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Optimistisch gestimmt.

Der Grundton der heutigen polttischen Stimmung Optimismus. Man zweifelt nicht mehr daran, bab es zwischen Berlin und Paris zu einer Verständi­gung tommt, man glaubt sogar, daß in den allernächsten Zagen schon die Entscheidung fallen wird. Französischen Bressemeldungen zufolge hätte der französische Stabi­nettschef Caillaug gestern einer politischen Persönlich­tett gegenüber erklärt, der französischen Regierung seten aus Berlin die besten Mitteilungen zugegangen. Wetter soll er erklärt haben, Deutschland habe Frank­reich freie Hand in Marotto gelassen, verlange aber Garantien für seine wirtschaftlichen Interessen, worüber eine Verständigung erzielt werden könnte. Ein anderes Mitglied der Regierung erklärte, Minister de Selves werde dem nächsten Ministerrat Bericht über den Stand der Unterhandlungen erstatten. Obgleich Deutschland den Wert fetner wirtschaftlichen Interessen in Marotto übertreibe, so set die französische Regierung doch be­friedigt. Man set im Ministerium optimistisch ge­ftimmt und glaube an eine Verständigung.

Einer gleichen zuversichtlichen Stimmung gibt auch folgende Londoner Meldung Ausdruck: Der Berichter­tatter der Daily Mail" in Berlin telegraphiert seinem Blatte: Ich bin in der Lage, eine sehr bezeichnende Aeußerung zu wiederholen, die Herr von Ktoerlen= Wächter zu Beginn der letzten Woche den zwei Son­dergesandten einer fremden Macht gegenüber- ge­meint ist natürlich Amerika getan hat. Nachdem er fich über die Marottofrage verbreitet hatte, erklärte der Minister: Es wird nicht zum Kriege kommen! Unsere Meinungsverschiedenheiten mit Frankreich sind im Begriff, sich zu ordnen. Wir erhalten die offene Tur in Maroffo und Territorien im Kongo. Kein deut­scher Kanzler fönnte es wagen, dem Reichstag gegen­über einen Krieg wegen ein paar marottanischer SandhügeI zu rechtfertigen. Ehe der Reichstag am 10. Oftober wieder eröffnet wird, dürfte die ganze Frage erledigt sein."

Es fragt sich nun zwar sehr, ob Herr v. Kiderlen wirklich sich so geäußert hat, aber immerhin ist die Mel­dung doch für die augenblickliche optimistische Stimmung bezeichnend. Minister de Selves ist kein Optimist.

tinopel reifen würde, um einen Gegenbesuch dort zu machen, fann, so schreibt die 2. R.", nur bemerkt wer­den, daß ein Gegenbesuch des deutschen Hofes stattfin­ben wird, aber in welcher Art und Form, das ist na­türlich noch nicht einmal behandelt, geschweige denn ent­schieden worden. Wahrscheinlich aber dürfte sein, daß der Kronprinz diesen Gegenbesuch abstatten würde.

Die deutschen Flottenmanöver, die ursprünglich in der Nähe von Danzig stattfinden sollten, find neuerdings verlegt worden, und zwar an die Grenze der Oft­und Nordsee. Die Engländer werden natürlich glau­ben, die Verlegung der Manöver richte fich gegen sie.

Baris, 8. September. Ueber die deutsch- fran zösischen Verhandlungen gab der Minister des Aeußern nach dem gestrigen Ministerrat einem Mitarbeiter des " Matin" eine Erklärung, in der er u. a. sagte: Man muß sich gegenwärtig etwas sehr vor dem lächelnden Optimismus wie auch vor einem Pessimismus hitten. Mein Eindruck, es ist at nur ein Eindruck, ist der, daß dte in Berlin geführten Verhandlungen noch lange an­dauern werden."

Spionage überall.

Das Ergebnis der Reichstagserfahwahlen seit 1907, das angesichts der kommenden Neuwahlen gewiß af­fuell tff, stellt sich nach einer Zusammenstellung im " Deutsch. Statist. Zentralbl." wie folgt: Konserva= ftven haben in acht Ersatzwahlen 5 Wahlkreise behaup tet und 8 verloren. Deutsche Reformpartet, Christlich­Soziale, Deutsch- Soziale, Bund der Landwirte und Wirtschaftliche Vereinigung verloren je einen Wahl= frets, lettere gewannen dafür einen Wahlkreis neu. Die Nationalltberalen haben von 9 Mandaten 8 wiedergewonnen und 6 verloren, in 3 weiteren Er­jazzwahlen haben sie 3 Wahlkreise neu gewonnen, im ganzen also 3 Mandate verloren. Die fretsinntgen Barteten behaupteten einen Wahlkreis, verloren zwei, gewannen aber dafür zwei neue. Das 8entrum hat von 11 freigewordenen Mandaten 10 wiedergewonnen und 1 verloren, dafür 1 Wahlkreis neu gewonnen. Die Polen haben 5 fretgewordene Mandate wiedergewon­nen, die Welfen ein Mandat neu gewonnen. Die Sozialdemokraten endlich haben 4 Wahlkreise wiedergewonnen und neun Wahlkreise neu gewonen.

Ueber eine neue Spionageaffäre, die natürlich mit der Marokkoaffäre in Zusammenhang gebracht wird, be­richtet die Londoner Daily Mail" aus Portland: Dort trafen eines Morgens 7 Ausländer ein, die sich auf dem Bahnhofe trennten. Drei der Fremden machten verschiedene Skizzen von einer Stelle, die sich am besten als Landungsstelle für fremde Truppen eignet. Einer hatte eine kleine Taschenfamera, mit der er ver­schiedene Aufnahmen machte. Als sie fortgegangen wa= ren, fand man an der Stelle eine ziemlich gute Skizze der Gegend. Die Uebrigen photographierten von ver­schiedenen anderen Seiten die Festung und erkundigten fich bei den Bewohnern über die Stärke der Geschitte und die Flottenbewegungen. Bevor man jedoch zur Verhaftung der Fremden schreiten konnte, waren sie be= reits wieder abgereist.

24 Stunden an exponierter Stelle zubringen, bis eine Rettungsexpedition die Verunglückten auffand.

Der Sturm auf die Meßer Sparkaffe. Nach einer Auskunft der Direktion der städtischen Sparkasse zu Met beträgt die Summe der in den ersten Tagen der Woche infolge von Kriegsgerüchten abgehobenen Ein­lagen insgesamt 370 000 Mart. Inzwischen hörte die Erregung auf.

Im Interesse des Mittelstandes. Wie verlautet, haben zwischen den Verbündeten Regierungen Erörte­rungen darüber stattgefunden, ob im Interesse des seß­haften Mittelstandes eine anderweite und zweckentspre chendere reichsgesetzliche Regelung des Wanderla­gerwesens geboten erscheint. Unter den verschiede­nen Vorschlägen, die gemacht worden sind, dürfte der­fenige wohl schließlich den Vorzug erhalten, den Be­trieb von Wanderlagern in den Ortschaften von einer besonderen Erlaubnis abhängig zu machen und diese im allgemeinen da zu versagen, wo sich ein Bedürf nis für die Errichtung von Wanderlagern nicht her­ausgestellt hat.

Ein Brüsseler Blatt weiß in tendenziöser Ab­ficht zu berichten, daß seit einiger Zeit deutsche Of statere verschiedene Teile Belgiens bereisen. So set in der Nähe von Villers ein deutscher Offizier beob= achtet worden, wie er an der Hand der Generalstabs= Tarte über die Gegend von Villers Aufzeichnungen machte.

Jetzt wird auch Holland nervös.

Vermischtes.

Der Sturm auf die Stettiner Sparkasse. Trotz aller beruhigenden Hinweise in der Stettiner Presse und set tens der Sparkassenbeamten waren gestern wieder hun derte von Sparern zur Abhebung ihrer Guthaben bet der Sparkasse erschienen. Es gelangten rund 266 000 zur Auszahlung gegenüber 18 000 Einzahlungen. Im Bublifum war das Gerücht verbreitet, daß die Spar fasse im Falle einer Mobilmachung überhaupt ihre Kas­senlokale schließen und die Auszahlung der Sparkassen­guthaben einstellen werde. Doch ließ sich eine ganze Reihe von Sparern durch Zureden dazu bewegen, ohne Abhebung von Einlagen die Sparkasse wieder zu ver laffen. Auch nachmittags war der Andrang wieder ziem lich starf. Seit Sonnabend sind insgesamt 1400 000.M zurückgezahlt worden.

Niederlage des Antimilitarismus in England. Mit der ungehenren Mehrheit von 1% Millionen Stimmen gegen 93 hat der augenblicklich in Newcastle tagende Kongreß der englischen Syndikalisten eine Tagesord­nung zurückgewiesen, in der der Mittarismus und die Aufrechterhaltung einer regulären Armee als eine Gefahr für die Frethett des Volkes bezeichnet und eine Armée von Bürgern vorgeschlagen wird, die nur in Friedenszeiten ab und zu einberufen werden darf und deren Offtatere durch gewählte Bürger ernannt werden sollen. Als diese Resolution verlesen wurde, tam es zu heftigen Protesten; dte Abstimmung bedeutet eine vollständige Niederlage des Antimilitarismus in England.

Aus Amsterdam wird berichtet: Trotz aller beruht­genden Versicherungen zeigt die holländische Regierung Aber den Verlauf der Maroffoverhandlungen eine ge­wisse Nervosität. Gestern wurden die Reservisten nicht entlassen und bleiben statt 26 49 Tage unter den Waf­fen. Die Forts sind mit M unttion reichlich ver­fehen. In der Nordsee finden lebhafte Uebungen statt. Es ist unverkennbar, daß politische Streise in den letzten Tagen von auffallendem Pessimismus über das Ende der Verhandlungen erfüllt sind.

Rundschau vom Cage.

Politisches

Ein Gegenbesuch in Konstantinopel. Zu der Mel dung, daß der Kaiser in Begleitung der Kaiserin und der Kronprinzessin im nächsten Frühjahr nach Konstan­

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Wefferwolken.

Roman von M. v. But ch.

( Nachdruck verboten.)

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Der Deferteur in Badehosen. Aufsehen erregte am Dienstag in Altenburg ein Gefangentransport, der sich auf einem Feldwege nach der Stadt zu bewegte. Zehn Soldaten im Arbeitsanzuge führten einen nur mit einer Badehose bekleideten jungen Mann gefesselt nach der Militärbadeanstalt. Wie verlautet, hatte der junge Mann, ein Soldat der Altenburger Garnisou, von der Badeanstalt aus zu desertieren versucht und außerhalb der Badeanstalt seinen Sivilanzug versteckt; er wurde aber dabei ergriffen, ehe er ihn anziehen fonnte.

Zur Linderung der Nahrungsmittelnot in Frank­reich hat der Ministerrat befchloffen, folgende Maßre­geln zu ergreifen: 1. Erleichterung der Einfuhr von Vieh aus den Kolonien, 2. Revision der Vorschrif­ten über die Einfuhr ausländischen Viehes, set es le­bend oder in Kälte konserviert ohne indessen die gesund­heitlichen Schutzmaßregeln zu durchbrechen, 3. Einrich­fung zollfreier Lager für in Kälte fonserviertes Fleisch, 4. Erleichterung und Beschleunigung der Transporte von landwirtschaftlichen Produkten und frischen Fischen auf die inneren Märkte. Aufhebung der Exporttartfe für Futtermittel.

Als die beiden Männer endlich voneinander Ab­schted nahmen, war die Nacht hereingebrochen. Auf getrennten Wegen ging man zur Stadt zurück. Malzahns Manteltasche aber barg jetzt die Rolle, die sich vorher in Menzels Rock befunden hatte.

Durch ein Hinterpförtchen, dasselbe, das er beretts beim Ausgange benutzt, gelangte der junge Gesandte In seine Wohnung. Er begab sich in sein Arbeitszim­mer, wo er fast die ganze Nacht hindurch auffaẞ. Er las die Papiere, die ihm der Kanzleisekretär ge­geben...

Kleine Nachrichten.

Kardinal- Erzbischof Fischer in Cöln hat sich nach der Gölnischen Volkszeitung" gestern in Aachen- Burt­scheid einer Staroperation unterzogen, die glücklich ver­Taufen ist.

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Bärenkampf in einer Menagerie. Als gestern in einer Londoner Menagerie fünf braune Bären und ein Eisbär von einem Tierbändiger vorgeführt wur­den, fielen die braunen Bären plößlich über ihren wei­Ben Kameraden her und es entspann sich ein furchtba rer Kampf. Jm Publikum brach eine Panit aus. Ein halbes Dußend Wärter bemühte sich vergeblich, die wittenden Bestien zu trennen. Der Kampf endete da­mit, daß der Eisbär mit Todeswunden bedeckt am Bo­Manöver- Bitte eines Soldaten. Immer ohne Ruh' und Rast in dem Weltgebrause, überall ein fremder Gast, überall zu Hause! Hier mal freundlich angeblicht, heißt man uns willkommen, aber dort auch unerquidt, mürrisch aufgenommen. Für die Ruh' die eine Nacht warme Lagerstätte, morgen Biwack mitgemacht, freies Feld zum Bette. Gestert droben im Palast bet dem reichen Grafen, Morgen armer Hirten Gast und im Stalle schlafen. Liebe Wirtin, schimpf doch nicht, ist mir kein Vergnügen, tu nichts weiter als die Pflicht, wenn ich hier muß liegen. Habe auch ein Vaterhaus, so wie Deine Kleinen, ging dort lieber ein und aus, bet den Iteben Meinen. Wenig noch der Jahre sind, schnell die Zeiten gehen, dann vielleicht von Dir ein Kind muß zur Fahne stehen. Und es flagt von fern und spricht zu dem Mutterherzen: Fremde Menschen lieben nicht, gelt, das macht Dir Schmerzen. Drum bedent' dies in der Zeit und sei nicht so bitter, Auch wir deutschen Kriegesleut' haben unsere Mütter! Unfre Lieben sind zu Haus, die Dich gerne segnen, wenn Du thren Söhnen drauß' freundlich wirst begegnen.

Die Tagung des Verbandes mittlerer Reichspost: und Telegraphenbeamten wird vom 11. bis 13. Septem­ber in Berlin abgehalten werden. Der Verband zählt 39 533 Mitglieder davon sind in der kurzen Zeit vom Januar bis August 1911 allein 1738 neu hinzugekom­men und besitzt ein Vermögen von über 2,1 millio­nen Mark.

Endlich, endlich hatte er vollgiltige Beweise von dem Bündnisse zwischen Oesterreich und Frankreich. Belde Staaten risteten insgeheim, um bet erster, passen­der Gelegenhett fiber Preußen herzufallen, es zu über­wältigen.

Der Krieg sollte Preußen völlig unvorbereitet treffen wie ein Blitz aus heiterem Himmel.

Wegen seit Jahren fortgefeßter Futterdiebstähle, durch die der Berliner Magistrat, Viehhändler und Großschlächter fährlich um 30- bts 40 000 art geschä­bigt wurden, wurden auf dem Zentralviehhof 13 städtische Arbetter verhaftet, außerdem wurden awet Obertreiber und fünf Treiber wegen Hehleret in Haft genommen.

In den Bergen verunglückt. Ein Münchener Stu­dent Nieberl, welcher mit den Geschwistern Hitner eine Kletterpartie im Achental in Tirol unternahm, stürzte in eine über 3000 Meter tiefe Felswand und blieb zer­schmettert Itegen. Die Geschwister Hitner mußten volle

As die stolze Kaiserin Maria Theresia ein Schret­ben an die Marquise von Pompadour gerichtet und diese mit der vertraulichen Anrede Liebe Cousine" an geredet, war diese durch die Schmeichelet gewonnen und geneigt, fede Bitte, die aus der Hofburg kam, willigen Herzens zu erfüllen. Durch die Marquise war das Bündnis zwischen Frankreich und Oesterreich, bas im Volke durchaus nicht populär war, austande ge­kommen. Dieser Allianz war, wie nicht anders zu er warten stand, Sachsen, das den preußischen Nachbarn Baßte, beigetreten.

Im Gehetmarchiv waren die Aften darüber ver­wahrt worden. In diese hatte Wenzel, wie er selbst erzählt, nur durch etnet Zufall Einblick gewonnen.

Die Dokumente batte er nicht wörtlich abge­

Der ritterliche Kronprinz. Aus Halberstadt wird berichtet: Eine bemerkenswerte Auszeichnung ist vor furzem der Schwester des Fleischermeisters Kortum zu­teil geworden. Frl. Kortum, die durch einen schweren Unfall eine Hand eingebüßt hat, war bisher eine eifrige Sportsfreundin und namentlich dem Wintersport zuge­tan, auf welchem Gebiet sie es zu ganz bedeutenden Leistungen gebracht hat. So errang sie im vorigen Winter bei dem unter dem Protefforat des deutschen Kronprinzen stehenden Wintersportfest zu Oberhof im Thüringer Wald beim Entscheidungskampf mit zwet Standinavierinnen die Meisterschaft von Deutschland im Schneeschuhlauf. Frl. Kortum wurde dafür vom Kron­prinzen durch eine ehrende Ansprache und Ueberreichung etnes Kreuzes ausgezeichnet. Vor einiger Zeit wurde nun von dritter Seite dem Kronprinzen die Mittteilung von dem schweren Geschick gemacht, das die junge Dame getroffen, zugleich auch darauf hingewiesen, daß Fräulein&. infolge des Verlustes ihrer Hand nicht mehr imstande fein werde, am Wintersport in der früheren Weise sich zu beteiligen. Daraufhin Itef ein eigenhändt­ges Schreiben des Kronprinzen ein, das unter Be fundung des lebhaften Bedauerns über den traurigen Fall eine Einladung zum nächsten Wintersportfest in Oberhof enthielt, dem sie, wenn auch nicht aktiv, so doch als fein Gast beiwohnen möge.

schrieben, bewahre, das wäre unmöglich gewesen. Allein er hatte doch lange genug in die Aften geblickt, um sich über die wichtigsten Punkte, die darin enthalten waren, genau zu informieren. Die hatte er aufgezeichnet. In der Beziehung hatte der Alte ein gutes Gedächtnis, die Hauptsachen hatte er mit glücklicher Hand heraus­gegriffen und sie dann in schöner, sauberer Schrift gut leserlich niedergeschrieben. Diese Niederschrift hatte er dem preußischen Gesandten überreicht.

Aften.

Malzahn las den Bericht, dies Resumee aus den Krampshaft ballten sich seine Hände, fa au­wellen drohte sogar sein Atem zu stocken. Das war ein fein abgekartetes Sptel, in das er Einblick gewann! Und wenn sich die Pläne, die hier mit sicheren Strichen angegeben waren, erfüllten, dann, das wußte er, hätte Preußens letzte Stunde geschlagen.

Aber, gottlob, noch war es nicht so welt, noch konnte und würde das Vaterland gerettet werden. Man war gewarnt, man wußte, was man zu er warten hatte, der Ueberfall durfte nicht überraschend kommen...

Als der Morgen bämmerte, da hatte Malzahn alles getan, was es unter diesen Umständen für ihn zu tun gab, er hatte einen Bericht an seinen König geschrieben. Die von Menzel erhaltenen Papiere legte er seinem Schreiben bet. Mit ber Ueberreichung dieser wichtigen Nachrichten wurde ein Bote betraut, mit der Wetsung, Bit reiten, als gälte es sein Leben. König Friedrich reftidierte jetzt in Potsdam, dorthin wurde der Bote beordert.

Uebertragung der Maul- und Klauensenche auf Menschen. In leßter Zeit sind mehrfach Fälle einwand fret festgestellt worden, daß die Maul- und Klauenseuche auf Menschen übertragen worden ist, und zwar durch ungekochte Milch von erfranften Tieren. Ein solcher Fall wird aus Enschede in Holland gemeldet. Dort er­frankte die Tochter eines Landwirts an sehr bösartigen Geschwüren im Gesicht, der Mundhöhle efc. Der Arzt

Nachdem Malzahn den Kurter abgefertigt, fitbite er eine gewiffe Erleichterung. Trotz der Erregung, in bie thn zuerst die Bektüre der Aften versetzt, war er ruhiger geworden denn seit Wochen. Und diese Ruhe hatte er durch den Bericht Menzels gewonnen. Er fitblte gleichsam wieder festen Boden unter den Füßen.

Für ihn, den Diplomaten, gab es nichts mehr zu suchen und zu spüren, man hatte sich einfach mit den Tat­sachen abzufinden, und das war gut.

Das Bündnis bestand, Gott set's geklagt, und doch: Gott set Dant, daß man Gewißheit hatte... Gewißheit!

Malzahn atmete erleichtert tief auf. Da er in der der Nacht nicht viel geschlafen, wollte er versuchen, gegen Morgen das Versäumte nachzuholen.

Er schlief ein, allein es war fein erquickender Schlummer, der ihn umfing. Unruhige Träume quäl ten ihn. Ihm war, als habe jemand Beate von Brühl gerufen. Oder war er das selbst gewesen?

Da pochte es an der Kammertür. Ein Lakat erschien, höchlich verwundert, daß sett Herr, der für gewöhnlich frühe Stunden Itebte, heute ungewöhnlich lange im Bette zögerte. Er entschuldigte sich und sagte:

Ich hätte nicht gewagt, den Herrn Baron zu stören, wäre nicht soeben ein Bote aus dem Brühlschen Palais gekommen, der auf Antwort wartet... " So, fo," rief Malzahn. Was wünscht der Herr Graf von mir?"

Es ist für heute abend eine Einladung zum Souper."

" Gut," meinte Bodo von Malzahn, bestellen Ste dem Diener, ich würde die Ehre haben, zu erscheinen, und schicke dem Herrn Grafen meine höflichsten Empfehlungen."

Zwischen den Zähnen knirschte er: Verräter! Aber noch darf ich mir nichts merken lassen!"

6. Kapitel.

In Wien hatte man den Plan gefaßt, thn an ver­berben. Wie die Spinne die Fliege im Netz einfängt, 10

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