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11.11.1911 Erstes Blatt
 
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nachmittags 2 Uhr, im Gouvernement Saratow, am Mittelwege der Städte Petromst und Attrarst, aufge­funden worden fet. Die Strecke, die der Ballon durch­

Ein Drama aus dem Ringkämpferleben. Wie aus Stew berichtet wird, hat sich in einer dortigen Arena ein erschütterndes Drama zugetragen. Es rangen mit einander die Ringkämpfer Temir- Kasbek und Dolgow, welche auf einander im höchsten Grade erbittert waren.

Bon der Dienstmädchennot. In der Jäger- Bet tung" steht folgende Annonce: Suche zum baldigen Antritt junges bescheidenes Mädchen zur Unterstützung tm Haushalt bet Familienanschluß. Kein Vich. Aus führliche Meldung an Frau Revierförster D., Forsth. S. b. M. t. Eifel." Die Frau Försterin muß schlechte Erfahrungen mit ihren Mädchen gemacht haben!

Infolge einer topographischen Aufnahme auf dem Eingeborenenfriedhof in Tunts durch französische Geo­meter entstand ein Aufruhr in der Araberstadt. Die Polizei wurde angegriffen, dret Schußleute wurden ge­tötet und zehn verwundet. Quaven, Jäger zu Pferde und Artilleristen wurden herbeigeholt und säuberten nach längerem Kampfe am Nachmittag die Araberstadt von den Aufrührern, die auch Ambulanzen angriffen und Krankenträger töteten und verwundeten.

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Dolgow fiegte. Während Dolgow noch die Betfallsbe- Eine Araberrevolte in Tunis. zeugungen des Bublifums entgegennahm, fchlich sich sein besiegter Gegner in den Ankleideraum. Den umstehen­den ftel hierbet schon sein eigentümlicher Gesichtsaus­druck auf; niemand aber schenkte diesem Umstande be­sondere Aufmerksamkeit, was dem armen Dolgow zum Berhängnis gereichen sollte, denn die nunmehr herein­brechende Katastrophe spielte sich so fählings ab, daß an ein Eingreifen seilens der Personen, welche sich in der Arena befanden, nicht gedacht werden konnte. Als der Beifallssturm seinen Höhepunkt erreicht hatte und Dol­gow fich ein über das andere mal glückstrahlend ver­beugte, stürzte plößlich Temir- Rasbet mit_mutverzerr­tem Gesicht und blutunterlaufenen Augen hervor, warf sich mit einem dumpfen unartikulierten Schret auf set­nen Gegner, riß ihn zu Boden und durchschnitt ihm mit einem Dolche die Kehle. Während der unglückliche Dolgow in der Arena verblutete, spielten sich im Publi­fum die entseßlichsten Szenen ab; viele Zuschauer er­litten hysterische Anfälle oder fielen in Weinkrämpfe; andere wieder schrien wie wahnsinnig und drängten in wilder Aufregung nach den Ausgängen zu. Temir­Kasbek wurde durch den Anblick des Blutes und den Tumult ringsum nur noch mehr geretat; in sinnloser Wut stürzte er sich nunmehr auf den Schiedsrichter Ka­salom und versetzte ihm mehrere Dolchstiche, indem er mit vor Wut heiferer Stimme fortwährend ausrief: " Aha, das bist du; da hast du, da hast du, Schiedsrich fer!" Rasatom stürzte blutüberströmt zu Boden. Glück­licherweise erwiesen sich seine Verwundungen nachher nicht als lebensgefährlich. Der vor Wut rasende Ring­fämpfer konnte nur mit Mühe und Not überwältigt werden.

ein Dußend Eingeborene sind im Kampfe getötet. Spä­ter wurden verschiedene Italtene von den Ara­bern meuch Itngs angefallen und vier oder fünf ermordet. Die Europäerstadt ist ruhig. Die Araber­stadt tst militärisch besetzt.

Der gestohlene Diamant in der Augenhöhle. In Trapezunt wurde der Laden des französischen Juweliers Charles Bonlie vollständig ausgeplündert. Unter den gestohlenen Gegenständen befand sich auch ein Diamant von hohem Werte. Der Polizet gelang es zwar, einige der Täfer festzunehmen, doch von dem Diamanten felbft fand man keine Spur. Da gertet jüngst ein Türke, der ein Glasauge trug, mit einem Boltzisten in Streit, in dessen Verlauf ihm das Auge aus der Augenhöhle ge­schlagen wurde und zu Boden ftel. Im selben Augen­blick follerte der vielgesuchte Diamant aus der Augen­höhle zur Erde. Der Täter wurde verhaftet.

Eine Marinemappe für die Schulen. Der Kaiser hat eine Reihe bekannter deutscher Martnemaler, unter Ihnen Salzmann, Bohrdt und Stöwer, beauftragt, an ber Zusammenstellung einer Reihe von bildlichen Dar­stellungen aus dem deutschen Seemannsleben mitzuar beiten. In dieser Sammlung sollen sowohl die Schiffs= typen der deutschen Kriegsmarine als auch Episoden aus bem Seeleben fünstlerisch dargestellt werden. Die Re­produktionen dieser Blätter werden auf besonderen Wunsch des Kaisers zu einer Mappe vereinigt und sollen In erster Linie den Schulverwaltungen zur Verteilung als Prämte für fleißige Schüler zur Verfügung gestellt werden, um so in der heranwachsenden Jugend das In­tereffe und das Verständnis für unsere Seemacht zu fördern und zu stärken.

Der falsche Doktor und die Stadtgemeinde. Eines Tages erschien im Lutsenhospital in Dortmund etn fremder Doktor, der sich teilnahmsvoll nach den Kran­ten erfundigte und auch sonst lebhaftes Interesse an den einzelnen Räumlichkeiten und den Einrichtungen des Krankenhauses zeigte. Er besuchte auch das Zimmer etnes Rentiers, der an einem Augenleiden litt und bemnächst operiert werden sollte. Nach dem Besuche des fremden Doktors machte der Rentter die unltebsame Ent­deckung, daß ihm ein Geldbetrag aus dem Nachtkästchen, sowie eine goldene Uhr und Kette gestohlen worden war. Er flagte nun gegen die Stadtgemeinde Dort­mund auf Schadenersatz und behauptete, der fremde Doktor, der sogar verschiedenen Kranken den Puls ge-= fühlt hatte, set ein Schwindler gewesen und habe seine Sachen gestohlen. Das set nur dadurch möglich gewor­den, daß die Aufsicht im Lutsenhospital viel zu wünschen übrig lasse. Die beklagte Stadtgemeinde machte gel­tend, daß bet den bestehenden Verhältnissen eine noch nenauere ueberwachung des Gebäudes nicht möglich set. Eine Schadenersatzpflicht läge für sie nur vor, wenn der Rentler die Sachen der Hospitalverwaltung zur Aufbe= wahrung übergeben hätte und sie trotzdem gestohlen worden wären. Das Amtsgericht verurteilte die Stadt­gemeinde zum Schadenersatz, denn die Sachen habe der Rentter gebraucht, er konnte sie also nicht der Hospital­verwaltung zur Aufbewahrung übergeben. Dagegen wurde die Klage auf Ersatz des Geldbetrages abge­wiesen.

Also das wars, was Sie bedrückte," fuhr er fort. Immer, wenn man ihm mit einem brutalen Verdacht fam, gewann er seine Ruhe und Geistesgegenwart wie­der. Und deshalb beehrten Sie mich mit Ihrem Be­fuche? Sehr freundlich von Ihnen, das muß ich sagen!"

Sie dürfen's mir nicht übel nehmen, Herr Doktor. Das ist eben mein Beruf. Und offen gestanden kommt mtrs doch noch immer so vor, als wenn Sie uns etwas verschweigen, was Sie über fene Tat wissen, wenigstens etwas, was damit im Zusammenhang steht. Warum halten Sie es so geheim?"

" Was?" fragte Waldow sehr erregt. " Das frage ich Sie eben."

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" Nichts! Ich weiß gar nichts! Hören Ste? Nicht einen Deut!" rief der Doktor wild. Will man mich denn immer wieder quälen? Ist es nicht genug, daß ich jetzt den Kampf ums Dasein von neuem aufnehmen muß, daß ich anfechten muß gegen eine Welt von Bos­hett und Niedertracht? Soll ich auch noch von der Po­Itzet seelisch gepeinigt werden?"

Herr von Bardekow erhob sich. Beruhigen Ste fich, Herr Doktor! Es war im Grunde nur eine An­frage meinerseits. Niemand ist ja schließlich verpflichtet, sich selbst bloßzustellen."

" Was will man eigentlich von mir?" fuhr thn der Doktor an.

Bardekow verbeugte sich. Ich will mich empfehlen, werter Herr Doktor."

Waldow verneigte sich sehr gemessen, und der Kom­missar entfernte sich gravitätisch.

Also auch von setten der Behörde schten man ihn Immer noch mitßtrautsch zu beobachten! Der Doktor tam sich vor wie ein unter Polize taufsicht Gestellter, den man von Ort zu Ort hebt, bis thm nur der Tod oder ein Verbrechen übrig bleibt, um sich durch seine Ver­urtellung den Verfolgern zu entziehen.

Der Angriff auf die Italiener in Tunis läßt deutlich erkennen, daß es sich hier um eine allgemeine euro­päerfeindliche Bewegung handelt, die auf die Verkün­digung des heiligen Krieges und die Ereignisse im benachbarten Tripolis zurückzuführen ist. Es wird wohl auch nicht die letzte Revolte sein, die eine Folge des italienischer Abenteuers ist. Die Pariser Blätter erblicken in diesen Unruhen ein sehr ernstes Symptom Die des aufgestachelten muselmanischen Fanatismus. Meuteret hat große Aehnlichkeit mit den fürzlich in Da8 Alexandrien vorgekommenen Ausschreitungen. " Journal" meint, Frankreich dürfe nicht vergessen, daß es in Tunis über 100 000 Italiener zu beschützen habe und daß man im Hinblick auf die Rückwirkung, welche dte in Tripolis und Marokko bevorstehende Umgestal= tung auf die ganze muselmanische Welt ausüben dürfte, alle erforderlichen Vorsichtsmaßregeln treffen müsse. Nach einzelnen Berichten hätten an den Unruhen an 15 000 Eingeborene teilgenommen.

Die Zustände in Tripolis

und insbesondere die militärische Lage der Italiener erhalten eine charakteristische Beleuchtung durch tele­graphische Mitteilungen der dort befindlichen Korre pondenten einiger deutscher Blätetr. Danach nimmt die Cholera, zu der sich neuerdings auch der Typhus gesellt hat, sowohl unter den italienischen Truppen wie der eingeborenen Bevölkerung ständig und bedrohlich zu. In den letzten Tagen ist die Zahl der täglichen Erkrankungen in die Hunderte gestiegen. Die Behand= lung der Eingeborenen durch die Truppen ist zwar milder geworden, aber gelegentliche Hinrichtungen und die Haussuchungen bei den Eingeborenen dauern fort. Auch die Schießereien im Innern der Stadt wieder­holen sich wie die täglichen, mehr oder minder heftigen Scharmilyel an der Kampflinte. Die türkische Ar= tillerie, die so gut versteckt ist, daß die italienischen Kriegsschiffe thr feinen Schaden zuzufügen vermögen, fährt fort, Gefchoffe in die Stadt zu werfen.

Die Italiener haben neuerdings, wie dem B. T." gemeldet wird, 3000 Mann an Verstärkungen erhalten und erwarten in den nächsten Tagen wettere Truppen­sendungen in derselben Stärke sowie schwere Geschüße. Der Korrespondent der Frantf. 3tg." bestreitet auf das bestimmteste die Richtigkeit der italienischen Angaben, daß die Araber von den Türken mit Gewalt zur Teil­nahme am Kriege gezwungen werden, vielmehr wachse, wie er durch einen Dolmetscher von gefangenen Ara­bern erfuhr, die Kampfbegeisterung bei den Stämmen des Innern. Das Bild der Lage wie die italienischen Verlustzahlen würden in den italienischen Blättermel­dungen gefälscht.

Nach Angaben römischer Blätter, die vorläufig ohne fede Bestätigung sind, sollen Frankreich und Nußland die Annexion anerkannt haben, während Deutschland, Desterreich und England sich darauf beschränkten, die Mitteilung zur Kenntnis zu nehmen. Ministerpräsident Giolittt gibt in einem an den Partser Matin" gerich­teten Briefe auf dessen Anfrage über die angeblich von den taltenischen Truppen in Tripolis begangenen Grausamkeiten von einer Erklärung des Gene­rals Caneva Kenntnis, monach die italienischen Trup­pen, wenn überhaupt, höchstens den einen Fehler be­gangen haben, daß sie zu großen Edelmut und Geduld gegen ihre Feinde bewiesen hätten. Diese Versicherung verdient Bewunderung wegen ihrer geradezu grandio­fen Kaltblütigkeit; ste wird ihr namentlich gezollt wer­den von den nichtitalienischen Kriegskorrespondenten und Photographen, die einmütig die gegen die Araber begangenen Greueltaten mit Entsezen erregender Ein­dringlichkeit in Wort und Bild vorgeführt und zum Tell der Stätte dieser Greueltaten mit dem öffentlichen Ausdruck des Abscheus und Nennung ihrer Namen den Rücken gekehrt haben.

Er stützte den Kopf auf die Faust und sáß in Nach­denken versunken lange an seinem Schreibtisch. Es mußte anders werden. Aber wie? Er sah keinen Aus­weg.

So vor sich hinbrütend, überhörte er ganz das schüchterne Klopfen an der Tür. Es wurde noch ein­mal lauter wiederholt, und dann tat sich die Tür auf, und Frau Schulze guckte heretn. Als sie ihren Herrn so apathisch fiben sah, machte sie die Tür vorsichtig hinter fich zu, trat resolut zu ihm heran und legte ihm die Hand auf die Schulter. Erschrocken fuhr er auf.

Bitte, bitte, Herr Doktor!" sagte sie freundlich. Bleiben Sie nur ruhig fizzen. Du lteber Gott, das kann ja kein Christenmensch mehr mit ansehen, wie Ste sich abhärmen! Was ist denn bloß los mit Ihnen, Herr Doktor? Geht Ihnen immer noch diefe dumme Ge­schichte mit der Villa da drüben im Kopfe herum? Ach femineh, das ist ja ein wahres Kreuz für Ste, daß das passiert ist! Und wo Sie doch so unschuldig sind wie Butter an der Sonne!"

Ein schwaches Lächeln glitt bet thren naiven Trost­worten über setne verbitterten Züge. Meinen Ste, Frau Schulze?" fragte er letse.

Ob ichs metne? Na, das ist doch klar, Herr Dok­tor, daß ein so guter Mensch wie Ste nichts damit zu tun haben kann. Und doch sind die Menschen so töricht und bleiben von Ihnen fort und wollen sich Ihren ge= schickten Händen nicht mehr anvertrauen."

Er nickte trübseltg.

Wer kommt denn noch zu Ihnen, oder wer holt Ste? Ich hab's selber beim Bäcker gehört. Da hat mir die Frau gesagt, daß sie Ste gern wegen ihres Reißens um Rat fragen möchte, aber thr Mann hats ihr verboten. Ach, tch habs fa immer gesagt, die Män­ner sind schlimmer als die Frauen, wenn sie einen Stein auf den Nächsten werfen können. Und eine Dame

Drabtnachrichten und neuestes.

Der Kronprinz als Gast bei den Majestäten. 1900 Potsdam, 10. November. Der Kronprinz nahm gestern an der Abendtafel bet den Majestäten im Neuen Palais statt, zu welcher auch der Reichskanzler mit Gemahlin geladen waren.

15h Ranbmord in Stettin.

Stettin, 10. November. In der vergangenen Nacht wurde der 70 Jahre alte Verwalter der Ver­einstaffeeküche des Zentralgüterbahnhofs mit einem Halstuch erdrosselt. Die Kasse mit einem Betrage von 100 Mart fehl. Der Täter fcheint nach einem am Tat­orte zurückgelassenen Gegenstand den Bergmannskreisen anzugehören. Er hatte sich in den Räumen einschließen laffen.

11911

Die Reichstagskandidatur des Grafen Posadowsky. Naumburg, 10. November. Der hier wohnende Staatssekretär a. D. Graf Posadowsky empfing Ver treter sämtlicher bürgerlicher Parteien des Reichstags­wahlkreises Bielefeld- Wiedenbrück mit Ausnahme der freifinnigen Volkspartet, die ihm das Reichstagsman­dat thres Wahlkreises anboten. Der Graf nahm diese Kandidatur auch an.

Furchtbarer Tod eines Müllerburschen.

Cleve, 10. November. Einen furchtbaren Tod erlitt in Keppeln in der Nähe von Cleve ein siebzehn= jähriger Müllergehilfe, der bei der Arbeit von einem Windmühlenflügel erfaßt, durch die Luft geschleudert und zerschmettert wurde, ohne daß seine entsegt zu­schauenden Angehörigen ihm hilfe bringen konnten. Nene Opfer der Balkanränber. Konstantinopel, 10. November. Der Ingenieur Dublewski, ein österreichischer Pole, wurde vorgestern bet Samsun in Anatolien von Räubern entführt, die für seine Freilassung ein hohes Lösegeld verlangen. In Bruffa wurden zwei weitere Ingenieure von Banditen total ausgeplündert.

Berliner Getreide und Schlachtviehmarkt.

Die abschwächende Wirkung des stark vermehrten argentinischen Angebots in Weizen war an allen Ge­treidemärkten zu spüren. In Europa machte sie sich um so mehr geltend als ein Importbedarf Frankreichs diesmal nicht, wie im Vorjahre, dem Markt eine Stüße gewährte. Gleichzeitig ist der Weizenerport Rußlands gestiegen und die nach Europa unterwegs befindlichen Wetzenzufuhren stehen den gleichzeitig vorfährigen nur noch um etwa 100 000 Tonnen nach, während der Ab­stand vor vierzehn Tagen noch etwa 300 000 Tonnen betrug. Außer der Mattigkeit des Auslands wirften am Berliner Markt auch das schwierige Mehlgeschäft, die unbefriedigender Schiffahrtsverhältnisse, das Stof­fen der Exportverkäufe und die gute Entwicklung der neuen Saaten ein. Die Unternehmungslust war für alle Getreidearten gering. Weizen verlor etwa 3 M, Roggen war etwas widerstandsfähiger und büßt nur etwa M. ett. Das Inland hält zu den gegenwär­figen Preifen mit Angeboten zurück, wohl in der Er­wartung, daß bei der Leistungsunfähigkeit Rußlands dte Ausfuhr bals wieder einseßen dürfte. In Hafer gestaltete sich das Geschäft schleppend, da das Inland an feinen Preisen festzuhalten sucht, während dagegen billiger La Plata- Hafer auf Lieferungspreise erheblich drückt. Mats bleibt in alter Ware fest, neue wird stär­fer angeboten. Am letzten Tage der Berichtswoche stell­ten sich die Preise für Lieferung im Dezember wie folgt: Weizen 204 M, Roggen 183,25 M, Hafer 182,75 Mart, Mais 168,50 M

Preise des städtischen Schlachtviehmarktes. 1. Och­sen: a) vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwer­tes, ungejocht 81-89 M., b) junge, fleischige, nicht aus= gemästete 76-84 M., c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 64-74 M. 2. Bullen: a) vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtwertes 77-83 M., b) nollfleischige jüngere 73-78 M., c) mäßig genährte jün gere und gut genährte ältere 66-75 M. 3. Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färfen höchsten Schlachtwertes- bis M., b) vollfleischige, ausge­mästete Kühe höchsten Schlachtwertes, bis zu 7 Jahren 68-74 M. c) ältere ausgemästete und wenig gut ent­wickelte jüngere Kühe und Färsen 62-69 M., d) mäßig genährte Kühe und Färsen 53-60 M., e) gering genährte Kühe und Färsen bis 60 M., f) aering genährtes Jung­vieh( Fresser) 56-64 M. 4. Kälber a( Soppellender feinster Mast 114-143 M, 6) feinste Mastfälber 105 bis 112 M, c) mittlere Mast- und beste Saugfälber 97 bis 105 M., d) geringere Mast- und gute Saugfälber 88 bis 98 M, e) geringe Saugfälber 55-82 M. 5. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 70-82 M., b) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut ge­nährte junge Schafe 60-68 M., c) mäßig genährte Ham­mel und Schafe 47-68 M. 6. Schweine; a) Fettschmeine über 3 Bentner Lebendgewicht 62-63 M., b) vollflei­schtge Schweine 250-300 Bfund 60-62 M., c) vollflet­ichige 200-240 Pfund 58-60 M., 5) vollfleischige Schweine 160-200 Pfund 53-57 M., e) vollfleischige Schweine unter 160 Pfund 50-52 M., f) Sauen 52 bis 56 M.

tenn' ich, Herr Doktor, die sich von niemand wird be­einflussen lassen und Ihnen treu bleibt, was auch alle reden mögen."

Er sah sie erstaunt fragend an. Ste dämpfte thre Stimme zu geheimnisvollem Flüstern und fuhr fort: Ste hat sich schon bet mir nach Ihnen erkundigt und wissen wollen, wie es Ihnen geht."

Wer?" fragte er und heuchelte vollkommene Ah­nungslosigkeit, während es in seinem Innern sang und Jubilterte.

Nun, das Fräulein."

" Welches Fräulein?"

Aber Herr Doktor, Ste wiffen doch ganz gut, wen ich meine! Ste war sogar schon in Ihrer Abwesenheit hier und hat ein langes und breites mit mir gesprochen. Ste hält es nicht für recht, daß Sie sich noch gar nicht wieder bei ihren Eltern haben sehen lassen."

" Kann ich denn?" rief er schmerzlich. Ich bin ja gar nicht sicher, ob mich der alte Herr an der Tür zu­rückweist. Und dem möchte ich mich doch nicht aus­setzen."

Nein, nein, fie meint, Ste witrden mit offenen Armen empfangen werden."

" So? Und warum lädt mich der Justizrat dann nicht zu sich ein? O, ich weiß, tch würde der Familie vielleicht willkommen sein, aber auf einem Gesellschafts­abend möchten ste mich doch nicht dort haben. Und ich möchte die Famille Heinroth vor der unangenehmen Lage bewahren, von den anderen schtef angesehen zu werden, weil sie einen Verfemten, wie ich es bin, bet fich geduldet hat."

( Fortsetzung folgt.)