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Auf der Lokomotive getötet. Auf der Maschine er schlagen wurde, wie aus Berlin gemeldet wird, der Lokomotivführer Eisenach aus Frankfurt a. D., der vorübergehend setzerdienste leistete und einen Schnellzug auf der Fahrt von Breslau nach Berlin begleitete. Auf der Strede lehnte fich Eisenach im Dunkel der Nacht mit dem Oberkörper aus der Maschine hinaus, ohne darauf zu achten, daß aus der entgegengesetzten Richtung ein Güterzug herankam. Plöblich erhielt er gegen Kopf und Brust einen so heftigen Schlag, daß er zurüdtaumelte, hinfiel und regungslos Itegen blieb. Zu feinem Schrecken erkannte der Lokomotivfütorer, daß der Unglückliche auf der Stelle aetötet war. Er nahm dte Leiche auf dem Zuge mit nach Berlin, wo sie vom Bahnhof aus nach dem Schauhause gebracht wurde.
Ein hartes Urteil. Zwei Jahre lang hat die französische Preffe Europa die Ohren vollgelärmt: mit feinen Fliegern, feiner vierten Waffe, sei Frankreich unbesiegbar. Während des Rundfluges durch Ostfrankreich stand der Pariser Matin" um der Reklame willen an der Spitze der Lärmmacher. Jetzt aber bringt er aus der Feder eines höheren Offiziers mit voller Namensunterschrift einen Lettartikel, in dem sich folgende Säße finden: Bunächst ist die Fliegeret überhaupt keine Waffe, teine vierte Waffe, weil sie nur junge Leute erfordert und fein Offizier in ihr seine ganze Laufbahn vollenden kann; überdies könnte eine zahlreiche Armee von Fliegern- und wir brauchen viel nur zum Schaden des Heeres existieren, dem es sowieso an Offtzteren fehlt; schließlich würde eine Spezialarmee von Fliegern allzu häufig zu einer niederdrückenden Untätigkeit verdammt feh." Die Flugzeuge, so erklärt der Leitartikler des„ Matin", feien nur ein Hilfsmittel, wte beispielsweise das Pferd für die Artillerie, aber feine Waffe; und in dieser Ansicht begegnet er wohl dem Urteil auch des übrigen Europa, soweit es nicht an Reflamen für Schauflüge beteiligt ist.
Der Kirchenraub in Xanten, bet dem, wie berichtet, dret wertvolle alte Gobelins gestohlen wurden, geht setner Aufklärung entgegen. Die gestohlenen drek Gobelins find bet einem bekannten und angesehenen Antt quitätenhändler in Brüssel aufgefunden worden. Zwet Tage nach dem Diebstahl, am 27. November, empfing der Antiquar den Besuch eines Herrn, von dem er schon früher Kunstgegenstände gekauft hatte. Der Betreffende, der früher in Aachen wohnte und jetzt in Paris zu leben vorgab, erklärte, er erwerbe folche Gegenstände gelegentlich auf seinen Reifen. Diesmal brachte er dem Kunsthändler drei alte Gobelins, die dieser auch in gutem Glauben für 3000 Frant faufte. Vor nunmehr vier Tagen hatte der Antiquitätenhändler Gelegenheit, die neuerworbenen schönen Stücke einem Sammler und besonderen Kenner zu zeigen, der von dem Diebstahl In Xanten gehört und die Gobelins nach der Beschretbung sofort wiedererkannte. Er tellte dem Händler setnen Verdacht mit, worauf dieser durch die Brüsseler Boltzet die Meldung von dem Funde nach Düsseldorf erstatten Iteß. Man ist bereits auf der Spur des Heh= lers und hofft, auch die Diebe ermitteln zu können.
Sanbere Jäger. Ein Jagdstückchen feltsamer Art haben sich acht Gauner in Kürbis geleistet. In voller Jagdausrüstung erschienen sie eines Morgens in Kör big in Pommern, begaben sich zum Ortsvorsteher und tellten ihm mtt, fte feten vom Jagdpächter beauftragt, hter Treibjagd abzuhalten. Da der Jagdvorsteher erfrankt set, möge doch der Jagdvorsteher für die nötigen Treiber und für das Jagdfrühstück sorgen, was auch prompt ausgeführt wurde. Darauf hielten die Herren thre Jagd ab, erbeuteten 57 Hasen, zahlreiche Kaninchen und anderes Wild, teßen sich dann das Frühstück schmecken und fuhren zum Bahnhof. Als am nächsten Tag der Jagdpächter mit seinen Jägern anlangte, um Ste Treiblago abzuhalten, war das Wild abgeschossen; dafür überreichte ihm der Ortsvorsteher aber eine ge= pfefferte Rechnung über das Frühstück.
Auf den Hörnern des Büffels.
Wie fürzlich gemeldet wurde, ist der deutsche Forchungsreisende Oberleutnant Paul Graeß auf einer Expedition dura den Kongo dadurch verunglückt, daß er von einem Büffel angefallen wurde, der ihn erheblich verwundete und feinen Begleiter tötete. Ein Privatbrief des Herrn Graetz, der der Frf. 3tg." jest zur Verfügung gestellt wurde, enthält nähere Angaben über den Unglücksfall, die vielleicht interessieren werden. Der Reifende schreibt unterm 29. September aus Rasama ( Nordost- Rhodesia), daß er sich auf dem Wege der Genesung befinde und hoffe, in acht bis zehn Tagen wetter nach dem Kongo reisen zu können. Anfang November hoffe er im Kongo zu sein, im Dezember sei sein Biel, die Westküste zu erreichen.
Von dem Unfall gibt er folgende Schilderung: Der Büffel nahm mich wegen des Feuers meines Mausers zuerst an. ich sprang beiseite und ftel. Dies war met ne Rettung. So entging ich dem Anprall des wittend Einherstürmenden. Der Büffel war sofort bei mir und versuchte, mich auf die Hörner zu nehmen. Ich sprang er spießte mich auf und packte ihn bet den Hörnern
„ Und wieso hinterging er Ste?"
-
Das war jedenfalls die wichtigere Sache für sie, denn die Schleusen ihrer Beredsamkett öffneten sich jetzt. „ Herr Untersuchungsrichter, ich habe diesen Menschen unterstützt, wie ich es konnte, habe für ihn gearbeitet, seine Sachen instand gehalten, ihn gehegt und gepflegt, wie ein liebendes Wetb es eben tut. Ich weiß hoch, wie oft er zu mir gesagt hat, in meiner Nähe fühle er sich wie im Himmel. Und wie benimmt sich nun dieser Undankbare? Er vergafft sich in eine gewöhnliche Kellnerin, führt sie aus, und ich überrasche ihn mitt ihr In einem Cafee, wo er für Sie das Geld mit vollen Händen ausgibt. Das war mir denn doch zu viel! Zum besten halten lasse ich mich von niemand, dazu bin ich zu gut, und so setzte ich mich denn hin und schrieb jenen Brief, der die volle Wahrheit enthält."
,, Und Sie sind in Ihrer Eifersucht nicht zu weit mit Ihrer Beschuldigung gegangen?" fragte Bardekow.
„ Aber es ist doch alles ganz klar! Wenn er das Geld genommen hat, so muß er doch auch die Frau getötet haben!"
,, Nun, so klar ist die Sache doch nicht!", sagte Bardekow überlegen. Wann hat er zum Beispiel jenen Zettel geschrieben?"
,, Das weiß ich nicht", versetzte sie unbekümmert. In threm Haß war es ihr gar nicht in den Sinn gekommen, trgend welche Nebenumstände in Betracht zit ziehen. Wetter: womtt und zu welchem Zwecke hat er Jene Spuren im Vorgarten hervorgebracht?"
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Ste zuckte mit den Achseln. Was sollten diese Fragen? Majewskt war der Täter, er wirde seine Strafe und sie ihre heiß ersehnte Rache haben, und damit basta! Bardekow blickte mit der Miene eines Siegers im Kretse umber. Was war hier bewiesen? Gar nichts! Er brauchte seine Partte noch nicht verloren zu geben. Scharffenstein hatte bereits wieder auf den Knopf
durch Backe und Unterkiefer in die Zunge und pfefferte mich in die Luft, daß mir die Sinne vergingen. Ich bin der erste Jäger, der, so vom Büffel angenommen, nicht getötet worden ist. Dann wandte fich der Büffel meinem Begleiter zu, der ihn mitten in den Schädel schoß, doch der Büffel hatte noch wenige Sefunden Lebensfraft genug, meinen Begletter in Brust, Unterleib und Oberschenkel zu spießen. Der ganze Vorfall dauerte überhaupt nur wenige Sefunden. Mein Begleiter starb in der tommenden Nacht, während ich mich felber zusammenflicte und hierherfchleppte, wo ich mich seit beinahe dret Wochen in ärztlicher Behandlung befinde. Die Qualen waren mitunter so rasend, daß ich meine ganze Selbstachtung zusammennehmen mußte, um nicht zu verzweifelr. Jezt bin ich ohne Schmerzen.
Die Wunden find geheilt, freilich gibt es Narben, doch die Bruchstücke des Unterftefers hat mein Doktor noch nicht zusammentriegen können. Wir erwarten tägItch den Arzt von dem fünf Tage entfernten Abercron. Dann wollen mich beide Aerzte nochmals chloroformieren und operteren. Die Operation besteht darin, die Bruchenden des Unterftefers aufeinanderzupassen und dann die beiden ersten Zähne der Bruchenden mit Silberdraht aneinanderzubinden, um einen Halt zu bilden. Dann muß ich noch zwet bts dret Wochen von flüfftger Nahrung leben, an die ich mich schon gewöhnt habe: Hygiama, Suppen und flüssige Buddings. Ich habe nach einem Erjabmann nach Paris gefabelt, er foll mir über Kapstadt nach Elizabethville im Kongo entgegenkommen, doch bin ich im Zweifel, ob sich einer finden wird. Metn braves Boot liegt 35 englische Metlen von hier im Chambert vor Anker und erwartet mich
Amerikanische Gerichtshofblüten.
Die Europäer find nicht in der angenehmen Lage, solche Richter 31t besitzen, wie wir in Amerika. Unsere Richter, so wird aus Neuvort berichtet, menigstens in den niederen Gerichten, werden vom Volte erwählt, ohne daß dabet die juridische Erziehung Bedingung ist; man hat schon Gevatter Schneider und Handschuhmacher, Buchhändler und Bierwirte zu Richtern gemacht, die weder den Code Napoleon, noch den alten Justinian auch nur dem Namen nach kannten, die sich auf ihren gefunden Menschenverstand als Rechtsbeirat verließen und doch ganz zutreffende Uricite fällten.
In Portersville im Staate Neuyork ereignete es sich fürzlich, daß zwet Autofahrer wegen Verletzung der Fahrvorschriften verhaftet wurden. Die beiden Arrestanten hatten es eilig und der hohe Gerichtshof war, da es noch sehr früh am Tage war, noch nicht bei der Arbeit. Dem Wunsche der Gesetzesübertreter entspre= chend, brachte sie der Polizist nach des Richters Privatwohnung, wo der weise Salomo, soeben sein morgendliches Bad nahm. Wie gesagt; die Herren hattens sehr ellig, und so wurde die Szene des Badezimmers zum Tribunal: der Richter verhörte, in der Badewanne sigend, die Delinquenten, verurteilte, immer noch in der Badewanne sizzend, die Misfetäter zu je zehn Dollar Strafe und nahm, in der Badewanne fizend, die Schecks der beiden Herren entgegen, die sich mit einem Herzlichen Danfe bestens" empfahlen.
In dem benachbarten New- Jersey verhandelte ein Nichter einen Fall, bei dem eine tunge Dame als geu= ain geladen war; wie die jungen Damen nun einmal find, wenigstens bei uns in Amerifa- ließ die Bengin ihr Bünglein etwas lebhaft spazieren gehen, und der Richter verwarnte sie. Dies hatte nun gerade die gegenteilige Wirkung, und schließlich wußte sich der Richter feinen anderen Answeg, als daß er die Redselige wegen Mißachtung des Gerichts zu dreißig Minuten Gefängnis verurteilte, und das Mittel wirfte.
In Indianapolis wurde ein„ Klub" ausgehoben hierzulande wird jedes professionelle Spielhaus Klub" genannt und die Bolizel überraschte die Sple= fer bet einem ziemlich hohen Boferspielchen. Wie in solchen Fällen üblich, wurde die Kasse beschlagnahmt, und die Spieler mußten ins Arreftlofal wandern. Bet der Gerichtsverhandlung am nächsten Tage erschien die Gattin eines der Verhafteten mit einem Säugling anf dem Arme vor dem Richter; fie erzählte ihm, wie thr Gatte Tag und Nacht in jenem Sause seine Beit vertrödelt und fein Geld verspielt habe. Er habe es ihr überlassen, mit ihrer Hände Arbeit für sich und das Kind zu sorgen, da er für sie nie einen Gent übrig hatte. Der Richter hörte ihr ruhia zu, dann nahm er das In dem Spielhaus fonfiszterte Geld und händigte es der bemitleidenswerten Frau aus. Und den pflichtvergeffenen Ehemann verdonnerte er zu einer besonders langen Freiheitsstrafe.
Seattle ist eine der fingsten Großstädte des Landes; es Ilegt tm Staate Washington an der fernsten Grenze des äußerster Westens. Dort find die Menschen noch roher, d. H. in den meisten Fällen unverdorbener und ehrlicher als in den Oststaaten. Auf diese Tatsache griindete der Sheriff von Seattle seine Vertrauensseligkeit. Er sollte eine Anzahl Gefangene nach dem Gerichtssaal
gedrückt und gab dem herbelellenden Polizisten einen Wint. Helene Brandt wurde abgeführt.
Bald darauf stand Bruno Majewskt an ihrer Stelle.
" Ich muß Ihnen eine wichtige Eröffnung machen", fing Scharffenstein an. Ihre Braut ist erwischt worden und hat alles eingestanden. Ein wetteres Leugnen Ihrerseits ist also völlig zwecklos."
blüfft.
Was hat sie eingestanden?" fragte Majewskt ver" Daß Sie das Geld entwendet haben und der Mörder sind."
„ Himmlischer Vater!" rief Majewskt erbleichend. " Wie kann ste so etwas sagen? Ach nein, Herr Untersuchungsrichter, Sie scherzen oder wollen mich aufs Glatteis führen. Das kann nicht sein, so schlecht tft fie doch nicht, daß ste mich unschuldig hineinlegen wird." „ Unschuldig sind Sie doch nicht!"
„ Nein, ganz nicht, aber auch nicht ganz schuldig. Und vor allen Dingen nicht in so schrecklicher Weise."
,, Wie Ste uns belfigen, haben Sie auch Helene Brandt belogen. Sie verfahren eben nach dem Rezept gewisser Verbrecher, die selbst bis aufs Schafott thre Tat geleugnet haben und dadurch der gerechten Strafe zu entrinnen glaubten. Sie wissen aber auch, wie es denen ergangen ist und daß ihnen ihre Halsstarrigkeit nichts genutzt hat."
„ Herr Untersuchungsrichter, es wäre ein Justizmord, wenn man mit mir so verfahren würde."
" Dann erklären Sie uns doch einmal das Rätsel!" " Kann ichs denn? Ich fanns ebenso wenig wie Ste. Sobald ich alles erfuhr, dachte ich gleich: Jetzt bist du geliefert. Wenn man dich jest faßt, so wird man die ganze Schuld auf deine Schulter wälzen. Ich kann Ihnen nicht beschreiben, in welcher Aufregung ich sett fener Beit gelebt habe. Selbst sie, die ich wahrhaft Itebe, htelt mich für den Täter und gab mir das zu verstehen.
transportieren, aber es waren für diesen Transport feine Mittel vorgesehen. Kurz entschloffen appellierte er an das Ehrgefühl der Gefangenen und ersuchte file, fich ohne sein Geleit prompt am nächsten Morgen im Gerichtssaal einzufinden, was ihm die Herren Arre stanten auf Ehrenwort versprachen. Und am nächsten Morgen fehlte nicht ein einziger.
Die Dardanellenfrage.
Von zuverlässiger Seite erfährt der Korrefpondent der rtf. 8tg." in Konstantinopel, daß Rußland als Gegenkonzeffion für die freie Durchfahrt seiner Schwar zen Meerflotte durch die Dardanellen die Aufhebung des zwischen der Türket und Rußland seit zehn Jahren bestehenden Vertrages über Bahnbautn in der Zone des Schwarzen Meeres anbietet. Durch diesen Vertrag wa ren die Bahnbauten in der östlichen Türkei vollständig lahmgelegt, fremde Kapitalien und Unternehmungen durften zu ihnen nicht herangezogen werden. Ferner bietet Rußland auch eine Reihe von Konzessionen am Balkan an. Die Pforte hat jedenfalls abgelehnt, die Meerengenfrage allein zu entschetben. Ste beansprucht die Mitwirkung der Signatarmächte und die eventuelle Einberufung einer Konfe renz zur Entscheidung. Die bisher aus den europätfchen Hauptstädten thr angegangenen Antworten lauten wenig klar, was in Konstantinopel verstimmt. Auch dte englische Antwort soll die frühere Präzision in ähnltchen Fällen vermissen lassen. Man befürchtet auf der Pforte immer noch die Existenz eines Geheimabtommens zwischen Rußland und England, welches im Zusammenhang mit dem perfifchen Vertrage steht. Die Titrtet hat inzwischen die Meerenge in Ver teidigungszustand gesetzt, wie aus folgender Drahtmeldung hervorgeht:
Konstantinopel, 8. Dezember. Dem Bernehmen nach ist gestern eine Division nach den Dardanellen und Gallipolt gegenüber der fletnastattschen Küste abgegangen. Auch drei alte Kriegsschiffe sollen in Stand gesetzt werden.
Berliner Getreide und Slavichmarkt.
Im Einklang mit der an den maßgebenden Blägen des Auslands obwaltenden Stimmung zogen in der vergangenen Woche in Berlin die Getreidepreise an, trotz der hohen Ziffern der amtlichen Statistik über die Ernteergebnisse. In Weizen bat Deutschland eine Refordernte erzielt und in Moggen die zweitbeste aller bisherigen Ernten. Necht förderlich fitr die Aufwärtsbe wegung war der Umstand, daß das diesmalige Gewächs außerordentlich trocken eingeheimist wurde und daher von ungewohnter Haltbarkeit ist. Bei dieser Eigenschaft ist das Getreide nicht dem Verderben ausgesetzt und der Landwirt kann unbesorgt den ihm aftuftig erscheinenden Zeitpunkt abwarten. So nur dirfie fich das aufe fallend geringe Inlandsangebot erklären. Weizen hat noch verhältnismäßig menig profitiert, aber Roggen zog erheblicher an. Der unverhältnismäßig hobe Preis des Safers dürfte mohl auf manchen Wirtschaften die Vermendung des Roggens zu Futterzwecken geraten erfcheinen Tassen und dies hat wahrscheinlich zur Knapp= heit an Ware beigetragen. Inlandshafer ist sehr knapp offertert und erzielte im Pofocefchäft mefentlich höhere Breise als Roaaen. Auch Mats hat sich anaefichts der unbefriedigenden Ernte an Sutterfräutern gehoben. Am letten Toae der Berichtemoche murdent fitr Mallteferung notiert: Weizen 212,50, Roggen 193,50, Hafer 187,25, Mais 163.50.
Breile des städtischen Schlachtutehmarftes. 1. Obsen: a) vollfleischige, ausgemästele höchsten Schlachtwertes ( ungefocht) 81-89 M, b) lunge fleischige, nicht ausge= mäftete und ältere ausgemästete 73-82 M. c) mäßta ge= nährte junce smd aut genährte ältere 62-70 M. 2. Bil Ien: a) volfleischige ausaemachfene höchsten Schlachtmertes 75-80 M, 6) poffetfchine Hingere 71-78.. c) mäßig genährte fingere und ant genährte ältere 62 618 74 3. ärfen und ühe: a) rollfleischige ausgemäftete ärfen höchsten Schlachtwertes- M.) nomies schine ausgemäftete lihe höchften Schlachtwertes. bis zu 7 Jahren. 70-75 M, c) ältere ausgemästete und menig gut entwickelte jüngere ühe und ärfen 62-69 M., d) mäßig genährte the und ärfen 53-60 M. e) ge= rina nenährte the und ärfen bis 60 M, f) gering genährtes unavieb( reffer) 52-64 M. 4. Iber: a) Doppellender feinster Maft 114-143 M, 6) fejnfte MastFärber 103-112., c) mittlere Maft- und befte Saunfälber 88-97 M. d) aft- und gute Saunfärber 74 bia 88 M. e) geringe Saugfälber M. 5. Schafe: a) Maftlämmer und fingere Masthammel 78-82 M., b) ältere Matthammel, tüngere Mafttämmer und aut ne= nährte tunne Schafe 66-76 M. c) mäkia genährte Sammel und Schafe 56-70.. 6. Schmeine: a) Fettfchweine fiber 3 Bentner Lebendgewicht 58 hinn Schweine 250-300 23fb. 57-58.. c) vollfleischige 200 bis 240 fб. 54-57 M., b) poffeifchige Schmelite 180 618 200 1b. 50-55 M, e) vollfleischine Schweine unter 160 9316. 47-50, f) Sauen 50-53 M
Deshalb relfte in mir der Plan, ins Ausland zu gehen. Vielleicht hätte ich mich da von diesem entsetzlichen Alpbruck fret gefühlt. Es ist mir nicht gelungen, zu ents kommen, und nun trampelt man hier auf mir herum wte auf etner Giftschlange. Unschuldigen Verdacht ertragen zu müssen, Herr Untersuchungsrichter das tausendmal schlimmer, als wenn man mit Recht bestraft wird.“
Scharffenstein klopfte ihm freundlich auf die Schulter.„ Es freut mich wenigftens, daß Ste sich heute verständiger benehmen, Majewski, als neulich, wo Sie sich wie ein Unsinniger gebärdeten. Man kann doch ein vernünftiges Wort mit Ihnen sprechen. Sie werden mir felbst zugeben müssen, daß aller Verdacht gegen Ste spricht. Dazu gefellt sich noch Ihr Verhalten zu Ihrer Freundin. Sie wollten sich allmählich von ihr zurückztehen
„ Ich zurückziehen? Kein Gedanke! Daß ich mal ein anderes Mädel ausführte, das ist doch nicht so schlimm, und daß sie davon gleich ein solches Aufheben macht und mich um Kopf und Kragen bringen will, ist gemiß nicht schön von ihr. Das habe ich nicht um sle verdient. Aber sie hat doch wohl schon alles widerrufen, nicht wahr, Herr Untersuchungsrichter?"
,, Ganz im Gegentet!! Sie hat thre kurzen briefItchen Angaben sogar verschärft und erweitert."
„ Ja, ja", gestand Majewskt zerknirscht, nun verstehe ich ihr Mißtrauen, mit dem sie mich in der letzten Zeit auf Schritt und Tritt verfolgte. Ich dachte erst, es wäre gewöhnliche Eifersucht, aber es war etwas anderes. Ste glaubte, daß ich ihr eine große Summe Geldes, von der thr ein Anteil gehörte, unterschlagen wollte. Ach, Herr Untersuchungsrichter, das kann ich Ihnen sagen, das Welb, das ist unser Verderben. Das ist in der Bibel schon ganz richtig dargestellt."
( Fortsetzung folgt.)


