Ausgabe 
14.3.1911 Zweites Blatt
 
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tat der Stichwahl( wenn dasselbe unerwünscht zu Gun­sten des Sozialdemokraten ausfallen sollte), all diese Wähler als Anhängsel des Sozialismus bezeichnen. Ob das der ganze Freisinn und seine Freunde wollen oder nicht, liegt ganz in ihrer Hand. Es kann barum eine andere Parole geben als: Dr. Werner.

Das heute umstehend veröffentlichte genaue Wahl­ergebnis zeigt in derselben Tabelle auch das Stich­wahlergebnis von 1903. Damals stand dem natio­nalen Kandidaten auch ein Sozialdemokrat gegenüber. Unsere Leser können aus diesen Zahlen wohl schon von selbst ersehen- wenn jeder nationalge sinnte Mann seine Pflicht tut daß der Wahlkreis nicht an den Sozialdemokraten verloren geht und gehen darf.

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Die Stichwahl findet bestimmt am 21. März statt, also heute in 8 Tagen. Ganz Deutschland blickt jetzt auf unsern Wahlkreis; denn diese Stichwahl wird auch wie Reichstagsabgeordneter Geheimrat Paasche sich geäußert hat die Signatur der im Herbst statt­findenden Hauptwahlen dokumentieren. Wird das Bür­gertum sich seiner Aufgaben bewußt sein oder werden die meisten Wähler nur aus Verärgerung über die Reichsfinanzreform, die doch Handel, Gewerbe und In­dustrie wieder aufleben läßt, sich der Sozialdemokratie in die Arme werfen. Reichskanzler Bethmann- Hollweg hat gesagt: es gilt die Massen über das Wesen und die Ziele der Sozialdemokratie aufzufiären. Dem nachzu­kommen ist jetzt mehr wie je notwendig vor der Stich­wahl in unserem Wahlkreis Gießen- Grünberg- Nidda.

Literarisches.

Ministerleiden.*)

| Obstruktionspartei derart zugerichtet wurden, daß sie sich in ärztliche Behandlung begeben mußten. Einen An­griff noch bedenklicher Art war der von Canalejas ge­stürzte spanische Ministerpräsident Maura ausgesetzt, auf den im Juli vorigen Jahres in Barcelona ein Revol­verattentat verübt wurde, bei dem der Angegriffene glück­licherweise nur unbedeutende Verletzungen davontrug.

Es verdirbt nichts so sehr den Charakter wie die Po­litik", dieses Wort eines unserer bedeutendsten Staats­männer zeugt von scharfer Beobachtungsgabe und be­saß noch selten eine so unbegrenzte Gültigkeit wie heute. In Zeiten wie der gegenwärtigen, wo die Interessen der parteipolitischen Gruppen miteinander fortgesetzt in Wi­derstreit geraten, zeigt es sich oft genug, daß unter po­litischen Leidenschaften nicht nur der Charakter, sondern auch Moral und gesundes Rechts empfinden Not leiden. Unter diesen Verhältnissen muß der moderne Staats­mann das sprichwörtlich gewordene Ministergehalt sauer genug verdienen, denn nicht nur, daß der Satyriker und Karikaturist selbst die verborgensten Schwächen und Feh­ler an ihm zu entdecken weiß und an den Pranger stellt, ist der Minister der Gegenwart nicht selten auch in seiner persönlichen Sicherheit bedroht, da sich schon mancher fanatische Politiker zu tätlichen Angriffen auf einen sei­nen Forderungen und Wünschen widerstrebenden Mi­nister hat hinreißen lassen. So haben wir im vergan­genen Jahr wiederholt gesehen, wie der englische Mi­nis Asquith von Frauenrechtlerinnen, die ihn mit Fäusten und Schirmen bearbeiteten, die Flucht ergreifen mußte und nicht viel besser erging es dem Minister Winston, den diese modernen Amazonen mit faulen Fi­schen bewarfen, so daß er eiligst Zylinder und Gehrock in Sicherheit bringen mußte. Aber nicht nur Frauen, sondern auch die Männer können zu Hyänen werden, wenn die politischen Leidenschaften in ihnen toben, da­von wissen in Desterreich- Ungarn, dem klassischen Land der Parlamentsskandale, die Minister Serenyi und Graf Khuen Hedervary zu berichten, die im ungarischen Reichs­tag bei einem Handgemenge mit den Angehörigen der

*) Dieser Artikel stützt sich auf die Angaben eines soeben im Verlage von Otto Weber in Heil­bronn a. N. unter dem Titel Lexikon der 3eitgeschichte" erschienenen Werkes.

Junge Frauen und junge Mädchen.

Wenn die Jungfrau in der Ent­wickelungsperiode angelangt ist, stellen sich oft Störungen ein; sie wird bleich und matt, Kopfschmerzen und Schwin­delanfälle treten auf. Verdauungsbe­schwerden und Bückenschmerzen treten läftig auf. In dieser Periode verord­nen die Aerzte mit Vorliebe Leciffe rin, welches das Blut bereichert, die Cirku­lation befördert und frisches gesundes Aussehen schafft.

Leciferrin enthält Ovo- Lecithin 0.5, Eisen als Eisenoxybhybrat an Buder ge bunden 0.75, aromatische Bestandteile in Cognac und Altohol 40.0. Rest destilliertes Wasser.

Preis der großen Flasche M. 3, in Apotheken erhältlich, ganz sicher von:

Daß sich aus Anlaß politischer Meinungsverschieden­heiten auch das reizbare gallische Temperament bis zur Siedehitze erregen kann, beweisen die Erlebnisse des fran­zösischen Ministerpräsidenten Briand, der bei der Ent­hüllung des Ferry- Denkmals in Paris von Royalisten mißhandelt und auch in der Deputiertenkammer wieder­holt durch seine Freunde vor tätlichen Angriffen seiner Gegner geschützt werden mußte. Selbst im Lande So­lons des bekanntesten Staatsmannes der vorchristlichen Zeit, iſt das Leben der Minister vor Anschlägen nicht sicher, wie das mißlungene Attentat auf den griechischen Ministerpräsidenten Venizelos dartut, den seine politi­schen Gegner dadurch beseitigen wollten, indem sie ver­fuchten, den von Venizelos benützten Eisenbahnzug zur Entgleisung zu bringen.

In Deutschland ist es zwar bisher noch nicht zu tät­lichen Angriffen auf die leitenden Staatsmänner gekom­men, aber deren Tätigkeit ist auch schon häufig genug in der unwürdigsten Form und in höchst unparlamen­tarischen Ausdrücken kritisiert worden.

Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen.

Geborene.

Fbr. 25. Monteur Ludwig Ferdinand Göbel eine Toch­ter, Marie Luise Else.

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27. Bäckermeister Ludwig Bende eine Tochter, Anna Elisabeth.

27. Taglöhner Heinrich Volk ein Sohn, Gottlieb. März 1. Postboten Heinrich Habicht ein Sohn, Wil­helm Heinrich.

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1. Taglöhner Matthäus Baumann eine Tochter, Friederike Karoline.

2. Bureaugehilfen Ludwig Heinrich Pieper ein Sohn.

3. Bureauvorsteher Arthur Münch eine Tochter, Margarete Anna.

3. Metzger Adolf Müller eine Tochter, Johannette Wilhelmine Charlotte.

4. Wagenwärter Christian Martin Lanio eine Tochter, Elfrieda Anna.

5. Bureaudiener Emil Heppert ein Sohn, Emil Gustav.

5. Ober- Desinfektor Eduard Otto ein Sohn, Lud­wig Theodor.

5. Installateur Johann Georg Seiferth eine Toch­ter, Martha Margarete Marie.

7. Kaufmann Salomon Joseph ein Sohn, Man­fred.

9. Kaufmann Ludwig Bock ein Sohn. Aufgebote.

März 3. Anton Johann Adam, Hilfsheizer in Gießen, mit Barbara Hartmann in Flörsheim.

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3. Joseph Jurinek, Kellner, mit Anna Müller, beide in Gießen.

4. Heinrich Kehl, Wagenwärter, mit Christine Nassauer, beide in Gießen.

4. Georg Ernst Keller, Großh. Oberlehrer in Gie­Ben, mit Mathilde Klara Karoline Schwabe in Friedberg.

6. Michael Brandt, Schneider in Frankfurt a. M., mit Mathilde Fell in Offenbach.

6. Otto Schmelz, Postbote in Bad- Nauheim, mit Elisabetha Weber in Gießen.

6. Heinrich Debus, Lokomotivführer, mit Betty Lang, beide in Gießen.

6. Johannes Schleiter, Hilfsheizer, mit Minna Klingelhöfer, beide in Gießen.

6. Berthold Dannhauer, Maschinentechniker in Mettmann, mit Marie Vogel in Gießen.

7. Dr. Heinrich Luft, prakt. Arzt in Kirtorf, mit Emilie Brück in Gießen.

8. Max Hugo Schumann, Kaufmann in Gießen, Linden, mit Helene Schomber in Gießen.

8. Max Hugo Schumann, Kaulmann in Gießen, mit Emma Lina Brendel in Teuchern.

8. Johann Baptist Steinkogler, Schuhmacher, mit Hedwig Martha Rauschenbach, beide in Wetz­lar.

9. Karl Andreas Berlau, Hilfsweichensteller in Hirzenhain, mit Juliane Wiegel in Brauersch­wend.

9. Karl Friedrich Wunder, Mechaniker in Affol­tern( Schweiz), mit Elise Mathys in Derlikon ( Schweiz).

9. Dr. Robert Poppendieck, Lehramtsassessor in Darmstadt, mit Käthe Koch in Gießen.

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10. Konrad Pfeifer, Taglöhner, mit Elisabethe Braun, beide in Gießen.

Eheschließungen.

März 4. Ludwig Hauß, Former, mit Katharine Mal­femus, beide in Gießen.

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4. Heinrich Weller, Weißbindermeister, mit Klara Loren, beide in Gießen. Gestorbene.

Veraltete Katarrhe auszurotten

ist eine oft recht schwierige Sache. Jeder, der schon en mal mit einem solchen hartnäckigen Katarrh zu täm pfen hatte, kann davon ein Lied singen. Mit den ge neralpastillen ist da nicht viel anzufangen. Bei einen wöhnlichen Hausmittelchen, wie Hustenbonbons und Mi

einfachen, kleinen Erkältungshusten, der sowieso schon nach einigen Tagen von selbst zu verschwinden pflegt mögen derartige harmlose Mittel ja ganz gut sein. Aber die Beseitigung eines chronisch gewordenen, alten, im mer wiederkehrenden Hustens, der bei dazu Disponie ten gar oft den Keim der Lungenschwindsucht in sich trägt, wenn er nicht schon als Symptom diese Leidens aufgefaßt werden muß erfordert eine gan andere Aufmerksamkeit und muß mit wesentlich gam anderen Mitteln behandelt werden, die den Feind so zusagen im Innern seines Lagers aufsuchen und ihn dann von innen heraus" vertreiben.

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Als eines der besten Mittel 3nr Beseitigung derartig chronisch gewordener Katarrhe mit ihre Folgezuständen( alter Husten, Verschleimung Asthma, Bronchialkatarrh, Lungenspitzenka tarrh u. s. w.) galt den berühmten Aerzten des Altertums und gilt noch heute im ganzen Orient der sogenannte Arabische oder Utubalsam, der natu reine Harzsaft eines in den Küstenländern des Roten Meeres wachsenden Balsambaumes. Dieser Arabisc Balsam war bis zur Entdeckung Amerikas die einzige Droge, der man den Namen Balsam" gab und beziehen sich daher alle älteren Literaturstellen in wissenschaftlich medizinischen Werken, bei denen von Balsam" die Rede ist, ebenso wie die zahlreichen Hinweise der Bibel auf den Heilwert des Ballams", nur auf ihn. Schon das Wort Balsam" zeigt uns die Wertschäzung, in der das Mittel bei den Alten stand: das Wort Balsam" stamm aus dem Alt- Hebräischen und heißt soviel wie König der Dele". Erst später tamen aus dem neuentdeckten Amerika weitere Balsame, wie der Perubalsam, der To lubalsam 2c. nach Europa und noch später belegte man sogar eine Anzahl künstlerischer, balsamähnlicher Erzeug nisse mit diesem Namen, der aber eigentlich nur dem Arabischen Balsam zusteht.

Daß sich dieser echte, Arabische Balsam bisher no nicht in unserem Heilschaz eingebürgert hat, lag an feine großen Seltenheit und dem dadurch hervorgerufenen, ganz ungeheuer hohen Preise, der Jahrhunderte hin durch den Preis des ungemünzten Goldes um das Dop pelte überstieg. Die Schwierigkeiten, die seiner Beschaff ung im Wege standen, gelten indessen heute als beho ben und heute kann das von den alten Aerzten so sehr empfohlene Mittel schon zu einem Preise in den Har del gebracht werden, der seine Anwendung auch Mi derbemittelten ermöglicht.

Seit wir den Arabischen Balsam in den Handel g bracht haben, hatten zahlreiche Patienten Gelegenhe, denselben zu versuchen und berichten heute schon Hur derte von Briefen 2c., die ganz unverlangt bei us eingelaufen sind, von den gehabten guten Erfolge Die Wirkungen des Arabischen oder Utubalsams, von der wenige Tropfen pro Tag genügen, sind in kurzem f gende: Der Balsam macht den Auswurf flüssig und ve mindert ihn. Infolgedessen hört schon nach verhältni mäßig furzer Zeit der Hustenreiz und damit auch d Husten auf. Infolge der Entfernung, der in dem Au wurf enthaltenen Zerfallprodukte tritt da, wo Fieber vo handen war, eine Abnahme des Fiebers ein. Aus der selben Grunde vermindern sich auch die Nachtschweiß die mit der Zeit ganz aufhören. Ein gesunder Nad schlaf und damit eine Besserung des Allgemeinbefinder pflegt einzutreten. Außerdem wirkt der Utubalsam m genstärkend und appetitanregend und bedingt dadur eine größere Nahrungszufuhr und hierdurch wieder ein Gewichtszunahme. Der Patient bekommt durch das Ve schwinden der katarrhalischen Erscheinungen und dur die Besserung seines Allgemeinbefindens wieder neue Lebensmut und größere Lust und Ausdauer zur Arbei Wer auch noch so viel andere Mittel ohne Erfolg b reits benutzt hat, der möge trotzdem in seinem eigene interesse einmal einen kleinen Versuch mit Utuballm machen. Er wird diesen Versuch so leicht nicht bereue Wir versenden

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6. Marie Erb, 6 Monate alt.

5. Walter Diefenbach, 2 Wochen alt.

4. Friedrich Karl Rumpf, 1 Jahr alt.

5. Elisabethe Rautenstrauch, 52 Jahre alt.

3. Heinrich Rinklage, Gärtner, 76 Jahre alt.

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Universitäts- Apotheke Gießen und Engel- Apotheke in Frank­furt a. Main.

März 3. Anna Klemm, 23 Jahre alt.

Morgenländische Drogen: Import: Gesellscha

Berlin W. 15.

Berjam