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Der Kaiser im Manövergelände.

Ratser Wilhelm hat sich am Sonntag nachmittag um 2,80 Uhr von Botsdam aus im Automobil ins Mand­vergelände begeben. Der Kaiser hat zunächst in Schloß Botzenburg in der udermart Quartier genom­men. Dort traf er gegen 6 Uhr ein und wurde vom Grafen von Arnim, dem Besizer des Schloffes, em­pfangen. Der Ort war festlich geschmückt. Auch die med lenburgische Residenz Neustrelit steht im Zeichen des Katsermanövers. Im Laufe des Sonntags trafen unter anderen dort ein: Die Generalfeldmarschälle Graf pon Haefeler und von Bod und Polach, sowie der rus fische Generalmajor von Tatischschew, affachtert der Per­fon Seiner Majestät des Kaisers. In der Residenz nahmen Wohnung Herzog Johann Albrecht zu Meck­lenburg, Regent von Braunschweig, der Großherzog von Mecklenburg- Schwerin und Herzog Paul Friedrich zu Mecklenburg.

Kein Grund zur Erregung.

Das Stadium, in dem die Maroffoangelegenheit zurzeit sich befindet, erfordert besondere Geduld und Staltbllitigkeit von beiden Seiten. Wohl sind noch ziem­lich beträchtliche Unterschiede zwischen den beiderseitigen Standpunkten vorhanden, und bei der Schwierigkeit der ganzen Sachlage fönnen noch Wochen vergehen, ehe eine vollständige Einigung zustande fommt. Das geht auch aus der folgenden halbamtlichen französischen Mit­teilung hervor:

Ieistung im Falle eines Krieges besteht. Belgien setzt seine Verteidigungsmaßregeln fort. Es hält die Ein­berufungsorder für die Reserven bereit.

Die Sparkassen im Kriegsfalle.

Troßdem von allen Seiten immer wieder versichert wird, daß die Sparkassen im Kriegsfall oder auch nur im Falle einer Mobilmachung nicht gefährdet seien, will die Beunruhigung mancher Leute nicht weichen. Gestern ist es wieder in Königsberg i. Pr. und in Essen zu einem Sturm auf die städtischen Sparkassen gekommen. Unter den Abholern befanden sich zahlreiche Landbewohner, die durch Alarmnachrichten beunruhigt worden waren. In Essen verweigerte jogar das Pub­lifum die Annahme des Papiergeldes. Zur Be­ruhigung der ängstlichen Gemüter weist ein Esjener Blaff sehr richtig auf folgendes hin: Es ist wahrlich nicht so einfach, wie der Gedankenlose es wähnt, das Vermögen einer Sparkasse zu beschlagnahmen; wegneh men fönnen ihr, wie uns allen, feindliche Räuber im Krieg oder Frieden die Tagesfaffe- thr Haupt­aftivum aber liegt nicht in Geldrollen im Keller des Geschäftsgebäudes, sondern es stedt in Eigentumsrech ten an Grund und Boden und Häusern. Darum: stürmen die Leute heute die Schalter ihrer städtischen Spartasse, so müssen fie finngemäß am felben Tage auch Haus und Hof verschleudern! Das illustriert wohl am besten die Unsinnigfeit ihres jebigen Gebarens. Man­cher, der in seinen Befürchtungen nicht bis zum Aeu­Bersten geht, mag fragen, ob nicht doch die momentane Verlegenheit dem eigenen Staat Anlaß geben könnte, die leichter greifbaren Vermögenswerte der Sparkassen, also die Barbestände, guten Wechsel und Staats- An­lethescheine, mit Beschlag zu belegen und damit zeit= weise den Sparkassen die Möglichkeit zu Auszahlun gen zu nehmen. Auch diese Annahme trifft nicht zut, denn erstens wären diese Werte so gering, und zwei­tens denkt der Staat nicht daran, im Kriegsfalle Maß­regeln zu treffen, die Handel und Wandel des Vater­landes lahm legen. Es ist daran zu erinnern, daß wir 1870 alles mögliche in Feindesland sogar taten, um dort die gewohnte wirtschaftliche Ordnung der Dinge aufrechtzuerhalten!

Die Agence Havas veröffentlicht folgende Note: Die deutschen Gegenvorschläge über Marokko sind Sonnabend abend hier angekommen; sie wer­fen gewisse Fragen grundsätzlicher Natur auf und erfordern ernsthafte und eingehende Prüfung. Für Nervosität und Schwarzseheret ist somit noch ein großer Spielraum vorhanden. Gewisse französische Breßäußerungen sind gewiß nicht dazu angetan, die Ge­reiztheit auf beiden Seiten zu vermindern. Leider ist das Publikum auch hier und da in Deutschland von den Pfaden der Besonnenheit abgewichen. Doch han delt es sich hierbet offensichtlich nur um vorübergehende Erscheinungen. Eine ernstliche Bedrohung des Weltfrie­dens bietet die Marokko- Affäre, soweit wenigstens int solchen Dingen eine Voraussage möglich ist, faum mehr. Der Standpunkt Deutschlands ist ein so maßvoller, daß es geradezu ein frevelhafter Uebermut der Franzosen wäre, wenn sie eine Einigung vereitelten.

Auch Herr von Riderlen- Wächter ist kein Schwarzieher. Er hat nach einer Meldung der Preß­Bentrale einem Berliner Finanzmann, der am Sonn­abend Gelegenheit hatte, den Staatssekretär des Aus­wärtigen persönlich zu sprechen und thn darauf auf­merksam machte, daß die Unsicherheit in der politischen Lage und das grundsätzliche Schweigen der deutschen Re­gierung eine arge Gefährdung des Geldmarktes mit sich bringe und daß selbst die Großbanken absolut nicht in der Lage wären, einen Ansturm auf die Depositentassen Stand zu halten, erklärt, daß absolut kein Grund zur Beunruhigung vorliege.

Warum Krieg?

Unter diefer Spitzmarke bringt die Köln. 3tg." an lettender Stelle einen sehr beachtenswerten Artikel. Das Blatt legt dar, daß Deutschland wegen der Verletzung der Algecirasatte nicht mit Frankreich die Waffen zu freuzen brauche, zumal auch die anderen Mächte hierin feinen Grund zu kriegerischen Verwicklungen erblickt hät­ten. Anders läge die Sache, wenn Deutschland, wie viel­fach irrtit mitcherweise angenommen, durch die Entsendung des" Panthers" Ansprüche auf Süd­maroffo habe geltend machen wollen, was bekannt­lich nicht der Fall ist. Zum Schlusse bemerkt das Blatt: Selbst wenn die jetzigen Verhandlungen schettern soll­fen, hätte Deutschland feinen Grund, gegen Frankreich zu Felde zu ziehen. Deutschland müßte sich alsdann allerdings auf den Vertrag von Algeciras zurückziehen und bei jeder Gelegenheit seine wirtschaftlichen Inter­essen in Marokko nachdrücklich geltend machen. Dieser Ausgang würde eine unablässige Bedrohung bedeuten. Niemand könnte dann die Bürgschaft übernehmen, daß über den fortgesetzten Räubereien nicht doch schließlich Krieg ausbreche. Das weiß, man in Frankreich so gut wie in Deutschland. Man wird es sich daher wohl über­Tegen, ebe man die großen Vorteile der deut­schen Vorschläge aus der Hand gibt. Die öffent­Itche Meinung Frankreichs hat einen besonders großen Einfluß auf die Entscheidung, aber wir glaubeit, daß auch dort das Verantwortungsgefühl der Staatsmänner und die durch die allgemeine Wehrpflicht geschärfte Frie densliebe des Volkes stark genug sind, die Heißsporne in Schach zu halten."

Ein belgisch- holländisches Abkommen. Angesichts der militärischen Maßnahmen Hollands glaubt man in Brüssel, daß zwischen Belgien und Hol­fand ein Abkommen zur gegenseitigen Hilfe­

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Wetterwolken.

Roman von M. v. But ch.

Rundschau vom Cage.

Politisces.

Im Rahmen des Flottengefeßes. Der fonservatt­ven Schlesischen Zeitung" wird aus bester Quelle ver­sichert, daß eine über das geltende Flottengesetz hinaus­gehende Flottenvorlage in der nächsten Reichstagssession nicht zu erwarten ist. Die Reichsregierung halte an dem jetzt beschlossenen Gesetz fest und beabsichtige nicht, mit einer neuen Flottenvorlage über das gegenwärtige Gesetz hinauszugehen.

Kleine Nachrichten.

Das erste deutsche Boftamt mit einer Funtenteles graphenstation für den öffentlichen Verkehr wird am 11 September in Swineminde eröffnet. Die Kostengebühr beträgt 15 Pfennig für das Wort, mindestens 1,50 Mark flir das Telegramm.

Die erste deutsche Fliegerin Fräulein Beese bestand gestern auf dem Flugplatz Johannistal mit dem Taube apparat ihre Pilotenprüfung Frl. Beese ist schon län gere Zeit als Fliegerin tätig.

Der Alldeutsche Verbandstag hat am Sonnabend in Düsseldorf mit einer vertraulichen Vorstandssitzung begonnen, in der Rechtsanwalt Claß( Mainz) über die Maroffofroge sprach. Eine Resolution, welche den Standpunkt des Verbandes in dieser Frage zusam= menfaßt, wird der Hauptversammlung zur Annahme vorgelegt. Es folgen Vorträge über die Flotte, das Deutschtum in den Vereinigten Staaten, die. Volen im Industriegebiet und die Lage in Nordschleswig.

( Nachdruck verboten.) Es ist gut, Er kann gehen," erwiderte er dem Boten. Laß Er sich im Schloß ein Zimmer anweisen, morgen werde ich nach ihm fragen."

Der Kurier entfernte sich, der König war allein. Er setzte sich an den Schreibtisch, auf dem in zwei mehr­armigen Kandelabern Wachskerzen brannten, und bes gann zu lesen. Zuerst den Brief seines Gesandten und Darauf die Papiere, die Kanzleisekretär Menzel dem Baron überreicht hatte.

Prinzessin Vittoria Luife, die einzige Tochter des deutschen Kaiserpaares, vollendet am nächsten Mittwoch den 13. September ihr 19. Lebensjahr.

Ein neues Opfer des Flugfports. Der Flieger En­ring stürzte am Sonnabend abend auf dem Rennplatz bet Stuttgart mit seinem Apparat ab. Er wurde töd­Itch verletzt unter den Trümmern des Apparates her­vorgezogen und nach dem Krankenhaus gebracht, wo er wenige Stunden später starb.

Der diesjährige sozialdemokratische Parteitag hat am Sonntag in Jena mit einer Begrüßungsversamm­Iung seinen Anfang genommen. Bu Vorsitzenden wur­den Dietz- Stuttgart und Leber- Jena gewählt. Reichs­tagsabgeordneter Bebel hielt eine Ansprache, in der er furz die augenblickliche politische Lage streifte. Heute vormittag 9 Uhr werden die Verhandlungen fortgesetzt.

Je länger der König las, je mehr wurde er durch die Bektitre gefesselt. In seinen großen blauen Augen entzundete sich ein ganz eigenes Feuer.

Der deutsche Dreimaster Peter ist auf der Reise von Wismar nach Bremen im Sturm Teck geworden. Ein Kieler Dampfer eilte ihm zu Hilfe und nahm die aus drei Personen bestehende Besayung auf. Wenige Minuten später versant das Schiff in den Fluten.

Der Aetna in Tätigkeit. Auf dem Aetna werden wieder heftige Erdstöße verspürt. Die seismographi­schen Apparate des Observatoriums in Catania sind in fast ununterbrochener sehr starfer Bewegung. Der Vul­fan stößt große Massen Rauch aus, der Aschenregen dringt bis nach Catania. Zwei neue Krater haben sich geöffnet.

Die Cholera hat in Salonitt bedenklich zugenom­men. Bis heute sind ungefähr 50 Fälle unter der Zivil bevölkerung bekannt geworden, von denen 17 tödlich verliefen. Zahlreiche Erfrankungen sind auf den Genuß infizierten Wassers zurückzuführen. Es herrscht allge­meine Bestürzung.

Als Vorspiel zum sozialdemokratischen Parteitag in Jena tagte dort die sozialistische Frauenton­ferenz unter Vorsitz von Frau Luise Zietz( Hamburg). In ihrer Eröffnungsrede kam die Vorsitzende auch auf die Marokkopolitik zu sprechen, die nach ihrer Ansicht zeigt, daß der Imperialismus nicht nur im Innern außerordentlich viel schadet, sondern daß auch die Aus­landspolitik davon berührt wird. Aber der Tag der Abrechnung naht. Einen glänzenden Siegestag wird der Termin der nächsten Reichstagswahlen bringen. Bei dieser furchtbaren Abrechnung, die das Proletariat mit feinen Gegnern abhalten wird, werden wir auch deshalb mit ihnen abzurechnen haben, weil sie uns in dem größ­ten deutschen Bundesstaat, in Preußen, das demokra­Hsche Wahlrecht vorenthalten haben". Auch sonst wur­den große Worte geredet und besonders die Diskussion über den Geschäftsbericht gab zu lebhaften Aeußerungen reichlich Anlaß.

Der, der jetzt am Schreibtische saß, war ein anderer, als der, der vorhin die Flöte gespielt, der eine Schmet chelet daritber gern in Empfang genommen, und als der, der mit geistreichen Freunden gescherat und philosophiert batte.

Mit den Dokumenten, die man thm überreicht, hielt er das Schicksal feines Landes in den Händen. Sein oder Nichtsein, das war hier die Frage.

Er begriff, daß unter den Umständen mur eins not tat, und das war, den Feinden zuvorkommen. Jeder Moment Verzögerung war vom Uebel.

Man hatte Bindnisse geschlossen, um ihn zu ver derben, allett den Großmächten erging es genau wie den Nürnbergern, die bekanntlich keinen hängen, sie hätten ihn denn zuvor.

Noch hatte Rußland seine gewaltigen Heeresmassen nicht aufgebracht, noch weideten die Kosakeit thre strup­pigen Pferde friedlich an den Ufern der Wolga und des Dont.

Noch hatte die Marquise von Pompadour thren

Das Auto auf den Schienen. Auf der Eisenbahn­Strecke Elberfeld- Kronenberg wurde ein Elberfelder Automobil von einem Eisenbahnzuge überfahren. Eine Person wurde getötet, zwei lebensgefährlich und eine leicht verletzt.

Zwei Millionen Vfund für die türkische Flotte. Das Indische Blatt El- Muasam" meldet:" Wenn Sultan Mohamed V. sich auf die Pilgerfahrt nach Mekka be­geben wird, so wird eine Million indischer Mohamme= baner gleichfalls dorthin ziehen und jeder von ihnen wird 2 türk. Pfund= 37 Mark für die osmanische Flotte spenden."

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Konkurs einer russischen Gräfin. Die Großgrund­besitzerin Gräfin Ignatiew in Kiew, die Frau eines früheren Ministers, hat Konkurs angemeldet. Schuldenlast beträgt zwei Millionen Mart.

Im Laboratorium des chirurgischen Operationsjaa les des Jultusspitals in Würzburg brach Sonnabend früh Feuer aus. Das Laboratorium ist vollständig ausgebrannt, die chirurgischen Instrumente und wert­vollen Präparate sind unbrauchbar geworden.

Kriegsruf aus den Tuilerien nicht erschallen lassen, und was die Kaiserin Maria Theresia und Graf Kaunitz anbetraf, so würden sie, obwohl sie ihn mit ihrem Hasse verfolgten, nie allein, nie ohne die österreichische Armee mit fremden Truppen unterstützt zu haben, angreifen.

Das wußte König Friedrich, und aus dieser Ueber­zeugung heraus traf er seine Vorbereitungen. Vorbe reitung, zu was? Nun, zum Kriege.

Bei den Senchentrawallen in Italien zündete die Bevölkerung in Massafra bei Tarent das Lazarett an. Eine Krante tam in den Flammen um, eine andere starb zu Hause. Mehrere Karabinieri und Aerzte wur­den verwundet. Zur Verstärkung herangezogene Po­lizisten stellten die Ordnung her und verhafteten 50 Personen.

Eisenbahnerstreit in Amerika. Fünfunddreißig­tausend Angestellte der Illinois- Zentralbahn find streik­bereit. Sämtliche Harriman- Bahnen sind gleichfalls be­droht.

Er mußte den Mächten zuvorkommen; nicht er durfte sich fangen lassen, sondern er mußte attackieren. Nicht Angegriffener sein, sondern selbst angreifen. Als König Friedrich die Akten zu Ende gelesen hatte, sann er vor sich hin, und dann dann ging er an die Arbeit. Er entwarf den Plan zum fünftigen Krieg und, so Gott es wollte, zu fünftigen Stegen.

Ueber die Grenzen des ihm feindlich gesinnten Sachsen mußte er seine Truppen schieben und so den Weg nach Böhmen gewinnen.

Noch immer saß König Friedrich am Schreibtisch. Er breitete Landkarten vor sich aus, studierte Terrain­verhältnisse und schrieb Befehle an seine Generale. Tatt send Pläne kreuzten sein Hirn.

Aus den Gerichtssälen.

Ein amerikanischer Millionär zum Tode verurteilt. Henry Clay Beattie, der Sohn eines virginischen Ban­fiers, ist von den amerikanischen Gerichten schuldig be= funden worden, seine junge Frau ermordet zu haben. Der Prozeß des jungen Beattie hat seit Wochen das höchste Intereffe in Amerifa hervorgerufen. Er wurde, wie erinnerlich sein wird, beschuldigt, seine Frau wäh rend einer Automobilfahrt erschossen zu haben. Mit der Leiche im Arm setzte Beattie seine Fahrt fort und be­hauptete, daß an einer gewissen Stelle des Wegs ein fremder, bärtiger Mann sein Automobil überfallen und die Frau durch einen Revolverschuß getötet babe. An der von Beattie angegebenen Stelle fanden die Polizi­sten in der Tat einen Revolver, der jedoch von des jungen Ehemanns eigenem Better als Beatties Eigen­tum identifiziert wurde. Es stellte sich heraus, daß Be­attie in eine sehr hübsche tunge Dame verliebt war und sich deshalb von seiner Frau befreien wollte. Nach den Gesetzen des Staates Virginia wird der Mörder auf elektrischem Wege vom Leben zum Tode befördert wer­den. Der Antrag auf einen neuen Prozeß wurde abge­wiesen.

Erst als die nächste Zukunft wenigstens einiger­maßen flar vor seinen geistigen Augen lag, als er den Stoß, der thn treffen sollte, im voraus partert hatte, da dachte er erst an sich...

Unklar ahnte er, daß es ein Riesenkampf war, der beginnen würde. Halb Europa streckte die Fangarme nach ihm aus, nach ihm, der außer den vereinbarten englischen Hilfstruppen, die König Georg im Inter­esse seines hannöverschen Stammlandes ihm zugesagt, nur auf sich allein angewiesen war.

Untlar schossen ihm Gedanken durch den Sinn, Ge banken, die er späterhin in Worte gesetzt und an seinen Freund d'Argens gerichtet hatte, und die also lauteten: Ich aber, Freund, berufen auf den Thron,

Vermischtes.

Hofrichter läßt sich nicht scheiden. Ein Mitarbeiter des N. Wien. Journ." hatte Gelegenheit, in Begleitung des Rechtsanwaltes der Frau Hofrichter den wegen Giftmordes au 20 Jahren schweren Kerfers verurteilten ehemaligen Oberleutnant Hofrichter in der Strafanstalt Möllersdorf zu besuchen. Der Rechtsanwalt war ge­tommen, um die Zustimmung Hofrichters zu der ein­geleiteten Ehescheidung zu erlangen. Hofrichter, der mit dem blassen, aufgedünsenen Gesicht und dem bis Hef

Ich, welchem Sturm und Ungewitter droh'n, Muß eines Helden Ruhm erwerben, Muß retten mich und Volt und Staat, Muß in der Schlacht und im geheimen Nat Als König denken, leben, sterben!

Er erhob sich vom Schreibtisch und ging langsam im Zimmer auf und ab.

Dann trat er ans Fenster und blickte hinaus. Am nächtlichen Himmel erblaßten allmählich die Sterne. Er blickte hinauf zu seinem Lieblingssternbilde, dem Gürtel des Orion... auch das war im Schwinden begrif­fen....

Das düstere Gewölt hatte sich verzogen, ett frischer Morgenwind wehte. Der junge Tag zog herauf, und mit ihm erwachte das Leben.

König Friedrich atmete tief auf.

Er dachte nicht mehr an den Tod, er dachte ans Leben, an Kampf und Steg!

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Am 29. August 1756 erhob sich Friedrich wie ein Löwe von seinem Lager und ging mit einem Heere von 67 000 Mann über die sächsische Grenze. Damit hatte der Krieg, den die Nachwelt den fiebenjährigen" nannte, begonnen.

In Sachsen war man auf den Einbruch der Preu­Ben nicht vorbereitet. Man hante ja nicht, daß Friedrich gewarnt, daß man ihm den Inhalt der Ge­heimatten verraten hatte.

Infolge der schlechten Finanzen hatte Brühl das sächsische Heer vermindert, verschiedene Regimenter be­fanden sich in Polen. In den Augen der Welt erschien Friedrichs Einbruch in Sachsen als Friedensbruch. Das raufhin veröffentlichte er etn Manifest, um sich von die­sem Berdacht zu reinigen, daß er einzig und allein durch die Verhältnisse zu diesem Gewaltatte gezwungen wor den war.

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