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Deutscher Reichstag.

Die zweite Beratung der Reichsversicherungsordnung ging auch am Sonnabend in raschem Tempo weiter. Eine längere Debatte entspann sich nur über die Kosten der Diese sollen nach der Vor­Versicherungsämter.

des durch Ansprachen aus. Er begab sich sodann in das Werkstättengebäude und die damit verbundenen städtischen Fortbildungsschulen. Hier besichtigte der Kaiser zunächst die Ausstellung der Gesellen- und Meisterstücke sowie die Arbeitsstücke der Meisterkurse, sodann die einzelnen Werk­stätten der verschiedenen Handwerke, wo die Lehrlinge teils mit praktischen Arbeiten beschäftigt waren und wo teils die Gesellenprüfungen stattfanden. Der Kaiser verweilte in den einzelnen Abteilungen längere Zeit. Er zeigte überall die größte Teilnahme und unterhielt sich in liebenswürdig­ster Weise mit den Meistern, Lehrherren und Lehrlingen. Es wurde befehen die Schule der Sezer, der Drucker, der Konditoren, der Kellner, wo der Kaiser einen Ehrentrunk von 1906er Rappoltsweiler Riesling entgegennahm, der Schneider, der Friseure, der Tischler, der Holzbildhauer, der Metzger, der Schuhmacher, der Klempner und der Schlosser. sowie schließlich die von verschiedenen Meistern vorgeführ= ten Holzschuharbeiten. Der Kammerpräsident dankte dem Kaiser auf das herzlichste für seinen ausgedehnten Besuch. Die begeisterte Freude über den Besuch und die persönliche Teilnahme für die Handwerker äußerte sich beim Abschied des Kaisers in stürmischen Hochrufen der Meister, Gesellen und Lehrlinge.

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vielmehr um ein Zeichen des Erwachens des deutschen Ge­werbestolzes, der Jahrhunderte lang geschlummert hat, denn in der Tat ist die Bewegung des Hansabundes als eine große soziale Bewegung des deutschen Gewerbestandes an zusehen. Ihr Kern bildet das Streben nach wirtschaftlicher und sozialer Gleichberechtigung, nach dem Ziel fedes ge­sunden Staatswesens, daß der Tüchtigste vor die Front ge­hört."

Ein Zwischenfall bei der Denkmalsenthüllung. Bei der Enthüllung des Denkmals Kaiser Wilhelms I. am Sonnabend waren die Vertreter sämtlicher Studenten­forporationen der Universität Straßburg geschlossen marschtert und hatten sich zu beiden Seiten des Denkmals mit ihren Fahnen hinter den Fahnen der Garnison grup­piert. Auf Anordnung des kommandierenden Generals sollten sie diesen Plazz räumen und mit einem weniger günstigen, rückwärts und tiefer gelegenen vertauschen. Als ihnen diese Anordnung des kommandierenden Generals überbracht wurde, beschloß die Studentenschaft, den Platz überhaupt zu verlassen, und zog kurz vor Eintreffen Seiner Majestät des Kaisers nach der Universität zurück. Der Rektor und verschiedene höhere Bersönlichkeiten machten den Versuch, die Studenten zur Rückkehr zu bewegen, was aber mißlang. In der Universität wurde nach kurzer An­sprache von den Studenten ein Huldigungstelegramm an den Kaiser mit Bezugnahme auf den Vorfall abgesandt. Epäter, nachdem die offizielle Feier am Denkmal zu Ende war, begab sich die Studentenschaft in geschlossenem Zuge mit ihren Fahnen wieder zum Denkmal und legte unter Ansprachen ihrer derzeitigen Vorsitzenden einen Lorbeer­franz am Denkmal nieder.

lage von den Bundesstaaten, in den Städten aber von den Gemeinden getragen werden. Die Freisinnigen und So­ztaldemokraten hatten Anträge eingebracht, daß die Kosten in allen Fällen vom Staat getragen werden sollten. Hier griff zum ersten Mal die Regierung in die Debatte ein. Unterstaatssekretär Caspar bekämpfte die Anträge, die dann auch abgelehnt worden. Bei den Oberversicherungsämtern bleibt es ebenfalls bei dem Vorschlag der Kommission, wo­nach den Versicherungsträgern die Hälfte der tatsächlichen Kosten auferlegt wird. Ein Kompromißantrag, der auch für die Wahl der Beisitzer bei dem Reichsversicherungsamt die Verhältniswahl einführt, wird einstimmig angenom­men und im raschen Tempo geht es dann weiter. Die Sozialdemokraten verzichten teilweise sogar auf die Be­gründung ihrer eigenen Anträge und begnügen sich damit, sie ohne Diskussion ablehnen zu lassen. Bei der ärztlichen Behandlung nimmt sich ein Kompromißantrag auch der Zahntechniker an, die zur Behandlung von Zahn­frankheiten mit Ausschluß von Mund- und Kieferkrankhet­ten zugelassen werden sollen. Wer als Zahntechniker an­zuschen ist, das zu bestimmen bleibt der obersten Ver­waltungsbehörde vorbehalten. Man nimmt an, daß auch für die Zahntechniker eine Art Examen eingeführt wer= den soll, doch versprach Ministerialdirektor Caspar, daß man bei denjenigen Dentisten, die ihre Praxis seit einer Reihe von Jahren ausüben, von einer solchen Prüfung absieht und auch sonst ihnen aus Gründen der Billigkeit entgegen­kommen will. Die ganze Verhandlung geht immer mit merkwürdiger Ruhe von statten. Die Mehrheit verzichtet fast völlig daranf, irgendwie in die Verhandlung einzu­greifen und überläßt den Sozialdemokraten fast allein das Wort. Paragraph 169 betrifft die ausländischen Ar­beiter. Nach dem Kommissionsbeschluß können die Be­stimmungen über die Rente usw. auf die Arbeiter aus sol­chen Staaten Anwendung finden, die in ihrer Versicherungs­gesetzgebung Gegenseitigkeit leisten. Die Sozialdemokraten beantragten, obligatorisch durchweg alle ausländischen Ar­better den deutschen gleichzustellen, falls in dem betreffen­den Staat die Ausländer nicht schlechter behandelt werden als die Inländer. Der Antrag wurde abgelehnt, ebenso eine Reihe anderer sozialdemokratischer Anträge. Troß ge­legentlicher Angriffe der Antragsteller ließ sich die Majort­tät nicht aus ihrer Ruhe bringen, so daß man bald mit der Beratung des ersten Buches zu Ende war. Mit dem Pa­ragraph 177 begann das zweite Buch über die Kranken= versicherung. Neu in die Krankenversicherung einbe­zogen werden die landwirtschaftlichen Arbeiter sowie dte Dienstboten. Betriebsbeamte, Werkmeister und andere An­gestellte in gehobener Stellung sind sämtlich versicherungs­pflichtig, wenn die Beschäftigung ihren Hauptberuf bildet. Die Versicherungsgrenze ist wie bisher 2000 Mark. Die Sozialdemokraten beantragten, die Versicherungsgrenze auf 5000 Mark zu erhöhen sowie alle gegen Lohn oder Gehalt beschäftigten Personen sowie die selbstständigen Gewerbe­treibenden innerhalb dieser Grenze der Versicherung zu unterstellen. Der Antrag wurde abgelehnt. Ein sozialde= mokratischer Antrag auf Wiederherstellung des von der Kom­mission gestrichenen Paragraphen 180, wonach die Versiche­rungpflicht auf kleine selbständige Gewerbetreibende er­streckt werden kann, wurde abgelehnt. Vor der Abstim­mung über die Wiederherstellung des von der Kommission gleichfalls gestrichenen Paragraphen 181, der eine Aus= dehnung der Versicherung auf die Familienangehörigen der Arbeitgeber, die ohne Entgelt bei ihnen tätig sind, zulaf­sen wollte, bezweifelte Abg. Bebel( Soz.) die Beschlußfähig­kett des Hauses und das Bureau schloß sich dem an. Die Sitzung mußte also abgebrochen werden. Am Montag geht die Beratung weiter.

Der Kaiser in der Straßburger Handwerkskammer.

Während seines Aufenthaltes in Straßburg stattete der Kaiser auch der Handwerkskammer einen längeren Besuch ab. In seiner Begleitung befand sich auch der Reichskanz= ler. Der Kaiser wurde vom Vorstande der Kammer em­pfangen. Im Vorstandszimmer, wo die Zunftscheibe der Straßburger Metzgerinnung aus dem Anfange des 17. Jahrhunderts die Aufmerksamkeit des Kaisers erregte, trug sich der Kaiser in das Goldene Buch ein und nahm eine Reihe von Ehrengaben entgegen, unter anderem eine Fest­schrift der Gewerbezeitung. Im großen Festsaale hatten sich die Mitglieder der Handwerkskammer und sämtliche Vorstände der Handwerkervereine Straßburgs versammelt. Der Kaiser zeichnete hier einige Mitglieder des Vorstan=

Des Rätsels Lösung.

Roman von Ludwig Blüm c c.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Ein auffallend günstiges Urteil über die deutsche Sos zialversicherung fällte die Bondoner Times: Bon verhält nismäßig fleinen und verfuchsweisen Anfängen hat sich die soziale Versicherungsgesehgeng durch steigende Ausdeh­nung zu einem gigantischen Syn gegenseitiger Unter­stügung und sozialer Wohlfahrt videlt, das einen Ein­fluß auf das Wohlergehen des Volkes ausübt, der zwar durch gewöhnliche statistische Vergleiche nicht erkannt wird und exakter Berechnung seiner Erfolge unzugänglich ist, aber von ungeheurer Bedeutung ist. Es ist einer- aber auch nur einer der Faktoren, die den Widerspruch er­flären, daß trotz der niederen Löhne und der höheren Le= benskosten in Deutschland die Arbeiterklassen besser daran sind als die entsprechenden Klassen in England, und wenn man sie nach ihrem tatsächlichen Befinden, was Ernährung, Bekleidung, Aussehen der Kinder und der Wohnung, Feh­len von Elend und von äußerster Herabgekommenheit der großen Masse betrifft, beurteilt."

Interessante Auseinandersehungen über das preußische Enteignungsgesetz für die Ostmarken gab es am Sonnabend in der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses. Der Landwirtschaftsminister erklärte, daß das Enteignungs­geset grundsätzlich bestehen bleibe, daß die Regierung sich aber nicht zur Anwendung drängen lasse. Es jei jetzt zu­rückhaltung geboten. Freikonservative und Nationallibe­rale erklärten darauf, daß sie unter solchen Umständen lieber nicht für das Gesetz gestimmt hätten.

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Gegen den Brüsseler Besuch des Präsidenten Fallieres erlassen die belgischen Sozialdemokraten ein in heftigen Worten gehaltenes Manifest. Die Republik, die Fallieres vertrete, sei, so heißt es, nicht die Republik von 1789 und 1793, fie verberge unter dem republikanischen Mantel mo­narchische Institutionen und Paris liefere nur Geld zur Unterdrückung der Revolution. Die Republik stürze sich in marokkanische Abenteuer und erhöhe fortgesetzt die Milt­tärlasten. Alsdann wird auf die Unterdrückung der Mai­feier angespielt und gesagt, die Republik habe wiederholt ihre Hände mit Arbeiterblut gerötet. Das sei nicht die Re­publit ehrlicher Sozialisten und deshalb müßten sich die belgischen Genossen von allem fernhalten. Interessant ist, daß das Prinzenpaar Victor Napoleon Brüssel auf 10 Tage verließ, um während des Besuches des Präsidenten Fallieres nicht dort zu sein.

Eine nationalliberale Kundgebung zu den Reichstags­wahlen fand am Sonnabend in Nürnberg statt. In einer stark besuchten Versammlung sprach der preußische Land­tagsabgeordnete Lohmann über die Nationalliberalen im Reichstagswahlkampfe. Die Behauptungen von einem Linksabmarsch der nationalliberalen Partei, so erklärte der Redner, sind nichts als törtates Gerede. Die national­liberale Partei, die heute schutzzänerischer ist als je, ist einmütig entschlossen, bei Stichwahlen zwischen einem So­zialdemokraten und einem Kandidaten der Rechten zu­gunsten der Rechten zu stimmen, obwohl sie auf der rechten Seite ein gleiches Entgegenkommen bisher vermißt. Das Wahlabkommen mit der Fortschrittlichen Volkspartei ent­spricht einem Gebot politischer Klugheit, aber es verschlägt auch nichts, wenn man in einzelnen Provinzen wie z. B. in Westfalen mit den Konservativen sich zusammenfindet, umsomehr, als eine spätere Wiederversöhnung mit den Konservativen, obwohl der Wahlkampf scharf durchgeführt werden muß, eine vaterländische Notwendigkeit ist. Die Rede Lohmanns wurde mit starkem Beifall aufgenommen.

( Schluß.) ( Nachdruck verboten.) Abermals bäumte sich das Roß hoch auf, macht eine kurze Wendung und der Reiter, dem eben ein Fluch auf den Lippen schwebt, fliegt aus dem Sattel.

Dort unten, wo das Bächlein rauscht im hellen Som­mer- Sonnenschein, dort unten, wo die alten Steine mit ihrem grünen Moos von vergangenen Jahrhunderten träu­men, da liegt ein stiller Mann Woltersdorf, der Kluge, der aller irdischen Justiz so oft getroßt, der die weltlichen Richter verlacht, ist der sterbende Mensch.

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Ein paar Arbeiter, die das reiterlose Pferd dahinja­gen sahen, sind herbeigeeilt und bemühen sich um den Ver­unglückten. Es ist keine Hoffnung. Woltersdorf hat außer schweren inneren Verlegungen auch einen Schädelbruch erlitten. Noch einmal öffnet er die Augen und über die Lippen kommen, kaum vernehmbar, die Worte: Ich bin der Dieb! Gott hat mich gerichtet!"

Die unpopuläre französische Arbeiterversicherung. In Boulogne sur Marne durchzogen an zweitausend Arbeiter die Straßen, sangen die Internationale und riefen: ,, Nie­der mit den Pensionen!" Die Manifestanten trugen rote Fahnen und Tafeln mit der Aufschrift: Für die Toten gibt es feine Pensionen." Zwei rote Fahnen wurden von der Polizei beschlagnahmt.

Der erste allgemeine deutsche Hansatag findet, wie ge­meldet, am 12. Juni in Berlin statt. Die Geschäftsleitung des Hansabundes sagt zu der Veranstaltung: Man darf diese Tagung nicht lediglich unter dem Gesichtspunkte einer gewerblichen Zusammenkunft kaufmännischer, industrieller oder mittelständischer Interessen betrachten, es handelt sich

Als Hans am Tag nach diesem Ereignis mißmutig nach Wedelstein zurückgekehrt war, kam ihm der General in größter Erregung entgegen und rief ihm schon von ferne zu: Der Dieb ist entdeckt und bereits verurteilt! Wol­tersdorf hat es getan, er ist auf der Flucht verunglückt und weilt nicht mehr unter den Lebenden. Er hat zwei­fellos auch meines Sohnes Ring gestohlen", fügte er hinzu, nachdem er Hans die Hände gedrüdt, als wollte er ste zer­malmen. Lassen Sie mich den sauberen Brief doch ein­mal sehen. Erna hat mir alles erzählt."

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Mutter abhanden gekommen war?" fragte Hans ganz ver­wirrt von alledem, was er soeben gehört.

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Bäderfr fingen 1443; nus) 121. Stiftung negie hat de

In und um Maroffo. Es bestätigt sich, daß Spanien in Paris freundschaftliche Vorstellung bezüglich des franzö­sischen Einschreitens in Maroffo erhoben hat. Die Madri­der Regierung befürchtet, daß die französische Kolonne ge­wisse strategische Punkte in Marokko endgültig besetzen werde, was Spanien zwingen würde, dasselbe zu tun. Wenn die französischen Truppen den Vormarsch fortsetzen würden, dürften die spanischen Truppen ebenfalls Befehl erhalten, vorzurücken. Die französische Regierung fäßt da­3 offiziös verbreiten, daß die Verhandlungen mit Spa­nien den herzlichsten Charakter trügen. Nach in Berlin eingegangenen amtlichen Nachrichten aus Fez, die bis zum 1. Mai reichen, sind alle Deutschen in Fez gesund und in rölliger Sicherheit. Von einer Hungersnot ist keine Rede.

Ja, gewiß wußte ich das. Der Ring war eines Tages samt dem Etui und einem goldenen Kettchen, das sich auch dabei befand, verschwunden. Und bis heute habe ich den alten Johann für den Dieb gehalten."

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Nach einer halbamtlichen Darstellung über den Um fang der Revolution in Megito, die aus Washington ver breitet wird, hat diese jezt Dreiviertel des ganzen Landes ergriffen. In manchen Orten sollen Hunderte von Ame­rikanern in Gefahr sein. Offiziös wird jedoch erklärt, die Vorbedingungen für ein Eingreifen seien doch noch nicht gegeben. Die Unterführer der Insurgenten werden un­geduldig und dringen in Madero, keine Verlängerung der Waffenruhe zu gewähren, sondern sofort die Hafenstadt Juarez anzugreifen. Wie das Reutersche Bureau aus El Paso meldet, hat der Unterhändler der mexikanischen Re­gierung dem Vertreter der Aufständischen offiziell mitge= teilt, daß es ihm unmöglich sei, die Verhandlungen fort­zusetzen. Auf die Forderung der Revolutionäre, daß Diaz abdanken solle, erteilte er feine Antwort.

Bereits am nächsten Tag erhielt der General von dem ihm befreundeten Polizeipräsidenten die Nachricht, daß FräuleinHammerschmidt, eine einstmals bekannteVarietee­Schönheit, ein umfassendes Geständnis abgelegt, daß man bei derselben auch einen kleinen Diamanten gefunden, der zu dem Ringe gehöre. Der Leutnant hätte niemals in Beziehungen zu ihr gestanden, sondern set lediglich ganz furze Zeit einer ihrer eifrigsten Verehrer gewesen, hätte auf Redouten gelegentlich mit ihr getanzt und sie vor an= deren ausgezeichnet. Den Brief an Erna hätte sie auf Woltersdorfs Veranlassung geschrieben, in der Hoffnung, von ihm reichlich dafür belohnt zu werden. Der Ring, oder wenigstens der Edelstein in demselben sollte eine Ab­schlagszahlung sein.

Als er nur einen Blick auf das Schriftstück geworfen, rief er aus: Die Kanaille dürfte uns sicher sein! Unter den Papieren, die ich in Woltersdorfs Koffer gefunden, befinden sich auch ein paar Briefe von derselben Hand­Schrift. Gott, welch ein Tag ist das heute.- Meln Inspektor, auf dessen Treue ich Narr hätte Häuser bauen mögen, ein ganz gemeiner Gauner. Ich werde sofort an den Polizeipräsidenten telegraphieren und ihn ersuchen, jene Josefa Hammerschmidt in der Karlstraße verhaften zu lassen, ehe sie etwas erfährt, und sich aus dem Staube macht."

Also Exzellenz wußten, daß Hardi der Ring seiner

Wie dankte Erna für diese Wendung der Dinge! Wie strahlten ihrer Eltern Augen in seliger Wonne, als jetzt der letzte Schatten von Mißtrauen und Besorgnis ge schwunden war und die Sonne so hell, wie sie lange nicht geschaut, herniederlachte auf die arme Erde, an deren Glücksgüter sie nicht mehr geglaubt hatten.

Der Vater, Erna und Raben reisten, sobald Hardi wieder dort war, nach der Residenz, um ihm mündlich alles mitzuteilen.

,, Verzeih mir mein Mißtrauen," sprach der Rent­meister, seinen zukünftigen Sohn in die Arme schließend. Jetzt ist alles klar zwischen uns beiden. Ich vertraue Dir meine Tochter mit Freuden an. Laß uns vergessen, was dahinten liegt und glücklich sein."

Ein chinesisch- japanischer Zwischenfall wird aus Mut­den gemeldet. Auf dem Marsche dorthin mißhandelten

Nun, soweit es an Hardi und Erna war, bedurfte es dieser Ermunterung nicht.

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eben lustig gemacht. Hans und seine Jda, um die er so lange geworben, baten ebenfalls um seinen väterlichen Segen.

Ihr seid ja aber rein albern, Ihr seid findisch!" muße Raben immer wieder bemerken, und dabei glänzte sein altes, gutes Gesicht wie verklärt. Ja, das war Liebe, wahre, echte Liebe ohne Spekulation, ohne einen Schatten von Heuchelet.

Herbst und Winter waren vergangen, der Lenz hielt mit Sang und Klang seinen fröhlichen Einzug als Sie­ger. Blumen hatte der Himmel auf seine Bahnen gestreut und jubelnde Menschenherzen hießen ihn überall will­fommen.

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Nelfen zum faufen. Gin Lot ( Bayern) ha ans Hambu

In Thalbrücken, dem sonst so stillen Städtchen, herrsch­te heute am zweiten Ostertag, ein Leben und Treiben, als erwarte man mindestens den Landesherrn in höchst eigener Person. Alle vornehmen und viele einfachen Häu­ser waren mit Girlanden, Kränzen und Blumen festlich geschmückt und auf dem Marktplatz, vor dem Blauen Stern" war das ein Menschengewoge und Menschengewin­mel, daß die beiden alten Stadtsergeanten Mühe genug hatten, ihre Autorität zu wahren. Eine Doppelhoch­zeit fand heute statt, ein Ereignis, das man hier och nicht erlebt. Hardi und Erna, Hans und Jda, von ihnen sprach heute alles. Da standen die alten Frauen an der Kirche, trockneten noch immer gerührt mit den Schürzen ihre Tränen, da konnten die jungen Mädchen nicht Worte genug finden, den Hochzeitsstaat, die lieblichen Bräute und die schneidigen Bräutigams in ihren glänzenden Unifor men zu bewundern. Und die Kinder tanzten mitten auf dem Marktplatz nach der rauschenden Tafelmusik des Trom= peterkorps der Leibkürassiere.

Und wie Vater Raden mit seiner Tochter nach vol­len acht Tagen endlich heimkehrte, da empfing ihn auf dem Thalbrückener Bahnhof ein Brautpaar, das nicht minder glücklich war als das, über dessen alberne Liebelet er sich

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Als das großartige Hochzeitsmahl endlich beendet war, nahmen die beiden glücklichen Paare ohne viel Aufsehens Abschied von ihren nächsten Angehörigen, und hinaus ging es in die herrliche, weite Frühlingswelt, dem sonnigen Süden zu. In Italien verlebten sie ihre Flitterwochen, den Anfang eines Lebens, das für sie so reich an glüdlichen Stunden, an wahren Freuden sein sollte.

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Die alten Rabens wohnten, da dem alten General das einsame Leben gar nicht mehr zusagte, nun auch im Schloß. Der Rentmeister versah wieder sein Amt mit alt­gewohnter Treue, und auch den Alten sollten noch viele Stunden der Freude und des Glüdes schlagen. Ein stiller, milder Feierabend war ihnen nach des Lebens Stürmen und Sonnengluten beschieden und dankbaren Herzens prie fen sie den gütigen Lenker der Menschengeschicke.

Ende.

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