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in Gießen.

Gießener Zeitung

( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen

olerteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Mittage 3 Uhr.

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Erscheint Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter .. Manuskripte wird nicht garantiert... Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b.§.

Nr. 161.

Telephon: Nr. 362.

Reichstagswahlvorbereitungen.

e Friedberg, 12. Juli. Jm Reichstagswahl­treise Friedberg Büdingen wird dem Ver= nehmen nach die Fortschrittliche Volkspartei diesmal eine eigene Kandidatur aufstellen.

= 0= Schotten, 12. Juli. Jm oberhessischen Reichs­tagswahlkreise Alsfeld- Lauterbach- Schotten ist der seit­herige Vertreter Bindewald wieder als Kandidat aufgestellt. Er wird auch die Unterstützung des Bundes der Landwirte erhalten. Die Sozialdemokraten haben Redakteur Vetters in Gießen aufgestellt.

Landtagswahlvorbereitungen.

der Großherzoglichen des Großherzoglichen Bürgermeisterei Polizei Amfes sowie vieler anderer Behörden Oberheffens Expedition: Seltersweg 83.

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*) Worms, 12. Juli. In einer stark besuchten Vertrauensmännerversammlung der Nationalli­beralen Partei in Worms wurde Herr Justizrat Stephan einstimmig als Kandidat für den Wormser Landtagswahlkreis aufgestellt. Die So= zialdemokraten haben für Worms den Stadt= verordneten und Parteisekretär Engelmann, für Osthofen Schreiner E. Luz aufgestellt.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 12. Juli.

Heute nachmittag findet im Gemeindehaus in der Kirchstraße eine wichtige Konferenz der evangel. Frau­en- Vereine Oberhessens statt. Auf dieser soll nämlich beraten werden, wie sich eine zusammenfassende Organisation der Frauenvereine unserer Provinz er­möglichen läßt. Bis jetzt war es so, daß die einzelnen Frauenvereine, die in ihren Gemeinden und besonders auch hier schon viel Segen gebracht haben, für sich da­standen und einer vom andern nichts wußte, und da­rum kein Austausch untereinander stattfinden konnte. Außer der Beratung hierüber soll auch berichtet wer­den über die Fortschritte der Land- Krankenpflege, die gerade in unserer Gegend so sehr blüht und gedeiht. Hoffentlich erfüllen sich die Erwartungen, die sich an die Konferenz fnüpfen.

Die gestern veröffentlichte Stiftung des Herrn Geh. Kommerzienrats Heichelheim von 5000 Mark zu Gunsten der Deutschen Gesellschaft für Kaufmanns- Er­holungsheime ist mit Rücksicht darauf ganz besonders bemerkenswert, daß durch diese Stiftung nicht nur die Deutsche Gesellschaft für Kaufmanns- Erholungsheime un­terstützt wird, sondern es werden den Satzungen der Gesellschaft gemäß zur freien Verfügung des Herrn Geh. Kommerzienrat Heichelheim alljährlich 50 fosten freie Verpflegungstage für Angestellte gewährt. Den An­gestellten steht dabei die Auswahl unter sämtlichen Hei­men der Deutschen Gesellschaft für Kaufmanns- Erho­lungsheime offen. Es wäre zu wünschen, daß dieses hochherzige Beispiel sozialen Sinnes recht lebhafte Nach­ahmung in weiten Kreisen der hiesigen Industriellen und Kaufleute fände. Wie sehr in ganz Deutschland die Bestrebungen der Deutschen Gesellschaft für Kaufmann­Erholungsheime Anklang gefunden haben, geht daraus hervor, daß im Laufe der vorigen Woche allein schon für 70 000 Mt. Stiftungen erfolgten, in den letzten Ta­gen außer der erwähnten Stiftung des Herrn Geheimen Kommerzienrat Heichelheim noch folgende Stiftungen hinzugekommen sind: Von Herrn Feistmann- Offenbach a. M. 5000 Mt., Frau Bredenberg- Albert- Wiesbaden 10 000 Mt., Union- Fabrik chemischer Produkte in Stet­tin 5000 Mt., J. Schilgen- Emsdetten 5000 Mt., Carl Simon Söhne- Kirn 5000 Mt. und Metallgesellschaft& Metallbank- Frankfurt a. M. 10 000 Mt.

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Die diesjährige Generalversam m- lung des Gleibergvereins findet am 29. Juli, nachmittags 4 Uhr im Nassauer Saal der Burg statt. Der Geologe Professor Dr. Kaiser von der Gie­Bener Hochschule wird einen Vortrag über die geologi­schen Verhältnisse des Berges und seiner Umgebung hal­ten, während Privatdozent Dr. Rauch über die Ge= schichte der Burg sprechen wird.

Oeffentliche Arbeits- und Dienst nachweise. Jm Kreise Gießen befinden sich drei derartige Nachweise. In Gießen( städt. Arbeitsnach­weis) Asterweg 9, Telephon 95; in Grünberg Neu­stadt 78, Telephon 45; in Hungen Neugasse 9, Te­lephon 43. Die Vermittelungstätigkeit erstreckt sich auf alle Arten von Arbeitern und Arbeiterinnen, sowie Dienstboten, besonders auch auf landwirtschaftliche Ar­beitskräfte( landwirtschaftliche Arbeiter, Knechte, Mägde, Schweizer, Taglöhner usw.) auch Kellner und Wirt=

( Haus Brüder Schmidt.)

Mittwoch, den 12. Juli 1911.

( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreis 15 Pfg.

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die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 fg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig.- Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Plapvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.

Telephon: Nr. 362.

23. Jahrg.

zirksvorsitzende Daab- Lollar sprach seine Freude über das Zusammensein preußischer und hessischer Kamera­den und über ihr Zusammenstehen zum großen deut­

schaftspersonal. Nur außerdeutsche Saisonarbeiter sind vom Nachweis ausgeschlossen. Die Vermittlung ist für Arbeitgeber und Arbeitnehmer kostenlos. In erster Li­nie wird die Besetzung freier Stellen mit im Streise seß- schen Vaterland vor 40 Jahren aus. Seine Rede flang haften Arbeitskräften erstrebt.

*) Der Vorsitzende des Sektionsvorstandes der Tandw. Berufsgenossenschaft erläßt die zeit­gemäße Warnung, die Sense ntlingen auf dem Wege von und zur Arbeit nicht offen, d. h. ohne die in den Unfallverhütungsvorschriften vorgeschriebenen Schutz­porrichtungen zu tragen. Die Außerachtlassung der Un­fallverhütungsvorschriften ist straffällig und können die Betriebsunternehmer bei Unglücksfällen, die durch das Tragen von offenen Sensen entstehen, haftpflichtig ge­

macht werden.

Gewichtsangabe von Paketen. Wie das Reichspostamt bekannt gibt, ist es den Absendern gewöhnlicher Pakete, die über die Einlieferung eine Be­scheinigung zu erhalten wünschen, fortan gestattet, in den vom Publikum auszufüllenden Posteinlieferungsschein auch das Gewicht der Sendungen anzugeben. Die Scheine werden bei der Annahme der Pakete am Post­schalter auch inbezug auf die Richtigkeit der Gewichtsver­merke geprüft und, wenn das amtlich ermittelte Gewicht hiermit nicht übereinstimmt, die Gewichtsvermerke post­seitig berichtigt. Auf Grund dieser Gewichtsvermerke fann der Betrag des Portos unschwer kontrolliert werden.

in ein Hoch auf das geeinte deutsche Vaterland aus. Präsidialmitglied Will überbrachte beiden Bruder- Ver­bänden die Grüße des Präsidiums. Unter lebhaftem Beifall wies er auf das energische Eintreten der deut­schen Regierung gelegentlich der Marokkowirren hin und vistengewinnung. Ein Damenreigen mit Blumengewin­wandte sich schließlich zur Jugendbildung und Reser- den unter Leitung des Turnwarts Klingelhöfer und tur­nerischen Darbietungen füllten neben Konzert und Tanz tausendköpfige Menschenmenge. den Nachmittag aus. Auf dem Festplatz wogte eine

h Lich, 10. Juli. Eine Versammlung ehemaliger oberhessischer Landwirtschaftsschüler der landw. Schulen zu Friedberg, Alsfeld, Lich und Büdingen beschloß, einen Verband ehemaliger landw. Schüler zu gründen. 3um Vorsitzenden wurde vorläufig Landtagsabgeordne= ter Fenchel von Ober- Hörgern gewählt.

*) Lich, 12. Juli. Mit den Wahlkämpfen bei der Bürgermeisterwahl in Grüningen hat sich unser Schöffengericht drei Tage lang befaßt. Das Gericht ge­langte schließlich zu der Ueberzeugung, daß beide Par­teien gesündigt hatten und verurteilte Freund und Feind zu Geldstrafen von 20-50 mt. Die Bürgermeisterwahl ist damit noch nicht beendet, wird vielmehr nächsten Samstag den Kreisausschuß zu Gießen be­schäftigen.

-e- Nieder- Mörlen, 12. Juli. Die Wolf legte sofort unter heftigem Schluchzen ein volles Ge=

-v- Vogelschutz. Um einen wirksamen Vogel­schutz zu schaffen ist in erster Linie der unheilvollen Tä­tigkeit der wildernden Hauskaße Einhalt zu tun. Er­freulicherweise greift diese Erkenntnis immer weiter um sich. So haben bereits vor Jahren die sächsischen Städte Sebniz und Augustusburg die Einführungständnis ab, während Erbe alles in Abrede stellte einer Katzen ste u er beschlossen. Dazu gesellten sich neuerdings die Städte Calvörde in Braunschweig und vor allem München und Ems. In Rudolstadt wurde die Einführung einer Katzensteuer zwar abge­lehnt, dagegen eine Polizeiverordnung erlassen, wonach das Freiumherlaufenlassen der Hauskate mit 30 Mark bestraft wird. Aehnliche Verordnungen sind auch be­reits in, anderen Städten, wie Hamburg, Halberstadt u. a. in Kraft. Mag nun der eine oder der andere Weg bevorzugt werden, überall dringt die Erkenntnis durch, daß es unmöglich ist, Vogelschutz zu treiben, ohne der Katzenplage Einhalt zu tun.

* Saaten stand. Die auf eine gute Entwicke­lung der Saaten und Futterpflanzen gehegten Hoffnun­gen sind in dem soeben abgelaufenen Monat nur stel­lenweise in Erfüllung gegangen. Um den 10. Juni tra­ten beträchtliche Kälterüdfälle ein. Auch die Nieder= schläge waren nicht überall eindringend genug. Beson­ders soll unter den Nutzpflanzen viel Unkraut, nament­lich Hederich, wuchern. Von tierischen Schädlingen sol­len Mäuse mangels vernichtender Witterungseinflüsse verheerend auftreten. Der Saatenstand im Juni war infolge äußerst ungleichmäßig verteilter Nie­derschläge naturgemäß auch in den einzelnen Gegenden sehr verschieden. Am meisten trifft dies auf Roggen zu, der schon Ende Mai zu blühen begann und Ende Juni noch nicht überall abgeblüht hatte. Seine Halme sind im allgemeinen nicht lang, die Bestockung nur ein­halmig. Obgleich Winterweizen nach einer gün­lichen Vorsprung anderem Getreide gegenüber hatte, stigen Durchwinterung bereits im Frühjahr einen erheb= stand er noch überall in Blüte. Ha fer soll zumeist sehr furz, nicht selten auch schlecht bestockt sein. Von Hack= früchten zeigen Kartoffeln erfreulicherweise sehr wenig Lücken, dagegen lauten die Nachrichten über 3 uk kerrüben nicht zufriedenstellend. Was Futterpflan­zen, Klee und Luzerne, sowie Wiesen anlangt, wird ge­flagt, daß der erste Schnitt an Menge nicht die Hälfte wie im Vorjahr ergab, an Güte jedoch nichts zu wün­schen übrig läßt.

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Großen Linden, 10. Juli. Hier fand das Verbandsfest des Kriegerverbandes Hüttenberg und zugleich das Bezirksfest des Hassia- Bezirks Gießen statt. Es waren dazu 55 Kriegervereine erschienen, 30 aus Hessen und 25 aus dem preußischen Kreis Wetzlar. Der Festzug, der sich um 23 Uhr durch das Städtchen be­wegte, umfaßte 62 Abteilungen und Vereine. Dem Zug voraus ritten Festreiter. Das Städtchen war reich ge­schmückt mit Fahnen, Girlanden und Tannengrün. Auf dem schön gelegenen Festplatz begrüßte Dr. Platz die Kameraden aus Preußen und Hessen und toastete auf den obersten Kriegsherrn. Beigeordneter Menges sprach namens der Gemeinde und gedachte der 40jährigen Frie­denszeit. Sein Hoch galt dem Großherzog. Der Be­

und nur zugab, vor einigen Wochen einmal in Nieder­Mörlen gewesen zu sein. Die Wolf bezeichnete den Erbe als den Urheber der Tat; Erbe hätte fortgesetzt an ihr und ihrem Bruder gedrängt, es müsse Geld herbei und dann habe sie ihm gesagt, in Nieder- Mörlen könnte viel­leicht etwas zu machen sein. Sie habe ihm die Adresse von Möbs und Walther mitgeteilt. Er blieb bei seinem Leugnen, bis man auf der Reise nach Gießen in die Richtung der Mordstelle kam. Hier fingen die Krimi­nalbeamten nochmals an, mit ihm die Tat zu bespre­chen, wobei sie ihn zum vollen Geständnis bewegten. Erbe hat die Tat jetzt zugegeben, die sich im wesent= lichen mit den gemachten Aussagen der verhafteten Kom­plizen Wolf decken. Die Wolf gab an, daß sie die Liebe zu Erbe zur Mittäterschaft veranlaßt habe. Bei der Fahrt nach Gießen mußten die Kriminalbeamten die Fenster des Abteils schließen, da das Publikum auf je­der Station die Verbrecher sehen wollte und den Wa­gen geradezu stürmte. Aus der Wohnung des Erbe im Wasserweg beschlagnahmte die Kriminalpolizei einen Karton mit Streuseltuchen, welchen Wolf von einer Ver­wandten namens Jung aus Nieder- Mörlen per Post erhalten hatte, ferner zwei Kartons und zwei Schlin förbe mit alten Kleidern, einen gelben Reisekoffer, Toi­lettekisten, Spiegel, ein Kochbuch und ein katholisches Ge­betbuch, das der Wolf gehörte.

-e- Lauterbach, 12. Juli. Infolge eines Sti­ches einer giftigen Fliege ist ein 17jähriger Bursche aus Gunzenau im hiesigen Krankenhause an Blutver= giftung gestorben.

Stadtarchiv wurden von der Bürgerschaft über 200 Friedberg, 12. Juli. Dem Friedberger feltene 3eichnungen, Stiche, Gemälde u. Pho­tographien von Friedberg überwiesen. Sie ergeben eine fortlaufende Geschichte des Wachstums, des Lebens und Treibens der Stadt von 1646( Merian) bis 1911. Von 1870 an ist jedes Ereignis von Bedeutung für Fried­berg lückenlos im Bilde vertreten.

Darmstadt, 12. Juli. Einen schrecklichen Tod erlitt der 45 Jahre alte, verheiratete Bahnwärter Georg Bezz aus Egelsbach. Auf bisher unaufgeklärte Weise explodierte in seiner Wellblechbude der Petroleum- oder Delbehälter. Bis Bez zur Besinnung fam und aus dem Raume flüchtete, war er derart am Körper und an der Hand verbrannt, daß er besinnungslos zusam­menbrach. Auf dem Weg zum Krankenhaus starb er. Seine in Frankfurt in Stellung gewesene Tochter ging vor acht Tagen Selbstmord.

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Herborn, 12. Juli. Am Sonntag fand in Straßebersbach das 5. Sängerfest der Mittel­deutschen Vereinigung des Cchristlichen Sän= gerbundes deutscher Zunge statt, bei dem zirka 6000 Menschen anwesend waren.