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Gießener Zeitung

( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen

oiertelfährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr.- Erscheint Mittags 3 Uhr. Die Juftr. Weltrundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bet. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung ,, G. m. b. H.

Nr. 133.

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Telephon: Nr. 362.

der Großherzoglichen des Großherzoglichen Bürgermeisterei Polizei- Amfes Behörden Oberhessens sowie vieler anderer Expedition: Seltersweg 83.

( Haus Brüder Schmidt.)

Freitag, den 9. Juni 1911.

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( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg. Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs­zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Playzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.

Telephon: Nr. 362.

23. Jahrg.

Die neue Reichsversicherungsordnung.| amtsaspiranten Heinrich Kraus ha ar aus Rödgen, hier eingetroffen. Am Mittwoch zelebrierte er bei dem * Uebertragen wurde am 1. Juni dem Schul- bei der russischen Gesandtschaft, Exz. v. Mal ẞze w ist haar Festgottesdienste, der zu Ehren des Geburtstages der Kreis Gießen, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Trais- Horloff. Kaiserin von Rußland abgehalten wurde, die Messe. Unkündbar angestellt wurde der Bahn­meister Konrad Rahn zu Nid da.

der

Nachdem nunmehr die Reichsversicherungsreform un­ter Dach und Fach gebracht worden ist, ersteht die Frage, wann sie wohl in Kraft treten wird. Hierüber ist näm­lich im Gesetz kein bestimmter Termin vorgesehen, viel­mehr bleibt dies faiserlicher Verordnung überlassen, sei es das ganze Gesetz oder einzelne Teile, die in Frage kommen; nur für die Hinterbliebenen ist die gesetzliche Bestimmung getroffen, daß sie mit dem 1. Januar näch­sten Jahres zur Durchführung zu gelangen hat. Es liegt auf der Hand, daß eine so schwierige und umfangreiche Neuregelung nicht von heute auf morgen in Kraft tre­ten kann, denn es handelt sich hierbei zu einem großen Teile um eine völlige Umänderung der Versicherungsbe­hörden, um die Schaffung der Versicherungsämter und höhere Instanzen, deren Einrichtung übrigens Sache der Landesregierung ist. Für all das sind umfangreiche Vorarbeiten zu treffen, insonderheit für Neuorganisatio­nen des Krankenkassenwesens. Hierfür müssen überdies im kommenden Etat die erforderlichen Mittel eingestellt werden, zumal auch eine ganze Reihe neuer Beamten­stellen geschaffen werden soll. Dazu kommt noch eine Anzahl anderer Arbeiten, welche die Neuregelung Dinge notwendig gemacht hat. So muß der Bundes­rat für die in der Krankenversicherung nunmehr einzu­beziehenden Kreise, insbesondere für die Hausgewerbe­treibenden die allgemeinen Versicherungsbedingungen feststellen, und es liegt auf der Hand, daß hierbei noch eine ganze Reihe schwieriger Fragen der Lösung harrt, da es sich hier um ein Gebiet handelt, auf dem man bisher noch keine oder nur wenig sozialpolitische Er= fahrungen gesammelt hat. Des weiteren bringt die Ver­sicherungsreform für die Krankenkassen die Notwendig feit der Schaffung eines neuen Normalstatutes, worauf all die zahlreichen Krankenkassen ihre bisherigen Sazz­ungen abändern müssen. Hierzu ist nun aber wiederum die Genehmigung der Verwaltungsbehörde vorgeschrie­ben, der damit eine Fülle der Arbeit erwächst, die sie nicht so schnell wird bewältigen können. Wenn all die erwähnten Vorarbeiten getroffen und beendet sind, ist es möglich, die neuen Bestimmungen der Krankenkassen in Geltung treten zu lassen. Es ist daher wohl nicht zu­viel gesagt, wenn man meint, daß ungefähr ein Jahr in das Land gehen wird, bis die neuen Bestimmungen in Kraft treten; das früheste wäre der erste April, wenn das neue Etatsjahr beginnt. Es ist wohl kaum anzu­nehmen, daß man bis dahin fertig sein wird, und so spricht vieles dafür, daß man bis zum ersten Juli, wenn nicht gar ersten Oktober nächsten Jahres zu warten ha­ben wird, bis die neue Reichsversicherungsordnung in Kraft tritt. Zu wünschen, wäre, daß man für alle Zweige den Termin einheitlich festsetzt, auch für die noch aus­stehende Versicherung der Privatangestellten.

Aus Stadt und Land.

Die hohen Herrschaften treffen voraussichtlich zwi­schen 3 und 4 Uhr im Automobil von Darmstadt hier ein. In Friedberg, wo die baulichen Veränderungen des Schlosses besichtigt wurden, wurde längere 3eit Rast gemacht. Ein offizieller Empfang des Großher­30gpaares findet nicht statt.

Die kirchlich positive Vereinigung gedenkt am 15. Juni in der Herberge eine Versamm­lung abzuhalten, auf der Pfarrer Ausfeld einen Vor­trag über Religionsunterricht halten wird.

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Der Senat der freien Stadt Lübeck hat verfügt, daß die erste juristische Prüfung auch vor der Prüfungskommission bei der Landesuniver= ität in Gießen abgelegt werden kann. Das Ge­such um Zulassung zur Prüfung ist an den Lübeckischen

Senat zu richten.

* Das Museum im alten Schloß ist wäh­rend der Anwesenheit des Großherzogs und der Groß­herzogin geschlossen.

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Regatta. Die Meldungen zu der Sonntag, 11. Juni, hier stattfindenden 16. Regatta verteilen sich auf die einzelnen Rennen( die Reihenfolge entspricht der Startnummer) wie folgt: 1. Begrüßungsvie­rer: Gießener Hassia", Kasteler Germania", Mainzer Fortuna", Offenbacher Germania", Frankfurter Bo­russia". 2. Junior Einer: Frankfurter Ale­mannia"( S. Gugler), Gießener Hassia"( F. Schüßler). 3. Anfänger Vierer: Mainzer Klub 1903, Frankfurter Amicitia", Gießener Hassia", Kasteler Germania". Preis der Stadt Gießen ( Vierer): Frankfurter Amicitia", Gießener Hassia", Frankfurter Borussia". 5. Junior- Vierer: Limburger R.-K. 1907, Mainzer Kl. 1903, Gießener Sassia". 6. Verbandspreis( Vierer): Gie­Bener Hassia", Offenbacher Germania", Frankfurter " Amicitia", Mainzer Fortuna".- 7. Lahnpokal ( Einer): Frankfurter Alemannia"( K. Gugler), Gieße­ner Hassia"( K. Jödt), Frankfurter Amicitia"( E. Bech­tolf). 8. Dritte Vierer: Gießener Hassia" 2 Boote. 9. Ermunterungsvierer: Limbur­ger R.-Kl. 1907, Mainzer Kl. 1903, Gießener Hassia".

Prinz Heinrich- Preis( Erster Achter): Gie­Bener Hassia", Frankfurter Amicitia", Offenbacher , Germania". Für 1, 3, 6, 7 und 10 sind von vormit­tags 8 Uhr ab Vorrennen.

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Prinz Heinrich Fahrt. Der Start zur diesjährigen Prinz Heinrich- Fahrt, die wie wir bereits mitteilten auch durch den Kreis Wetzlar führt, ist nunmehr definitiv auf den 5. Juli, morgens 7 Uhr, festgesetzt. Die Abfahrt erfolgt von der Kaiser Friedrich- Promenade in Homburg.

handelt. Man einigte sich auf die folgende Entschließung:

* Aus dem Vogelsberg. In Rebges= hain wurde der seitherige Bürgermeister Rausch, der schon 27 Jahre seines Amtes waltet, einstimmig wiedergewählt. Der 73jährige Bürgermeister Niko­laus Obenhack 1. m Hartershausen wurde zum drittenmal einstimmig wiedergewählt.

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-sch Erda, 9. Juni. Am 18. Juni wird hier ein Missionsfest abgehalten. Die Festpredigt hält Pfarrer Duckhaus- Essen- Ruhr. Bei der Festversamm­lung, die am Nachmittage stattfindet, werden Pfarrer Duckhaus, Missionar Vömel- China und Pfarrer Vömel­Rodheim Ansprachen halten.

Tagen eine barmherzige Schwester aus der Kongrega­-m- Limburg, 9. Juni. In E13 wird seit acht tion der Armen Dienstmägde Christi vermißt. Wie sich jetzt herausgestellt hat, war die Schwester in einem Schreiben an das Mutterhaus in Dernbach sittlicher Ver­terzeichnet mit dem Namen des Bürgermeister- Stellver­fehlungen beschuldigt worden. Das Schreiben war un­treters und dem eines Gemeindevertreters. Beide Her­ren wissen jedoch von dem Schreiben nichts. Man hat bisher den Schreiber noch nicht feststellen können. Man glaubt, daß die Schwester sich das Leben genommen hat.

=)(= Hartenrod, 9. Juni. Der Wunder­doktor Dikomeit, der im vorigen Jahr wegen fal­scher Behandlung zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt wor­den war, wird am 17. Juni aus dem Gefängnis ent­lassen. Zum Empfang des Wunderdoktors hat sich ein Komitee gebildet, das alle Vorarbeiten zu dem pfang erledigt. Das Heilinstitut wird unter der Leitung eines praktischen Arztes sofort wieder eröffnet.

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jährlich da hier stattfindenden akademischen Marburg, 9. Juni. Heute nehmen die all­Festspiele ihren Anfang. Für die diesjährigen Auf­führungen sind Stücke von Lessing, Hebbel, Echegaray, Calderon de la Barca, Jbsen und Kotzebue vorgesehen.

*) Marburg, 9. Juni. In Wehr da begin­gen die Interessenten des Gemeindewaldes am Pfingst­montag das alle sechs Jahre wiederkehrende Grenz= begangsfest. Die Feier bestand im Abgehen der Gemarkungsgrenze mit anschließendem gemütlichen Zu­sammensein.

* Marburg, 9. Juni. Auf dem Gläubigerter­min, der in der Konkurssache des hiesigen Konsumver­eins stattfand, wurde mitgeteilt, daß die Ueberschuldung 19 827 Mart beträgt. Mit dem Einziehen der Haft= summe von 30 Mark von den rund 600 Mitgliedern soll jetzt begonnen werden.

*

Frankfurt, 9. Juni. Am Mittwoch wurde bei einem aus der Gegend von Hannover im hiesigen Viehhof an der Rampe ausgeladenen Doppelwaggon mit Schweinen die Maul- und Klauenseuche festgestellt. In dem Waggon befanden sich etwa 80 Tiere, die so­

fort abgeschlachtet wurden. Der Viehhof wurde für Bestimmungen des Beobachtungsgebietes. Als verdäch­Schweine und Kälber gesperrt; für Großvieh gelten die tig famen noch etwa 500 Tiere in Betracht, die Mitt­woch und Donnerstag abgeschlachtet wurden.

=)(= Gelnhausen, 9. Juni. Ein Kommando des in Hanau garnisonierenden Eisenbahnregiments Nr. 3,

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Die Verbündeten kaufmännischen Vereine für weibliche Angestellte, Siz Frankfurt a. M., denen auch der hiesige kaufm. Verein für weibl. Angestellte angehört, hielten am 24. und 25. Mai ihre Hauptversammlung in Dresden ab, zu der aus allen Teilen Deutschlands Vertreterinnen erschienen Gießen, den 9. Juni. waren. In geschlossener Sitzung wurde außer inter­Zur Ankunft des Großherzogpaares. ner Angelegenheiten die Pensionsversicherungsfrage be Die Stadt prangt zu Ehren der erlauchten Gäste " Die Stellungnahme des Entwurfes gegenüber den weib­im reichen Flaggenschmuck. Noch liegt der schlichte Baulichen Privatangestellten ist eine unbefriedigende. Trotz­am Brandplatz in vornehmer Ruhe da; aber in weni­dem diese die gleichen Beiträge wie die Männer entrich­gen Stunden wird sich hier ein reges Leben und Trei­ten müssen, erhalten sie nicht gleichwertige Leistungen. ben entfalten. Die ihnen gewährten Sonderentschädigungen sind kein genügender Ausgleich für die ihnen zu Gunsten der Wit­wenversorgung auferlegte höhere Belastung. Daher for dern die Verbündeten Vereine": nach dem Tode einer versicherten Person ist Hinterbliebenen- Rente zu zahlen 1. an den überlebenden erwerbsunfähigen Ehegatten, 2. an die hinterlassenen Kinder unter 18 Jahren, 3. falls Hinterbliebene zu 1. und 2. nicht vorhanden sind, an Eltern, wenn die versicherte Person deren Ernährer war. Ferner verlangen sie: 1. feine weitere Erhöhung der Beiträge, die der Entwurf vorsieht, 2. Erweiterung der Selbstverwaltung, 3. Wählbarkeit der Frauen allen Organen der Reichsversicherungsanstalt." Diese Ent­schließung wurde dem Vorstande überwiesen, um als Material für eine Eingabe zu dienen, die demnächst dem Reichstage zugestellt werden soll. Inbezug auf das Entgegen den vielfach zirkulierenden Gerüchten, Fortbildungsschulgesetz schloß man sich der Eingabe der Verbündeten an, die fordert: Ausdehnung des staatl. gibt die Firma Henkel u. Co., Düsseldorf, Fabrikanten des Wasch- und Bleichmittels Persil" sowie He n= Fortbildungsschulzwanges auf die kaufm. täfige weib­liche Jugend, Festlegung als Hauptzweck der Fortbil- fels Bleichsoda" bekannt, daß durch das kürz­dungsschule die fachgewerbliche Ausbildung, Ausschal- liche Großfeuer in Düsseldorf nicht sie, sondern eine an­tung des Religionsunterrichts aus der Fortbildungs= Die Verbündeten umfassen nach dem Jahres­schule. bericht jetzt 48 Vereine mit über 17 000 Mitglieder. Bad Nauheim, 9. Juni. Der Erzpriester

Es ist ein ganz besonderer Grund, der das Groß­herzogspaar diesmal zu einem längeren Aufenthalte nach hier führt: die praktische soziale Fürsorge für arme Lun­genkranke, wahrlich ein edles Dokument von der hohen Auffassung des Fürstenberufes.

Mögen die Gaben reichlich fließen! Dem Groß­herzogspaare aber rufen wir ein herzliches Willkommen in Gießen zu!

* Nachdem kürzlich die theologische Fakul tät sich in einer Eingabe an den Großherzog gegen die Vorwürfe der Kirchlich- positiven Vereinigung in Hes sen gewehrt hat, ergreift jetzt diese abermals das Wort, um die Fakultät zurück zu weisen. Sie veröffentlicht nämlich in Nr. 23 ihres Korrespondenz blat tes" einen sehr ausführlich gehaltenen Offenen Brief an die hochwürdige Theologische Fakultät in Gießen", in dem sie zu deren Eingabe Stellung nimmt.

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bestehend aus 2 Offizieren, 6 Unteroffizieren Monn, wurde nunmehr auch auf ergangenes Verlangen nad) hier beordert, um auch dort bei den umfangreichen Aufräumungsarbeiten in Gehöften und Fel­dern, die durch das vor kurzem dort niedergegangene wolkenbruchartige Unwetter notwendig geworden sind, mitzuhelfen. Vom Landrat ist bereits im Namen des Kreisausschusses ein Aufruf zu einer allgemeinen Sammlung für die Geschädigten erlassen worden. Be­troffen sind von dem Unwetter in unserem Kreise zwölf Gemeinden, außerdem noch einige Gemeinden des Krei­ses Büdingen.

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dere Firma ähnlichen Namens betroffen wurde. Der ge­samte Betrieb der Firma Henkel u. Co. geht nach wie vor glatt vonstatten.