Ausgabe 
14.3.1911 Erstes Blatt
 
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Deutscher Reichstag.

mcc, vom Staatssekretär v. Tirpitz im Namen der Marine und vom Deutschen Reichstag. Vormittags hatte der Prinz= regent eine Spazierfahrt durch die Straßen der Stadt gemacht, wobei er wiederum die Dekorationen in den Straßen besichtigte und von der Menge jubelnd begrüßt wurde. Der Prinzregent hat Kaiser Wilhelm die goldene Porträt- Plafette nach Professor v. Hildebrand zum Anden= fen übersandt und dem Reichskanzler das Bronze- Relief­Bildnis von demselben Künstler. Nachmittags fand in der Residenz große Galata fel statt. Im alten Rathaussaale versammelte sich die Bürgerschaft zu einem Festessen. Eben­so hielten zahlreiche Korporationen Festdiners und andere Veranstaltungen ab.

Die Feier im Kgl. Schlosse zu Berlin.

Die Bedeutung der Rede des Ministerpräsidenten ist nicht nur im Inlande, sondern auch im Auslande, soweit uns bisher Stimmen vorliegen, zutreffend erkannt worden. Eine Ausnahme machen selbstverständlich die bekannten radikalen Verliner Blätter; außerdem auch eine zuschrift an die Kreuzzeitung von besonderer Seite, die den An­schein erwecken könnte, als teile sie Interessen der kon­servativen Partei eine maßgebende Rolle in dieser das Gesamtwohl des Landes berührenden Frage zu. Für den Ministerpräsidenten schieden bei der Behandlung dieser Angelegenheit parteipolitische Erwägungen ganz aus. Wir glauben, daß Absicht und auch Ergebnis seiner Aus­führungen dem fonfessionellen Frieden in Preußen einen großen Dienst erwiesen hat."

Zur zweiten Lesung des Etats des Reichstags fordert ein Antrag Raab und Genossen( wirtsch. Vereinigung), die Geschäftsordnungskommission zu ermächtigen, die in der Geschäftsordnung des Reichstags enthaltenen entbehr­lichen Fremdwörter tunlichst durch deutsche Ausdrücke zu ersetzen. Die Ausdrücke Kommission und Seniorentonvent sollen z. B. durch die Ausdrücke Ausschuß und Aeltestenrat ersetzt werden.

Zu Ehren des neunzigjährigen Geburtsfestes des Prinz­regenten fand Sonntag mittag im Königlichen Schloß zu Berlin Galata fel statt. Der Kaiser erschien in der Uni­form seines Bayerischen Infanterie- Regiments mit dem Bande des Hubertusordens, die Kaiserin hatte eine blau­weiße Toilette und ebensolchen Schmuck angelegt. Bei ihrem Erscheinen führte die Kaiserin ihren Enkel, den Prinzen Wilhelm, der bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal im größeren Kreise gezeigt wurde, an der Hand. Zur Tafel wa­ren der Königlich Bayerische Gesandte Graf Lerchenfeld so= wie die sämtlichen Mitglieder der Bayerischen Gesandtschaft und die in Berlin anwesenden Bayerischen Bevollmächtig= ten zum Bundesrat geladen. Ferner nahmen an der Tafel teil die Königlichen Prinzen, der Reichskanzler, die sämt­lichen Staatsminister und Staatssekretäre, die Generalität, die Chefs der Kabinette und die Hofstaaten. Während der Tafel erhob sich der Kaiser und trank auf das Wohl des Prinzregenten als eines Sinn- und Vorbildes aller Für­stentugenden. Der Kaiser verglich die kernige und mann­hafte Persönlichkeit des Regenten mit der tief im Boden wurzelnden deutschen Eiche. Während die Jugendtage des Herrschers in die Anfänge des vorigen Jahrhunderts zu­rückreichten, habe ihm die Mittagshöhe des Lebens die ak­tive Teilnahme an dem großen Aufschwung des deutschen Volkes gebracht und ihm gestattet, sich gleich hervorragend im Kriege wie im Frieden zu bewähren. Ein Förderer der Kunst und aller kulturellen Interessen werde er getragen von der Liebe senes Bayernvolkes, von der Verehrung je­des echten Deutschen. Treu seinem Volke, tren dem deut­schen Vaterlande, habe er sich alle Zeit erwiesen und ebenso habe sich um ihn und die drei deutschen Kaiser allezeit das Band gegenseitiger Treue geschlungen. Zum Schlusse bat der Kaiser den bayerischen Gesandten, seinem Souverän der Dolmetsch der Gefühle zu sein, die den Kaiser und sein Volk an diesem Tage bewegten.

Bum Etat des Reichsamts des Innern, dessen Beratung am Sonnabend begann, liegt eine ganze Reihe von Reso­lutionen vor, die sich wohl im Laufe der nächsten Tage noch bedeutend vermehren werden. Der erste Redner war der Zentrumsabgeordnete Pieper, der Generaldirektor des Bolksvereins für das katholische Deutschland. Er erörterte alle innerpolitischen Fragen: Die allgemeine wirtschaftliche Lage, den Bauarbeiterstreif, den Fleischmarkt, das Kalige­set, die Notwendigkeit einer eigenen Baumwollerzeugung, die Errichtung von Materialprüfungsanstalten in der Tex­tilindustrie, den Hansabund, die Verhältnisse des handwerk­lichen und kaufmännischen Mittelstandes, die Schädlichkeit der Wanderlager, die Reichsversicherungsordnung, das Ar­beitskammergesetz, die Abonnentenversicherung und den Ausbau des Tarifvertragsrechts. In letzterem Falle be= merfte er, daß die Erklärungen des früheren Staatssekre= tärs des Innern v. Bethmann Hollweg noch nicht ganz er= füllt seien. Eine interessante Bemerkung machte der Zen­trumsredner am Schluß. Er meinte, wenn eine sozialpoli= tische Ermüdung festzustellen sei, so möge es daran liegen, daß die Berufsorganisationen die Sache selbst in die Hand nehmen Die Erfolge der Sozialpolitik fönnten uns doch nur ermutigen. Abg. Panli- Potsdam( kons.) sah den Grund der sozialen Ermüdung hauptsächlich in dem Empfinden, daß es im bisherigen Tempo nicht weiter gehen könne. Er nahm sich der Interessen der mittelständigen Arbeitgeber an. Dem Abschluß von Tarifverträgen steht er sympathisch gegenüber, aber ein Reichstarifamt hält er nicht für er­sprießlich. Redner forderte für die Innungen das Recht, Mindestpreise festzusetzen, erörterte die Frage der Jugend­erziehung vom Standpunkt des gewerblichen Mittelstandes und besprach im übrigen die bekannten Handwerksforderun= gen. Abg. Fischer( Soz. klagte die Regierung und das Zen­trum der Vernachlässigung der Sozialpolitik an. Herr von Bethmann Hollweg habe seine sozialpolitischen Versprech ungen nicht eingelöst, ebensowenig Herr Delbrück. Daß Zentrum sei vollkommen umgefallen und habe alle Arbeiter= interessen im Stich gelassen. Die Behauptung, daß die In­dustrie, die jährlich 4 Milliarden zurücklegt, feine weiteren Lasten übernehmen könne, sei lächerlich. Ob Ausnahmege= setz oder Entrechtung der Arbeiter mit bestehenden Gesezen gegen beides sei die Sozialdemokratie gewappnet. Abg. Müller- Meiningen( fortschr. Vp.) wünschte, daß das Wahl­geheimnis durch einheitliche Urnen und durch Zusammen­legung von Zweigwahlkreisen geschützt wird und fällte über die Ausführung des Vereinsgesetzes ein günstiges Urteil. Mit den preußischen Verhältnissen war er dagegen nicht zufrieden. Ebenso mißbilligte er das Verbot des preußischen Ministers des Innern gegenüber allen Wahlrechtsumzügen und die angeblichen Bemühungen zur Unterbindung des Versammlungsrechts der Freisinnigen und des Deutschen Bauernbundes. Abg. Linz( Rp.) hält unsere Sozialpolitik für das größte Werk der sozialen Gerechtigkeit, das die Welt gesehen hat. Redner verlangte eine Vertretung der Detail­listen in den Handelskammern und des Mittelstandes im wirtschaftlichen Ausschuß. Dann vertagte sich das Haus auf Montag.

Die Prinzregentenfeier in München.

Strahlende Sonne, Fahnen und Festschmuck an allen Häusern, auf der Straße hin und her wogende dichte Men­schenscharen, das war das äußere Zeichen, wie München den Festtag des Prinzregenten am Sonntag beging. Salutschie­Ben der Artillerie und die Tagesrevetlle sämtlicher Militär­fapellen hatten schon in den frühesten Morgenstunden zahl= reiche Zuhörer angelockt. Bei den Fest gottesdienst en in allen Kirchen der Stadt waren die Kirchen bis auf den letzten Platz gefüllt Von dem militärischen Festgottesdienst aus zogen die Truppen der Garnison nach dem Maximi­ltansplatz zur Parade. Prinz Ludwig nahm den Vorbei­marsch der Truppen ab. Neben ihm befanden sich die Prinzen des föniglichen Hauses, darunter auch in der Unt form des Ersten Feldartillerieregiments der 10ährige Uv enkel des Prinzregenten, der kleine Prinz Luitpold. Zur gleichen Zeit fam vom Oberwiesenfeld her der Aviatiker Wincziers auf seinem Flugapparat heran und um­freiste unter lebhaftem Jubel der dichten Menschenmenge die Residenz.

Der Kaiser übersandte dem Prinzregenten sein von Professor Schwarze gemaltes Delbild in Lebensgröße. Das Bild zeigt den Kaiser als Juhaber des ersten bayerischen Ulanenregiments mit dem Bande des Hubertusordens.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Kein neues Zündwarensteuergesetz. In den letzten Tagen hieß es vielfach, daß demnächst dem Reichstage ein Gesetzentwurf über dieBesteuerung der Zündholzersatzmittel zugehen werde und daß außerdem die Kontingentierung der Zündholzindustrie beabsichtigt sei. Ein offiziöses De= menti dieser Meldung betont jetzt, schon die Fassung der Nachricht zeige, daß sie nicht von unterrichteter Seite stammt; denn die Kontingentierung sei durch das beste­hende Zündwarensteuergesetz bereits eingeführt. An zu­ständiger Stelle werde die ganze Mitteilung als unzutref= fend bezeichnet.

Des Kaisers Dank für die Durchsehung der Heeres: vorlage. Bei der General- Ordenskommission werden nach der Mil.- pol. Korrespondenz" die Urkunden über die Ver­leihungen von Auszeichnungen vorbereitet, die vom Kai­ser einer großen Zahl von Offizieren des Kriegsministe= riums als Anerkennung der beim Zustandekommen der neuen Heeresvorlage geleisteten Dienste zugedacht sind. Für den Kriegsminister von Heeringen ist der Orden vom Schwarzen Adler bestimmt. Auch an den Reichsschatzsekre= tär, seinen Unterstaatssekretär Kühn und an die an den Vorarbeiten zur Reichswertzuwachssteuer beteiligten Räte sollen Orden verliehen werden.

Im Anschluß an die Parade wurde vor dem Armee­Museum das Denkmal Ottos von Wittelsbach enthüllt Hier hielt Prinz Ludwig eine Ansprache, in wel­cher er die Geschichte des Hauses Wittelsbach und das Leben des Prinzregenten schilderte, dessen Treue gegen das Reich sich stets bewährt habe Nachdem der Prinz den Befehl zum Fallen der Hülle gegeben hatte, zeigte sich das von Ferdinand v. Miller geschaffene Denkmal, welches von einem Gönner gestiftet ist, der ungenannt bleiben will. Kriegsminister Graf von Horn antwortete mit einer Dankesansprache und schloß mit einem Hoch auf den Prinzregenten.

Im Laufe des Tages waren von über hundert Fürst­lichkeiten Glückwunsch telegramme eingetroffen, darunter äußerst herzlich gehaltene von Kaiser Wilhelm, Kaiser Franz Josef, dem Präsidenten Fallieres, dem Kaiser von Rußland, sowie von allen Bundesfürsten. Ferner wa­ren eingelaufen Telegramme vom Reichskanzler, vom preußischen Kriegsminister im Namen der preußischen Ar­

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Das Familiengeheimnis.

Roman von L. Walter.

Deklarationspflicht für die Vermögenssteuer in Preu­ßen? Wie verlautet, bereitet die konservative Fraktion des preußischen Abgeordnetenhauses einen Antrag vor, in dem die Staatsregierung ersucht wird, bei der nächstjäh­rigen Steuerreform die Deklarationspflicht auch auf die Vermögenssteuer auszudehnen.

Der Termin für die Reichstagsstichwahl in Gießen ist nach einer Meldung der Frankf. 3tg." auf den 21. März anberaumt worden. Man rechnet im Wahlkreise allge= mein mit der Wahl Beckmanns, weil man annimmt, daß die im ersten Wahlgange auf Pfarrer Korell vereinigten Stimmen zum größten Teile dem sozialdemokratischen Kandidaten zufallen werden.

Zum Besuche des deutschen Kronprinzenpaares in Italien schreibt die römische offiziöse Presse: Den Besuch hat Kaiser Wilhelm gewollt, um die vollkommene Ueber­einstimmung und die Freundschaft der Herrscherhäuser und die Freundschaft zwischen dem deutschen und dem italieni­schen Volke zu bezeugen. Dies sei von politischer und mo­ralischer Bedeutung, die weit über den Rahmen der Jubel­feierlichkeiten hinausgehe. Der Empfang, der dem Kron­prinzen in Italien bereitet werden wird, wird zeigen, daß das italienische Volk die Feinheiten im diplomati­schen Verkehr zu würdigen vermag.

( Nachdruck verboten.) ,, Sprechen Sie nicht so laut, mein lieber Freund! Unsere teure Kranke bedarf der Ruhe.... sie könnte leicht in der Stille der Nacht den Ausbruch Ihres Jam­mers hören."

Sie sind ein erfahrener Arzt, Doktor; sagen Sie mir unumwunden die Wahrheit: was halten Sie von dem Bustand meiner Frau?"

Gegen die Kriegsrüstungen wollen die Wiener Ar­beiter protestieren. Die Wiener Arbeiter- Zeitung" ver­öffentlicht einen Aufruf zur Massenbeteiligung der Ar­beiter an einer am 9. April stattfindenden öffentlichen Kundgebung gegen die Kriegsrüstungen und Kriegshehe. Diese Kundgebung soll an diesem Tage in allen Städten und Industriebezirken Desterreichs und Italiens statt­finden

Der Chef des Admiralstabs der Marine, Admiral von Fischel ist laut allerhöchster Kabinettsorder vom 11. März in Genehmigung seines Abschiedsgesuches zur Dis­position gestellt und wird in Anerkennung der Seiner Ma­jestät geleisteten Dienste a la suite des Seeoffizierkorps in den Listen der Marine weiter geführt werden. Heeringen, Vizeadmiral, zur Verfügung des Chefs der Marinestation der Ostsee, ist zum Chef des Admiralstabes der Marine ernannt worden.

Ich kann jetzt eine Erklärung noch nicht abgeben." Freilich ist die Zeit darnach angetan, daß man das Schlimmste befürchten muß; aber nicht alle Krankheiten endigen mit dem Tode, auch der erfahrenste Arzt kann sich täuschen... von meinen Patienten, die sehr schwer dar­niederlagen, sind viele genesen. Ich wage faum noch ein Urteil abzugeben. Fassen Sie sich, mein lieber Freund, und vertrauen Sie auf Gott."

Junker sah den Arzt mit starren Blicken an. ,, Haben Sie feine Hoffnung?" fragte er tonlos. Die Möglichkeit ist nicht ausgeschlossen, daß Ihre Junge und fräftige Gattin den Anfall übersteht. Aber ein fluger Mann macht sich auf alle Fälle gefaßt..

von

Kleine Nachrichten.

Das neue 25- Pfennigstück hat sich jetzt auch die Guns der Falschmünzer erworben. Im Verkehr tauchen vor al­lem in Berlin große Mengen falscher 25- Pfennigstücke auf. Von Geschäftsleuten, Händlern, Straßenbahnschaffnern wurden solche Falsifikate entdeckt. Die falschen Biermar­ten" zeigen durchweg das Münzzeichen" D" und sind durch ihr bleiartiges Aussehen und ihren matten Klang als un­echt zu erkennen.

Der Inhalt der Rede des Ministerpräsidenten von Bethmann Hollweg in der Modernistendebatte des preu­ßischen Abgeordnetenhauses wird in der halbamtlichen Wochenschau der Nordd. Allg. 3tg." noch einmal kurz zu­sammengefaßt und daran folgende Bemerkung angefügt:

Der Arzt mochte wohl die Verhältnisse der beiden Gat­ten fennen, denn er fügte nach einer Pause hinzu:

Ich rate Ihnen als Arzt und als Freund. Vorsicht ist die Mutter der Weisheit."

,, Sie geben mir teine Hoffnung?"

In gleicher Lage mit Ihnen befinden sich noch Hunderte seien Sie Mann und Christ!"

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Im Alter von 114 Jahren ist in Mostar( Herzegowina) dem Nenen Wiener Tageblatt" zufolge, der älteste Mann des Bezirks, Osman Novo, gestorben. Er war körperlich und geistig noch vollständig rüstig.

Die französischen Unteroffiziere haben gegenüber ihren Kameraden in anderen Staaten manches voraus. Jetzt ist vom französischen Kriegsminister verfügt worden, daß eben­so wie bereits den Offiziersstellvertretern nunmehr auch den fapitulierenden Unteroffizieren versuchsweise die Vergün­stigung gewährt werde, an Sonn- und Feiertagen Zivil­kleidung zu tragen.

Wilhelm drückte dem Arzte innig die Hand. " Ich will mich nach allen Kräften fassen, will Ihren Rat befolgen, Doktor! Ach, das Unglück kam ja so jäh, daß es mich völlig unvorbereitet fand. Und ich lebte so glücklich mit Cäcilie, die mir über alles in der Welt geht. Mir ist, als ob ich die Beute eines wüsten Traumes sei, als ob ich gar nicht in die veränderten Verhältnisse ge= höre. Doktor, stehen Sie mir bei, ich bin sonst ganz ver­lassen!"

,, Wollen Sie mich denn nicht verstehen!" murmelte der Arzt in einem Tone, der an Vorwurf streifte. Ich kann weder einen glücklichen, noch einen unglücklichen Ausgang versichern. Fordern Sie von dem menschlichen Wissen nicht Unmögliches. Alles, was meine Kraft vermag, werde ich pflichtgetreu anwenden, um dem Fortschreiten der Krank­heit Einhalt zu tun. Herr Junker, Sie sind ein Mann..

,, Das will ich; Ihnen zu nüßen ist mein Bestreben. Sie müssen aber auch auf meine Worte hören.... Ich meine es gut, herzlich mit Ihnen. Jetzt erklären Sie mir Ihre rätselhafte Rückkehr...

Teure Wachholderbeeren. In Kaltenholzhausen im Taunus pflückte ein Landwirt Wachholder im Werte von drei Pfennigen. Auf die Anzeige des Försters erhielt der Missetäter folgenden Strasbefehl: Strafgebühren 2 Mark, Schreibgebühren 1 Mark, Wert 0,03 Mart, Porto 0,10 Mark in Summa 3,13 Mark.

Riesendiebstahl in einem amerikanischen Museum. Eine Anzahl kostbarer ägyptischer Juwelen und Reliquien sind aus dem archäologischen Museum der Pennsylvania- Uni­versität in Philadelphia abhanden gekommen. Die Unter­suchung ergab, daß es sich um Diebstahl handelt. Von den Tätern fehlt jede Spur. Der Wert der entwendeten Gegen­stände beträgt vier Millionen Mark.

Ans Gram über den Tod der Gattin durchschnitt ein in der Feuerbachstraße in Steglitz bei Berlin wohnender Herr am Sonnabend sich und seinem Pflegekinde die Pulsadern. Das Kind ist tot, der Mann schwer verletzt.

Beide hatten sich auf dem Sopha niedergelassen. ,, Doktor," begann der junge Mann, ich will mein Herz erleichtern, will Ihnen nichts verschweigen, damit Sie mir raten und beistehen können. Sie sind ja mein väterlicher Freund, wie Sie mehr als einmal bewiesen haben. Sie wissen, ich war Offizier und reichte Cäcilie die Hand, weil wir uns gegenseitig herzlich liebten. Ich war arm, Cäcilie aber sehr reich. Die Verwandten mei­ner Frau billigten die Heirat mit dem armen Offizier nicht; sie hätten sie sogar vereitelt, wenn es ihnen mög­lich geweser: wäre. Cäciliens Eltern sind tot, ich habe sie nicht mehr gefannt; aber es lebt noch ein Bruder des Vaters, der sich nicht des besten Rufes erfreut. Wir leben mit Rudolphi, so heißt der Onkel, auf gespanntem Fuß, und mir zumal ist er sehr feindlich gesinnt." ,, Dies wissen Sie?"

" Ja."

Fahren Sie fort, fahren Sie fort." Wilhelm seufzte, dann erzählte er weiter.

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" Ich bin aus dem Heere geschieden, um ganz meiner Frau anzugehören, wie sie es wünschte. Ach, mein Glück war grenzenlos, nicht etwa des großen Reichtums wegen, der mir so plötzlich geworden... nein, Cäcilie schuf mir ein Paradies auf dieser Erde, ich mußte sie mit jedem Tage mehr achten und lieben. Wer wie ich vom Glücke begünstigt ist, kann dem Himmel nicht genug danken. So. verflossen drei Jahre. Während dieser Zeit hatte Cäcilie einigemale Unterredungen mit Rudolphi, dem Bruder ih­res verstorbenen Vaters. Ich wollte sie um den Inhalt dieser Unterredungen nicht befragen, da ich ihn vermuten fonnte... sie hat ihm kleine Summen eingehändigt, troh­dem er mit seinem Bruder, also mit dem Vater meiner Frau, nie auf gutem Fuße gestanden. Wir reisten diesen Sommer nach dem Alexisbade, das einsam und versteckt in den Harzbergen liegt. Nicht die große Welt, eine schöne Natur hatten wir aufgesucht, um den Sommer zu genießen. Die Zeitungen berichteten von der Epidemie, die in unserm Heimatsorte so schreckliche Verwüstungen anrichtete. Wir nahmen uns vor, die furchtbare Zeit vor­übergehen zu lassen, da Geschäfte uns feinen 3wang auf­erlegten. Eines Tages tam ich von einem weiten Spa­ziergange zurück, an dem meine Frau nicht teilgenommen, Ich traf sie in einer seltsamen Stimmung. ,, Bist Du frank?" fragte ich besorgt. ,, Nein, nein!" war die Antwort. ,, Mir scheint, Du hast geweint."

So haben Sie um so mehr Grund, auf alle Even­tualitäten gefaßt zu sein," meinte der Arzt.

,, Ach, daß ich jetzt über solche Dinge sprechen muß!" " Es ist leider nur zu nötig!"

Mir fommt es wie eine Entweihung meiner Liebe

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,, Sei nicht besorgt, Wilhelm, ich befinde mich wohl; aber mir ist eingefallen, daß wir in die Heimat zurüc kehren müssen."

, Sollen wir uns einer schweren Gefahr aussetzen?" rief ich erstaunt.

Wir werden nur einen Tag dort bleiben." Warum, warum denn?"

" Weil ich mit unserm Rechtsanwalt sprechen muß."

( Fortsetzung folgt.)

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