uhr morgens ein und hat also für die Ruderfahrt weniger als 4 Stunden gebraucht und einen neuen Rekord aufgestellt. Im Durchschnitt machte er 27 Schläge pro Minute. Die Rückfahrt nach Dover wurde in dem Motorboot ange= treten, das ihn begleitet hatte. Das Wetter war im großen und ganzen schön und nur auf der Mitte des Kanals war der Wellengang etwas stärker. Die bisher beste Bett, nämlich 7 Stunden 15 Minuten, hatte am 1. August dieses Jahres etn junger Franzose, der in einem 3 Meter langen Skiff von Boulogne nach Folkestone ruderte.
Der Kampf gegen die Teuerung. Die Groß- BerItner Handwerfer- und Gewerkvereine eröffnen jetzt den Kampf gegen die allgemeine Verteuerung der Lebensmittel. In Spandau ist es bereits zu einem Milchkrieg gekommen. Die dortigen Molkereibesizer und Milchhändler haben beschlossen, den Milchpreis von 22 auf 24 Pfennig zu erhöhen. Darauf ist der mehrere tausend Mitglieder zählende Spandauer Militärarbeiter- Verband, der auf christlichem Boden steht, zusammengetreten und hat in einer Versammlung, der über 1000 Frauen aus Spandau beiwohnten, beschlossen, den Milchverbrauch so viel wie möglich einzuschränken. Die HirschDunckerschen Gewerkvereine haben schon im vergange= nen Jahr Protest gegen die Verteuerung der Butter erhoben, worauf die Großhändler die Preise wieder zurickfesten. Jetzt richtet sich der Unwille besonders gegen die in die Höhe getriebenen Preise für Kolontalwaren, Konserven und Milch.
Seltsame Vermächtnisse. Ein Testament von einer ganz besonderen Eigenart fand sich vor kurzem im Nachlaß eines sehr reichen Londoner Junggesellen, der mehrere Male vergeblich versucht hatte, fich zu verheiraten. Er hinterließ testamentarisch sein Vermögen den acht Frauen, die der Reihe nach seine Bewerbung abgelehnt hatten: freilich nicht, um die Hand, die ihn geschlagen, zu küssen, sondern aus einem Grunde, den er im Testament so umschrieb:„ Diese Damen haben, indem sie mir einen Korb gaben, mir ermöglicht, ein ruhiges und vor all den Berdrießlichkeiten der Ehe sicher geschütztes Leben zu führen; dafür schulde ich ihnen großen Dank, den tch thnen hiermit abstatte." Im Gegensatz zu diesem Unvermählten bedauerte ein altes Fräulein, das in Dutney starb, in threm Testament in ganz anderer Form, nicht
„ Sage Er dem Herrn Baron, die Dame, dte mit ihm einen Abend in der Lößniz verlebt hat, möchte ihn gern sprechen."
Wieder musterte man sie ein wenig mißtrautsch, endlich durfte sie eintreten. Beate war froh, das Stehen in der kalten Abendnacht verursachte ihr Unbehagen.
Der Pförtner schickte einen Lakaten zum Gesandten, nach wenigen Minuten kam der Bote die Treppen hinabgestürzt.
Der Herr Baron läßt bitten," rief er außer Atem. Beate wurde in den ersten Stock geführt, gleich darauf öffnete sich eine Tür und Bodo von Malzahn trat thr entgegen.
" Komtesse Beate," rtef er,„ Ste-"
Ste legte die Finger auf den Mund, um ihn zum Schwetgen zu mahnen. Vor thren Ohren begann es zu brausen, vor ihren Augen rote Flecke zu tanzen, ja, fie wäre zu Boden gestürzt, hätte er nicht den Arm um fie gelegt, um ste zu halten. Achtsam führte er die Schwankende zu einem Seffel, verschloß sorgfältig die. Tür, und nachdem er thr Mantel und Schleier abge= nommen und sich überzeugt, daß sie sich ein wenig erholt, fragte er:„ Was tst geschehen, Komtesse? Es ist etwas geschehen, ich sehe es Ihnen an. Andernfalls wären Sie nicht zu mir gekommen."
" Ja", hauchte ste, Ste sehen recht. Es ist etwas geschehen, und Ste können helfen, Ste allein....." Nun erzählte sie alles. Er erfuhr die Unterhaltung, die im Kabinett ihrer Mutter stattgefunden, und von der sie unbemerkt Zeuge gewesen set, wie sie bestrebt gewesen set, das entsetzliche Verbrechen ihrer Mutter zu verhindern, und wie sie keinen andern Rat gewußt, als zu kommen und ihm zu ihm Bodo von Malzahn bas Geheimnis anzuvertrauen.
Etef erschüttert lauschte er.
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Und als fte geendet hatte und er rief: Wie kann,
in den Hafen der Ehe eingelaufen zu fein. Sie verfügte über ihr auf mehr als 700 000 Mark geschätztes Vermö gen in folgender Weise: Ich bin nicht freiwillig eheLos geblieben: ich war dreimal verlobt, aber dreimal wurde ich das Opfer männlicher Treulosigkeit. Die Sin fen des von mir hinterlassenen Vermögens sollen jedes Jahr am Jahrestage meines Todes unter fünf verlobt gewesene Frauen verteilt werden, die über 40 Jahre alt sind und nachweisen können, daß ihr Verlobter sie fizen gelassen hat."
Dürre und Brände.
Die infolge der anhaltenden Dürre immer weiter fich ausbreitenden Waldbrände nehmen besonders in Westdeutschland beängstigenden Umfang an. Gegenwär tig brennt es in über 25 in den verschiedensten Gegenden belegenen Wäldern. In einzelnen rheinischen Orten an der deutsch- belgischen Grenze leistet belgisches Militär träftig Hilfe. Dort sind die Landstraßen überfät mit Wagen und Autos, die Tausende von Neugierigen in die Nähe der Brandstätten bringen, die beson= ders zur Nachtzeit gespenstischen Eindruck machen. Im bergischen Lande sind an einzelnen Stellen Tag und Nacht Wachtposten aufgestellt, um die bedrohten Häuser und Geböfte zu schüßen. In der Nähe von Oberhau sen wurde beobachtet, daß Waldbrände von Landstreichern angelegt wurden. Trog eifriger Verfolgung konnte man leider der Brandstifter noch nicht habhaft werden.
Auch heute liegen wieder zahlreiche Meldungen über gewaltige Brände vor: In der Wohnung der Witwe Raspe in Salle entstand in Abwesenheit der Mutter durch Spielen der Kinder mit bengalischen Streichhölzern Feuer. Alle drei Kinder im Alter von sechs, vier und zwei Jahren sind verbrannt. Bei den Rettungsarbeiten in dem verqualmten Hause erlitten dret Feuerwehrmänner Rauchvergiftungen, vier Brandwunden an Kopf und Händen. In Glodiz im Kreis Weißenfels brach in der Nacht zum Donnerstag in der Wohnuna eines Gutsbesibers wahrscheinlich dadurch, daß die beiden allein zurückgelassenen Kinder, ein Mädchen von vier Jahren und ein Knabe von zwei Jah= ren, mit Streichhölzern spielten und das Bettstroh an= zündeten, ein Brand aus. Als Hilfe herbeteilte, fand man die Kinder erstickt vor. In Detmold ist in der Nacht der große Stocksche Gutshof am Stiftsberg niedergebrannt. Das Feuer nahm.mit großer SchnelItgkeit ungeheuere Dimensionen an. 24 Kühe und zahl= reiche Schweine sind verbrannt; 9 Kühe mußten, um sie von ihren Qualen zu befreien, erschossen werden. leber 60 Hühner sind in den Flammen umgekommen, ebenso die volle eingebrachte Ernte und ein großer Vorrat gekauften Viehfutters. In Aldingen in Württemberg brach neben dem Gasthof 3um Hirsch" Feuer aus, das bald größeren Umfang annahm. Zehn Wohnhäuser und vier Schenern brannten ab. In Stet= na ch bet Sonneberg ist das dortige Bahnhofshotel niedergebrannt.
Ein Attentat auf Stolypin.
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Der Täter verhaftet. Stolypin schwer verletzt. Auf den russischen Ministerpräsidenten Stolypin tst gestern abend in Stew, während er sich im dortigen Theater aufhielt, etn Attentat verübt worden, wobet Stolypin schwer verwundet wurde. Ueber das Attentat melden uns Telegramme folgende Einzelheiten:
Kiew, 15. September. Ministerpräsident StoIypin wurde bet dem Anschlag an der Hand verletzt. Eine Kugel streifte die Leber und blieb im Rückgrat stecken.
Berlin, 15. September. Die Voss. 3tg." bringt über das Attentat folgende Einzelheiten: Anlaßlich der Enthüllung des Denkmals Alerander II. von Rußland fand in Kiew gestern abend im Theater eine Festvorstellung statt. Während derselben ist der russische Mtnisterpräsident durch einen unbekannten, dem es gelang, fich ihm zu nähern und mehrere Schüsse auf ihn abzutgeben, durch einen Revolverschuß schwer verwundet worden. Der Ministerpräsident wurde im Bauch und an der Leber schwer getroffen. Der Mann, der die Schüsse abgab, nennt sich Bagrow und bezeichnet sich als Rechtsanwaltsgehilfe.
Riem, 15. September. Der Zustand des Ministerpräsidenten ist sehr befriedigend. Die Blutung ist nur geringfügig. Eine Operation erscheint nicht notwendig, denn der Schuß scheint die Leber nicht berührt zu haben. Der Petersburger Chirurg Zeidler ist nach hter abgereist.
Kiew, 15. September. Das Attentat wurde während des Zwischenattes verübt. Als der Kaiser den Schuß hörend, in die Loge trat, forderte das Publikum dte Nationalhymne, die abwechselnd mit einem getst= lichen Liede von allen Anwesenden gesungen wurde. Der Kaiser bedankte sich für die Ovation und verließ darauf mit seinen Töchtern das Theater.
wie soll ich Ihnen danken?" schüttelte sie den Kopf. " Jetzt nicht, denken Sie nicht daran. Ellen Sie ins Palais Mocyinskt und retten Sie Ihren König. Es ist keine Zeit zu verlieren, keine..."
Er sah, wie sie von einem Schauer geschlittelt wurde, und fragte besorgt:„ Sind Sie frank?"
" Ich glaube wohl, daß ich es bin," meinte sie.„ Ich wurde von einem bösen Anfall gepackt und wollte mir doch nicht die Zeit dazu gönnen. Ich vertrieb das Fieber mit allen Mitteln, und nun, da meine Mission er= ledigt ist, fühle ich, wie mich die Krankheit von neuem umflammert."
Wieder betrachtete er ste; er fah, wie eingefallen das Gesicht war, in welch unnatürlichem Glanze die Augen leuchteten, und sagte:„ Ich werde Ste in meiner Sänfte nach Hause tragen lassen; dicht vor dem Schlosse mögen Sie die Träger halten lassen und aussteigen. Widersprechen Sie mir nicht, ich sehe es Ihnen an... Sie können nicht mehr..."
Und Beate fonnte wirklich nicht mehr. Sie sah zum Erbarmen blaß und elend aus, als sie jetzt das Tuch um bas Haupt schlang, während er sie in den warmen Mantel hüllte.
„ Ich fürchte, der Weg oder aber die Aufregung," unterbrach er sich, ist Ihnen doch ein wenig zu viel geworden. Hoffentlich haben Sie sich nicht überangestrengt?"
Sie schaute zu ihm auf.
„ Und wenn?" erwiderte sie.„ Was schadet das? Dann habe tch doch etwas erreicht im Leben, etwas Großes, einem Könige das Leben gerettet! und lassen Ste es sich gesagt setn, für mich war es eine besondere Genugtuung, daß es Ihr, Ihr angebeteter König war." ,, Beate," rief er hingerissen, und plößlich sank er vor thr auf ein Knie und füßte den Saum ihres Gewandes. Beate," wiederholte er leiser,„ Geltebte, ich danke Dir..."
Petersburg, 15. September. Der deutsche Bot schafter hat sofort im Ministerium des Auswärtigen und im Ministerium des Innern seine persönliche Tell nahme an dem Schicksal des Ministerpräsidenten außgedrückt. Mehrere Blätter geben ihrer Enirüstung über bas Attentat Ausdruck und hoffen, daß der Kurs der Regierungspolitik der alte bleiben werde.
Stolypin ist zum zweiten Male das Opfer eines Attentats geworden. In aller Erinnerung ditrfte noch das schreckliche Bombenattentat sein, durch welches seine Wohnung in Petersburg zertrümmert, er selbst und feine Tochter verletzt wurden. Seine Tochter starb später an der Verwundung. Stolypin weilt gegenwärtig in Kiew, wo die großen Manöver in Gegenwart des Kat sers und des Hofes sich abspielen.
Drabtnachrichten und Deuestes.
Danziger Festtage.
Berlin, 15. September. Der Kaiser ist gestern nacht 11,15 Uhr von der Station Wildpart mittels Sonderzug mit großem Gefolge nach Danzig abgereist. Der Kronprinz hatte schon um 10,53 Uhr mit dem fahrplan mäßigen Schnellzuge von Charlottenburg aus die Reise nach Danzig angetreten.
Der französische Lenkbare im Manöver. La Motte- Breuil( Departement Dife), 15. September. Das lenkbare Luftschiff Adjutant Vincenot", das an den Manövern im Osten feilgenommen hat, er hielt gestern den Auftrag, Briefe an die Truppenchefs in Rethel, Louny und Verdun zu befördern. Nach Aus führung des Auftrages fehrte das Luftschiff, das während seiner 13% stündigen Fahrt in funtentelegraphischer Verbindung mit Verdun und dem Eiffelturm stand, nach La Motte- Breuil zurück.
Englische Auszeichnung für Fallieres?
London, 15. September. Die„ Birmingham Post" verbreitet das Gerücht, daß Präsident Fallteres in nächster Zeit zum Ritter des Hosenband- Ordens ernannt werden soll. Fallieres würde der erste Inhaber aus nicht königlichem oder faiserlichem Hause sein. Berliner Getreide: und Schlachtviehmarkt.
Die Unternehmungslust sah sich zur Zurückhaltung veranlaßt, weil die neuerliche preußische Ernteschäßung einigermaßen überraschend noch höhere Ziffern aufweist als die im August veröffentlichte. An Roggen sind den amtlichen Angaben zufolge etwa 400 000 Tonnen mehr geerntet als im Vorjahre, und bei den übrigen Getretdearten ist das Ergebnis dem vorjährigen ziemlich gleich. Diese erfreuliche Feststellung ist hauptsächlich dem schweren Gewicht der diesjährigen Ernte zu verdanken. Im Busamenhang damit steht die große Mehlergiebigkeit, die auch schon ein recht startes Angebot in Mehl bewirkt hat. Wenn gleichwohl die Preise verhältnismäßig nicht bedeutend nachgelassen haben, so hat das seinen Grund darin, daß die Ursachen für die frühere Stetgerung zum größten Teil fortbestehen. So in erster Linie die Futternot, die wahrscheinlich sich immer stärker fühlbar machen wird. Auch dürfte der Weltmarkt bet der augenscheinlich gegen frühere Jahre wesentlich verminderten Exportfähigkeit Rußlands zu einer Stütze des Preis: iveaus werden. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die Preise für Lieferung im Dezember wie folgt: Weizen 213,50 M, Roggen 188,50 M., Hafer 184,75 M., Mats 171,00 Mr.
Preise des städtischen Schlachtviehmarktes. 1. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, ungejocht 81-88 M., b) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 76-84 M, c) mäßig ge= nährte junge und gut genährte ältere 68-75 M.. 2. BulTen: a) vollfleischige, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 73-78 M., b) vollfleischige jüngere 71-76 M., c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 62-72 M. 3. Färien und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes, M., b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu sieben Jahren 65-70 M, c) ältere ausgemästete und wenig gut entwickelte jüngere ühe und Färsen 58-65 M., b) mäßig genährte Kühe und Färsen 51-57 M. e) gering genährte Kühe und Färsen bis 58 M, f) gering genähr= fes Jungvich( Fresser) 56-62 M. 4. Stalber: a) Doppellender feinster Mast 100-137., b) feinste Mastfälber 95-103 M., c) mittlere Mast- und beste Saugfälber 87 bis 95 M., b) geringere Mast- und gute Saugfälber 81 bis 89 M, e) geringe Saugfälber 60-76 M. 5. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 74-83 M., 6) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut ge nährte Schafe 66-72 M., c) mäßig genährte Hammel und Schafe 58-70 M. 6. Schweine: a) Fettschweine über 3 Zentner Lebendgewicht 62-63 M., b) vollfleischige Schweine 240 bis 300 fund schwer 61-62 M. c) vollfleischtae 200 bis 240 fund 60-62 M., d) vollfletschige Schweine 160 bis 200 fund 56-61 M., e) vollfleischige Schweine unter 160 Pfund 53-55 M, f) Sauen 54-56 Mark. stials
Geliebte!
Sie hörte die Worte und lächelte glückselig. Und plötzlich ließ sie die Arme sinken, umfaßte mit belden Händen sein Haupt und flüsterte:„ Ehe wir scheiden, will ich Dir ein Geheimnis verraten. Ich liebe Dich, Bodo von Malzahn, ich hab' Dich so Iteb, so lieb
Da schlang er den Arm um sie.
" Mein süßes Lieb, ich werde Dich mir erfämpfen. Habe Geduld undg laube an mich. Bald sehe ich Dich wieder, lasse Dir die Zeit nicht lang werden."
Sie aber schüttelte den Kopf und sagte:„ Meine Bett ist um."
Dann stieg sie in die Sänfte. Wenige Schritte vor threm Hause mußten die Träger halten, und sie huschte durch ein Hinterpförtchen in den Flur. Es gelang ihr, ungestört thr Zimmer zu erreichen, wo sie sich entkleidete und sofort zu Bett begab.
Einige Minuten später trat die Gräfin bei ihr ein. " Wo warst Du nur, Beate?" rief fie erregt.„ Ich habe Dich rufen lassen, Du famst nicht. Man sagte mir, daß Du nirgends zu finden setest. Darauf kam ich selbst, um mich nach Dir umzusehen, und fand Dein Bimmer leer. Ich habe mich allen Ernstes um Dich gesorgt."
" Ich war ausgegangen", entgegnete das junge Mädchen der Wahrheit gemäß.
" Jezt?" fragte die Gräfin erschrocken.„ Die AbendIuft ist Gift für Dich. Im Garten ziehen von der Elbe her gefährliche Dünfte auf."
" Ich war nicht im Garten," entgegnete Beate. ,, und wo hieltest Du Dich auf?" Keine Antwort erfolgte.
( Fortseßung folgt.)


