Vermischtes.
* Vom Hinterländer„ Bauhewe". Jm nördlichsten Teil des Kreises Biedenkopf, dem sogenannten„ Hinterland", werden an verschiedenen Orten, wenn ein Bau aufgeschlagen ist, vom Zimmermeister kleine Reden gehalten. Folgenden„ Meisterspruch", sagt E. M. im Wiesbadener„ Landboten", habe ich mir gemerkt: „ Gott, der die ganze Welt mit seinem Wink regieret, Hat alles auch gemacht durch seine starke Hand; Er hat den großen Bau der Erde aufgeführet, Damit sein Name werd' gepriesen und erkannt. Der Himmel, Erde, Meer, Luft, Berg, kurz zu sagen, Die ganze weite Welt uns durch sein Allmachtswort So fünstlich aus dem Nichts gerufen in sechs Tagen, Derselbe Gott regiert die Welt noch immer fort. Er lenkt der Sonne Lauf, er heißt die Winde wehen, Er ordnet Tag und Nacht und teilt die Zeiten ein, Er ruft den Wolken zu hoch in den luft'gen Höhen, Er sendet Regen her und hellen Sonnenschein. Jm Donner redet er mit uns und sendet Blitze, Der Bach schwillt an zum Strom und überschwemmt das Land,
Der Blitz berührt im Nu der Häuser höchste Spitze, Verzehrend wälzt sich fort der ungeheuere Brand. Gott stürzet Häuser um durch Wasser und durch Flammen, Wenn er uns strafen will für unser Sünden Schuld. Es sinken Stadt und Dorf in Asch und Schutt zusammen, Wenn er sein Antlitz uns verbirgt und seine Huld. Der Wächter wacht umsonst, wenn Gott den Ort nicht hütet,
Wenn er nicht baut, so baut der Zimmermann umsonst. An Gottes Segen liegt's und geht's, wie er's gebietet, Drum flehen heute wir um seine Gnad' und Gunst. Da also Gott durch uns dies Haus hat aufgerichtet, Und ich hier oben kann auf seinem Gipfel steh'n, So ist es an der Zeit, daß man auch Wünsche dichtet, Die zu dem großen Gott hinauf zum Himmel geh'n. Er schütte seine Gnad' und reichen Vatersegen Von seinem Himmelszelt auf dieses Haus herab Als einen Himmelstau, als einen Silberregen; Er sei des Bauherrn Schild und Schirm und fester Stab. Und jedem, der im Haus pflegt aus- und einzugehen, Geb er des Glückes viel und seinen guten Geist, Der den Besitzer führt, daß Engel ihn umstehen, Wenn er zu Hause ist und in die Ferne reist. Wenn er zu Bette geht und wenn er früh erwacht, Wenn er in dem Beruf sein Brot im Schweiß empfäht; Kurz, was er denkt und tut und redet, was er macht, Das alles segne Gott, daß es von statten geht. Vivat hoch, hoch, hoch!"
Friedberger
Frühjahrs
Pferdemarkt
findet
Dienstag den 28. Februar und Mittwoch deu 1. März 1911 statt. Dienstag den 28. Februar findet Prämiierung selbstgezüchtet. Fohlen statt und werden hierzu von dem Landes Pferdezuchtverein, dem Landw.- Kammer- Ausschuß, dem Pferdemarkt- Komitee und der Stadt Friedberg ansehnliche Beträge bewilligt.
D
Mittwoch den 1. März Vieh- und Krämer- Markt.
Zur Benutzung unserer Pferdeställe wolle man sich rechtzeitig an das unterzeichnete Komitee wenden. Futter und Streu wird zu ermäßigten Preisen abgegeben. Am 1. März, nachmittags 4 Uhr,
Verlosung von 6 schönen Arbeits- Pferden
( auf dem Markte angekauft) sowie von sonstigen Haus- u. landw. Gegenständen, im ganzen 200 Ge winne. Lose à 1 Mk. sind zu beziehen durch die Herren J. Hirsch u. Wilh. Trapp in Friedberg.
Das Pferdemarkt Komitee.
Ia. Torfmull,
100 k- Ballen M. 3.20 Nachn. Torf streu, Wagg. frco. bill. Kalisilikat- Peru Guano Füllhorn- Marke.
Melasse- Torfmehl- Futter" 75 kg Sack M. 7.-.
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Für
Vielfach haben sich diese Reden überlebt, die jünge ren Zimmerleute halten sie nicht mehr, nur die älteren. Den Neubau mit einem mit bunten Bändern oder Papierstreifen versehenen Tannenbäumchen zu schmücken, Zur ist nicht nur hier, sondern auch sonstwo üblich. Feier des„ Bauhewetages" wird dem Bier und Schnaps schon am Vormittag tüchtig zugesprochen. Das Mittag= essen ist sehr einfach, es besteht nur aus Reisbrei. Nachmittags gibt's Raffee und Kuchen, abends Suppe und Fleisch mit Gemüse. Bis spät in die Nacht hinein wird noch gezecht und gesungen. Auch beim Grundmauer= 300 lederne Teppichgurten legen gibt's eine kleine Feier. Alle Nachbarn und Bekannte fahren unentgeltlich je einen Wagen voll Steine. 500 Der Dank besteht in einem gemeinsamen Adendessen.
Holzverkäufe u. Versteigerung.
Bürgermeisterei Langsdorf: Freitag, 17. Februar, im Gemeindewald. Zusammenkunft am Bahnüber gang auf der Straße nach Nonnenroth. Bürgermeisterei Be uern: Freitag, den 17. Februar, in den Distrikten Kleetrisch und Mark. Zusammenfunft auf der Kreisstraße Beuern- Allertshausen.
„ Ich hätte niemals gedacht,
daß Malzkaffee so ausgezeichnet und aromatisch schmecken kann", sagte erst neulich wieder eine Hausfrau, als sie zum erstenmal Kathreiners Malzkaffee in richtiger Zubereitung trank. Dabei ist es so einfach!
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Man braucht Kathreiners Malzfaffee nämlich nur nach einer der Vorschriften zu kochen, die auf jedem Paket stehen.
Aber verlangen Sie das echte Paket!
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Am Donnerstag den 16. Februar d. Js. Vormittags 10 Uhr soll bei der unterzeichneten Verwal tung die Lieferung von etwa 90 cbm Holt, 150 kg Soda, 40 kg weiße Seife, 175 kg Schmierseife, 30 kg Mandelfeife, und die Anfuhr von Steinkohlen, für das Rechnungsjahr 1911 vergeben werden. Die Ver dingungsunterlagen fönnen bei der unterzeichneten Stelle Tel, eingesehen oder gegen Zahlung der Selbstkosten von 40 Pig. von da bezogen werden.
Garnison Verwaltnug Gießen.
Stets frische Land- Eier und Land- Butter.
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Ecke Klinik- und Frankf. Str. Mitglied der Rabatt- Spar- Vereinigung.
Drud der Gießener Verlagsbruderei, Alein& Fischer. Verantwortlich für die Redaktion i. V.: Albin Klein, für Reflame u. Anzeigen: W. Schmidt, sämtl. in Gießen.
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