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bte gefchloffene Kaiserbrücke in Königsberg. Der auf Der Ladung liegende Matrose wurde vom eisernen Brudenjoch erfaßt und sein Körper vollständig zer­riffen.

Bei der Rückkehr eines Trupps Zöglinge der Bwangserziehungsanstalt Ohlsdorf bet Hamburg vom Baden scheuten die Pferde eines Wagens und rasten in den Trupp hinein. Als das Gefährt vorüber war, lagen sieben Knaben am Boden. Zwei waren tot und bte anderen mehr oder weniger schwer verletzt.

Ein Kindesmord regte gestern die Bewohner des Weinbergwegs in Berlin auf. Die Frau eines Schutz­mannes hatte ihren einjährigen Sohn angeblich mit Optum vergiftet und war flüchtig geworden. Das Kind wurde von dem heimkehrenden Vater tot aufgefunden. Ob eine Vergiftung mit Vorbedacht oder eine Ver­wechslung von Arzneimitteln vorliegt, muß die Unter­fuchung ergeben.

Vermischtes.

Bu Tode mißhandelt. In Waldkirch( bayr. Schwa­ben) hat ein Bauer unter Bethilfe seines 16jährigen Sohnes seine 26jährige Stieftochter wenige Tage vor threr Niederkunft in einer grausamen Wetse mißhan­belt. Die Aermste wurde an den Gartenzaun gebunden und so lange mit den Füßen auf den Leib getreten, bis fle bewußtlos war. Junge Burschen des Dorfes be­fretten sie. Das mit blauen Flecken bedeckte neuge= borene Kind starb sofort nach der Geburt. Die Seftion ergab, daß die Mißhandlungen, die das Kind erlitt, dte Todesursache gewesen sind. Die Mutter starb bald darauf unter furchtbaren Schmerzen. Eine gerichtliche Untersuchung ist im Gange.

Das Ende einer Weltreise". Einen etwas unge­mütlichen Abschluß fand gestern in Berlin eine Welt= reise", die kürzlich die Schlosserlehrlinge Franz Schuck­mann und Emil Münz von Dortmund aus angetreten hatten. Nick- Carter und ähnliche Geschichten hatten ihre Abenteuerlust geweckt und so gesteigert, daß sie sic schließlich, nachdem einer von ihnen dem Vater 50 M. aus der Kasse genommen hatte, auf den Weg machten. Auf Lastkähnen und zu Fuß ging es zunächst nach Berlin. Im Wartesaale des Stettiner Bahnhofes übernachteten fie. Gegen Morgen entstand unter den Reisenden ein großer Skandal. Polnische Arbeiter waren bestohlen worden. Als ste thr Mißgeschick entdeckten, waren die Täter längst verschwunden; ste hielten aber die beiden " Weltreisenden" für die Täter und ließen sie festnehmen. Auf dem Polizeipräsidium klärte sich dann die Geschichte auf. Mit der Reise aber war es nun zu Ende. Jungen Abenteurer wurden in Schutzhaft behalten, um thren Angehörtgen zugeführt zu werden.

Die

Ein Backverbot für die Sonntage in Groß- Berlin. Die Berliner Bäckerinnung hatte beim Polizeipräsiden­ten von Berlin ein Backverbot für die Zeit von Sonn­tag früh 8 Uhr bis Montag früh 6 Uhr, also ein 22= stündiges, beantragt. Die organisierten Bäckergesellen hatten dem Antrag widersprochen und eine wöchentliche 36stündige Ruhepause beantragt. Der Polizeipräsident hat den Antrag der Gewerbedeputation des Berliner Magistrats unterbrettet. Diese hat sich gegen die 22= stündige Sonntagsruhe und damit gegen das Backver­bot ausgesprochen, weil die Meinung besteht, daß sofort die Bäckereien der wetteren Umgebung sich die Sache zunuze machen und am Montag frische Backwaren nach Berlin liefern würden. Um zu einer einheitlichen Re­gelung zu gelangen, haben nun auch andere Vereint­gungen, unter anderen der Zweckverband der Bäcker­metster von Groß- Berlin, bet der Regierung in Pots­dam beantragt, ein Backverbot für die Zeit von Sonn­tag frith 8 Uhr bis Montag 6 Uhr zu erlassen. Der Regierungspräsident hat test sämtliche Bäckermeister des Bezirks aufgefordert, in der nächsten Woche ihre gutachtlichen Aeußerungen zu Protokoll zu geben. Da­nach scheint das allgemeine Backverbot in greifbare Nähe zu rücken.

Die türkischen Gäste in Friedrichshafen. Die tür­tischen Gäste besichtigten am Dienstag unter Führung des Grafen Zeppelin die Luftschiffbauanstalt in Fried­richshafen. Sodann bestiegen zunächst 15 Mitglieder der türkischen Studienkommission die Passagierkabine des Luftschiffes Schwaben", das Punkt 12 Uhr bet Herrlichem, aber etwas windigem Wetter unter Führung des Grafen Zeppelin einen Aufstieg unternahm. Um 12 Uhr 40 Minuten erfolgte die Landung zwecks Passa­gterwechsel. Um 1 Uhr 30 Minuten fand ein neuer Aufstieg, um 1 Uhr 50 Minuten die zweite Landung statt.

Das Mädchen als Knabe. Großes Aufsehen erregt ein Fall, der sich in der Familie eines Architekten in Borbeck bet Essen ereignet hat. Die 15jährige Tochter des Architekten erwies sich plötzlich als Knabe. Bet dem Pseudomädchen war seit einiger Zeit die rauhe Stimme und ein merklicher Schnurrbartwuchs aufgefallen. Die genaue ärztliche Untersuchung ergab, daß sich das bisher als Mädchen erzogene Kind zu einem Jüngling ausge= wachsen hatte. Die Umwandlung erregt natürlich das metste Aufsehen in dem Kreise der bisherigen Freun­dinnen.

Die Errichtung eines Wohnhauses für Ledige. Der Nachbarort von Berlin, Weißensee, hat beschlossen, ein Ledigenheim für 34 männliche und 15 weibliche Per­sonen zu erbauen. Die Miete für 1 3immer soll dret Mark pro Woche, für ein Zimmer mit zwei Betten fünf Mark betragen. Im ersten Stockwert werden die Damen wohnen, im zweiten und dritten die Herren. Die Restaurationsräume für beide Geschlechter werden getrennt sein. Das Grundstück, auf welchem das Haus erbaut werden soll, kostet 210 000 Mart und liegt in der Nähe der Gemeindebadeanstalt, der Volksbibliothek und der Gemeindeturnhalle.

Das kanonische Alter der Kellnerinnen. In dem deutsch- böhmischen Städtchen Schluckenau, das an der sächsischen Grenze Itegt und etwa 5000 Einwohner zählt, hatten die vorsorglichen Behörden die betrübliche Wahr= nehmung gemacht, daß es mit der Sittlichkeit nicht in wünschenswerter Weise bergauf gehe. Nach langen Be­ratungen hatte man des Uebels Kern auch richtig erfaßt: es waren die jungen Kellnerinnen in den Wirtschaften mit Damenbedienung, die die Jugend des Städtchens häufiger als den Stadtvätern lieb war, in die Kneipen lockten, man beschloß deshalb, das Uebel mit der Wurzel auszurotten und setzte ein bestimmtes Alter für die Kellnerinnen fest. Dabei ging man sehr drakonisch zu Werke. Sie setzten sich hin und verfaßten eine Ver­fügung, laut der nur Kellnerinnen im Alter von 50 Jahren und darüber in den Gastwirtschaften bedienen

dfirfen. Damit find alle Grazten von der Ausübung des Kellnerinnenberufes in Schluckenau wenigstens ausgeschlossen. Auf die Resultate der Verfügung darf man gespannt sein.

Im Alter von 117 Jahren ist gestern in der un­garischen Gemeinde Szamostrasso der frühere Rab­biner J. Reich nach kurzer Krankheit gestorben. Reich galt als eine Art Wundermann", zu dem seine Glau­bensgenossen in hellen Scharen pilgerten, um von ihm in Glaubens- und anderen Lebensfragen Rat zu holen. Reich, der sich mit seinen Ratschlägen ein ziemlich be= deutendes Vermögen erwarb, war auch schriftstellerisch tätig. Er war viermal verheiratet und seine letzte Frau starb im Vorjahre im 93. Lebensjahr. Den Verstorbenen betrauern fünf bereits ziemlich bejahrte Kinder.

Um 7000 Mark geprellt. Die zum Gemeingut der Hochstapler gewordene Redensart:" Vertrauen gegen Vertrauen" hat gestern einem Amerikaner in Berlin 7000 Mart gekostet. Dieser, ein amerikanischer Zigar­renhändler, kam vor einigen Wochen nach Berlin und nahm hier in einem der ersten Hotels Unter den Linden Wohnung. Am 6. d. M. lernte er auf dem Schloßzplatz einen Mann kennen, der sich als Grant Allent aus Ame­rtfa bezeichnete und angab, dort große Besitzungen zu haben. Beide kamen wiederholt in Restaurants zu= sammen. Auch gestern mittag fand wieder ein Rendez­vous unter den Linden statt. Vor ihnen ging ein Mann, der plötzlich einen Geldbeutel verlor. Der Ame­rikaner hob ihn auf und reichte ihn dem Unbekannten". Dieser war über die Ehrlichkeit scheinbar außerordent= lich erfreut und erklärte sich bereit, die Ehrlichkeit des Finders mit einem kostbaren Brillantring zu belohnen. Zugleich übergab der angebliche Grant Allent dem Ame= rikaner eine kleine Ledertasche mit der Versicherung, daß ste für einige underttausend Mark Werte in Papier enthalte, die Wohltätigkeitsanstalten in Amerika zugu­te kommen sollten. Da es sich hier um Vertrauen gegen Vertrauen handle, möge der Amerikaner für die ihm übergebene große Summe ein Aequivalent aushändi­gen. Der vertrauensselige Bigarrenhändler gab denn auch seine Brieftasche mit 7000 Mark Inhalt her und wartete dann stundenlang auf die Rückkehr der beiden. Selbstverständlich hatten die Gauner unterdessen längst das Weite gesucht. Der Geprellte erstattete Anzeige, und die Poltzet schnitt die ominöse Ledertasche auf, wobei lediglich Papierschnitzel zum Vorschein kamen. Dte Gauner scheinen dieselben zu sein, die das gleiche Ma­növer von Zeit zu Zeit in anderen Großstädten aus­führen.

Margarine- Konkurrenz. In Eberswalde hatte etn Kaufmann, um den Absatz der von ihm vertriebenen Margarinesorte zu heben, ein großes Probebacken an­gekündigt. Bald darauf Iteß ein Konkurrent der sich badurch benachteiligt fühlte, folgendes Inserat erschet­nen: Herrlichste Margarine der Welt. Marke Bau­ernfänger. Naturbutter ist nichts dagegen. Prämitert

in allen Kulturstaaten des Nord- und Südpols.- Auf drei Pfund als Zugabe ein Freifahrtschein zu einer Jta­Itenretse. Auf vter Pfund etn Prachtautomobil( Mar­te Adler) oder ein Kinderwagen mit Inhalt. Auf fünf Pfund ein Anteilschein fürs Jenseits. Auf sechs Pfund ein Freibtllett tach Dalldorf.- Rellmann u. Co., Eberswalde."

Ein falscher Gerichtsvollzieher, der sett längerer Zeit Berlin und die Vororte unsicher machte, wurde gestern endlich erwischt und hinter Schloß und Riegel gesetzt. Er entpuppte sich als der 33 Jahre alte Schret­ber Behr, der zulegt bei einem Gerichtsvollzieher in Schöneberg angestellt war. Behr nahm bet seiner Ent­lassung gestempelte Formulare beimlich mit, füllte sie richtig aus, legte sie Geschäftsleuten, die mit dem Gericht zu tun hatten, mit Gebührenrechnungen von sechs bis acht Mark vor und erhtelt auch überall Geld. Gestern aber kam er endlich an ein Geschäft, das keine Zahlung zu leisten hatte. Hier schöpfte man Verdacht und ließ den Schwindler festnehmen. Bet dem Verhafteten fand man noch eine ganze Mer je Formulare, die auch schon ausgefüllt waren. Er hatte also ohne Zwetfel noch wet­tere Streifzüge vor.

Das Fazit des Rundfluges.

Der deutsche Rundflug ist zu Ende, und wenn man das Fazit daraus zieht, so wird man sagen müssen, daß die Sache besser abgelaufen ist, als die Pessimisten be­fürchteten, wenn sich auch die Erwartungen der Op­timisten nicht annähernd erfüllt haben.

Das rein ziffernmäßige Ergebnis ist in der Tat et­was deprimierend: 24 Nennungen waren erfolgt, tat­sächlich geflogen sind 11; mehr als 1000 Kilometer haben 4 zurückgelegt, mehr als 500 nur die acht Pretsträger; die ganze Strecke hat aber fein einziger Flieger zurück­gelegt. Das Ergebnis wäre noch weit ungünstiger, wenn man nicht die Flugbedingungen etwas gewaltsam interpretiert hätte. Es war sicherlich nicht der Sinn dieser Bestimmungen, daß eine einmalige Runde um den Flugplatz als Start zu gelten habe. In der Zu­lassung dieser rein formellen Starts liegt eine schwere Benachteiligung derjenigen Flieger, die sich nicht diefer unreellen Manöver bedienten. Aber auch der Eindruck nach außen hin wurde wesentlich dadurch beeinträchtigt, daß sich der Start an den einzelnen Etappenpunkten tn­folge dieser weitherzigen Auslegung auf 48 Stunden verteilte. Der Hauptfehler an dem ganzen Unternehmen war eben, daß man von vornherein viel zu hohe An­forderungen an die Maschinen und vielleicht mehr noch an die Nerven der Teilnehmer gestellt hatte.

Will man zu einer richtigen Würdigung der Flug­leistungen kommen, so muß man sie rein absolut betrach­ten und da muß man doch sagen, daß die deutschen Flie­ger und die deutschen Flugmaschinen gezeigt haben, daß fie im Begriffe sind, den Vorsprung der Fran­zosen einzuholen. Chauvinismus wäre es fret­lich, wollte man aus dem Umstand, daß die drei ersten Preisträger deutsche Maschinen benutzt haben, eine Ueberlegenheit des deutschen Fabrikats folgern. Man braucht demgegenüber nur darauf hinzuweisen, daß Lindpaintner, der während des ersten Teiles des Flu­ges die Führung hatte, eine Original- Farman- Maschine benutte. Daß er nachher ins Hintertreffen fam, darf man sicherlich nicht einem Mangel der Maschine zu­schreiben. Dieses plöbliche Versagen Lindpaintners ist überhaupt noch ein dunkler Punkt, der noch dringend der Aufklärung bedarf. Jedenfalls haben die glänzen­den Leistungen Lindpaintners auf dem ersten Teil des Fluges bewiesen, daß er unter die ersten deutschen Flie­ger gerechnet werden muß, und daß er den drei ersten deutschen Preisträgern zum mindesten ebenbürtig ist. Als besonders erfreulich muß man hervorheben, daß sich während des Rundfluges fein tödlicher Unfall er­eignet hat, obwohl die Flieger während des größten Teils des Fluges start unter der ungunst der Wit­terung zu leiden hatten. Endlich muß man den Rund­flug auch als Verdienst anrechnen, daß er das Interesse des Publikums an der Flugkunst mächtig gehoben hat.

Die drei ersten Preisträger.

Benno König ist ein Schüler Brunnhubers. Selt November vorigen Jahres ist er Albatros- Flug­lehrer, und hat bereits eine ganze Reihe von Schülern ausgebildet. Vor zirka zwei Monaten trat er in die Dienste der Luftverkehrs- Gesellschaft. König hatte schon vor Beginn des Rundfluges sehr schöne Flüge ausges führt, mehrere Stunden mit seinem Fahrzeug in den Liften geweilt, und besonders im Passagterflug nen­nenswerte Leistungen zu verzeichnen. Eine Reihe von Fliegern verdankt ihm ihre Ausbildung.

Hans Vollmöller tst geborener Stuttgarter und 22 Jahre alt. Schon vor längerer Zeit wandte er sich aus Interesse der Aviatik zu. Anfang dieses Jah­res fam er nach Johannisthal und wurde von Helmuth Hirth auf Etrich- Rumpler- Eindecker ausgebildet. Am 21. April bestand er die Flugzeugführerprüfung. Vollmöller ist Pilot und Fluglehrer der Rumpler- Luft­fahrzeuge G. m. b. H.

Bruno Bitch iter, geboren 1872 zu Ebersbach, ( Oberlausitz), von Beruf Techniker, war, bevor er Luft­flieger wurde, einer der bekanntesten Radflieger, der mehrfache Meisterschaften gewann. 1900 zog er sich vont Radsport zurück und gründete in Friedenau ein Re­staurant. das er aufgab, um sich dem Automobilismus zuzuwenden, bet dem ihm ebenfalls schöne Erfolge blith= fen. Am 29. Januar 1911 erwarb er in Habsheim das Fliegerzeugnis und übernahm dann die Leitung der " Aviatik"-Fliegerschule.

Eisenbahnkatastrophe in Amerika.

30 Tote, 70 Verletzte.

In Amerika hat sich gestern eine schwere Eisenbahns fatastrophe ereignet. Ein Schnellzug der Newhaven­bahn entgleiste, als er auf der Fahrt von Washington nach Boston die Stadt Bridgeport( Connecticut) durch= fuhr und stürzte von einer dreißig Fuß hohen Böschung auf die Straße hinab. Die Pullmanwagen gerieten in Brand. Bisher wurden zwanzig Tote aus den Trim­mern gezogen und über sechzig Verletzte, von denen etne Anzahl tödlich verletzt sind. Die Ursache der Bahn­tatastrophe war eine offene Weiche. Sechs von den neun Waggons sind derart demoliert, daß noch zwet­hundert Fuß vom Geleise Trümmer gefunden wurden. 150 Personen waren im Zug, von welchem nur wenige unversehrt sind.

Nach neueren Meldungen war die Ursache der Ka­tastrophe bei Bridgeport nicht, wie man zuerst annahm, eine offene Weiche, sondern, wie die Untersuchung der Bahnverwaltung ergab. vorschriftswidrige Geschwindig keit. Der Lokomotivführer versuchte versäumte zett einzuholen und ließ den Bug 80 kilometer per Stunde fahren, statt, wie die Vorschrift lautet, an der betreffen­den Stelle nur 25. Dadurch wurden die Lokomotive und sechs Waggons vom Gletſe geworfen. Der Lokomotiv= führer, welcher nebst dem Heizer getötet wurde, hatte übrigens nte etnen Passaaterzug gefahren, sondern nur Frachtzüge. Furchtbare Minuten hatten die Passagiere etnes Waggons durchzuleben, der nicht mit hinabge­stürzt war, sondern feilweise vom Viadukt herabhing; fte glaubten feden Augenblick in die Tiefe stürzen zu müssen. Das Rettungswert war mit großen Gefahren verknüpft, da die Waggons beim Herabftitrzen mehrere Drähte für elektrisches Licht durchschnitten, welche her­abhingen, einen Funkenregen aussandten und die Trümmer in Brand setzten, der aber bald gelöscht wurde. Genaueres über die Zahl der Toten und Verletzten ist noch nicht ermittelt. Erstere werden bis auf 30 ge= schäßt, Tetztere auf 70.

Drahtnachrichten und Deuestes. Abfahrt des amerikanischen Schulfchiffgeschwaders von Kiel.

Atel, 12. Juli. Das amerikanische Schulschiff­geschwader hat heute früh den hiesigen Hafen verlassen und ist nach Norwegen abgedampft. Bei der Abfahrt tauschten die amerikanischen und deutschen Schiffe den üblichen Salut aus.

Vier Kinder in einer Sandgrube verschüttet. Göln, 12. Jult. Gestern abend wurden in der Vorstadt Poll vter spielende Kinder durch nachstürzende Sandmassen verschüttet. Ein Kind wurde getötet, die drei anderen schwer verlett.

Neues über die Tuberkulose. London, 12. Juli. Die fönigliche Tuberkulose­tommission hat tu einer Schrift die Ergebnisse ihrer Untersuchungen während eines Bettraumes von zehn Jahren veröffentlicht. Es wird darin betont, daß die Tuberfeln des Menschen und des Rindes praktisch nicht zu unterscheiden sind. Tter und Mensch können sich gegenseitia anstecken, da der Tuberfel des Kindes auf den Menschen übertragbar ist, und zwar vornehmlich durch die Milch, welche für die Tuberkulose der Kin­der verantwortlich gemacht werden müsse. Die Kom­mission fordert deshalb eine verstärkte Nahrungsmittel­fontrolle.

Die Size in Amerika.

Nenyork, 12. ult. Der gestrige Tag begann bedeutend heißer noch als der vorgestrige. Die Wetter­warte sagt noch steigende Temperatur voraus. Gegen­wärtig zeigt das Thermometer 96 Grad. In der letz­ten Nacht erlagen 25 Personen der Hize. Biele halten sich Tag und Nacht in Parts und am Seestrand auf, wo nachts Tausende von Schläfern den Ufern entlang hingestreckt sind. Der Bürgermeister ordnete an, alle Kutscher, welche schwere Ladungen fahren, wegen Tier­quälerei zu verhaften. Tote Pferde sieht man überall, namentlich solche von Eiswagen, welche gegenwärtig feine Ruhe haben. Im nördlichen Michigan sind Waldbrände ausgebrochen, die bereits drei Dörfer zer­stört haben und eine Reihe anderer Ortschaften be­drohen.

Handel und Verkehr.

Gaffel, 11. Jult. Schlachtviehpreise: 1. Rinder. Al Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlacht­wertes, die noch nicht gezogen haben( ungefocht Schlacht gewicht 85-88 M., b) vollfleischige ausgemästete im Al­fer von 4 bis 7 Jahren 80-83 M., B. Bullen: a) voll­fleischige, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 84-86 M., b) vollfleischige junge 78-82 M. C. Järsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 83-84 M., b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 81-82 M., c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut ent­wickelte jüngere Kühe und Färsen 78-80 M., d) mäßig genährte Kühe und Färsen 70-75 M. 2. Kälber. a) fg., Dopellender, feinster Mast Lebendgewicht Pfg., c) mittlere Mast- und b) feinste Mastfälber beste Saugfälber 50-53 Bfg., d) geringere Mast- und gute Saugfälber 48-49 fg., e) geringere Saugfälber 45-48 Pig. 3. Schafe. A. Stallmastschafe: a) Mast lämmer und füngere Masthamel Schlachtgewicht 85-88 Mart, b) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe 80-83 M. IV. Schweine. a) Fettschweine über 150 lgr.( Schlachtgewicht) Mart b) vollfleischige von 120-150 gr. 56-57 M c) vollfleischige von 100-120 lgr. 55-56 M., b) voll fleischige von 80-100 lar. 53-54 M.