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Beträgen, wie 5 M 45 S, bis zu den größten Summen, dte sich nach Millionen berechnen. Die Firma Thyssen & Co. und Thyssen senior sollen etwa 20 Millionen Mark Forderungen angemeldet haben. Von den anderen größe ren und interessanteren Forderungen sind ferner zu erwähnen: 4,43 Mill. Mart von Dr. Borchardt, dem früheren Generalbevollmächtigten von Thyssen junior, 200,000 Mart von der Volksbank in Hamburg, 7,3 Millionen Mark von der Schwester des Gemeinschuldners( wird zurüdgezogen) usw.
Die Tragödie eines Schiffsarztes. An Bord des Norddeutschen Lloyddampfers„ George Washington" überfiel auf der Fahrt von Neuyork nach Plymouth ein Amerikaner, der als Passagier der zweiten Klasse reiste, den Asststenzarzt des Schiffes, Dr. Bogtherr, der ihn nach dem Lazarett bringen wollte, da er bei dem Amerikaner Ausbrüche von schwerem Verfolgungswahnsinn festgestellt hatte. Der Amerikaner glaubte sich von Agenten der„ Schwarzen Hand" verfolgt, die die Absicht hätten, ihn zu töten. Es gelang dem Amerikaner, sich den Händen des Arztes zu entwinden und ihm einen Dolch in den Rüden zu bohren. Der Stich war so heftig, daß die Lungen des Arztes schwer verletzt wurden. Das Befinden des Arztes gibt zu ernsten Besorgnissen Anlaß. Die Passagiere, die auf Deck der entJeglichen Szene beiwohnten, erzählten, der Geisteskranke habe geglaubt, er solle über Bord geworfen werden.
Von Hebzehn Primanern drei durch Selbstmorde geendet. Noch sind wir nicht über den Eindrud hinweg, den der Selbstmord der beiden Ratiborer Obertertianer und der des Untertertianers aus Halle gemacht hat, und schon lenkt etwas Neues unsere Aufmerksamkeit auf sich, das ge eignet ist, noch viel mehr Unruhe zu erwecken. Der Direk tor des Königin- Karola- Gymnasiums zu Leipzig berichtet nämlich in dem„ Jahresbericht der Schule", daß sich wäh rend des letzten Schuljahres drei von den siebzehn Oberprimanern das Leben genommen haben. Er schreibt wörtlich: In der Nacht vor Beginn des neuen Schul'ahres schied der Oberprimaner Friedrich Hammer, als vierter nach 1 a versetzt, Inhaber einer vollen Freistelle und eines föniglichen Stipendiums von hundert Mart, freiwillig aus dem Leben. Was eigentlich ihn zu dem traurigen EntSchluß getrieben hat, wird wohl nie aufgeklärt werden; es scheint, als habe er durch ungeeignete Lektüre das inWir werden des liebensnere Gleichgewicht verloren.
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würdigen, begabten Schülers, an dessen Beisetzung sich die Schule auf den bestimmten Wunsch der Angehörigen nicht beteiligte, immer gern, wenn auch mit Wehmut gedenfen. Am 9. Januar 1911 starb der Oberprimaner Werner Naundorf, einer der begabtesten Schüler, die das Gymnasium bisher gehabt hat, durch elgene Hand. In elnem hinterlassenen Briefe hat er ausdrücklich bekundet, daß die Tat mit dem Schulleben in keinerlei Zusammenhang stehe. Die Aufzeichnungen ergaben, daß N. Kraft In und Mut zum Leben verloren zu haben glaubte. der Nacht vom 31. Januar zum 1. Februar endete der Oberprimaner Erich Pöschmann sein Leben durch einen Sturz aus dem Fenster. Nach einer Mittellung des tief beklagenswerten Vaters scheint er nach harten inneren Kämpfen den Mut zum Leber verloren zu haben", anderseits hat er in seinen hinterlassenen Abschiedsworten ausdrücklich ausgesprochen, daß die Schule an dem traurigen Ereignis durchaus unbeteiligt ist. Pöschmann war ein sehr begabter Schüler, der bei der Reifeprüfung 1 bis 2 a erhalten haben würde und zu den besten Hoffnungen berechtigte. Wir werden dem so früh Geschiedenen ein freundliches Andenker bewahren."
Der Schatz im Fischernes. Holländische Fischer fanden in dem sogenannten Logger- Meer, unweit der Stelle, wo vor einigen Wochen, wie erinnerlich, die beiden deutschen Luftschiffer Kayser und Schröder mit dem Ballon„ Krefeld" verunglückten, in ihren Nezzen zwei goldene Ringe gezeichnet D. G.", und einen Reichsbankschein über 100 Mark. Die Annahme, das diese Funde den beiden LuftSchiffern gehörten, hat sich bestätigt, und zwar sind der Geldschein und die Ringe Herrn Schröder in Krefeld übermittelt worden, der bekanntlich bei dem Unfall mit einer Verwundung davon kom, während Kayser sein Leben einbüßte.
Neuer Bierkrieg in München. Auf die jüngsten und die noch ausstehenden Schenkkellner- Brozesse hin sind die Münchener Wirte sehr ungemütlich geworden, und die Saalbesitzer suchen sich für das verbotenc„ Bortenmachen" durch Zuschläge aller Art zu entschädigen. Einzelne verlangen von Vereinen von jetzt ab, abgesehen von der Lustbarkeitssteuer, bis zu 50 Mark Saal- oder Nebenzimmermiete, unter Erhöhung des Bierpreises und Garderobengeldes, und fordern überdies die Garantie eines ziemlich hohen Bierabsages. Ein Teil der Münchener Presse ermahnt bereits das Publikum, die Münchener Wirte einfach sizzen zu lassen.
Spiritistische Ueberführung eines Mörders. Die Verurteilung eines wegen Mordes Angeschuldigten auf Grund einer hellseherischen Vision, die soeben vor einem ameritanischen Schwurgericht Ereignis geworden, dürfte in der Gerichtspraxis bisher wohl ohne Gleichen sein. Es han= delt sich um einen Farmer namens William Strong, der sich vor dem Schwurgericht in New- Jersey auf die Anklage, Seine Frau ermordet zu haben, zu verantworten hatte. Als Belastungszeugin stand ihm das Medium Pauline Gerard gegenüber, auf deren Aussage die Geschworenen trok des Protestes des Verteidigers den Angeklagten schuldig sprachen. Strong hatte sich überreden lassen, die Hellseherin aufzusuchen, ohne zu wissen, daß hinter einem Schrank des Wohnzimmers zwei Detektivs versteckt waren, die als Zeugen dem Verlaufe der Sigung beiwohnten. Wie Frau Gerard vor Gericht bekundete, hatte sie in Trance den Mörder der Frau ihres Besuches als einen Mann beschrieben, der eine Brille trug und blonde Haare hatte. Er saß lange Zeit auf der Leiche, hatte die Frau in ersichtlichem Entsetzen über die grauenhafte Situation hinzugefügt. Bei diesen Worten war Strong nach der Befundung der beiden verborgenen Zeugen der spiritistischen Sigung zusammengebrochen und hätte aufschluchzend befannt, daß der Mörder, den sie beschrieb, er selbst gewesen. Vor Gericht behauptete Strong, daß ihm das Bekenntnis in der Hypnose, in die ihn Frau Gerard versetzte, entlockt worden war. Obwohl der Verteidiger das Anklageverfahren, das sich der fragwürdigen Beihilfe einer als ge= werbsmäßige Schwindlerin zu bezeichnenden Spiritistin bedient hatte, als die Grenzen des Erlaubten weit überschreitende Ungehörigkeit kennzeichnete, sprachen die Geschworenen den sechzigjährigen Angeklagten schuldig, den den Gerichtshof zu dreißig Jahren Gefängnis verurteilte.
Flottenvereins- Sonderfahrt zur Turiner Weltaus: stellung. Um seinen Mitgliedern Gelegenheit zu geben, cine größere Seereise auf einem Uebeseedampfer zu ma chen und um die Weltausstellung in Turin zu besuchen, veranstaltet der Hauptausschuß des Deutschen Flottenvereins eine Sonderfahrt, die am 8. Mai in Bremerhaven ant Bord des Lloyddampfers Yord" ihren Anfang nimmt. Auf dieser Fahrt werden Rotterdam, Antwerpen( dreitägiger Aufenthalt), Southampton, Gibraltar und Algier angelaufen. Es wird Gelegenheit sein, diese Hafenstädte unter sachfundiger Führung zu besichtigen. Am 16. Mai erfolgt die Ankunft in Genua. Nach Besichtigung dieser Stadt wird am 17. Mai die Weiterfahrt nach Turin fortgesetzt. Für den dreitägigen Aufenthalt in Turin hat der deutsche Reichsfommissar Geheimer Regierungsrat Professor Busley ein Er sehr inhaltreiches Programm in Aussicht genommen. ladet u. a. die Teilnehmer auch zu einem Frühstück im Deutschen Restaurant der Ausstellung ein. Der Preis dieser Fahrt beträgt einschließlich Verpflegung, Unterbrin= gung, Dampfer- und Eisenbahnfahrten 1. Kl., Besichtigungen, Ausflüge 425 M. Die Reise endigt in Turin. Ausführliche Programme sind vom Geschäftszimmer des Hauptausschuffes für Berlin und die Mark Brandenburg des Deutschen Flottenvereins Berlin W 85, Schöneberger Ufer 30 I, fostenlos zu beziehen. Der Anschluß unterwegs ist möglich. Auch Damen tönnen an der Reise teilnehmen. Die Anmeldungen müssen möglichst zeitig erfolgen, spätestens bis zum 19. April, da am 20. April die Plätze an Bord des Yord" belegt werden müssen.
Ein Aprilscherz von Primanern. Dem B. T." wird geschrieben: In Osterode am Harz gelang es den Primanern des dortigen Realgymnasiums ihre Lehrer folgendermaßen in den April au schicken. Sie verfertigten eine le= bensgroße Puppe, setzten thr eine Brimanermüße auf und hingen dieses Monstrum während der Nacht auf dem Schulhofe hoch oben in einem Baume auf. Darunter wurde ein Brief gelegt mit den Worten: Da ich Ostern nicht versetzt werde, konnte ich nur diesen Schritt wählen." Im Lehrerkollegium herrschte am anderen Morgen beim Anblick des schwebenden Menetekels große Aufregung, man wurde aber schließlich den Scherz gewahr und am Nachmittag sah man zum Gaudium des ganzen Städtchens den Stadtpo Itzisten mit einem Polizeihund von Haus zu Haus laufen. Nach Enthüllung der Freveltat wurden die Herren Primaner vom Direktor auf vier Stunden in den Arrest ge= schickt.
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Falsch aufgefaßt.( Vor Gericht.) Richter zu einem in einer Körperverletzungsfache geladenen Zeugen:„ Was hat der Angeklagte zu Ihnen gesagt?" Benge:„ Er schlägt mir das Dach ein." Richter:" Sind Sie Hauswirt?" Kindliches Spiel. Herr:„ Was spielt Ihr da, Kinder?" Klein Else: Wir spielen verkaufen! Olga ist die Verfäuferin, ich bin Käuferin... Herr:„ Und May, der dabet fibt und ein so böses Gesicht macht?" Klein Else:,... Das ist der Papa, der alles bezahlen muß."
Ein Festtag in Württemberg.
Zur filbernen Hochzeit bes württembergischen Königspaares. Am 8. April find es 25 Jahre, daß sich der damalige präsumtive Thronfolger, der jetzige König Wilhelm II, von Württemberg, in zweiter Che mit der Prinzessin Charlotte zu Schaumburg- Lippe vermählt hat. Jedermann wußte, daß der Prinz seine vier Jahre früher verstorbene Gemahlin, die Prinzessin Marie zu Waldeck und Pyrmont, mit der ihn die innigste Liebe verbunden hatte, noch immer aufs schmerzlichste betrauerte und sich zu einer neuen Verbindung nur im Bewußtsein entschloß, daß es eine Fürstenpflicht zu erfüllen galt. Das evangelische Württemberg wußte seinem fünftigen Könige dafür warmen Dank; war doch damit von neuem die Möglichkeit einer Fortpflanzung der evangelischen Linie des württembergischen Königshauses geboten eine Hoffnung, die sich leider nicht erfüllen sollte.
Das württembergische Königspaar fühlt sich etns in der Netzung zu einer schlichten Lebensführung von bürgerlich vornehmen Zuschnitt. Das hat sich sofort beim Re gierungsantritt Wilhelm II. gezeigt, als er das riefige Kö nigsschloß zu beziehen verschmähte und in seiner vorher schon innegehabten Privatbehausung, dem sogenannten Wilhelmspalast, wohnen blieb. Die Pflichten der Reprä= sentation werden erfüllt, soweit es eben die Würde der Krone erheischt, aber von Freude an irgendwelcher Prunkentfaltung ist keine Rede. Die stattliche Erscheinung des Monarchen ist kaum einem Bewohner der Residenz fremd. Obgleich Wilhelm II. im Lande große Sympathien genießt, wird er doch auf seinen Gängen vom Publikum mehr neugierig angeſtarrt als ehrerbietig begrüßt: das ist nun einmal die formlose Art der Schwaben. Man kann dem König ohne jede Begleitung an allen Enden und Ecken der Stadt begegnen. Häufig, zumal zur Weihnachtszeit, besucht er die großen Magazine der Stadt, um selbst Einkäufe zu machen. Wenn er dabei auch keinen offiziellen Gesellschafter bei sich hat, so trotten dafür unfehlbar seine beiden weißen Spitze vor oder hinter ihm her.„ Sauspitzer" nennt sie das Volk mit gutmütiger Respektlosigkeit. Es heißt, daß die zwei reizenden, aber etwas gar zu tempe= ramentvollen Tiere schon manchmal thren hohen Herrn genötigt haben, Schadenersatz für zerriffene Hosen zu leisten. Auch die Königin, eine Freundin jeglichen Sports, mischt sich gerne, radelnd wie rodelnd, unter das Volk.
Dem König ist nur ein Kind aus erster Ehe geblieben: die mit dem Fürsten Friedrich zu Wieb vermählte Prinzeffin Pauline. Der Vater hängt an seiner Tochter wie an seiner Enkelin mit außerordentlicher Zärtlichkeit, und die fürstlich Wiedsche Famille fehrt immer wieder zu Gast am württembergischen Hoflager ein.
Prunkvolle Festlichkeiten werden zur silbernen Hochzeit von König Wilhelm II. und Königin Charlotte nicht veranstaltet werden. Das wäre zu wenig im Sinne des Jubelpaares. Um ihm auch einen äußeren Beweis ihrer Liebe darbringen zu können, haben sich die Württemberger etwas anderes ausgedacht. Von einem sich über das ganze Land erstreckenden Blumentag großen Stils verspricht man sich einen reichen Ertrag, der den Majestäten zu wohltätigen Zwecken zur Verfügung gestellt werden soll. Damit wird ihnen gewiß die ihrem Geschmack am besten entsprechende Festfreude berettet werden.
Die Huldigungsfahrt des Grafen Zeppelin zur Feier der silbernen Hochzeit des württembergischen Königspaares, die zunächst infolge des überaus ungünsti= gen Wetters stark in Frage gestellt war, ist am Freitag wie wir schon kurz meldeten, doch zur Ausführung gekommen und hat eine sinnige und würdige Einleitung der dem Königspaar im ganzen Lande darzubringenden Huldigungsafte gebildet. Um 8 Uhr 25 Minuten stieg das Luftschiff unter Führung des Grafen Zeppelin in Friedrichshafen empor. Kurz nach 10 Uhr wurde es in Biberach gesichtet; es hatte in der dortigen Gegend gegen einen sehr starken, wohl 6 bis 8 Sekundenmeter messenden Nordwind anzukämpfen, und kam infolgedessen ziemlich langsam vorwärts. Um 10 Uhr 45 Minuten passierte das Luftschiff Ulm und nun ging es in rascher Fahrt der Residenzstadt zu. In Stuttgart hatte sich auf dem Schloßplaße und in seiner Umge= bung, besonders aber vor dem Residenzschlosse eine große Menschenmenge eingefunden. Um 11 Uhr betrat das Königspaar mit den Mitgliedern der Königlichen Familie und den eingetroffenen Fürstlichkeiten den Balkon des Schlosses. Beim Erscheinen des Königspaares brach das Publikum in begeisterte Hochrufe aus. Um 31 Uhr tauchte
der Luftkreuzer hinter den Türmen der Stiftskirche auf. Unter dem stürmischen Jubel der Menschen flog er in wunderbar schöner Fahrt über den Schloßplay in gerader Richtung auf die Jubiläumsfäule au, unmittelbar vor diefer schwenkte er ab und fuhr bei den Klängen einer MiIttärkapelle in mäßiger Höhe über den Schloßplatz hinweg, das Königspaar durch Neigen der Spizze begrüßend. Gleich zeitig wurde aus der Passagierkabine des Luftschiffes das an einem fallschirmartigen Gestell befestigte Blumenarrangement herabgeworfen, als Huldigung des Grafen Zeppe lin und der Stadt Friedrichshafen. Mit lebhaftem Interesse verfolgten das Königspaar und seine Gäste die Fahrt des Luftschaffes, das in langfamem Fluge nach Cannstatt verschwand. Das Luftschiff nahm um 1 Uhr auf den Cannstatter Wasen eine Zwischenlandung vor, wobei eine Auswechselung der Passagiere zur Weiterfahrt nach Baden- Ba den vorgenommen wurde. Nach 1% stündigem Aufenthalt des Luftschiffes stieg es um 2 Uhr unter Führung von Dr. Edner zur Fahrt nach Baden- Baden auf. Graf Seppelin verblieb in Stuttgart. In Baden- Baden landete das Luftschiff kurz nach 4 Uhr. Zur Begrüßung hatte sich der Oberbürgermeister auf dem Landungsplatz eingefunden. Zehn Passagiere hatten die Fahrt mitgemacht.
Drahtnachrichten und neuestes.
Wünsche der Landwirte des Rheinlandes. Cöln. 8. April. Während einer mehrtägigen Sibung des Zentralvorstandes der landwirtschaftlichen Vereine für Rheinpreußen sprach man sich für Zwangsversicherung der Viehbefizer gegen Maul- und Klauenseuche aus. Die gegenwärtigen Fleischpreise wurden als im großen Mißverhältnis zu den Viehpreisen stehend bezeichnet. Lettere seien verhältnismäßig gering. Eine regelmäßige Veröffentltchung der Vieh- und Fleischpreise wurde als erwünscht angesehen.
Ausschreitungen streikender Grubenarbeiter.
Siegen, 8. April. Zwischen den Ausständigen der belden Gruben Sizilta und Siegena und den Beamten ist es zu schweren Zusammenstößen gekommen, die bedrohliche Formen annahmen. Telegraphisch wurde Gendarmerie herbeigerufen. Zwischen den Ausständigen und der Polizei fam es zu einem Kampf, bet dem dte Ausständigen von ihren Revolvern Gebrauch machten. Die Villa des Direk tors der Grube wurde durch ein Steinbombardement schwer beschädigt.
Verheerendes Großfeuer.
Wiesbaden, 8. April. In dem Orte Frickhofen bei Hadamar entstand gestern mittag gegen 12 Uhr in der Nähe des Kriegerdenkmals Großfeuer, dem bis jetzt fünf Wohnhäuser zum Opfer gefallen sind. Die Entstehungsursache ist unbekannt. Sämtliche Wehren der Umgegend sind tätig. Bis gegen ahend war es nicht möglich, des Feners Herr zu werden. 37 Personen sind obdachlos.
Eine Probefahrt des neuen M. 4.
Berlin, 8. April. Mit dem neuen Militärluftschiff M. 4 wurde gestern bei böigem Nordostwind eine Probefahrt unternommen. Während der 13/, stündigen Fahrt war von unbekannten Händen ein großer Heidebrand auf dem Schießplatz verursacht worden. Das alarmterte Schießplaykommando löschte das Feuer, bevor das Luftschiff wieder eintraf. Der Revolver als Spielzeng. Posen, 8. April. Aus Unvorsichtigkeit hat ein 10jähriger Schulfnabe einen verwandten gleichaltrigen Knaben erschoffen.
Den eigenen Sohn erwürgt.
Prag, 8. April. In Nieder- Aehrenberg in Böhmen tam der 65jährige Hausbefiber Franz Liebisch mit seinem 20jährigen Sohne wegen dessen leichtsinnigen Lebenswan= bel in Streit. Als der Sohn seinen Vater angriff, schlug ihn dieser mit einem Bell nieder und erwürgte ihn dann. Darauf stellte er sich selbst der Polizei.
Ernfte Demonstrationen in Portugal.
Lissabon, 8. April. Etwa 100 Angestellte und Arbetter des Marinearsenals veranstalteten vor dem Marineministerium eine Kundgebung gegen den Minister, dem sie Verzögerung der Veröffentlichung einer sie betreffenden Verfügung vorwerfen. Polizei und Bürgergarde, unterstützt von einem Kreuzer, gingen gegen die Manifestanten vor und zerstreuten sie. Einige flüchteten sich an Bord des Kreuzers Sao Gabriel", wo sie verhaftet wurden.
Schweres Gruben unglück in Amerika.
Nenyork, 8. April. In der Dancroffmine in Scranton ( Pennsylvanien) ist Feuer ausgebrochen. 50 bis 75 Bergleute befinden sich noch unter Tage. Es soll kaum eine Möglichkeit vorhanden sein, sie zu retten. Nach einer späteren Meldung soll der Brand im Maschinenhaus ausgebrochen sein. Zurzeit des Ausbruchs des Feuers befanden fich 300 Bergleute unter Tage. Bei der allgemeinen Verwirrung ließ sich bisher nicht feststellen, wie viele fich retten konnten. Das Feuer wütet 750 Fuß tief.
Die geretteten Passagiere der Prinzek Jrene". Neuyork, 8. April. Sämtliche Passagiere des aufgelaufenen Dampfers Prinzeß Irene" wurden gestern nach einem Telegramm des Kapitäns auf dem Dampfer„ Prinz Friedrich Wilhelm" untergebracht.
0 Neuyork, 8. April. Die glückliche Ueberbringung der Reisenden des Dampfers Prinzeß Irene" auf den Dampfer Prinz Friedrich Wilhelm" innerhalb fünf Stunden bedeutet ine Refordleistung. Zunächst wurden die Zwischendeckspassagiere ausgeschifft, um bei etwa losbrechendem Sturm eine Panit zu vermeiden. Der Kapitän der Prinzeß Frene" erklärte einem Pressevertreter, in der Nacht zum Donnerstag habe dichter Nebel geherrscht, weshalb er sehr langsam gefahren sei. Gegen 2 Uhr sei der Nebel gewichen und das Schiff habe mit Volldampf seine Fahrt fortgesetzt. Gegen 4 Uhr sei der Dampfer dann aufgelaufen.
Heftige Bombenexplosion.
Neuyorf, 8. April. Eine heftige Bombenexplosion fand in der 45. Straße statt. Zahlreiche Hotels in der Umgebung der Explosionsstelle wurden erschüttert. Tausende von Hotelgästen stürzten erschreckt auf die Straße. Der angerichtete Schaden ist jedoch gering.
Bandel und Gerkebr.
Frankfurt, 6. April. Viehmarktpreise. Preise für 1 Zentner Kälber: a) Doppellender, feinste Mast( Lebendgewicht) M( Schlachtgewicht) M, 6) feinste Mast( Vollmilch- Mast) und beste Saugfälber( Lebendgewicht) M 62 bis 66,( Schlachtgewicht) M 103-110, c) mittlere Mast- und beste Saugfälber( Lebendgewicht) M 55-61,( Schlachtgewicht) M 93-103, 5) geringere Saugfälber( Lebendgewicht) M 50 bis 54,( Schlachtgewicht) M 85-92. Schafe: A. Stallmastschafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Lebendgewicht) M41,( Schlachtgewicht) M 85-86. 6) ältere Masthämmel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe( Lebendgewicht) M( Schlachtgewicht), c) mäßig genährte Hammel und Schafe( Märzschafe)( Lebend= gewicht) M,( Schlachtgewicht) M d) Marschschafe oder -,( Schlachtgewicht) Niederungsschafe( Lebendgewicht) M MB. Weidemastschafe: M. Schweine: a) vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Kilogr. Lebendgewicht( Lebendge= wicht) M 47-49,( Schlachtgewicht) M 60-62, b) vollfleischige Schweine unter 80 Kilogr. Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 47-47%,( Schlachtgewicht) 60-61, c) vollfleischige Schweine von 100-120 Kilogr. Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 46½- 49,( Schlachtgewicht) M 59-61, 6) vollffet schige Schweine von 120-150 Kilogr. Lebendgewicht( Lebend aewicht). 47-49,( Schlachtgewicht). 59-61.


