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Deutscher Reichstag.

8u Beginn der Mittwochssitung wurde bet der Wet­terberatung der Novelle zum Gerichtsverfassungsgesch die Abstimmung über einen am Dienstag vom Abg. Dahlem ( 8tr.) gestellten Antrag wiederholt und der Antrag ange= nommen; er geht darauf hinaus, daß die

Geschäfsverteilung bei den Landgerichten

nicht durch den Präsidenten, sondern durch das Gerichtsple­num erfolgen soll. Zu den die Geschäftsverteilung be= treffenden Paragraphen hatten die Sozialdemokraten einen Antrag gestellt, durch den sie die Zuständigkeit der Straf­tammern durch die Benennung der Anklagen nach bestimm­ten Grundsäßen festlegen wollten. Es wurde in der De= batte darüber von sozialistischer Seite wieder der Vorwurf erhoben, daß im Moabiter Aufruhrprozeß durch eine Um­benennung der Anklage die Verhandlung vor einer be= sonders strengen Straffammer erzielt worden sei. Die Vertreter der verbündeten Regierungen, Geheimrat von Tischendorf und der Generalstaatsanwalt beim Kammerge= richt Supper, legten dar, daß durch den Antrag nur Ver­wirrung geschaffen würde, und daß Willkür auch jetzt aus= geschlossen set. Der Generalstaatsanwalt führte insbeson= bere den Nachweis, daß bei der Zuweisung des Moabiter Prozesses an die dritte Straffammer ordnungsmäßig ver­fahren worden ist, insofern bei der Zuweisung der Sache noch gar nicht festgestanden habe, gegen welche der Mitbetet Itgten etwa noch Anklage erhoben werden würde. In Kon­fequenz eines am Dienstag hinsichtlich der Zivilkammern gefaßten Beschlusses wurde durch Annahme eines freisin­higen Antrages bestimmt, daß auch bei den Straffammern von der

Zuziehung von Assessoren

abzusehen ist. Der Beschluß fam gegen eine sebr geringe Minderheit und gegen den widerholten Einspruch des Staatssekretärs Lisco zustande. Bet den Bestimmungen der Kommission, durch die den

Schwurgerichten

eine Anzahl von Delikten genommen werden soll, die ih= nen jetzt nur wegen der zulässigen Höchststrafe zugewiesen sind, und solche, deren Beurteilung durch Geschworene sich wegen der juristischen Natur nicht eignen, wurde von Set­ten der Linken die Vermutung ausgesprochen, daß man überhaupt die Beseitigung der Schwurgerichte bezwecke. Dieser Auffassung trat sehr nachdrücklich Oberlandesge­richtsrat Schultz entgegen, der darlegte, daß gerade die Freunde des Schwurgerichts für die Abtrennung dieser De= lifte eintreten müßten, um den Bestand der Schwurgerichte zu sichern. Man werde erst in der Zukunft ein Urteil ge= winnen fönnen, ob vielleicht allgemein das Schöffenge­richtssystem der jetzigen Organisation vorzuziehen sei. Je= denfalls bestehe bei den Verbündeten Regierungen

eine Absicht zur Beseitigung der Schwurgerichte nicht, denn bei der gerade jetzt gegen die Schwurgerichte bestehen­den starken Strömung wäre es den Verbündeten Regierun­gen ein leichtes gewesen, sie abzuschaffen. Es folgte nun eine ausgiebige Debatte über die Vorteile und Nachteile des Schwurgerichts, ohne daß indessen nene Gesichtspunke vorgebracht wurden, die eine Verschiebung der bisherigen Wertschäßung der Schwurgerichte bedingten. Der sozialde­mokratische Abg. Heine verstieg sich in der Debatte zu der Behauptung, daß der ganze Essener Prozeß vor 15 Jahren durch die Juristen in die Frre geführt worden set. Die Ju­risten hätten damals von ihrem Rechte einen verbrecheri­schen Gebrauch gemacht. Ein Ordnungsruf durch den Prä­sidenten blieb dafür nicht aus. Die Abstimmung ergab schließlich Annahme der Kommissionsbeschlüsse. Am Don­nerstag geht die Debatte weiter.

Interessantes aus der Debatte über den Militäretat.

In der Budgetkommission des Reichstages wurde am Mittwoch die Generaldebatte über den Militäretat und bie Militärvorlage zu Ende geführt. Es wurde dabei wie­der die Abrüstungsfrage berührt und hervorge­hoben, daß ein Abrüstungsvertrag" mit England allein eine Illusion, eine allgemeine internationale Regelung aber und eine ausreichende Kontrolle über die tatsächliche Innehaltung der Vereinbarungen fast unmöglich ist. In der Debatte betonte ein Sozialdemokrat die drie­dens- und Vaterlandsliebe seiner Parteigenossen und er­kannte den Wunsch der Heeresverwaltung, inbezug auf die moderne Waffentechnik auf der Höhe bleiben zu wollen, als vollständig berechtigt an. Im Falle eines Angriffs= trieges würde kein sozialdemokratisch gesinnter Soldat auch nur einen Augenblic schwanken, seine volle Pflicht zu tun. Das Zentrum legte zum Friedenspräsenzgesetz eine Resolution vor, dahingehend, daß Gesuche um Be= freiung von Militärpflichtigen vom aktiven Dienst aus Billigkeitsgründen, besonders solche von Wit­wen, möglichst wohlwollend behandelt werden, und zur Erleichterung des Verfahrens eine Aenderung des Reichs­militärgesetzes in Aussicht genommen werden möchte.

Nach Schluß der Generaldebatte wurde die Kosten= frage behandelt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf

Der Familienschmuck der Wallutjeffs.

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Roman von Baronin G. v. Schlippenba ch. ( Nachdruck verboten.) Obgleich Witte glaubte, seiner Sache gewiß zu sein, so wünschte er doch sehnlichst, die Steine mit der Lupe untersuchen zu können. Erst nachdem er die beiden von Häuserling angebrachten Striche auf der Rückseite gesehen, bestand für ihn kein Zweifel mehr an der Her­funft der Diamanten.

Ebensolche Steine besitzen Sie nicht, Mr. Arcton," sagte White; erlauben Sie, daß ich Sie auf den Schliff aufmerksam mache, er stammt nicht aus der Jetztzeit. Ich habe glüdlicherweise eine Lupe bei mir; ich bin nämlich Botaniker und benutze die Lupe zum Zählen der Staub­fäden."

White nahm den Ring, und während Arcton eifrig sprach und die Nadel besah, kehrte er den Stein um, und vermittelst der Lupe entdeckte der Detektiv auf der Rück­seite das Zeichen Häuserlings. Auch bei der Nadel fehlte es nicht. Nachdem sich White zu seiner stillen Freude von der Richtigkeit seiner Annahme überzeugt hatte, bot er die Lupe Acton und verwickelte den recht geschwägigen Mann in ein Gespräch, aus dem er erfuhr, daß ein frem­der Herr vor einigen Tagen dagewesen sei und die Ohr­gehänge gebracht habe, damit die Steine in der jetzigen Gestalt umgefaßt würden.

Heute nachmittag um 5 Uhr wollte der Herr wieder­tommen," plauderte Acton aus, er schien etwas sonder= bar zu sein."

Wie so?" fragte White, anscheinend ruhig, obgleich er auf die Antwort sehr gespannt war.

Er hatte etwas Zerfahrenes in seinem Wesen, auch

jonst fiel mir manches auf."

,, Nun, was zum Beispiel?"

" Er hatte sehr helle, etwas schräg nach der Nasen­wurzel hin gestellte Augen und trug das Haar tief in

141,4 Millionen. Davon werden für 1911 angefordert 3,7 Millionen an fortdauernden und 4,2 Millionen an einmaligen Ausgaben. Jm Durchschnitt entfällt auf je­des Jahr bis 1917 eine Mehrbelastung von 28 Millionen Mart. Hinsichtlich der Deckungsfrage war der Referent der Ansicht, die Erträgnisse der neuen Steuern würden sich in den nächsten Jahren wohl hinreichend steigern. Der Reichsschatsekretär wies gegenüber der Annahme des Referenten darauf hin, daß die Vorlage nur 104 Millionen M Gesamtkosten, davon 21,8 Millionen fortdauernde und 82,4 Millionen einmalige Ausgaben vorsehe. In den nächsten Jahren seien gewisse finanzielle Schwierigkeiten wohl unvermeidlich; nach der Gesetzesvor lage unterlägen jedoch die Feststellungen der Präsenzstärke und der weiteren Ausgaben in den nächsten Jahren der Genehmigung im Reichshaushaltsetat. Der Kriegs= minister schloß sich diesen Darlegungen rückhaltlos an; die Heeresverwaltung werde sich im Rahmen der gege­benen finanziellen Möglichkeiten halten. Der Reichsschatz­sekretär fügte noch hinzu, voraussichtlich würden die Zölle und Steuern noch weitere Mehreinnahmen bringen. Die Post mürde 1912 wahrscheinlich wieder ein gutes Plus chwerfen. Demgegenüber ständen allerdings neben der Militärvorlage die neuen Ausgaben für die Flotte und einige andere Erfordernisse.

Eine Wendung in der Krosigk- Mordaffäre?

Dem ,, Berl. Lot.- Anz." wird aus Gumbinnen be­richtet: Der unter dem Verdacht der Mittäterschaft an der Ermordung des Rittmeisters Krosigk im Untersuch­ungsgefängnis in Hannover untergebrachte Arbeiter Fi= scher wird in den nächsten Tagen nach Gumbinnen über­geführt werden. Wie es heißt, soll das Ergebnis der an­gestellten Ermittelungen den Verdacht gegen ihn sehr verstärkt haben. Zu den Belastungsmomenten gegen ihn sind als neues Material die Angaben der taubstum­men Cheleute Schlopies in Gumbinnen gekommen, die sich jetzt auf weitere genauere Einzelheiten der Vorgänge be­sinnen. Der in den Abendstunden des Mordtages in ihre Behausung eingedrungene Soldat soll ein Dragoner ge= wesen und durch das Fenster in die Wohnung gekommen sein. Er hätte sich durch keinerlei Gebärden verscheuchen lassen und habe den Eindruck erweckt, als ob er etwas auf dem Gewissen habe. In Gumbinner militärischen Krei­sen ist man der Ansicht, daß Fischer von Hannover zunächst in das Garnisongefängnis in Insterburg und von da spä­ter zur Konfrontation mit den Schlopiesschen Eheleuten nach, Gumbinnen übergeführt wird.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Ser Kaiser nahm an dem gestrigen Hofball einer Er= fältung wegen nicht teil. Die militärische Feier, die am heutigen Donnerstag in Potsdam anläßlich des Dienst­antritts des Prinzen Joachim in das Erste Garderegiment zu Fuß stattfinden sollte, ist aus dem gleichen Grunde ab= gesagt worden.

Keine Romreise des Kaisers. Die ,, Norddeutsche All­gemeine Zeitung" schreibt: In der Presse werden Gerüchte über einen bevorstehenden Besuch des Kaisers beim Papste verbreitet. Wir möchten demgegenüber bemerken, daß wie in früheren Jahren ein Aufenthalt auf der Insel Korfu geplant ist. Die an diese Reise geknüpften wei­teren Kombinationen sind nicht zutreffend.

Eine Herbstsession des Reichstags? Nach Mitteilung einer Berliner Korrespondenz soll die Reichsregierung alles daran setzen, um der Schiffahrtsabgabenvorlage noch in diesem Reichstage zur Annahme zu verhelfen. Sie hat sich zwar überzeugt, daß die Vorlage im Laufe der gegen­wärtigen Tagung nicht mehr verabschiedet werden könne; sie hofft aber, daß es ermöglicht werden wird, den ster­benden Reichstag noch einmal im Oktober einzu= berufen und alsdann die Schiffahrtsabgabenvorlage durchzusetzen.

Die große landwirtschaftliche Woche in Berlin wurde am Mittwoch durch die Konferenz der Vorsitzenden der Preußischen Landwirtschaftskammern eingeleitet. Anwe­send waren der Landwirtschaftsminister und mehrere Ver­treter des Landwirtschafts- und Finanzministeriums, außerdem insgesamt 52 Vertreter der preußischen Land­wirtschaftskammern, sowie die Vertreter einiger weiterer Korporationen. Ten Vorsitz führte Graf von Schwerin­Löwitz. Die Verhandlungen sind vertraulich.

Einen Antrag auf geheime Wahl bei Stadtverord­netenwahlen hat das Zentrum im preußischen Abgeord= netenhause eingebracht.

die Stirn, beinahe bis zu den Brauen gefämmt. Als ich ihm das Maß zum Ring nahm, wunderte ich mich über seine ungemein langen, behaarten Hände."

,, Ach so," sagte White, ein gelangweiltes Gähnen unterdrückend, aber ich komme erst jetzt dazu, Ihnen einen Ring zu bestellen, was der eigentliche Zweck meines Eintretens in Ihren Laden war, Mr. Arcton."

White bestellte einen bescheidenen Ring mit einem kleinen Saphir, den er selbst abholen wollte, dann ent­fernte er sich.

Endlich einen Schritt vorwärts," dachte er mit Be­friedigung.

Gegen 5 Uhr stand White in einer seiner vielen Ver­fleidungen in der Nähe des Actonschen Geschäfts. Er brauchte nicht lange zu warten. Eine Droschke hielt vor dem Laden; sofort wußte der Geheimpolizist, daß der Ge­suchte ihr entstieg.

Während er bei Acton war, sah sich White nach einer zweiten Droschte um. Er fand sie, stieg ein und hieß den Kutscher hundert Schritte von dem Laden entfernt halten. Bald darauf kam Meyer aus dem Laden und setzte sich in sein Fuhrwerk, White folgte in einiger Entfernung. Ziemlich lange währte die Fahrt. In einer Straße im Süden der Stadt hielt endlich die Droschke vor einem Hause mit der Nummer 250. Meyer stieg aus, bezahlte den Kutscher und verschwand im Flur.

Noch an demselben Tage sah Jim Knight die hori­zontalen Striche in der Neuyorker Abendzeitung. Er stellte sich abends in Gravenstreet ein, wo er Whites Wei­sungen empfing.

,, Sie werden genau ausforschen, mit wem Meyer um= geht," sagte der Schweizer, was er treibt und wie er seine Zeit verbringt, auch den Namen, unter dem er sich verbirgt."

Robert White berichtete in einem Brief an den Gra­fen Wallutjeff sofort seine Entdeckung. Es war doch schon

Eine Zazenentrevue in Desterreich? Das Echo de Paris" verbreitet unter Reserve die Nachricht, daß der Zar beabsichtige, einige Wochen in Südfrankreich zuzubringen, und die Reise dahin über österreichisches Reichsgebiet un­ternehmen werde. Aus diesem Anlaß würde eine Be­gegnung zwischen dem Kaiser von Oesterreich und dem Zaren stattfinden.

Gerüchte von der Ermordung des Regenten von China werden von Bariser Sensationsblättern folportiert. Of fizielle Meldungen liegen nicht vor. Der Regent Prinz Tschun, der Vater des fünfjährigen Kaisers Pu- hi, ist seit dem 13. November 1908 Reichsverweser von China.

Kleine Nachrichten.

Der Senior der hessischen Juristen, Oberlandesgerichts­präsident a. D. Friedrich Conradt in Darmstadt, der zugleich Alterspräsident der Ersten Hessischen Ständekammer war, ist am Mittwoch im Alter von 83 Jahren gestorben.

Meldungen über Schneestürme und Verkehrsstörungen werden aus Hinterpommern, Mittelsachsen und dem Rhön­gebirge gemeldet. Auch in Desterreich verursachten wütende Schneestürme vielfach große Verkehrsstockungen. Sibirische Kälte wird von den hohen Observatorien, sowie aus den östlichen Teilen der ungarischen Monarchie gemeldet. In Galizien sind Menschen erfroren.

Das Duell zwischen dem jungen Thyssen und seinem Generalbevollmächtigten, Dr. Borchardt in Berlin, das neulich durch die Schutzhaft des Millionärssohn verhindert war, hat am Mittwoch, wie die National- 3tg." meldet, nun doch stattgefunden. Die beiden Paukanten sind übrigens unverletzt geblieben und nun hat die liebe Seele Ruh.

In der Eisenbahnstation Zarskoje Sselo ist der kaisers liche Pavillon niedergebrannt. Der Schaden ist bedeutend. Ueber die Entstehungsursache konnte nichts ermittelt wer­den. Der Brand erregte in Petersburg großes Aufsehen. Zarskoje Sselo ist bekanntlich die Sommerresidenz der Za renfamilie.

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Ein folgenschwerer Dampferzusammenstoß hat sich ant der Küste von Uruguay ereignet. Dort kollidierte der grie­chische Dampfer Rhodos" mit einem Dampfer unbekannter Nationalttät. Das griechische Schiff ist gesunken. Sieben seiner Fahrgäste sind ertrunken. Die Mannschaft und die übrigen Fahrgäste konnten von vorüberkommenden Dampfern gerettet werden.

Der Brand eines Postgebäudes alarmierte am Mitts woch in Rom die Feuerwehr. Das Gebäude ist bis auf einen Flügel vollständig abgebrannt. Bei den Löscharbeiten erlitten mehrere Wehrleute Verletzungen. Viele Postbe­lege und Markenvorräte sind verbrannt.

Nach Unterschlagung amtlicher Gelder in Höhe von 3000 Mark hat sich der verheiratete Postsekretär Böheim Nürnberg einen Schuß in den Kopf beigebracht. Er ist im Krankenhause seinen Verlegungen erlegen.

Ein großer Brand hat in dem auch von deutschen Tous risten oft besuchten Dorse Gudhjem auf Bornholm gewütet. Der Brand entstand gestern morgen in einent Stallgebäude und griff rasch um sich. Sechs Wohnhäuser und ein Neben gebäude eines Hotels sind vollständig niedergebrannt; das gesamte Inventar und einiges Vich find mitverbrannt. Bei dem herrschenden Sturme war der aguze Ort stark bedroht.'

I'm Dachboden verbarrikadiert hatte sich in Wychen in der Holländischen Provinz Nordbrabant eine Frau, um sich gegen die gerichtliche Ausweisung ihrer Familie aus ihrer) Wohnung zu erwehren. Von einer gedeckten Stelle schoß sie fünfmal auf die Polizei. Darauf wurde Gendarmerie re­quiriert, die die Frau schließlich überwältigte.

Auf dem Maskenball vom Tode ereilt wurde in Altona ein junges Mädchen. Sie brach mitten im Tanz bewußtlos zusammen. Die ärztliche Untersuchung ergab, daß der Tod durch zu starkes Schnüren verursacht war.

Unter dem Verdacht, den plöglichen Tod ihrer eigenen Tochter verursacht zu haben, wurde in Chemnitz eine Ende, der 30er Jahre stehende Kaufmannswitwe verhaftet. Das Kind, dessen Leben mit 20 000 M versichert war, starb vor drei Wochem plötzlich an der bei einem Unfall erlittenen Gehirnerschütterung. Umlaufende Gerüchte brachten Zwei­fel an dem natürlichen Tode des Kindes auf, worauf die Staatsanwaltschaft die Reiche des Kindes exhumieren ließ. Kurz nach der Obduktion wurde die Mutter verhaftet.

Ein Doppelmord wird aus dem schlesischen Orte Grei­fenberg gemeldet. In der Nacht zum Mittwoch wurde die 70jährige Frau des Handelsmanns Siebenreicher und eine in demselben Hause wohnende Frau Menzel ermordet. Die Leichen wurden in dem Brunnen des Hauses aufgefunden. Einen Angriff auf seine Mutter verübte in Sternberg in Mecklenburg der schwachsinnige 16jährige Sohn einer Witwe. Er riß plötzlich seiner Mutter ein Ohr ab, brach ihr einen Arm zweimal, ein Bein einmal und würgte sie, so daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird.

Ein Bombenattentat russischer Terroristen wird wieder einmal gemeldet: Als gestern abend auf der Station Chelm der Weichselbahn zwei Schußleute mit einem Verhafteten ankamen, wurden sie von mehreren Leuten angegriffen. Sie töteten einen Polizisten mit einem Revolverschuß und schleuderten gegen den zweiten eine Bombe, durch deren Explosion drei unbeteiligte Passagiere schwer verletzt wur den. Im Bahnhof wurde die Einrichtung des Wartezint= mers zerstört.

ein schöner Erfolg erzielt; man wußte den Aufenthalts-" ort des Verbrechers. Allerdings blieb noch sehr viel zu tun übrig. Wo waren die anderen Teile des Schmuckes, das Perlenkollier, die drei Diamantsterne, die der Dieb zu Geld gemacht hatte?

Unterdessen machte White Besuch bei den Bekannten Mrs. Lionels und ihrer Tochter. Er gab seine Karte ab, und man erwiderte die Visiten; Einladungen folgten. Mit großer Gewandtheit fand sich der junge Schweizer in die fremde Gesellschaft; er traf dort oft mit Mabel zusammen und besuchte sie in Rose- Cottage. Bei Mr. und Mrs. Brook waren die Stunden besonders gemütlich. Amy war eine muntere, gesellige Natur, ihr Mann ein lebens­lustiger Gentleman. Sie beabsichtigten, eine größere Ge­sellschaft zu geben, zu der auch White eine Einladung erhielt.

Jim: Knight war mittlerweile nicht müßig geblieben. Er konnte White bald mehrere wichtige Dinge mitteilen. Er hatte erfahren, daß Meyer den Namen Bergmann ebenfalls abgeworfen hatte und sich jetzt Herr von Sar­ner aus Ostpreußen nannte. Er gab vor, Leutnant außer Dienst zu sein, wenigstens hatte er sich so in der Pension vorgestellt, in der er abgestiegen war.

Sie haben ihn gesehen?" fragte White.

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Herr von Sarner, so wollen auch wir ihn vorläufig nennen, begegnete mir einigemale. Er ist gut gekleidet, sein Haar muß gefärbt sein, es ist jetzt Sunkelbraun: ebenso der Schnurrbart. Sarner führt ein ausschweifendes Leben. Er trinkt viel und verbringt fast jeden Abend im Klub in der Royal- Street. Ich habe dort mit einem Kellner Bekanntschaft gemacht. Er sagte mir, daß in einem nach dem Hof zu gelegenen Zimmer hoch gespielt wird; Sarner soll gewöhnlich große Summen ge­winnen. Auch im Zirkus Alberti und in verschiedenen Varietee- Theatern ist er häufig zu finden."

( Fortsetzung folgt.)