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In die Brust herabfallenden Bart das typische Aussehen bes Kerterhäftlings hat, verweigerte mit aller Entschie benheit seine Zustimmung zu der Ehescheidung. In turzer Beit werde seine Unschuld klar zutage treten. Er behauptete in. Gespräch, das Geständnis vor dem Untersuchungsrichter nur unter dem Zwange der Milt­tärpsychiater und seiner Umgebung gemacht zu haben. Als er ruhiger geworden sei, habe er das Geständnis fofort widerrufen.

Ein blutiger Kampf auf dem Tanzboden. In Go­morzan, einem Orte des fiebenbürgischen Hochlandes, ber von einer wilden, kulturarmen Bevölkerung be­wohnt wird, fand ein Tanzvergnügen statt, an der die ganze Einwohnerschaft teilnahm. Zwischen den erhitz­fen Burschen entstand ohne ersichtliche Ursache plößlich ein blutiger Kampf, an dem sich etwa 300 funge Männer beteiligten. Die Alten bildeten einen Kreis um die Streitenden und feuerten die Jungen zum Stampfe an. Die Weiber trugen thren Angehörigen Steine und Knippel zu. In furzer Zeit floß das Blut in Strö­men über den Tanzboden. Die Verwundeten verban­den sich notdürftig und setzten den Kampf fort. Eine Gendarmerieabteilung vermochte nicht, die Ordnung wiederherzustellen. Erst nach eineinhalbstündigem To­ben des Streites ließ man infolge der allgemeinen Er­mattung voneinander ab. Fast alle sind schwer verwun­det. Zwölf von ihnen ringen mit dem Tode.

Die Familie Toselli. Das Mailänder Blatt Se­colo" veröffentlicht ein Interview mit Tosellt, dem Gat= ten der ehemaligen Prinzessin Luise von Sachsen. To­fellt gibt darin seiner Entrüstung über die Veröffent Itchung der Memoiren Ausdruck und schildert seine ernsten Zwistigteiten mit seiner Frau. Er ist unwider­ruflich entschlossen, sich von ihr gesetzmäßig zu trennen und durchzusetzen, daß ihm sein Kind wiedergegebent wird.

Burgeß wird übermütig. Wie Londoner Blätter melden, hat sich der erfolgreiche englische Kanalschwim­mer Burgeß bereit erklärt, innerhalb fünfzig Stunden von England nach Frankreich und dann wieder zurüd zur englischen Küste zu schwimmen, macht aber einen Preis von 200 000 Mart zur Bedingung der Ausfüh rung. Ein Klub ist bereits gegründet worden, um das Profekt zur Verwirklichung zu bringen.

Eine Revolution der Mieter in Wien. In dem Wiener Gemeindebezirk Meidling kam es am Sonn abend zu großen Demonstrationen wegen der Mietzins­steigerungen. Die Wut der Menge richtete sich gegen einen Hausbesitzer, der mehreren Wohnparteten gefün­bigt hatte. Viele hundert Bersonen sammelten sich vor dem Hause an und warfen Steine gegen die Fenster. Als Polizei erschien, wurde sie mit Pfuirufen und Pfiffen empfangen. Die Menge ging später aggressiv gegen die Polizei vor. Vor einem freten Felde wurden Steine gegen die Wache geworfen, die nun blank zog und ver­fuchte, das Feld zu räumen. Beim Vordringen sette die Menge der Wache heftigen Widerstand entgegen, und an einer Stelle wurden sogar Schüsse gegen die Polizet abgegeben. Aus den Gasthäusern der Umgebung wur­ben Biergläser und Steine gegen die Wache geschleudert, aus den Fenstern der Wohnhäuser Blumentöpfe und Flaschen gegen die Beamten geworfen. Mehrere Schutz­leute erlitten Verlegungen.

Ein neuer Räuberstreich bei Saloniki. Während noch der aus der Gefangenschaft griechischer Räuber mit Not befrette Ingenteur Richter der Heimat zueilt, wird aus Salonitt bereits eine neue Entführung zum Zwecke der Erpressung eines Lösegeldes berichtet. Der gegenwärtig in dem Dorfe Tschachilt zur Sommerfrische weilende türkische Bankdirektor Saranga ist in der letzten Nacht von Räubern entführt worden. Die Gat­tin des Entführten erzählt: Nach Mitternacht drangen Techs bewaffnete Räuber in das Schlafzimmer ihrer Villa und befahlen threm Gatten, sich anzukleiden und thnen sofort zu folgen. Weder ste noch thr Gatte fan­den den Mut, um Hilfe zu rufen, denn die Räuber hiel­ten ihre Revolver vor und drohten, sofort zu schießen, falls sie einen Laut von sich geben sollten. Als hierauf nach der Entführung thres Gatten die Frau Lärm schlug und Nachbarn herbeikamen, fand man auf dem Tische einen Brief vor, in dem die Räuber erklärten, sie würden in fünf Tagen ihren Aufentshaltsort bekannt­geben, wo sie ein Lösegeld von 300 000 Francs für die Freilassung Sarangas erwarten. In dem Briefe heißt es: Bis wir diese Summe in Händen haben, bleibt Sa­ranga in unserer Gewalt."

Ein findiger Theaterdirektor. Nach Erlaß des so­genannten Hutverbotes" metden die Damen einer flet­nen Stadt in Thüringen ängstlich das Theater. Der Theaterdirektor tam auf eine gentale Idee. Schon am anderen Abend standen an allen Straßenecken große Blafate angeschlagen mit folgender Anzeige: An die hochverehrten Damen unserer Stadt! Alle Damen über 30 Jahre fönnen in meinem Theater die Hilte aufbehal­ten!" Am anderen Abend war das Theater ausver kauft, denn jede Dame wollte ſehen, wer den Hut auf­behalten wirde aber alle Damen erschienen ohne Kopfbedeckung..

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Der Kurfürst von Sachsen und sein verantwortlt= cher Minister, der Graf von Brühl, erkannten sehr wohl bte Schwierigkeit ihrer Lage.. Ste sprachen von Neutralttät, allein das war ein Vorschlag, auf den Friedrich nicht eingehen konnte, da er Verrat fürchtete,

Als neutraler Boden aber wurde die Festung nigstein erklärt, wohin sich der Herrscher mit seinen betden Söhnen und Brühl flüchtete.

Friedrich hatte nacheinander die Städte Torgaut, Wittenberg, Leipzig genommen und zog am 9. Septem­ber als Steger in die Tore der Hauptstadt Dresden ein. Die fächftschent Truppen, in aller Hast zusammen­grufen, bezogen ein festes Lager bet Pirna. Hier wur den sie sofort durch die Preußen umzingelt.

Ste hofften, durch dte Oesterreicher entsetzt zu wer= den, die ein wohlgeordnetes Heer unter der Führung des Generals Browne an die sächsisch- böhmische Grenze absandten.

Am 1. Oktober kam es in Böhmen unwelt des Städtchens Lowostz zur Schlacht.

Auf beiden Seiten wurde unerschrocken und tapfer gekämpft.

Aber als endlich dte Preußen, nachdem fle Pulver und Blet verschossent, mit gefällten Bajonetten sich den Getnden entgegenwarfen, mußten diese wetchen. Der Steg war errungen. Freudig bewegt schrieb Friedrich an setnent General Winterfeld, der von Schlesien nach Böhmen gegangen war: Nie haben meine Truppen folche Wunder der Tapferkeit getan, seitdem ich die Ehre Batte, fte zu kommandieren."

Durch die Schlacht war den Sachsen im Lager von Birna jede Hoffnung auf Erfaz abgeschnitten.

Außerdem hatte sich bet thnen ein entseglicher Feind eingestellt, etn Feind, der auch bereits andere Tapfere Aberwältigt, und das- war der Hunger. Die Breußen Iteßen die für den König bestimmten Fourage­wagen ungehindert dte Speere passieren, für das La­

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Richters Leidensgeschichte.

Unter der Ueberschrift Drei Monate in Gefangen­schaft" setzt Ingenieur Richter in der Frfft. 3tg." die Schilderung feiner Erlebnisse fort. Wir entnehmen der Erzählung folgende interessante Einzelheiten:

Richter bewundert den Mut und die Tapferkeit der türkischen Gendarmen und hat sich über die beiden, die in seiner Begleitung von den Räubern getötet wurden, sehr anerkennend ausgesprochen. Nachdem die Gendar­men gefallen waren, famen die Räuber vorsichtig näher, gaben noch zwei Schüsse auf die Gendarmen ab und durchbohrten sie noch ein- oder zweimal mit ihren Hand­scharen. Man zwang mich, dabei zuzusehen. Auch mußte ich Beuge sein, wie einer der Räuber dem einen Gen darm mit seinen schweren Nägelschuhen den Kopf zertrat, so daß er zusammentrachte. Er schildert nun die Flucht nach der Grenze, und das Leben in der Höhle, wo er gefangen gehalten wurde. Für die sechs Räuber und mich gab es wenig Platz. Wir lagen auf dicken, schweren Filzmänteln aus Biegenhaaren. Auf dem Boden im Hintergrunde der Höhle gab es aller hand unangenehmes Getter, welches an uns vorbei und über uns hinweg troch, was mich anfangs sehr unan­genehm berührte. Da gab es Storpione, von de nen wir sechs bis fieben töteten, sehr häßliche Arten, bis au 15 Zentimeter lang. Auch viele Etdechsen fro­chen in den Felswänden auf und nieder. Die Tempe ratur war in der Höhle verhältnismäßig gut, da sie ge­gen Sonne, Wind und Wetterunbill geschützt war. Die Räuber hatten mir gestattet, ein Tagebuch zu führen und täglich fonnte ich wenigstens 1 bis 2 Stunden hierauf verwenden. Indessen habe ich in der Höhle bald die traurige Entdeckung gemacht, daß ich von ungeate= fer befallen worden war. Nach dem Vorbilde der Räuber versuchte ich mich desselben so schnell wie mög lich zu entledigen. Das Geschäft nahm etwa ein bis zwei Stunden in Anspruch; schließlich aber, um dem so fühlbaren Mangel an Beschäftigung abzuhelfen, ver­wendete ich wohl den halben Tag dazu. In den ersten Tagen durchsuchte griechisches Militär die Gegend, dann aber hatte anscheinend die türkische Regierung die Er­laubnis erhalten, thre bewaffnete Macht nach dieser Ge­gend zu schicken. Die Höhle hätte aber selbst im Falle eines Angriffes eine ideale Festung abgegeben. Das griechische Militär fürchteten die Räuber überhaupt nicht, dagegen hatten sie Angst vor den Türken. Bur Charakteristik der Räuber kann ich angeben, daß fte sehr kirchlich gesinnt waren. Morgens und abends zu Beginn einer jeden Unternehmung wurde ein län­geres Gebet verrichtet, ebenso machten ste die von der griechischen Kirche vorgeschriebene Betreuzigung vor und nach den Mahlzeiten. Den größten Teil des Tages vertrieben sie sich mit Kartenspiel oder Kartenlegen. Während meiner ganzen Gefangenschaft habe ich außer den Räubern niemand zu Gesicht bekommen. In met­ner Gegenwart ist mit den Räubern wegen meiner Freilassung nicht verhandelt worden. Ste haben mich zum Schluß etwas unfreundlicher behandelt, besonders in den letzten fünf bis sechs Tagen, als die Lebens­mittel immer knapper wurden.

Als sie das Lösegeld erhalten hatten, tellten sie es in fünf Tetle, denn einer der Räuber, dessen Verpflich­tung zu der Bande abgelaufen schten, war inzwischen ausgetreten. Dann entstand zwischen den Räubern, wie fett Wochen, abermals der Streit, welche Todesart für mich gewählt werden und wer den Mord ausführen sollte." Richter erzählt dann, wie ihn die Räuber schließ­Itch fret Iteßen und wie er Glassona erreichte.

Richters Heimreise.

Frau Richter hat am Dienstag durch Vermittlung einiger Freunde in Saloniki telegraphisch anfragen las= fen, welchen Weg Richter auf seiner Heimreise einzut­schlagen gedente. Statt einer Antwort auf dieses Te­legramm erhielt die Famille Nichter gestern abend ein Telegramm, tit dem Nichter mitteilt, daß er am Sonn­tag oder Montag in Jena etntreffen werde.

Richter nähert sich der Heimat,

Jena, 11. September. Die Familie Richter er­htelt ein Telegramm aus Wien, wonach die Ankunft in Jena Dienstag nachmittag zu erwarten ist.

Die Schwaben" wieder in Gotha.

Das Luftschiff Schwaben" ist Sonntag früh 2.45 Uhr in Potsdam zur Rückfahrt nach Gotha auf­gestiegen. Mit Rücksicht auf die veränderte Wetterlage schlug das Luftschiff die Richtung nach Magdeburg ein. Um 7% Uhr war die Schwaben" bereits wieder in Gotha eingetroffen. Die Wetterfahrt nach Düssel­dorf, wo das Luftschiff zunächst bleiben soll, erfolgt voraussichtlich am Dienstag. Baffagtere hatte ble Schwaben" bet der Rückfahrt nicht an Bord.

Die Schwaben" ist das erste Luftschiff Deutsch­Lands, das bei Böen von 16 bts 18 Set.- mtr. Geschwin­digkeit eine solche Fernfahrt, wie die von Baden- Oos nach Gotha und Berlin, mit tursbuchmäßiger Pünktlich­fett vollenden konnte. Aber schon liegt ein zweites,

ger war und blieb fede Zufuhr abgeschnitten. So herrschte dort bald wirklicher mangel. Aber damit war bas unhell nicht erschöpft. Zu der ungenügenden Nahrung gefellte sich die unbill der Witterung, die in dem schlecht befestigten Lager den Soldaten allzu fühl­bar wurde. Mit der Kälte vereinte sich der Hunger.

Die Truppen machten schließlich den Versuch, sich burchzuschlagen, allein dies wurde durch die Wachsam­tett der Preußen verettelt. Noch war thr Mut nicht ge­brochen. In Regen, Sturm und Kälte Harrten ste dret Tage und dret Nächte aus. Sie wußten nicht recht, wo­rauf sie hoffen und barren sollten. Mit stotschem Gletch­mute hielten fte sich aufrecht. Vergeblich alles! Ste Hatten viel ertragen, aber für alle Leiden gibt es doch eine Grenze. Die Kraft der Aermsten war total er­schöpft

Am 14, Oftober 1756 erfolgte die Waffenstreckung der in wenigen Wochen von 17 000 bis auf 14 000 redu­3terten Solbaten.

Hilflos sah der Kurfürst von Sachsen von der Fe­ftung Königstein aus dem ergreifenden Schauspiele zu.

Sofort tellte der Steger unter die verhungerten Leute Brot aus, bte sächsischen Offiztere wurden zur töntgltchen Tafel gezogeft. Das fächsische Heer wurde förmlich aufgelöst, Regiment über Regiment einfach in preußische Uniformen gesteckt; etne Maßregel, die sich Indeffen bitter rächte.

tönigs.

Ganz Sachsen befand sich in der Hand des Preußen­Am 18. Oktober reiste der unglückliche Landesherr, der König der Polen, mit Pässen versehen von König­stein nach Warschaut ab. Erst sieben Jahre später sollte er die Heimat wieder sehen. Seinem Herrn und Ge­bteter folgte Graf Brühl. Noch immer war es die Ge­fellschaft dieses Mannes, nach der der König verlangte.

Friedrich von Preußen ging den Winter über nach Dresden. Sein Hauptquartier legte er in ein Valais

noch schnelleres Luftschiff in Friedrichshafen bereit, und die Zeppelin- Gesellschaft macht sich anbeischig, binnen furzem für unsere im Kriegsfalle aufzustellenden sechs Armeen je einen Kreuzer von gleichen Eigenschaften fer­tigzustellen. Mit Neid schauen Franzosen und Englän der auf diese Erfolge, die ihnen nicht beschert sind; eine derartige Sensation" kann sich London und Pa­ris nicht leisten.

Die Tenerungskrawalle

haben in Frankreich auch gestern angedauert und zum Teil einen sehr ernsten Charakter angenommen. In Roubair löschten die Demonstranten die Stra Benlaternen aus und rissen die Steine aus dem Pflaster, um sich des Angriffs der Kavallerie zu erwehren. Auch Infanterie ging gegen die Ruheſtörer vor. Sowohl von den Truppen als auch von den Ruhestörern wurden viele verletzt. Mehrere Läden wurden geplündert. Man verhaftete dreizehn Personen. Die Unruhen dauerten die ganze Nacht über.

Weiter meldet der Draht:

Paris, 11. September. In dem Arbeiterviertel Belleville ist es gestern vormittag wegen der Lebens­mittelteuerung zu ernſten Unruben gekommen. Ein italienischer Anarchist ist als Rädelsführer verhaftet worden. Er wird ausgewiesen werden.

Charleville, 11. September. Bei einer Kund­gebung gegen die Lebensmittelteuerung fam es wegen Verhaftung eines Demonstranten zu großen Ausschrei­tungen. Die Ruhestörer zogen vor das Polizeigebäude und forderten die Freilassung des Verhafteten. Eine Eskadron Kavallerie und Gendarmen gingen mit blan fer Waffe gegen die Menge vor. Viele junge Lente und Frauen stürzten sich vor die Pferde. Es wurde beschlossen, einen Generalstreit von 24 Stunden zu ver­anstalten.

Drahtnachrichten und neuestes.

Tragödie eines franken Ehepaares.

Berlin, 11. September. Gestern vormittag vers suchte der Invalide Päznick gemeinsam mit seiner Ehe­frau aus dem Leben zu scheiden. Das Paar band sich mit Stricken zusammen und warf sich dann bei Trep­tow ins Wasser. Es wurde jedoch gerettet und ins Krankenhaus gebracht. Das Motiv zu der Tat ist in langer Krankheit der beiden Leute zu suchen. Nachtfrost in Berlin.

Berlin, 11. September. In der Umgegend von Berlin sant in der vergangenen Nacht das Thermo­meter unter Null Grad.

Folgenschwerer Kampf mit Strolchen.

0 Hannover, 11. September. Der Gendarm Drews wurde in der letzten Nacht im Vorort Ridlingen von Strolchen, die er beim Felddiebstahl abfaßte, überfallent und schwer verletzt. Drews Sohn wurde bei dem Kampfe erstochen.

Drei Kinder verbrannt.

Solingen, 11. September. In der Nacht zum Sonntag brach in Klauberg in einem Fachwerthause ein Brand aus, wobei drei Kinder eines Fabrikarbei­ters im Alter von 1%, 3 und 4 Jahren verbrannten. Maffenvergiftungen durch Kuhfleisch.

München, 11. September. Unter schweren Ver­giftungserscheinungen sind in Gräfenstädten( Ober­bayern) gegen 40 Personen erfrankt. Einer der Er­frankten ist unter qualvollen Schmerzen bereits gestor­ben, drei weitere liegen hoffnungslos darnieder. Die Erkrankungen sind auf den Genuß von Fletsch einer notgeschlachteten Kuh zurückzuführen.

Handel und Verkehr.

Im Saatenstandsbericht der Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats für die abgelaufene Woche heißt es: Auch in der Berichtswoche blieben die Nieder­schläge auf das östliche Ostseegebiet beschränkt, während in den übrigen Landesteilen das trockene Wetter un­unterbrochen anhtelt. Dabet stiegen die Temperaturen in den ersten Tagen des Monats wieder hoch empor, und die herrschenden Winde Iteßen den Boden nur noch mehr austrocknen. Infolgedessen hat die Unzufrieden­heit mit den Sackfrüchten, ausgenommen in Ost­preußen, sowie in Teilen von Westpreußen und Pom­mern eher zugenommen, und auch dort, wo in den letz­ten Wochen geringe Niederschläge die Pflanzen erfrischt hatten, hat die neuerliche Trockenheit die Hoffnungen wieder herabgemindert. Wohl haben sich die späten Kartoffeln vielfach noch grün im Kraut gehalten, aber die Knollent wachsen nur langfam, auch wird häuftg berichtet, daß sie neue Triebe anseßen, wodurch ihre Auch Entwicklung naturgemäß beeinträchtigt wird. Zuckerrüben, deren Wachstum zuletzt nur geringe Fortschritte machen konnte, stellen eine schwache Ernte in Aussicht. Die Bestellung der Aecker zur Herbstsaat ist bei der herrschenden Bodenhärte fast unmöglich.

außerhalb der Stadt, das einst die Freundin Augusts des Starken, die Gräfin Mocyinska, bewohnt hatte. Seine Truppen bezogen in der Nähe ein Lager.

Im Palats Mocyinsti hielt König Friedrich Hof. In seinen Mußestunden besuchte er fleißig die Galerien, fand sich auch zuweilen in der Oper ein und gab Kon­zerte, in denen er die Flöte spielte.

Die Königin Maria Josepha, die im Schloffe zu Dresden zurückgeblieben war, wurde vom Sieger mit großer Rücksicht behandelt. Friedrich stattete ihr Be­fuche ab und ließ sich nach ihrem Befinden erkundigen. Die Königin suchte sich zu revanchieren. Ste bat den König um die Erlaubnis, ihm zwei Kammerherren zur Verfügung zu stellen.

Friedrich dankte verbindlichst. Als jedoch sein Koch plöglich erkrankte, nahm er die Aushülfe, die man thm aus der Königlichen Küche anbot, mit Dank an. Der fremde Küchenchef, der den eigenen ersezen sollte, hieß Glasau.

7. Kapitel.

In der fächsischen Residenz ging trotz der Anwesens helt der Feinde äußerlich alles feinen gewohnten Gang

Sachfen sollte glimpflich behandelt werden und wurde es auch, allein Friedrich hatte die Raffen mit Beschlag belegt, ebenso die Börse, und er war es, der statt des Grafen Brühl mit den sächsischen Ministern tonferterte.

Trozdem wurde der Karneval mit Bällen und Kons gerten gefeiert; auch im Opernhause wurde noch ges fptelt. Nur die Gagent der Künstler hatte man erheb Itch herabgesetzt.

( Fortsetung folgt.)