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2.

Mit einer Tee- Karawane durch die Mongolei.

chinesischen Verwaltung und besitzt ein russisches Kon­sulat. Zahlreiche Wege von Peking, Uljassutai, von den südlichen Steppen Chinas und von Sibirien führen da zusammen. Es ist sozusagen der einzige Ort in der Mongolei, wo sich das religiöse Leben konzentriert.

Etwa 320 Kilo meter südöstlich von Urga be­ginnt die Gobi­

wüste, welche aber

nicht der Sahara ähnelt. Sie ist vielmehr eine salzhaltige Step= pe mit Salzhü­geln und Tälern, die mit einer dichten Vegeta­tion bedeckt sind und da und dort sumpfigen Boden aufweisen. Der fürzeste Weg von der Station Mys­

zu entbehrenden Tieres sind gleich Null. Es ist dumm, gleichgültig und feige. Nun, es ist eben ein Ramel in des Wortes wahrster Bedeutung. Ein kräftiges Trampeltier legt mit 220 Kilogramm täglich 30 bis 40 Kilometer zurück. Die Teekarawanen bewegen sich nur im Schritt vorwärts, der Führer geht dabei oft viele Strecken zu Fuß. Kommen Stammesgenos sen entgegen, wird wohl für ein Biertelstünd chen gerastet, aber die Tiere bleiben doch unter Pack­sattel. Erst am Abend, wenn das Zeltlager aufge schlagen ist, wer­den sie davon befreit. Sie dür­fen sich dann, angepflöckt, etwas und austreten haben Gelegen heit zum Äsen. Wermuth, Lauch, Schößlinge von allerlet Gestrüpp und insbesondere Salzpflanzen bringen sie schnell wieder zu Kräften. Wenn man dann inmitten der Mongolen beim verglimmenden Feuer liegt und halb im Schlaf seine aus schwarzem Filz hergestellte Burka fester um sich zieht, kann man nicht selten aus seinen Träumen durch ein schreckliches Geschrei geweckt wer­

Rast einer Tee- Kamellarawane.

sowaja am Baikalsee über Werchneudinsk, Troizkossawsk, Riachta, Urga und Kalgan nach Peking beträgt ans nähernd 2400 Kilometer, der bisher wie gesagt, von Kamelkarawanen zurückgelegt wird. Obwohl eine Wüstenreise auch zuweilen recht anziehend wirkt, so kann sie einem doch auch recht verleidet werden, und zwar durch das Schiff der Wüste, das Trampeltier". Es sieht sich gewiß

recht schön an, eine Rarawane zu beob achten, wie sie in langer, langer Reihe im

Schein der Abendsonne dem nächtlichen Zeltlager zustrebt. Wie dann die immer freund­lichen Mongolen ihre Lagerfeuer ent­flammen, nachdem ste einen guten Weideplatz gefun­den, und wie an

mächtigen Spießen

saftiges Fleisch ges

Mongolendorf.

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den. Fragt man dann nach der Ur­

sache des Lärmes, so bekommt man zur Antwort: Die Ka­mele haben sich's bequem gemacht, Barin.

Der Chinese kennt und benennt 60 verschiedene Teesor­ten. Die europäische Handelsstatistik un­terscheidet dagegen nur drei Hauptgrup­pen, und zwar grü­nen, schwarzen und Ziegel- Tee. Der Unterschied zwischen grünem und schwarzem Tee besteht darin, daß der grüne erheblich kürzere Zeit als der schwarze

In diesen Steppendörfern pflegen die Teekarawanen Halt zu machen.

braten wird. Aber auf dem Marsch, im glühenden Sonnenbrand, oder bei schneidender Kälte ist das doch ein eigen Ding. Glaubt man endlich auf dem schwabblichen Throne richtig zu sitzen, schnellt das Trampeltier plötzlich zur Seite und stürmt wie sinnlos davon, vielleicht weil ein großer Stein am Wege, ein Knochenhaufen oder ein herabgefallener Sattel es erschreckt haben. Dann heißt es für die Führer der Karawane, schnell bei der Hand zu sein, da sonst der ganze Zug in Verwirrung geraten kann. Die geistigen Fähigkeiten dieses für die Wüste nicht

vielleicht eine bis zwei Stunden getrocknet wird. Ziegeltee ist ein Fabrikat, hergestellt aus den sonst unverwendbaren Überresten aller möglichen Teesorten und Ochsenblut. Er ist bei den Nomadenvölkern Ost­und Nordasiens ein außerordentlich geschätzter Han­delsartikel und vertritt die Stelle von Gold und Silber. Ich habe ihn selbst für die Dauer eines Jahres getrunken und fand ihn nicht gerade aroma­tisch, aber zweckdienlich und immerhin wohlschmeckend.

Ramerun als Touristenland.

Kamerun als Touristenland.

Mehr als je steht Kamerun, das schon immer in den breiten Volksschichten unseres Landes populärer als alle anderen unserer afrikani­schen Schutzgebiete war, im Vordergrunde des öffentlichen Interesses, spielte es doch eine große Rolle in dem soeben abgeschlossenen Marokko­Abkommen mit Frankreich. Eine weite Strecke Landes ist unserem Besitz hinzugefügt worden, dessen Bedeutung erst spätere Jahre ergeben müssen. Aber nicht von der wirtschaftlichen und politischen Bedeutung Kameruns sei hier die Rede, sondern vielmehr davon, daß dieses so be­fannte Kolonialgebiet immer noch wenig oder garnicht besucht wird und daß selbst begeisterte Kolonialfreunde überall hin fahren, nur nicht nach den Kolonien. Und doch ist die Reise z. B. mit einem Dampfer der Hamburg- Bremer Afrika­Linie nicht kostspieliger als andere und das Land schöner, als man daheim ahnt.

Über die landschaftlichen Schönheiten Kame­runs schreibt Geheimrat Dr. F. Martin im ,, Welt­courier":

Schon heute lassen sich in unserer Kolonie herrliche Touren unternehmen, so den mächtigen Sanaga hinauf bis Edea, bei welchem Orte dieser Fluß in zwei großartigen Wasserfällen die letzten Hindernisse des Randgebirges überwindet.

Hafen von Duala, mit der staatlichen Landungsbrüde. Links im Fluß der Regierungsdampfer ,, Nachtigal". Rechts hinten die Woermann- Faktorei und vorne die Maschinenwerkstätte des Gouvernements, ganz rechts der große Weg zur Joßplatte, dem Regierungssiz.

Selbst der Alpinist dürfte in einer Besteigung des großen Kamerunberges auf seine Kosten kommen. Von Victoria, das einen reichen botanischen Garten sein Eigen nennt, führt eine breite Straße bis zu dem ungefähr 920 m über dem Meere gelegenen Buea, dem Size des Gouverneurs. Hier haben wir bereits ein für Weiße äußerst günstiges Klima, in dem auch europäische Nutgewächse bestens gedeihen. Eine kleine Herde Algäuer Vieh mit gleichzeitig importierten echten Sennen, deren frische Jodler mich gar manchmal mit Heimatssehnen erfüllten, wird hier gehalten. Die Hoffnungen, die man dabei auf eine all­gemeine Verbesserung der einheimischen Rassen setzte, haben sich allerdings bis jetzt aus Gründen, die jedem erfahrenen Tropenfenner einleuchten, noch nicht erfüllt.

Schon von Buea aus genießt man eine herrliche Aus­sicht auf das ganze Kameruner Aestuarium, Victoria, das Meer und Fernando Po im Hintergrunde. Wenn die unter­gehende Sonne alles mit rotgoldenen Farben tönt, die später einem Himmel und Erde gleichmäßig umfangenden Tieflila Platz machen, so bietet sich hier dem trunkenen Auge des Be­schauers ein Anblick, dessen Herrlichkeit sich mit Worten nicht schildern läßt, dessen getreuliche Wiedergabe man dem

Neger auf der Schweinsfischjagd.

Pinsel eines Malers kaum glauben würde, der aber in Wirklichkeit genossen zu den im Leben so seltenen Augen­blicken reinsten und erhabensten Entzückens gehört. Über Buea erhebt sich der große, über 4000 m hohe Kamerun berg, von den Eingeborenen Mongo ma Loba= Götter­berg genannt. Seine Besteigung bietet keine alpinistische Schwierigkeit. In gerader Richtung führt ein kleiner Vfad den einem riesigen Ameisenhaufen vergleich­baren Berg hinauf, dessen Gipfel eine alte, halb angefüllte Krateröffnung bildet. Zuerst kommen wir durch Urwald und dichtes Unterholz, dann durch eine lange Strecke trockenen, harten, hochgewachsenen Grases. Zuletzt verschwindet auch dieses und bleibt nur noch hartes Urgestein und Lava nebst fußtief gelagerter Asche, das echte Bild eines seit langem er­loschenen Vulkans. Eine Unterkunftshütte auf halber Höhe und eine solche ungefähr 100 m unterhalb des Gipfels er­leichtert die Besteigung ganz bedeutend. Aber nicht nur in der wilden Einsamkeit der Gebirge sind dem Verkehr bereits Konzessionen gemacht. Allerorts im Schutzgebiete finden wir in den Küstengebieten bereits Straßen neben schiffbaren

Flüssen. Die Eisenbahnlinien werden auch ein gutes Stück des Inlandes dem Handel, selbst dem Touristen öffnen. Dabei ist zu bemerken, daß die Gefahr einer tropi­schen Erkrankung beim jetzigen Stand der Wissenschaft, besonders unter Benutzung der Chininprophylare und bei ausgiebigem Schuh vor Moskitostichen keine größere ist, als bei Reisen in indischen oder amerikanischen Län­dern unter den gleichen Breitegraden. Der Reisende wird auch eine besondere Aus­stattung außer der für derartige Gegenden üblichen nicht benötigen, wenn er nicht als Forscher oder Jäger tiefer ins Innere vor­dringen will. In diesem Falle sind allerdings Zelte und was das Leben in der Wildnis sonst noch erfordert, unbedingt nötig.

Eines ist aber für den, der heute Kamerun erfolgreich besuchen will, fast unumgänglich nötig, und dies sind persönliche Empfehlungen, sei es an die dortige Regierung und deren Beamte oder an die Leiter der großen Fak­toreien und Plantagengesellschaften. Das Hotel­wesen liegt nämlich, abgesehen von den beiden Orten Duala und Victoria, noch gänzlich im argen.