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leine Gehaltsquittung vorschriftsmäßig unterschreibt, so muß auch der erste Bürger der französischen Republik feinen Namen unter das Quittungsformular sezen, um fein Gehalt zu erlangen. Zwischen ihm und jenem fletnen Bostbeamten gibt es nur einen Unterschted: der Briefträger muß sein Gehalt abholen und dem Prästbenten wird es gebracht. Mit den Jahren hat sich dabet ein ganz bestimmtes Zeremoniell entwickelt. Am Morgen des letzten Monatstages erscheint, mit einer schönen Ledermappe bewaffnet, ein hoher Beamter des Finanzministeriums im Elisee und wird alsbald in das Arbeitszimmer des Präsidenten geführt. M. Fallières empfängt diesen Träger angenehmer Botschaft begreifItcherweise auf das liebenswürdigste und versichert ihm, er set gerade im Begriff gewesen, ihm eine Loge für die Oper zu schicken. Diese Bemerkung ist alter Brauch und wird jeden Monat wiederholt. Der Präsident verfügt, wie bekannt, in allen vom Staate fubventionierten, Theatern über eine Loge, die er allerdings nur selten benutzt. DieGewohnheit hat es allmählich zumGesetz erhoben, daß der Beamte des Finanzministeriums, der am Letzten des Monats dem Präsidenten das Gehalt überbringt, an diesem Tage die Präsidentenloge benußen darf. Der Herr nimmt also mit ltebenswürdigem Lächeln die Loge an, öffnet seine Ledertasche, entnimmt thr ein stattliches Bündel von Tausendfrancsnoten und zählt M. Fallières zehn einzelne Pafete von je zehn Tausendfrancsnoten vor. Dann sett Fallieres setne alte Hornbrille auf, zählt mit der sorgsamen Genauig feit eines ordentlichen Hausvaters die Noten nach und setzt dann, aber erst dann, seinen Namen unter die Quits hung. Der Präsident der französischen Republik bezieht aus der Staatstasse ein Gehalt von 1 200 000 Frs., daß Ihm in monatlichen Renten von 100 000 Frs. ausbezahlt wird. Die Pariser behaupten, daß er von dieser stattit then Gage" höchstens 500 000 Frs. verbrauche, denn Herr Fallières hat eine Abneigung gegen Gesellschaf len und Diners und legt großen Wert darauf, täglich um zehn Uhr in die Federn zu kommen, wenn möglich aber noch frither.
Ein Opfer der Schundliteratur ist der Bureaugehilfe Wilhelm Meiners geworden, der bei einer Firma fn Leer 5800 Mark verintreut hatte und jetzt in Leer felbft verhaftet wurde. Meiners hatte sich in Leer ver borgen gehalten und suchte durch Vermittlung setnes belfershelfer, des Lehrlingts van Goens, auf eine ganz an Räubergeschichten erinnernde Weise zu entkommen: er versteckte sich in einem großen Reiseforb, den der Lehrling gekauft hatte. Diefen Korb Iteß van Goens burch einen Arbeiter zur Bahn schaffen, wo er nach Station Rheine aufgegeben werden sollte, und wohin ber Lehrling sich bereits eine Fahrkarte gelöst hatte. Bet der Gepäckbeförderung ftel indes die ungewöhnliche Schwere des Korbes auf; außerdem schten in thm sich voit Zeit zu Zeit eine eigentümliche Bewegung geltend zu machen. Kurz, man faßte Verdacht und holte einen böheren Stationsbeamten herbet, der anordnete, daß der Roffer nicht eher durch die Sperre dürfe, als bis er untersucht worden set. Die herbeigeholten Polizeibeam= ten öffneten den Korb und fanden den infolge der lange Innegehabten unbequemen Kauerstellung und des nicht gerade fanften Transportes fast ohnmächtigen Meiners vor. Van Goens flüchtete, als er sah, daß der, wie sich bet der Untersuchung herausstellte, von langer Hand vorbereitete Plan mißglückt war. Er fam aber nicht weit. Schon in Neermoor wurde er festgenommen. Das verantreute Geld wurde fast vollständig bet Meiners vorgefunden.
Telephon London- Berlin. Interessante Sprechverfuche sind an zwet Fernsprech- Seekabeln gemacht, die Im Auftrage der englischen Postbehörde fonstruiert und perlegt wurden. Ueber das eine der beiden mit IndukHonsspulen jogenannten Pupinspulen- geladenen Kabel, das zwischen Dover und Calais verlegt wurde und ca. 40 Kilometer lang ist, find Sprechpersuche einerfeits zwischen Aberdeen und Parts und andererseits zwischen London und Basel angestellt worden; die Ergebnisse waren so gut, daß, wie verlautet, die englische Bost in einigen Wochen telephonische Verbindungen zwischen London und Basel annehmen wird. Damit kommt London in direkte Verbindung mit der Schweiz. Das zweite Kabel, das von England nach Belgien führt, ft ungefähr 80 Kilometer lang. Aus den Versuchen an diefem Kabel, das wesentliche Verbesserungen gegenAber dem englisch- französischen aufweist, geht hervor, daß man derartige Kabel auch für bedeutend längere Strecken fonstruieren kann und daß selbst dem Projekt, Berlin mit London durch ein Kabel zwischen Deutschland und England zu verbinden, nunmehr feine technischen Schwierigkeiten mehr im Wege stehen.
Selbstmord ans verschmähter Liebe. Eine 23jährige Krankenschwester, die in einem Krankenhause in Wien beschäftigt war, hatte dort einen Reichsdeutschen fennen gelernt, mit dem sie sich heimlich verlobte. Der junge Mann nahm vor einigen Monaten eine Stellung in Berlin an und schrieb dann an seine Braut, daß er an eine Heirat nicht mehr denken könne. Daraufhin reiste bas junge Mädchen nach Berlin und versuchte, sich setnent Geliebten zu nähern, wurde jedoch von ihm und fet
,, Meine Herren," schloß er refigniert, mit diesem Majewski scheint es tatsächlich nichts zu sein, und wir müssen von neuem spüren. Bitte, arbeiten Sie, arbetten Ste!"
Auf dem Korridor sagte Mallmtz zu Bardekow: Der Alte hat gut reden von wegen Arbeiten und Arbetten. Erfüllt man nicht in vollem Maße seine Pflicht? Und er bedenkt gar nicht die vielen gesellschaftlichen Verpflichtungen, die man hat. Ich habe tn der letzten und vorlegten Nacht tatsächlich kaum vier Stunden geschlasent. Wer soll denn das aushalten?"
Der Polizeikommissar drohte ihm lachend mit dem Singer: Ste sind zu sehr Kuluturmensch, Iteber Mallmiz!"
Was soll man machen? Man ist doch nun mal da Hineingeboren!"
Der Alte" aber saß noch lange am Schreibtisch #ber seine Aften gebeugt. Himmel, nun war diese Untersuchung noch nicht abgeschlossen, und schon waren soptel neue Sachen hinzugekommen! Da waren dret Morde, zwei Ueberfälle im Eisenbahnwagen, eine pifante Hochstapelet, etn gewaltiger Bankfrach und eine wett verzweigte Betrugsaffäre. Das war wahrlich Arbeit genug. Nun, mochte es immerhin sein! Arbeit war la das einzige, was ihm in seinem einsamen Leben Befriedigung gewähren konnte.
14. Kapitel.
Nun ging es beretts langsam dem Frühling entgegen, der Schnee war geschmolzen, die Eisbahn zu Basser geworden, und etnige vorwizige Sträucher und Bäume wagten es schon mit den ersten Anfäßen frühjettiger, zarter Knospen.
Friz hätte längst mit Feltcta drüber in seiner penen Heimat sein müssen, und er drängte auch immer heftiger zur Abretse, aber sie bestand hartnäckig barauf,
nen Eltern abgewiesen. Am Sonnabend fam es zwischen den Verlobten zu einer Aussprache, die damit endete, daß die Verlobungsringe zurückgegeben wurden. Bald darauf sprang die junge Krankenschwester aus einem Fenster der 3. Etage auf den Hof hinab, nachdem sie sich die Augen verbunden hatte. In hoffnungslosem Zustande wurde fie in ein Krankenhaus gebracht.
Eine Verbrecherjagd über die Dächer. In der Nacht zum Sonnabend gegen 2 Uhr wurde dem 38. Berliner Bolizeirevier durch Fernsprecher aus einem Hause der Mohrenstraße mitgeteilt, daß in dem Nebenhause anscheinend Einbrecher an der„ Arbett" seien. Mehrere Beamte ellten sofort nach dem bezeichneten Grundstück, wo man feststellte, daß Einbrecher versucht hatten, den Geldschrank eines im Erdgeschoß belegenen Schuhwarengeschäftes zu erbrechen. Wegen des Anschlagens eines Hundes im Nachbarhause hatten die Einbrecher aber die Flucht ergriffen, und versuchten nun zuerst über die Dächer zu entkommen. Bald hatte man auch die Einbrecher aufgestöbert. Als diese troß wiederholter Haltrufe nicht stilstanden, feuerten die Beamten insgesamt zehn Schüsse ab, die zwar niemanden verle(- fen, aber doch den Erfolg hatten, daß die Burschen ste hen blieben und festgenommen werden konnten. Man bolte ste von den Dächern herunter und schaffte die schweren Jungen" nach ihrer Vernehmung auf dem Revier zum Polizeipräsidium. Waffen sind bei den Einbrechern nicht gefunden worden. Vielleicht haben sie solche auf der Flucht versteckt. Die Feuerwehr war mit einer mechanischen Leiter angerückt, die aber nicht ge= braucht wurde In einem Friseurgeschäft wurde am Sonnabend vormittag ein lange gesuchter Verbrecher von einem Kriminalbeamten nach gefährlichem Kampfe durch einen Revolverschuß schwer verwundet. Der Beamte hatte von der Anwesenheit des Verbrechers in dem Barblerladen Kenntnis erhalten und wollte ihn dort verhaften, wurde aber von dem Verbrecher und seinen Komplicen so sehr bedrängt, daß er von der Waffe Ge= brauch machen mußte.
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Devot.„ Warum hast Du denn nur für vierzig Pfenntg Aufschnitt gebracht? Du solltest doch für fünfzig bringen!" Ja weißt Du, liebes Weibert, der Herr Amtsvorsteher holte gerade für fünfzig."
Druckfehler.( Aus einem Kolonialbericht).„ Vorige Woche überfielen bewaffnete Wagotifrieger ein zum Stamme der Migungo gehöriges Nachbardorf und schleppten mehrere Gefangene mit sich, die sie verzehrten. Natürlich drohen jetzt die Migungos mit Refref= falien."
Bombenanschlag gegen drei Richter.
Wie wir beretts berichteten, wurde gegen dret Justizbeamte am Landgericht München- Gladbach durch Uebersendung von Paketen, die Sprengpatronen enthielten, ein Attentat versucht, das durch einen glücklt= chen Zufall vereitelt wurde. Es ist bereits gelungen, den mutmaßlichen Urheber des verbrecherischen Anschla= ges in der Person des Papierhülsenfabrikanten Fried= rich Pritsche zu verhaften. Bei einer Haussuchung fand man Kordeln und Papierproben, die mit den bet den dret Sprengrollen verwendeten übereinstimmen. Als Motiv tommt Rachsucht in Betracht, da Pritsche un= längst wegen Meineids verurteilt worden war.
Ueber die näheren Umstände des Verbrechens wird noch gemeldet: Am 6. Dezember abends bezw. am Morgen des 7. Dezember find die dret Pakete, die die Form einer Rolle hatten, um eine Drucksache vorzutäuschen, in den Briefkasten des Hauptpostamts in München- Gladbach geworfen worden. Die Rollen sind etwa 25 Zentimeter lang und haben einen Durchmesser von 6 Bentimeier. Die Pafete zeigen den Boststempel 6 bis 7 Uhr abends und 6 bis 7 Uhr morgens, sind also alle in der Dunkelheit aufgegeben worden. Daß die drei Herren die Rollen nicht öffneten, ist dem Umstande zuzuschreiben, daß sie vorher gewarnt worden waren. Sie hatten bereits vor etwa zwei Wochen Briefe erhalten, in denen ihnen angekündigt wurde, thr Iettes Stündlein habe bald geschlagen. Ferner war aus einer der Rollen ein Stück der Zündschnur herausgefallen. Der verhaftete Pritsche hat noch kein Geständnts abgelegt, sondern strettet im Gegenteil alles ab. Er war früher ein angefehener Kaufmann, hat aber infolge mannigfacher Vorkommnisse sein Ansehen verloren.
Grubenkatastrophe in Amerika.
In dem amerikanischen Staate Tennessee hat sich am Sonnabend eine furchtbare Katastrophe ereignet. In der Kohlenmine Knorville entstand eine Kohlenstaubexplosion und dadurch ein gewaltiges Feuer. 200 Mann find verschüttet und wahrscheinlich fast alle tot, da der aus der Grubenmündung aufsteigende Rauch anzeigt, daß ein großer Brand unter Tag wütet. Nach eine späteren Meldung beträgt die Zahl der in der Grube Verschütteten nur hundert, da die Tagschicht nur teilweise eingefahren war. Die Rettungsversuche schret ten sehr langsam vor, da die Mittel unzulänglich und
abzuwarten, ob nicht der Fall Marleben doch noch aufgeklärt werden würde, ehe sie der alten Welt für vermutlich lange Zeit den Rücken kehrten. Seine ungeduld wurde immer größer, und er gab thr schließlich unumwunden zu verstehen, daß es ihm ziemlich gleichgültig geworden set, wer die Tat vollbracht habe, wenn er nur endlich in den ersehnten Hafen der Ehe einlaufen könne. Aber fe mehr sich seine Gedanken von dem Verbrechen entfernten, desto mehr beschäftigte sie sich da= mit. Mit einer wahren Leidenschaft hatte sie sich der Angelegenheit bemächtigt und versuchte mit zäher, unermüdlicher Ausdauer die Nacht der dunklen Tat aufzuhellen.
Sie war mit Emmi jetzt eng befreundet, täglich waren die beiden reizenden jungen Damen beisammen, und die kluge Tochter des Justizrats wurde ebenfalls von dem Elfer threr Freundin, Licht in die Sache zu bringen, angesteckt. Wie zwet Detektivs erwogen ste alles Für und Wider, alle Einzelhetten des Verbrechens, und wer ste bei ihren Gesprächen bei Spaziergängen oder in dem Heim einer der jungen Damen bet der Kaffeeunterhaltung hätte belauschen können, bet dem wären sie leicht in den Verdacht geraten, entweder ein Verbrechen zu planen oder wenigstens mit der Abfaffung eines aufregenden Kriminalromans beschäf= tigt zu sein.
Der Justizrat lächelte bisweilen über die„ kriminal infantty", wie er es scherzend nannte, und Frizz klagte mit komischer Betrübnis, daß er eifersüchtig mit Feltclas vielem Betsammensein mit Emmt set; denn jede Stunde, die sie mit ihr allein verbringe, werde ihm ge= stohlen und sei unwiederbringlich für ihn verloren.
Aber sich an den ernsten Erwägungen der Damen zu beteiligen, wie ste ihm vorschlugen, das lehnte er rundweg ab und erklärte, daß er nicht das geringste Talent zum Policemann in sich fühle.
Es war übrigens nicht verwunderlich, daß gerade
ote zu den Verschütteten führenden Stollen mehrfach eingestürzt sind. Die Situation scheint verzweifelt. Um 4% Uhr nachmittags wurde die erste Letche gefunden, worauf sich erschütternde Szenen abspielten.
Frankfurt a. M.. 11. November. Nach einer Meldung der Franff. 8tg." aus Neuvork wird die Zahl der eingefahrenen Bergleute jetzt mit 150 bis 200 angegeben. Mehrere schrecklich verstümmelte Leichen wurden gefunden. Herzzerreißende Szenen spielten sich am Grubeneingang ab, wo 1500 Frauen und Kinder die ganze Nacht ausharrten.
Vom Kriegsschauplatz nichts Neues.
Italienischen Meldungen aus Tripolis zufolge hat fich auf dem Kriegsschauplatz nichts Neues ereignet. Der Oberbefehl hat Nachrichten erhalten, nach denen die Türken und Araber unter einem Mangel an Nahrungsmitteln leiden. Die Zahl der Araber soll im Abnehmen begriffen sein. Ein drahtloses Telegramm vom 9. De zember aus Benghaft stellt die dortige Lage als unverändert dar. Am Abend des 7. Dezember machte der Feind einige Angriffe auf die italienischen Vorposten, wurde aber sofort zurückgeworfen. Die Situation in Tobruk und Derna ist gleichfalls unverändert.
Die Meerengenfrage.
Einer Konstantinopeler Meldung der„ Frtf. 8tg." zufolge ist Rußland weit davon entfernt, an der ableh nenden Haltung der Türkei gegenüber seinem Verlangen, die Meerengen russischen Kriegsschiffen zu öffnent, sich genügen zu lassen. Die mehrfache Annahme, daß es fich um einen Versuchsballon handle, trifft diesmal nicht zu. Unbeirri um die ablehnende Stellungnahme der Pforte fett Rußland feine Schritte in Konstantinopel fort. In diplomatischen Kretsen wird versichert, daß eine europäische Konferenz wegen der Revision der Meerengenverträge in Aussicht steht.
Die Ausweisung der Italiener.
Nach türkischen Blättermeldungen erhielten die Italiener in Gallipoli an den Dardanellen eine Frist von drei Tagen für ihre Abreise. Den Italienern in Smyrna, deren Zahl einschließlich der Frauen und Kinder ungefähr 8000 beträgt, wurde eine Frist bis zum 16. Dezember gesetzt. Das deutsche Konsulat ersuchte um Verlängerung der Frist.
Türkische Siegesmeldungen.
Konstantinopel, 11. Dezember. Der Kriegsminister hat vom türkischen Kommandanten in TripoIts eine Depesche erhalten, wonach der italienische Vorstoß geger Sufeldjuma mit dem vollständigen Rückzug der Italiener geendet habe. Die Italiener hätten 400 Tote und eine große Anzahl Verwundeter gehabt, während die türkisch- arabischen Streitkräfte nur 20 Tote und 30 Verwundete hatten. Nach einem Berichte des Hirkischen Kommandanten vor Derna haben die Italiener auch dort schwere Verluste erlittetn.
Ein neuer Spionagefall.
Durch den augenblicklich vor dem Reichsgericht in Leipzig verhandelten Spionageprozeß ist man einer über ganz Deutschland verzweigten, in englischen Diens sten stehenden Spionagebande auf die Spur gelominent. Die Spur zeigt nach Wilhelmshaven, wo, wie fich jetzt herausgestellt hat, eine ganze Spionagebande zentralisiert ist. Wie bereits gemeldet, ist dort dev Schußmann Claus mit mehreren Romplizen unter dem Verdacht der Spionage verhaftet worden. Die fofort vorgenommene eingehende Untersuchung ergab die Notul wendigkeit, noch weitere Versonen zu verhaften, die in einem Gartenhause unangemeldet wohnten. Mean wollte in der Nacht vom Sonnabend auf Sonntag das Nest ausheben. Als man jedoch in das von Beamten umzingelte Haus eindrang fand man feine Spur von den Spionen mehr. Ste waren auf unaufgeklärte Weise entflohen. Gleichzeitig entdeckte man im Miltärgefängnis, daß auch der verhaftete Schuhmann Klaus entflohen war, vermutlich mit Hilfe der bereits aus dem Gartenhause entwichenen Helfershelfer, die, wie sich später herausstellte, durch einen unterirdischen Gang nach einer nahe gelegenen Billa entflohen waren. Alle Spuren der Flüchtigen meifen nach Samburg hin. Clauß wird von den Behörden als Leiter der Bande angesehen.
Ueber die Flucht des Schutzmanns Clauß meldet der Draht: Wilhelmshaven, 11. Dezember. In der vergangenen Nacht ist der megen Hochverrat und zweler Einbruchsdiebstähle verhaftete Schußmann Clauß aus dem Militärgefängnis ausgebrochen. Er hat das dicht vergitterte Oberlichtfenster durchbrochen, it damn miltels einer 4 Meter langen Stange, die ihm seine Helfershelfer relichten, aus dem Fenster in den Hof ne= sprungen, wo er die Mauer überkletterte und dann ins Freie gelangte. Man vermutet, daß Clauß nach Holland geflüchtet ist. Der Regierungspräsident hat auf die Ergreifung des Flüchtigen 500 Mart Belohnung ausgesetzt.
Emmi so leicht von Felicia zur Mitarbeit gewonnen worden war. Denn sie stand in eifrigem Schriftwechfel mit Doktor Waldow, der seine baldige Rückkehr in Aussicht gestellt hatte.
Er hatte sich einen eigenen Blan für seine Zukunft zurechtgelegt, wollte aber noch nicht verraten, was für etner es eigentlich set.
Emmt glaubte aus den Andeutungen, die er vor seiner Abreise zu ihr hatte fallen laffen, entnehmen zu dürfen, daß er die Stelle eines Oberarztes an einer Anstalt für Geistesfranke in Aussicht habe, und erzählte das ihrer Freundin. Als diese aber hörte, daß er dort neben freier Wohnung ein Gehalt von dreitausend Mark jährlich haben würde, rümpfte fie verächtlich die Nase und erklärte stolz, daß eine solche Bezahlung für einen Mann wie Doktor Waldow ungenügend, ja unwürdig set.
Und was auch Emmt dagegen ins Feld führen konnte, daß sie die deutschen Verhältnisse nicht nach den überseeischen beurteilen, nicht mit den Maßen des Landes der unbegrenzten Möglichkeiten messen und vor allen Dingen nicht an thr eigenes Vermögen dabei denfen dürfe, sie wollte nichts davon hören und blieb bet threr Ansicht. Sie meinte bestimmt, man müsse dem Doktor von einem solchen Verzweiflungsschritt abraten, es würde sich gewiß etwas vtel Passenderes für thn finden. Was es sein sollte, fonnte sie leider nicht angeben. Ihr Grundsatz war, Ruhe und Ausdauer führen zu jedem vernünftig gesteckten 3tele, und ste em= pfahl auch dem Doktor in der Nachschrift eines Briefes, den Emmt an ihn geschrieben, hatte, nach diesem Grundsatz zu handeln.
( Fortsetzung folgt.)


