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flüchtig geworden set. Ortner leistete dabei dem Don| Juan gegen Bezahlung Hilfe. Mit Stache fam aus Berlin auch der Vater des entführten jungen Mädchens. Der Schluß war aber feine Klage sondern eine Versöhnung. Der Berliner Millionär machte gute Miene zum bösen Spiel und stimmte, um die Ehre seiner Tochter zu retten, einer Hetrat zu. Natürlich betommt der Münchener Privatdetektiv sein Honorar jetzt ohne Anstand ausgezahlt und alles löst sich in eitel Wohlgefallen auf.
Ein Schülerstreif. In den bevölkertsten Vierteln Londons streifen einige hundert Schüler der Kommunalschulen. Sie verlangen einen halben Tag in der Woche frei und Abschaffung des Rohrstockes. Von diesen hohen Idealen begeistert, durchzogen sie die Straßen und drangen in das Schulgebäude und auf die Spielplätze der Schulen, um die Streif- Drückeberger" herauszuholen. Sie wurden mit gebührendem Nachdruck verjagt, worauf sie unter andauerndem Geheul ein Steinbombardement auf die Saule eröffneten. Schließlich wurde der Lärm so groß, daß eine Anzahl Schußleute einschritten, die die Schüler und die sorgsam ihre Kinder begleitenden Mütter auseinandertrieben. Aehnliche Szenen haben sich in Manchester zugetragen, wo die gleichen Forderungen gestellt und außerdem 8 Pfg. pro Woche für den Klassenaufseher gefordert wurden.
Die teuerste Art über den Kanal zu kommen, tst. zweifellos das Schwimmen. Denn Burgeß, der neue Kanalschwimmer hat ein stattliches Vermögen opfern müssen, ehe es seinem eisernen Willen endlich gelang, die gewaltige Schwimmleistung des Kapttäns Webb zu wiederholen. Der kühne Schwimmer weilt jetzt wieder in seinem Heimatsort Walmer, um sich von den Folgen der Strapazen zu erholen. Ich fühle mich zwar gar nicht erschöpft," so erzählte er einem Interviwer, aber ich leide noch an den Wunden, die mir die Seenesseln auf der französischen Seite des Kanals beigebracht ha= ben. Die Stiche sind außerordentlich schmerzhaft, ich habe nie geglaubt, daß diese Nesseln in so großen Mengen auftreten und mir so unangenehm werden könnten." Man hat nun dem berühmt gewordenen Schwimmer bereits Anträge gemacht, in englischen Städten öffentlich aufzutreten, die Geschichte, seiner Kanalüberquerung zu erzählen und seine Schwimmethode zu erläutern. Voraussichtlich wird Burgeß diesen Anträgen Folge letsten, denn er erzählte einem Besucher:„ Natürlich hat diese Art der Berühmtheit für mich durchaus nichts Verlockendes, und ich habe noch keinen Entschluß gefaßt. Anderseits habe ich in meinen mannigfachen Versuchen, den Kanal zu durchschwimmen, eine Menge von Geld ausgeben müssen, und ich habe nicht nur für mich, sondern auch für meine Frau und Kinder zu sorgen. In einem Jahre habe ich für meine Versuche, über den Kanal zu kommen, mehr als 30 000 Mart ausgegeben, und da ich seit 7 Jahren dem nun erreichten Biele nachstrebte, habe ich dem Kanal schon ein stattliches Vermögen geopfert. Es ist für mich fast eine Pflicht, wenigstens den Versuch zu machen, einen Tell dieses Geldes wieder einzubringen." Bereits am Dienstag= morgen stieß Burgeß wieder in sein Element" und schwamm eine halbe Stunde spazieren. Auf Schritt und Tritt begleiten ihn natürlich Reporter und Photogra= phen, und vergeblich versucht der tapfere Schwimmer, biese unwillkommene Gefolafchaft von sich abzuschüttteln.
Amerikanische Gefängnisreform. Amerika darf den umstrittenen Ruhm für sich in Anspruch nehmen, am ergiebigsten für die Unterhaltuna feiner Gefangenen zu sorgen. Auf dem Wege der kurzweiligen Gestaltung der Gefängntshaft soll jest ein weiterer Schritt getan werden, dank den Bemühungen des amerikanischen So= ziologen Dr. Baka, der sich bemüßigt gesehen hat, den Gefängnisdirektoren verschiedene Vorschläge zu unterbreiten. Zur praktischen Erprobung der Brauchbarkeit feiner neuen Gedanken hat man Herrn Baka die reich= besetzte Strafanstalt von Carson City im Staate Newada als Verfuchsfeld überwiesen. Er hat hier zunächst die Einrichtung getroffen, daß die Gefangenen, die sich einer guten Führung befleißigen, eine Belohnung in flingender Münze erhalten, während die Widersetzlichen eine Geldstrafe zu bezahlen haben. Die Behörde hat diesem Vorschlag der Gefängniserziehung freudig zugestimmt. Dr. Baka hat aber dann weiter vorgeschlagen, den Gefangenen auch das Kartenspiel zu gestatten, das als vorzialiches Mittel zur Berstreuung zu dem mecke empfiehlt. die Gedanken von dem Britten über ihre Verbrechen abzulenken. Als Einfaß beim Spiel sollen die den Mustergefangenen gutgeschriebenen Belohnungsprämien dienen; denn es ist streng verboten, auf Ehrenwort zu spielen. Mit dieser Reform hat Dr. Bafa in= dessen wenig Glück gehabt. Die Bewunderer seiner neuen Methode haben den Vorschlag ohne weiteres abgewiesen aus dem einfachen Grunde, mell das Kartenspiel in Nevado streng verboten ist und mit Gefängnis bestraft wird. Es geht in der Tat nicht wohl an, daß man den Gefangenen eine Veraniglichkeit gestattet, dte den freien Bürgern nicht gestattet ist.
In der Schule. Der Nachmittag war warm, die Ferten in Sicht, der Lehrer war fast erschöpft von den Versuchen, die Grundlagen der Grammatik in die Hohl=
Der Gräfin stieg vor Empörung das Blut in die Wangen.
,, Solche Antwort hätte ich nicht von Dir erwartet!" rief sie. Wie er den Befehl hätte erfüllen sollen? Einfach gar nicht! Bedenke, wie darf ein preußischer General eine Königin belästigen! Solche Roheit ist unerhört!" " Wieder gebe ich meiner Mutter zu bedenken, daß Wylich in höherem Auftrage handelte und darum Die Mutter unterbrach sie hart.
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" Ich mag nichts hören. Du bist ganz rabtat! Ungeratenes Kind!"
In diesem Augenblick erschten ein Lakat.
Gnädigste Gräftn," meldete er,„ Ich habe den Auftrag, zu bestellen, daß-" er stockte und blickte etwas unsicher auf die junge Dame. Auch der Gräfin schten die Anwesenheit ihrer Tochter nicht sonderlich lieb zu fein. Ste warf einen prüfenden Blick auf das junge Mädchen, das, die schlanken Hände in den Schoß gefaltet, träumertsch vor sich hin sah. Wahrscheinlich hatte fie die Bestellung kaum verstanden, und das war gut. Die Gräfin erhob sich.
,, Schon gut," rtef ste dem Lakaten zu,„ tch weiß Bescheid. Er soll in meinem Kabinett warten."
Beate fuhr plötzlich auf.
" Wer ist gekommen?" rief sie.
Der Lakat blickte unverwandt auf seine Herrin. " Der Koch Setner Majestät des Königs..." " Welches Königs?"
" Des Königs von Preußen. Frau Gräfin haben befohlen," damit entschwand er.
,, Mama, was hast Du mit dem Koch des PreußenBeate blickte ihre Mutter staunend an. fönigs zu tun?"
Kind, es ist ja Glasau, unser ehemaliger Lakat, der bet unserm allergnädigsten Herrn, dem Könige, in den Dienst trat, und der durch die Güte der Köniain
töpfe feiner Schüler hineinzurammen. Nun, Leh mann", sprach er mit müder Stimme,„ sage mir mal, ist es recht, wenn Du fagst: Sie können mich nichts lernen? Lehmann blidte einen Augenblick nachdenklich darein und antwortete dann in Brustton der Ueberzeu gung: Ja." Der Lehrer seufzte. Warum, Lehmann?" fragte er.„ Sage mir, warum." Und jetzt fam die Antwort wie aus der Pistole geschossen:„ Well Sie's nicht können!" sagte Lehmann triumphierend.
Eine Ulanen- Patrouille verunglückt.
Ein Unteroffizier und zehn Mann ertrunken. Beim Uebergang einer Patrouille des Oschazzer Ulanenregiments über die Elbe bei Posta fanden Dienstag vormittag ein Unteroffizier und zehn lanen den Tod. Bis mittag waren alle elf Leichen geborgen.
Das Unglück ereignete sich im Laufe der Manöverübungen der 23. Division. Am Vormittag sammelte sich die 46. Infanteriebrigade, zu der das 17. Ulanenregiment in Oschatz gehört, südlich von Pirna. Kurz vor 8 Uhr wurde eine Patrouille, bestehend aus zwei Offtzieren und 20 Mann unter Führung von Leutnant Stresemann und Leutnant Frhrn. v. Lotiß gegen den Feind vorgeschickt, der sich bet Neustadt sammelte. Die Patrouille überschritt bei Oberposta die Elbe. Leutnant Stresemann schickte einen Ulanen vor, der mit der Lanze die Wassertiefe untersuchen sollte. Bevor die Patrouille das rechte Elbufer erreichte, geriet sie jedoch an eine 4 Meter tiefe Stelle. Die beiden Leutnants und einige Mann konnten sich ans rechte Ufer retten; die übrigen wurden nach der Beschreibung etnes Augenzeugen von der starten Strömung wie ein Knäuel zusammengerollt und gingen plöblich unter, wobet nur die Lanzen oben schwammen. Einige Mann wurden von Fischern, die mit Kähnen zu Hilfe eilten, gerettet. Mit Hilfe der Schiffer und der herbeigeeilten Rettungsmannschaften gelang es, die im Strom treibenden Leichen zu bergen. Die Toten wurden an das Ufer von Bosta gebracht, von wo sie ins Garnisonlazarett von Pirna übergeführt wurden. Von den Pferden ertranfen zwei, die übrigen retteten sich ans Ufer. Kurz vorher hatten oberhalb und unterhalb der Unglücksstelle andere Unteroffiziere und Mannschaften die Elbe ohne Unfall durchschritten.
Der König von Sachsen dem umgehend Bericht er= stattet wurde, hat eine strenge Untersuchung des Vorfalles angeordnet.
Weitere Manöverunfälle.
Während des Manövers bei Aachen sind Blättermeldungen zufolge 7 Soldaten, zumeist Reservisten des Regiments Nr. 160, am si schlag gestorben. Bei Beiß ist gestern auf dem Manövermarsch der Oberleutnat Graf ron Rothkirch vom 12. Husarenregiment zu Torgau so schwer gestürzt, daß er im Zeizer Krankenhause seinen Verlegungen erlag.
Beim Kaisermanöver.
Allerlei Betrachtungen.
Es wimmelt von fremden Attachees, und man konnte die Entende cordiale in englischen und französischen Militärattachés brüderlich vereint in einem Automobil dem Manöverschlachtfelde zustreben sehen. Diese offiziell zugelassenen Spione sind doch eigentlich das merkwürdigste Produkt internationaler Courtoisie. Während man sonst jeden, der irgendwelche Tatsachen berichtet, die den Verrat militärischer Geheimnisse bedeuten, mit den schwersten Strafen bedroht und dafür sogar unsern obersten Gerichtshof in Szene setzt, wird hter das Spionagesystem direkt legalisiert; es werden sogar den Herren alle möglichen Erleichterungen gewährt, damit sie auch fa recht viel zu sehen bekommen. Man wird einwenden, daß ja auch unsere Militärattachés, zum Beispiel in Frankreich, dieselben Möglichkeiten haben, aber trotzdem bleibt es schwer verständlich, daß, solange nun einmal die Staaten in so außerordentlicher Weise gegeneinander rüsten, solange alle eflatanten technischen Fortschritte in erster Linie der Vervollkommnung unserer Kriegsrüstungen dienstbar gemacht werden, man unseren verehrten Herren Geg nern nicht nur unsere Stärke, sondern insbesondere auch unsere Schwächen vor Augen führt. Man braucht sich nur der Tatsache zu erinnern, daß im Jahre 1869 Graf Wald ersee als preußischer Militärattaché in Paris einen bis ins einzeinste zutreffenden Bericht über den Zustand der französischen Armee geliefert hat, der nicht zuletzt den Ausgangspunkt für die Entschlüsse von Bismarck und Moltke bedeutete, um sich flar zu machen, daß auch heute, und vielleicht gerade heute bei uns, diese offizielle Spionage sehr leicht sich vorwiegend gegen uns wenden kann, die wir bemüht sind, teden möglichen Fortschritt in unserer Armee uns zu sichern. Denn das bleibt immer wahr und es zeigt sich auch in feder unferer großer Herbstübungen wieder, daß in keinem Beretch unseres staatlichen Organismus mit solcher Nachhaltigkeit, solcher Hingebung und mit solchem Erfolge gearbeitet wird, wie in unserem Heere. Man braucht
dem hochmütigen Sieger zur Verfügung gestellt wurde."
,, Und was hat meine Mutter mit ihm zu schaffen?" erkundigte sich Beate verwundert.
Die Gräfin lächelte falt.
" Kind, die Sache kümmert Dich nicht und ist mein Geheimnts. Denke daran, daß es der Preußenkönig war, der Deine Jugend durch Krankheit vergiftet hat." „ Und ist das der Grund, weshalb Ste ihn hassen?" Klang von neuem die Frage.
" Zum Teil ja," entgegnete die Gräfin, während thre braunen, schwimmenden, für gewöhnlich ein wenig träge blickenden Augen förmlich Funken sprühten.„ Ich bin Frau, Gattin und Mutter, in diesen meinen dret Eigenschaften hat mich der preußische Herrscher aufs ärgste beleidigt. In meinem eigenen Hause bin ich ge= wissermaßen nur noch geduldet, er war es, der meinen Gatten in die Verbannung getrieben, der Dich, mein Kind, krank gemacht hat. Wenn ich das alles bedenke, so, so," sie knirschte mit den Zähnen, und in den Augen blizte es auf.
Beate fuhr sich mit der weißen Hand über dte Schläfen.
„ Ich habe meine Krankheit überwunden und Frieden gemacht. Tun Sie es mir nach."
,, Nein," erwiderte die Gräfin, dann erhob sie sich und verließ das Zimmer.
Wer thr aber folgte, und zwar unbemerkt folgte, war Beate von Brühl. Es war thr, als würde sie dazu von einer unsichtbaren Macht getrieben. Sie begriff sich selbst nicht, weshalb sie über den Korridor huschte, aber ste hatte das Gefühl, als müßte sie durchaus erfahren, was thre Mutter mit dem Koch des Preußenkönigs zu verhandeln hatte. Das Kabinett, in das ihre Mutter Glasau zu führen befohlen, besaß einen Vorraum, in den man vom Musikzimmer aus gelangen konnte.
nicht die Sorge zu haben, daß es auf seinem Friedens. bette eingeschlafen wäre.
Das beweist die zwar ruhige und nicht überſtürate, aber sichere und unbeirrte Art, in der unsere Armee auch der Lösung des neuesten Problems, der
Dienstbarmachung der Flugapparate für die Erkundung, zu Leibe gegangen ist. Es sind in diesem Manöver acht Flugapparate tätig, vier auf je der Seite. Am gestrigen Tage zeichnete sich durch wich tige Meldungen besonders der bekannte Militärflieger, Oberleutnant Madenthunt, aus, der mit seinem Albatros- Zweidecker wiederholt das Kampffeld kreuzte. Natürlich wird angesichts des Erscheinens der Flieger auch eingehend die Frage erwogen, wie man diesen Flie gern mit Geschossen beikommen kann. Dabei ist ein Moment besonders wichtig: es wird in einem aut Fünftigen Feldzuge schwer, wenn nicht beinahe unmög Itch sein, die eigenen von feindlichen Fliegern zu unters scheiden, und ehe diese Frage entschieden ist und demgemäß auf den Flieger geschossen werden soll, ditrfte dieser wahrscheinlich schon so weit entfernt sein, daß an ein Treffen faum noch zu denken ist. Jedenfalls wird den Fliegern mit Salven, wie sie gestern zum Beispiel auf den Flugapparat des Oberleutnants Mackenthun abgegeben wurden, nicht leicht beizukommen sein.
Das Kaisermanöver beendet.
Boizenburg, 13. September. Der Kaiser war heute morgen un 5 Uhr morgens ins Manövergelände gefahren. Um 6 Uhr traf er im Automobil bei Help ein, wo er au Pferde stieg. Die Truppen befanden sich bereits im Gefecht. Die blaue Armee machte einen hartnäckigen Artillerieangriff, auch der rote Lenkballon manövrierte über dem Gelände. Um 10 Uhr ertönte das Kommando„ Das Ganze halt!" Das Kaisermanover hatte sein Ende erreicht. Der Kaiser hielt die Stritit ab und begab sich dann nach Boizenburg zurück, von wo er heute nachmittag im Neuen Palais in Potsdam eintraf.
Brände überall.
Fast kein Tag vergeht jetzt, ohne daß nicht große Brände gemeldet werden. Auch heute liegen wieder aus den verschiedensten Orten Nachrichten über verheerende Schadenfener vor. Im Orte Grüningen bei Donaueschingen brach Dienstag mittag inmitten des Ortes Großfeuer aus, das, durch starken Ostwind an gefacht, sich mit rasender Schnelligkeit verbreitete und in wenigen Stunden 20 Gebände in Asche legte. Die Feuerwehren der ganzen Umgegend waren zur Hilfe geellt. Es herrschte großer Wassermangel. In Ma riendorf bei Berlin ist in der Nacht zum Dienstag gegen 2 Uhr in dem Hause an der Ecke der Kaiserund Ringstraße ein erhebliches Feuer ausgebrochen, das auf Brandstiftung zurückzuführen ist. Sechs Feuerwehren waren bei der Ablöschung des Brandes tätig, die erst vormittags gegen 10 Uhr beendet werden konnte. In dem Dorfe I amny bei Piset in Sildböhmen sind 33 Säufer samt der eingebrachten Ernte niedergebrannt. Der Schaden ist groß; 284 Personen find obdachlos.
Ferner meldet uns der Draht:
Antwerpen, 13. September. Auf den Holzlagerplätzen am Ferdinandshafen wütet eine furchtbare Feuersbrunst. Alle Feuerwehren sind nach der Brandstelle geeilt. Die Lager von mehr als fünf Firmen stehen in Flammen. Der Feuerschein ist in Brüssel sichtbar.
Drabtnachrichten und Deuestes.
Entfekliche Schwermutstat.
Hannover, 13. September. In der vergangenen Nacht hat der Arbeiter Zaube in Waffel seiner Frau und seinen fünf Kindern mit einem Rasiermesser den Hals durchschnitten und sich dann selbst getötet. Ant= scheinend ist die Tat in einem Anfall von Schwermut begangen worden.
Explosion in der Darmstädter Technischen Hochschule. Darmstadt, 13. September. Jm chemischen Laboratorium der Technischen Hochschule erfolgte gestern abend beim Zusammenarbeiten eines Assistenten mit einem Studenten eine furchtbare Erplosion. Der Affistent wurde schmer verletzt, der Student trug leichtere Verlegungen davon. Die Detonation murde im ganzen Stadtviertel, in dem die Technische Hochschule sich be= findet, gehört und rief große Aufregung hervor.
Ein Opfer des Streif- Terrorismus. Diffelborf, 13. September. Streifende Transportarbeiter rissen den 55jährigen Fuhrmann Worn vom Bock aufs Straßenpflaster. Der Fuhrmann erlitt dabei einen Schädelbruch und mar sofort tot. Der Haupttäter ist geflüchtet, zwei Streifende, die Augenzeugen waren. murden verhaftet.
Erschah Mohammed Ali auf der Flucht. London, 13. September. Das Neutersche Bureau meldet aus Teheran, daß der frühere Schah Mohammed Alt mit sieben Begleitern nach Gumusteph geflohen set.
Dorthin schlich sich Beate und dann lelse, leise in den erwähnten Vorraum.
Da sich die Gräfin vorher selbst durch Augenschein vergewissert, daß das Nebenzimmer völlig leer war, und fie also feinen Lauscher zu befürchten hatte, legte fie threr von Natur ein wenig lauten Stimme felnen 3wang an. Beate verstand jedes Wort, das darin ver= Iautete sie wurde totenbleich.
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Die Gräfin sprach von einem Pulver, das Glasau in die Schokolade schütten sollte, die der König am Morgen zu sich zu nehmen pflegte... Beate war es, als sträubten sich thr die Haare. Was hörte ste? Der König von Preußen sollte vergiftet werden?
Das junge Mädchen lauschte noch immer, sie wurde förmlich gezwungen, zu lauschen. Glasau hafte verschiedene Einwendungen, endlich meinte die Gräfin: " Ich werde die Schokolade präparieren. Für heute wird es allerdings zu spät sein, aber morgen," Beate fonnte hören, mit welchem Triumph sie das sagte ,,, morgen ist auch noch ein Tag. Schicke Er mir für morgen etnen zuverlässigen Boten oder am besten ist's, Er tommt selbst..."
Darauf wurden noch einige Kleinigkeiten verhandelt, endlich schied Glasau.
Beate huschte ins Musifzimmer, fetzte sich ans Klavier und begann ein paar Tatte zu spielen. Die Mutter, die sie hörte, trat etn.
,, Du hier, Beate?" fragte sie erstaunt.„ Ich glaubte, Du befändest Dich in meinem Boudoir," fuhr fie fort. ,, Doch es ist recht, daß Du Deine musikalischen Studien nicht ganz vernachlässigst. Freilich ist es mir in unserer febigen bedrängten Lage ganz unmöglich, Dir Unterricht geben zu lassen. Operndirektor Hasse, Dein Lehrer, denkt daran, sich mit seiner Truppe nach Italten zu begeben."
( Fortsetzung folgt.)


