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Arzt zu holen. Um 11 Uhr erlitt eine zweite Telepho­nistin einen Ohnmachtsanfall. Gleichzeitig wurde eine ganze Anzahl ihrer Kolleginnen von nervösen Wein- und Herzkrämpfen befallen. Im ganzen waren dreizehn Te­lephonistinnen ertrantt.

Die goldene Hochzeit des Bierkönigs. Der St. Loui­ser Bierkönig Adolphus Busch feierte am Mittwoch in Pa­fadena in Kalifornien seine goldene Hochzeit. Bei Tages­anbruch verkündete ein Kanonensalut in Pasadena, wo Busch eine Filialbrauerei besigt, und in St. Louis, wo sich das Hauptgeschäft befindet, das Ereignis an. Busch ließ hundert Tauben als Friedensboten in die Luft steigen. Abends fand in beiden Städten ein großes Festmahl statt. Herr Busch hat seinen Angestellten Geschenke im Werte von über zwei Millionen Mart gemacht. Seiner ,, Köni­gin" schenkte der Bierkönig ein goldenes Diadem mit Per­len und Diamanten besetzt, das einer Wert von 800 000 Mart besitzt. Kaiser Wilhelm schenkte ihm einen Gold­potal, ebenso Präsident Taft und der Erpräsident Roose­velt; außerdem sandten viele reiche Amerikaner fostbare Geschenke. Adolphus Busch hat einen nicht unerheblichen Teil seines Vermögens menschenfreundlichen und wissen­schaftlichen Zweden zugewendet. Seine letzten Stiftungen betrafen die germanistischen Lehranstalten an amerikani­schen Universitäten.

den Zug nach Lincoln. Das Munizipalgericht von Chicago hat im vergangenen Geschäftsjahr nicht weniger als 130 000 Urteile gefällt. Daß die Rechtspflege unter diesem Schnell­betriebe nicht leidet, beweist die statistische Tatsache, daß von der höheren Instanz ein ungleich fleinerer Prozentsatz von Urteilen aufgehoben wurde, als von den der anderen ge­wöhnlichen Gerichtshöfe. Mit der großen Zeitersparnis gehen aber auch gewaltige Ersparnisse an Kosten und Geld Hand in Hand; in der Tat betrugen diese Verminderungen der Gerichtskosten im vergangenen Jahre rund 160 000 M.

Wie wir alt und grau werden.

Die bekannte Tatsache, daß sich vom Augenblick der Geburt bis zum Eintritt des Todes ununterbrochen Ver­änderungen im Körper vollziehen, hat zu dem paradoxen Schlagwort Veranlassung gegeben, daß wir eigentlich am Leben sterben. Der Augenblick, in dem der Mensch den Zenith seines Lebens erreicht, wird niemals mit Sicher­heit festzustellen sein. Wir sehen nur einige äußerlich besonders auffallende Erscheinungen des Aelterwerdens" und des Alterns", die begrifflich wohl von einander zu unterscheiden sind, das Welten der Haut, die ersten ver­räterischen Fältchen an den Mundwinkeln und Augen schöner Frauen, die ersten Vorboten der nahenden Adern­verkalkung, das Matterwerden des Blids und die Farben­peränderung der Haare. Professor Pfitzner in Straßburg, der die beiden lettgenannten Symptomtomplexe mehrjäh­rigen genauen Untersuchungen unterzogen hat, stellt die be merlenswerte Tatsache fest, daß diese Umwandlungen nicht etwa erst beginnen, wenn die Höhenpfade des Daseins sich den Niederungen zuzuwenden anfangen, sondern sich schon weit früher vorbereiten und überhaupt in weit größerem Umfange stattfinden, als man bisher glaubte. Er kommt zu der Feststellung, daß die Umwandlung von blondem Haar in brünettes sich bei 70 von Hundert aller Mittel­europäer vollzieht, und erst mit dem 40. Jahre gänzlich abgeschlossen, und daß bei den in der frühen Jugend blon= den Frauen das Nachdunkeln von blond in braun um mehr als die Hälfte häufiger ist als bei Personen männ­lichen Geschlechts. Blonde Haare besigen aber dafür gegen­über braunen und schwarzen den Vorzug, weit länger als jene, nämlich vom 40. bis zum 60. Lebensjahre, in der Farbe fast tenstant zu bleiben, so daß der blonde Menschen­typus sich länger den Anschein der Jugendlichkeit erhält, während braune und schwarze Haare überhaupt keine Stillstandsperiode kennen, sondern aus dem Zustande des tiefsten Farbentons fast unmittelbar in das Stadium des Ausbleichens übergehen. Hinsichtlich des Ergrauens be­steht zwischen beiden Geschlechtern der auffallende Unter­schied, daß Männer durchschnittlich schon vom 46. Lebens­jahre an sichtlich zu ergrauen beginnen, während dies bei Frauen erst um das 51. Lebensjahr( also 5 Jahre später) der Fall ist. Was die Farbenveränderung in der Regen­bogenhaut des Auges betrifft, so nimmt Blau bis zum Ende des zweiten Lebensjahres sehr stark, dann langsamer ab, und wird erst mit dem 20. Lebensjahre beständig, während Blaugrau schon mit dem 2. Lebensjahre konstant wird. Die braune Augenfarbe nimmt sogar bis zum 30. Lebensjahre ab. Ueber die Farbenveränderungen an schwarzen Augen läßt sich nichts sagen, weil eine absolut schwarze Regenbogenhaut bei Mitteleuropäern überhaupt nicht vorkommt. Das häufig beobachtete vorübergehende Ergrauen der Haare mit darauffolgender Rückkehr zu der früheren Haarfarbe ist durchweg eine Folgeerscheinung er schöpfender organischer Erkrankungen und schwerer ner­vöser Störungen.

Der Teufel und sein Bruder. Wir lesen in der Bay­rischen Landes- 3tg.": Eine Bäuerin in Wagsellye erhielt dieser Tage von ihrem in Amerika lebenden Gatten eine Geldsendung von 5000 Kronen, die beim Postamt in Groß­Bittse hinterlegt wurde. Da der Bäuerin aufgetragen worden war, zwei Jdentitätszeugen beizubringen, wendete sie sich an den Ortsrichter, der ihr jedoch erklärte, es ge­nüge eine von ihm ausgestellte amtliche Bestätigung, nur solle die Frau niemandem von der Geldsendung Mittel­lung machen. Um Mitternacht wurde es dann im Hause der Bäuerin lebendig und vor der zu Tode erschrockenen Frau erschienen zwei gespenstische Gestalten, die sich als der Teufel und sein Bruder, der Tod, vorstellten. Der Teufel ließ die Frau schwören, ihm die 5000 Kr. auszu folgen, die ihr Mann ohnedies auf unrechtmäßige Weise erworben habe, widrigenfalls er sie seinem Bruder, dem Tod, überliefern werde. Am nächsten Tage erschien dann die Bäuerin mit der Bescheinigung des Ortsrichters beim Postamte. Als man von ihr neuerdings Jdentitätszeugen verlangte, erklärte sie, sie werde nicht auch noch das Geld für diese Zeugen bezahlen, da die Summe ohnedies dem Teufel gehöre, und erzählte weiter, was ihr in der Nacht passiert war. Der Postbeamte zahlte ihr das Geld aus, verständigte jedoch gleichzeitig ohne ihr Wissen die Gen­darmerie. In der Nacht erschien abermals der Teufel und der Tod bei der Bäuerin, die vergebens bat, ihr we­nigstens 500 Kr. zu belassen. Sie mußte das ganze Geld hergeben. Als jedoch die beiden unheimlichen Besucher mit ihrer Beute abziehen wollten, traten ihnen Gendarmen entgegen, die alsbald feststellten, daß der Ortsrichter und ein Verwandter von ihm sich als Teufel und Tod kostü­miert hatten. Beide wurden verhaftet.

Listige Tiere. Ein Talent zum Schauspielern scheint nicht nur dem Menschen, sondern auch dem Tiere im hohen Grade eigen zu sein. Wenn beispielsweise der Waschbär nicht mehr entfliehen kann, so wirft er sich rasch zu Boden und erwartet regungslos den herankommenden Jäger er stellt sich tot. Mag ihn dieser stoßen oder treten, er bleibt regungslos Itegen und erträgt die größten Schmerzen. Aehnlich, aber noch viel raffinierter, macht es die nord­amerikanische Beutelratte. Auch sie legt sich wie tot auf die Seite, wird sie aber zu plößlich überrascht, so versucht sie es gar nicht, sich umzulegen, sondern bleibt ruhig bn der Stellung, in der man sie überrascht und simuliert in dieser Stellung den Tod. Eine Beutelratte wurde einmal ange= troffen, wie sie in einem Hühnerstall aufrecht dasaß und ein Ei ausschlürfte, das sie zwischen den Pfoten hielt. Sie blieb so fizzen, ließ auch nicht einmal das Et fallen, schloß nur die Augen und stellte sich, als wäre ste in diefer Lage und bei öteser Beschäftigung von einem plöblichen Tode betroffen worden. Sehr oft hat man die Beobachtung gemacht, daß viele Vögel, wenn sie sich verfolgt sehen, plöblich in ein nahes Gebüsch fliegen, darin mit rapider Schnelligkeit eine Strecke wett forteilen und dann mit einem Male blitzschnell in die Höhe schießen. Natürlich ist der Jäger darauf nicht vorbereitet und der Vogel für ihn verloren. Daß Kanim­chen auf der Flucht im Zickzack laufen, um den Verfolger unsicher zu machen, daß Eichhörnchen immer bemüht sind, den Baum zwischen sich und den Schüßen zu bringen, dürfte bekannt sein. Sehr interessant sind die Mittel, welche die Wassertiere auf der Flucht anwenden. Wenn sich der Igel­fisch in der Tiefe des Meeres überfallen und angegriffen sieht, vergrößert er augenblicklich seine Körperoberfläche, wird dadurch spezifisch leichter als das Wasser und schießt nun blitzschnell aus der Mitte der Angreifer heraus in die Höhe, vom Wasser emporgerissen. Die Verfolger können es thm mit derselben Schnelligkeit nicht nachtun und der Igel­fisch ist gerettet. Wenn der Alligator verfolgt wird, wühlt er mit den Füßen und dem Riesenschwanze den Schlamm auf, in dem er sich befindet, trübt dadurch das Wasser und entzieht sich so dem Blicke der Verfolger. Ganz ähnlich macht es der Tintenfisch. Im Augenblick der Gefahr spritt er die ihm eigentümliche tintenähnliche Flüssigkeit aus, ver­finstert dadurch den Ort, an dem er ist, benimmt dem Feinde alle Aussicht und entfernt sich unter dem Schuße der von ihm hervorgebrachten Finsternis. Meistenteils gelingen diese Listen und die Tiere retten sich durch die Flucht; schla­gen sie fehl, dann erst wenden sie sich zur Verteidigung. Ueberhaupt ist die Flucht auch bei den größeren Tieren ge= wöhnlich der erste Versuch und nicht der letzte, wte man so oft, aber mit Unrecht, angenommen hat.

Der Bligrichter. In den Vereinigten Staaten hat man seit kurzem Versuche mit der Errichtung von besonderen Gerichtshöfen unternommen, die den städtischen Behörden unterstehen und von Richtern verwaltet werden, die beson= ders für diese Gerichte ernannt sind. Der Zweck der In­stitution ist die Abkürzung des meist umständlichen Prozeß­verfahrens. Das erste dieser sogenannten Munizipalge= richte ist mit Genehmigung des Supreme Court in Chicago in Tätigkeit getreten und hat in der kurzen Zeit seines Be­stehens so über Erwarten günstige Erfolge erzielt, daß diese Art der Rechtsprechung erweitert werden soll. Mit welcher für europäische Justizverhältnisse märchenhafter Schnellig­keit diese Gerichte ihres Amtes walten, zeigt ein Fall, der fich vor kurzem in Chicago ereignete und über den die Zeit­schrift Tribunal" interessante Einzelheiten veröffentlicht. Eine Neuyorker Dame, Frau Liltam Wyeth, hatte auf der Reise nach Lincoln in Nebraska in Chicago einen Aufent­halt von mehreren Stunden. Während sie im Wartesaal frühstückte, wurde ihr der Handkoffer gestohlen. Ohne sich fich sonderlich aufzuregen, fuhr die praktische Amerikanerin zum Leihamt, um hter, wo man unter Umständen beson­ders billig kauft, für die verlorenen Toiletteartikel mög­lichst billig provisorischen Ersatz zu erwerben. Während sie noch ihre Auswahl traf, betrat der Dieb mit der Hand­tasche das Leihamt, um seine Beute zu versetzen. Die Dame Iteß den Gesellen sofort verhaften. Es war 10 Uhr mor­gens. Um 11 Uhr begann bereits die Verhandlung vor bem Munizipalgericht, um 12 Uhr war der Miffetäter zu einem Jahr Gefängnis veruteilt und um halb i Uhr be­ftteg Frau Wyeth mit ihrer zurückgewonnenen Reisetasche

Drabtnachrichten und neuestes.

Eine Besteuerung der Zündholzersatzmittel.

Berlin, 10. März. Wie der Börsen- Courier aus angeblich unterrichteten Kreisen hört, ist der Plan einer Besteuerung der Zündholzerfazmittel bereits soweit ge= diehen, daß ein diesbezüglicher Gesetzentwurf in etwa 10 Tagen dem Reichstage zugehen wird.

Staatliche Kontrolle über das Waffentragen.

Cöln, 10. März. Jm Reichstage wird dieser Tage ein Antrag eingebracht werden, der für den Ver­kauf von Waffen aller Art und für das Tragen von Waf­fen eine staatliche Kontrolle verlangt. Dieser Antrag ist von sämtlichen Parteien des Reichstages unterstützt wor­den.

Streitausschreitungen.

Dortmund, 10. März. Aus Anlaß des Streifes auf der Zinkhütte kam es in den letzten Tagen wiederholt zu Ausschreitungen. Gestern wurden Arbeitswillige, die unter polizeilicher Bedeckung zur Fabrit gehen wollten, beschimpft. Die Polizei ging gegen die Menge vor, aus der mit Pflastersteinen geworfen wurde, und nahm sieben Verhaftungen vor.

Eine Niederlage der mexikanischen Revolutionäre.

Mexiko, 10. März. Ein Telegramm der Mor­monenkolonie Dublin in Mexiko berichtet über das Ge­fecht bei Sasagrande, daß die Bundestruppen über die Insurgenten einen großen Sieg davongetragen haben. Die Bundestruppen verloren 100, die Insurgenten 200 Mann.

Neuŋort, 10. März. Nach einer Meldung aus Washington ist die Regierung jeden Augenblick auf eine to, gefaßt. Die merikanische Regierung hält das Gros Revolution in ganz Merito, besonders in der Stadt Meri­der Truppen in und nahe der Stadt Mexiko zusammen. Türkisch- griechischer Grenzzwischenfall.

Athen, 10. März. Bei Develi wurde gestern ein grie­chischer Soldat von türkischen Soldaten überfallen. Es fam infolgedessen zu einem zusammenstoß zwischen Grie­en und Türken, bei dem ein türkischer Soldat getötet wurde.

Großer Juwelendiebstahl im Kanzlerpalais. Berlin, 10. März. Jm Reichskanzlerpalais in der Wilhelmstraße wurde ein großer Juwelendiebstahl verübt. Man ist dem Diebe auf der Spur.

Selbstmord im Gefängnis.

Berlin, 10. März. Der kürzlich wegen betrügerischen Bankerotts zu Jahren Gefängnis verurteilte Kauf­mann Herms in Potsdam, der wegen Haftunfähigkeit vorläufig auf freiem Fuß belassen worden war, hatte für gestern abend einen Fluchtversuch geplant. Er hatte sich Ausweispapiere verschafft, um nach Amerika zu entfliehen. Diese Vorbereitungen tamen aber zur Kenntnis der Po­lizei, die daraufhin einen neuen Haftbefehl gegen Herms erwirkte. Um drei Uhr nachmittags wurde dieser in sei­ner Wohnung von neuem verhaftet und ins Potsdamer Untersuchungsgefängnis gebracht. Kurze Zeit nach seiner Einlieferung ins Gefängnis hörten die Gefängniswärter gellende Hilferufe aus seiner Zelle. Sie fanden Herms blutüberströmt am Boden liegen. Er hatte sich die Kehle durchschnitten und die Vulsadern geöffnet und noch meh­

rere Stiche in die Herzgegend beigebracht. Er wurde in bewußtlosem Zustande ins Krankenhaus gebracht.

Schwerer Unfall auf einer Hamburger Werft. Hamburg, 10. März. Beim Montieren eines gro Ben Krans auf der Vulkanwerft verunglüdten vier Ar­beiter dadurch, daß ein ihnen entgleitender 300 Kilo schwerer Eisenträger das Gerüst durchschlug und in die Tiefe stürzte. Ein Arbeiter wurde sofort getötet, drei an dere sind schwer verletzt.

Mord wegen verschmähter Liebe.

Eisenach. 10. März. Heute früh 8 Uhr erschoß in der Clemensstraße der Fleischer Josef Meter seine frühere Geliebte, das Dienstmädchen Marte Heller. Das Mädchen war sofort tot. Der Mörder flüchtete und konnte bisher nicht festgenommen werden. Der Grund der Tat ist in verschmähter Liebe zu suchen.

Standalöse Vorgänge in der Kopenhagener Gesellschaft.

Kopenhagen, 10. März. Aufsehen erregt die Verhaf­tung einer Reihe den ersten Gesellschaftskreisen angehö render Persönlichkeiten, die sich schwerer Sittlichkeitsvers brechen schuldig gemacht haben sollen.

Ein ganzer Jahrmarkt in Flammen. Lissabon, 10: März. In dem benachbarten Ort Albrantes geriet während des Jahrmarktes in einem Kinematographentheater ein Film in Brand. Kurz da. rauf stand das ganze Gebäude in Flammen. Eine ent setzliche Panit brach aus. Der Wind trieb die Flammen gegen drei benachbarte Schaubuden, die alsbald Feuer fingen. In wenigen Minuten war der ganze Jahrmarkt ein einziges Feuermeer. Militär half der Feuerwehr bei Der Rettung vieler Personen. Die Zahl der Verwundeten ist überaus groß.

Die Vermehrung der englischen Schlachtflotte. London, 10. März. Das neue Flottenbaupro­gramm sieht außer fünf großen Panzerschiffen vor: drek geschützte Kreuzer und einen ungeschützten Kreuzer, 20 Torpedobootszerstörer, sechs Unterseeboote, zwei Kanonen­bootszerstörer, ein Werkstättenschiff und ein Hospitalschiff. Revolution in Nikaragua.

Buenos Aires, 10. März. Wie die Blätter melden, breitet sich die revolutionäre Bewegung in Nikaragua aus. Die Revolutionäre haben sich einiger Dörfer bemächtigt, in einem verlustreichen Gefecht wurden sie jedoch von den Regierungstruppen geschlagen.

Gewaltige Pulverexplosion.

Neunort, 10. März. Nach einem Telegramm aus Pleasant Praerio in Wisconsin sind fünf Magazine, die 18 000 Tonnen Pulver enthielten, in die Luft geflogen. Eine große Zahl Häuser sollen zerstört sein. Die Explo­sion wurde in einem Umkreise von 100 Meilen wahr­genommen. In den Theatern von Chicago und anderen Orten entstand unter dem Publikum großer Schrecken, da sich zunächst niemand die Ursache der Explosion erklären tonnte. Eine Person ist getötet, 350 sind verletzt, darunter viele schwer.

Bandel und Verkehr.

Frankfurt, 9. März. Viehmarktpreise vom 9. März. Preise für 1 Zentner Kälber: a) Doppellender, feinste Mast ( Lebendgewicht) M 00-00,( Schlachtgewicht) M 00-00, 6) feinste Mast( Vollmilch- Mast) und beste Saugkälber ( Lebendgewicht) M 56-60,( Schlachtgewicht) M 93-100, c) mittlere Mast- und beste Saugtälber( Lebendgewicht) M 52-55,( Schlachtgewicht) M 88-93, d) geringere Saug­fälber( Lebendgewicht) M 46-50,( Schlachtgewicht) 78 bis 85 Mark. Schafe: A. Stallmastschafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Lebendgewicht) M 40-42, 6) ältere Masthämmel, geringere Mastlämmer und gut ge­nährte junge Schafe( Lebendgewicht) M( Schlacht­gewicht) M Schweine: a) vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Kilogramm Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 48-52,( Schlachtgewicht) 62-66, b) vollfleischige Schweine unter 80 Kilogramm Lebendgewicht( Lebendge­wicht) M 47--50,( Schlachtgewicht) 61-65, c) vollfleischige Schweine von 100-120 Kilogramm Lebendgewicht( Le= bendgewicht) M 48-52,( Schlachtgewicht) M 62-66, d) vollfleischige Schweine von 120-150 Kilogramm Lebend­gewicht( Lebendgewicht) M 48-50,( Schlachtgewicht) M

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Berliner Getreide und Schlachtviehmarktbericht.

Die allgemeine Lage am Getreidemarkt hat während der am 8. März beendeten Berichtswoche eine Aenderung kaum erfahren. Argentinien, Australien und Indien haben offenbar viel Weizen zu verkaufen und bieten auch reich lich an, während Rußland zurückhaltender ist, da in diesem Lande wegen schlechter Beschaffenheit der Wege die Zufuhr zu den Häfen erschwert ist. In Berlin folgte man willig der vom Auslande kommenden Anregung trotz der überall bestehenden guten Erntehoffnungen. Wahrscheinlich ist hierin die Wirkung der in diesem Erntejahr sehr bedeutend gewesenen deutschen Ausfuhr an Brotgetreide zu sehen. Roggen gelangt auch jetzt noch in größeren Mengen zur Ausfuhr, dagegen wird Weizen nur noch wenig ausgeführt. Die Weizenpreise haben etwa 2 M, die Roggenpreise etwa M angezogen. Hafer war gleichfalls fest, offenbar macht sich für diesen Artikel der Einfluß der geringen inländischen Ernte geltend. Am Berliner Markte haben die Proviant­ämter größere Mengen gekauft. In Mais hat sich wenig geändert. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die Preise für Lieferung im Mai wie folgt: Weizen 202,50 Mart, Noggen 157,50 Mark., Hafer 157,75, Mais 133,75 M. Preise des städtischen Schlachtviehmarktes. 1. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwertes, un­gejocht 74-79 M. 6) junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 69-75 M, c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 66-70 M, d) gering genährte jeden Alters- bis M. 2. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes 72-78 M, 6) vollfleischige jüngere 70-75 M, c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 64 bis 74 M, d) gering genährte M. 3. Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes bis M, b) vollfleischige, ausgemästete Kühe, höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt, 63-70 M, c) ältere ausgemästete und weniger gut entwickelte jüngere Kühe 58-64 M, 5) mäßig genährte Kühe und Färsen 54-62 M, e) gering genährte Kühe und Färsen bis 56 M, f) gering genährtes Jungvieh( Fresser) 60-72 M. 4. Kälber: a) Doppellender feinster Mast 111-133 M, 6) feinste Mastfälber 100-107 M, c) mittlere Mast- und beste Saugtälber 92 bis 100 M, d) geringere Mast- und gute Saugfälber 88-95 M, 5. Schafe: a) Mast­e) geringere Saugkälber 65-82 M. lämmer und jüngere Masthammel 74-80 M, 6) ältere Mast­hammel, geringere Mastlämmer und gut genährte jüngere Schafe 66-72 M, c) mäßig genährte Hammel und Schafe ( Merzschafe) 60-70 M. 6. Schweine: a) Fettschweine über 3 Zentner Lebendgewicht bis M, b) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen über 3entner Lebendgewicht 56-58 M, c) vollfleischige der feineren Raf­sen und deren Kreuzungen bis Zentner Lebendgewicht 52-57 M, 6) fleischige Schweine 50-52 M, e) gering ent­wickelte Schweine bis M, f) Sauen 52-53 M.

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