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Jung- Deutschland.

Unter diesem Namen wird Generalfeldmarschall von der Golz mit Genehmigung des Kaisers und Unterstüßung aller Behörden eine neue Organisation der Jugendwehr schaffen und damit einen alten Lieblingsgedanken zur Ausführung bringen. In einem Aufsatz der Deutschen Rundschau", der sich mit der Frage der Jugendpflege beschäftigt, erzählt er selbst, daß er schon 1876 in seinem Buche Leon Gambetta und seine Armeen" für eine gründliche Vorbereitung der heran­wachsenden Geschlechter zum Waffendienst eingetreten fet. Als er dann 1878 die französischen Herbstmanöver mitmachte, hatte er Gelegenheit, viel von den ersten Anfängen praktischer Ausführung einer militärischen Jugenderziehung zu hören. Die Einrichtung der militä­rtschen Jugenderziehung in Frankreich, die unmittelbar dem Revanchegedanken entsprungen war, wollte eine moralische Einwirkung auf die französische Jugend, eine Starfung an Körper und Geist für künftige große Auf­gaben, Belebung des vaterländischen Gefühls durch­führen. Die Versuche von der Golz, eine ähnliche Be­wegung in Deutschland in Gang zu bringen, fanden da­mals nirgends Unterstützung, stießen vielmehr an maß­gebenden Stellen auf Widerspruch.

Inzwischen hat sich aber die Ausbildungsweise der Truppen wesentlich verändert. Heute will man jeden Soldaten zu einem vollkommen selbständigen Streiter heranbilden, der auch ohne Führung, ohne Zusammen­hang mit seiner Truppe imftande ist, die Bedingungen des Kampfes und die Verwendung seiner Waffen rich­ttg zu beurteilen und ohne fremden Nat überlegt und zweckmäßig zu handeln. Vor allem aber muß auf eine Schärfung der Sinne hingearbeitet werden. Wird auf ote Stärfung und Ausbildung der Sinne, des Gesichts, des Gehörs, Wert gelegt, so läßt sich bet beharrlichen Uebungen eine erstaunliche Wirkung feststellen, die von hoher Bedeutung für die Kriegstüchtigkeit des einzel­nen Soldaten ist. Die Kunst des Burechtfindens, die fichere Geländebeurteilung, die gesteigerte Marschfähig= leit, alles Dinge, die in Kriege von höchster Bedeu­ung sind, lassen sich nur durch Ausbildung von Kindesbeinen an, durch eine systematische Vorbe­reitung auf den Militärdtenst erzielen. Aehnlich steht es mit dem Lagerleben, mit etwas Gewöhnung an das Nächtigen im Freien, mit der Uebung, Hindernisse tm Gelände zu überschreiten, Spuren zu finden und zu be­nußen, Vorübung in einigen Handgriffen, die jeder Mann kennen sollte, der sich im Leben in allen Lagen felbst zu helfen entschlossen iſt.

Der Haager Friedenstempel.

ben heißt es ut. a.: Es waren Jahre ungetrübten Glücks, die wir hier erleben durften. Wenn die dank­bare Erinnerung an diese schöne Beit unauslöschlich in unseren Herzen bleibt, so ist das ganz besonders der freundlichen Gesinnung und Anhänglichkeit der Ein­wohnerschaft Potsdams zuzuschreiben."

Der Bundesrat hat in seiner legten Stzung der Vorlage betreffend Betriebvergünstigungen für die Brennereien aus Anlaß der bevorstehenden Futter­not die Zustimmung erteilt. Wie eine Korrespondenz wissen will, hat sich der Bundesrat auch mit der Ab­änderung der Serviceklassenetntellung beschäftigt. Die Vorlage soll eine Reihe von Abänderungen in der Zu­tellung der Ortschaften für die einzelnen Serviceklassen bringen und damit vielfachen Wünschen entsprechen.

Der Evangelische Bund an den Kaiser. Die ge= schloffene Abgeordnetenversammlung der in Dortmund tagenden Generalversammlung des Evangeltschen Bun­des fandte folgendes Telegramm an den Kaiser: Die 24. Generalversammlung des Evangelischen Bundes in dem für die Geschichte unserer Gegenwart so bedeutsa= men Vorort der Roten Erde sendet ehrfurchtsvollen Huldigungsgruß, erneuert das Gelübde unwandelbarer Treue und erbittet Gottes Segen für Ew. Majestät und Ihre Majestät die tatserliche und föntgliche Frau."

Noch drei Nachwahlen für den Reichstag. Im Reichstage sind noch dret Mandate erledigt, nämlich Konstanz- Ueberlingen,( bisher Hug, 3tr.), Ratibor ( bisher Frant, 3tr.), Frizlar- Homberg- Biegenhain ( bisher Liebermann von Sonnenberg, Wirtsch. Vgg.). Die beiden ersten Mandate werden noch im Oktober( 19. und 28.) besetzt, das dritte soll im November besett werden. Weitere Nachwahlen dürften vielleicht nicht mehr stattfinden.

Deutschland und der Kongo. Nach einer Brüsseler Meldung soll während der Marokkoverhandlungen Ende August d. J. deutschersetts auch die Frage einer eventuellen Aufteilung des belgischen Kongostaa­tes zur Erörterung gestellt worden sein. Als man aber sah, daß dies übel aufgenommen wurde, Iteß Deutsch­land die Angelegenheit fallen. Auch eine Kompenſation für Spanien soll Herr von Kiderlen- Wächter anfäng­lich angeregt haben.

Der Pariser Matin" benutzt den Augenblick, um den Baut des Haager Friedenspalastes zu verspotten: " Der Bau des Haager Friedenspalastes schreitet ritstig borwärts was sehr beunruhigend ist. Denn mik diesem friedlichen Gebäude hat es eine recht verhängnis­volle Bewandtnis. Beweis: Als seine Errichtung be= schlossen wurde, brach der Burenkrieg aus. Als ole Baupläne genehmigt wurden, begann gerade der russisch- tapanische Krieg. In die Zeit der Grundsteinlegung fällt die Reise des Deutschen Kaisers nach Tanger und der Beginn der marokkanischen Wirren. Als das erste Stockwerk fertig war, nahm Desterreich der Türkei Bosnien und die Herzego= wina wag; als das zweite Stockwerk stand, fingen die deutsch- französischen Streitigkeiten wegen Marok= to an, test, wo der Dachstuhl fertig ist, bricht der ita= [ tentsch- türkische Krieg aus. Ich verfolge mit großer Angst die wetteren Arbeiten der Maurer an je­nem Palats. Je mehr es sich seiner Vollendung nähert, desto schlimmer wird die Situation. Man bedenke: noch haben die Glaser, die Tapezierer und Deforateure thre Arbeit nicht begonnen. Was wird man erleben, wenn diese Leute erst an die Reihe kommen?! Ich habe auch von einigen großen symbolischen Wandgemälden ge­hört, die den Triumph der Friedensbewegung verherr­Itchen sollen. Zum Donnerwetter! So oft eins davon fertiggestellt sein wird, wird in irgendeinem Punkt der Welt ein labregen von Schrapnells nieder­gehen. Auch einige Statuen will man in den Galerien Bes Palastes aufstellen. Jede davon wird Tausende von Menschenleben kosten. Und vollends am Tag, wo die­fer Tempel des Friedens eingeweiht werden wird, da wird jeder von uns die Flinte auf den Buckel nehmen müssen, dann wird der allgemeine Weltkrieg, aller gegen alle losgehen. Darum fordere tch, daß man diesen Balast so schleunigst wie möglich wieder nieder­reiße!" Der Spott Itest sich sehr amitsant.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Der Kronprinz hat sich von der Stadt Potsdam durch ein sehr herzlich gehaltenes Schreiben verabschte­det, das Oberbürgermeister Vosberg in der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung verlas. In dem Schret­

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Aus Eifersucht.

Die Erhebung der portugiesischen Monarchisten soll nach Meldungen aus Lissabon miß glückt sein. Ste sollen geschlagen sein und sich auf spanisches Gebiet zu­rückgezogen haben.- Halbamtlich wird dazu gemeldet: Die Banden der Monarchisten verließen Vinhaes in dem Augenblick des Eintreffens der republikanischen Truppen und flohen nach allen Richtungen. Einige wurden erschossen, andere Iteßen sich gefangen nehmen. Die Verfolgung der Flüchtlinge bis zur Grenze blieb erfolglos.

Roman von Max Soffmann. ( Nachdruck verboten.) Also könnte die Tat von jemand begangen sein, der sich an Dir rächen wollte. Denn Du kommst doch wohl als alleiniger Erbe in Betracht?"

Der gefeierte Giolitti. Zu Ehren des italienischen Ministerpräsidenten fand am Sonnabend in Turin ein Bankett statt, nach dessen Beendigung dem Staatsmann begeisterte Kundgebungen seitens der Bevölkerung be­reitet wurden. Giolittt hielt bet dem Bankett eine große Rede, in welcher er sich besonders mit der aus­wärtigen Bolitik befaßte, die aber zur Tripolis= frage nicht die geringste Klärung der Lage brachte. Giolitti betonte zuerst die Notwendigkeit der Aktion, die wie ein Fatum set und der Regierung alle Verantwort lichkeit dem Parlament und dem Land gegenüber auf­erlege. Zögern hätte Italien auf lange Zeit kompro­mittiert und den Beginn der politischen Dekadenz be= deutet. Giolitti schob die Schuld der Türket zu, die durch ihre Feindseligkeit systematisch die Ehre und die wirtschaftliche Posttion Italtens in Tripolis gefährdet habe. Die Regierung warte ruhig das Urteil des Lan­des und des Parlaments ab und vertraue auf Heer und Flotte.

" Deinen Scharfsinn in Ehren, Felicia. Aber dte Sache kann doch auch anders Itegen. Wenn meine Stiefmutter Verwandte hat und ich glaube, es sind ganz entfernte Verwandte vorhanden so würde unter Umständen das Vermächtnis ant diese fallen. Es kann also auch ebenso gut ein Feind von diesen mtr unbe­kannten Leuten gewesen sein, der das Testament mit­nahm oder vernichtete. Nun, das alles wird sich fa mehr klären, wenn erst die eingehenden Zeugenaus­sagen beendet sein werden. Hier heißts eben abwarten."

Sein Appetit war gestillt; er lehnte sich in den Stuhl zurück und zündete sich auf ausdrücklichen Wunsch Felicias eine Bigarre an. Auf seinem offenen, frischen Gesicht mit dem blonden Schnurrbart zeigte sich ein Ab­glanz fener behaglichen Stimmung, in die eine gute Mahlzeit unter allen Umständen, selbst nach kummer­vollen Vorfällen, den gesunden Menschen zu versetzen pflegt.

Kleine Nachrichten.

des Gordon- Bennett- Fliegens zu betrachten. Der Bal Ionführer und sein Passagier find wohlauf.

Der Führer des sozialdemokratischen Bauarbeiters verbandes, Reichstagsabgeordneter Bömelburg tft von einer derartta schlimmen Nervenkrisis befallen, daß er kaum noch in der Lage sein dürfte, die Verbands­geschäfte wieder zu letten oder sich um ein Reichstags­mandat von neuem zu bewerben.

Aus den Flußgebieten des Oberrheins, Neuß und Aar wird Hochwasser gemeldet. Im Gebiege ftel Regen mit Neuschnee. Gewaltige Wassermassen stürzten zu Tal.

Infolge Reißens des Förderseils ist auf der Zeche Fürst Hardenberg" bet Dortmund ein Förderkorb n den Schacht gestürzt. Dabet wurden neun Bergleute getötet.

Eine gewaltige Ueberschwemmung hat etwa 100 Ortschaften und Dörfer im Westen des nordamerikants schen Staates Wisconsin heimgesucht. Ungefähr 40 Per­sonen sind ertrunken, und viele Ortschaften bilden nur noch Trümmerhaufen; der angerichtete Schaden wird auf viele Millionen geschäßt.

Der neue Justizpalast in Köln, Preußens größtes Verwaltungsgebäude, ist am Sonnabend in Anwesen­heit des Justizministers Dr. Beseler und des Ministers der öffentlichen Arbetten v. Breitenbach eingeweiht worden.

Und nun," sagte er, werde ich zahlen, und dann wollen wir zur Erholung noch eine Spazierfahrt un­ternehmen."

Das Denkmal für Friedrich Paulsen, das die deutsche Oberlehrerschaff von dem Bildhauer Erich Schmidt- Kestner auf dem Fichteberg in Steglitz bet Ber­Iin feßen ließ, wurde Sonnabend mittag mit einem Festakt enthüllt.

" Du kannst mir einen Gefallen tun," bat Felicia, Indem sie thr silbernes Seitentäschchen öffnete und ein Portemonnate hervorholte. Ich habe gestern etwas Geld erhoben und dabei mehrere Tausendmarkscheine erhalten. Bitte, nimm diesen und wechsle ihn mir bet bteser Gelegenheit!"

Volkswirtschaftliches.

Ein neuer Lohntarif für die Buchdrucker. In dem Tarifausschuß der deutschen Buchdrucker wurde am Sonnabend nach 14tägiger Verhandlung ein neuer Lohntarif für die Dauer von fünf Jahren abgeschlossen. Nach dem Tarif wird der Gehilfenschaft u. a. eine Lohn­erhöhung um 10 Prozent und eine wöchentliche Verfür­zung der Arbeitszeit um eine halbe Stunde bewilligt. Die Lotalzuschläge auf Orte mit besonders verteuerten Lebensbedingungen sind nach dem Ortsklassenprinzip des Reichsbesoldungsgesetzes geregelt. Ferner wurde die allgemeine Einführung des Berechnens an den Set­maschinen zugestanden und die Arbeitszeit an den Seß­maschinen für alle Systeme und für alle Betriebsarten einheitlich geregelt. Auch über eine wirksame Bekämp­fung der Schleuderkonkurrenz wurde eine Uebereinstim­mung erzielt.

Die Berliner Fleischergesellen haben einen Lohn­kampf eröffnet und mit sogenannten partiellen Streits begonnen.

Das Luftschiff Schwaben", das Sonntag vormittag pon Baden eine Fahrt nach Stuttgart gemacht hatte, ftteg nachmittags mit zwölf Personen an Bord zu seiner hundertsten Passagterfahrt auf. Aus diesem Anlaß war das Schiff mit Flaggen und die vordere Gondel mit einem Lorbeerfranz geschmückt.

Ste reichte Frit etnen braunen Schein, und dieser winkte den Oberfellner berbet und händigte ihm nach Vorlegung der Rechnung den Schein aus.

Ein deutscher Ballon Sieger im Gordon- Bennett: Fliegen. Der Ballon Berlin II" ist am Sonnabend früh etwa 440 Meilen von Kansascity entfernt mitten in der Wildnis gelandet. Da er vor seinem nächsten Mitbewerber 70 Meilen voraus hat, ist er als Steger

Ein deutscher Gemeindebeamten- Bund. Als Ergeb­nis der gegenwärtig in München stattfindenden Ver­handlungen des Ersten deutschen Beamtentages ist die erfolgte Gründung eines Deutschen Gemeindebeamten­Bundes" zu verzeichnen. In dem Bunde sind fast alle deutschen Staaten vertreten.

Einen Augenblick, mein Herr!" sagte der Befrackte mit der Miene eines Herablassenden Fürsten, verbeugte sich und verschwand zum Zwecke des Wechselns.

Vermischtes.

Entdeckung eines Selbstmörderklubs. Ein Selbst­mörderklub, der sich im Anfang dieses Jahres gebildet hatte, ist in der Stadt Kurst entdeckt worden. Einige überraschende Selbstmorde in letzter Zeit, die großes Aufsehen erregten, sind auf den Klub zurückzuführen. Die Behörde fand eine Liste, auf welcher die Lebens­überdrüfstaen mit Namen, Stand und Alter verzeichnet waren. Auffallend ist besonders die große Zahl der weiblichen Mitglieder. So hatten sich in letzter Zeit vier Gymnasiastinnen, Mitglieder des Klubs, entleibt.

Friz ergriff Felicias schöne, schmale Hand und schaute ihr tief in die Augen. Wie lange hatten sie sich nach einer ruhigen, stillen Stunde gesehnt, und nun trübte ein wehmütiges Gefühl das reine Glück dieses friedlichen Beisammenseins! So faßen sie geraume Beit, ohne ein Wort zu sprechen. Dann wunderte er sich, daß man in einem solchen Etablissement so lange brauchte, um eine Banknote zu wechselit. Unruhig blickte er sich um. Der Oberkellner war nicht zu sehen; statt dessert hatte sich eine Schar Kellner wie in einem Kranz in der Nähe des Paares versammelt. Frizz rief einen heran.

" Was ist denn das? Wie lange soll ich warten, bis ich mein Geld herausbekomme?"

Erbauliches von der französischen Marine. Daß es schon längst auf der verunglückten Liberte" nicht ganz geheuer war, scheint aus Aeußerungen hervorzugehen, die ein noch nicht genannter Unteroffizier des Schiffes einem in Rennes erscheinenden Blatte zufolge, fürz­Itch getan haben soll. Schon lange ahnte ich", so er zählte der Mann, daß auf der Liberte" ein unglück im Anzuge sei. Bu meinem Kameraden, der bet der Katastrophe umfam, hatte ich damals gesagt: Ich habe den Kapitän gebeten, mich auf ein anderes Schiff zu versetzen, weil ich mich auf der Liberte" nicht mehr in Sicherheit fühlte. Es gab an Bord Dickköpfe, denen man alles zutrauen konnte. Auf Rundgängen an Bord hat­te ich wiederholt kleine Zettel an allen möglichen Orten angeklebt gefunden, auf denen die Worte standen:" Die Liberte" wird auffliegen!" Der Kapitän schlug die Warnungen in den Wind und bestrafte die Leute wegen threr mancherlei Disziplinwidrigkeiten nur sehr milde. So kam es denn, daß die Manneszucht anstatt allmäh­Itch immer straffer zu werden, immer mehr nachließ." Ungescheut gingen die Mannschaften zum Beispiel mit offenem Lichte in die Munitions- und Pulverräume, so daß jeden Tag eine Explosion hätte vorkommen können, auch wurde überall an Bord geraucht, auch an den Dr­ten, wo dies ausdrücklich verboten ist. Ich sagte das alles schließlich dem zweiten Offizter und erreichte end­lich meine Versetzung, da ich für meine gesunden Kno­chen fürchtete. Das genannte Blatt fügt hinzu, daß der betreffende Unteroffizier speziell mit der Aufrechterhal= tung der Disziplin an Bord betraut war.

" Warten Sie noch ein bißchen," sagte der Angere­dete nicht gerade sehr höflich.

" Ach was, warten! Wir haben noch andere Dinge zu tun, als hier zu sitzen. Rufen Sie mir den Wirt herbet!"

Der Kellner entfernte sich. Er schten den Herrn nicht zu finden, denn er kam nicht wieder.

Auch Felicia gab jetzt ihren Unmut über die Ver­zögerung zu erkennen. Frizz wurde ärgerlich und er­hob sich.

Da öffnete sich die Tür und der feiste Wirt, der das Aussehen eines vornehmen Diplomaten hatte, trat in Begleitung eines großen, schlanken, energisch blik­kenden Herrn ein.

Dieser ging d'cht an Fritz heran und sagte in be­stimmtem Ton:" Ich muß Sie bitten, mir nach dem Polizeipräsidium zu folgen!"

Frizz glaubte, nicht recht gehört zu haben. " Wie?" fragte er verdutzt. Und als der Herr mit den Achseln zuate, gewann er seine volle Fassung wie­

Eine Friedensausstellung in Rom. Eine Fronte des Schicksals hat es gewollt, daß die erste historische Friedensausstellung gerade dieser Tage eröffnet wor= den tst; daß aber zum Ort der Ausstellung gerade Rom ausersehen wurde, darf wohl als ein besonderer Wit der Weltgeschichte betrachtet werden. Die Ausstellung hat in einigen Hallen der römischen Universität ihren Blaz gefunden und die Anhänger des emigen Weltfrie­dens, die zu threr Eröffnung herbeigeeilt sind, kamen

der und fuhr fort: Ich bin übrigens nicht gewöhnt, mtt femand zu sprechen, der sich mir nicht vorgestellt hat. Wer sind Sie überhaupt?"

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Der Herr faßte in die Tasche und zeigte seine Er­kennungsmarke. Sie gestatten, Polizeikommissar von Bardekow!"

Aber was wünscht man denn von mir? Und vor­erst muß ich doch mein Geld wiedererhalten."

Eben darum handelt es sich. Den Schein werden wir nach dem Präsidium mitnehmen."

Frizz dämmerte etwas. Mein Gott," sagte er er­schrocken, sollte das einer der bei mir gestohlenen Scheine sein?"

Sie sind Herr von Marleben selbst?" fragte der Kommissar ungläubig.

Allerdings!" versetzte Friz, zog sein Portefeuille und legitimierte sich durch verschiedene Papiere. Der Beamte wurde sehr höflich. Und fene Dame dort?" fragte er leise.

Ist meine Braut, etne Amerikanerin, Fräulein Felicia Molesworth."

,, Aber wie in aller Welt, Herr von Marleben, kom­men Sie zu diesem Schein, dessen Nummer durch die im Polizeibericht angegebenen Ziffern leicht festzustellen

war?" Das ist mir selbst ein Rätsel. Meine Braut hat ihn mir vorhin gegeben."

Felicia wurde ins Gespräch gezogen, und sie nannte das Bankgeschäft, in dem sie gestern nachmittag auf ei­nen Scheck das Geld erhoben hatte.

" Dann wird es das beste sein, wir fahren sofort dorthin," erklärte der Beamte.

Fritz war damit einverstanden und alle dret woll­ten sich entfernen.

Und die Rechnung?" fragte der Oberkellner.

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