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Internationale WeltbllBC.
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Weiterflanierend, kommen wir an dem schmucken Hause vorbei, dessen Räumlichkeiten die Elite der vor dem Publikum stets befrackt erscheinenden Kellnerschaft sich klubmäßig und nobel eingerichtet hat, das gerade gegenüberliegende Heim der vornehmen„ Alpha Delta Phi Society" könnte äußerlich keinen exklusiveren Eindruck machen. Jetzt passieren wir die„ Lambs", den ältesten amerikanischen Schauspielerverein. An der andern Seite der Straße befindet sich das Hudson Theater und gleich daneben das Hotel Gérard, das fast noch aus einer Zeit stammt, als niemand überrascht gewesen sein würde, wenn ein unternehmender Gemüsegärtner auf dem„ Acre" eine Reihe Kopfsalatbecte angelegt hätte.
Da kommt schon, immer noch an der nämlichen Seite der Straße, Belascos Stuyvesant Theater in Sicht und dann, gleich an der Ecke von der Sechsten Avenue, der Seiteneingang von Burns' Restaurant.
Die Sechste Avenue überschreitend, gelangen wir nunmehr in den Block der 44. Straße, der bis vor wenigen Jahren fast nur Stallungen aufwies. Hier erhebt sich heute auch das weltberühmte Sippodrom". In der Richtung der Fünften Avenue kommen wir, vis- à- vis dem Seitengange des Hippodroms, an einem kosigen, im echten Pariser Stil geführten Café vorbei, dessen Stammkundschaft sich nicht zuletzt aus Damen zusammensetzt, die ungeleitet zu frühstücken lieben. Daran reihen sich wieder verschiedene große Hotels: Algonquin, Iroquois, Seymour, ferner der New York Yacht Club, dessen Weinkeller, wie Kenner behaupten, dem hier in dieser Beziehung lange führenden Manhattan Club an Reichhaltigkeit und Güte der Tropfen die Championschaft erfolgreich streitig machen könnte, und schließlich der Harvard Club.
Weiter gen Osten schreitend, lassen wir das Berkeley Theater hinter uns. An der entgegengesetzten Seite dieses wundervollen Blocks, einer der wichtigsten Verkehrsadern des Acre- Bezirkes, sehen wir das Hotel Royalton, das in den Kreisen der Lebewelt wegen seiner erstaunlich großen Anzahl versch'edener Chambres separées berühmt ist, dicht daneben die Halle und große Bibliothek der„ Bar Association", ferner den Yale Club, den Anbau zum Raquet Club, das neue elegante Heim der schon 1775 gegründeten General Society of Mechanics and Tradesmen und dann, an der Ecke, endlich Sherry's.
Jenseits der Avenue, hart an der östlichen Grenze des Bezirkes, lassen wir Delmonico's links liegen, um durch die
Long Island,
Das Wolfenkratzer: Viertel in nächtlicher Beleuchtung. ( Im Hintergrunde der Singer- Turm).
43. Straße nach dem Ausgangspunkt unseres Spazierganges zurückzukehren. Es gibt hier noch allerlei zu sehen und zu notieren. So den Century Club, wo alle Respektspersonen in der New Yorker Welt der Künste und schönen Wissenschaften zu Hause sind, noch einige andere Clubs, und an der Kante des Acre zum Schluß das Hotel Woodstock. Mit einiger Lebensgefahr denn das Gewühl von Lurus- und andern Fuhrwerken fängt an den Kreuzungen der Straßenzüge nachgerade an, unheimlich zu werden wagen wir noch einen kleinen Abstecher nach dem„ Theatre Row", wie der Volksmund den einen Block an der West 42 Street nicht mit Unrecht getauft hat, denn bis zur nächsten Straßenecke kommen wir an nicht weniger als sieben Theatern
der beliebteste Sommerort der New Yorker Mittelklassen im allabendlichen elektrischen Lichtglanze.
vorbei Hammerstein's, Belasco's, Lyric, New Amsterdam, Liberty, Hackett's und American
und Harvey's Restaurant, um die Hungrigen jener fünfzehntausend Frauen und Männer, die sich jeden Abend in diesem einen Block allein etwas vormimen lassen, erst einmal zu sättigen.
Am Südausläufer des Acre, am Broadway, liegen wieder andere Theater, das Broadway, Metropolitan Opera House, Empire, Casino, Knickerbocker und, just abseits von der großen Heerstraße, Marime Elliot's neuer Musentempel. Wenn am frühen Abend das elek
Internationale Weltblitze.
Übergang der Karawanen bei El Kantara.
Mekka- Karawanen.
Alljährlich gehen große Karawanen aus Afrika und Syrien nach Mekka ab. Während die ersteren sich in Kairo sammeln, geben sich die letzteren in Damastus ein Rendezvous. Unser Bild zeigt den Übergang der afrikanischen Karawane über den Suez- Kanal. Die Übergänge über den Kanal müssen mit besonderer Schnelligkeit vor sich gehen, damit der Schiffsverkehr nicht allzu lange aufgehalten wird. Die Karawanen überschreiten den Kanal bei der Station El Kantara( d. h.„ die Brücke des Schatzes") im Norden vom Rallahsee, wo sie schon seit alter Zeit den Übergang bewerkstelligen. Heute legen auch die zwischen Port Said und Jsmailia verkehrenden Postdampfer in El Kantara an. Der Anführer der Mekka- Karawane, die ungefähr 1000 Ramele mit sich führt und von einer militärischen Eskorte begleitet wird, heißt Emir el- haddsch", was ,, Anführer der Wallfahrt" bedeutet.
Das indische Gibraltar.
Die großen Dampfer, die das Rote Meer durch die Straße von Bab el Mandeb Tor der Tränen- wieder verlassen, steuern dann gewöhnlich der englischen Festung Aden zu, die man das indische Gibraltar" getauft hat. Und nicht mit Unrecht, denn die Befestigungen von Aden machen einen uneinnehmbaren Eindruck. Die Anlegung der Befestigungen, der Landstraßen usw. forderte viel Arbeit und Zeit. Die Straßen mußten erst durch die Felsmassen gebrochen werden. Die eigentliche Stadt Aden liegt in beträchtlicher Entfernung vom Landungsplatz, wo sich nur das Postgebäude, die Hotels, die Konsulatsgebäude, einige Kaufläden und ein Eingebornenviertel befinden.
In Aden werden auch die indischen Polizeimannschaften ausgebildet, um später nach dem Reiche der Rijahs und der Bajaderen gesandt zu werden.
Das neue Nationaltheater in New York. Wie schon in unserm Artikel ,, New York bei Nacht" bekannt wurde, besitzt die Hudsonmetropole eine große Zahl von Theatern. Zu den neuesten Errungenschaften
New Yorker Nationaltheater.
Am Landungskai in Aden.
auf diesem Gebiete gehört das„ Nationaltheater", das im Volksmunde die Bezeichnung„ Das Theater der Millionäre" gefunden hat. Die Errichtung des Theaters war in erster Linie dem verstorbenen deutsch- amerikanischen Dchter Heinrich Conried zu verdanken. Das Theater steht am West Central Park, nördlich von Columbus Circle, und ist aus grauem Kalkstein erbaut worden. Die Absicht der Direktion war, das neue Theater im Stile der großen europäischen Kunsttempel zu leiten und dem Unternehmen einen mehr ästhetischen als finanziellen Hintergrund zu geben. Vor allem sollte für das Theater eine ständige Truppe, eine sogenannte„ stock company" gewonnen werden. Dieser Gedanke hat sich gedoch nicht durchführen lassen, und das Theater ist trotz seines kurzen Bestehens bereits vielen Anfeindungen ausgesetzt gewesen. Kurz nach der Eröffnung hielt ein deutsches Ensemble seinen Einzug in den neuen Kunsttempel. Die deutschen Theaterverhältnisse in New York haben übrigens kürzlich einen großen Aufschwung durch die Gastspiele von Ernst von Possart und Rudolf Schildkraut erhalten. Wie denn bedeutende deutsche Künstler und Künstlerinnen( dus haben die Gastspiele von Agnes Sorma, Christians, Bonn usw. bewiesen) bei ihren Gastspielen im Lande der Freiheit und der Dollars immer vom Glück begünstigt wurden. Das deutsche Theater ist außer in New York auch in Philadelphia, St. Louis, Chikago, Milwaukee und Cincinnati heimisch. An und für sich liegen die deutschen Theaterverhältnisse in den Vereinigten Staaten jedoch nicht sehr günstig. Die alten deutschen Generationen sterben langsam aus, und der jugendliche deutsch- amerikanische Nachwuchs interessiert sich mehr für amerikanische als für die deutsche Bühne. Schiller, Goethe und andere Dramatiker vermögen die deutsch- amerikanische Jugend nicht mehr zu fesseln, wohl aber die anglo- amerikanische Burleske.


