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Was England geplant haben soll.

Bur Spionageaffäre des Engländers Schulz, gegen den zurzett vor dem Reichsgericht verhandelt wird, ver­öffentlicht die Rheinisch- Westfältsche Zeitung" folgende Aufsehen erregende Nachricht auf Grund einer Mittet­lung, die eine rheinische Familie von privater Sette aus Wilhelmshaven erhtelt: Im Verfolg der Spiona­geangelegenheit Schult wurde aufgedeckt, daß die Eng­länder geplant haben, Wilhelmshaven d. h. die in Be tracht kommenden Befestigungen nsw., am Weihnachts­tage in die Luft zu sprengen. Bekanntlich wurden vor etnigen Tagen drei Schußleute in Wilhelmshaven wegen Diebstahls verhaftet. An einem dieser Ver­hafteten war fürzlich ein Wertbrief eingetroffen. Dem Postdirektor fiel die Sache auf und er wandte sich das raufhin an die maßgebende Behörde zwecks Deffnung des Briefes. Nach Seffnung des Briefes wurde fest­gestellt, daß in demselben 75 000 M. waren, die aus Eng­land kamen und für Spionagezwecke bestimmt waren. Bei der darauf erfolgten Haussuchung bet dem Poltzi­ten sind die ganzen Pläne gefunden worden. Der Po= lizeibeamte soll von seiner Frau getrennt leben." Dte Meldung klingt reichlich sensationell, es empfiehlt sich das Dementi abzuwarten.

Beendigung der Wahlhandlung." Da es sich hierbei nur um die formale Borschrift der Anzeigepflicht han­delt, wird durch diese Bestimmung das im§ 1 des ge­nannten Gesetzes allen Reichsangehörigen gewährlet­stete Recht, zu Zwecken, die den Strafgesetzen nicht zu­widerlaufen, sich zu versammeln, nicht aufgehoben. Es tönnen fonach an den Wählerversammlungen auch alle mindestens 18 Jahre alten Frauen oder Nichtwahlbe­rechtigte teilnehmen. Die erwähnte Vergünstigung ge­nießen aber nur solche Versammlungen die zum Be­triebe von Wahlen zusammentreten. Andere öffentliche Versammlungen zur Erörterung politischer Angelegen­hetten müssen daher nach wie vor bet der Polizeibehörde angezeigt oder den darüber erlassenen Vorschriften ent­sprechend öffentlich angekündigt werden.

Der bisherige nationalliberale Reichstagsabgeord: nete Conge, Vertreter des Wahlkreises Minden 2( Her­ford- Halle) ist in der Nacht zum Sonntag in Herford an einem Herzleiden gestorben. Conze war auch bei den Neuwahlen als gemeinsamer Kandidat der nationallt­beralen und der fortschrittlichen Volkspartei aufgestellt.

Minister und Eisenbahnarbeiter. Das Zentralor­gan der deutschen Eisenbahnhandwerker und-Arbeiter berichtet über eine Audienz, die der Vorstand des El­berfelder Verbandes jüngst beim Eisenbahnminister v. Breitenbach hatte. Danach erklärte der Minister den Arbeitervertreteru, er müsse dte Gewährung einer Teuerungszulage grundsäßlich ablehnen. In den nächstjährigen Etat sollen aber wieder größere Sum= men für Lohnausbesserungen eingestellt werden. Auch werde zurzeit in 14 Direktionsbezirken eine Lohnauf= befferung an die besonders bedürftigen Dienstgruppen durchgeführt. Dem Vorstand der Eisenbahnrottenarbei­ter sicherte der Minister bestimmt die Beseitigung einer Neibe von Webeiständen zu, die sich innerhalb der Bahn­meistereien herausgebildet haben.

Was der Leipziger Prozeß enthüllt hat. Nach privaten Berichten über den ersten Verhand­lungstag im Prozeß gegen den englischen Spion Schult und seinen Helfershelfern ist, wie wir schon mitteilten, furz und bündig erwiesen, was längst gefürchtet und ge= ahnt wurde, daß englische Emissäre unsere Werften und Fabriken, in denen unsere Lintenschiffe gebaut und thre Maschinen hergestellt werden, umlauern und umschnüf= feln. Insbesondere weiß man aus mehreren Spionage­prozessen der letzten Zeit, daß solche Agenten Englands hornehmlich auf brüchige Existenzen Jagd machen, auf Angehörige der Marine oder Angestellte von Werften und Fabriken, die in Schulden stecken, oder sonst irgend­wte dunkle Punkte haben, bet denen der Versucher an­faffen tann. Sowett es sich um untergeordnete Personen handelt, ist das erzielte Ergebnis meist nicht viel wert, weil der Judas, der sein Vaterland um schnödes Geld perkauft, felber nicht viel weiß und nichts zu verraten hat. Hier aber ist man bis zu den Quellen, bis zu der Stelle vorgedrungen, wo wirklich Geheimnisse stecken: bis zu den Konstrukteuren, den Zeichnern, den Inge­nieuren, die wirklich etwas wissen, die die Pläne in Händen haben, nach denen unsere Stählernen Bollwerke gebaut werden, auf denen die Sicherheit unseres Vater­fandes beruht. Es gibt wohl kein Wort, was vernich= tend, was schwer genug ist, um ein so verworfenes Subjekt zu fennzeichnen, der sein Vaterland an den Landesfeind für Geld verschachert. Es braucht fa nur baran erinnert zu werden, wie sehr der Wert unserer neuen Linienschiffe gemindert wird dadurch, daß der Feind ihre Konstruktion schon kennt, che sie überhaupt zu Wasser gelassen werden, und daß er darnach die Konstruktionspläne setner Neubauten entsprechend än­dern kann; daß er also jeine Gegenwaffe schmieden fann, bevor wir noch unsere Waffe in die Hand be= tommen.

Die beiden zogen ihre Revolver und schossen sofort auf­einander los. Pietrt blieb auf dem Plaze. Polt tit schwer verwundet.

Einsturz einer Wolgabrücke. Wie aus Kasan ge meldet wird, sind infolge des außerordentlich starken Etsganges die Pfeiler der Wolgabrücke eingestürzt und haben die Brücke mit sich geriffen. 150 bis 200 Arbet fer wurden in den Strom geriffen. Bisher sind nur vier Leichen geborgen worden.

Die verföhnten Gegner. Die erbitterten Gegner aus den Tagen der Marokkofonferenz find am Schluß der Verhandlungen als gute Freunde geschieden. Wenn man einer Erzählung Glauben schenken darf, die augen­blicklich die Runde durch die Berliner Diplomatenwelt macht, haben die Herren von Kiderlen- Wächter und Cambon als Reichen gegenseitiger Wertschäßung sich thre Photographien mit Widmung und Unterschrift ver­ehrt.

Aus den Aussagen der Angeklagten amt zweiten Verhandlungstage geht hervor, daß auf den Werften and größeren Werkstätten Deutschlands eine Schar von eng ischen Spionen und deutschsprechenden Agenten unter­Balten wird, die wieder von einer Anzahl höherer eng scher Agenten kontrolliert und angeleitet wird. An diesem patriotischen" Dienst nehmen allem Anschein nach auch wohlfitutexte, aus den besten Krei­fen stammende Engländer teil, deren sportluftiger Sinn Befallen daran findet, mit der Gefahr zu spielen. Zu btesen scheint auch der verhaftete Rechtsanwalt Stewart ut gehören, dessen Aburteilung nach Weihnachten n Aussicht steht. Festgestellt ist, daß für alle diese Leute eine Art Treffpunkt in London besteht. Im Gegensat bazu jet mitgeteilt, daß der in Southampton verhaftete angebliche deutsche Sptor Große in feiner Verbindung mit deutschen Kreisen steht. Er scheint für ein Bureau n Brüssel gearbeitet zu haben, das ganz unabhängig hit und sein Material an den abgibt, der am meister bafür bezahlt.

Rundschau vom Cage.

Politisches

o Fünf Kinder beim Eislauf ertrunken. In Schocken bet Bromberg brachen beim Eislauf auf der Welna sechs Knaben ein. Fünf von ihnen ertranken. Ein Hoboist im Streite erschossen. Der Hobotst Marsch in Meß war in der vergangenen Nacht mit dem Vorsitzenden des französischen Sportklubs Samain in Streit geraten. Währenddeffen schlich sich einer der vier Leute, die in Samains Begleitung sich befanden, von hinten an den Hoboisten heran und schoß ihm eine Kugel in den Kopf. Die Kugel durchbohrte das Gehirn und führte nach wenigen Minuten den Tod des Marsch her­bet. Samain und sein Bruder, in dem man den Täter vermutet, wurden verhaftet.

Ber Krenzer Berlin" und das Kanonenboot Eber" sind nach mehrtägigem Aufenthalt in Tanger wicher in See gegangen, ersterer, um nach Deutschland zurückzukehren, fekteres, um sich auf die westafrikanische Station zu begeben. Der Kreuzer Berlin" hat mit fet= ner Stationierung vor Agadir einstweilen feine lezten Funktionen ausgeübt, denn er wird nach der Ankunft in Kiel dort zur Außerdienststellung gelangen.

Eisenbahnkatastrophe bei Paris. Als am Sonntag nachmittag ein Personenzug mit normaler Geschwindig= telt sich dem Pariser Nordbahnhofe näherte und eben den Lokomotivschuppen passieren wollte, fuhr infolge falscher Welchenstellung eine der großen Schnellzugs­maschinen dem Zuge in dte Sette. Bet dem Zusammen­prail wurden 5 Personen getötet und 8 verlegt.

Unteroffiziere als glückliche Gewinner. Die Un­teroffiziere der 2. Kompanie des 165. Infanterie- Regt­ments in Quedlinburg spielten gemeinschaftlich ein Los der preußischen Klassenlotterie. Auf dieses ist ein Ge­winn von 200 000 Mark gefallen, wovon jeder der glück­lichen Gewinner etwa 11 000 Mark erhält.

Die Bofener Randesverratsaffäre dürfte nicht die Bedeutung haben, die man ihr anfänglich beimaß. Sie stellt sich scheinbar als die unüberlegte Tat eines in Not geratenen Mädchens dar, das einige Monate stel­lungslos und dadurch in bittere Not geraten war. Ta das Mädchen sich schämte, dtes threm Verlobten, dem Festungsbaufeldwebel Schröder, zu gestehen, fam fie auf den Gedanken, Festungspläne und Zeichnungen, die sie in der Wohnung thres Geliebten liegen sah, zu entwenden und nach Rußland zu verkaufen. Bei dem Verhör gab sie sofort thre Schuld zu, versicherte aber gleichzeitig, daß ihr Verlobter nicht die geringste Kennt­nis von ihrem Blane gehabt habe. Trotzdem wurde Schröder vorläufig verhaftet.s Man nimmt aber an, daß er binnen furzem wieder entlassen werden wird, da er unschuldig sein dürfte.

Die Auflösung des Reichstas ist auch für die Wäh­Terversammlungen von Bedeutung. Nachdem nunmehr als Termin der Retchstagswahlen der 12. Januar 1912 Bestimmt und durch den Reichsanz." veröffentlicht mor­ben ist, tritt die Bestimmung im§ 6 Abs. 2 des Reichs= vereinsgesetzes vom 19. April 1908 in Kraft. Dort heißt es: Einer Anzeige( öffentlicher Versammlungen zur Grörterung politischer Angelegenheiten nach§ 5 des ge= nannten Gefeßes) bedarf es ferner nicht für Bersamm­Jungen der Wahlberechtigten zum Betriebe der Wah­len zu den auf Gesetz oder Anordnung von Behörden beruhenden öffentlichen Körperschaften vom Tage der amtlichen Bekanntmachung des Wahltages an bis zur

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Aus Eifersucht.

Der Könia von Dänemark traf Sonntag nachmit= tag von Hamburg kommend auf dem Lehrter Bahnhof in Berlin ein. Zum Empfang war der dänische Ge­sandte erschtenen und geleitete den König zum Hotel Royal, wo er Wohnung nahm.

Roman von Mar Hoffmann. ( Nachdruck verboten.) Der eigenartige Philosoph Iteß seinen Kopf fast bts auf die Knte hängen und brütete mit betrübter Miene vor sich hin.

Weide betrachtete thn mit einem gewissen Mitleid und Bardekow trat zu seinem Kollegen und sagte flüsternd: Nun? Wieg efällt Ihnen der Kerl? Sind Ste befriedigt von Ihrem Erfolg?"

Kleine Nachrichten.

Ein erstes Fernfprechamt in Konstantinopel soll für 10 000 Teilnehmer eingerichtet und im Jahre 1913 in Betrieb genonimen werden. Kopfzerbrechen verur­sacht die Kabelführung durch den Bosporus, der sehr tief ist, stark veränderliche Strömungen hat und vielfach als Ankerplas benutzt wird.

Aus den Gerichtssälen.

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Die Wittener Meineidfabrik" vor Gericht. Eine unter der Bezeichnung Wittener Meineidfabrik" be­fannte Gesellschaft stand am Sonnabend vor dem Schwurgericht in Bochum. Auf der Anklagebank saßen die Anführerin der Bande, eine Frau Hahn, und der Arbeiter Höhn. Die Verhandlung wurde unter Aus­schluß der Offentlichkeit geführt. Frau Hahn wurde zu drei Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust, Höhn zu zwei Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehr­verlust verurteilt. Beiden wurde die Eidesfähigkeit dau­ernd abgesprochen. Die Angeklagte Hahn hat bis jetzt wegen Meineidsverbrechens insgesamt vierzehn Jahre Zuchthaus erhalten.

Ein hunderthähriger aktiver Unteroffizier. Im Leth­Garde- Küraffter- Regiment der Kaiserin- Mutter in Gat= schina starb dieser Tage, wie russische Blätter melden, ein Unteroffizier im Alter von 106 Jahren. Bis zum Todestage fat er Dienst, zuletzt als Aufseher in der Re­gimentsküche. Das ganze Regiment folgte dem Sarge.

Erfolg?" fragte Weide ebenso letse. Ich möchte Iteber sagen, Mißerfolg. Denn dieser Mensch belügt uns augenscheinlich nicht."

Die frühere morganatische Gemahlin König Leo­polds, Baronin Vaughan, ist mit dem Gatten, ben ste nach des Königs Tode nohm, unzufrieden und will sich von ihm scheiden lassen. Der Ehescheidungsprozeß ge­langt nächsten Donnerstag zur Verhandlung.

,, Ganz meine Meinung!" stimmte Bardekow elfrig bet. Ich glaube, wir beide werden doch noch zusam­menkommen, Herr Kollege."

Durch eine große entersbrunst sind in dem badt­schen Orte Dietlingen Sonntag vormittag sieben Häu­fer, darunter das Rathaus, eingeäschert worden.

Welde sah thn ungläubig an. Nein, die Fährte, auf der sich Bardekom bewegte, würde er nicht verfolgen. " Ich habe Sie eine Weile nachdenken lassen, Ma­jewski," begann Scharffenstein wieder. Haben Sie sich besonnen?"

Furchtbare Tat eines Gelftesgestörten. Der 85jäh­rige geistesgestörte Lehrer Fluetsch von Mezzalelva in Graubünden erschoß seinen Vater, seine Mutter und zwei Schwestern, verlegte eine britte tödlich und erschoß schließlich sich selbst.

Der Verbrecher rückte sich entschlossen gerade. Ja, das habe ich." sagte er mit auffallend fester Stimme. Und ich möchte Ste um etwas bitten, Herr Unter­fuchungsrichter."

Und das wäre?"

Vermischtes.

Elektrische Wohnungsheizung in Norwegen. Die großen starfin Wasserfälle Norwegens haben eine un­geahnte Entwicklung der elektrischen Industrie gebracht. Nun werden aber die Wasserkräfte in der Regel nur bet Tage ausgenutzt, während der Nacht ist die Zahl der Abnehmer für elektrischen Strom ganz gering. Um dem etwas abzuhelfen, hat jezt unter anderem der Staat als Befizer der Kraftanlagen der Stadt Gothen­burg Strom für 0,6 Pfg. für eine Kilowattstunde an­geboten, während wir in Deutschland durchschnittlich 50 Bfg., in Oberschlesien 4 Bfg. zahlen müssen. Um diesen billigen Nachtstrom auszunüßen, hat die Stadt Versuche gemacht, den Strom als Heizstrom zu ver= menden in Verbindung mit Kachelöfen, die bekanntlich dte Wärme sehr lange halten. Elektrische Heizkörper werden also in besonders fonstruterten Kachelöfen ein­gebaut und während der Nacht eingeschaltet. Das soll bann gentigen, um die Zimmer tagsüber warm zu hal­

Ein Snell auf offener Straße. In Orichtete in Sar­dinien gab es auf offener Straße ein Duell. Der Gast­wirt Pietri traf auf der Straße seinen Gegner Bolt.

" Stellen Ste mir meine Braut gegenüber und ver­Juchen Ste, ob ste mir das, was sie Ihnen vorgetragen bat, ins Gesicht hinein wiederholen wird."

Helene Brandt trat verwundert ein, da ste nicht wußte, weshalb sie so schnell wieder erscheinen müsse. Dann aber erblickte sie ihren Liebhaber, und sie er­blaßte, wankte und mußte sich schnell auf einen Stuhl niederlassen.

Ste meinen, Ste sind Ihres Einflusses auf ste ficher?"

, nein, sie hat stärkere Nerven als ich, wenigstens In unserem Verkehr. Aber ich bitte Ste inständig, mtr meinen Wunsch zu erfüllen."

Sie sehen hier den Verhafteten," redete sie Scharf­fenstein ernst an. Wiederholen Ste thm Ihre Aus­sage, die Sie vorhin machten, ins Gesicht!"

Schön, wir werden sehen," sagte Scharffenstetn und gab seine Befehle.

ten.

Ste deckte die Hände vor die Augen und schwieg. Was soll denn das bedeuten?" fuhr sie der kleine Herr an. Vorhin waren Sie zu jeder Beschuldigung bereit, und jetzt wollen Sie nicht Rede und Antwort stehen? Fürchten Ste sich vor ihm?"

Ste sah zärtlich zu ihrem Geliebten hinüber. D nein!"

,, Dann sprechen Ste!"

" Was soll ich denn sagen?"

Auf der Löwenjagd. Ein nettes Jagdgeschichichen wird von einem Teilnehmer der unlängst beendeten Expedition des Majors Hinsch nach dem Caprivizipfel ( Südwestafrika) erzählt. Die Ochsen eines Proviant wagens des Schußtruppenkommandos werden schlapp, und das Gefährt muß in einer Gegend zurückgelassen werden, die wegen ihrer Löwenplage berüchtigt ist. Auf dem Rückmarsch nimmt die Kolonne den Wagen wieder auf. Kein Trectochse fehlt. Na, haben Sie viel von den Löwen gehört?" fragte der Major den zum Wagen kommandierten Gefreiten. Jawohl, Herr Oberstwacht­meister! Die ganzen Nächte haben sie gebrüllt und wa­ren immer dicht am Kraal." Nun, und wieviel haben Ste geschossen?" inquirierte der etwas skeptische Fit­rer weiter. Darauf erwidert stramm der Mann im Kordrock: Das fonnte ich doch nicht. Ich hatte ja ket­nen Jagdschein.

" Sagen Ste thm, daß er das ganze Geld gestohlen hat und daß er in Ihren Augen der Mörder ist!" Sie fing an zu schluchzen.

Auch Majewski traten die Tränen in die Augen. Herr Untersuchungsrichter," entschuldigte er sich mit zitternder Stimme, ich kann kein Welb weinen sehen, dann bin ich weich wie ein Kind. Ach, Helene, warum warst Du so schlecht zu mir?"

Du hast mich doch auch betrogen!" Nein, so wahr mir Gott helfe, ich habe Dir alles genau gesagt, wie es gewesen ist."

" Du hast mich mit jenem Weib hintergangen." Nein, nein"

Wie Präsident Fallières sein Gehalt bekommt. Am lezten Tage eines jeden Monats erhalten alle Beamten Frankreichs thr Gehalt ausbezahlt, und wie der kleinste Bostbeamte in der entlegensten Boststation am letzten

flang. Das ist ja rein zum Tollwerden! Wozu haben Sie uns denn dann die Komödie vorgespielt?"

,, Das ist hier Nebensache," fiel der Untersuchungs­richter ein. Darum handelt es sich für uns nicht. Sie haben aber vorher gesagt, daß er ohne Zweifel den Mord begangen hat."

" Ich nehme alles zurück, was ich vorhin gesagt ha= bel" schrte sie mit schriller Stimme.

,, Aus Eifersucht, Herr Untersuchungsrichter. Aber fetzt, wo ich sehe, wie unglücklich er ist, schneidet er mir ins Herz Ich liebe ihn ja doch werde nicht von thm lassen können-"

Herr von Scharffenstein schlug mit der Dose auf die Tischplatte, daß es wie ein kleiner Pistolenschuß

Helene, meine liebe Helene!" jauchie Majewski. Herr von Scharffenstein drückte auf den Knopf. " Führen Ste beide sofort ab!" befahl er mit schreckli= cher Stimme. Theaterszenen können wir hier nicht gebrauchen."

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Das ist nun das Endergebnis!" klagte er den dret bet ihm verbleibenden Herren. Wir sind wieder auf dem Punkt angelangt, wo wir am Anfang waren." " Nicht ganz," wandte Weide ein. Denn wir sind jetzt über den Verbleib von zehntausend Mark genau unterrichtet." Das ist doch eine Bagatelle gegen das, was wirk­Itch in Frage steht." Und darum eben weise ich darauf hin," fing Bar­dekow wetsheitsvoll an, daß wir die zuerst aufgenom= mene Spur nicht aus den Augen verlieren dürfen."

Herr von Scharffenstein schten ihn absichtlich falsch zu verstehen. Sehr wahr," pflichtete er bei. Da sind dte Spuren, de tst jenes Geschreibsel, und da ist der fleine Bleistiftstumpf. Schaffen Sie eine Erklärung für diese dret Dinge und wir werden wissen, wie die Wahr­heit sich verhält."

,, Und umgekehrt, wenn wir den wahren Täter haben, werden wir auch eine Erklärung dieser dret Dinge erhalten," sagte Mallmit.

Scharffenstein blickte thn strafend an. Dieser junge Mann nahm alle Sachen auf die leichte Achsel und wußte immer irgend eine Antwort, ohne daß sie im Grunde einen Wert hatte. Er war ein unverbesserlt­cher Optimist und fand alles sehr rasch erklärlich. Nein, der würde nte ein tüchtiger Jurist werden!

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